Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Ek – Ep

EK (Finanzwesen): Das Kürzel steht für → »Eigenkapital«.

Eklektik: Siehe → Eklektizismus (Architektur, Innenarchitektur).

Eklektische Architektur: Siehe → Eklektizismus (Architektur, Innenarchitektur).

Eklektizismus (Architektur, Innenarchitektur): Eine uneinheitliche Gestaltungsströmung bzw. ein Gestaltungsprinzip, die bzw. das unterschiedliche Kulturepochen kennzeichnende Stilelemente, aber auch Objekte und Materialien zu einem Gesamtbild verschmilzt. Die Eklektik beruht im Allgemeinen auf individuellen Vorlieben bzw. einem willkürlich anmutenden Ansatz. Eklektizistische Ansätze spiegeln sich in den meisten architektonischen und innenarchitektonischen Strömungen seit dem Aufkommen des → Klassizismus'.

Elaeothesium (Antike): Der Massage- und Behandlungsraum der griechischen → Palästra.

Elastische Verformung (Baustoffe): Eine lastbedingte Formänderung, die sich nach Entfernen der Last umkehrt, das heißt die ursprüngliche Form stellt sich wieder ein.

Elastizität (Nachfrage): Siehe → Einkommensabhängige Nachfrageelastizität.

Elastomerschweißbahn: Siehe → Elastomer-Schweißbahn.

Elastomer-Schweißbahn: Eine Schweißbahn, deren Bitumenbeschichtung beigemischtes Styrol-Butadien-Styrol enthält, das ihr elastische Eigenschaften verleiht.

Elektrofachgeschäft: Ein auf den Vertrieb von Elektroartikeln spezialisierter Einzelhandelsbetrieb mit tief ausgelegtem Sortiment, der qualifizierte Service- und Beratungsleistungen anbietet. Die marktgängige Mindestbetriebsgröße bewegt sich um 150 qm. Dem von Fachmarktketten, → Baumärkten, → Lebensmitteldiscountern (!), → Verbrauchermärkten, → SB-Warenhäusern usw. ausgehenden Wettbewerbsdrucks erliegen – wie in anderen Branchen – mehr und mehr dieser Fachgeschäfte.

Elektrofachmarkt: Zutreffend wäre an sich die Bezeichnung »Elektrowarenfachmarkt«. Es handelt sich um einen auf vergleichsweise großer Fläche betriebenen, zumeist preisbetont auftretenden Einzelhandelsbetrieb, der ein breites und / oder tiefes Sortiment an Elektrogroßgeräten (Gefrierschränke / -truhen, Geschirrspülmaschinen, Herde, Kühlschränke, Waschmaschinen und Wäschetrockner) und / oder Elektrokleingeräten (Kaffeemaschinen, Küchenmaschinen, Mikrowellengeräte, Staubsauger usw.) führt. Ergänzend treten vielfach Kleinteile (Schalter, Steckdosen, Zubehör) hinzu.

Elektrogebäudeheizung: Eine technische Einrichtung zur aktiven, kontrollierten Beheizung von Räumen mit elektrisch erzeugter Wärme. Gemessen an Heizungen, die auf dem Einsatz fossiler Energieträger beruhen, erweist sich der geringe Wirkungsgrad als nachteilig.

Elektroheizung (gegenständlich): Die umgangssprachliche verbreitete Bezeichnung für »Elektrogebäudeheizung«. Es handelt sich um eine technische Einrichtung zur aktiven, kontrollierten Beheizung von Räumen mit elektrisch erzeugter Wärme. Gemessen an Heizungen, die auf dem Einsatz fossiler Energieträger beruhen, erweist sich der geringe Wirkungsgrad als nachteilig.

Elektroheizung (Vorgang): Der Einsatz einer Elektrogebäudeheizung.

Elektronikfachmarkt: Ursprünglich ein vor allem auf den → Unterhaltungselektronikfachmarkt gemünzter Begriff, inzwischen eine Bezeichnung, die (auch) für einen kombinierten Elektrowaren- und Unterhaltungselektronikfachmarkt steht (gemischte Sortimente sind bei marktführenden Anbieter die Regel). Vertiefend siehe → Elektrowarenfachmarkt.

