Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Gru – Grunde

Grube (Bergbau): Eine andere Bezeichnung für »Bergwerk», »Mine», »Zeche«.

Grubenausbau (Bergbau): Der Vorgang des Absicherns von Strecken, Stollen, Schächten und Räumen in einem Bergwerk sowie die gegenständliche Sicherung selbst.

Grubenbau (Bergbau): Im Zuge bergmännischer Arbeit geschaffener unterirdischer Hohlraum.

Grubenbrand: Ein untertägiges Feuer, also ein Brand in einem → Grubenbau bzw. → Bergwerk.

Grubenfeld (Bergbau): Auch »Baufeld« genannt. Der Begriff bezeichnet ein von der Bergbaubehörde festgelegtes Gelände, in dessen Grenzen ein Bergwerk Abbau betreiben darf.

Grubengebäude: Die Gesamtheit aller unterirdisch in einem Bergwerk geschaffenen Hohlräume (Schächte, Strecken, Stollen usw.).

Grubengelände: Das einer Bergbaueinrichtungen bzw. einem Bergwerk zuzuordnende oberirdische Areal.

Grubenholz: Eine Sammelbezeichnung für Hölzer bzw. Holzelemente, die in bergbaulichen Betrieben über und unter Tage verbaut werden.

Grubenstempel (Bergbau): Ein unter Tage verwendetes Stützelement, das eingesetzt wird, um → Grubenbaue offenzuhalten bzw. den Einsturz des → Hangenden zu verhindern.

Grubenwarte (Bergbau): Die betriebliche Überwachungs- und Steuerungszentrale einer Zeche bzw. Grube.

Grubenwetter: Die bergmannssprachliche Bezeichnung für unter Tage herrschende Luftbedingungen.

Grün (Golfplatz): Der Ziel- bzw. Einlochbereich einer Spielbahn.

Grundbau: Eine bauingenieurliche und geotechnische Disziplin, die sich baulichen Maßnahmen widmet, die überwiegend im Untergrund, also unter der Geländeoberkante ablaufen. Der Begriff bezieht sich auf Bauvorgänge in Böden und lockeren Gesteinen bzw. unverdichteten Sedimenten.

Gründach: Ein bepflanztes → Flachdach.

Grundbesitz (Landbesitz): Ein Begriff, der alltagssprachlich oft mit dem Eigentum an Grund und Boden bzw. an einem Landstück gleichgesetzt wird. Zwar können Eigentum und Besitz zusammenfallen, doch bezeichnet »Besitz« lediglich die zeitweilige oder dauerhafte faktische Herrschaft über eine Sache. Legaler Besitz unterliegt regelhaft verfügungsbeschränkenden Bedingungen. Er kommt beispielsweise durch den Abschluss von → Pachtverträgen oder durch Leihe zustande. Der Begriff bezeichnet auch den jeweiligen Grund selbst.

Grundbesitzer: Eine natürliche oder juristische Person, die sich im → Besitz von Grund und Boden bzw. einem Landstück befindet. Siehe → Grundbesitz.

Grundbuch: Ein amtliches, flächendeckendes Grundstücksverzeichnis, in dem bestehende Eigentumsverhältnisse, mit jeweiligen Grundstücken verbundene Rechte und mögliche Belastungen im Sinne einschränkender Rechte Dritter dokumentiert sind.

Grundbuch (Schweiz): Ein von den Kantonen geführtes Register über Grundstücke, in dem (auch) an diesen bestehende Rechte und auf ihnen ruhende Lasten (Dienstbarkeiten, Grundpfandrechte) erfasst sind. Das eidgenössische Grundbuch besteht aus mehreren Gliedern: Im Tagebuch sind Grundbuchmeldungen in zeitlicher Reihenfolge bzw. nach ihrem Eingangsdatum eingetragen. Das Hauptbuch beinhaltet alle Grundbuchblätter. Das jeweilige Hauptbuchblatt enthält sämtliche Daten über rechtswirksame und gelöschte dingliche Rechte. Es gliedert sich in fünf bzw. sechs Abteilungen: a) Eigentum, b) Dienstbarkeiten, c) Grundlasten (b und c können in einer Abteilung zusammengefasst werden), d) Grundpfandrechte, e) Vormerkungen, f) Anmerkungen. Das Hauptbuch wird durch Pläne (die auf amtlichen Vermessungen beruhen) sowie Belege (Kaufverträge, Dienstbarkeitsverträge, Vollmachten, Zustimmungserklärungen usw.) ergänzt. Einen weiteren Grundbuchbestandteil bilden Hilfsregister, in denen Eigentümer (Eigentümerregister) oder Gläubiger (Gläubigerregister) eingetragen sind. Teils liegen weitere Hilfsregister vor.

