Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Gas – Gel

Gasbeton: Die veraltete Bezeichnung für »Porenbeton«. Ein durch Blähung stark porosierter, entsprechend leichter dampfgehärteter Baustoff, der auf Kalk-, Kalkzement- oder Zementmörtelbasis hergestellt wird. Der Namensgebung zuwider, ist der Baustoff kein Beton.

Gasheizung (Gebäude): Eine technische Einrichtung zur aktiven, steuerbaren Erwärmung von Räumen bzw. Gebäuden, die auf dem Einsatz brennfähiger Gase (Biogas, Erdgas usw.) beruht. Der Brenner erhitzt den Wärmeträger (Luft, Wasser), der über eine Umwälzanlage in die zu beheizenden Räume transportiert wird.

Gasometer: Ein oberirdischer Großbehälter zur Speicherung von Gasen (Biogas, Erdgas usw.) auf Niederdruckbasis.

Gasse: Eine schmale und verhältnismäßig kurze, zumeist befestigte bzw. gepflasterte Bewegungslinie, die zuvorderst der kleinräumigen Bewegung von Fußgängern, in vielen Kulturen nach wie vor auch der Nutzung durch Packtiere und Lastkarren dient. Gassen werden regelhaft von Gebäuden gesäumt.

Gasspeicher: Eine Sammelbezeichnung für diverse Einrichtungen zur sicheren Speicherung von Gasen (Biogas, Erdgas, Flüssiggas usw.). Zu diesen Speichern zählen oberirdische Bauwerke bzw. Großbehälter und unterirdische Anlagen (Kavernen, Röhrenspeicher usw.).

Gästebad (Wohnsektor): Ein verbreitet in einem anderweitig schwer nutzbaren Haus- oder Wohnungswinkel untergebrachter Raum mit WC und Waschbecken bzw. Waschtisch, teils auch Dusche oder Wanne, der keiner regelmäßigen Nutzung durch die Bewohner, sondern zuvorderst dem Gebrauch durch Besucher gewidmet ist. Heute wird Gästebädern in Bezug auf Platzierung und Ausstattung vielfach erhöhtes Augenmerk zuteil. Es handelt sich um einen nicht genormten bzw. spezifizierten Begriff.

Gäste-Bad: Siehe → Gästebad.

Gästebereich (Hotellerie, Gastronomie): Räumlichkeiten, die zum Aufenthalt von bzw. zur Nutzung durch Gäste vorgesehen und diesen somit zugänglich sind. Davon abgegrenzt sind Räume oder Gebäudebereiche, die lediglich von Personal und betrieblich beauftragen Personen genutzt und betreten werden dürfen.

Gästeempfang (räumlich, Hotellerie): Der Empfangstresen (Front Desk) samt Infrastrukturbereich und zugehörigem Vorfeld, an dem Gäste, Besucher oder Lieferanten begrüßt, ein- und ausgetragen sowie unterstützt werden. Ein inhaltsgleiches Lehnwort ist »Rezeption«.

GaStellV (Verkehr): Steht für »Garagenstellplatzverordnung«.

Gästemix: Die Zusammensetzung des Gastaufkommens eines Hotels oder Restaurants nach spezifischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Familienstand, Einkommensgruppe usw.

Gäste-WC: Identisch mit der minimalistisch ausgestatteten Form des → Gästebades. Dieser Raum bietet regelhaft lediglich WC und Waschbecken bzw. einen kleinen Waschtisch.

Gästezimmer (Hotellerie): Ein möblierter, in seiner zeitgemäßen Form mit Nassbereich ausgestatteter Raum, der zwecks Gewinnerzielung an häufig wechselnde Gäste eines Beherbergungsbetriebes (Hotel, Pension usw.) vermietet wird.

Gästezimmerverfügbarkeit (Hotellerie): Eine vergleichsweise selten genutzte deutsche Entsprechung der »Guest Room Availability« (die zumeist zu »Room Availability« oder »Availability« verkürzt wird). Die Bezeichnung steht für die Anzahl zur sofortigen Vermietung verfügbarer Gästezimmer in einem → Hotel.

