Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Ho – Holm

HOAI (Deutschland): Die im Rang einer Verordnung stehende »Honorarordnung für Architekten und Ingenieure«. Mit der Novellierung von 2009 erfolgte eine Umbenennung bzw. begriffliche Präzisierung. Seither ist von »Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure – HOAI die Rede.

Hochaltar: Der Hauptaltar eines katholischen Kirchenbauwerkes. Da die Hauptachsen von Kirchenbauten weit überwiegend in Ost-West-Richtung verlaufen, und der Sonnenaufgang für die Auferstehung steht, befinden sich Hochaltäre zumeist an der Ostseite des Hauptschiffes. Vertiefend siehe → Altar.

Hochbau (Disziplin): Eine Teildisziplin des Bauwesens, die sich der Planung und Errichtung überwiegend oberirdischer Bauwerke und Gebäude verschreibt.

Hochbau (Gebäude): Ein → Gebäude oder → Bauwerk, dessen Funktion wesentlich von oberirdisch gelegenen Bereichen geprägt ist bzw. dessen oberirdische Bereiche den Löwenanteil angefallener Gestehungskosten auf sich vereinen.

Hochbaukran: Auch als »Obendreher« bezeichnet. Dieser Krantyp besitzt einen starr mit dem Kranunterbau verbundenen Turm, in dessen oberem Bereich ein Drehkranz montiert ist, der eine horizontale Bewegung des aufsitzenden Oberteils gestattet. Die hohe Lage von Ballast, Schwenkwerk und Winden bedingt vergleichsweise aufwendige Aufbau- und Wartungsprozesse.

Hochbordstein: Ein straßen- bzw. wegebauliches Element, das eingesetzt wird, um Fahrstreifen von Bürgersteigen abzusetzen und Gehwegkanten zu befestigen. Es handelt sich um einen mit 25 – 30 cm vergleichsweise hoch ausgeführten Bordstein, wodurch sich die angeschrägte Bordsteinkante letztlich rund 15 cm über Fahrbahnniveau befindet.

Hochbunker: Ein massives, oberirdisch aufragendes Bauwerk, das gegen Explosionseinwirkungen, Artillerie- und Lenkwaffenbeschuss sowie Bombardierungen gefeit ist bzw. vor der Wirkung von Zerstörungswaffen schützen soll. Bekannte Beispiele sind die während des Dritten Reiches errichteten Flaktürme in Berlin oder Wien.

Hochburg (Burgenbau, Motte): Die Kernburg einer → Motte, also der auf einem künstlich geschaffenen Hügel errichtete Wohn- und Wehrturm mitsamt seinem von einem Graben und / oder Wällen bzw. Palisaden eingefassten Umgebungsbereich.

Hochburg (Burgenteil): Der am höchsten gelegene, in sich geschlossene Bereich einer → Burg. Dieser Teil ist in aller Regel identisch mit der → Kernburg bzw. dem ältesten Teil einer Burganlage.

Hochburg (topographisch): Eine sehr hoch in kaum zugänglichem Gelände gelegene → Burg. Häufig handelte es sich um → Fliehburgen.

Hochchor (Sakralarchitektur): Der Innen- bzw. Binnenchor mehrschiffiger Chorbauten bzw. eine Verlängerung des → Langhauses, welche den Bereich vor dem Hauptaltar eines Kirchenbauwerkes einnimmt. Ursprünglich war der gewöhnlich durch Schranken oder Stufen vom Hauptschiff abgesetzte Hochchor ausschließlich Klerikern bzw. Chorherren vorbehalten.

Hochdichte Faserplatte: Eine aus Holzspänen und Leim hergestellte Werkstoffplatte hoher Dichte. Verbreitet ist die Kurzbezeichnung »HDF-Platte«. Nassgepresste Vertreter – auch »Harte Faserplatten« genannt – besitzen eine glatte und eine Siebmarkierungen aufweisende Seite; trockengepresste Platten besitzen zwei glatte Oberflächen. Eingesetzt werden HDF-Platten u. a. als tragende Komponenten im Fußbodenbau.

