Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu F – Fal

Fabrik: Eine großflächige, aus einem oder mehreren Gebäuden bestehende Produktionsstätte, in der maschinell bzw. maßgeblich von Maschineneinsatz geprägt Güter hergestellt werden.

Fabrikgebäude: Die physische bzw. bauliche Hülle einer industriellen Warenproduktionseinrichtung.

Fabrikgelände: Das von einer industriellen Fertigungsstätte genutzte bzw. eingenommene Areal.

Fabrikationshalle: Siehe → Fabrikhalle.

Fabrikhalle: Ein großflächiges, in sich möglichst offen ausgelegtes und weitgehend stützenfreies Gebäude, das regelhaft zur maschinellen bzw. stark maschinell unterstützten Herstellung von Gütern dient. Bei modernen Vertretern handelt es sich um prototypische Form-folgt-Funktion-Gebäude, die gleichwohl flexibel anzupassen sind. Moderne Fabrikhallen werden unter weitestgehendem Einsatz standardisierter Fertigteile errichtet. Synonyme sind »Industriehalle« und »Produktionshalle«.

Fabrikverkaufseinrichtung: Siehe → Fabrikverkaufsladen und → Fabrikverkaufsstelle.

Fabrikverkaufsgeschäft: Siehe → Fabrikverkaufsladen.

Fabrikverkaufsladen: Im Englischen als »Factory Outlet« bezeichnet. Ein zumeist werksnaher Handelsbetrieb, der von Herstellerseite betrieben wird, den regulären Einzelhandel also umgeht.

Fabrikverkaufsstelle: Eine auf einem Fabrikgelände eingerichtete Verkaufseinrichtung, in der im Werk produzierte Waren verkauft werden. Im Grunde handelt es sich um einen (schmucklosen) → Fabrikverkaufsladen.

Face (Festungsbau): Eine der beiden zu einem Bastionswinkel zusammenlaufenden, dem Feind zugewandten Vorderseiten einer → Bastion.

Facettengewölbe: Eine wenig gebräuchliche Bezeichnung für ein → Zellengewölbe.

Fächerbogen: Eine andere Bezeichnung des Zackenbogens. Es handelt sich um eine gotische, u. a. für das → Maßwerk typische Bogenform, deren → Laibung sich aus Kreissegmenten bzw. Pässen zusammensetzt, an deren Übergangspunkten sich Nasen ausbilden. Die Grundform ist der → Dreipass- bzw. → Kleeblattbogen. Der »echte« Zackenbogen setzt sich aus vier oder mehr Kreissegmenten zusammen.

Fächergewölbe: Ein → Gewölbe, bei dem ausgehend von den Stützen bzw. den an einer Wand befindlichen → Diensten, also den Auflagern, mehr als drei Rippen abstrahlen.

Fächerrosette: Ein während der Renaissance aufgekommenes architektonisches Ornament in Form eines Halb- oder Viertelkreises mit waagrechtem unterem Abschluss und speichen- bzw. fächerartig ausgestalteter Schmuckfläche. Verbreitet war das Ziermotiv bei Fachwerkbauten; es diente zur Verzierung im Bereich von Giebeln und Festerbrüstungen.

Fächerverband (Pflaster): Ein vor allem bei Plätzen und Terrassen zu findender, aus einer Vielzahl von Steinen zusammengesetzter Oberflächenbelag, dessen Verlegemuster einen fächerartigen Eindruck erweckt. Beim Fächerverband werden Steine in mindestens zwei unterschiedlichen Färbungen verlegt.

Fachgeschäft: Eine Sammelbezeichnung für Branchenbetriebe mit tiefem, Service und Beratung betonendem, vergleichsweise anspruchsvollem Angebot. Das Fachgeschäft nimmt kleine und mittlere Flächen ein; es ist in besonderem Maße auf Verbundwirkungen angewiesen. Das Fachgeschäft repräsentiert den »klassischen« Einzelhandel. Häufig handelt es sich um inhabergeführte Traditionsbetriebe.

Fachgeschäftssterben: Ein drastisches Wortbild, das sich auf massenhafte Schließungen vorwiegend inhabergeführter → Fachgeschäfte bezieht. Die Ursachen dieser nach wie vor rollenden Schließungswelle sind vielfältig. Sie reichen von der Unbeweglichkeit einzelner Geschäftsinhaber über mittelbar verschlechterte Standortqualitäten, in guten Lagen greifende Verdrängungen durch finanzstarke Filialketten bis hin zur Aushöhlung der angestammten Umsatzbasis durch großflächige, städtebaulich unzureichend integrierte, vielfach auf der »Grünen Wiese« hochgezogene Einzelhandelseinrichtungen.