Gastgewerbe: Korrekt ist an sich »Hotel- und Gastgewerbe», abgekürzt »HoGa«. Der Begriff bezeichnet die gewerbsmäßige Beherbergung und / oder Verpflegung zahlender Gäste in einem für diesen Zweck ausgelegten Betrieb.

Gasthaus: Eine Gaststätte, eine Gastwirtschaft bzw. ein Wirtshaus. Vor allen Gasthäuser in ländlichen Gegenden bieten häufig zumindest einige Zimmer für zahlende Übernachtungsgäste an.

Gasthof: Ein überwiegend in ländlicher bzw. kleinstädtischer Umgebung zu findender Gastronomiebetrieb, der eine kleinere Anzahl von Gästezimmern bereithält.

Gaststätte: Ein vorwiegend oder zumindest stark auf die Verköstigung zahlender Kunden ausgerichtetes Lokal.

Gastungspflicht (historisch): Eine Burgherren, Klöstern, Städten usw. auferlegte Verpflichtung, durchreisende Landesherren samt Gefolge und / oder den König sowie Angehörige des königlichen Hofstaates zu beherbergen. Derartige Besuche konnten sich zur wirtschaftlich kaum verkraftbaren Bürde auswachsen.

Gas- und Dampfturbinen-Kombikraftwerk: Siehe → Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk.

Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk: Namensgemäß ein Kraftwerk, das zwei Kraftwerkstypen bzw. deren Wirkungsmechanismen in sich verbindet. Dabei wird verdichtete Luft zusammen mit Erdgas verbrannt; die heißen Verbrennungsgase treiben die Gasturbine an. Die heißen Abgase verwandelt im Abhitzekessel befindliches Wasser in Dampf, der zum Antrieb der Dampfturbine genutzt wird. Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke besitzen einen hohen Wirkungsgrad; eingesetzt werden sie vor allem im Mittellastbereich.

Gate (Verkehrswesen): Die eingedeutschte englische Bezeichnung für einen → Flugsteig.

Gated Community: Eine am Reißbrett entworfene, abgeschottete und zugangskontrollierte Nachbarschaft, die regelhaft eine in Bezug auf den Sozialstatus homogene Bevölkerung kennzeichnet. Verbreitet sind diese teils festungsartig gesicherten Wohngebiete typischerweise in sozial und / oder ethnisch hochgradig polarisierten »Gesellschaften« (USA, Brasilien, Südafrika usw.).

Gatter (Tor): Ein Latten- bzw. Gittertor zumeist mittlerer Höhe.

Gaube: Kurzform von »Dachgaube«. Ein aus geneigten Dächern vorspringender bzw. ihnen entwachsender, früher regelhaft mit einem Fenster versehener, heute bisweilen mehrseitig befensterter oder umlaufend verglaster Aufbau. Gauben dienen der natürlichen Belichtung und Belüftung sowie der Flächenerweiterung von Dachräumen, die zumeist zu Wohnzwecken genutzt werden. Die Stirnseite von Gauben ist gewöhnlich von der → Traufe in Richtung → First zurückversetzt, kann jedoch auch mit der Fassade abschließen. Eine seltener verwendete Schreibweise von »Gaube« ist »Gaupe«.

Gaubenwange: Eine zumeist senkrecht ausgebildete Seitenfläche einer → Gaube.

Gaupe: Eine andere Schreibweise von »Gaube«. Ein aus geneigten Dächern vorspringender bzw. ihnen entwachsender, früher gewöhnlich mit einem Fenster versehener, heute auch mehrseitig befensterter oder dreiseitig verglaster Aufbau. Gauben dienen der natürlichen Belichtung und Belüftung sowie der Flächenerweiterung von Dachräumen, die zumeist zu Wohnzwecken genutzt werden. Die Stirnseite von Gauben ist meist von der → Traufe zur → Firstlinie hin zurückversetzt, kann aber auch mit der Fassade abschließen.

Gaupenwange: Eine gewöhnlich senkrecht ausgebildete Seitenfläche einer → Gaube.

GaVO (Verkehr): Das Kürzel für → »Garagenverordnung«.

GB (Bahnverkehrswesen, Schweiz): Steht für → »Güterbahnhof«.

