Immobilienwirtschaftliches Glossar

1 / 9 - A - Abd - Abg - Abs - Abw - Ai - Alte - Angel - Ap - Are - Ass - Aus - Av - B - Bar - Bau - Bauh - Baul - Baus - Baustoff - Be - Ben - Betonf - Bin - Bo - Boh - Bre - Bur - C - Ci - D - Dar - Dep - Do - Dre - E - Eink - Ek - Er - F - Fam - Fer - Fi - Flachm - Fo - For - Fr - Frem - Fro - Funk - G - Gas - Gef - Geh - Geschi - Gi - Gr - Gru - Grunds - Grup - H - Hau - He - Ho - Holz - Hoteli - Hu - I - Immobilienl - In - Ins - J - K - Kap - Kat - Ke - KG - Kle - Kn - Kon - Kor - Kran - Kry - L - Lai - Lat - Lee - Li - Lo - M - Markt - Mau - Mehr - Mietf - Mis - Mol - Müh - N - Ne - Ni - No - O - Ol - P - Par - Pe - Pfer - Pl - Po - Pr - Pu - Q - R - Raum - Reet - Ren - Ri - Rok - Ru - S - SB - Sche - Schil - Schm -Schu - Se - Sel - Si - So - Sp - Spi - St - Staf - Stan - Stat - Sti - Sto - Strau - Stuhl - Sub - T - Te - Ter - Tief - Tor - Tr - Tri - Tro - Tun - Turm - U - Ug - Un - V - Verbl - Verk - Verm - Vi - Vo - W - Wasser - Wei - Wert - Wi - Wo - Wohnung - Wu - Z - Zi - Zu

Einträge zu He – HN

Hebauf: Eine andere Bezeichnung für »Richtfest«. Ein feierlicher Akt, der stattfindet, wenn Rohbau und Dachstuhl (oder das Dach) vollendet sind.

Hebefest: Das »Richtfest«. Eine Zeremonie, die vollzogen wird, wenn Rohbau und Dachstuhl (oder das Dach) fertiggestellt sind.

Hebel (Finanzierungsstruktur): Fachsprachlich auch »Leverage« genannt. Der Begriff steht für den Fremdfinanzierungsgrad einer Investition bzw. das Fremdkapital, das in Zusammenhang mit einer Investition aufgenommen wird. Von »Hebel« wird gesprochen, weil eingesetztes Fremdkapital auf die Rentabilität eingebrachten → Eigenkapitals zurückwirkt bzw. diese beeinflussen kann. Vertiefend siehe → Leverage-Effekt.

Hebeleffekt (Finanzierungsstruktur): Siehe → Hebelwirkung (Finanzierungsstruktur).

Hebelwirkung (Finanzierungsstruktur): Fachsprachlich auch »Leverage-Effekt« genannt. Angesprochen ist die Wirkung, die bei einer Investition eingesetztes → Fremdkapital auf die Verzinsung bzw. Rentabilität eingebrachten → Eigenkapitals ausübt. Konkret: Die Eigenkapitalrendite wird gesteigert, wenn Fremdkapital zu einem Zinssatz aufgenommen werden kann, der niedriger liegt als die Gesamtrentabilität der jeweiligen Investition. Ein hoher Verschuldungsgrad macht Investitionen riskanter, da sich bereits geringe Erhöhungen der Fremdkapitalzinsen und / oder eine leicht sinkende Gesamtrentabilität in eine negative Eigenkapitalverzinsung übersetzen können. Allgemein hohe Fremdkapitalquoten – kennzeichnend für sich aufbauende Marktblasen – bedingten mehrfach Verwerfungen im Immobiliensektor. Beispielsweise in den USA führten niedrige Kreditzinsen in Verbindung mit Fremdkapitalfinanzierungen von teils über 100 % (!) dazu, dass massenhaft → Einfamilienhäuser erworben wurden, die sich jeweilige Käufer an sich nicht leisten konnten.

Hebeschacht: Eine gestreckte vertikale Hohlform mit kleinerem Querschnitt, die dazu dient, (Ab)Wasser, das unterhalb des Ablaufs eines Entwässerungsschachtes zufließt, auf die Höhe dieses Abflusses zu pumpen.

Hechtfenster: Eine andere Bezeichnung für eine ausnehmend breite bzw. gedrückt anmutende → Schleppgaube.

