Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Grup – GZ

Gruppenbüro: Büroform mit vermittelnder Stellung zwischen Zellen- und Großraumbüro. Es steht zwischen großen Mehrpersonenzellen und kleinen Großraumlösungen. Stichhaltig von beiden Typen abzugrenzen ist es nicht. Hinsichtlich seiner arbeitstechnischen Vor- und Nachteile tendiert es stärker in Richtung von Großraumkonzepten. Konzeptionell bietet es sich vorrangig für Tätigkeiten an, die auf einem stark entwickelten Austauschbedürfnis innerhalb eingespielter Fachgruppe beruhen.

GRZ (Bauleitplanung): Kürzel für »Grundflächenzahl«. Eine Kennzahl, die angibt, welcher Flächenanteil eines Grundstücks überbaut ist bzw. überbaut werden darf. Die GRZ bezieht bestehende oder geplante bauliche Anlagen ein. Bei Nebenanlagen (befestigte Flächen, Garagen usw.) kann die statthafte Grundfläche gewöhnlich um 50 % überschritten werden (höchstens bis zu einer GRZ von 0,8). Siehe auch → Geschossflächenzahl.

GU: Kürzel für → »Generalunternehmer«.

GÜ: Kürzel für → »Generalübernehmer«.

Guarded Community: Eine bewachte, häufig zugangskontrollierte Nachbarschaft, die gewöhnlich eine in Bezug auf den Sozialstatus weitgehend homogene Bevölkerung kennzeichnet. Verbreitet sind diese Wohngebiete insbesondere in sozial und / oder ethnisch hochgradig polarisierten »Gesellschaften« (USA, Brasilien, Südafrika usw.). Diese Nachbarschaftsform kann einer → »gated community« entsprechen, ist gewöhnlich jedoch durch einen minderen Abschottungsgrad gekennzeichnet.

Guatemala Black (Gestein): Eine Handelsbezeichnung des guatemaltekischen Negro Alejandra. Es handelt sich um einen schwarz geäderten Marmor, der vorwiegend im Innenausbau, eingeschränkt auch im Außenbereich verwendet wird.

Guatemala White (Gestein): Einer von mehreren Handelsnamen des Blanco Alejandra. Der weiße, fein geänderte, fast durchscheinend anmutende guatemaltekische Marmor wird vor allem im Innenausbau verwendet.

GuD-Kraftwerk: Steht für → »Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk« bzw. »Gas- und Dampfturbinen-Kombikraftwerk«.

Guldasta: In Urdu und Persisch für »Blumenstrauß«. Es handelt sich um einen schmückenden Dachaufsatz. Im Iran bezieht sich der Begriff unabhängig von der Formgebung auf die Zierfunktion eines weithin sichtbaren Gebildes. In Indien bezeichnet das Wort ein Dachtürmchen, dessen Form Blüten bzw. einem Strauß nachempfunden ist.

Guest Room Availability (Hotellerie): Die branchensprachlich gewöhnlich zu »Room Availability« oder »Availability« verkürzte Bezeichnung für »Zimmerverfügbarkeit«. Sie steht für die Anzahl zur sofortigen Vermietung verfügbarer Gästezimmer.

Gulf: Der Scheunenbereich bzw. die zur Einlagerung von Ackerfrüchten, Tierfutter und Gerätschaften dienende Lagerfläche eines → Gulfhauses.

Gulfhaus: Eine im 16. Jahrhundert in Friesland aufgekommene Bauerhofform, die in → Ständerbauweise ausgeführt wurde. Das Gebäude besteht aus einem Wohntrakt bzw. Vorderhaus und einem über dessen Querachse hinaus verbreiterten Wirtschaftstrakt, der Scheune und Stall beinhaltet. Das entsprechend der breiteren Gebäudebasis seitlich ausgreifende Dach bildet → Abseiten, die vor allem mit Rinderställen besetzt sind. Ein Gang setzt sie vom zentralen Scheunenbereich – der namensgebenden »Gulf« – ab. Die Stirnseite des Hinterhauses besitzt ein → Tor, das eine Zufahrt (zur Gulf) mit Gespannen ermöglicht, und eine niedrigere → Tür zur Erschließung des Stallbereiches. Das Dach wurde anfänglich mit Stroh oder Reet gedeckt, später wurden Tonziegel verwendet. Das traditionelle, ursprünglich aus Holz, Flechtwerk und Reet bzw. Stroh errichtete Gulfhaus bedarf keiner tragenden Mauern, sein Innenraum lässt sich nahezu beliebig (um)gestalten.