Fachlos (Bauwesen): Bei Bauprojekten das einem Anbieter zur Abarbeitung zugeteilte → Gewerk bzw. bauliche »Thema« (Mauerarbeiten, Dachdeckung, Heizungs- / Lüftungsbau usw.).

Fachmarkt: Ein großflächiger, oft preisaggressiv auftretender Einzelhandelsbetrieb mit Branchenspezialisierung, der ein breites und / oder tiefes Sortiment führt. Zugrunde liegt ein Selbstbedienungskonzept, wobei Beratung und Service angeboten werden.

Fachmarktagglomeration: Eine Ballung bzw. Massierung von → Fachmärkten an einem Standort.

Fachmarktcenter: Ein am Reißbrett bzw. planvoll entwickeltes → Fachmarktzentrum.

Fachmarkt-Center: Siehe → Fachmarktcenter und → Fachmarktzentrum.

Fachmarktcluster: Eine kleinere Ansammlung von → Fachmärkten an einem Standort.

Fachmarktkette: Ein Unternehmen, das einige oder zahlreiche → Fachmärkte in Eigenregie betreibt oder ein Verbund auf Franchise- bzw. Genossenschaftsbasis geführter Fachmärkte.

Fachmarktzentrum: Gewachsene oder am Reißbrett entworfene Ballung von → Fachmärkten. Fachmarkt- und → Einkaufszentren sind nicht immer exakt voneinander abgrenzbar. Die oft als Fachmarktzentrum bezeichnete Kombination von → SB-Warenhaus und → Baumarkt fällt nicht in diese Kategorie, insofern das SBW kein Fachmarkt ist. Neben diesen Betrieben müssen somit weitere Fachmärkte vertreten sein, deren Gesamtverkaufsfläche jene der nicht als Fachmarkt zu definierenden Einheiten übersteigt. SBW bilden freilich oft das Zugpferd von Fachmarktzentren.

Fachwerk: Eine Konstruktion aus mehreren, jeweils an ihren beiden Enden miteinander verbundenen Stäben. Bezogen auf Gebäude besteht Fachwerk aus hölzernen oder metallenen Ständern (= vertikale Balken bzw. Pfosten), Schwellen (= horizontale Balken), Stockschwellen (= tragende obere Abschlussbalken) und Streben (= diagonale Balken). Ab dem 15. Jahrhundert wurden die Ständer an der Basis gewöhnlich auf durchgehende Schwellen gesetzt, die von einem Fundament unterlegt waren.

Fachwerkbau (Objekt): Siehe → Fachwerkgebäude.

Fachwerkbau (Disziplin): Siehe → Fachwerkbauweise.

Fachwerkbauweise: Eine Bautechnik, bei der hölzerne oder metallene Ständer (= vertikale Balken bzw. Pfosten), Schwellen (= horizontale Balken), Stockschwellen (= tragende obere Abschlussbalken) und Streben (= diagonale Balken) zu einem Verbund bzw. Gerüst zusammengesetzt werden, dessen Leerräume (= Gefache) durch Lehmbausteine, Backsteine usw. geschlossen werden. Ab dem 15. Jahrhundert wurden die Ständer an der Basis zumeist auf durchgehende Schwellen gesetzt, die von einem Fundament unterlegt waren.

Fachwerkbrücke: Eine → Brücke, deren → Tragwerk aus einem Verbund einzelner Stäbe besteht. Diese vergleichsweise leichten, zumeist aus Stahl oder Holz gefertigten Strukturen sind starken Druck- und Zugbelastungen gewachsen. Vertiefend siehe → Fachwerk.

Fachwerkfassade: Eine Gebäudehülle, deren Erscheinungsbild von einem Verbund von Ständern, Schwellen, Stockschwellen und Streben beherrscht wird.

Fachwerkgebäude: Ein Gebäude, dessen Konstruktion auf einem Verband hölzerner oder metallener Ständer, Schwellen, Stockschwellen und Streben beruht. Die von Fachwerkelementen definierten Felder bzw. Leerräume sind regelhaft mit Backsteinen, Lehmsteinen usw. ausgefacht. Ab dem 15. Jahrhundert wurden die Ständer an der Basis gewöhnlich auf durchgehende Schwellen gesetzt, die von einem Fundament unterlegt waren.

Fachwerkhaus: Siehe → Fachwerkgebäude.

Fachwerkkonstruktion (Bauweise): Sie → Fachwerkbauweise.

Fachwerkkonstruktion (gegenständlich): Siehe → Fachwerk, → Fachwerkgebäude und → Fachwerkbrücke.