Elektro- und Unterhaltungselektronikfachmarkt: Siehe → Elektrowaren- und Unterhaltungselektronikfachmarkt.

Elektrowarenfachgeschäft: Ein auf den Vertrieb von Elektroartikeln spezialisierter Einzelhandelsbetrieb mit tiefem Sortiment, der Service- und Beratungsleistungen betont. Die marktgängige Mindestbetriebsgröße bewegt sich um 150 qm. Dem von Fachmarktketten, → Baumärkten, → Lebensmitteldiscountern (!), → Verbrauchermärkten, → SB-Warenhäusern usw. ausgehenden Wettbewerbsdrucks erliegen – wie in anderen Branchen – mehr und mehr dieser Fachgeschäfte.

Elektrowarenfachmarkt: Branchensprachlich zumeist als »Elektrofachmarkt« bezeichnet. Es handelt sich um einen auf vergleichsweise großer Fläche betrieben, zumeist preisbetont auftretenden Einzelhandelsbetrieb. Typischerweise führt er ein breites und / oder tiefes Sortiment an Elektrogroßgeräten (Gefrierschränke / -truhen, Geschirrspülmaschinen, Herde, Kühlschränke, Waschmaschinen, Wäschetrockner) und / oder mehr oder minder große Sortimente an Elektrokleingeräten (Föhne, Kaffeemaschinen, Küchenmaschinen, Mikrowellengeräte, Staubsauger usw.). Ergänzend treten vielfach Kleinteile (Schalter, Steckdosen, Zubehör) hinzu.

Elektrowaren- und Unterhaltungselektronikfachmarkt: Ein großflächiger, regelhaft preisbetonend agierender Einzelhandelsbetrieb, der Weiße Ware (typisch für den → Elektrowarenfachmarkt) und Braune Ware (typisch für den → Unterhaltungselektronikfachmarkt) führt.

ELW (Wohnen / Gewerbe): Der vor allem in Immobilienannoncen zu findende Kürzel steht für »Einliegerwohnung«.

EMA (Sicherheitstechnik): Steht für »Einbruchmeldeanlage«.

Emerald Black (Gestein): Handelsname eines blaugrün schimmernden norwegischen Syenits, der sich u. a. zur Herstellung von Küchenarbeitsplatten, Fensterbänken und Waschtischen eignet. Weitere Bezeichnungen sind »Black Labrador« und »Nero Black Pearl«.

Empfang (räumlich): Der Empfangstresen samt Infrastrukturbereich und zugehörigem Vorfeld, an dem Gäste, Besucher oder Lieferanten begrüßt, ein- und ausgetragen sowie unterstützt werden. Ein inhaltsgleiches Lehnwort ist »Rezeption«.

Empfangsgebäude: In Passagierverkehrslagen integrierte Gebäude bzw. Gebäudetrakte, die dazu dienen, betriebliche Abläufe bzw. den Kundenverkehr abzuwickeln (Fahrkartenverkauf, Gepäckabfertigung usw.). Empfangsgebäude können Wartezonen beinhalten.

Emphyteuse: Siehe → Emphyteusis (historisch, römisches Recht).

Emphyteusis (historisch, römisches Recht): Ein der → Erbpacht ähnelndes Institut der römischen Kaiserzeit. Es handelte sich um eine entgeltliche Vergabe von Land eines Grundbesitzers an kleinbäuerliche Nutzer, die ihre Rechte an dem jeweiligen Landstück vererben, veräußern und verpfänden konnten. Bei Übereinkunft beider Seiten wurde eine einmalige Abgabe an den Grundherrn fällig, dem im Falle eines geplanten Verkaufs durch den Nutzungsberechtigten ein Vorkaufsrecht zustand. Blieb der Berechtigte vereinbarte laufende Zahlungen schuldig oder minderte sein Tun oder Lassen den Nutzwert des jeweiligen Landstücks, erlosch sein Nutzungsrecht.

Emphyteuta (historisch, römisches Recht): Der im Rahmen eines → Emphyteusis Nutzungsberechtigte.

Empire (Kunst, Architektur): Eine dem Klassizismus zuzuordnende gestalterische Linie, die zeitlich mit der Konsulats- und Kaiserzeit Napoleon Bonapartes (1799 – 1814) zusammenfällt.

