Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Geschi – Gh

Geschirr (Steinbearbeitung): Die Bezeichnung für einen aus Hammer und Meißel bzw. Fäustel und Eisen bestehenden Werkzeugsatz.

Geschlossene Bauweise (Gebäudeverbund): Eine Bebauungsart, bei der benachbarte Grundstücke jeweils über ihre gesamte Breite hinweg bebaut werden bzw. sind. Somit stellen sich geschlossene Fronten ein, die im Bedarfsfall mit Durchgängen oder Durchfahrten versehen sind. Beispiele für die geschlossene Bauweise bieten Reihenhauszeilen oder → Blockrandbebauungen.

Geschlossener Immobilienfonds: Ein Fonds, dessen Anlagegelder (zumeist) in ein konkret bezeichnetes Objekt oder ein entsprechendes → Portfolio fließen. Dieses wird in Emissionsprospekten beschrieben, wodurch – anders als bei → offenen Immobilienfonds – einzelne Angebote anhand objekt- und marktspezifischer Aussagen vergleichbar sind. Theoretisch liegen transparente Entscheidungsgrundlagen vor. Tatsächlich ist weder der Realitätsgehalt formulierter Aussagen gesichert, noch besitzen die wenigsten Anleger immobilienwirtschaftliche Kenntnisse, die eine sachliche Einschätzung jeweiliger Angebote zulassen. Die maximale Anlegerzahl eines geschlossenen Fonds ergibt sich aus dem definierten Eigenkapitalbedarf sowie dem festgeschriebenen Mindesteinzahlungsbetrag je Anleger. Sobald das benötigte Eigenkapital eingeworben ist, wird der Vertrieb eingestellt, der Fonds also geschlossen. Anleger binden sich für einen festgeschriebenen Zeitraum, wobei vorzeitige Fondsauflösungen bei entsprechendem Mehrheitsvotum möglich sind. Beabsichtigte Anteilsverkäufe vor dem geplanten Auflösungsstichtag eines Fonds sind zumeist statthaft, scheitern vielfach jedoch am Fehlen eines funktionierenden Zweitmarktes oder sind nur gegen hohe Abschläge möglich. Kurz: Anteilen geschlossener Fonds mangelt es an Fungibilität. Da Laufzeiten von 10 – 20 Jahren üblich sind, eignet sich diese Fondsvariante nur für Anleger, die sicher sein können, das eingebrachte Kapital nicht vorzeitig zu benötigen. Geschlossene Fonds stellen unternehmerische Beteiligungen dar; somit besteht das Risiko eines vollständigen Verlustes eingebrachter Gelder.

Geschoß: Die österreichische Schreibweise von → Geschoss.

Geschoss: Eine Gebäudeebene bzw. sämtliche horizontal verbundenen Räume ein und derselben Zugangsebene. Inhaltsgleiche Begriffe sind »Etage« und »Stockwerk«.

Geschoss, Attisches (Architektur): Ein gemessen an anderen Stockwerken eines Gebäudes niedriges, bisweilen (z. B. bei barocken Schlössern) hinter die Fassadenfront zurückgenommenes Geschoss, das oberhalb des Kranzgesimses liegt bzw. die abschließende Etage bildet.

Geschossdecke: Ein waagrecht ausgeführter oberer Raumabschluss, der als Geh- und / oder Standfläche im nächsthöheren Geschoss dient.

Geschossflächenzahl (GFZ): Kennzahl, in der sich das bestehende oder statthafte Verhältnis der summierten Geschossflächen aller Vollgeschosse eines Gebäudes zur Grundstücksfläche ausdrückt. Die GFZ bezieht sich auf die Außenmaße eines Gebäudes. Beispiel: Ein Grundstück ist 1.000 qm groß, die GFZ beziffert sich auf 1,5. Demnach können 1.500 qm Gebäudefläche realisiert werden. Siehe auch → Grundflächenzahl.

Geschossgesims: Ein horizontal auf Höhe einer Geschossdecke aus der Außenwand eines Gebäudes hervortretendes, streifenartig entwickeltes Element, das zur Fassadengliederung dient. Dieses Gesims wird auch als »Gurt-», »Kordon-« und »Stockwerkgesims« bezeichnet.

Geschosstreppe: Eine Vollgeschosse miteinander verbindende → Treppe.