Gbf (Bahnverkehrswesen, Deutschland): Das Kürzel für → »Güterbahnhof«.

GBV (Schweiz): Das Kürzel für → »Grundbuchverordnung«.

GDB (Grundstückswesen, Österreich): Das Kürzel für → »Grundstücksdatenbank«.

GE (Bauplanungsrecht, Deutschland): Der amtliche Kürzel für »Gewerbegebiet«. Im Sinne der → Baunutzungsverordnung handelt es sich um einen kommunalen Teilraum, in dem die Ansiedlung von Gewerbebetrieben verschiedenster Art (Handwerk, Lager / Logistik, Verwaltung, Tankstellen usw.) zulässig ist.

Gebälk (antike Architektur): Eine Säulenordnung oben abschließende, die Dachkonstruktion tragende Komponenten griechischer und römischer Bauwerke. Das Gebälk setzt sich zusammen aus → Architrav, → Fries, → Geison und Kranzgesims.

Gebälk (kontruktiv): Ein Verband mehrerer → Balken bzw. die Gesamtheit aller Balken einer Konstruktion.

Gebäude: Ein infolge baulicher Maßnahmen entstandenes Gebilde, das mehr oder minder gegenüber der Umwelt abgeschlossene Räume schafft. Deutsche Landesbauordnungen definieren »Gebäude« sinngemäß als zugängliche, selbständig nutzbare, überdeckte bauliche Anlagen, die dem Schutz von Menschen, Tieren und Sachen dienen. Oft synonym wird der Begriff »Bauwerk« verwendet, in dem jedoch eine stärkere technische bzw. konstruktive Note mitschwingt. So ist eine Brücke per definitionem kein Gebäude, sondern eben ein Bauwerk bzw. eine Konstruktion. Oder: Ein Tiefenbunker lässt sich schon gefühlter Maßen schwerlich als »Gebäude« bezeichnen.

Gebäudeabbruch: Siehe → Gebäudeabriss.

Gebäudeabnahme: Die von Bauherrenseite erfolgende Bescheinigung, dass der Auftragnehmer eines Bauprojektes vereinbarte Leistungen ordnungsgemäß und vollständig erbracht hat. Gewöhnlich beruht diese Bestätigung auf einer eingehenden Prüfung der jeweiligen Immobilie. Bis zur endgültigen Abnahme liegt die Beweispflicht bei eventuell reklamierten Mängeln oder bei Beanstandung nicht vertragsgemäß ausgeführter Arbeiten beim Auftragnehmer. Auch nach vollzogener Abnahme können entdeckte Unzulänglichkeiten beanstandet und Nacharbeiten eingefordert werden, doch kehrt die Abnahme die Beweislast um. Sollte eine Immobilie Mängel erkennen lassen, die einen zweckentsprechenden Gebrauch dauerhaft beeinträchtigen, kann der Bauherr die Abnahme verweigern. Meist wird die Gebäudeabnahme schlicht »Abnahme« oder »Bauabnahme« genannt.

Gebäudeabnahme, fiktive: Eine gleichsam automatische Form der Abnahme, die in zwei Varianten vorkommt: 1. Ein Gebäude gilt als abgenommen, wenn der Auftragnehmer schriftlich – etwa durch Übersendung einer Schlussrechnung – feststellt, dass vereinbarte Leistungen erbracht sind und der Bauherr nicht innerhalb einer Frist von zwölf Werktagen widerspricht bzw. auf nicht oder mangelhaft erbrachte Leistungen verweist. 2. Als fiktiv abgenommen kann ein Objekt auch gelten, wenn es sechs Werktage unbeanstandet bezogen ist bzw. genutzt wurde.

Gebäudeabnahme, förmliche: Die übliche Form der Abnahme, bei der Auftragnehmer und Bauherr die Immobilie gemeinsam begehen, Mängel, unerledigte Arbeiten etc. erfassen oder günstigenfalls die sachgerechte und vollständige Ausführung vereinbarter Leistungen feststellen. Das regelhaft erstellte Begehungsprotokoll ist von beiden Parteien zu unterschreiben.