Hechtgaube: Eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine sehr breite bzw. flache → Schleppgaube.

Hechtgaupe: Siehe → Hechtgaube.

Heckentheater: Eine vor allem während des Barock in Schlossgärten verbreitete Form des Freilichttheaters, bei dem die Aufführungsfläche, teils auch der Zuschauerbereich, von hohen Hecken eingefasst war.

Heckenwirtschaft: Eine von Winzern in eigenen Räumen betriebene, nur jahreszeitlich geöffnete Gastwirtschaft, in der Weine aus Eigenproduktion sowie eine kleinere Auswahl regelhaft kalter Gerichte angeboten werden. Der Betrieb zählt nicht zu den Gewerben. Andere Begriffe sind »Häcker-», »Besen-« oder »Straußwirtschaft«.

Heilbad (Deutschland): Ein Prädikat, das Kommunen bei Erfüllung qualitativer Mindeststandards des Deutschen Heilbäderverband e. V. verliehen wird bzw. werden kann. Grundvoraussetzung ist das Vorhandensein zu Heilzwecken nutzbarer natürlicher Grundwasservorkommen (z. B. Mineral- oder Thermalquellen). Die Vergabe des Prädikats ist an weitere Bedingungen geknüpft. Zu nennen sind insbesondere ein Erholungs- bzw. Heilungszwecken dienliches Ortsklima sowie qualifizierte Kureinrichtungen.

Heiligenschrein: Im christlichen Kulturkreis ein gewöhnlich kunstfertig verziertes, einem Sarkophag bzw. Kasten ähnliches Behältnis zur Aufbewahrung von Überresten (Skelett, Mumie, Körperteile, Besitztümer) als heilig verehrter Menschen. Eine andere Bezeichnung ist »Reliquienschrein«. Ähnliche Behältnisse finden sich u. a. in buddhistisch und hinduistisch geprägten Räumen.

Heiligenstöckli: Eine in der Schweiz gebräuchliche Bezeichnung für einen → Bildstock.

Heim (Einrichtung): Kurzbezeichnung für eine dem zeitweiligen oder langfristigen Wohnen in betreuter Form dienende Einrichtung. Beispiele bieten Altenwohnheime, Pflegeheime und Erziehungsheime.

Heim (privat): Ein als Zuhause empfundener Wohnsitz, eine entsprechende Wohnung bzw. Wohneinheit.

Heimatschutzarchitektur: Eine deutsche Linie der architektonischen Moderne, die zwischen dem anbrechenden 20. Jahrhundert und 1945 bedeutsam war. Sie zielte darauf ab, neue bzw. neuerlich aufzubauende Gebäude harmonisch in die jeweilige Kulturlandschaft einzupassen. Charakteristisch sind die Verwendung ortstypischer Baustoffe sowie ein reduktionistischer Umgang mit traditionellen Schmuckelementen wie Säulen, Bögen oder Geländern.

Heimatschutzstil: Siehe → Heimatschutzarchitektur.

Heimfall (allgemein, Recht): Der (Rück)Übergang eines einem Dritten überlassenen Rechts auf den ursprünglichen Rechtsinhaber auf Grundlage eines Rechtsgeschäfts oder infolge einer gesetzlichen Regelung. In Deutschland ist der Heimfall im Erbbau- und Stiftungsrecht relevant.

Heimfall (Erbbaurecht): Ein vor Ablauf der ausgehandelten Vertragslaufzeit eintretender Übergang bzw. die vorzeitige Rückübertragung eines → Erbbaurechts auf den Grundstückeigentümer. Heimfälle treten vor allem bei Zahlungsunfähigkeit des Erbbaurechtsnehmers oder anderweitigen Vertragsverstößen ein.

Heimfall (Lehenssystem): Der Rückfall eines Lehens bzw. einer Länderei an den Lehensherren. Gründe lagen im Aussterben der männlichen Nachfolgelinie eines Lehensinhabers oder in dessen Untreue gegenüber dem Lehensherrn.

Heimgarten: Eine andere Bezeichnung des Schrebergartens. Der Heimgarten ist ein eingehegtes oder eingezäuntes Landstück, das als eines unter mehreren bzw. vielen der freizeitlichen Gartenanlage, -pflege und -nutzung dient. Regelhaft befindet sich auf der Parzelle eine Laube bzw. ein Gartenhaus. Die übergeordneten Nutzungsrechte liegen gewöhnlich bei Vereinen, die jeweilige Parzellen verpachten und über die Einhaltung eines Regelkanons wachen. Heimgärten stellen typisch städtische bzw. stadtnahe Einrichtungen dar.

