Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Fer – FK

Ferienwohnung (Beherbergungsgewerbe): Eine funktional selbständige bzw. in sich geschlossene Unterkunft mit Bad und Kochgelegenheit innerhalb eines Gebäudes, in dem Urlaubsgäste untergebracht werden.

Fernstraße: Eine → Straße, die weit voneinander entfernte Räume bzw. Regionen miteinander verbindet.

Fernstraßennetz: Die Gesamtheit mittel- oder unmittelbar miteinander verbundener → Fernstraßen.

Fernwärme: Zur Versorgung von Gebäuden und Bauwerken mit Heizenergie und Warmwasser über größere Strecken zum jeweiligen Bedarfsort geführte Energie. Der Transport erfolgt ausgehend vom Erzeugungsort oder einer Sammelstelle über wärmegedämmte Rohrsysteme, die gewöhnlich unterirdisch verlegt sind, teils bzw. abschnittsweise aber auch oberirdisch verlaufen können.

Fernwärmenetz: Ein großflächiger Verbund von Einrichtungen zur Wärmeerzeugung und Wärmeübertragung (Leitungen) an gewerbliche oder private Endverbraucher über weit Entfernungen hinweg.

Ferserl (Holzbau, Sparren): In Österreich geläufige Bezeichnung der → Kerve. Es handelt sich um einen dreieckigen Ausschnitt aus einem schrägen → Sparren, der ein Auflager auf einer zumeist waagrecht verlaufenden → Pfette schafft.

Fertigfußboden: Die auf einer statisch wirksamen Schicht gelagerte oberste Schicht eines → Fußbodenaufbaus.

Fertiger (Asphaltfertiger): Eine vorwiegend im Verkehrswege- und Deponiebau eingesetzte, wahlweise mit Rad- oder Kettenfahrwerk erhältliche Baumaschine. Ihr primärer Einsatzzweck liegt im Einbau von Walzasphalt; sie kann auch herangezogen werden, um Sand, Kies, Schotter oder Beton zu verbauen. Die Maschine besteht aus Antriebseinheit, stirnseitigem Aufnahmebehälter, Kratzerbändern, Verteilerschnecke, Einbaubohle, Heizung und Nivelliereinheit.

Fertiggarage: Eine regelhaft kleinere, aus industriell vorgefertigten Stahlbeton-Bauteilen oder komplett im Werk hergestellte → Garage. Teils werden vollständige Garagenkörper einschließlich Boden erzeugt, teils werden einzelne Komponenten separat gefertigt und am Aufstellungsort zusammengefügt.

Fertighaus: Ein → Haus, das aus fern des Bauplatzes (industriell) vorgefertigten Komponenten zusammengesetzt wird bzw. ist.

Fertigteilhaus: Siehe → Fertighaus.

Fertigteilhausbauer (Österreich): Eine Berufsbezeichnung, die nach dreijähriger, erfolgreich abgeschlossener Ausbildung in diesem anerkannten Lehrberuf geführt werden darf. Tätigkeitsschwerpunkte: Kundenberatung, Fertigteilmontage (teils auch Herstellung), Oberflächenbehandlungen. Nähere Informationen finden sich u. a. auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (bmwfj) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Fertigteiltreppe: Eine modulare Treppe, die aus industriell vorgefertigten Elementen bzw. Bauteilen zusammengesetzt wird.

Festes Haus (historisch): Ein mit starken Mauern versehener, jedoch nur eingeschränkt wehrhafter Adelssitz. Nachweisbar sind derartige, vorwiegend Wohn- und Repräsentationszwecken dienende Sitze ab dem 10. Jahrhundert n. u. Z. Zumeist handelte es sich um freistehend errichtete, überwiegend zwei-, teils dreigeschossige Bauwerke mit rechteckigem Grundriss. Nach zeitweiligem Bedeutungsverlust verbreitete sich das Feste Haus während der frühen Neuzeit neuerlich; häufig entstand es durch Umbau bestehender Burgen, die ihrem wehrhaften Zweck infolge zunehmend verbreiteter Artillerie kaum noch genügten.