Gebäudeabnahme, stillschweigende: Eine mittelbare Abnahme, ohne gemeinsame Objektbegehung durch Bauherrn und Auftragnehmer. Die Abnahme gilt als vollzogen, wenn der Bauherr das Gebäude stillschweigend bezieht und / oder die gestellte Abschlussrechnung begleicht.

Gebäudeabriss: Die planmäßige bzw. kontrollierte Zerstörung, Niederlegung, Abtragung eines → Gebäudes.

Gebäudeareal (Schweiz): Gemäß → Arealstatistik die Summe von Gebäudegrundfläche und den → Umschwung bildenden Flächen.

Gebäudeaußenhaut: Den Innenraum umschließende bzw. definierende und gegen den Außenraum abgrenzende Gebäudeteile. Hierzu zählen beispielsweise das Dach, die Außenwände und Fenster. Andere Begriffe für »Gebäudeaußenhaut« sind die Kurzform »Außenhaut« und die Bezeichnung »Gebäudehülle«.

Gebäudeausrüstung, technische: Einrichtungen, die zur regulierbaren Versorgung von Gebäuden und Bauwerken mit Energie (Strom, Wärme), Wasser und Luft, aber auch der Entsorgung, dem Schutz von Gebäuden und der Gebäudeautomation dienen. Eine inhaltsgleiche Bezeichnung ist »Gebäudeversorgungstechnik«.

Gebäudeausstattung, technische: Siehe → Gebäudeausrüstung, technische.

Gebäudebesitz: Alltagssprachlich häufig, allerdings fälschlich mit dem → Eigentum an einem Gebäude gleichgesetzt. Wenngleich Besitz und Eigentum in einer Hand vereint sein können, bezeichnet »Besitz« lediglich die faktische Herrschaft über eine Sache. Legaler Besitz unterliegt regelhaft verfügungsbeschränkenden Bedingungen. Er kommt beispielsweise durch Abschluss eines → Mietvertrages zustande. Der Begriff bezeichnet auch das jeweilige Gebäude an sich.

Gebäudebesitzer: Eine natürliche oder juristische Person, die Besitzrechte an einem → Gebäude genießt. Siehe → Gebäudebesitz.

Gebäudebetriebskosten: Alle laufend entstehenden Kosten, die sich mit dem Eigentum an einem Gebäude bzw. seiner Nutzung verbinden. Zu den Betriebskosten zählen u. a. Grundsteuer, Ver- und Entsorgungskosten sowie Haftpflicht- und Sachversicherungen. Grundsätzlich stellen auch alle von Mietern zu tragenden bzw. auf diese umlegbaren Positionen Betriebskosten dar.

Gebäudebrücke: Eine → offene oder vollständig eingehauste Brücke, die sich zwischen zwei Gebäuden spannt. Ein bekanntes Beispiel ist die Seufzerbrücke in Venedig, Italien.

Gebäudeeigentum: Das im Rahmen einer Rechtsordnung umfänglichste Herrschafts- und Verfügungsrecht, das eine natürliche oder juristische Person über ein → Gebäude ausüben kann. In Deutschland ist das Eigentum an einer Immobilie mit einer Grundbucheintragung verbunden. Der Eigentumsbegriff bezeichnet auch das Gebäude selbst.

Gebäudeeigentümer: Eine natürliche oder juristische Person, die Eigentumsrechte an einem → Gebäude besitzt. Siehe → Gebäudeeigentum.

Gebäudeensemble: Eine Gruppe eigenständig errichteter Gebäude, deren Bauten als funktionaler und / oder architektonischer Verbund wahrgenommen werden, wobei die optische Gesamtwirkung über der Ausstrahlung jeweiliger Einzelgebäude steht.

Gebäudeentkernung: Der Rückbau aller Gebäudebereiche bzw. eines wesentlichen Anteils der Bausubstanz innerhalb der Außenmauern. Bei einer totalen Entkernung bleiben lediglich Außenmauern und → Gründung erhalten.