Heimgartenkolonie: Siehe → Heimgartensiedlung.

Heimgartensiedlung: Ein räumlicher Verbund einzelner Heim- bzw. Schrebergärten.

Heimliches Gemach (historisch): Eine Umschreibung für einen Abort, Abtritt, einen Klo- bzw. Toilettenraum.

Heimlichkeit (historisch): Eine verschämte Bezeichnung für einen → Abort, einen → Aborterker oder → Dansker.

Heimstatt (privat): Eine als Zuhause bzw. Daheim empfundene Wohnstätte.

Heimstätte (gefördert): Ein von staatlichen oder kommunalen Stellen wie gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften an Bedürftige bzw. Benachteiligte (Vertriebene, Kriegsheimkehrer usw.) unter bestimmten Bedingungen vergebenes, mit einem Haus bebautes Grundstück. Teils waren diesen Heimstätten landwirtschaftlich oder gartenbaulich nutzbare Flächen zugeordnet.

Heimtexfachmarkt: Die branchenübliche Verkürzung von → »Heimtextilfachmarkt«.

Heimtextilfachmarkt: Ein großflächiger, regelhaft auf einer Etage betriebener Einzelhandelsbetrieb, der ein breites und tiefes Sortiment an textilen Erzeugnissen für die Innenausstattung und Heimdekoration führt. Zu den Heimtextilien zählen im Wesentliche Decken, Bett-, Haus- und Tischwäsche, Wand- und Fensterbehänge, Gardinen und Vorhänge sowie entsprechendes Zubehör. Der Vertrieb beruht auf einem Selbstbedienungskonzept. Hinsichtlich der Personaldichte sowie der Beratungs- und Servicequalität bewegen sich Heimtextilfachmärkte regelhaft unter dem Niveau entsprechender → Fachgeschäfte.

Heimwerkermarkt (Einzelhandel): Endverbraucherorientierte Handelseinrichtung, die auf Selbstbedienung bzw. Kundenvorauswahl setzt und mindestens zwölf Warengruppen aus den Bereichen Holz, Eisenwaren / Werkzeuge, Raumausstattung, Basteln / Hobby / Freizeit führt.

Heimwerkermarktkette: Ein Unternehmen, das mehrere → Heimwerkermärkte in Eigenregie betreibt oder ein Verbund auf Franchise- bzw. Genossenschaftsbasis geführter Heimwerkermärkte.

Heinzenkunst (historisch, Bergbau): Ein mittelalterliches Wasserhebewerk, das zur Entwässerung von Grubenbauen bzw. Bergwerken eingesetzt wurde. Wesentliche Bestandteile waren ein vertikal montiertes Rad, eine senkrechte Holzröhre, eine Endloskette und an dieser befestigte, regelhaft aus Leder gefertigte Wasseraufnahmebehälter. Eine andere Bezeichnung ist »Taschenkunst«.

Heißabriss: Siehe → Heißsanierung.

Heißer Abriss: Siehe → Heißsanierung.

Heißsanierung: Gleichbedeutend mit »Warmsanierung« bzw. »warmer Sanierung«. Die umgangssprachliche Bezeichnung steht für einen Versicherungsbetrug, der auf gezielter Brandstiftung durch einen Gebäudeeigentümer beruht. Zumeist sind betroffene Objekte erheblich über Wert versichert. Nach der Zerstörung seiner Immobilie kassiert der Täter – sofern nicht überführt – die Versicherungssumme. Entweder er »saniert« sich finanziell oder baut neu, wodurch die jeweilige Immobilie gewissermaßen saniert wird.

HeizAnlV (Deutschland): Das Kürzel für »Heizungsanlagen-Verordnung«.

Heizestrich: Ein schwimmender, von heizenden bzw. Wärme speichernden Elementen durchzogener → Estrich. Von diesem mineralischen Fußbodenaufbau bestehen drei Bauarten: Die Heizelemente können innerhalb der Estrichschicht, in der unterlagernden Dämmschicht oder in der Ausgleichsschicht liegen.

Heizregister (Lüftungstechnik): Rekuperatives Wärmeübertragungselement. In Lüftungsanlagen kommt es als → Vorerhitzer, Erhitzer und → Nacherhitzer zum Einsatz.