Geschosswohnbau: Ein Wohnzwecken dienendes Gebäude, das auf mehreren, durch mindestens einen vertikalen Erschließungsbereich (Aufzug, Treppenhaus) miteinander verbundenen Stockwerken in sich geschlossene Wohnungen aufweist. Formal erfüllen diese Maßgabe bereits entsprechend ausgelegte zweigeschossige Gebäude. Im allgemeinen Verständnis gelten lediglich größere, mehr als zwei Etagen und mehr als vier Wohneinheiten umfassende Gebäude als Geschosswohnungsbauten.

Geschosswohnsiedlung: Siehe → Geschosswohnungssiedlung.

Geschosswohnung: Eine in einem → Geschosswohnbau befindliche → Wohneinheit.

Geschosswohnungsbau (gegenständlich): Siehe → Geschosswohnbau.

Geschosswohnungsbau (prozessual): Die Errichtung eines → Geschosswohnbaus.

Geschosswohnungssiedlung: Ein regelhaft von sehr ähnlich gestalteten → Geschosswohnbauten gebildeter baulicher Zusammenhang, dem aufgrund besonderer Merkmale eine funktionale und / oder wahrnehmungsbezogene Eigenständigkeit gegenüber angrenzenden Bereichen zuzubilligen ist.

Geschosszählung: Auch »Stockwerkzählung«. Eigentlich eine Zählweise, bei der → Gebäudegeschosse von unten nach oben durchnummeriert werden. Beispielsweise erhält das erste Obergeschoss in Deutschland und England die Nummer 1, während in den USA das → Erdgeschoss mit der 1 belegt wird. Oder: in verschiedenen Ländern wird die 13 aufgrund abergläubischer Vorstellungen nicht vergeben.

Geschützturm (Festungsbau): Ein gemessen an früheren Burgtürmen, voran dem → Bergfried, vergleichsweise niedriges, gedrungen anmutendes, mit massiven Mauern versehenes Turmbauwerk, das mit Kanonen bzw. Pulvergeschützen bestückt war. Geschütztürme verbreiteten sich zunehmend seit dem 15. Jahrhundert.

Gesenk (Bergbau): Ein von oben nach unten erzeugter → Blindschacht.

Gesetz über das Wohnungseigentum und das Dauerwohnrecht (Deutschland): Das Gesetz regelt Fragen, die sich aus einer formellen Teilung eines Grundstücks durch Teilungserklärung ergeben. Es thematisiert das Eigentum an Wohneinheiten oder Gebäuden (Sondereigentum), an Gemeinschaftsflächen (Teileigentum) und das Gemeinschaftseigentum. Offiziell abgekürzt wird es mit WoEigG, zumeist jedoch schlicht als »WEG« bezeichnet.

Gesims: Ein horizontales, teils auch geneigtes bauliches Schmuckelement, das aus einer Wand hervorsteht. Es dient dazu, Fassaden und / oder Wände zu gliedern; es wird auch »Sims« genannt.

Gespaltene Abwassergebühr: → Gesplittete Abwassergebühr.

Gespiegelter Deckenplan (Lichtplanung): Ein in Aufsichtsperspektive gezeichneter Plan, in dem die Anordnung von Leuchtkörpern (Lampen, Leuchten usw.) sowie betriebsnotwendiger Installationen an einer Raumdecke eingetragen ist. Derartige Darstellungen werden auch »Deckenspiegel« genannt.

Gesplittete Abwassergebühr: Eine → Abwassergebühr, die auf einer getrennten Veranlagung nach Regenwasseranfall und Brauch- bzw. Schmutzwasseranfall beruht. Diese Form der Gebührenerhebung soll gerechtere Zahlungen begründen; zudem dient sie dazu, Bodenversiegelungen entgegenzuwirken bzw. Entsiegelungen zu fördern.

Gesprengter Giebel: Ein → Giebel, dessen oberer Mittelabschnitt offen ist, also ein Giebel, dessen Abschluss keine durchgängige Konturlinie aufweist. Diese Aussparung wurde oftmals von ein- oder vorgesetztem Zierwerk eingenommen, das häufig über die Giebellinie hinausreichte. Gesprengte Giebel tauchen bereits in der antiken Architektur auf; sie wurden zu einem typischen Stilmerkmal barocker Bauten.