Hocheingang (Burgenbau): Ein regelhaft mehrere Meter über der Geländeoberkante angelegter Zugang eines Wehrbauwerkes. Erreichbar waren diese Eingänge über Leitern, hölzerne oder steinerne Treppen, teils auch über Stege, die sie mit anderen Bauwerken verbanden. Ein typisches Beispiel bieten die hoch platzierten Eingänge mittelalterlicher → Bergfriede.

Hochgarage: Eine Spielart der → Großgarage, nämlich ein Parkhaus. Der Begriff bezeichnet ein überwiegend oberirdisch angelegtes, zumeist mehrstöckiges Bauwerk, in dem sich zahlreiche → Stellplätze für Kraftfahrzeuge (Pkw, Motorräder) befinden.

Hochhaus: Je nach Land bewegen sich amtliche Hochhausgrenzen zwischen 13 m und 50 m. Gemäß deutscher Musterbauverordnung beginnt die Hochhausklasse ab einer vertikalen Distanz von 22 m zwischen mittlerer Geländehöhe / Parterre und letztem Aufenthaltsgeschoss. Grundsätzlich lässt sich ein Hochhaus als ein zu Wohn- und / oder Arbeitszwecken einer grundflächenbezogen beträchtlichen Menschenanzahl dienendes Gebäude definieren, dessen Höhenentwicklung traditionelle bzw. zur Entstehungszeit gängige Bauverfahren technisch ausreizt, ein (bau)wirtschaftliches Optimum überschreitet und / oder bei zeitweiligem Ausfall seiner Erschließungssysteme (Aufzüge) nur noch eingeschränkt nutzbar ist. Einfacher lässt sich der Hochhausbegriff wie folgt fassen: Ein Gebäude, das Höhen überschreitet, die von einer überwiegenden Mehrheit von Bewohnern bzw. Beschäftigten noch akzeptiert werden, wenn Treppen benutzt werden müssen.

Hochhausdefinition: Siehe → Hochhaus.

Hochhausensemble: Eine Gruppe von → Hochhäusern, die als funktionaler und / oder architektonischer Verbund wahrgenommen wird. Anders ausgedrückt: Die Gesamtwirkung dominiert über die Ausstrahlung jeweiliger Einzelgebäude.

Hochhaushotel (formal): Ein → Hotelgebäude, dessen Höhe der länderspezifischen, regionalen oder lokalen Hochhausdefinition entspricht.

Hochhaushotel (wahrnehmungsbezogen): In der Alltagssprache ein Hotel, dessen vertikale Erstreckung deutlich über die horizontale hinausgeht oder zumindest einen entsprechenden Eindruck erweckt.

Einträge zu Hochl - Hof

Hochlochziegel: Ein → Lochziegel, der senkrecht zu seiner Längsachse bzw. der Auflagefläche durchlocht ist. Damit eignet er sich zur Errichtung tragender Mauern. Ein anderer Begriff ist »Hohlziegel«.

Hochparterre: Ein einige Stufenhöhen über ebener Erde gelagertes Erdgeschoss.

Hochrelief: Eine gemeißelte, geschnitzte, gegossene oder anderweitig hergestellte künstlerische Darstellung, die sich sehr stark über den Hintergrund erhebt, also betont dreidimensional aus der tragenden Grundfläche hervortritt.

Hochschiff (grundrissbezogen): Bei mehrschiffigen Kirchenbauwerken eine andere Bezeichnung für das die → Seitenschiffe überragende → Hauptschiff.

Hochschiff (höhenbezogen): Der Raum oberhalb der → Arkaden im Bereich der → Obergaden.

Hochschiffstrebe (Architektur, Bauwesen): Eine andere Bezeichnung für den gotischen → Strebebogen.

Hochschiffwand (grundrissbezogen): Bei drei- oder mehrschiffigen Kirchenbauwerken eine zwischen dem → Hauptschiff und einem der beiden inneren → Seitenschiffe verlaufende, von Arkaden getragene Wand.

Hochschiffwand (höhenbezogen): Die oberhalb der → Arkaden im Bereich der → Obergaden gelegene Wandpartie.

Hochstift: Die Bezeichnung für ein Territorium des Heiligen Römischen Reiches, in dem ein Bischof zugleich Träger der weltlichen Macht war, also Fürstenrang besaß.