Heizung (Gebäude): Eine Einrichtung bzw. ein Gerät zur aktiven, kontrollierten Erwärmung eines Gebäudes oder Bauwerkes.

Heizungsanlage, bivalente: Eine Heizungsanlage, die zwei Wärmequellen nutzt.

Heizungsanlage, polyvalente: Eine Heizungsanlage, die mehr als zwei Wärmequellen kombiniert.

Heizungspufferspeicher: Ein Behälter, in dem durch Wärmeerzeuger (Gasbrenner, Ölfeuerungen, Solaranlagen) erwärmtes Heizungswasser bis zum Abruf vorgehalten wird.

Hekatompedon (griechisch-römische Antike): Ein Tempel oder eine Tempelcella von 100 Fuß Länge.

Hektar: Ein Flächenmaß, das 10.000 qm entspricht.

Helgenstöckli: Eine in der Schweiz gebräuchliche Bezeichnung für einen → Bildstock.

Helm (Dach): Ein hohes, spitz zulaufendes Turmdach mit mehreckigem Grundriss bzw. polygonaler Basis. Andere Bezeichnungen sind »Dachhelm« und »Helmdach«. Eine insbesondere in Süddeutschland und Österreich verbreitete Spielart ist der → Zwiebelhelm.

Helmdach: Ein hohes, spitz zulaufendes Turmdach mit mehreckigem Grundriss bzw. polygonaler Basis. Andere Bezeichnungen sind »Dachhelm« und »Turmhelm«. Eine insbesondere in Süddeutschland und Österreich verbreitete Spielart ist der → Zwiebelhelm.

Helmstange: Auch »Kaiserstiel« genannt. Es handelt sich um einen senkrechten, aus witterungsbeständigem Material hergestellten, stangenartigen Aufsatz, der bei vielen Turmdächern zu finden ist; er trägt z. B. bekrönende Statuen oder Wetterfahnen.

Heraion (griechische Antike): Ein der Göttin Hera geweihter Tempel bzw. ein der Gattin und Schwester des Zeus gewidmetes Heiligtum.

Heraklithplatte: Eine Bezeichnung der → Holzwolle-Leichtbauplatte, die sich vom Namen eines marktführenden, in deutsche Hand übergegangenen österreichischen Herstellers bezieht.

Heraklith-Platte: Siehe → Heraklithplatte.

Hera-Tempel: Ein der antiken römischen Göttermutter, Hera, gewidmeter → Tempel. Hera war Frau und Schwester von Zeus; sie galt als Schutzgöttin von Ehe und Geburt.

Herberge (Übernachtungsbetrieb): Ein vergleichsweise einfach ausgestattetes Gebäude, das der kurzzeitigen, regelhaft kostenpflichtigen Unterbringung von Gästen bzw. Reisenden dient.

Herrenhaus (Gebäude): Bei Rittergütern, anderweitigen Großgrundbesitzen, Adelsanwesen usw. das Wohnhaus des Grundbesitzers bzw. Grundeigentümers. Herrenhäuser sind räumlich in aller Regel deutlich von Wirtschaftsgebäuden und Gesindewohnungen abgesetzt.

Herrera-Stil (Architektur, Spanien): Eine baulich-gestalterische Strömung der Spätrenaissance, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter Philipp II. gepflegt wurde. Kennzeichnend ist eine strenge, nüchterne Formensprache, die sich mit einer Abkehr von prunkenden Elementen verband und einen gemessen am → Plateresco gleichsam zierlosen Stil darstellt; benannt ist der auch als »Desornamentado« bezeichnete Stil nach dem Architekten Juan de Herrera, der (als Nachfolger von Juan Bautista de Toledo) maßgeblich für die Realisierung von El Escorial, dem gewaltigsten Palast- und Klosterkomplex Spaniens verantwortlich zeichnete.

Herstellungskosten (immobilienbezogen, allgemein): Die Gesamtheit aller finanziellen Aufwendungen, die mit der Errichtung einer Immobilie verbunden sind. Hierunter fallen insbesondere Kosten der Grundstückserschließung, Bau- und Ausbaukosten, Planungs- und Genehmigungskosten. Vielfach werden den Herstellungskosten auch Grundstücks- und Finanzierungskosten zugerechnet.