Gesprengtes Lehrgerüst: Ein Typ von → Lehrgerüst, bei dem die tragenden Elemente des Lehrbogens auf den Bogenfundamenten ruhen. Die Bogenspanne wird somit frei überbrückt.

Gestaltungsachse (Städtebau): Eine räumliche Leitlinie, die zuvorderst der wahrnehmungsbezogenen, also auf optische Wirkungen abzielenden Gliederung einer Stadt, eines Siedlungsbereiches oder einzelner Siedlungselemente (z. B. Parks) dient.

Gesteinskörnung: Eine baufachliche Sammelbezeichnung für natürlich vorkommende, im Zuge technischer Prozesse anfallende oder künstlich erzeugte Gesteinspartikel bzw. -körner, die eine kantige oder runde Form besitzen können. Der Begriff wird häufig gleichbedeutend mit »Zuschlag« bzw. → »Zuschlagstoff« gebraucht.

Gestionierung: Ein in Österreich verbreiteter Ausdruck für »Führung« bzw. »Verwaltung« (z. B. einer Objektgesellschaft).

Gesundheitsimmobilie: Ein Bauwerk bzw. Gebäude, das auf eine Nutzung bzw. eine Nutzungskombination hin ausgelegt ist, die der Erkennung, Behandlung und Vermeidung akuter Krankheiten und / oder der gesundheitlichen Rehabilitation dient. Derartige Immobilien sind – anders als → Pflegeimmobilien – auf überwiegend kurze Aufenthaltsdauern der Betroffenen hin ausgerichtet. In diese Kategorie fallen Krankenhäuser, Kliniken, medizinische Versorgungszentren, Ärztehäuser usw.. Gesundheitsimmobilien zählen zu den → Sozialimmobilien im weiteren Sinne.

Gesundheitsimmobilienfonds: Ein Anlegergelder bündelndes Investmentvehikel, das eingebrachte Eigenmittel (nebst regelhaft beschafftem Fremdkapital) in den Kauf einer oder mehrerer → Gesundheitsimmobilien investiert. Günstigenfalls erzielen beteiligte Anleger aus laufenden Einnahmen und dem letztlichen Abverkauf des Fondsobjektes bzw. -portfolios eine mehr oder minder ansehnliche Verzinsung, ungünstigenfalls erweist sich eine Beteiligung als Kapitalvernichtung.

Getäfel: Eine andere Bezeichnung der »Täfelung« bzw. »Vertäfelung«. Es handelt sich um einen Zusammenhang tafelartiger Elemente, die zumeist als Füllungen eines Rahmenwerks eine Wand oder eine Decke verkleiden. Getäfel dient zuvorderst zierenden Zwecken, kann u. a. jedoch auch zur Verbesserung akustischer Raumeigenschaften herangezogen werden.

Getreideboden: Eine verbreitete Bezeichnung für den → Dachboden einer → Scheune.

Getto (historisch): Eine zweifelhafte Schreibweise von »Ghetto«. Der Begriff bezeichnet ein baulich zumeist abgeschlossenes Stadtviertel, in dem jüdische Gemeinschaften lebten bzw. leben mussten.

Getto (moderner Sprachgebrauch): 1. Ein Stadtviertel, in dem nahezu ausschließlich Angehörige diskriminierter ethnischer und / oder sozialer Minderheiten leben. 2. Eine abfällige Bezeichnung für ein Quartier, in dem ethnisch-sozial sehr homogene, regelhaft wohlhabende Bevölkerungskreise abgeschottet von anderen Stadtgebieten leben.

Gewährgeld: Eine überholte Bezeichnung für eine Kaution bzw. einen als Sicherheit hinterlegten Geldbetrag.

Gewände: Ein Begriff mit zwei Bedeutungen: 1. Eine seitliche, rahmenähnlich ausgeführte Umgrenzung von Fenstern und Türen. 2. Eine Abschrägung der Fenster, Türen, Portale, aber auch → Schießscharten einfassenden Seitenwände. Verbreitet sind diese auch als »Ausschrägung« bezeichneten Gewände bei romanischen und gotischen Bauwerken anzutreffen. Bei besonders dickem, etwa für Kirchen typischem Mauerwerk sind Gewände vielfach gestaffelt ausgeführt.