Grundbuch, informatisiertes (Schweiz): Ein elektronisch bzw. digital geführtes → Grundbuch.

Grundbücherlich: In Österreich geläufige Entsprechung des bundesdeutschen Adjektivs »grundbuchlich«.

Grundbuchskörper (Grundbuchswesen, Österreich): Die Gesamtheit aller Flächen, die in einer Grundbuchseinlage zusammengefasst sind. Ein Grundbuchskörper kann aus einem Grundstück oder mehreren Liegenschaften bzw. Parzellen bestehen.

Grunddienstbarkeit (Deutschland, Sachenrecht): Eine Belastung eines »dienenden« Grundstücks zugunsten eines »herrschenden« Grundstücks. Zu den Grunddienstbarkeiten zählen Wegerechte, eingeschränkte Bebauungsmöglichkeiten und beschränkte Nutzungsmöglichkeiten.

Grundeigentum (Landeigentum): Das im Rahmen einer Rechtsordnung umfänglichste Herrschafts- und Verfügungsrecht, das eine natürliche oder juristische Person über ein Landstück bzw. Grund und Boden ausüben kann. In Deutschland ist das Eigentum an einer Immobilie mit einer Grundbucheintragung verbunden. Der Eigentumsbegriff bezeichnet auch den betroffenen Grund selbst.

Grundeigentümer: Eine natürliche oder juristische Person, die Eigentumsrechte an einem Landstück bzw. Grund und Boden besitzt. Siehe → Grundeigentum.

Gründerzeitarchitektur: Siehe → Gründerzeitstil.

Gründerzeitstil (Architektur): Gründerzeitstil (Architektur): Eine andere Bezeichnung des Historismus. Die auf den → Klassizismus folgende baulich-gestalterische Strömung wich ab 1890 nach und nach dem Jugendstil. Anders als der Klassizismus orientierte sie sich nicht ausschließlich an antiken Vorbildern, sondern an der jeweiligen Formensprache einer ganzen Reihe älterer Stilepochen. Sie lehnte sich vor allem an Baustile bzw. Schmuckmotive an, die repräsentative Gebäude kennzeichneten. Vielfach wurden Elemente verschiedener Vorläufer in einem Gebäude verschmolzen. Der Name dieser uneinheitlichen Stilrichtung rührt daher, dass sie während der dem deutsch-französischen Krieg von 1870 / 1871 folgenden Phase stürmischer Unternehmensgründungen im industriellen Bereich die im deutschsprachigen Raum vorherrschende Architekturströmung darstellte.

Grundfläche (Areal): Ohne Flächenangabe bzw. Spezifizierung 1. Eine geläufige Verkürzung von »Grundstücksfläche«. 2. Eine Bezeichnung für ein aus mehreren → Grundstücken bestehendes Landstück bzw. einen ersichtlichen Grundstückszusammenhang.

Grundfläche (Grundrissfläche in Flächeneinheiten): Die ebenerdige, in Maßeinheiten ausgedrückte, von einem Gebäude, Bauwerk oder einer baulichen Anlage bedeckte Fläche.

Grundfläche (Grundrissfläche, Gebäude): Unter Verzicht auf eine Flächenangabe bzw. Spezifizierung eine auf die Form bzw. den Zuschnitt einer überbauten Fläche im Sinne einer Gebäudegrundfläche und / oder deren empfundene Größe bezogene Bezeichnung.

Grundfläche (in Flächeneinheiten): Die in Flächeneinheiten – Quadratmeter, Ar, Hektar usw. – bezifferte Größe eines Areals.

Grundfläche (Grundrissfläche, Gebäude): Unter Verzicht auf eine Flächenangabe bzw. Spezifizierung eine auf die Form bzw. den Zuschnitt einer überbauten Fläche im Sinne einer Gebäudegrundfläche und / oder deren empfundene Größe bezogene Bezeichnung.

Grundflächenzahl (GRZ): Kennzahl, die angibt, welcher Flächenanteil eines Grundstücks überbaut ist bzw. überbaut werden darf. Die GRZ bezieht bestehende oder geplante bauliche Anlagen ein. Bei Nebenanlagen (befestigte Flächen, Garagen usw.) kann die statthafte Grundfläche gewöhnlich um 50 % überschritten werden (höchstens bis zu einer GRZ von 0,8). Siehe auch → Geschossflächenzahl.

Grundhauer (historisch, Norddeutschland): Ein an einen Grundstückseigentümer (Grundherr, Stadt, Gemeinde) für die Nutzung eines Landstücks regelmäßig zu entrichtender Pachtzins.

Grundhauervertrag (historisch, Norddeutschland): Ein regelhaft auf landwirtschaftliche Flächen bezogener Landpachtvertrag.

