Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Fr – Frei

Frachtenbahnhof: Die in Österreich übliche Bezeichnung für einen → Güterbahnhof.

Frachtflughafen: Ein baulicher Komplex, der auf die Abwicklung regelmäßigen Lufttransports von Gütern ausgelegt ist.

Frachtterminal (Flughafen): Ein Bereich bzw. ein baulicher Komplex, der zur Abwicklung des Frachtverkehrs, also dem Güterumschlag in einem → Flughafen dient.

Franchisemakler (immobilienbezogen): Ein rechtlich und wirtschaftlich eigenständiger Marktmittler, der sein Geschäft unter dem Namen bzw. Namenszusatz eines Unternehmens führt, das den konzeptionellen und marketingbezogenen Rahmen sowie Know-how liefert und den Makler gegen Zahlung einer laufend von diesem zu entrichtenden Gebühr unter dieser Dachmarke arbeiten lässt. Der Makler profitiert von der Bekanntheit, Reichweite und Marktdurchdringung des Franchisegebers, dieser wiederum erzielt regelmäßige Zusatzeinnahmen.

Franchisevertrag (Hotellerie): Bei dieser vertraglichen Variante schlüpft ein Hoteleigentümer, Pächter oder eine Managementgesellschaft wahrnehmungsbezogen und / oder funktional unter das Dach des Franchisegebers bzw. einer Hotelgesellschaft. Er betreibt das Haus, erwirbt jedoch das zu vergütende Recht, unter dem Namen bzw. Markenzeichen des Franchisegebers aufzutreten, dessen betriebliches Konzept zu übernehmen und das Hotel in die Reservierungssysteme des Franchisegebers einzubinden. Der Franchisenehmer profitiert somit von Ruf und Rang einer eingeführten oder sich im Markt verankernden Marke. Umgekehrt verpflichtet er sich, kettentypische Qualitätsstandards einzuhalten.

Französischer Garten: Eine Form der Gartenanlage, die während des Barocks in Frankreich aufkam. Kennzeichnend sind geometrische Muster, die nicht nur auf den Grundriss angewendet wurden, sondern bis in die auf Beschnitt beruhende Formgebung von Bäumen und Sträuchern reicht. In diesem Gartentyp drückt sich ein gedanklicher Ansatz aus, der darauf abzielt, die Natur menschlicher Gestaltungskraft unterzuordnen. Typisch ist weiterhin eine Thematisierung der gartenbaulichen Elemente (griechisch-römische Mythologie, später chinesische Elemente usw.). Prägende Elemente waren → Parterre (Gartenbau) und → Boskett. Der Gartentyp wird auch als »Barockgarten« bezeichnet; sein gedankliches Gegenmodell stellt der englische Garten, an sich ein Landschaftspark, dar.

Französisches Fenster: Eine in eine Fassade eingelassene, gewöhnlich nach innen zu öffnende Glastür mit außen vorgesetztem Geländer, im Grunde also eine ins Leere führende Balkontür.

Fratzengesicht: Siehe → Fratzenkopf (Architektur, Zierelement).

Fratzenkopf (Architektur, Zierelement): Die Entsprechung des französischen »Maskaron«. Es handelt sich um eine flach dreidimensional ausgeführte, oft ins Groteske spielende Darstellung eines fratzenhaften Gesichts eines Menschen, einer Gottheit oder eines sonstigen Fantasie- bzw. Fabelwesens. Der Fratzenkopf findet sich als architektonisches Zierelement u. a. über Fenster-, Tor- und Türbögen sowie an Schlusssteinen von Gewölben; er kommt in der mittelalterlichen und renaissancezeitlichen Architektur vor, erfreute sich jedoch besonders im Barock großer Beliebtheit. Als reines Zierelement ist er nicht mit dem → Neid- bzw. → Schreckkopf gleichzusetzen.

Frauenhaus (Ethnologie): Zur gemeinschaftlichen Nutzung durch Mädchen vorgesehene Wohngebäude, in denen die Bewohnerinnen von erfahrenen Frauen auf ihre Hochzeit bzw. das Eheleben vorbereitet werden. Derartige Einrichtungen bestehen u. a. im östlichen Afrika.