Empore: Eine über einem Innenraum befindliche Galerie bzw. Tribüne, die ihre Langseite dem Hauptraum zukehrt. In Opernhäusern, Konzertsälen, Schauspielhäusern usw. fungieren Emporen regelhaft als Zuschauertribünen, die zur Erschließung der vertikalen Dimension dienen und vielfach eine mehrere Stockwerke hohe hufeisenförmige oder halbkreisartige Einfassung bilden. Weit verbreitet sind Emporen in der sakralen Architektur, so beispielsweise als bestuhlte Bereiche über den Seitenschiffen von Basiliken oder als Orgelemporen über kirchlichen Hauptportalen.

Enceinte (Festungsbau): Der innere befestigte Bereich einer Festung oder Stadtbefestigung, ihr primärer Mauer- bzw. Befestigungsgürtel.

Endfälliges Darlehen: Ein → Darlehen, bei dem der überlassene Geldbetrag am Ende der vertraglichen Laufzeit bzw. nach erfolgter Kündigung auf einmal zurückzuzahlen ist. Während der Laufzeit hat der Darlehensnehmer lediglich Zinsen zu zahlen, muss also keine Tilgungszahlungen leisten. Der Zinssatz kann fest oder variabel vereinbart sein. Das endfällige Darlehen wird auch als »Fälligkeitsdarlehen« bezeichnet.

Endhaus: Das letzte Gebäude an einem Ende einer Bauzeile.

Energie, graue: Energie, die in Zuge der Produktion, des Transports und der Entsorgung eines Gutes (oder einer Leistung) verbraucht wird. In das Glossar ging der Begriff ein, weil die graue Energie im Rahmen einer energetischen Bilanz verschiedener Typen von → Energiesparhäusern an sich in die Berechnung einzubeziehen wäre. Beispielsweise ist zweifelhaft, ob ein → Plusenergiehaus unter Berücksichtigung der grauen Energie seine Bezeichnung tatsächlich verdient.

Energiebedarfsausweis (Deutschland): Auch »Wärmebedarfsausweis« genannt. Ein Zertifikat, das für Neubauten (und Sanierungsobjekte usw.) seit 2002, für Bestandsgebäude seit 2008 zu erstellen ist. Es soll mögliche Käufer oder Mieter einer Immobilie darüber informieren, welche Heizwärmemenge diese bei üblicher Nutzung im Jahr benötigt. Der berechnete Heizwärmebedarf wird pro Quadratmeter Wohnfläche ausgewiesen. Der Ausweis gibt nicht nur Auskunft über die energetischen Qualitäten eines Gebäudes, sondern skizziert auch Einsparmöglichkeiten. Das Dokument ist Käufern oder Mietern eines Gebäudes auf Anforderung vorzulegen.

Energiedurchlassgrad: Zumeist als »g-Wert« bezeichnet. Es handelt sich um ein Maß für die Durchlässigkeit durchscheinender Bauteile wie Fenster oder Glastüren. In ihm drückt sich der thermisch wirksame Sonnenlichtanteil aus, der eine transparente Fläche durchdringt, also z. B. im Innenraum eines Gebäudes angelangen kann.

Energiesparhaus: Ein Gebäude, das gemessen zu einem durchschnittlichen Gebäude deutlich weniger Energie für Heizung und Warmwassererzeugung benötigt. In Deutschland sind seit Einführung der Energieeinsparverordnung (2002) alle Neubauten als Energiesparhaus ausgelegt. Die Verringerung des Energiebedarfs beruht im Wesentlichen auf dem Einsatz moderner Dämmtechniken und mehrfachverglaster Fenster sowie dem Einbau effizienter Heiz- und Klimasysteme. »Energiesparhaus« stellt einen Oberbegriff dar, der u. a. → Niedrigenergie-, → Nullenergie- und → Passivhäuser einbezieht.

EnEV (Baurecht, Deutschland): Das Kürzel für die seit 2002 verbindliche »Energieeinsparverordnung«.

