Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu H – Has

Häckerwirtschaft: Eine von Winzern in eigenen Räumen betriebene, nur jahreszeitlich geöffnete Gastwirtschaft, in der Weine aus Eigenproduktion sowie eine kleinere Auswahl regelhaft kalter Gerichte angeboten werden. Der Betrieb zählt nicht zu den Gewerben. Andere Begriffe sind »Besen-», »Hecken-« oder »Straußwirtschaft«.

Häfen: In Österreich geläufige Bezeichnung für ein Gefängnis bzw. eine Justizvollzugsanstalt.

Hafen: Aufgrund natürlicher Gegebenheiten und / oder infolge baulicher Maßnahmen geschützter Küsten- bzw. Uferbereich, der für den Transport von Gütern und / oder Menschen auf dem Wasserweg genutzt wird. Ein Hafen ist somit eine funktionale Schnittstelle zwischen land- und wassergebundenen Verkehren.

Hafenanlage (Auslegung): Die räumliche Konfiguration eines → Hafens.

Hafenanlage (gegenständlich): Eine Bezeichnung, die für einen → Hafen selbst, aber auch für eine bauliche oder technische Einrichtung auf einem Hafengelände stehen kann.

Hafenanlage (prozessual): Bau bzw. Schaffung eines → Hafens.

Hafenburg: Als → Burg zu klassifizierende Wohn- und Wehranlage, die im unmittelbaren Nahbereich eines Hafens errichtet wurde, um diesen zu sichern bzw. zu kontrollieren. Hafenburgen stellen Wehranlagen dar, die in aller Regel vor der Verbreitung schwerer Feuerwaffen (Kanonen, Artilleriegeschütze aller Art) entstanden. In der Neuzeit wich der Burgen- dem Festungsbau. Siehe → Festung.

Hafenfestung (allgemeiner Sprachgebrauch): Eine mächtige Wehranlage, die zur Sicherung eines → Hafens dient(e). Zur korrekten Einordnung siehe → Hafenfestung (militärgeschichtlich).

Hafenfestung (militärgeschichtlich): Fachsprachlich bezeichnet der Festungsbegriff eine neuzeitliche Wehranlage bzw. einen Zusammenhang dauerhaft errichteter Wehranlagen bzw. Werke, die auf die Kampfführung mit und gegen Kanonen bzw. Artilleriewaffen ausgelegt sind. Typische festungsbauliche Elemente sind Bastionen, Wälle, Kasematten, Zeughäuser, Garnisonsgebäude. Demnach stellt eine Hafenfestung einen entsprechenden Komplex dar, der zwecks Hafensicherung errichtet wurde.

Hafenort: Eine kleinere bzw. dörflich verfasste Siedlung, deren Wirtschaft von einem → Hafen bzw. hafennahen Funktionen geprägt ist.

Hafenstadt: Im engeren Sinn eine → Stadt, deren Wirtschaft maßgeblich von Hafenfunktionen bzw. wassergebundenen Transportaktivitäten sowie mit diesen verbundenen bzw. auf diesen gründenden Einrichtungen (im weiteren Sinn) geprägt ist. Gemäß dieser Definition müssten entsprechenden Funktionen in Bezug auf die Wertschöpfung dominieren. Tatsächlich trifft dies auf viele sogenannte Hafenstädte nicht mehr zu; zwar besitzt ihre Hafenwirtschaft vielfach unverändert erhebliches Gewicht, wurde jedoch gleichsam zu einem Wirtschaftsfaktor unter anderen. Umgekehrt spielt die Hafenwirtschaft in anderen Städten, die gemeinhin nicht als Hafenstädte bezeichnet werden, eine überragende Rolle. Ein Beispiel bietet Duisburg mit einem der weltweit umschlagstärksten Binnenhäfen.

