Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Geh – Gesche

Gefach: Ein von einfassenden Fachwerkelementen bzw. dem Balkenwerk eines Fachwerkhauses gebildetes Feld bzw. ein Leerraum. Werden Gefache z. B. mit Backsteinen, Lehmsteinen usw. geschlossen, werden sie Ausfachung genannt.

Gefangenenanstalt: Eine → Justizvollzugsanstalt, ein → Gefängnis.

Gefängnis: Ein Gebäude, Gebäudekomplex oder Gebäudetrakt, das bzw. der buchstäblich zum Wegsperren von Straftätern und / oder als kriminell verunglimpfter Personen (Dissidenten, politische Gefangene) dient. Die amtliche Bezeichnung ist »Justizvollzugsanstalt«.

Gefluder: Ein hölzernes oder metallenes Gerinne, das zur Zuführung oder Ableitung von Wasser dient. Eingesetzt wurde bzw. wird es u. a. im Bergbau und Mühlenbereich.

Gefrierschacht (Bergbau): Ein mittels → Gefrierschachtverfahren hergestellter → Schacht.

Gefrierschachtverfahren (Bergbau): Eine Schachtbohrung, die in einem künstlich vereisten Bodenkörper erfolgt. Dabei werden rund um die eigentliche Bohrstelle Löcher bis zu einem Stauhorizont gebohrt und mit unten geschlossenen Rohren bestückt, in die wiederum unten offene, kurz über der Sohle endende Fallrohre eingebracht werden. Die mit einer Kältemaschine verbundenen Fall- bzw. Gefrierrohre werden einem Kühlmittel beschickt. An der Sohle steigt dieses im jeweiligen Außenrohr auf und kühlt den umgebenden Bodenkörper unter den Gefrierpunkt (von Wasser) herab. Der Schacht kann nun wie in festem Gestein abgesenkt werden.

Gefrierverfahren (Bergbau): Siehe → Gefrierschachtverfahren.

Gefrierverfahren (Grundbau): Die Schaffung künstlich vereister Bodenkörper in Lockergesteinen und Sedimenten; die Vereisung dient dazu, den jeweiligen Bodenkörper zu stabilisieren, um die Arbeit in Baugruben gefahrlos und arbeitstechnisch leichter vollziehen zu können.

Gefrierverfahren (Tunnelbau): Ein auf Bodenvereisung beruhendes Verfahren zur Vortriebssicherung, das u. a. auch bei der Anlage von Startschächten und im Zuge der Herstellung von Verbindungen zwischen Tunnelröhren zum Einsatz kommt.

Gefügeknoten (Fachwerk): Ein Punkt, an dem zwei oder mehr Hölzer (Ständer, Rähm, Deckenbalken usw.) zusammentreffen.

Gehege (jägersprachlich): Ein eingezäuntes Revier, in dem Wild gejagt und gewöhnlich saisonal versorgt wird.

Gehege (Tierhaltung): Ein größeres eingezäuntes, ummauertes oder vergittertes Areal, in dem Lauf- oder Raubtiere gehalten werden (der Begriff wird weder auf Vieh noch auf flugfähige Vögel angewendet).

Gehrung: Eine Eckverbindung zweier winklig – zumeist mit 90 Grad – aufeinandertreffender, länglich ausgeformter Teile.

Gehsteig: Ein fahrbahnseitig durch → Bordsteine begrenzter, straßenbegleitender Gehweg.

Gehweg (physisch): Eine vergleichsweise schmal ausgelegte, Fußgängern vorbehaltene, bandartig entwickelte Verkehrsfläche.

Gehweg (zeitlich, distanziell): Der in Zeiteinheiten oder Längenmaßen fassbare Weg, der zu Fuß zurückzulegen ist bzw. zurückgelegt werden kann. Er spielt – ergänzt um qualitative Momente – eine wichtige Rolle im Rahmen einzelhandelsbasierter Nahversorgungskonzepte und der → ÖPNV-Planung.