Gebäudefassade: Gewöhnlich mit den Außenwänden eines → Gebäudes gleichgesetzt. Dieser rein funktionalen Auffassung zuwider hebt der Begriff jedoch stark auf die Anmutung bzw. die optische Wirkung und Wahrnehmung sowie das Gliederungsprinzip der Gebäudehülle bzw. der Schauseite ab. Selbstredend spielen auch funktionale und konstruktive Gesichtspunkte eine Rolle, was beispielsweise die Begriffe »Blendfassade», »Medienfassade« (funktional) oder »Vorhangfassade« (konstruktiv) verdeutlichen.

Gebäudefront: Im engeren Sinn die Haupt- bzw. Schauseite eines Gebäudes, im weiteren Sinn eine einem Raum (z. B. einem Hof) zugewandte Fassade.

Gebäudefundament: Der konstruktiv ausgebildete Übergang vom Boden zum Gebäude bzw. die Gebäudegründung. Zweck des Fundaments ist es, ein Gebäude derart zu verankern, dass es von möglichen Bodenverformungen und / oder Bodenbewegungen infolge von Austrocknung, Aufschwemmung, Frosthub, Erdbeben usw. nicht (wesentlich) beschädigt werden kann.

Gebäudefunktion: Die Zweckbestimmung, der Nutzungszweck eines Gebäudes.

Gebäudegründung: Siehe → Gebäudefundament.

Gebäudeheizung: Eine Einrichtung bzw. ein Gerät zur aktiven, kontrollierten Erwärmung eines Gebäudes oder Bauwerkes.

Gebäudehülle: Die Gesamtheit aller Bauteile bzw. Gebäudeteile, die den Innenraum umschließen bzw. definieren und gegen den Außenraum abgrenzen. Hierzu zählen beispielsweise das Dach, die Außenwände und Fenster. Andere Begriffe für »Gebäudehülle« sind »Gebäudeaußenhaut« oder kurz »Außenhaut«.

Gebäudeinstandhaltung: Maßnahmen zur Bewahrung des Gebäudezustandes auf Ausgangsniveau.

Gebäudeinstandsetzung: Wiederherstellung des Ausgangszustandes einer Immobilie oder eines funktionstüchtigen Zustandes.

Gebäudeinventar (Allgemeinverständnis): Die Gesamtheit aller Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände innerhalb eines → Gebäudes.

Gebäudekomplex: Eine Gruppe miteinander verbundener Gebäude mit oder ohne eingeschaltete Höfe bzw. Räume. Ein entscheidendes definitorisches Kriterium ist, dass die Gebäude als Einheit wahrgenommen werden bzw. einen Nutzungszusammenhang aufweisen, der sich regelhaft in inneren Wegeverbindungen spiegelt.

Gebäudemodell (gegenständlich): Eine realistische Wiedergabe eines → Gebäudes in verkleinerter bzw. miniaturisierter Form. Modelle können Nachbildungen bestehender Bauten darstellen, jedoch auch als Vorstudien bzw. Veranschaulichung geplanter Gebäude dienen oder auf Fantasieentwürfen beruhen.

Gebäudemodernisierung: Heranführung einer Immobilie an einen zeitnahen Standard.

Gebäudeniederlegung: Der planmäßige bzw. kontrollierte Abriss eines → Gebäudes. Von »Niederlegung« wird insbesondere in Bezug auf hohe Gebäude gesprochen.

Gebäudenutzungsdauer: Strikt logisch betrachtet der Zeitraum zwischen Erstbezug eines Gebäudes und dem endgültigen Auslaufen seiner Nutzung. In Bezug auf die Nutzungsdauer sind technisch-technologische und wirtschaftliche Nutzungsdauer – in aller Regel der kürzere Zeitraum – zu unterscheiden. Die Gesamtnutzungsdauer unterscheidet sich u. a. je nach Nutzungsart. Erfahrungsgemäß werden im Rahmen der Wertermittlung angesetzte Lebensspannen von vielen Gebäudetypen (noch) erheblich überschritten, da sich Immobilien durch modernisierende Maßnahmen gleichsam verjüngen lassen.

Gebäudereihe: Eine entlang einer räumlichen Achse errichtete, (weitgehend) geschlossene Abfolge mehrerer bzw. zahlreicher → Gebäude.