Haferkasten: Ein sorgsam errichtetes, zur langfristigen Nutzung gedachtes Holzgebäude zur Einlagerung von Getreide. Die von Bauern erbauten Haferkästen lagen zumeist ein Stück entfernt von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden der Höfe, um die lebenswichtigen Nahrungsmittelspeicher vor überspringenden Bränden zu schützen.

Haftanstalt: Ein Gefängnis bzw. eine Justizvollzugsanstalt.

Haftgrund: Ein chemisches Produkt, das eine verbesserte Haftung einer Farbschicht bzw. eines Dichtstoffes auf dem Untergrund gewährleistet.

Haftgrundierung (gegenständlich): Siehe → Haftgrund.

Haftmittel: Siehe → Haftgrund.

Haftzugfestigkeit (Betonbau): Ein Kennwert bezüglich der Haftung (Adhäsion) von oberflächlich auf → Beton aufgebrachten Schichten (Anstriche, Putze usw.).

Hag: Ein durch Hecken, im weiteren Sinn auch durch Stangenholz oder Flechtwerk eingehegtes Areal.

Hagenhufendorf: Eine ländliche, einem einzeilig entwickelten Reihendorf ähnelnde Siedlung des späten Mittelalters. Ihre einzelnen Höfe sind entlang eines Weges bzw. einer Straße angelegt, die gleichgerichtet zu einem Bach verläuft. Die Höfe werden hinten von diesem Bach, vorne von der Straße begrenzt; die Felder bzw. Hufen liegen jenseits der Straße. Der Name leitet sich vom Hagenrecht (einem Rodungsrecht ab). Der Dorftyp wird auch »Bachhufendorf« genannt.

Hagenhufensiedlung: Siehe → Hagenhufendorf.

Hägerhufensiedlung: Abgesehen von Unterschieden in Bezug auf rechtliche Hintergründe identisch mit dem → Hagenhufendorf.

Ha Ha: Siehe → Ha-Ha (Landschafts- / Gartenarchitektur).

Ha-Ha (Landschafts- / Gartenarchitektur): Ein gewöhnlich stark eingetiefter, steil abgeböschter oder einseitig von einer Mauer begrenzter Trockengraben, der vor allem in englischen Landschaftsgärten zu finden ist. Der zumeist von der Hausfront aus unsichtbarer Graben erfüllt die begrenzende Funktion einer Mauer oder eines Zauns, ohne diese Begrenzung optisch wirksam werden zu lassen. Mit anderen Worten: Wahrnehmungsbezogen verlängert er das jeweilige Areal bzw. Anwesen gleichsam in die freie Landschaft hinein.

Hahnenbalken: Ein quer unterhalb des → Firsts eingezogener Horizontalbalken, der als Aussteifung eines Sparrendachs dient.

Hahnenholz: Der oberste Querbalken zwischen den → Sparren einer Dachkonstruktion.

HAKA-Fachgeschäft: Das Kürzel »HAKA« steht für »Herrenkonfektion«. HAKA-Fachgeschäfte stellen auf kleinen bis mittelgroßen Flächen betriebene, beratungsorientierte Einzelhandelsbetriebe mit breitem und / oder tiefem Sortiment dar.

HAKA-Fachmarkt: Ein auf Flächen mittlerer bis gehobener Größe präsentierender, auf Herrenbekleidung spezialisierter Einzelhandelsbetrieb mit breitem und / oder tiefem Sortiment. Fachmarkttypisch positionieren sich diese Betriebe stark über den Preis bzw. ihre beworbene Preisgunst.

HAKA-Geschäft: Siehe → HAKA-Fachgeschäft.

HAKA-Kaufhaus: Ein auf großer Fläche aktiver Anbieter von Herrenbekleidung mit breit und tief gegliedertem Sortiment sowie hoher Beratungs- und Serviceintensität. Diese regelhaft zwei oder mehr Etagen belegenden → Kaufhäuser finden sich zumeist in → Stadtzentren, → Stadtteilzentren großer Städte sowie in → Einkaufszentren.