Gehwegenetz: Die Gesamtheit miteinander verbundener → Gehwege innerhalb eines bestimmten Raumes.

Gehwegpflaster: Ein aus Einzelsteinen hergestellter Belag einer linear entwickelten Verkehrsfläche, die auf eine (nahezu) ausschließliche Nutzung durch Fußgänger ausgelegt ist.

Gehwegpflasterung (gegenständlich): Siehe → Gehwegpflaster.

Gehwegpflasterung (prozessual): Die Herstellung eines → Gehwegpflasters.

Geißfuß: Eine bildhafte Bezeichnung des Nageleisens. Es handelt sich um ein Spezialwerkzeug zum Ziehen eingetriebener Metallnägel. Es besteht aus einem Griff und einem stangenartigen Fortsatz, der am Ende bogenartig bzw. angedeutet schalenförmig ausläuft. Dieser Abschnitt besitzt eine tiefe Mittelkerbe, wodurch eine klauenähnliche Form entsteht. Die abgeflachten Enden gestatten es, auch tief eingeschlagene Nägel zu fassen.

Geison: Bei griechischen und römischen Bauwerken das vorkragende, oben an das Fries anschließende Kranzgesims. Das Geison wird auch als »Corona« bezeichnet.

Geisterstadt: Eine bildhafte Bezeichnung für eine von ihrer Bevölkerung dauerhaft verlassene → Stadt bzw. eine zu ihrer Zeit als Stadt betrachtete Siedlung. Geisterstädte können deutliche Verfallserscheinungen aufweisen, aber auch sehr gut erhalten sein. Typische Vertreter sind Städte, die den Eindruck erwecken, gerade erst verlassen worden zu sein. Vielfach werden mit dem Begriff US-amerikanische »Westernstädte« assoziiert. Tatsächlich stellen Geisterstädte ein weltumspannendes Phänomen dar. Weiterhin reicht die Bandbreite von einfachen, von Holz- oder Adobebauten geprägten Typen bis hin zu repräsentativen, von kunstvoll gestalteten (Groß)Bauwerken beherrschten Städten. Ein Beispiel für den ersten Typus bietet Kolmanskuppe (nahe Lüderitz, Namibia). Ein herausragendes Beispiel der monumentalen Geisterstadt liefert Fatehpur Sikri, die zeitweilige Residenzstadt des Mogul-Kaisers Akbar (nahe Agra, Uttar Pradesh, Indien.

Geknick: Eine regionale Bezeichnung für ein Gebück. Der Begriff steht für eine häufig von Wall und Graben begleitete Wehrhecke, eine als Annäherungshindernis bzw. Schutzwall dienende »grüne Mauer«. Geknicke entstanden, indem Stämme und Astwerk angepflanzter Bäume und / oder dorniger Sträucher abwärts gebogen und miteinander zu einem undurchdringlichen Dickicht verflochten wurden.

Gekuppelte Bauweise: Ein in Österreich üblicher Begriff, der sich auf die Verbindung zweier (Doppel)Haushälften durch eine gemeinsame Brand- bzw. Trennwand bezieht.

Gekuppelter Träger: Ein in der modernen Bautechnik bedeutungsloser, früher als Unterzug verwendeter Eisenträger, der aus mehreren Abschnitten bzw. Segmenten zusammengesetzt war.

Gekuppelte Säulen: Unmittelbar nebeneinaner angeordnete → Säulen, deren Basen und → Kapitelle einander berühren oder miteinander verschmolzen sind.

Gekuppeltes Fenster: Zwei mittels einer mittigen Säule bzw. durch einen Mittelpfosten gekuppelte Fenster bzw. Fensteröffnungen. Dieser Fenstertyp wird auch als »Biforium« oder »Zwillingsfenster« bezeichnet.