Enfilade: Eine Abfolge direkt ineinander übergehender Säle bzw. Zimmer, deren Türen in gerader Linie aufeinanderfolgen. Stehen sämtliche Türen offen, ergibt sich eine sämtliche Räume verbindende Sichtachse. Derartige Anordnungen erfreuten sich während des → Barock großer Beliebtheit. Ein sehenswertes Beispiel bietet die Würzburger Residenz. Im Deutschen wird die Enfilade als »Raumflucht« bezeichnet.

Englischer Bogen: Eine andere Bezeichnung des Tudor-Bogens. Es handelt sich um einen Spitzbogen mit schwach gekrümmter → Laibung, also einen flachen, gedrückt wirkenden Bogen, der ein typisches Element von Gebäuden der Tudor-Zeit war.

Englischer Garten: Eine naturnah gestaltete, großflächige Grünanlage, die in aller Regel idealisierte landschaftliche Elemente wie Haine, Teiche, Seen und Hügel zu einem Gesamtkonzept verschmilzt, dem die ordnende menschliche Hand kaum anzumerken ist. Der Begriff »Garten« ist zumindest in Bezug auf die prototypischen Vertreter fragwürdig, insofern diese → Parkanlagen darstellen, was der Englische Garten in München verdeutlicht.

Engobieren (Baustoffe): Eine Technik, die zur dauerhaften Einfärbung von Dachziegeln und Fliesen genutzt wird. Die Farbgebung erfolgt durch Begießen, Besprühen oder Eintauchen des Rohproduktes in mineralischen Tonschlamm, der beim anschließenden Brennvorgang versintert.

Engobierung: Siehe → Engobieren (Baustoffe).

Ensemble (Gebäude): Eine Gruppe eigenständig errichteter Gebäude, deren Bauten als funktionaler und / oder architektonischer Verbund wahrgenommen werden, wobei die optische Gesamtwirkung über der Ausstrahlung jeweiliger Einzelgebäude steht.

Entasis (Architektur): Die Schwellung eines → Säulenschaftes, die dorische und (abgeschwächt) ionische Säulen typisiert.

Entkernung: Der Rückbau aller bzw. eines wesentlichen Anteils der Gebäude- bzw. Bauwerksbereiche innerhalb der Außenmauern. Bei einer totalen Entkernung bleiben lediglich die Außenmauern sowie die → Gründung erhalten.

Entlastungsbogen: Ein traditionell aus Ziegeln oder Natursteinen gemauerter → Bogen, der zur Druckentlastung eines horizontalen Tür- oder Fenstersturzes dient. Bei großen Auflasten finden sich teils mehrere dieser Bögen übereinander angeordnet. Die statische Entlastung beruht auf der Gewölbewirkung.

Entlastungsstraße: Eine (entsprechend gekennzeichnete) → Straße, über die Verkehrsmengen von stark belasteten bzw. überlasteten Straßen geleitet werden (sollen).

Entnahmegrube: Eine Aushubstelle, deren entnommenes Material anderen Ortes als Baustoff oder zur Verfüllung verwendet wird.

Entrelac (Ornamentik): Eine aus dem Französischen übernommene Bezeichnung für das Flechtband. Es handelt sich um ein Zierwerk, das aus miteinander verflochtenen bzw. verknoteten Streifen besteht.

Entsiegelung: Das Entfernen einer vom Menschen geschaffenen, permanenten Bodenüberdeckung, deren Beschaffenheit eine Versickerung von Niederschlagswasser unmöglich macht. Beispiele liefern die Beseitigung von Asphalt- oder Betondecken.

Entsiegelungsgebot (Baurecht, Deutschland): Siehe → Rückbau- und Entsiegelungsgebot (Baurecht, Deutschland).

Entsiegelungsverfügung: Siehe → Rückbau- und Entsiegelungsgebot.

Entsorgungsanlage (Müllablagerung): Ein schönfärbender Ausdruck für eine (moderne) → Deponie.

Entsorgungspark (Müllablagerung): Eine reichlich schönfärbende Bezeichnung für eine moderne → Deponie.

Entstädterung: Zumeist als »De(s)urbanisierung« bezeichnet. Eine bevölkerungsbezogene Schrumpfung eines verstädterten Raumes oder einer Vielzahl von Agglomerationen, die sich mit einer Reduzierung und / oder qualitativen Verschlechterung infrastruktureller Elemente verbindet. Derartige Prozesse treten infolge einer Abwanderung (Stadtflucht) und / oder einem natürlich bedingten Bevölkerungsrückgang im jeweiligen Raum auf. Beobachtbar sind entsprechende Abläufe vor allem in alten Industrieregionen der USA.