Hakelwerk: Ein Zaun, eine Einfriedung aus zumeist schräg stehenden Hölzern bzw. Stöcken oder Weidengeflecht. Die Lücken zwischen den Hölzern wurden häufig mit dornigem Strauchwerk verfüllt. Hakelwerk wurde u. a. zur Einhegung von Weideflächen und zum Schutz forstwirtschaftlicher Flächen vor einem Verbiss durch Haustiere verwendet.

Hakelzaun: Siehe → Hakelwerk.

Halballee: Eine Wegachse oder Straße, deren einen Rand eine Baumreihe begleitet.

Halbcaponnière (Festungsbau): Ein losgelöst von anderen Werken frei im Festungsgraben errichtetes, meist zweistöckiges Werk, von dem aus der Graben in nur einer Richtung bestrichen werden kann (bei voll entwickelten Caponnièren ist dies in beide Richtungen möglich).

Halbdirekte Verbindungsrampe (Autobahn): Bei Rechtsverkehr eine zum Linksabbiegen dienende Verbindungsrampe an Autobahnkreuzen, die über beide Autobahnstränge führt oder unter beiden hindurchführt.

Halbetage: Eine seltenere Bezeichnung für ein → Halbstockwerk bzw. → Mezzanin.

Halbgeschoss: Ein Mezzanin bzw. Zwischenstockwerk. Kennzeichnend ist eine gegenüber Regelgeschossen geringere Höhe, meist auch eine gemessen an den Vollgeschossen kleinere Fläche. Das Mezzanin findet sich häufig zwischen Erdgeschoss und erstes Obergeschoss geschaltet, oft bildet es – ohne Deckenschräge – das letzte Geschoss unter dem Dach.

Halbgewendelte Treppe: Eine einläufige → Treppe, deren → Antritt und → Austritt um 180 Grad gegeneinander versetzt sind, wobei An- und Austrittsarm jeweils länger ausgebildet sind als die Mittelpartie.

Halbgewundene Treppe: → Halbgewendelte Treppe.

Halbholz: Ein durch Kerntrennung bzw. halbierendes Durchsägen der Markröhre eines Baumstammes bzw. Stammabschnittes gewonnenes Holzteil, das zumeist zur Herstellung eines Balkens bzw. Kantholzes dient.

Halbkaponniere: Siehe → Halbcaponnière (Festungsbau).

Halbkreisbogen: Eine andere Bezeichnung für »Rundbogen«. Namensgemäß handelt es sich um einen halbkreisförmig ausgeführten Bogen, der kennzeichnend für die romanische Baukunst war.

Halbrelief: Eine gemeißelte, geschnitzte, gegossene oder anderweitig hergestellte künstlerische Darstellung, die sich deutlich über den Hintergrund erhebt, also klar aus der Grundfläche hervortritt. Das Halbrelief steht zwischen → Bas- bzw. → Flachrelief und dem → Hochrelief.

Halbstock: Siehe → Halbstockwerk.

Halbstockwerk: Ein Mezzanin bzw. Zwischenstockwerk. Kennzeichnend ist eine gegenüber Regelgeschossen geringere Höhe, meist auch eine gemessen an den Vollgeschossen kleinere Fläche. Das Mezzanin findet sich häufig zwischen Erdgeschoss und erstes Obergeschoss geschaltet, oft bildet es – ohne Deckenschräge – das letzte Geschoss unter dem Dach.

Halbturm (Burgenbau): Eine andere Bezeichnung für einen Schalenturm. Es handelt sich um einen zum mauerumkränzten Innenbereich hin offenen, gleichsam abgeschnittenen Turm mittelalterlicher Burgen und Stadtbefestigungen. Gelang es einem Feind, den Turm zu nehmen, fand er darin keine Deckung.