Gewandhaus: Ein im späten Mittelalter aufgekommenes Verkaufs-, Messe- und Lagerhaus der Tuchmacherzunft, das gewöhnlich Räumlichkeiten für gesellige Anlässe beinhaltete. Eine inhaltsgleiche Bezeichnung ist »Tuchhalle«.

Gewässersohle: Der zwischen den Ufern liegende Grund eines fließenden Gewässers. Bei stehenden Gewässern wird gewöhnlich von »Boden« gesprochen.

Gewättbau (Bauweise): Eine andere Bezeichnung der Blockbauweise. Der Begriff bezeichnet ein Verfahren bzw. dessen Resultat, bei dem geschälte, behauene oder zugesägte Baumstämme waagrecht aufeinandergelegt werden. Als Basis der Wände dient ein Fundament aus gestampftem Lehm oder Stein oder ein Holzrahmen. An den Endpunkten werden die Stämme bzw. Balken verkämmt oder verblattet. Die Bauweise lässt sich bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen. Moderne Blockbauten werden zumeist aus Hölzern errichtet, die auf Standardmaße zugeschnitten und gewöhnlich gespundet oder mit Nut und Feder versehenen sind.

Gewättbau (gegenständlich): Ein in Block- bzw. → Gewättbauweise errichtetes Gebäude.

Gewättbauweise: Siehe → Gewättbau (Bauweise).

Gewerbebrache: Ein Areal, dessen Nutzung von dem ansässigen Gewerbebetrieb (oder mehreren) dauerhaft eingestellt wurde.

Gewerbegebiet (Bauplanungsrecht, Deutschland): Gemäß → Baunutzungsverordnung ein kommunaler Teilraum, in dem die Ansiedlung von Gewerbebetrieben verschiedenster Art (Handwerk, Lager / Logistik, Verwaltung, Tankstellen usw.) statthaft ist. Der amtliche Kürzel ist »GE«.

Gewerbeimmobilie: Ein Gebäude, das überwiegend der Nutzung durch Gewerbeunternehmen dient und in baulicher sowie ausstattungsbezogener Hinsicht auf den Nutzungszweck bzw. die jeweiligen Nutzeransprüche zugeschnitten ist. Angesprochen sind insbesondere Bürokomplexe, Einzelhandelsimmobilien, Handwerksnutzungen dienende Objekte sowie Lager- und Logistikimmobilien. Dem Ausschlussprinzip folgend, können Gewerbeimmobilien als Objekte definiert werden, die nicht zum Kreis der Wohn-, Sozial-, Pflege-, Infrastrukturimmobilien und den »klassischen« Industrieimmobilien (Schwerindustrie usw.) zählen.

Gewerbeimmobilienmakler: Oberbegriff für einen auf die Vermittlung zum Kauf stehender oder zwecks Kauf gesuchter gewerblicher Immobilien (Büro, Einzelhandel, Lager, Logistik usw.) und / oder deren Vermietung spezialisierten Makler.

Gewerbeimmobilienmarkt: Das umsatzorientierte Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage (Anmietung / Vermietung, Anpachtung / Verpachtung, Kauf / Verkauf, Leasing) im Segment der → Gewerbeimmobilien.

Gewerbemakler: Kurzform von → »Gewerbeimmobilienmakler«. Bezeichnung für einen auf die Vermittlung zum Kauf angebotener oder zum Kauf gesuchter gewerblicher Immobilien (Büro, Einzelhandel, Lager, Logistik usw.) und / oder deren Vermietung spezialisierten Makler.

Gewerbeobjekt: Ein Gebäude, das überwiegend der Nutzung durch Gewerbeunternehmen dient und baulich wie ausstattungsbezogen auf den Nutzungszweck bzw. jeweilige Nutzeransprüche zugeschnitten ist. Angesprochen sind insbesondere Bürokomplexe, Einzelhandelsimmobilien, Handwerksnutzungen dienende Objekte sowie Lager- und Logistikimmobilien. Dem Ausschlussprinzip folgend, können Gewerbeimmobilien als Objekte definiert werden, die nicht zum Kreis der Wohn-, Sozial-, Pflege- und Infrastrukturimmobilien oder zu den »klassischen« Industrieimmobilien (Schwerindustrie usw.) zählen.

Gewerbliche Baufläche (Planungswesen, Deutschland): Ein Areal (Grundstück, Grundstückszusammenhang), auf dem die Errichtung dauerhafter Gebäude, die Gewerbenutzungen dienen, zulässig bzw. vorgesehen ist. In → Flächennutzungsplänen werden diese Flächen mit (G) gekennzeichnet.

