Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Fi – Flachl

Fiale: Ein schlankes, spitz zulaufendes, oft maßwerkverziertes steinernes Türmchen, das einem → Strebepfeiler aufsitzt oder einen → Wimperg überhöht. Die mittlere Partie des vier- oder achteckig ausgeführten Schafts erinnert an einen Tabernakel, die Spitze bekrönt eine → Kreuzblume, bisweilen auch eine Statue. Fialen stellen typische Elemente gotischer → Sakralbauwerke dar.

Fichte (Holz): Ein Nadelbaum, dessen vergleichsweise weiches Holz zu Möbeln verarbeitet und im Baubereich u. a. zur Konstruktion von Dachstühlen verwendet wird.

Fichtenholz: Siehe → Fichte (Holz).

Figurenkapitell: Ein bereits in der Spätantike auftretendes, vor allem jedoch in Bauten der französischen → Romanik verbreitetes → Kapitell, das Darstellungen von Menschen, Tieren oder Fabelwesen zieren. Vielfach sind komplexe Szenen abgebildet, teils »erzählen« diese Kapitelle Geschichten bzw. Legenden. Das Figurenkapitell wird auch »Bilderkapitell« genannt.

Figuriertes Gewölbe: Ein gotisches → Gewölbe, dessen Rippen ein komplexes, regelmäßiges Muster bilden. Angesprochen sind → Netz- und → Sterngewölbe.

Fiktive Abnahme: Eine gleichsam automatische Form der Bauabnahme, die in zwei Varianten vorkommt: 1. Ein Gebäude gilt als abgenommen, wenn der Auftragnehmer schriftlich – etwa durch Stellung einer Schlussrechnung – feststellt, dass vereinbarte Leistungen erbracht sind und der Bauherr nicht innerhalb einer Frist von zwölf Werktagen widerspricht bzw. auf nicht oder mangelhaft erbrachte Leistungen verweist. 2. Als fiktiv abgenommen kann ein Objekt auch gelten, wenn es sechs Werktage unbeanstandet bezogen bzw. genutzt wurde.

Fiktive Bauabnahme: Siehe → fiktive Abnahme.

Filiale (Betriebsart): Eine Zweigniederlassung bzw. eine von einer Kette betriebene Nutzungseinheit. Im Einzelhandelsbereich auch als »Kettengeschäft« bezeichnet. Nicht geläufig ist der Begriff in den Bereichen Hotellerie, Pflege und Gesundheit.

Filialist (Einzelhandel): Ein Unternehmen, das mehrere Ladenlokale mit einheitlichem Auftritt betreibt.

Filzmühle: Eine andere Bezeichnung der im hohen Mittelalter aufgekommenen Walkmühle. An sich handelte es sich um ein Gerät bzw. eine Maschine, in übertragenem Sinn um ein Gebäude, in dem textile Gewebe gewalkt, also veredelt bzw. oberflächlich verfilzt wurden.

Filzputz: Ein gewöhnlich auf Kalkbasis hergestellter, mit ausnehmend feinkörnigem Sand versetzter Mörtel, der als Oberflächenputz verwendet wird. Der Name rührt daher, dass die Oberfläche sehr fein mit einem befeuchteten Filzbrett geglättet wird.

Finanzimmobilie: Eine selten verwendete Bezeichnung für eine → Anlageimmobilie bzw. eine Immobilie, die nicht zur → Eigennutzung bestimmt ist, sondern zwecks Erzielung einer Rendite erworben wurde bzw. wird.

Finanzplatz: Ein in regionalem, nationalem oder internationalem Rahmen mehr oder minder bedeutendes → Finanzzentrum.

Finanzzentrum: Eine → Stadt bzw. ein Metropolraum, in der bzw. dem sich finanzwirtschaftliche Einrichtungen ballen. Der Begriff wird zumeist auf international ausstrahlende Zentren gemünzt. Hier befinden sich Hauptsitze und / oder nationale Zentralen bedeutender Bankinstitute, Kapitalsammelstellen, Vermögensverwaltungsgesellschaften, Versicherungen, zudem Börseneinrichtungen und – selbstredend – Büros verwandter bzw. ergänzender Dienstleistungsanbieter.