Herstellungskosten (immobilienbezogen, steuerrechtlich): Der Gesamtbetrag abschreibungsfähiger finanzieller Aufwendungen, die in Zusammenhang mit der Errichtung einer Immobilie anfallen.

Herzogspfalz: Eine herzogliche → Pfalz. Derartige Pfalzen entsprachen hinsichtlich ihres Aufbaus den → Königspfalzen; sie entstanden erst im hohen Mittelalter, in staufischer Zeit (12. / 13. Jahrhundert). In ihnen manifestierten sich Macht und Machtansprüche selbstbewusster Herzöge.

Heuboden: Eine gängige Bezeichnung für den → Dachboden einer → Scheune.

Heuriger: In Österreich eine ungeschützte Bezeichnung für eine Weingaststätte, die in ursprünglicher Form als → Buschenschank geführt wird. Heute sind viele Heurigen mehr oder minder auf ein ländliches Ambiente getrimmte Gasthäuser, die auf Grundlage einer Gewerbelizenz betrieben werden, also nicht den Beschränkungen des Buschenschankgesetzes unterliegen. Der Begriff steht auch für das (urprüngliche) Hauptprodukt, den jungen Wein.

Hexagon (Bauwerk): Eine Gebäude bzw. Bauwerk mit sechseckigem Grundriss.

HF (Gebäude, gewerblich): Die Summe aller Nutzflächenanteile, die primären Nutzungszwecken eines Gebäudes bzw. dem dauernden Aufenthalt von Personen gewidmet sind. Beispiele: Bürotätigkeiten, Forschung, Produktion, Verkauf.

Hieb (Scharrierung): Eine mit einem → Scharriereisen geschaffene Hohlkehle.

Hilani: Ein vorderasiatischer Gebäudetyp, der zwischen dem 16. und 7. Jahrhundert v. u. Z. verbreitet war. Er fand sich zunächst im syrischen Raum und wurde typisch für die hethitische Architektur, hierbei voran für repräsentative Gebäude. Den Kern bildete ein vierseitig von Baukörpern umschlossener Innenhof. Zugänglich war dieser über einen durch Säulen- und Pfeilerschmuck sowie eine breite, vergleichsweise flache Treppe betonten Eingang. Die hiesige, als Breitraum ausgelegte Empfangshalle war von Seitenräumen eingefasst; ihr schloss sich ein zumeist deutlich größerer Breitraum an. Dem Eingang gegenüber lag ein schmaler, in Zimmer gekammerter Gebäuderiegel, die Hofflanken bildeten zwei gleichgerichtete, gestreckte Gebäude.

Hilanihaus: → Hilani.

Hilfsregister (Grundbuchwesen, Schweiz): Grundbuchbestandteil, der vor allem einer erleichterten Orientierung dient. Obligatorisch zu führen ist das → Eigentümerregister, während für das zumeist vorhandene → Gläubigerregister vorgesehene Einträge auch in der Abteilung »Grundpfandrechte« des → Hauptbuchblattes erfolgen können. Teils führen Grundbuchämter weitere Hilfsregister, beispielsweise Anschriften- oder Gebäudeverzeichnisse.

Himmelsbüschel: Die Übersetzung von »Chofah«. Es handelt sich um ein Zierelement auf den Dächern von Gebäuden in buddhistischen → Wats südostasiatischer Länder (Kambodscha, Laos, Thailand usw.). Diese aufstrebenden, haken- bzw. hornähnlichen Schnitzwerke zieren vor allem die Dachfirste und Giebeldreiecke.

Himmelsleiter (Gebäudetreppe): Eine mehrere Stockwerke miteinander verbindende Treppe, die aus einer geradlinigen, also ohne Richtungswechsel ausgelegten Abfolge von Treppenläufen besteht, an deren oberem Auslaufpunkt ein Fenster eingesetzt ist.

Hindernisgraben (Burgen-, Festungsbau): Ein mit Annäherungshindernissen – z. B. zugespitzten Pfählen – bestückter Graben, der im Vorfeld von Befestigungen oder unmittelbar vor Mauern, Wällen, Palisaden angelegt wurde.

Hinterfüllung (Bergbau): Die Ausfüllung zwischen Streckenausbau bzw. Verzug und umgebendem Gestein (Berge, Gebirge) bestehender Hohlräume. Die Hinterfüllung ist erforderlich, um eine möglichst hohe Stabilität des Ausbaus zu gewährleisten.