Hallandia (Gestein): Ein schwedischer, vergleichsweise selten abgebauter Migmatit. Das frostharte Gestein dient u. a. als Rohstoff für Fassadenplatten, Fensterbänke und Bodenbeläge sowie zur Herstellung von Küchenarbeitsplatten und Waschtischen.

Halle (Architektur): Ein sehr großer, regelhaft hoch aufstrebender Raum, der Teil eines Gebäudes oder ein eigenständiges → Gebäude sein kann.

Hallenhaus (Landwirtschaft): Ein großflächiger, je nach Region zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert aufgekommener, im 19. Jahrhundert aus der Mode gekommener Haustyp, der in Fachwerkbauweise errichtet wurde. Das Hallenhaus ist ein Einhaus, das Wohn- und Wirtschaftsbereiche (Stall, Fruchtlager usw.) unter einem Dach verbindet. Der Haustyp verbreitete sich vor allem im niederdeutschen Raum.

Hallenkirche: Ein → Kirchengebäude in Form eines Langhauses, das sich von einer Basilika durch den fehlenden Ober- bzw. Lichtgaden unterscheidet, der durch eine unterschiedliche Höhe von Haupt- und Seitenschiffen ermöglicht wird. Der Bautyp besitzt (nahezu) gleich hohe, zumeist von einem Satteldach überspannte Schiffe.

Hall of Fame (physisch): Ein ins Deutsche übernommener angelsächsischer Begriff. Er bezeichnet eines Ruhmeshalle, steht also für ein gewöhnlich von einem großen Saal beherrschtes Gebäude aus dem Kreis der Denkmäler, in dem als bedeutend erachtete Personen bzw. Persönlichkeiten aus dem zivilen und / oder militärischen Bereich geehrt werden.

Halsgraben (Burgenbau): Ein für → Spornburgen typischer künstlicher Graben, der den Sporn vom Vorfeld trennt, also die einzig zugängliche Seite der Burg schützt.

Halsofen: Ein einfach regulierbarer Hinterladerofen, der ein oben abknickendes Abzugsrohr besitzt, das aus der Deckplatte des Ofens in einen Kamin geführt wird. Bauartbedingt entsteht bei Befeuerung ein Zug, dessen Stärke durch eine in die Ofentür eingelassene Luftklappe steuerbar ist.

Halsriegel (Fachwerk): Ein waagerecht zwischen zwei Pfosten, unterhalb des Rähms eingezogenes Kantholz. Entsprechende Riegel sind statisch nicht notwendig; sie dienten gewöhnlich als gestaltendes Element.

Hamburger Fenster: Ein → Kastenfenster, bei dem beide Flügel nach außen aufgehen.

Hammelgeld (historisch, Deutschland): Eine von Schäfern an einen Grundherrn zu leistende Abgabe, die sie berechtigte, ihre Tiere auf seinem Land zu weiden. Die Erhebung dieses Geldes war eine weidlich genutzte Methode, um Erträge aus anderweitig kaum nutzbaren Böden zu ziehen.

Han (Anatolien, Seldschukenreich): Eine Spielart bzw. Sonderform der → Karawanserei mit multifunktionalem Charakter, die in Anatolien aufkam. Es handelte sich um Komplexe, die Funktionen von Großherberge, Poststation, Marktort und Soldatenquartier in sich verbanden. Die mehrheitlich von Herrschern, teils auch von reichen Bürgern im Abstand von rund 30 km errichteten Hane dienten handels- und militärstrategischen Zwecken. Sie stellten sich als großflächige Einrichtungen dar. Hauptelement war eine hohe, mehrschiffig ausgelegte, gewöhnlich überwölbte Halle mit vorgelagertem Hof, um den sich kleinere Gebäude oder galerieartige Strukturen gruppierten.

Handänderungsgebühr (Schweiz): Eine auf kantonaler oder gemeindlicher Ebene erhobene Abgabe, die für die Vornahme der wirksamen Übertragung von Eigentumsrechten an einem Grundstück fällig wird.