Geländemodell (gegenständlich): Eine dreidimensionale physische Abbildung eines → Geländes in verkleinerter bzw. miniaturisierter Form. Modelle können existierende Gelände(merkmale) abbilden, jedoch auch Zustände veranschaulichen, die früher bestanden oder künftig wahrscheinlich bestehen werden (infolge natürlicher Ereignisse und / oder nach Vollzug menschlicher Eingriffe). Im weiteren Sinn zählen auch Abbildungen fiktiver Gelände zu den Modellen.

Geländemodell, digitales: Eine elektronisch erzeugte, mehr oder minder detailreiche dreidimensionale Abbildung der (Boden)Oberfläche eines Gebietes. Ein Beispiel bietet das von der Wiener Stadtverwaltung erstellte Modell. Derartige Modelle stellen wichtige Planungsgrundlagen dar.

Geländer: Eine mehr oder minder stark durchbrochene, vertikale Absturzsicherung, häufig zugleich ein Personenführungselement. Geländer begleiten z. B. Brücken, Stege und Treppen.

Gelass: Kammerartiger, enger, zumeist dunkler Raum. Derartige »Löcher« wurden früher oftmals zur Dienstbotenunterbringung verwendet.

Geläufstein: Ein → Anschlagziegel, ein (angenähert) L-förmiger Ziegel zur Herstellung einer Fester- oder Türlaibung.

Gemach: Ein privater, von öffentlichen bzw. repräsentativen Zwecken dienenden Gebäudebereichen abgesetzter Wohnraum.

Gemach, heimliches (historisch): Eine Umschreibung für einen Abort, Abtritt, einen Klo- bzw. Toilettenraum.

Gemarchen: Eine Bezeichnung der → Gemarkung im Schweizerdeutsch.

Gemarkung (Deutschland): Ein Verband zumeist mehrerer bzw. zahlreicher Flurstücke, der im → Kataster als Flächeneinheit ausgewiesen ist. Bis vor den Eingemeindungswellen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts stimmten Gemeinde- und Gemarkungsgrenzen in aller Regel überein. Da die Gemarkungen von Zusammenlegungen betroffener Gemeinden im Kataster häufig nicht zusammengefasst wurden, bestehen viele heutige Gemeinden aus einigen Gemarkungen. Dessen ungeachtet werden Gemeindegebiet und Gemarkung im allgemeinen Sprachgebrauch gleichgesetzt. Die österreichische Entsprechung der Gemarkung ist die Katastralgemeinde.

Gemeindealtar: Eine andere Bezeichnung für den → Laienaltar.

Gemeindebau: Eine österreichische Bezeichnung für ein Mehrfamilienhaus, das im Rahmen des kommunalen Wohnungsbaus errichtet wurde.

Gemeindebezirk: Eine andere Bezeichnung für einen Stadtbezirk. Der Begriff steht für einen großstädtischen Teilraum, der als politische und verwaltungstechnische Einheit unter der Ebene der Gesamtstadt geführt wird. Diese Bezirke besitzen eigene Bürgermeister und Parlamente.

Gemeindestraße: Eine → Straße, deren → Baulast eine Gemeinde zu tragen hat.

Gemeindetypologie (Schweiz): Ein in Zusammenhang mit dem Zentren-Peripherie-Modell erstelltes Einordnungsschema der eidgenössischen Gemeinden. Unterschieden werden 22, zu 9 Haupttypen zusammengefasste Gemeindeklassen. Die jeweilige Zuordnung beruht u. a. auf der zentralörtlichen Stellung, der Einwohnerzahl, dem Pendlersaldo und dem Kaufkraftniveau (in der Schweiz wird von »Reichtum« gesprochen).

Gemeindeverbindungsstraße: Eine zwei Ortschaften (Gemeinden, Gemeindeteile) miteinander verbindende, außerhalb der geschlossenen Bebauung verlaufende → Straße, deren → Baulast eine Gemeinde trägt.

Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen (Deutschland): Kurzzeichen: GAEB. Ein Ausschuss unter Geschäftsführung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, der 2005 in den → Deutschen Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DVA) eingegliedert wurde. Aufgabe des GAEB ist es, den Einsatz der elektronischen Datenverarbeitung im Bauwesen zu fördern. Im GAEB sind Spitzenorganisationen öffentlicher und privater Auftraggeber, von Architekten, Ingenieuren und Bauwirtschaft aktiv.

Gemeinschaftsbahnhof: Ein bahnverkehrlicher Komplex, der die Infrastrukturen von zwei oder mehr Betriebsgesellschaften verbindet. Typische Vertreter sind die meisten an Staatsgrenzen liegenden Bahnhöfe.

Gemischte Baufläche (Planungswesen, Deutschland): Ein Areal (Grundstück, Grundstückszusammenhang), auf dem die Errichtung dauerhafter Gebäude, die einer Reihe unterschiedlicher Nutzungsarten dienen, zulässig bzw. vorgesehen ist. In → Flächennutzungsplänen werden derartige Flächen mit (M) gekennzeichnet. Zu den gewöhnlich statthaften Nutzungsarten zählen u. a. Wohnen, (kleinflächiger) Einzelhandel, nicht störendes Gewerbe und Büronutzungen.

Generaldirektor (Hotellerie): Branchensprachlich meist als »General Manager« oder kurz »GM« bezeichnet. Der Gesamtverantwortliche für einen Hotelbetrieb. In großen Häusern unterstehen ihm Bereichsdirektoren für Verkauf / Marketing, Personal und andere mehr.

General Manager (Hotellerie): Siehe → Generaldirektor (Hotellerie).

Generalübernehmer (GÜ): Ein Baudienstleister, der auf Grundlage eines Bauvertrages aktiv wird, jedoch – anders als der → Generalunternehmer – keine baulichen Eigenleistungen erbringt. Der GÜ vergibt diese durchgängig an Dritte; seine Funktion beschränkt sich auf die Organisation bzw. Koordination baulicher Arbeiten. Er ist – wenn man so will – Manager. Wird dem GÜ zusätzlich die Verantwortung für erforderliche Planungsleistungen übertragen, mutiert er begrifflich zum »Totalübernehmer«.

Generalunternehmer (GU): Ein Baudienstleister, der alle baulichen Leistungen, die sich mit einem Bauvorhaben verbinden, erbringt bzw. organisiert und koordiniert. Er arbeitet auf Grundlage eines Generalunternehmervertrages, der als Spielart des Werkvertrages aufzufassen ist. Derartige Verträge berechtigen ihn, zu erbringende Leistungen teilweise oder überwiegend an Dritte bzw. Subunternehmer / Nachunternehmer zu vergeben. Der »klassische« GU deckt zumindest Ausschnitte des baulichen Leistungsprogramms aus dem eigenen Unternehmen heraus ab. Regelhaft wird er mit der schlüsselfertigen Erstellung des gesamten Projektes betraut. In diesem Fall fungiert er als alleiniger Vertragspartner des Bauherrn. Somit haftet er vollumfänglich für eine fach- und termingerechte Auftragserfüllung. Abweichend von diesem prototypischen Generalunternehmermodell bestellen Auftraggeber bisweilen Teil-Generalunternehmer, die jeweils für die Erstellung einzelner oder mehrerer Gewerke verantwortlich sind.