Gewerfe (historisch): Ein Sammelbegriff für insbesondere bei Belagerungen eingesetzte Wurfmaschinen, deren Geschosse eine Flugbahn mit hohem Scheitelpunkt beschreiben.

Gewerk (Bauwesen): Ein mehr oder weniger in sich geschlossener handwerklicher bzw. technischer Leistungsbereich.

Gewerke (historisch, Bergbau): Der Inhaber (zumindest) eines Anteils (Kuxes) an einer in Form einer bergrechtlichen Gewerkschaft geführten Grube.

Gewichtsstaumauer: Ein Absperrbauwerk, das in Fließgewässern errichtet wird, um Wasser anzusammeln bzw. künstliche Wasserkörper zu schaffen. Kennzeichnend für Gewichtsstaumauern sind ein aus gemauerter oder betonierter Kern, eine abgedichtete Oberfläche sowie eine befestigte Mauerkrone. Der Name rührt daher, dass dieser Typ von Staumauer bestehenden Wasserdruck durch bloßes Gewicht abfängt.

Gewirtelt (Architektur): Das Vorhandensein eines Schaftrings (oder mehrerer) an → Säulen oder Rundpfeilern.

Gewölbe (Decke): Eine mehr oder weniger stark gebogene bzw. zur Mitte hin aufstrebende → Decke.

Gewölbe (Raum): Ein von einer gebogenen bzw. zur Mitte hin aufstrebenden → Decke geprägter Raum.

Gewölbe, Böhmisches: Siehe → Böhmische Kappe.

Gewölbe, echtes: Eine aufstrebende Deckenkonstruktion, deren Wölbelemente derart angeordnet sind, dass die Fugenlinien radial auf einen oder mehrere Punkte der räumlichen Zentralachse (→ Kuppel) bzw. eine oder mehrere Linien in der lotrechten Mittelebene (→ Tonnengewölbe) zulaufen. Weniger abstrakt ausgedrückt: Es handelt sich um eine vom Boden aus betrachtet konkave Decke, die sich durch Einsatz eines Schusssteins selbst trägt.

Gewölbe, falsches: Eine andere Bezeichnung für »Kraggewölbe« bzw. »Kragsteingewölbe«. Es handelt sich um eine von außen nach innen aufsteigende Decke, die konstruktiv als Vorläufer des echten Gewölbes aufgefasst werden kann. Gebildet wird sie von Kragsteinschichten, die nach oben hin stetig näher an den Mittelpunkt bzw. die Mittelachse heranrücken. Wird ein kreisförmiger Raum überbaut, entsteht eine Abfolge sich verengender Ringe.

Gewölbe, figuriertes: Ein gotisches → Gewölbe, dessen Rippen ein komplexes, regelmäßiges Muster bilden. Angesprochen sind → Netz- und → Sterngewölbe.

Gewölbebrücke: Namensgemäß ein Brückentyp, der in seiner einfachsten Form durch einen zur Mitte hin stark aufstrebenden Kurvenverlauf bzw. einen aufgewölbten Brückenkörper gekennzeichnet ist. Der Bogen ruht auf zwei festen Lagern. Gewölbebrücken können auch aus einer Reihe Bögen bestehen. Der Begriff »Gewölbebrücke« wird häufig mit »Bogenbrücke« gleichgesetzt. Laut DIN beziehen sich die Begriffe jedoch auf unterschiedliche → Pfeilverhältnisse. Liegt dieses unter 1/3, handelt es sich um eine Bogenbrücke, übersteigt es diese Schwelle, liegt eine Gewölbebrücke vor.

Gewölbekappe: Jene beiden dreieckigen Segmente eines → Tonnengewölbes zwischen den Eckpunkten von → Schildwand und → Gewölbescheitel.

Gewölbekeller: Ein von einer mehr oder weniger stark gebogenen bzw. zur Mitte hin aufstrebenden → Decke geprägter Raum, der überwiegend unterirdisch angelegt ist.

Gewölbelaibung: Die gekrümmten Innenflächen eines → Gewölbes.

Gewölbeleibung: Die gekrümmten Innenflächen eines → Gewölbes.