Festkontingent (Hotellerie): Eine vorab bestimmte Zimmeranzahl, die zum Zeitpunkt einer geplanten Veranstaltung und über deren Dauer hinweg für deren Teilnehmer geblockt ist bzw. garantiert vorgehalten wird.

Festpacht (Hotellerie): Eine feste, umsatzunabhängig vereinbarte Pacht, die längerfristig infolge zumeist vereinbarter Wertsicherungsklauseln steigt. Ein anderer, seltener verwendeter Begriff ist »Fixpacht«.

Festpachtvereinbarung (Hotellerie): Siehe → Festpachtvertrag (Hotellerie).

Festpachtvertrag (Hotellerie): Namensgerecht eine vertragliche Pachtvariante, die auf fest vereinbarten Zahlungen durch den → Pächter beruht. Üblicherweise beziehen sich vereinbarte Nutzungsentgelder auf die vorhandene Zimmeranzahl, können aber auch auf Flächeneinheiten Bezug nehmen oder pauschal vereinbart werden. Als Spielart des »lupenreinen« Festpachtvertrages sind Varianten mit Umsatz- oder Ergebnisbeteiligung zu verstehen. Hierbei zahlt der Pachtnehmer dem Eigentümer neben der Grundpacht einen festgeschriebenen Anteil des erzielten Umsatzes oder Betriebsgewinns aus. Festpachtverträge beinhalten gewöhnlich Indexierungsklauseln.

Festpfalz (historisch): Eine → Pfalz, die gekrönte Häupter des Mittelalters (wenn möglich und samt Hofstaat) alljährlich zu hohen Kirchenfesten aufsuchten. Am bedeutendsten waren Osterpfalzen.

Festung: Im landläufigen Sinn ein durch umfangreiche Wehranlagen gesicherter Ort. Enger gefasst handelt es sich um einen Komplex verschiedener, dauerhaft errichteter Wehranlagen bzw. Werke, der auf die Kampfführung mit und gegen Kanonen bzw. Artilleriewaffen ausgelegt ist. Typische Elemente neuzeitlicher Festungen sind Bastionen, Wälle, Kasematten, Zeughäuser und Garnisonsgebäude. Sehenswertes Beispiele: Die über Würzburg thronende Festung Marienberg und die Festung Kumbhalgarh im indischen Bundesstaat Rajasthan.

Festungsanlage: Siehe → Festung.

Festungsgraben: Eine linienhafte, stark eingetiefte, durch Aushub oder Aussprengung geschaffene Hohlform vor den Wällen bzw. → Bastionen einer → Festung, die als Annäherungshindernis für feindliche Einheiten diente.

Festungsmanier: Eine durch besondere Merkmale bzw. Prinzipien gekennzeichnete Spielart eines → Bastionärsystems. Die Manieren veränderten sich mit fortschreitender Entwicklung der Waffentechnik hin zu immer tiefer gestaffelten, vermehrt unterirdisch angelegten → Werken und neuen Grundrisstypen wie dem sternförmigen Tenaillensystem oder dem nachfolgenden polygonalen Typus.

Festungsmodell (gegenständlich): Eine dreidimensionale physische Wiedergabe einer → Festung in verkleinerter bzw. miniaturisierter Form. Modelle können Nachbildungen bestehender Festungen darstellen, aber auch fiktive Anlagen abbilden.

Festungspalast: Ein herrschaftlichen Wohn-, Arbeits- und Repräsentationszwecken dienender Großkomplex, dessen Kern ein Palast darstellt, den optisch dominierende Verteidigungsanlagen einfassen. Der Festungsbegriff in seiner engen Definition bezieht sich auf neuzeitliche, auf die Kriegführung mit Artilleriewaffen ausgerichtete Wehranlagen.