Hinterlader (Ofen): Ein Heizofen, der in einem überwiegend wohngenutzten Raum (Stube) steht, jedoch von einem Nachbarraum aus über die Rückfront mit Brennmaterial (regelhaft Holz) beschickt wird. In manchen norddeutschen Gegenden wird dieser Ofentyp als »Bilegger« bezeichnet.

Hinterladerofen: Siehe → Hinterlader (Ofen).

Hintermauerung (gegenständlich): → Hintermauerwerk.

Hintermauerung (prozessual): Die Herstellung von → Hintermauerwerk.

Hintermauerwerk: Ein von einer Verblendung verborgenes, oberflächlich also nicht sichtbares, zur Verstärkung bzw. Versteifung dienendes → Mauerwerk. Hintermauerwerk besteht in aller Regel aus weniger wertigen Steinen als das Verblendmauerwerk; zudem ist es gewöhnlich in einer anderen Mauertechnik ausgeführt.

Hintersasse (historisch, allgemein): Angefangen vom späten Mittelalter bis zum 16. Jahrhundert ein Zuzügler in eine Stadt oder Landgemeinde, der keine vollumfänglichen, sondern nur mindere bürgerliche, dorf- oder landrechtliche Rechte besaß. Hintersassen waren dauerhaft ansässig.

Hintersasse (historisch, grundherrschaftlich): Zwischen Hochmittelalter und der Aufhebung der Leibeigenschaft (teils darüber hinaus) eine Person, die »hinter einem (Grund)Herren saß», also abhängig bzw. verpflichtet waren. Vielfach handelte es sich um Zugezogene, die keinen Hof besaßen, der eine Vollexistenz ermöglichte. Zumeist besaßen sie ein von einem Grundherrn auf Grundlage vereinbarter Gegenleistungen überlassenes Haus mit Nutzgarten, teils auch einige Äcker. Ihre Lage erforderte zumeist, dass sie ein Handwerk ausübten. Neben freien, ausschließlich wirtschaftlich verpflichteten Hintersassen standen Hörige (Unfreie).

Hintersässe: Siehe → Hintersasse (grundherrschaftlich).

Hintertreppe (allgemein): Eine nachrangige von der Schauseite eines Gebäudes aus nicht sichtbare Innen- oder Außentreppe.

Hintertreppe (historisch): Eine bei Häusern wohlhabender Bürger zu findende, regelhaft innenliegende → Treppe die zur Nutzung durch Bedienstete bzw. Hausangestellte vorgesehen war.

Historische Bauforschung: Namensgemäß handelt es sich um den geschichtlich orientierten Bereich der → Bauforschung, der gleichwohl wichtige Erkenntnisse für die Fortentwicklung des modernen Bauwesens zu liefern vermag. So besaßen frühere Generationen ein teils wiederzuentdeckendes Allgemein- und Spezialwissen in Bezug auf klimaangepasste Bauweisen usw.. Ein Bereich der Disziplin Bauforschung beleuchtet schwerpunktmäßig kunsthistorische Aspekte. Vertiefend siehe → Allgemeine Bauforschung.

Historismus (Architektur): Eine dem → Klassizismus folgende baulich-gestalterische Strömung, die ab 1890 nach und nach dem Jugendstil wich. Anders als der Klassizismus orientierte sie sich nicht nur an antiken Vorbildern, sondern an der jeweiligen Formensprache einer ganzen Reihe älterer Stilepochen. Sie lehnte sich vor allem an Baustile bzw. Schmuckmotive an, die für repräsentative Gebäude kennzeichnend waren. Vielfach wurden Elemente verschiedener Vorläufer in einem Gebäude verschmolzen. Da diese uneinheitliche Stilrichtung eine dem deutsch-französischen Krieg von 1870 / 1871 folgende Phase stürmischer Unternehmensgründungen im industriellen Bereich dominierte, wird sie auch »Gründerzeitstil« genannt.

HK (Wohnen / Gewerbe): Eine gebräuchliche Verkürzung von → »Heizkosten«.

HNF (Gebäudefläche, gewerblich): Die Summe aller Flächen, die für Tätigkeiten bzw. Nutzungen bestimmt sind, die der primären Zweckbestimmung des jeweiligen Gebäudes gewidmet sind. Die HNF umfasst jene Bereiche, die für einen dauernden Aufenthalt von Personen gedacht sind.