Entwässerungskanal: Ein künstliches unter- oder oberirdisches Gerinne, das dazu dient, Wasser – insbesondere aus landwirtschaftlich genutzten Arealen bzw. Böden – abzuleiten. Die Anlage bzw. der Erhalt von Entwässerungskanälen ist in vielen herkömmlichen Bewässerungsgebieten (!) unerlässlich, um Bodenversalzungen zu vermeiden.

Entwickler: Branchenübliche Verkürzung von → »Projektentwickler« oder »Immobilienprojektentwickler«.

Entwicklungsgebot (Baurecht, Deutschland): Die kommunale Pflicht, → Bebauungspläne aus dem → Flächennutzungsplan zu entwickeln. Das Entwicklungsgebot ist in § 8 Absatz 2 Baugesetzbuch verankert.

Entwicklungszustand (bodenbezogen): Das deutsche Planungswesen unterscheidet fünf Zustandsklassen: 1. Ackerland im weiteren Sinne (einschließlich Forste usf.), 2. Begünstigtes Ackerland, 3. Bauerwartungsland, 4. Rohbauland und 5. Reifes Bauland. Der Marktpreis je Flächeneinheit steigt von Stufe zu Stufe.

Enveloppe (Festungsbau): Ein in einiger Entfernung von einem Turm oder einem kasemattierten Festungswerk aufgeschütteter Wall, der einen direkten Beschuss der jeweiligen Verteidigungsanlage erschwerte und die Waffenwirkung somit minderte.

Enveloppe (Festungsbau): Die Gesamtheit aller (weitgehend) zusammenhängenden Außenwerke einer Festung, die deren Kernbefestigungen einfassen.

EPDM: Das Kürzel für »Ethylen-Propylen-Dien-Monomer«. Es handelt sich um einen synthetischen Kautschuk (Gummi) bzw. ein terpolymeres Elastomer ausgeprägter Ozon-, Temperatur- und Witterungsbeständigkeit. Eingesetzt wird der Stoff u. a. zur Herstellung von Schläuchen (Dampf, Heißwasser), Dichtungen und Beschichtungen.

EPDM-Dichtungsbahn: Eine witterungsbeständige, aus Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk bzw. Ethylen-Propylen-Dien-Monomeren hergestellte Bahn, die vor allem zur Abdichtung von Flachdächern sowie im Teichbau eingesetzt wird.

Ephebeum (Antike): Der Umkleideraum der griechischen → Palästra.

Epistyl: Ein → Architrav bzw. ein auf einer Säulenreihe ruhender Balken (aus Holz oder Stein). Es handelt sich um ein typisches Element griechischer und römischer Tempel. Heute wird der Begriff auch synonym für → »Gebälk« verwendet.

Epistylion: Siehe → Epistyl.

Epitaph: Ein Denkmal, eine Gedächtnisstätte, die an Verstorbene erinnert. Ursprünglich handelte es sich um allenfalls schlicht verzierte Steinplatten, nach und nach wuchsen Epitaphe teils in monumentale Dimensionen hinein; sie finden sich häufig in Kirchennähe, oftmals auch im Inneren von Kirchenbauwerken.

Epitaphium: Siehe → Epitaph.

Epitaurus: Eine griechische Bezeichnung des Antefix' bzw. Stirnziegels. Es handelte sich um einen ornamentierten, aus Ton oder (seltener) Stein hergestellten Ziegel, der im antiken Etrurien, Griechenland und Rom zur Verkleidung der → Traufe eingesetzt wurde. Die Verzierung konnte plastischer Art oder aufgemalt sein.

Epochenraum: Ein Museumsraum oder -saal, dessen Exponate aus einer bestimmten geschichtlichen Periode stammen.

Epochensaal: → Epochenraum.

EPRA (Verbandswesen): Steht für »European Public Real Estate Association«. Zu Deutsch: »Verband börsennotierter europäischer Immobiliengesellschaften«.