Festungsrayon: Ein regelhaft in einzelne Zonen unterteilter Bereich vor den Werken einer → Festung, der besonderen, gesetzlich verankerten Bau- und Nutzungsbeschränkungen unterlag. Beispielsweise sah das preußische Rayongesetz (außer bei detachierten Forts) drei Rayons vor. Der erster reichte bis 600 m vor die → Enceinte bzw. den gedeckten Weg, der zweite ging 375 m darüber hinaus, der dritte erstreckte sich zwischen der Außengrenze des zweiten bis zu einer Distanz von 1.275 m. Ziel war es, ein freies Schussfeld zu gewährleisten bzw. dem Gegner gedeckte Annäherungsmöglichkeiten zu nehmen.

Festungswerk: Eine einzelne, mehr oder minder bruchlos in den Zusammenhang der Kernfestung einbezogene Befestigungsanlage wie eine → Bastion, ein → Bastionsohr oder ein → Ravelin.

Festzinshypothek: Ein → Darlehen, dessen Zinskonditionen (Zinssatz) für einen garantierten Zeitraum unverändert bleiben.

Fette (Dachkonstruktion): Zumeist als »Pfette« bezeichnet. Ein waagerechtes, gewöhnlich parallel zu → First und → Traufe verlaufendes Holz, auf dem die Dachsparren aufliegen. Abhängig von der jeweiligen Position werden First-, Fuß- und Mittelfette unterschieden.

Feuchtegehalt, praktischer (insbesondere Holzbau): Jener Feuchtegehalt (in Gewichtsprozent), der sich in einem Baustoff (Holz, Beton usw.) ergibt, wenn dieser längere Zeit einem Umfeld mit weitgehend gleichbleibender Feuchte und Temperatur ausgesetzt ist. Dieser Feuchtegehalt wird auch als »Ausgleichs-« oder »Bilanzfeuchte« bezeichnet.

Feuerbock (Architektur): Ein nahezu ausschließlich im Rheinland verbreitetes, vor allem Flächen im Bereich der Fensterbrüstung zierendes Fachwerkelement, das im Kern aus zwei geschweiften, einander überkreuzenden Streben besteht. Abstrahiert ergibt sich ein Motiv, das sich aus zwei Halbkreisen zusammensetzt, von denen einer nach oben, der andere nach unten geöffnet ist.

Feuerhalle (Bestattungswesen): Eine in Österreich geläufige Bezeichnung für eine Einäscherungshalle bzw. ein → Krematorium.

Feuermauer: Eine → Wand bzw. → Mauer zur Abgrenzung bzw. Schaffung von Brandschutzabschnitten. Feuermauern finden sich sowohl im Inneren von Gebäuden als auch in Form von Gebäudeabschlusswänden (z. B. zwischen Doppelhaushälften).

Feuerschutzklappe: Häufiger als »Brandschutzklappe« bezeichnet. Es handelt sich um eine in Lüftungsleitungen installierte Komponente in Form einer automatisch auslösenden Absperrvorrichtung; diese dient dazu, eine Ausbreitung von Feuer und Rauch über Lüftungskanäle zu verhindern.

Feuertreppe: Eine → Fluchttreppe, die ausschließlich dem Verlassen eines Gebäudes im Brandfall dient, also keine reguläre Erschließungstreppe darstellt. Im Inneren eines Gebäudes liegende Feuertreppen müssen ein feuerbeständig ausgelegtes Treppenhaus und entsprechend gesicherte Zugänge besitzen. Außenliegende Feuertreppen werden zumeist in Stahl ausgeführt.

Feuerwache: Eine auf die Brandbekämpfung ausgerichtete bauliche Einrichtung, deren größere Vertreter mit Verwaltungsbereich, Einsatzleitstelle, Personalräumen, Fahrzeuggaragen, Treibstoffdepot, Gerätelagern und Werkstätten ausgestattet sind.