Hochstraße: Eine aufgeständerte bzw. über Brücken oder Dämme deutlich über Geländehöhe geführte Straße bzw. einer ihrer Abschnitte. Hochstraßen sind u. a. in beengten Städten zu finden, um Raum für Stellplätze usw. zu schaffen; zumeist werden sie errichtet, um höhengleiche Straßenkreuzungen zu vermeiden und somit einen ungebrochenen Verkehrsfluss zu gewährleisten.

Hochwacht (historisch, Schweiz): Eine hoch im Gelände gelegene Signalstation mit regelhaft guter Fernsicht, von der aus Botschaften mittels Feuerzeichen weitergegeben wurden. Typischerweise bestanden diese Einrichtungen aus einer Wohn- und Wachthütte sowie einem mit einer Feuerpfanne bestückten Gerüst.

Hochwacht (Turm): Siehe → Hochwachtturm.

Hochwachtturm (historisch, Bauwerk): Ein sehr hoher und / oder ein hoch im Gelände gelegener → Turm, der zur Gefahrenausschau diente. Hochwachttürme konnten für sich stehen oder in die Befestigungen von Burgen und Städten eingebunden sein.

Hochwachtturm (wehrbauliches Element): Eine deutsche Entsprechung der »Echaugette«. Ein Burgmauern oder Bastionsspitzen aufgesetztes Erkertürmchen mit kreisförmigem oder eckigem Grundriss, das entweder ein Dach trägt oder von einer krenelierten Plattform abgeschlossen. Die Mauerpartien sind mehrheitlich mit → Schießscharten und → Maschikulis versehen. Dieses vorkragende, von einer Konsole getragene wehrbauliche Element kam im 12. Jahrhundert auf und blieb bis ins 16. Jahrhundert in seiner Funktion erhalten. Inhaltsgleiche Begriffe sind »Echaugette», »Pfefferbüchse« oder »Scharwachtturm«.

Hockklo: Siehe → Hocktoilette.

Hocktoilette: Eine sitzlose, mit integrierten Fußauflageflächen versehene Form des Klosetts. Namensgerecht erfordert es eine (sachgemäße) Nutzung, in die Hocke zu gehen. – Gleichgewichtssinn und bewegliche Knie sind gefordert. Hocktoiletten sind in zahlreichen Ländern Asiens, Nordafrikas, Südeuropas, aber auch in Frankreich und Russland verbreitet.

Hof (agrarisch): Grund und Gebäude eines landwirtschaftlichen Anwesens, das seinem Charakter nach als (früher) typischer Familienbetrieb einzustufen ist.

Hof (architektonisch): Ein platzartig anmutender, mehrseitig von den Fronten eines baulichen Komplexes eingefasster, nach oben offener oder teils überdachter Raum.

Hof (herrschaftlich): Ein als Herrschersitz dienender Bauwerkskomplex, der sich regelhaft als Burg-, Schloss- oder Palastanlage darstellt(e).

Hofarchitekt: Ein für bauliche Planungen, Durchführungen und Überwachungen hauptverantwortlicher Fachmann, der langfristig für ein regelhaft dem Hochadel zuzählendes Haus arbeitet.

Hofbaumeister: Siehe → Hofarchitekt.

Hofbesitz (Bauernhof): Ein Begriff, der vielfach mit → Hofeigentum gleichgesetzt wird. Zwar können Besitz und Eigentum zusammenfallen, doch bezeichnet »Besitz« lediglich die tatsächliche Herrschaft über eine Sache. Legaler Besitz unterliegt regelhaft verfügungsbeschränkenden Bedingungen. Er kommt beispielsweise durch den Abschluss von → Pachtverträgen zustande. Der Begriff bezeichnet auch den jeweiligen Hof an sich.

Hofbesitzer (Bauernhof): Eine natürliche oder juristische Person, die Besitzrechte an einem → Hof genießt. Siehe → Hofbesitz.

Hofdornse (historisch): Eine niederdeutsche Bezeichnung der Hofstube. Es handelte sich um einen Speise- und Versammlungsraum in deutschen Schlössern, der zur alltäglichen Nutzung durch das höfische Gefolge bestimmt war.

Hofeigentum (Bauernhof): Das im Rahmen einer Rechtsordnung umfänglichste bzw. stärkste Herrschafts- und Verfügungsrecht, das eine natürliche oder juristische Person über einen → Hof ausüben kann. In Deutschland ist das Eigentum an einer Immobilie mit einer Grundbucheintragung verbunden. Der Eigentumsbegriff bezeichnet auch den jeweiligen Hof selbst.