Fachwerkschwelle: Ein Balken einer Fachwerkkonstruktion, der im Erdgeschoss auf dem Fundament oder der Grundmauer aufliegt, in oberen Geschossen gewöhnlich auf den Köpfen der Deckenbalken. Auf der Fachwerkschwelle baut das übrige Fachwerk (Ständer, Riegel usw.) auf.

Facility: Der Begriff kann mit »Anlage« / »Einrichtung« im infrastrukturellen Sinn (Sport, Freizeit, Handel, Logistik usw.), »Fazilität« oder »Anlage« im Sinne einer technischen Einrichtung (z. B. Heizungsanlage) übersetzt werden.

Facility Management: Hauptaufgabe dieser zuvorderst technisch orientierten, auf hausmeisterliche Wurzeln zurückgehenden Immobilienmanagementlinie ist es, Gebäude bzw. deren technische Ausstattung / haustechnische Systeme funktionsfähig zu gestalten, zu erhalten, gegebenenfalls auf neuesten Stand zu bringen und kostenoptimal auszulegen. FM dient letztlich dazu, die Wirtschaftlichkeit aller Einrichtungen bzw. damit verbundener technisch basierter Prozesse zu gewährleisten (vertiefend siehe Immobilienmanagementlinien – Definitionen).

Facility Manager: Eine Fachkraft, der die technische Betreuung und Optimierung von Immobilien bzw. der Haustechnik sowie bestehender Außenanlagen obliegt.

Factory Outlet: Englische Bezeichnung für »Fabrikverkaufsladen«. Von Herstellerseite betriebene Handelseinheit, die den Absatzweg über den regulären Einzelhandel umgeht.

Factory Outlet Center (US) / Centre (UK): Eine gewachsene oder einheitlich geplante Ansammlung von Herstellerläden. Hier, an werksfernen Standorten, wird Markenware zu Preisen vertrieben, die 30 % - 70 % unter dem Niveau des regulären Einzelhandels liegen. Anfänglich dienten FOC dem Absatz von Restposten, Modellen / Kollektionen der Vorsaison oder leicht schadhaften Produkten; inzwischen wird auch für den Vertrieb in FOC produziert. Der Verkauf erfolgte ursprünglich zumeist in schmucklosen Räumlichkeiten, unter Verzicht auf einen kostentreibenden Personalstock. Moderne FOC werden sorgsam geplant und mehrheitlich ansehnlich gestaltet. Das Angebotsgefüge beherrschen die Branchen Bekleidung und Schuhe. Beide nehmen mindestens die Hälfte verfügbarer Verkaufsflächen ein und steuern im Mittel ca. 70 % zum Centerumsatz bei. Stark vertreten sind zudem Hersteller von Haushaltswaren, Glas, Porzellan, Keramik, Sportmoden und Parfümeriewaren. Das erste (größere) FOC eröffnete 1974 in Redding, Pennsylvania (USA).

Fahnenlehen: Siehe → Fahnlehen.

Fahnlehen (historisch): Ein vom König bzw. Kaiser durch Übergabe einer Fahne an einen weltlichen Fürsten übertragenes Lehen. In der Fahne drückte sich die Verpflichtung des Lehensempfängers zur Heerfolge aus.

Fahrbahndecke: Die oberste, auf einer oder mehreren Tragschichten liegende Partie des Straßenoberbaus.

Fahrdamm: Ein langgestreckter, geböschter Wall, der aus Erde und / oder Felsen aufgeschüttet ist und eine befahrbare bzw. auf Fahrzeugverkehr ausgelegte Krone besitzt.

Fahrgasse (Parkplatz): Ein als Zu- und Abfahrt sowie als Rangierfläche dienender Verbindungsweg innerhalb eines → Parkplatzes bzw. → Parkareals.

Fährhafen: Feste, ausgebaute An- und Ablegestellen für Fahrschiffe mitsamt zur Personen- und Güterbeförderung benötigten technischen und baulichen Einrichtungen. Fährhäfen dienen Schiffsverkehren über vergleichsweise kurze Strecken hinweg. Typische Beispiele sind Fahrten zwischen Inseln, über Meerengen (z. B. Ärmelkanal, Straße von Gibraltar), entlang von Küstenstreifen oder über größere Seen.

Fahrraum (Straße): Das Fahrbahnband sowie der umgebende, sich auf Fahrvorgänge bzw. Fahrerleistungen (womöglich) auswirkende Sichtraum.

Fahrspur: Eine überholte Bezeichnung des → Fahrstreifens.