Feuerwehrhaus: Eine auf die Brandbekämpfung ausgerichtete bauliche Einrichtung, deren größere Vertreter mit Verwaltungsbereich, Leitstelle, Personalräumen, Fahrzeuggaragen, Gerätelagern und Werkstätten ausgestattet sind.

Feuerwehrmagazin: Ein Gebäude bzw. Gebäudetrakt, in dem Feuerwehrgeräte gelagert werden.

Feuerwehrrüsthaus: Eine österreichische Bezeichnung für das → Feuerwehrhaus.

Feuerwehrzeughaus: Eine österreichische Bezeichnung für das → Feuerwehrhaus. Im engeren Sinn ist lediglich jenes Gebäude bzw. jener Gebäudeteil angesprochen, in dem Fahrzeuge geparkt und Feuerwehrgeräte gelagert und gewartet werden.

FH (Bildungswesen): Das Kürzel für »Fachhochschule«.

FHLMC (Hypothekenbank, USA): Das Kürzel von »Federal Home Loan Mortgage Corporation«. Die leichtfertige und in großem Maßstab vollzogene Darlehensvergabe dieser auch unter der Bezeichnung »Freddie Mac« bekannt gewordenen → Hypothekenbank war eine der Ursachen für die fundamentalen, 2007 zutage getretenen Verwerfungen am US-Immobilienmarkt.

Fiale: Ein schlankes, spitz zulaufendes, oft maßwerkverziertes steinernes Türmchen, das einem → Strebepfeiler aufsitzt oder einen → Wimperg überhöht. Die mittlere Partie des vier- oder achteckig ausgeführten Schafts erinnert an einen Tabernakel, die Spitze bekrönt eine → Kreuzblume, bisweilen auch eine Statue. Fialen stellen typische Elemente gotischer → Sakralbauwerke dar.

Fichte (Holz): Ein Nadelbaum, dessen vergleichsweise weiches Holz zu Möbeln verarbeitet und im Baubereich u. a. zur Konstruktion von Dachstühlen verwendet wird.

Fichtenholz: Siehe → Fichte (Holz).

Figurenkapitell: Ein bereits in der Spätantike auftretendes, vor allem jedoch in Bauten der französischen → Romanik verbreitetes → Kapitell, das Darstellungen von Menschen, Tieren oder Fabelwesen zieren. Vielfach sind komplexe Szenen abgebildet, teils »erzählen« diese Kapitelle Geschichten bzw. Legenden. Das Figurenkapitell wird auch »Bilderkapitell« genannt.

Figuriertes Gewölbe: Ein gotisches → Gewölbe, dessen Rippen ein komplexes, regelmäßiges Muster bilden. Angesprochen sind → Netz- und → Sterngewölbe.

Fiktive Abnahme: Eine gleichsam automatische Form der Bauabnahme, die in zwei Varianten vorkommt: 1. Ein Gebäude gilt als abgenommen, wenn der Auftragnehmer schriftlich – etwa durch Stellung einer Schlussrechnung – feststellt, dass vereinbarte Leistungen erbracht sind und der Bauherr nicht innerhalb einer Frist von zwölf Werktagen widerspricht bzw. auf nicht oder mangelhaft erbrachte Leistungen verweist. 2. Als fiktiv abgenommen kann ein Objekt auch gelten, wenn es sechs Werktage unbeanstandet bezogen bzw. genutzt wurde.

Fiktive Bauabnahme: Siehe → fiktive Abnahme.

Filiale (Betriebsart): Eine Zweigniederlassung bzw. eine von einer Kette betriebene Nutzungseinheit. Im Einzelhandelsbereich auch als »Kettengeschäft« bezeichnet. Nicht geläufig ist der Begriff in den Bereichen Hotellerie, Pflege und Gesundheit.

Filialist (Einzelhandel): Ein Unternehmen, das mehrere Ladenlokale mit einheitlichem Auftritt betreibt.