Gulfhof: Siehe → Gulfhaus.

Gully: Ein von versiegelten bzw. befestigten Straßenoberflächen in den Untergrund führender Schacht, der Oberflächenwasser aufnimmt und es Abflusseinrichtungen bzw. der → Kanalisation zuführt. Fachsprachlich wird er als »Straßenablauf« bezeichnet.

Gült (Schweiz): Ein → Grundpfandrecht bzw. eine verkehrsfähige Forderung, der ausschließlich eine Haftung durch das jeweilige Grundstück zugrunde liegt. Zwischenzeitlich (in Bezug auf Neuverträge) abgeschafft.

Gülten (historisch): Ein für die Nutzung einer landwirtschaftlichen Liegenschaft zu entrichtender Pachtzins (in diversen Quellen auch »Bodenzins« genannt).

Gülthof (historisch): Ein gegen Pachtzahlung an einen Grundherren zur Nutzung überlassener bäuerlicher Hof bzw. ein entsprechendes Gehöft. Der Begriff bezieht sich zumeist auf Höfe mit vererbbarem Pachtverhältnis.

Gummibude: Eine bergmännische Bezeichnung für den Arbeitsbereich bzw. -raum, in dem Gurtbänder gepflegt, instandgesetzt und modifiziert werden.

Gurt (Stahlbau): Der obere und untere Querteil bzw. der (beidseitig) überstehende Teil eines Stahlprofils. Die Gurte fassen den Steg – das Mittelstück – ein. Ein Gurt wird auch »Flansch« genannt.

Gurtbandförderer: Siehe → Gurtförderer (Bauwesen, Bergbau, Industrie).

Gurtbogen (Architektur, Bauwesen): Ein gemauerter, quer zur Achse eines → Gewölbes bzw. einer Gewölbedecke eingezogener → Bogen. Anfänglich wurden Gurtbögen als verstärkende bzw. stützende Elemente von → Tonnengewölben eingesetzt, mit zunehmendem bautechnischen Fortschritt wandelten sie sich vermehrt zu gliedernden Elementen mit mehr oder minder ausgeprägter Zierfunktion.

Gürtelfestung: Ein Verteidigungssystem, das sich aus einer Stadtbefestigung und einem vor der Stadt angelegten Ring einzelner Forts zusammensetzte. Die Forts wurden außerhalb der Reichweite in der Stadt aufgestellter Artilleriegeschütze errichtet; sie bildeten gleichsam einen Schild, der Kampfhandlungen von der Stadt fernhalten sollte. Gürtelfestungen kamen um die Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Im Zeitalter raschen Stadtwachstums erwies sich dieses System als hinderlich, bald auch als hinfällig.

Gurtförderer (Bauwesen, Bergbau, Industrie): Ein Stetigförderer, der zumeist in Form einer festen bzw. stationären Einrichtung betrieben wird. Die Kernkomponente ist ein großes Förderband, das in seiner Neigung verstellbar sein kann. Eingesetzt wird der Gurtförderer regelhaft zum Transport von Schüttgütern (Erz, Kohle, Beton usw.). Andere Bezeichnungen sind »Bandförderer« oder »Gurtbandförderer«.

Gurtgesims: Ein horizontal auf Höhe einer Geschossdecke aus der Außenwand eines Gebäudes hervortretendes, streifenartig entwickeltes Element, das zur Fassadengliederung dient. Dieses Gesims wird auch als »Geschoss-», »Stockwerk-« oder »Kordongesims« bezeichnet.

Gurtkasten (Fenster): Ein kastenartiger Mauereinsatz, welcher das Gurtband eines Rollladens aufnimmt.

Gurtlamelle: Siehe → Gurtplatte (Stahlbau).

Gurtplatte (Stahlbau): Ein flaches, auf die Flanschen eines Trägers geschweißtes oder genietetes Stahlstück, das dazu dient, die Tragfähigkeit des Trägers oder des Stoßes zweier miteinander verbundener Träger zu erhöhen.