Gebäuderenovierung: Maßnahmen zur Wiederherstellung des Ausgangszustandes eines Gebäudes oder eines funktionstüchtigen Zustandes.

Gebäuderückbau: Ein teilweiser oder vollständiger Abbruch eines → Gebäudes.

Gebäudesanierung: Umfassende Instandsetzung und Modernisierung einer abgewirtschafteten bzw. technisch und / oder funktional erheblich überalterten Immobilie.

Gebäudeskelett: Eine tragende Gebäudestruktur, die sich aus Stützen (vertikale Elemente) und Riegeln (horizontale Elemente) zusammensetzt. Optisch stellt sich das Skelett als dreidimensionales Gitterwerk dar.

Gebäudestandard: Die bauliche und technische bzw. ausstattungsbezogene Qualität eines → Gebäudes.

Gebäudesubstanzwert: Der materielle Wert eines Bauwerkes. Den Ausgangspunkt bildet der umbaute Raum in Kubikmeter. Die Wertberechnung gestaltet sich einfach: Ermittelte Kubikmeter multipliziert mit dem alters- bzw. zustandsbezogen angemessenen Raumpreis gleich Gebäudesubstanzwert.

Gebäudetechnik: Einrichtungen, die zur regulierbaren Versorgung von Gebäuden und Bauwerken mit Energie (Strom, Wärme), Wasser und Luft, aber auch der Entsorgung, dem Schutz von Gebäuden und der Gebäudeautomation dienen. Inhaltsgleiche Bezeichnungen sind »Gebäudeversorgungstechnik« und »technische Gebäudeausrüstung«.

Gebäudeversorgungstechnik: Technische Einrichtungen, die zur regulierbaren Versorgung von Gebäuden und Bauwerken mit Energie (Strom, Wärme), Wasser und Luft, aber auch der Entsorgung, dem Schutz von Gebäuden und der Gebäudeautomation dienen. Der Begriff bezeichnet auch das Fachgebiet selbst. Er stellt einen über alle Gebäudetypen, Gebäudegrößenklassen und Bauwerksarten hin anwendbaren Begriff dar.

Gebäudewert (monetär): Der zu einem Stichtag unter marktüblichen Umständen erzielbare Verkaufspreis eines → Gebäudes.

Gebäudewertermittlung: Eine methodensichere Ableitung des → Verkehrswertes für ein Gebäude unter Vernachlässigung des Bodenwertes. Als Grundlage dienen → Ertragswertverfahren, → Vergleichswertverfahren, die DCF-Methode und (nicht nur bei Renditeobjekten nur eingeschränkt belastbar) das → Sachwertverfahren.

Gebäudezeile: Eine entlang einer Raumachse errichtete, (weitgehend) geschlossene Abfolge mehrerer bzw. zahlreicher → Gebäude.

Gebäudezustandsbericht: Ein von einem Sachverständigen zu erstellender Report, der Auskunft über den strukturellen und versorgungstechnischen Zustand eines Gebäudes gibt. Idealtypisch beinhaltet er eine eingehende Gebäudebeschreibung und listet Mängel sowie eventuelle Bauschäden auf.

Gebinde (Fachwerk): Eine Einheit aus zwei durch einen Ankerbalken verbundenen, einander gegenüberliegenden Seitenständern und zwei Kopfbändern.

Gebirge (Bergbau): Auch »Berge« genannt; das Gestein, in dem die Grubenbaue eines Bergwerks angelegt sind.

Gebot, städtebauliches (Baurecht, Deutschland): Eigentlich ein »städtebaulich begründetes Gebot«. Es handelt sich um ein im Baugesetzbuch verankertes Recht einer Gemeinde, → Grundstückseigentümer zu bestimmten Handlungen oder Duldungen zu verpflichten. Vertiefend siehe → Baugebot, → Modernisierungs- und Instandsetzungsgebot, → Pflanzgebot sowie → Rückbau- und Entsiegelungsgebot.

Gebrannter Kalk: Eine andere Bezeichnung für Calciumoxid bzw. Ätzkalk. Es handelt sich um einen puderigen, stark exotherm mit Wasser reagierenden Stoff. Gebrannter Kalk wird vor allem bei der Herstellung von Kalksandstein sowie als Zugabe zu Mörteln und Putzen verwendet.