Handänderungssteuer: Siehe → Handänderungsgebühr (Schweiz).

Handelsagglomeration: Eine standörtliche Konzentration, Ballung, Massierung von → Einzelhandels- und / oder → Großhandelsbetrieben.

Handelscluster: Eine Ansammlung weniger → Einzelhandels- und / oder → Großhandelsbetriebe.

Handelsformat (Einzelhandel): Ein anhand seiner Betriebsfläche definiertes Ladengeschäft bzw. eine Geschäftsgrößenklasse. Im erweiterten Verständnis handelt es sich um eine absatztechnisch bzw. konzeptionell definierte → Betriebsform (Fachgeschäft, Fachmarkt usw.).

Handelsimmobilie: Siehe → Handelsimmobilie (Einzelhandel) und → Handelsimmobilie (Großhandel).

Handelsimmobilie (Einzelhandel): Ein ausschließlich Einzelhandelsnutzungen unterliegendes oder ertrags- bzw. flächenbezogen einzelhandelsdominiertes Gebäude, das für diesen Zweck geplant oder den baulich-funktionalen Erfordernissen von Einzelhandelsbetrieben angepasst wurde. Die Bandbreite reicht von baulich-strukturell einfachsten Gebäuden bis zu konzeptionell höchst komplexen Gebilden wie Einkaufszentren.

Handelsimmobilie (Großhandel): Eine regelhaft vergleichsweise großflächiges, schmuckloses, zumeist hallenartiges → Gebäude, das auf betriebliche Bedürfnisse von Handelsunternehmen zugeschnitten ist, die ihre Waren (offiziell) ausschließlich an gewerbliche Kunden – Einzelhändler, Hoteliers, Gastronomen usw. – verkaufen.

Handelsimmobilienfonds: Ein Anlegergelder bündelndes Investmentvehikel, dessen finanzielle Eigenmittel (nebst regelhaft beschafftem Fremdkapital) in den Erwerb einer oder mehrerer → Einzelhandels- und / oder → Großhandelsimmobilien fließen. Konkret: Ein Initiator bzw. eine Kapitalanlagegesellschaft wirbt Gelder ein, um eine bestehende, im Bau- oder Planungsstadium befindliche → Einzelhandels- und / oder Großhandelsimmobilie oder ein entsprechendes → Portfolio zu erwerben. Treten vorgenommene Ertragsprojektionen ein, erhalten die Anleger entsprechende Mittelrückflüsse.

Handelslage (räumlich, Einzelhandel): Ein mehr oder minder scharf abgrenzbarer, primär von Einzelhandelsnutzungen, also endkundenorientierten Ladengeschäften geprägter Funktionsraum.

Handformziegel: Ein entsprechend einer speziellen Zweckbestimmung händisch, also nicht industriell hergestellter → Mauerziegel. Handformziegel können in Maßen von einer strikt rechtwinkligen Form abweichen.

Handlauf: Eine (teils wandintegrierte) Griffleiste, eine Führungsstange oder -schiene an Geländern.

Handquader: Ein kleinformatiger Werkstein, die mit einer Hand verbaut werden kann.

Handquadermauerwerk: Ein von → Handquadern geprägtes Mauerwerk mit gleichmäßig ausgebildeten horizontalen Lagen. Dieses Mauerwerk bedurfte gewöhnlich keiner Eckverquaderung; während der Romanik stellte es die bei Profanbauten am weitesten verbreitete Mauerwerksart dar.

Handsetzer (Werkzeug): Ein Sprengeisen bzw. ein stählernes, durch Hammerschläge geführtes Werkzeug, das eingesetzt wird, um Ecken und Kanten an Werksteinen zu erzeugen, indem störendes Material abgesprengt wird. Der Stiel geht in einen rechteckig, teils annähernd quadratisch ausgeformten Kopf mit abgeschrägten Schneiden über.