Fahrstreifen: Eine Richtungsfahrbahn bzw. einer von mehreren nebeneinander angeordneten Streifen einer Richtungsfahrbahn, die einem bewegten Fahrzeug zur Verfügung steht. In Deutschland liegt die Fahrstreifenbreite standardmäßig zwischen 2,75 m und 3,75 m.

Fahrstuhl: Eine andere Bezeichnung der Aufzugsanlage, also eine technische Einrichtung bzw. »unstetige« Förderanlage mit Kabine, Fahrkorb oder Plattform zur vertikalen oder schrägen Beförderung von Personen und / oder Lasten.

Fahrstuhlanlage: Siehe → Fahrstuhl.

Fahrstuhlbatterie (Aufzug): Eine Reihe nebeneinandergelegener Aufzüge bzw. Aufzugsschächte.

Fahrstuhlschacht: Die Röhre, in der Kabinen, Fahrkörbe oder Fahrplattformen (Paternoster) bewegt werden.

Fahrte (Bergbau): Eine Schachtleiter.

Fährterminal: Das zur Abwicklung des Personen- und Güterverkehrs dienende Hauptgebäude eines → Fährhafens.

Fahrtrum (Bergbau): Jener Bereich eines Schachtquerschnittes, der von der Fahrung (Seilfahrt) dienenden Einrichtungen eingenommen wird.

Fahrzeugkran: Ein mobiler Auslegerkran, der auf ein Rad- oder Kettenfahrwerk montiert ist.

Fahrzeugschuppen: Ein kleines, leicht gebautes, regelhaft aus Holz und / oder Blech errichtetes Gebäude, das zum Abstellen von Fahrzeugen unterschiedlicher Art dient.

Fair Market Value (Grundstückswertermittlung): Zumeist schlicht »Market Value« oder – deutsch – »Verkehrswert« genannt. Der Verkehrswertbegriff wird international übereinstimmend definiert. Stellvertretend seien zwei deutschsprachige Definitionen angeführt: 1. § 194 BauGB (Deutschland): Der Verkehrswert (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der in dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und den tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder des sonstigen Gegenstandes der Wertermittlung ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre. 2. IVSC (International Valuation Standards Comittee / TEGoVA (The European Group of Valuers‘ Association: Europäische Bewertungsstandards 2003): Der Marktwert ist der geschätzte Betrag, zu dem eine Immobilie in einem funktionierenden Immobilienmarkt zum Bewertungsstichtag zwischen einem verkaufsbereiten Verkäufer und einem kaufbereiten Erwerber nach angemessenem Vermarktungszeitraum in einer Transaktion im gewöhnlichen Geschäftsverkehr verkauft werden könnte, wobei jede Partei mit Sachkenntnis, Umsicht und ohne Zwang handelt. In der 6. Ausgabe der European Valuation Standards (TEGoVA, 2009, S. 15) findet sich eine weitgehend identische Definition: The estimated amount for which the property should exchange on the date of valuation between a willing buyer and a willing seller in an arm’s length transaction after proper marketing wherein the parties had each acted knowledgeably, prudently and without compulsion.

Fair Value (immobilienbezogen): Eine Verkürzung von → »Fair Market Value», also eine Bezeichnung für den Markt- bzw. → Verkehrswert einer Immobilie.

Fairway (Golfplatz): Der von kurzgehaltenen, sorgsam gepflegten Rasenflächen gekennzeichnete Bereich zwischen Abschlag und Grün (Zielbereich).

Faktisches Einkaufszentrum: Anders als das planmäßig entwickelte → Einkaufszentrum eine sukzessive entstandene, vergleichsweise flächenmächtige Agglomeration von Einzelhandelsbetrieben, die typischerweise (auch) in Einkaufszentren vorkommen. Maßgeblich für eine Einordnung als faktisches Einkaufszentrum ist, dass am Standort ansässige Betriebe als funktionale Einheit wahrgenommen werden.

Fallbrücke: Eine vor allem in Bezug auf Burg- und Festungsanlagen verwendete Bezeichnung der »Zugbrücke«. Es handelt sich um eine mittels Ketten oder (Draht)Seilen vertikal bewegliche Brücke, die in geöffnetem Zustand einen Graben oder Geländeeinschnitt überspannt.

Falle (Schließtechnik): Jenes horizontal bewegliche Teil eines Schlosses, das eine Tür in deren Anschlag hält, sobald diese geschlossen wird bzw. zugefallen ist.