Gebrochener Giebel: Ein → Giebel, dessen oberer Mittelabschnitt offen ist, also keine durchgängige Konturlinie aufweist. Diese Aussparung nahm vielfach ein- oder vorgesetztes Zierwerk auf, das oftmals über die Giebellinie hinausreichte. Gesprengte Giebel tauchen bereits in der antiken Architektur auf; sie wurden zu einem typischen Stilmerkmal barocker Bauten.

Gebück (historisch): Eine häufig von Wall und Graben begleitete Wehrhecke, eine als Annäherungshindernis bzw. Schutzwall dienende »grüne Mauer«. Gebücke entstanden, indem Stämme und Astwerk angepflanzter Bäume und / oder dorniger Sträucher abwärts gebogen und miteinander zu einem undurchdringlichen Dickicht verflochten wurden.

Geckpfahl: Eine westfälische Bezeichnung für einen verzierten Holzpfahl, der senkrecht aus der Spitze eines Fachwerkgiebels ragt.

Gedenkstätte: Ein Ort, örtlich gebundenes Kunstwerk, → Gebäude, → Bauwerk, → Garten oder eine bauliche Anlage mit dem Charakter einer Erinnerungsstätte bzw. eines Denkmals im Sinne einer Erinnerung an Personen oder Ereignisse.

Geesthardenhaus: Ein in Zweiständerbauweise errichtetes, traufständiges Langhaus, das ein gewöhnlich reetgedecktes → Krüppelwalmdach besitzt. Wohn- und Wirtschaftsbereich befinden sich unter einem Dach, sind im Inneren jedoch voneinander getrennt; das Haus weist eine Querteilung auf. Die → Ständer liegen auffallend nahe an der jeweiligen Außenwand. Die Wände bestanden anfangs aus Grassoden, Lehm oder (seltener, weil selten) Holz; in späterer Zeit wurden vermehrt Backsteine verbaut. In sturmflutgefährdeten Gebieten erhielt sich die traditionelle Ständerbauweise (wobei bei modernen Gebäuden auf den Halligen Holz teils durch Beton ersetzt wurde), während die Dachpartien der Wohnbereiche in flutsicheren Landschaften seit dem 18. Jahrhundert teils auf tragende Außenwände gesetzt wurden. Der Haustyp kommt nicht nur in der Geest, sondern auch in Marschgebieten vor; er wird auch als »cimbrisches« oder »Schleswiger Haus« bezeichnet.

Gefängnishotel: Eine Spielart des Themenhotels, die in einstigen Justizvollzugsanstalten eingerichtet ist. Regelhaft bleibt die ursprüngliche Gefängnisatmosphäre erhalten, d. h. es werden allenfalls minimale bauliche Anpassungen vorgenommen. Teils wird ein Rahmenprogramm in Form von Rollenspielen angeboten.

Gefütterter Graben: Ein mit befestigten, zumeist gemauerten Seitenflächen bzw. Flanken versehener → Graben.

Gegenburg: Ein funktional, nicht bautypologisch unterlegter Begriff, der eine → Burg bezeichnet, die unweit feindlicher Befestigungsanlagen errichtet wurde. Als extremer Vertreter kann die → Belagerungsburg aufgefasst werden. Die typische Gegenburg diente hingegen keiner zeitlich begrenzten Belagerung, sondern der langfristigen territorialen Sicherung bzw. einer Ausdehnung des eigenen Einflussgebietes. Wurde eine zur dauerhaften Nutzung vorgesehene → Gegenburg in feindlichem Territorium erbaut, greift der Begriff → »Okkupationsburg«.

Gegenmine (Belagerungswesen): Ein von Verteidigern einer Burg, Festung oder Stadtbefestigung einer unterirdischen feindlichen → Grabung entgegengetriebener Gang bzw. Stollen. Vertiefend siehe → Mine (Belagerungswesen).

Gegenort (Bergbau): Ein Bereich, von dem aus ein → Grubenbau – regelhaft eine → Strecke – einem zweiten entgegengefahren wird.