Filzmühle: Eine andere Bezeichnung der im hohen Mittelalter aufgekommenen Walkmühle. An sich handelte es sich um ein Gerät bzw. eine Maschine, in übertragenem Sinn um ein Gebäude, in dem textile Gewebe gewalkt, also veredelt bzw. oberflächlich verfilzt wurden.

Filzputz: Ein gewöhnlich auf Kalkbasis hergestellter, mit ausnehmend feinkörnigem Sand versetzter Mörtel, der als Oberflächenputz verwendet wird. Der Name rührt daher, dass die Oberfläche sehr fein mit einem befeuchteten Filzbrett geglättet wird.

Finanzimmobilie: Eine selten verwendete Bezeichnung für eine → Anlageimmobilie bzw. eine Immobilie, die nicht zur → Eigennutzung bestimmt ist, sondern zwecks Erzielung einer Rendite erworben wurde bzw. wird.

Finanzplatz: Ein in regionalem, nationalem oder internationalem Rahmen mehr oder minder bedeutendes → Finanzzentrum.

Finanzzentrum: Eine → Stadt bzw. ein Metropolraum, in der bzw. dem sich finanzwirtschaftliche Einrichtungen ballen. Der Begriff wird zumeist auf international ausstrahlende Zentren gemünzt. Hier befinden sich Hauptsitze und / oder nationale Zentralen bedeutender Bankinstitute, Kapitalsammelstellen, Vermögensverwaltungsgesellschaften, Versicherungen, zudem Börseneinrichtungen und – selbstredend – Büros verwandter bzw. ergänzender Dienstleistungsanbieter.

Fin de siècle (Architektur, Kunst): Die französische Entsprechung des deutschen → Jugendstils. Der Begriff bezeichnet eine baulich-gestalterische Linie, die zwischen ca. 1890 und dem Ausbruch des 1. Weltkrieges verbreitet war.

Findling: Ein mächtiger Gesteinsblock, der durch eiszeitlichen Gletschertransport, anschließende Eisschmelze und / oder (weitere) fluviale Umlagerung in seine räumliche Position gelangte. Findlinge stellen einen seit frühen Zeiten z. B. bei der Errichtung von Grabanlagen eingesetzten Baustoff dar.

Findlingspflaster: Ein Oberflächenbelag aus → Findlingen, die tief in den Untergrund eingegraben sind.

Finnish Red (Gestein): Ein Handelsname des Rosso Balmoral. Der rötliche, mittel- bis grobkörnige Alkali- und Biotitgranit kommt in Finnland vor. Das frostwiderständige Gestein wird u. a. zur Herstellung von Fußboden-, Terrassen- und Treppenbelägen, von Wandverkleidung und Küchenarbeitsplatten verwendet.

Firmarie (historisch): Ein in Ordensburgen zu findendes Krankenhaus bzw. ein Krankenpflege- und Altersheim.

Firmenkundenrate: Siehe → Firmenrate (Hotellerie).

Firmenrate (Hotellerie): Ein zwischen Reisebüros und Kundenunternehmen ausgehandelter Sondertarif, den viele Hotels akzeptieren, um Geschäftskunden zu gewinnen bzw. an sich zu binden. Auch im deutschen Fachjargon wird vielfach der englische Ausdruck »Corporate Rate« verwendet.

Fischblase (Architektur): Ein vor allem im spätgotischen → Maßwerk verbreitetes Ornament bzw. ein geschwungener Pass, dessen Umriss an eine Fischblase oder eine bewegte Flamme erinnert. Vielfach wurden mehrere Fischblasen in einem teils zusätzlich quadratisch gerahmten Kreis angeordnet, wodurch sich wirbelartige Muster ergaben. Die Fischblase wird auch als »Schneuß« bezeichnet. Das Symbol tauchte bereits in der keltischen Kunst auf und zählt zu den augenfälligen Ornamenten der anglo-irischen Buchmalerei.