Hangar: Eine mehr oder minder große Halle zur Unterbringung, teils auch zur Wartung von Luft- und Raumfahrzeugen.

Hangburg: Ein als → Burg einzustufendes Wohn- und Wehrbauwerk, das sich aus einem Hangabschnitt unterhalb des höchsten Geländepunktes bzw. des Berggipfels erhebt. Lagebedingt drohten Hangburgen aus höheren Geländebereichen heraus vorgetragene Angriffe. Folglich waren auf höheres Gelände ausgerichtete Anlagen besonders zu sichern. Mittel zum Zweck waren → Schildmauern, vielfach ergänzt um einen hier errichteten → Bergfried. Selbst starke Befestigungen und eine gewöhnlich leichter zu gewährleistende Wasserversorgung machten strategische Nachteile gegenüber → Sporn- oder Gipfelburgen nicht wett, woraus sich erklärt, dass Hangburgen selten erbaut wurden.

Hängebalken: Der aufgehängte, (annähernd) waagrecht verlaufende Balken eines → Hängewerks.

Hängebank (Bergbau): Ein im übertägigen Fördergebäude untergebrachter Einbau, der zum Materialtransport im Schacht, insbesondere dem Entleeren von Fördergefäßen dient.

Hängeboden (Dachraum): Ein Dachraum, der durch Einzug einer von der Dachkonstruktion abgehängten Zwischendecke entsteht.

Hängeboden (Decke): Eine vom Balken- bzw. Sparrenwerk einer Dachkonstruktion abgehängte Zwischendecke. In landwirtschaftlichen Gebäuden dienten diese Böden als Lagerflächen oder Schlafbereiche für Gesinde.

Hängebock: Ein sogenanntes »einfaches Hängewerk« in Form einer dreieckigen Konstruktion. Diese setzt sich zusammen aus dem waagrechten Hängebalken, einer senkrechten Hängesäule und zwei seitlichen, diagonal verlaufenden Streben. Streben und Hängebalken bilden ein nach unten aufgehendes Dreieck, das von der Hängesäule mittig geteilt wird.

Hängedachrinne: Eine von Halterungen getragene, an der Traufkante eines Daches montierte Rinne, die von der Dacheindeckung ablaufendes Regenwasser sammelt und über ein Fallrohr ableitet.

Hangendes (Bergbau, Ingenieurgeologie): Oberhalb einer Lagerstätte befindliches Gestein bzw. eine dieser auflagernde Gesteinsschicht.

Hängende Schiebetür: Eine → Schiebetür mit oben angebrachter Trag- bzw. Laufschiene oder einer in dieser verlaufenden Laufkette. Gewöhnlich ist dieser Typ mit einer Führungsschiene am Boden ausgestattet, um die Bewegung zu stabilisieren.

Hängerinne (Dach): Siehe → Hängedachrinne.

Hängestange: Ein (annähernd) senkrecht ausgerichtetes Element eines → Hängewerks, an welchem der → Hängebalken aufgehängt ist.

Hängesäule: Eine (starke) → Hängestange eines → Hängewerks.

Hängewerk: Eine aus mehreren Hölzern bzw. Metallelementen hergestellte Konstruktion, an der ein an seinen Endpunkten auflagernder aufgehängt wird. Durch Rückgriff auf ein Hängewerk lassen sich Spannweiten überbrücken, über die hinweg der Balken nicht tragen würde; ein horizontaler Schub auf die Wände wird vermieden.

Hängewerk, doppeltes: Auch als »doppelter Bock« bezeichnet. Es handelt sich um ein → Hängewerk, bei dem ein → Hängebalken an zwei, durch einen Spannriegel miteinander verbundenen Hängesäulen bzw. Hängestangen befestigt ist.

Hängewerk, einfaches: → Hängebock.