Fallgatter (Burgen- / Festungsbau): Im antiken und mittelalterlichen Wehrbau eine Einrichtung zur zusätzlichen Sicherung von Toren und Toranlagen. Fallgatter wurden regelhaft aus gitterförmig bzw. rostartig miteinander verbundenen, vielfach durch metallene Beschläge verstärkten Holzbalken hergestellt. Zumeist in Mauerschlitzen geführte Fallgatter wurden über Winden (Ketten, Seile, Wellen) gehoben und gesenkt. Das Fallgatter diente einerseits dazu, Feinden ein Eindringen in eine Befestigung zu erschweren, andererseits konnten sie teils genutzt werden, um eingedrungenen Gegnern den Rückzug abzuschneiden.

Fallgattertor: Namensgemäß ein mit einem → Fallgatter versehenes → Tor.

Fallgeld (historisch, Deutschland, immobilienbezogen): Ein Vorläufer der heutigen Grunderwerbssteuer. Der Begriff bezeichnete eine beim Eigentumswechsel eines Grundstücks zu entrichtende Gebühr.

Fallgitter: Eine andere Bezeichnung für ein → Fallgatter.

Fallgut (historisch): Siehe → Falllehen.

Fälligkeitsdarlehen: Identisch mit dem »endfälligen Darlehen«. Ein → Darlehen, bei dem der überlassene Geldbetrag am Ende der Vertragslaufzeit bzw. nach einer erfolgten Kündigung auf einmal zurückzuzahlen ist. Während der Laufzeit hat der Darlehensnehmer lediglich Zinsen zu zahlen, muss also keine Tilgungszahlungen leisten. Der Zinssatz kann fest oder variabel vereinbart sein.

Falllehen (historisch): Ein Lehen, das mit dem Tod des Lehensinhabers an den Grundherren heimfiel, also ein personengebundenes, auf Lebenszeit vergebenes Lehen. Eine andere Bezeichnung ist »Schupflehen«.

Fallloch (historisch, Burgenbau): Eine vor allem in den Decken von → Torhallen ausgesparte Öffnung, die es ermöglichte, eingedrungene Feinde zu bewerfen und mit siedenden Flüssigkeiten zu übergießen.

Fallriegelschloss: Ein → Schloss, in dessen oberem Bereich stiftförmige Riegel sitzen, deren Gewicht sie in darunter befindliche Aufnahmelöcher senkt. Zum Aufsperren dient ein mit Zinken bzw. einem Bart versehener Schlüssel, welcher die Fallriegel anhebt.

Fallschutzkies: Ein Rundkies mit einem von 2 mm bis 8 mm reichenden Korngrößenspektrum, der vor allem auf Kinderspielplätzen als Falldämpfung ausgebracht wird. Gegenüber Sand besitzt eine entsprechende Schicht den Vorteil, nicht durchzufrieren.

Fallturm (historisch): Ein als Gefängnis genutzter bzw. ein → Verlies beinhaltender Turm einer Burg, Festung oder Stadtbefestigung. Andere Bezeichnungen sind »Faul-« und »Hungerturm«.

Falscher Bogen (Architektur): Eine Konstruktionsform, bei der beiderseits der oberen Öffnungspartie Kragsteine gesetzt werden, die von unten nach oben enger zusammenrücken.

Falsches Gewölbe: Eine andere Bezeichnung für »Kraggewölbe« bzw. »Kragsteingewölbe«. Es handelt sich um eine von außen nach innen aufsteigende Decke, die konstruktiv als Vorläufer des echten Gewölbes aufgefasst werden kann. Gebildet wird sie von Kragsteinschichten, die nach oben hin stetig näher an den Mittelpunkt bzw. die Mittelachse heranrücken. Wird ein kreisförmiger Raum überbaut, entsteht eine Abfolge sich verengender Ringe.

Faltbrücke: Eine → Brücke, deren beweglicher Abschnitt aus mehreren verkoppelten Klappen besteht. Der Faltvorgang erinnert an ein gespieltes Akkordeon.

Faltrollo: Eine andere Bezeichnung für eine Plisseeanlage. Es handelt sich um einen dem Rollo ähnlichen, an der Innenseite von Fenstern montierten Sonnenschutz, der gewöhnlich zugleich als Dekorationselement dient. Der Vorhangstoff ist vorgefaltet, wird nicht aufgewickelt, sondern zieht sich von unten nach oben zusammen. Derartige Vorhänge kommen unterschiedlich geformt vor (rechteckig, halbkreisförmig usw.).

Faltstore: Siehe → Faltrollo.

Falttür: Eine → Tür, die aus einzelnen, miteinander mittels Scharnieren, Gelenken oder Scharnierbändern verbundenen Türblättern besteht. Namensgerecht faltet sich diese Türart beim Öffnen zusammen und beim Schließen auf.