Grundheuer: Siehe → Grundhauer (historisch, Norddeutschland).

Grundheuervertrag: Siehe → Grundhauervertrag (historisch, Norddeutschland).

Grundierung: Chemisches Produkt, das eine verbesserte Haftung einer Farbschicht bzw. eines Dichtstoffes auf dem Untergrund gewährleistet.

Grundkarte, Kommunale (analog, Deutschland): Der in Papierform erstellte Vorläufer der seit Jahren auf Grundlage der → Automatisierten Liegenschaftskarte erzeugten Grundkarte. Siehe → Grundkarte, Kommunale (digital, Deutschland).

Grundkarte, Kommunale (digital, Deutschland): Ein auf ein Stadt- bzw. Gemeindegebiet beschränkter Auszug der → Automatisierten Liegenschaftskarte. Kommunale Grundkarten beinhalten sämtliche Elemente der → Liegenschaftskarte, werden jedoch mit Zusatzinformationen angereichert. Hinsichtlich ihres jeweiligen Detailreichtums können sich diese Karten je nach Stadt bzw. Gemeinde unterscheiden. Abgebildet werden u. a. Grundstücksgrenzen, Flurstücknummer, Straßen, Wege, Gebäude, Stockwerkszahlen, Firstlinien, → Baulinien, Baumbestände, Straßenmöblierungen, topographische Elemente bis hin zu Böschungen. Die digitale Stadtgrundkarte wird standardmäßig in großen Maßstäben (zumeist um 1 : 1.000) ausgegeben; sie dient als wichtige Grundlage kommunaler Planung. Private, gewerbliche und behördliche Anwender können gespeicherte Daten in Form georeferenzierter TIFF-Dateien, im Vektorformat DXF, objektstrukturiert als Vektordatensatz über eine einheitliche Datenbankschnittstelle (EDBS) oder als PDF-Dateien abrufen. Viele Kommunen versenden Auszüge auch in gedruckter Form.

Grundleitung (Abwasser): Ein unterirdisch verlegtes, der Grundstücksentwässerung dienendes Rohr, das außerhalb des Gebäudes und unterhalb der Grundplatte bzw. Bauwerkssohle verläuft und gebrauchtes Wasser in einen Anschlusskanal abführt.

Grundmiete (Mietvertragswesen, Umsatzklausel): Bei gewerblichen Mietverträgen mit → Umsatzklausel die umsatzunabhängig zu zahlende → Miete. Eine andere in diesem Zusammenhang verwendete Bezeichnung ist »Mindestmiete«.

Grundpacht (Pachtvertragswesen, Mindestpacht): Bei → Pachtverträgen mit Umsatzklausel – insbesondere in der → Hotellerie – die umsatzunabhängige Pachtkomponente.

Grundpfandrecht: Ein kreditsicherndes Recht an einem Grundstück oder grundstücksgleichen Recht (z. B. Erbbaurecht). Erfüllt der Schuldner seine Verpflichtungen nicht, sichert es dem Gläubiger bzw. Kreditgeber das Recht, im Rahmen einer Vollstreckung realisierte Verwertungserlöse zur Befriedigung seiner vertraglich vereinbarten Forderungen heranzuziehen. In Deutschland bestehen drei Arten von Grundpfandrecht, nämlich Grundschuld, Hypothek und Rentenschuld.

Grundpfandverschreibung: Eine andere Bezeichnung für eine → Hypothek.

Grundputz: Auch »Unterputz« genannt. Bei zwei- oder mehrlagigen → Putzen die untere, unmittelbar auf die Wand aufgebrachte Putzschicht. Der Grundputz erfüllt mehrere Aufgaben: Er gleicht Unebenheiten des Mauerwerkes aus, schließt womöglich vorhandene Löcher, überdeckt das Fugenmuster und bildet den Haftgrund für den Oberputz.

Grundrente (Landnutzungstheorie): Der aus einer Bodennutzung erwirtschaftete bzw. zu erwirtschaftende Reinertrag. Bei der Bestimmung der Grundrente wird eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit des Nutzers vorausgesetzt.

Grundrente (Zahlung): Der aus der Bewirtschaftung von Pachtgrund erzielte Ertragsanteil, den ein Pächter regelmäßig an den Eigentümer abzuführen hat. Ursprünglich bezog sich der Begriff vor allem auf land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, doch ist er auf jede Form der Bodennutzung anwendbar. Andere Bezeichnungen sind »Bodenrente« und »Landrente«.

Grundriss: Die innerhalb einer konturierenden Linie – dem Umriss – entwickelte horizontale Raumaufteilung. Im einfachsten Fall stimmen Umriss und Grundriss überein. Vereinfacht lässt sich der Grundriss als Vogelperspektive eines von oben durchsichtigen Gebäudes definieren.