Hängewerk, zusammengesetztes: Eine Konstruktion, die aus mehreren einfachen Hängewerken oder einem einfachen und mehreren doppelten Hängewerken besteht. Da ein Balken bei diesen Hängewerken an mehreren Punkten befestigt ist, können große Spannweiten überbrückt werden.

Hängezapfen (Architektur): Auch »Abhängling« genannt. Es handelt sich um einen herabhängenden Schlussstein eines → Gewölbes. Hängezapfen finden sich vor allem in spätgotischen Bauwerken.

Hängezaun (Wildzaun): Das von einem rechteckigen Maschenbild gekennzeichnete Drahtgeflecht dieses Zauns ist mittels Haltedrähten mit einem in rund 3 m Höhe verlaufenden Tragseil verbunden, das wiederum im Abstand von 20 – 25 m an Dreibeinstützen befestigt ist.

Hängezwickel: Ein Pendentif. Ein dreieckiges, gewöhnlich nur aus dem Gebäudeinneren heraus sichtbares Bauelement im Übergang zwischen dem quadratischen, bisweilen auch achteckigen Grundriss eines Baukörpers und dem kreisförmigen Grundriss einer aufsitzenden Kuppel. Hängezwickel werden auch als »Eckzwickel« bezeichnet.

Hanggraben (Burgen- / Festungsbau): Ein zusätzliches Annäherungshindernis bei → Höhenburgen, das zumeist ausgehoben wurde, um weniger steile Hangbereiche zu sichern, teils aber auch die gesamte Burg umlief.

Harde (historisch, Norddeutschland): Eine Streusiedlung bzw. ein loser Siedlungszusammenhang.

Harem: Ein abgeschirmter, regelhaft bewachter Frauentrakt im muslimischen Kulturkreis, in dem die gewöhnlich zahlreichen Frauen bzw. Gespielinnen eines gesellschaftlich hochstehenden Mannes leb(t)en.

Harfentreppe: Eine bildhaft Bezeichnung für eine abgehängte Treppe. Es handelt sich um eine → Treppe, deren → Stufen an dünnen, in der Decke verankerten Stäben, Seilen oder Drähten aufgehängt sind, die aus Stabilitätsgründen zumeist bis zum Fußboden fortgeführt und dort befestigt werden.

Harmika: Ein buddhistische Stupas krönendes → Reliquiar bzw. ein Reliquienschrein.

Harmonikatür: Eine Spielart der → Falltür, deren → Türblätter mittig miteinander verbunden sind. Die Flügel falten sich hälftig nach innen und außen.

Hartdach: Ein mit harten bzw. starren Materialien (Beton, Metall, Ziegel usw.) eingedecktes bzw. abgedichtetes → Dach.

Harte Faserplatte: Eine nassgepresste → HDF-Platte.

Harter Standortfaktor: Ein unmittelbar wirksamer, gleichsam »greifbarer« → Standortfaktor, der 1. relativ lange Bestand hat bzw. schwer zu beeinflussen ist, 2. statistisch bzw. erhebungstechnisch vergleichsweise klar erfassbar werden kann und 3. wirkungstechnisch quantifizierbar ist. Zu den harten Faktoren zählen vorrangig demographische Größen (Einwohnerzahl, Bevölkerungsentwicklung etc.), zudem Kaufkraftverhältnisse, örtliche Entwicklungs- bzw. Synergiepotentiale und andere Größen mehr.

Hartungsche Säule (Bahn- / Brückenbau): Ein mit zwei Kapitellen bzw. einem zweigliedrigen → Kapitell und einem Sockel versehener, aus Gusseisen gefertigter → Pendelpfeiler mit → Kannelierung, der zwischen 1880 und 1910 bei vielen Berliner Bahn- bzw. Brückenbauprojekten zum Einsatz kam. Der Name geht auf den Erfinder, Hugo Hartung, zurück.

Haspe: Eine hakenähnliche Vorrichtung an Fenster oder Tür, die zum Einhängen dient, also eine Fenster- bzw. Türangel.