First (Berg- / Tunnelbau): Die Decke, die obere Abschlussfläche eines Grubenbaus.

First (Dach): Die obere, gewöhnlich waagrecht verlaufende Abschlusskante eines Daches. Bei gewölbten Dächern verläuft der First entlang der Scheitelachse des Bogens.

First-Class-Hotel: Ein 4-Sterne-Hotel gemäß deutscher Hotelklassifikation.

First-Class-Kategorie: 4-Sterne-Klasse gemäß deutscher Hotelklassifikation.

Firste (Bergbau): Die Decke, die obere Abschlussfläche eines Grubenbaus.

Firste (Tunnelbau): Die Decke eines Tunnels.

Firstfette: Siehe → Firstpfette.

Firstpfahl: Ein gewöhnlich verzierter Holzpfahl, der eine Giebelspitze senkrecht überragt.

Firstpfette: Ein den → First unterlagernder Träger, auf dem die Dachsparren aufliegen.

Firststollen (Tunnelbau): Ein entlang der (gedachten) Firstlinie bzw. des Tunnelscheitels vorgetriebener Stollen. Der Firststollen besitzt zunächst einen engen Querschnitt. Von ihm aus erfolgte der weitere Gesteinsausbruch, bis das endgültige Profil hergestellt ist.

Firststollenverfahren (Tunnelbau): Eine andere Bezeichnung der »Belgischen Bauweise« bzw. der »Unterfangbauweise«. Bei diesem Verfahren wird zunächst ein → Firststollen vorgetrieben, der als Leitlinie für den Ausbruch der Kalotte dient. Nachdem diese abgestützt bzw. ausgemauert ist, werden die Widerlager ausgehend von einem Richtstollen durch seitliches Einschlitzen erzeugt. Der Tunnel entsteht gleichsam von oben nach unten.

Fischaufstiegshilfe: Eine wasserbauliche Anlage in fließenden Gewässern, die es Fischen ermöglicht, künstliche Hindernisse wie Staustufen bzw. Wehre stromaufwärts zu überwinden.

Fischgrätenmauerwerk: Ein während der römischen Antike entwickelter, vor allem im Mittelalter verbreiteter → Mauerwerksverband (dessen Muster auch auf Fußbodenmosaiken übertragen wurde). Optisch prägend ist eine gegenläufige Schrägschichtung aufeinanderfolgender Bruchsteinlagen, die von dicken Mörtelfugen durchlaufen sind. Im Ergebnis entsteht ein an eine Ähre erinnerndes Muster bzw. ein Fischgrätmuster. Die lateinische Bezeichnung ist »opus spicatum», im Deutschen wird zumeist von »ährenförmigem Verband« gesprochen.

Fischgrätmauerwerk: Siehe → Fischgrätenmauerwerk.

Fischpass: Siehe → Fischweg.

Fischtreppe: Eine umgangssprachliche Bezeichnung des → Fischweges.

Fischwanderhilfe: Siehe → Fischweg.

Fischweg: Eine wasserbauliche Anlage in fließenden Gewässern, die es ziehenden Fischen ermöglicht, künstliche Hindernisse wie Staustufen bzw. Wehre zu überwinden. Es bestehen Einrichtungen für den Fischaufstieg und den -abstieg.

Fixpacht (Hotellerie): Eine feste, umsatzunabhängig vereinbarte Pacht, die längerfristig infolge zumeist vereinbarter Wertsicherungsklauseln steigt. Gängiger ist die Bezeichnung »Festpacht«.

Fixpachtvereinbarung (Hotellerie): Siehe → Festpachtvertrag (Hotellerie).

Fixpachtvertrag (Hotellerie): Eine andere Bezeichnung des »Festpachtvertrages« (siehe oben).

FK (Finanzwesen): Der geläufige Kürzel für → »Fremdkapital«.