Frauenhaus (Sozialwesen, Schutzfunktion): Eine Anlaufstelle und zeitweilige Wohnstätte für Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt waren bzw. sind. Diese Einrichtungen bieten regelhaft betreuende psychologische Dienste an. Entsprechende Einrichtungen bestanden bereits im mittelalterlichen Europa und Japan.

Frauenhaus (Spätmittelalter): Ein Gebäude, das als → Freudenhaus diente. Diese Häuser standen häufig im Eigentum von Städten, die sie an sogenannte »Frauenwirte« verpachten. Teils waren die Gebäude Eigentum wohlhabender Bürger, die diese an die Stadt verpachteten. Frauenhäuser waren somit eine öffentlich geförderte, auf festgelegten Rechten und Plichten der Prostituierten beruhende Institution.

Frauenhotel: Ein Übernachtungsbetrieb, der ausschließlich Frauen beherbergt, vielfach auch von Frauen geführt wird.

Frauentafelstube (historisch): Ein beheizbarer Speiseraum, der seit dem 15. Jahrhundert in manchen deutschen Schlössern eingerichtet wurde; er war der Fürstin und ihrem weiblichen Gefolge vorbehalten.

Frauenurinal: Ein für die Benutzung durch Frauen entwickeltes, zum stehenden Urinieren dienendes, spülbares, an einer Wand angebrachtes Becken. Angesichts anatomischer Merkmale des weiblichen Geschlechts ist es weniger praktisch als das gewohnte Männerurinal.

Freddie Mac (Hypothekenbank, USA): Die verbreitete Bezeichnung der Federal Home Loan Mortgage Corporation (FHLMC). Die leichtfertige und in großem Maßstab vollzogene Darlehensvergabe dieser → Hypothekenbank war eine der Ursachen für die fundamentalen, 2007 zutage getretenen Verwerfungen am US-Immobilienmarkt.

Freibewitterung: Eine Untersuchung, bei der (potenzielle) Bau- bzw. Werkstoffe natürlichen Witterungseinflüssen ausgesetzt werden, um das jeweilige Maß bzw. den Grad ihrer Wetterbeständigkeit zu ermitteln. Im Rahmen dieser Prüfung werden neben unmittelbaren Wettereinwirkungen bzw. witterungsbedingten Einflüssen auch deren physikalische und chemische Folgeprozesse berücksichtigt.

Freifahrung (historisch, Bergbau): Eine Grubeninspektion bzw. Befahrung durch mindestens zwei Berggeschworene. Es handelte sich um einen bergrechtlich verankerten Vorgang. Sinn und Zweck war es, festzustellen, ob die jeweilige Grube ordentlich belegt, also in Betrieb war. War dies für mehr als drei Tage nicht der Fall, konnte das Bergwerkseigentum entzogen und einem Dritten verliehen werden.

Freigespärre: Eine ältere Bezeichnung für das Vorgespärre. Es handelt sich um ein über die Gebäudefront hinausgezogenes, im Freien vor einem Dachgiebel liegendes Sparrenpaar. Das Freigespärre ruht auf auskragenden Pfetten. Durch den vorgezogenen Giebel entsteht ein verbesserter Witterungsschutz.

Freihaus (historisch): Im Mittelalter aufgekommen, bis in die frühe Neuzeit verbreitet: Ein innerhalb der Stadtmauern gelegenes Haus, das bzw. dessen Besitzer nicht dem Stadtrecht unterlag, sondern landesunmittelbar gestellt war. Bei Freihäusern handelte es sich vielfach um Lehen, die u. a. an Burgmannen vergeben wurden.

Freilandmuseum: → Freilichtmuseum.

Freilegung (Gebäude): Die Sichtbarmachung von Bauteilen (Deckenbalken, Fachwerk usw.), etwa im Rahmen von Altbaurenovierungen und -sanierungen.