Generalverkehrsplan: Eine begriffliche Entsprechung von »Verkehrsentwicklungsplan«. Es handelt sich um eine langfristig ausgerichtete, als strategische Handlungsleitlinie dienende Planung der verkehrsinfrastrukturellen Entwicklung eines bestimmten Gebietes (Stadt, Land, Staat). Entsprechende Pläne gründen auf projektiven Modellen in Bezug auf die voraussichtliche Verkehrsentwicklung (u. a. Verkehrsaufkommen, Verkehrsaufteilung). Die Planung zielt regelhaft nicht alleine darauf ab, jeweilige Infrastrukturen an erwartete Nachfragestrukturen anzupassen; vielmehr geht es darum, steuernd einzugreifen, also z. B. auf eine Verlagerung der Mobilität von Individualverkehrsmitteln auf den → ÖPNV hinzuwirken.

Geodäsie: Das Lehnwort für die umgangssprachlich als »Landvermessung», fachsprachlich als »Vermessungswesen« bezeichnete Disziplin.

Geodätische Kuppel: Eine sphärische Kuppelkonstruktion, die auf einem Verbund von Dreiecken beruht. Diese mit geringem Baustoffeinsatz herstellbaren → Kuppeln zählen zu den stabilsten und energetisch günstigsten Bauwerken. Sie widerstehen starken Erdbeben und heftigen Stürmen.

Geographisches Informationssystem: Kurz »GIS«. Ein datenbankbasiertes Computerprogramm, das herangezogen wird, um geographische Informationen zu erfassen, codieren, bearbeiten, organisieren, analysieren, miteinander zu verknüpfen und zu präsentieren. Die Einsatzgebiete sind vielfältig. Beispiele bieten Wettbewerbsanalysen (Einzelhandel, Hotellerie usw.), Filialnetzplanungen, die Kriminalistik (Verbrechenskarten) aber auch Bereiche, die an sich keinen geographischen Bezug aufweisen. Ein Beispiel hierfür bieten Dokumentationen in Zusammenhang mit der Restaurierung von Deckengemälden.

Geoinformationssystem: Siehe → Geographisches Informationssystem.

Geothermie (Disziplin): Einerseits die erdwissenschaftliche Analyse thermischer Verhältnisse innerhalb der Erde, andererseits die ingenieurtechnische Auseinandersetzung mit der Erdwärme und deren gezielter Nutzbarmachung für den Menschen.

Gerade Pyramide: Eine → Pyramide mit mehreckiger, einen Mittelpunkt aufweisender Grundfläche, deren (gedachte) Verbindung zwischen Spitze und Mittelpunkt senkrecht zur Grundfläche verläuft und die gleich lange Seitenkanten besitzt.

Gerader Treppenlift: Die einfachste Form eines → Treppenlifts, die – im Unterschied zum Kurventreppenlift – bei geradläufigen Treppen eingesetzt wird.

Gerades Tonnengewölbe: Ein → Tonnengewölbe mit rechteckigem Grundriss.

Geradläufige Treppe: Eine → Treppe mit geradem, mit nicht gekrümmten Lauf. Sofern ein Richtungswechsel erwünscht bzw. nötig ist, wird ein Absatz eingeschaltet.

Gerahmter Betonkern (Hochhauskonstruktion): Ein zentraler, ein Gebäude durchlaufender, für Stabilität sorgender Betonschacht, der neben statischen Aufgaben Erschließungsfunktionen übernimmt. So beinhaltet er Aufzugsysteme und Treppenhäuser. Gegenüber der »einfachen« Lösung sind gerahmte Betonkerne fester mit Außenrahmen und Decken des Gebäudes verbunden. Ihre Konstruktion verbindeten sich mit erhöhtem technischen und kostenmäßigen Aufwand, lässt jedoch 30 – 35 m höhere Bauten zu.

Geräteschuppen: Ein kleines, leicht gebautes, gewöhnlich aus Holz oder Metallblechen errichtetes Gebäude, das zur Aufbewahrung von Gerätschaften verschiedenster Art dient.

Gerichtskretscham (historisch): Eine auf Grundlage eines grundherrlich verliehenen Ausschankrechts geführte Dorfwirtschaft bzw. Schänke, die als Sitzungsort des Dorfgerichts diente.