Gussasphaltestrich: Ein fugenloser Unterboden bzw. ein Untergrundaufbau für Bodenbeläge, der aus einer wasserfreien Mischung von → Bitumen, Sand, Splitt und Gesteinsmehl besteht. Der Begriff wird auch auf die Masse selbst bezogen.

Gusseisen: Eine gießereitechnisch erzeugte, kohlenstoffreiche Eisenlegierung. Gusseisen besitzt eine lange Tradition als Werkstoff. Beispiele bieten Geländer, Kanaldeckel, Säulen und vollständige Brückenkonstruktionen.

Gusserker (Burgen- / Festungsbau): Ein unten offener Mauererker, der zum Ausguss siedender Kampfmittel (Öl, Wasser) gedacht war. Dieses wehrbauliche Element war fester Bestandteil mittelalterlicher Verteidigungsanlagen und neuzeitlicher → Festungen. Eine landläufige, im 19. Jahrhundert aufgekommene Bezeichnung ist »Pechnase«.

Gussloch (historisch, Burgenbau): Eine vor allem in Decken von → Torhallen eingelassene Öffnung, die es ermöglichte, eingedrungene Feinde zu bewerfen und mit siedenden Flüssigkeiten zu übergießen.

Gussmauerwerk: Die deutsche Bezeichnung für den »römischen Beton« bzw. das »Opus Caementicium«.

Gusswerk: Bei zweischaligen Mauern eine durch Mörtelzugabe verfestigte Füllung aus Bruchsteinen, Geschieben Ziegelbruch usw.

Guss-Terrazzo: Eine Bezeichnung für »echten», also nach dem traditionellen Verfahren hergestellten fugenlosen → Terrazzo. Der Begriff grenzt diesen betont gegenüber Böden ab, die durch Verwendung von → Terrazzoplatten entstehen.

Gut (landwirtschaftlich): Siehe → Gutshof.

Gutachterausschuss: Ein institutionalisiertes Gremium von Immobiliensachverständigen aus dem Bereich Wertermittlung. Der grundsätzliche Zweck von Gutachterausschüssen liegt darin, lokale und regionale Grundstücksmärkte transparent abzubilden. Dies geschieht auf Grundlage einer Erfassung und Auswertung von Grundstückskaufverträgen sowie einer Veröffentlichung bewertungsrelevanter Daten (Bodenrichtwerte, Kapitalisierungszinssätze, Umrechnungskoeffizienten usw.).

Güteraufzug: Eine zu den »unstetigen« Förderanlagen zählende, ausschließlich von außen steuerbare technische Einrichtung, die zur vertikalen oder schrägen Beförderung von Gütern ohne Begleitpersonal dient.

Güterbahnhof: Eine Bahnverkehrsanlage, die eine Schnittstelle im Rahmen von Gütertransporten darstellt, also nicht der Abwicklung von Personenverkehren dient. Hier werden Stück- oder Massengüter verladen und / oder entladen. Eine spezielle Form stellt der → Umschlagbahnhof dar. In Österreich wird der Güterbahnhof zumeist als »Frachtenbahnhof« bezeichnet.

Güterverkehrszentrum (GVZ): Ein grundsätzlich als → Transportgewerbegebiet ausgewiesener Knotenpunkt für das Sammeln, Sortieren, Umschlagen und Verteilen von Gütern. Hier konzentrieren sich Transport-, Lager- und logistische bzw. transportbegleitende Dienstleistungsunternehmen. Grundgedanke des GVZ ist es, Verkehre zu bündeln, also einen synergieträchtigen Verbund möglichst vieler logistischer Funktionen zu schaffen – einen »Hub« sozusagen. Vorbedingung für eine Definition als GVZ ist, dass mindestens zwei Verkehrsträger mittels einer Umschlaganlage verbunden sind. Zumeist sind dies Schiene und Straße, teils Wasserweg und Straße, fallweise bestehen trimodale GVZ. Theoretisch besticht das GVZ-Konzept. Allerdings schwächelt manches GVZ. Ursächlich hierfür ist vielfach, dass sich GVZ an gewachsenen Bahnsystemen orientieren bzw. keinesfalls notwendig ideale Standorte für Einrichtungen des heute vorherrschenden Straßentransports darstellen. Flächenbezogen wie auch hinsichtlich der Breite und Tiefe seines Leistungsfächers stellt das Güterverkehrszentrum das »mächtigste« aller Logistikzentren dar.