Hofeigentümer (Bauernhof): Eine natürliche oder juristische Person, die Eigentumsrechte an einem → Hof besitzt. Siehe → Hofeigentum.

Höfeordnung (Deutschland): Eine im Rang eines Bundesgesetzes stehende Regelung in Bezug auf landwirtschaftliche Anwesen, die einem Anerbenprinzip folgt, also den Übergang eines Hofes an einen Alleinerben vorsieht. Gütig ist die Höfeordnung lediglich in den Bundesländern Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Landesrechtliche Regeln bestehen in Baden-Württemberg, Bremen, Hessen und Rheinland-Pfalz. In den genannten Bundesländern greift die Höfeordnung, wenn ein entsprechender Grundbucheintrag besteht (der einfach gelöscht werden kann). Die Höfeordnung erscheint überholt.

Hoferbe: Im Regelfall eine natürliche Person, in deren Eigentum ein landwirtschaftlicher Hof nach Ableben des Eigentümers übergeht.

Hofgarten (herrschaftlich): Eine großflächige Gartenlage, die in unmittelbarem räumlichen und funktionalen Zusammenhang mit einem (früher) als Regierungssitz dienenden Herrscherpalast bzw. einem entsprechenden Schloss steht. Ein Beispiel bietet der barocke Hofgarten der Würzburger Residenz.

Hofkapelle (herrschaftlich): Ein kleines Kirchengebäude oder eine Gebets- und Andachtszwecken gewidmete Räumlichkeit an einem Adelshof.

Hofkapelle (lagebezogen): Ein regelhaft kleineres, vergleichsweise einfach gehaltenes, in einer Hofsituation errichtetes Gebäude, das vorwiegend für Andachten, nicht zur Ausübung regelmäßiger Gemeindegottesdienste vorgesehen ist.

Hofkirche (herrschaftlich): Ein eigenständiges Kirchenbauwerk oder ein in einen Palast einbezogener, als Kirche ausgelegter Trakt an einem Fürstensitz. Häufig beinhalten Hofkirchen Krypten, die Grabmale der jeweiligen Fürsten(familien) bergen.

Hofkirche (lagebezogen): Ein in einer Hofsituation errichtetes, von der Straße aus zumeist nicht bzw. nur andeutungsweise erkennbares Kirchenbauwerk. Ein prominentes Beispiel bietet die Hofkirche im polnischen Wroclaw (ehemals Breslau). Errichtet wurden Hofkirchen u. a. von religiösen Minderheiten, die keine übermäßige Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollten.

Hofraite: Siehe → Hofreite.

Hofreite: 1. Ein umfriedeter, von Äckern und Nachbarhöfen abgesetzter Teil eines landwirtschaftlichen Anwesens, der im Wesentlichen die Wohn- und Wirtschaftsgebäude umfasst. 2. Der von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden eingefasste bzw. definierte Hofraum eines bäuerlichen Anwesens.

Hofruine (landwirtschaftlich): Die baulichen Überreste eines landwirtschaftlichen → Hofes, der vorsätzlich oder durch ein Unglück stark zerstört wurde oder infolge mangelnder Instandhaltung weitgehend verfiel.

Hofstube (historisch): Ein begrifflich seit etwa 1500 nachweisbarer Speise- und Versammlungsraum in deutschen Schlössern, der zur alltäglichen Nutzung durch das höfische Gefolge bestimmt war.

Hofwehr (historisch, Landwirtschaft): Alle zum Betrieb eines Bauernhofes benötigten Hof- und Feldgeräte; der Begriff bezog Vieh- und Saatgut häufig ein. Zu Zeiten bäuerlicher Leibeigenschaft wurden diese Betriebsmittel zumeist vom Grundherren gestellt.

Hofwehrung: Siehe → Hofwehr (historisch, Landwirtschaft).

Höhe, lichte (gebäudebezogen): Der freie Abstand zwischen Deckenunterkante und Fußbodenoberkante eines Gebäuderaumes (Korridor, Zimmer usw.). Die lichte Höhe wird auch als »Lichthöhe« bezeichnet.