Gerippebau: Siehe → Gerippebauweise.

Gerippebauweise: Eine selten verwendete Bezeichnung der Skelettbauweise. Es handelt sich um einen konstruktiven Ansatz zur Schaffung eines statischen Gesamtsystems. Er beruht auf einer gerippeartigen Verbindung von tragenden Gliedern. Es handelt sich um eine Konstruktion, deren tragende Elemente – anders als Mauern massiver Gebäude – regelhaft keine raumabschließende Funktion erfüllen. Diese Aufgabe fällt der angebrachten Hülle (Fassade) bzw. den im Allgemeinen nicht tragenden Innenwänden zu. Die Skelettbauweise ermöglicht es, ausnehmend hohe Gebäude mit stützenfreien bzw. stützenarmen Geschossflächen zu errichten.

Gerner: Eine in Österreich und Teilen Bayerns übliche Bezeichnung für ein → Ossarium bzw. → Beinhaus. Gewöhnlich bezieht sich der Begriff auf eine Friedhofskapelle, die auch als Beinhaus dient.

Gerüst (Bauwesen): Eine hölzerne oder metallene, die Vertikale erschließende Konstruktion, die zeitweilig errichtet wird, um Außen- oder Innenarbeiten in anderweitig kaum erreichbaren Gebäude- bzw. Raumhöhen zu gestatten, Bauarbeiten abzusichern oder Bogenstrukturen zu errichten. Moderne Gerüste bestehen aus standardisierten Bauteilen (Rahmen, Böden, Gerüstmatten usw.). Vertiefend siehe → Fanggerüst und → Lehrgerüst.

Gerüstbauer: Ein Bauarbeiter, der Gebäude- und Bauwerksgerüste aller Art aufstellt. Zu den Arbeitsfeldern zählt u. a. auch der Aufbau von Tribünen.

Gerüstbrücke: Auch »Trestle-« oder »Bockbrücke« genannt. Dieser Brückentyp wurde in Nordamerika entwickelt. Kennzeichnend ist ein über die volle Brückenlänge entwickelter, gerüstartiger Unterbau. Errichtet wurde die Konstruktion aus vorgefertigten Stützen und Balken aus Holz oder Stahl. Diese Brücken wurden fast ausschließlich im Eisenbahnbereich realisiert. Ein Vorteil ihrer Konstruktionsweise lag darin, dass sie schnell und von ungelernten Kräften errichtet werden konnten. Um die Lebensdauer war es – auch infolge vielfach schludriger Montage – oftmals schlecht bestellt. So stürzten in den USA während der letzten 25 Jahre des 19. Jahrhunderts mehr als 500 dieser Brücken ein.

Gerüster: Eine in Österreich verwendete Bezeichnung für »Gerüstbauer«. Ein Bauarbeiter, der Gebäude- und Bauwerksgerüste aller Art aufstellt. Zu den Arbeitsfeldern zählt u. a. auch der Aufbau von Tribünen.

Gerüstpfeilerbrücke: Eine von breiten, gerüstartig anmutenden Pfeilern getragene → Brücke, die – anders als die → Gerüstbrücke – eine stark aufgelöste Pfeilerfolge erkennen lässt.

Gerüsttreppe: Eine → Treppe, die bei → Gerüsten an die Stelle herkömmlicher Verbindungsleitern tritt. Ihre Vorteile liegen in erhöhter Standsicherheit, gesteigerter Belastbarkeit, erhöhter Beweglichkeit der Arbeiter und erleichtertem Material- und Gerätetransport.