Güterverteilzentrum (GVtZ): Das Güterverteilzentrum dient als Scharnier zwischen einer Quelle und verschiedenen Zielpunkten bzw. Senken logistischer Transportketten. Anders als die zahlreiche Betriebe bündelnden → Güterverkehrszentren stellen sich Güterverteilzentren mehrheitlich als einzelbetriebliche Einrichtungen dar. Es handelt sich im Grunde um eine als Umschlagspunkt zwischen Nah- und Fernverkehren fungierende Speditionsanlage.

Gutleutehaus (historisch): Eine andere Bezeichnung für ein → Siechenhaus.

Gutsbestandsblatt (Grundbuchswesen, Österreich): Das »A-Blatt« des → Hauptbuches; es gliedert sich in zwei Abschnitte: In der ersten Abteilung sind sämtliche → Grundstücke des → Grundbuchkörpers mit Grundstücknummer und Benützungsart verzeichnet. Die zweite Abteilung enthält mit dem Eigentum an der jeweiligen Liegenschaft verbundene Rechte, Eintragungen über Veränderungen im Gutsbestand (Zu- und Abschreibungen usw.) sowie öffentlich-rechtliche Beschränkungen und Lasten (z. B. durch Sicherheitszonen nach Luftverkehrsgesetz usw.).

Gutshof: Ein überdurchschnittlich großes landwirtschaftliches Anwesen mit regelhaft vergleichsweise repräsentativem Haupthaus. Der Begriff bezog sich auf herrschaftliche Anwesen – dann als »Gut« oder »Domäne« bezeichnet – sowie auf größere, lehensfreie Bauernhöfe.

Gutsherrschaft: Eine Form der Grundherrschaft, die sich im ausgehenden 13. Jahrhundert insbesondere in Gebieten der deutschen Ostkolonisation entwickelte. Die bis dahin übliche Rentengrundherrschaft wurde zunehmend von einer Eigenbewirtschaftung jeweiliger Ländereien durch die adligen Grundherren abgelöst. Dabei entstanden einheitlich geführte landwirtschaftliche Großbetriebe, die mehr und mehr freie Bauern in Existenznöte brachten.

Gutsruine: Die baulichen Überreste eines → Gutshofs bzw. eines großen landwirtschaftlichen Hofs, der vorsätzlich oder durch ein Unglück stark zerstört wurde oder infolge mangelnder Instandhaltung weitgehend verfiel.

Gutsverweser: Eine alte Bezeichnung für einen Gutsverwalter bzw. – nach heutigem Sprachgebrauch – einen entsprechenden Manager.

Gutta: Ursprünglich ein Zierelement dorischer Tempel; es handelt sich um ein von Bauteilunterseiten (z. B. von Regula und Mutulus) aus nach unten entwickeltes, tropfenförmiges oder zylindrisches Element, das vermutlich eine stilisierte Nachbildung eines Nagels aus dem früheren Holzbau darstellt. Guttae wurden während der italienischen Renaissance aufgegriffen.

Guttae: Der gegenüber dem Singular häufiger verwendete Plural von → Gutta.

GVP (Verkehrswesen, Planung): Steht für → »Generalverkehrsplan«.

GVS (Verkehrs-, Straßenwesen): Das Kürzel für → »Gemeindeverbindungsstraße«.

GVtZ (Logistik): Kürzel für → »Güterverteilzentrum« (siehe oben).

GVZ (Logistik): Kürzel für → »Güterverkehrszentrum« (siehe oben).

g-Wert: Das Kürzel für den Energiedurchlassgrad als Maß für die Durchlässigkeit durchscheinender Bauteile wie Fenster oder Glastüren. In ihm drückt sich der Sonnenlichtanteil aus, der eine transparente Fläche durchdringt, also z. B. im Innenraum eines Gebäudes angelangen kann.

Gynaeceum: Eine latinisierte Form vom → Gynaikonitis.

Gynaikeion: Siehe → Gynaikonitis.

Gynaikonitis: Der Frauentrakt antiker griechischer Wohnhäuser.

Gynoeceum: Eine latinisierte Form vom → Gynaikonitis.

GZ (Land-, Weidewirtschaft): Steht für → »Grünlandzahl«.

GZT (Bauwesen, Statik): Das Kürzel für »Grenzzustand der Tragfähigkeit« bzw. den Plural »Grenzzustände der Tragfähigkeit«.