Fin de siècle (Architektur, Kunst): Die französische Entsprechung des deutschen → Jugendstils. Der Begriff bezeichnet eine baulich-gestalterische Linie, die zwischen ca. 1890 und dem Ausbruch des 1. Weltkrieges verbreitet war.

Findling: Ein mächtiger Gesteinsblock, der durch eiszeitlichen Gletschertransport, anschließende Eisschmelze und / oder (weitere) fluviale Umlagerung in seine räumliche Position gelangte. Findlinge stellen einen seit frühen Zeiten z. B. bei der Errichtung von Grabanlagen eingesetzten Baustoff dar.

Findlingspflaster: Ein Oberflächenbelag aus → Findlingen, die tief in den Untergrund eingegraben sind.

Finnish Red (Gestein): Ein Handelsname des Rosso Balmoral. Der rötliche, mittel- bis grobkörnige Alkali- und Biotitgranit kommt in Finnland vor. Das frostwiderständige Gestein wird u. a. zur Herstellung von Fußboden-, Terrassen- und Treppenbelägen, von Wandverkleidung und Küchenarbeitsplatten verwendet.

Firmarie (historisch): Ein in Ordensburgen zu findendes Krankenhaus bzw. ein Krankenpflege- und Altersheim.

Firmenkundenrate: Siehe → Firmenrate (Hotellerie).

Firmenrate (Hotellerie): Ein zwischen Reisebüros und Kundenunternehmen ausgehandelter Sondertarif, den viele Hotels akzeptieren, um Geschäftskunden zu gewinnen bzw. an sich zu binden. Auch im deutschen Fachjargon wird vielfach der englische Ausdruck »Corporate Rate« verwendet.

Fischblase (Architektur): Ein vor allem im spätgotischen → Maßwerk verbreitetes Ornament bzw. ein geschwungener Pass, dessen Umriss an eine Fischblase oder eine bewegte Flamme erinnert. Vielfach wurden mehrere Fischblasen in einem teils zusätzlich quadratisch gerahmten Kreis angeordnet, wodurch sich wirbelartige Muster ergaben. Die Fischblase wird auch als »Schneuß« bezeichnet. Das Symbol tauchte bereits in der keltischen Kunst auf und zählt zu den augenfälligen Ornamenten der anglo-irischen Buchmalerei.

First (Berg- / Tunnelbau): Die Decke, die obere Abschlussfläche eines Grubenbaus.

First (Dach): Die obere, gewöhnlich waagrecht verlaufende Abschlusskante eines Daches. Bei gewölbten Dächern verläuft der First entlang der Scheitelachse des Bogens.

First-Class-Hotel: Ein 4-Sterne-Hotel gemäß deutscher Hotelklassifikation.

First-Class-Kategorie: 4-Sterne-Klasse gemäß deutscher Hotelklassifikation.

Firste (Bergbau): Die Decke, die obere Abschlussfläche eines Grubenbaus.

Firste (Tunnelbau): Die Decke eines Tunnels.

Firstfette: Siehe → Firstpfette.

Firstpfahl: Ein gewöhnlich verzierter Holzpfahl, der eine Giebelspitze senkrecht überragt.

Firstpfette: Ein den → First unterlagernder Träger, auf dem die Dachsparren aufliegen.

Firststollen (Tunnelbau): Ein entlang der (gedachten) Firstlinie bzw. des Tunnelscheitels vorgetriebener Stollen. Der Firststollen besitzt zunächst einen engen Querschnitt. Von ihm aus erfolgte der weitere Gesteinsausbruch, bis das endgültige Profil hergestellt ist.

Firststollenverfahren (Tunnelbau): Eine andere Bezeichnung der »Belgischen Bauweise« bzw. der »Unterfangbauweise«. Bei diesem Verfahren wird zunächst ein → Firststollen vorgetrieben, der als Leitlinie für den Ausbruch der Kalotte dient. Nachdem diese abgestützt bzw. ausgemauert ist, werden die Widerlager ausgehend von einem Richtstollen durch seitliches Einschlitzen erzeugt. Der Tunnel entsteht gleichsam von oben nach unten.

Fischaufstiegshilfe: Eine wasserbauliche Anlage in fließenden Gewässern, die es Fischen ermöglicht, künstliche Hindernisse wie Staustufen bzw. Wehre stromaufwärts zu überwinden.