Gewölberücken: Die Außenflächen eines → Gewölbes. Die Innenflächen werden als »Laibung« bzw. »Leibung« bezeichnet.

Gewölberüstung: Das beim Bau von → Gewölben eingesetzte → Lehrgerüst. Es handelt sich um eine aus Lehrboden und stützendem Unterbau bestehende Konstruktion, die das Mauern unterstützt. Je nach Gewölbeform werden Gewölberüstungen halbrund, segment- oder spitzbogenförmig ausgelegt.

Gewölbesaal: Ein von einer zur Raummitte hin aufsteigenden → Decke überspannter → Saal.

Gewölbescheitel: Die Verbindungslinie höchster Punkte von → Spitzbogen-, → Segmentbogen-, → Tonnengewölben usw.

Gewölbeschenkel: Die beiderseits des → Gewölbescheitels abfallenden Flächen eines → Tonnen-, → Segmentbogen- oder → Spitzbogengewölbes.

Gewölbewalm: Bei Tonnengewölben die dreieckigen Abschnitte zwischen Widerlager und → Gewölbescheitel, die sich ergeben, wenn die Gewölbeecken durch (gedachte) Diagonalen verbunden werden. Der Gewölbewalm wird auch als »Wange« bezeichnet.

Gewölbewange: Bei Tonnengewölben die dreieckigen Abschnitte zwischen Widerlager und → Gewölbescheitel, die sich ergeben, wenn die Gewölbeecken durch (gedachte) Diagonalen verbunden werden. Die Gewölbewange wird auch als »Walm« bezeichnet.

Gewölbezwickel: Eine gekrümmte Fläche zwischen einzelnen → Bögen eines → Gewölbes.

GFK-Armierung: Siehe → GFK-Bewehrung.

GFK-Bewehrung: Ein aus Glasfaserlitzen und Kunstharz hergestelltes, zur Verstärkung von Betonbauteilen genutztes Element. Aus diesem Faserverbundwerkstoff geformte Stäbe sind zumeist profiliert; ihre Oberfläche kann mit grobkörnigem Sand überzogen werden, um ihre Hafteigenschaften zu verbessern. »GFK« steht für »glasfaserverstärkter Kunststoff«.

GFK-Rohr: Steht für »Glasfaser-Kunststoff-Rohr«.

GFZ (Bauplanungsrecht): Das Kürzel für »Geschossflächenzahl«. In dieser Kennzahl drückt sich das bestehende oder zulässige Verhältnis der summierten Geschossflächen aller Vollgeschosse eines Gebäudes zur Grundstücksfläche aus. Die GFZ bezieht sich auf die Außenmaße eines Gebäudes. Beispiel: Ein Grundstück umfasst 1.000 qm, die GFZ ist auf einen Wert von 1,5 festgesetzt. Folglich können 1.500 qm Gebäudefläche errichtet werden. Siehe auch → Grundflächenzahl.

Gge (Wohnen / Gewerbe): Eine gebräuchliche Verkürzung von → »Garage«.

GH (Handel): Ein gebräuchliches Kürzel für → »Großhandel«.

Ghetto (historisch): Ein zumeist abgeschlossenes Stadtviertel, in dem jüdische Gemeinschaften lebten bzw. leben mussten.

Ghat (Architektur, Bauwesen, Indien): Eine → Treppe, die zu einem künstlich geschaffenen oder natürlich entstandenen Gewässer führt. Viele Ghats dienen vor allem profanen Zwecken (z. B. dem Wäschewaschen), andere werden vorwiegend oder ausschließlich für rituelle Handlungen (Waschungen) genutzt.

Ghetto (moderner Sprachgebrauch): 1. Ein nahezu ausschließlich von Angehörigen diskriminierter ethnischer und / oder sozialer Minderheiten bewohntes Stadtviertel. 2. Eine abfällige Bezeichnung für ein städtisches Quartier, in dem ethnisch und sozial sehr homogene, regelhaft wohlhabende Bevölkerungskreise abgeschottet von anderen Bevölkerungsgruppen leben.

Ghiandone (Gestein): Ein Handelsname des Rosa Limbara. Der Begriff bezeichnet einen italienischen, weißlich bis rosa gefärbten Granit, der im Außenbau sowie im Innenausbau verwendet wird.

Ghibellinenzinne: Eine andere Bezeichnung der → Kerb- bzw. → Schwalbenschwanzzinne.