Freilegung (Grundstück): Die Zurückversetzung eines bebauten Grundstücks oder einzelner Grundstücksteile in einen unbebauten Zustand. Mit anderen Worten: der Abriss von Gebäuden und baulichen Anlagen sowie die Entfernung von Versiegelungen samt Schuttabfuhr. Zu den Freilegungsmaßnahmen zählen regelhaft auch eventuell notwendige Bodendekontaminirungen.

Freilegungskosten (Grundstück): Die Summe aller Beträge, die anfallen, wenn Gebäude und bauliche Anlagen eines bebauten Grundstücks niedergelegt werden und das anfallende Material entsorgt wird. Weiterhin beinhalten die Freilegungskosten eventuell fällige Aufwendungen für Bodendekontaminationen und Gutachten, die in Zusammenhang mit der Freilegung stehen.

Freileitung: Eine der Stromführungen dienende Leitung, deren Leiter lediglich durch Luft, nicht – wie bei Kabeln der Fall – durch Ummantelungen bzw. Hüllen voneinander isoliert sind.

Freileitungsmast: Eine Konstruktion, die zur Aufhängung über größere Strecken geführter → Freileitungen dient.

Freilichtbühne: Namensgemäß eine der Aufführung von Schauspielen verschiedener Art dienende Bühne, die sich unter freiem Himmel befindet. Sonderformen sind Garten-, See- oder Felsentheater.

Freilichtmuseum: Eine publikumsorientierte Ausstellungsstätte bzw. Institution, die unter freiem Himmel ausgestellte Sammlungen präsentiert. In aller Regel handelt es sich um Orte, an denen Gebäude bzw. bauliche Denkmäler vorgestellt werden. Teils werden verlassene Dörfer bzw. bauliche Komplexe in Freilichtmuseum umgewandelt, zumeist werden Gebäude transloziert. Ein hervorragendes Beispiel bietet das Freilichtmuseum im oberbayrischen Glentleiten, das mehr als 60 historische, von ihren einstigen Standorten (in Einzelteilen) hierher verlagerte Gebäude einschließlich Einrichtung im Rahmen einer entsprechenden Kulturlandschaft präsentiert.

Freilichttheater: Siehe → Freilichtbühne.

Freiluftmuseum: → Freilichtmuseum.

Freipfeiler: Ein freistehender, nicht mit einer rückwärtigen Wand verbundener → Pfeiler.

Freispiegelkanal: Ein künstlicher Kanal, der eine Flüssigkeit (zumeist Wasser) von einem höheren zu einem niedrigeren Punkt leitet; der Transport erfolgt rein schwerkraftbedingt. Der Name rührt daher, dass zwischen Wasserspiegel und Kanalrand regelhaft ein freier Raum besteht.

Freispiegelleitung: Eine Rohrleitung, die ein bestehendes Gefälle, letztlich also die Schwerkraft nutzt, um Flüssigkeiten zu transportieren. Der Leitungsquerschnitt ist – anders als bei Druckrohrleitungen – regelhaft nicht vollständig flüssigkeitsgefüllt. Der Leitungstyp wird auch als »Gravitationsleitung« bezeichnet.

Freistift (historisch, Lehensform): Ein seitens des jeweiligen Grundherrn jährlich kündbares bäuerliches Lehen.

Freiträger: Ein nur einseitig eingespannter → Balken.

Freitreppe (Gebäude): Eine mehr oder minder repräsentativ gestaltete → Treppe im Außenbereich eines Gebäudes, die zu einem Eingang führt. Eindrucksvolle Freitreppen kennzeichnen die Hauptportale vieler Schlösser und Paläste, aber auch die Zugänge zahlreicher Sakralbauwerke.

Freitreppe (Gelände): Eine → Treppe, die zwei Geländepartien oder z. B. verschiedene Ebenen terrassierter Gartenanlagen miteinander verbindet.

Freiwange (Treppe): Die schrägen, die Stufen tragenden Bauteile einer → Treppe, die einem → Treppenauge zugekehrt sind.