Fischgrätenmauerwerk: Ein während der römischen Antike entwickelter, vor allem im Mittelalter verbreiteter → Mauerwerksverband (dessen Muster auch auf Fußbodenmosaiken übertragen wurde). Optisch prägend ist eine gegenläufige Schrägschichtung aufeinanderfolgender Bruchsteinlagen, die von dicken Mörtelfugen durchlaufen sind. Im Ergebnis entsteht ein an eine Ähre erinnerndes Muster bzw. ein Fischgrätmuster. Die lateinische Bezeichnung ist »opus spicatum», im Deutschen wird zumeist von »ährenförmigem Verband« gesprochen.

Fischgrätmauerwerk: Siehe → Fischgrätenmauerwerk.

Fischpass: Siehe → Fischweg.

Fischtreppe: Eine umgangssprachliche Bezeichnung des → Fischweges.

Fischwanderhilfe: Siehe → Fischweg.

Fischweg: Eine wasserbauliche Anlage in fließenden Gewässern, die es ziehenden Fischen ermöglicht, künstliche Hindernisse wie Staustufen bzw. Wehre zu überwinden. Es bestehen Einrichtungen für den Fischaufstieg und den -abstieg.

Fixpacht (Hotellerie): Eine feste, umsatzunabhängig vereinbarte Pacht, die längerfristig infolge zumeist vereinbarter Wertsicherungsklauseln steigt. Gängiger ist die Bezeichnung »Festpacht«.

Fixpachtvereinbarung (Hotellerie): Siehe → Festpachtvertrag (Hotellerie).

Fixpachtvertrag (Hotellerie): Eine andere Bezeichnung des »Festpachtvertrages« (siehe oben).

FK (Finanzwesen): Der geläufige Kürzel für → »Fremdkapital«.

Flachbagger: Eine andere Bezeichnung des Bulldozers. Eine Baumaschine, die zum Abtragen, Einebnen, Glätten und Verdichten von Erdreich eingesetzt wird. Kennzeichnend ist ein an der Vorderseite angebrachter stählerner Schild, mit dem sich der Oberboden bzw. Substrate abschieben lassen. Je nach Einsatzzweck werden Bulldozer mit geraden, gebogenen, S-förmig gewellten und V-förmigen Schilden oder Zusatzgeräten (Aufreißern, Pflügen, Winden usw.) bestückt. Bulldozer kommen in ketten- und radbestückten Varianten vor.

Flachbordstein: Ein tief verlegter → Bordstein, dessen Oberkante nur geringfügig über Fahrbahnniveau liegt. Er ermöglicht ein müheloses, jedoch von einem warnenden Ruck begleitetes Überfahren.

Flachdach: Flächenhaft ausgeführter oberer Gebäudeabschluss, der keine (wahrnehmbare) oder lediglich eine geringe Neigung aufweist. Gemäß deutschen Landesbauordnungen fallen Dächer mit einem Neigungswinkel bis zu 10 Grad in die Flachdachkategorie, in Österreich solche mit bis zu 5 Grad.

Flachdachfolie: Ein dünne, aus Metall oder Kunststoff hergestellte Bahn bzw. Lage, die als → Dampfbremse oder → Dampfsperre beim Bau von → Flachdächern eingesetzt wird.

Flachdecke: Eine → Decke, deren Lasten unter Verzicht auf Unterzüge in Stützen (Säulen, Wände, Wandpartien) abgeleitet wird. Der Lastantrag erfolgt somit mehr oder weniger punktuell. Heutige Flachdecken werden zumeist aus → Stahlbeton, bei großen Stützenrastern aus → Spannbeton hergestellt.

Fläche (Werkzeug): Ein beidhändig geführtes Werkzeug, das eingesetzt wird, um Steinoberflächen zu bearbeiten bzw. ebene Oberflächen herzustellen. Das als »Steinbeil« bekannte Werkzeug besteht aus einem stählernen Kopf, der zwei beilartige Schneiden aufweist, und einem hölzernen Stiel. Die Schneiden sind mehrheitlich vier bis sechs Zentimeter, selten mehr als zehn Zentimeter breit. Die Fläche eignet sich zur Bearbeitung von Weichgesteinen.