Gesamtverkehrsplan: Auch als »Generalverkehrsplan« oder »Verkehrsentwicklungsplan« bezeichnet. Es handelt sich um eine langfristig orientierte, als strategische Handlungsleitlinie dienende Planung der verkehrsinfrastrukturellen Entwicklung eines bestimmten Gebietes (Stadt, Land, Staat). Entsprechende Pläne gründen auf projektiven Modellen hinsichtlich der voraussichtlichen Verkehrsentwicklung (Verkehrsaufkommen, Verkehrsverteilung etc.). Gesamtverkehrspläne zielen nicht alleine darauf ab, jeweilige Infrastrukturen an erwartete Nachfragestrukturen anzupassen; vielmehr geht es darum, steuernd einzugreifen, also etwa auf eine Verlagerung der Mobilität von Individualverkehrsmitteln auf den → ÖPNV hinzuwirken.

Geschäft (Einzelhandel, räumlich): Eine räumlich erkennbar eigenständige Einheit, die zum Zweck des Abverkaufs von Waren an private Endverbraucher genutzt wird.

Geschäftsband: Eine zeilenartig entwickelte bzw. lineare Abfolge kleinerer, dem → Einzelhandel und / oder dem → Ladenhandwerk angehörender Betriebe.

Geschäftseinheit (Einzelhandel, räumlich): Siehe → Geschäft (Einzelhandel, räumlich).

Geschäftsfläche (Einzelhandel): Die Gesamtfläche einer Verkaufsstätte als Summe aller Verkaufs-, Lager- und Sozialflächen etc.

Geschäftsgrundriss (Einzelhandel): Die Grundflächenform eines Ladens bzw. Geschäftes. Der Begriff kann rein auf Verkaufsflächen bzw. Verkaufsräume bezogen werden, deren Zuschnitt über die gestalterischen Möglichkeiten und letztlich die erzielbaren Umsätze entscheidet. Grundsätzlich sind jedoch Lager-, Sozial- und Verwaltungsflächen zu berücksichtigen.

Geschäftshotel: Siehe → Geschäftskundenhotel.

Geschäftskundenhotel: Ein Hotel, das sich vorrangig der Bedienung von Geschäftsreisenden verschreibt und seine Marketingaktivitäten entsprechend ausrichtet. Die Raumkonzepte tragen dem (angestrebten) Tagungsgeschäft Rechnung, indem Besprechungsräume und Veranstaltungssäle vorgehalten werden. Selbstredend nehmen derartige Hotels auch »gewöhnliche« Reisende auf.

Geschäftskundenrate (Hotellerie): Angesprochen ist die »Firmenrate», ein Sondertarif für Mitarbeiter bestimmter Unternehmen, den viele Hotels anbieten bzw. akzeptieren, um Geschäftskunden zu gewinnen und / oder an sich zu binden.

Geschäftslokal (Einzelhandel): Eine angestaubte Bezeichnung für eine Kunden zugängliche, einzelhandelsgenutzte räumliche Einheit. Kurz: ein Ladengeschäft.

Geschäftsmeile (Einzelhandel): Eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine lange, von einer nahezu geschlossenen Abfolge von Einzelhandelseinrichtungen gekennzeichnete Straße bzw. Raumachse. Der Begriff wird zumeist auf Kernlagen großstädtischer Hauptzentren, einzelhandelsdominierte Hauptachsen flächenmächtiger metropolitaner Stadtteilzentren und → Konsumlagen von Metropolen bezogen.

Geschäftsviertel (Einzelhandel): Im eigentlichen Wortsinn ein außerordentlich stark von Einzelhandelsbetrieben durchsetzter bzw. wahrnehmungsbezogen entscheidend von → Einzelhandelsgeschäften geprägter Stadtteil. Tatsächlich handelt es sich zumeist nur um einen mehr oder minder flächenhaft entwickelten Einzelhandelsbereich innerhalb eines städtischen Viertels.

Geschäftszeile: Eine bandartige Abfolge kleinerer, dem → Einzelhandel und / oder dem → Ladenhandwerk zuzählender Betriebe.

Geschäftszuschnitt: Der Grundriss eines Ladens bzw. Geschäftes. Vertiefend siehe → Geschäftsgrundriss (Einzelhandel).