Höhenbeschränkung (Bauen, passiv): 1. Eine Gebäude- bzw. Bauwerkshöhe, die aufgrund technischer und / oder kostenbezogener Limitationen nicht überschritten werden kann. 2. Die Tatsache, dass die Bauhöhe begrenzende Umstände technischer und / oder kostenbezogener Natur vorliegen.

Höhenbeschränkung (Bauplanungswesen): Die verbindliche Festsetzung einer maximalen Bauhöhe für einzelne Gebäude, meist jedoch für die Bebauung bzw. Neubauten innerhalb eines größeren Gebietes innerhalb einer Stadt bzw. Siedlung. Höhenbeschränkungen sind ein städtebauliches Steuerungsinstrument, das auf eine längere Anwendungsgeschichte zurückblickt. Beispiele: In Philadelphia (Pennsylvania, USA) durften Gebäude lange Zeit hindurch nicht höher sein als das von einer Statue des Stadtgründers gekrönte Rathaus. In München (Deutschland) sind innerhalb des Ringes keine Bauhöhen zulässig, die zu einer Beeinträchtigung der sichtbezogenen Dominanz der Frauenkirche führen.

Höhenburg: Eine topographisch basierte Bezeichnung für ein als → Burg einzustufendes Wohn- und Wehrbauwerk, das bezogen auf den jeweiligen örtlichen Geländerahmen hoch bzw. deutlich erhöht gelegen ist. So ist eine auf dem Grund einer Hochgebirgstalung liegende Burg keine Höhen-, sondern eine → Niederungsburg. Zu den Höhenburgen zählen → Gipfelburgen, → Hangburgen und → Spornburgen.

Höhenfreiheit (Verkehrswesen): Der Begriff bezeichnet eine Konstellation, in der zwei oder mehr einander kreuzende Verkehrswege auf unterschiedlichen Ebenen geführt werden, sich also nicht auf demselben Niveau schneiden. Ermöglicht wird das dadurch, dass in einen oder mehrere Verkehrswege eine Brücke oder ein Tunnel eingefügt wird.

Höhenhängebank (Bergbau): Eine gewöhnlich mehr als zehn Meter über der Geländeoberkante platzierte → Hängebank.

Höhenlimitation (Bauen, passiv): Siehe → Höhenbeschränkung (Bauen, passiv).

Höhenlinie (Kartographie): Eine (gedachte) Linie, die Punkte gleicher Höhe über Normalnull verbindet. Andere Bezeichnungen sind »Höhenschichtlinie», »Isohypse« und »Niveaulinie«.

Höhenschichtlinie (Kartographie): Siehe → Höhenlinie.

Höhenstraße: Eine in hohem Gelände (Bergkette usw.) geführte Straße bzw. eine Straße, die hoch über anderen Geländepartien (Talungen, Täler) verläuft. In schludrigem Sprachgebrauch wird der Begriff oftmals mit → »Hochstraße« gleichgesetzt, doch handelt es sich um sprichwörtliche zwei Paar Stiefel.

Hoher Chor (Sakralarchitektur): Der Innen- bzw. Binnenchor mehrschiffiger Chorbauten bzw. eine Verlängerung des → Langhauses, welche den Bereich vor dem Hauptaltar eines Kirchenbauwerkes einnimmt. Ursprünglich war der gewöhnlich durch Schranken oder Stufen vom Hauptschiff abgesetzte Hochchor ausschließlich Klerikern bzw. Chorherren vorbehalten.

Hoher Mantel: Eine andere Bezeichnung der Mantelmauer. Es handelt sich um eine schwer fassbare Spielart der → Ringmauer, die in Richtung → Schildmauer tendiert. Gegenüber der Ringmauer fällt sie durch ihre besondere Höhenentwicklung auf. Als Abgrenzungskriterium gegenüber der Schildmauer kann eine mehrseitige Ausrichtung herangezogen werden.

Höhlenburg: Eine selten anzutreffende Spielart der → Felsenburg, die gänzlich oder teilweise in eine Höhle bzw. eine höhlenähnliche Felsenformation eingebettet und nur einseitig zugänglich ist. Ein prominentes Beispiel bildet Burg Predjama (dt. Lueg), nahe Postojna, Slowenien. Dieser Burgtyp wird auch als »Grottenburg« bezeichnet.