Flächen, bestockte (Schweiz): Mit Bäumen und / oder Gebüschwälder bildenden Straucharten bewachsene Flächen; sie werden in der → Arealstatistik ausgewiesen.

Flächenabsorption: Ein insbesondere im Bürosegment verwendeter Fachbegriff. Er steht für die Flächenaufnahme des Marktes bzw. der Nachfrageseite. Es handelt sich um die Summe aller von Nutzern innerhalb eines bestimmten Zeitraumes neu angemieteten Flächen. Angaben zur Flächenabsorption können auch von Eigennutzern bezogene Flächen berücksichtigen. Aussagekräftiger ist die »Netto-Flächenabsorption« als Saldo von neu belegten und leergezogenen Flächen.

Flächenaufnahme: Siehe → Flächenabsorption.

Flächenentsiegelung: Die Beseitigung einer vom Menschen geschaffenen, permanenten Bodenüberdeckung, deren Beschaffenheit eine Versickerung von Niederschlagswasser unmöglich macht. Beispiele liefern die Entfernung von Asphalt- oder Betondecken, aber auch ein vollständiger Rückbau von Gebäuden und baulichen Anlagen.

Flächen-Mehrzweckkarte (Wien, Österreich): Digitales Kartenwerk, das die → Bodennutzung innerhalb der Wiener Stadtgrenzen sehr detailliert abbildet.

Flächennutzungsplan: Vorbereitender, auf das gesamte Gemeindegebiet bezogener Bauleitplan. In Flächennutzungsplänen wird die grundsätzlich angestrebte Art der Bodennutzung über alle gemeindlichen Teilräume hinweg dargestellt. Ausgewiesen werden Wohnbauflächen, Verkehrsanlagen, Grünflächen usw. Die Aufstellung von Flächennutzungsplänen ist gesetzlich geregelt. Am Verfahren sind Behörden, Träger öffentlicher Belange sowie die Bürger beteiligt.

Flächenproduktivität (Einzelhandel, Gastronomie): Der innerhalb eines Betrachtungszeitraumes (Monat, Jahr) je Flächeneinheit (qm, sf) erzielte Umsatz. Eine andere Bezeichnung ist »Raumleistung«.

Flächenrecycling: Eine funktional aufwertende Umnutzung bzw. eine Rückführung ehemaliger Industrie- oder Gewerbegrundstücke in den Marktkreislauf. Im weiteren Sinn deckt der Begriff auch eine Renaturierung ab.

Flächenverbrauch: Im Allgemeinen steht der Begriff für die Umwandlung naturlandschaftlicher, naturnaher und / oder landwirtschaftlich genutzter Flächen in versiegelte Flächen (siehe → Bodenversiegelung) sowie für die Zerstörung gewachsenen Bodens durch technische Abbauprozesse (Tagebau usw.). Flächenverbrauchend wirken weiterhin Maßnahmen – beispielsweise die Anlage großer Stauseen.

Flächenversiegelung (physisch): Gebäude bzw. Bauwerke (Häuser, Straßen usw.) einschließlich unterirdischer Anlagen (Fundamente, Kanäle etc.), die gewachsenen Boden bzw. entsprechende Bodenhorizonte gegenüber der Atmosphäre bzw. Einwirkungen atmosphärischer Prozesse abschotten.

Flächenversiegelung (Vorgang): Das dauerhafte bzw. langfristige Bedecken gewachsenen natürlichen Bodens durch menschliche Gebäude bzw. Bauwerke (Häuser, Straßen usw.) einschließlich unterirdischer Anlagen (Fundamente, Kanäle etc.). Der Begriff »Versiegelung« verdeutlicht, dass Bedeckungen angesprochen sind, die eine lokale Versickerung ausschließen. In der Summe oder bei großflächiger Ausprägung wirken diese mehr oder minder einschneidend auf die Grundwasserbildung und jeweilige Abflussregime zurück. Eine gleichbedeutende Bezeichnung ist »Flächenversiegelung«. Der Begriff ist inhaltsgleich mit »Bodenversiegelung«.

Flachglas (Bauwesen): Ein in Scheibenform gebrachtes Glas, das u. a. – gewöhnlich als Kalk-Natron-Glas – im Fensterbau verwendet wird.

Flachlandburg: Siehe → Niederungsburg.