Hohlkehle: Eine aus einer Bauteil- bzw. Werkstoffkante herausgearbeitete, langgestreckte, muldenartige Vertiefung.

Hohlmauer: Eine zweischalige Mauerwand bzw. eine Wand mit zwei Außenwänden, die einen Hohlraum einfassen, der regelhaft verfüllt wird.

Hohlspindel: Ein offener Kernraum von Wendeltreppen, um den die Treppe aufwärts geführt wird.

Hohltraverse (Festungsbau): Eine quer zur Mauerlinie auf einer Wallkrone errichtete → Kasematte, die gewöhnlich dreiseitig mit Erde bedeckt war, während die Rückseite zwecks einfacher Geschützbedienung offen blieb. Traversen dienten zuvorderst dem Zweck, die Flanken der → Barbette bzw. der → Geschützbänke gegen feindliches Seitenfeuer zu decken.

Hohltreppe: Eine Spielart der → Wendeltreppe, bei der die Treppe um einen offenen Innenraum (= Treppenauge) geführt wird.

Hohlturm (Burgenbau): Ein Schalenturm, also ein zum mauerumkränzten Innenbereich hin offener, gleichsam abgeschnittener Turm mittelalterlicher Burgen und Stadtbefestigungen. Gelang es einem Feind, den Turm zu nehmen, fand er darin keine Deckung.

Hohlziegel: Eine andere Bezeichnung für »Lochziegel«. Ein Mauerziegel, der von einem Lochmuster durchzogen ist. Die Lochung erfolgt, um das Gewicht zu verringern, aber auch zwecks Verbesserung der Wärmedämmeigenschaften.

Holländerei: Ein norddeutsche Bezeichnung für einen bäuerlichen Hof bzw. eine landwirtschaftliche Betriebsform, die vorwiegend auf die Milch-, Butter und Käseherstellung ausgerichtet ist. Grundlage ist die Grünlandwirtschaft.

Holländerwindmühle: Eine → Windmühle, die aus gemauertem oder balkengefügtem Unterbau, turmähnlichem Aufbau und abschließender, drehbarer Kappe bzw. Haube besteht, an der die Flügel angebracht sind. Anders als bei → Bock- bzw. → Paltrockwindmühlen wird somit nicht das gesamte Mühlenhaus, sondern nur die Kappe in den Wind gedreht. Holländerwindmühlen weisen typischerweise mehrere Stockwerke (Böden) auf, darunter Lagerböden und Wohnbereiche. Eine andere Bezeichnung ist »Kappenwindmühle«.

Holländische Jungfer: Eine bildhafte Bezeichnung der Kokerwindmühle. Es handelt sich um eine Mühlenart, die als Weiterentwicklung der → Bockwindmühle aufzufassen ist. An die Stelle des Stützengestells trat ein gemessen an oberen Mühlenpartien ausladender Unterbau aus Holz oder Stein, in dem Mahlgeräte, Arbeitsflächen, oft auch die Müllerwohnung unterbracht sind. Dieser Bereich ist entweder mit einem pyramidenähnlichen Dach versehen oder selbst entsprechend ausgeformt; teils wurden sechseckige Grundrisse gewählt. Auf diesen Bauteil setzt ein Hohlzylinder mit durchlaufender Antriebswelle auf. Dieser drehbare Mühlenkasten trägt die Mühlenflügel.

Holländisches Dach: Eine norddeutsche Regionalbezeichnung vor ein Vollwalmdach; teils wird der Begriff auch auf → Krüppelwalmdächer bezogen.

Holm (Leiter): Eine von zwei seitlichen Längsstangen oder eine mittig verlaufende Längsstange einer Leiter, an der die Sprossen bzw. Trittflächen befestigt sind.

Holm (Treppenbau): Ein tragender Balken, an dem die Stufen bzw. → Trittflächen einer → Balkentreppe befestigt sind. Holmtreppen besitzen gewöhnlich zwei dieser Tragelemente; eine mit nur einem Holm auskommende Treppenform ist die → Mittelholmtreppe.

Holmtreppe: Eine → Treppe, deren Trittstufen auf zwei beidseitig unterlagernden Balken oder auf einem Mittelholm befestigt sind.