Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu E – Einh

EB (Wohnen / Gewerbe): Der häufig in Immobilienannoncen auftauchende Kürzel steht für »Erstbezug« (eines Hauses, einer Wohnung usw.).

EBIT: »Earnings before Interest and Taxes«. Das Bruttobetriebsergebnis abzüglich Abschreibungen, jedoch vor Zinsen und Steuern.

EBITDAR: »Earnings before Interest, Taxes, Depreciation, Amortization and Rent«. Zu Deutsch: Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Miete bzw. Pacht. Andere Bezeichnungen sind »Bruttobetriebsergebnis« bzw. (englisch) »Gross Operating Profit«.

EBK (Wohnsektor): Ein in Immobilieninseraten häufig verwendetes Kürzel, der für »Einbauküche« steht.

Echaugette (Wehrbau): Französische Entsprechung des »Scharwachtturmes«. Ein Burgmauern oder Bastionsspitzen krönendes Erkertürmchen mit kreisförmigem oder eckigem Grundriss, das entweder ein Dach trägt oder von einer zinnengekrönten Plattform abgeschlossen wird. Die Mauerpartien sind vielfach mit → Schießscharten und → Maschikulis versehen. Dieses gewöhnlich vorspringende, von einer Konsole getragene wehrbauliche Element kam im 12. Jahrhundert auf und blieb bis ins 16. Jahrhundert in seiner Funktion erhalten. Inhaltsgleiche Begriffe sind »Hochwachtturm», »Pfefferbüchse« oder »Scharwachtturm«.

Echter Bogen (Architektur): Ein → Bogen, der keinen Zugspannungen ausgesetzt ist, sondern Lasten bzw. Druckkräfte auf seitliche Lager überträgt. Es handelt sich um einen sich selbst stabilisierenden Bogen.

Echtes Gewölbe: Eine aufstrebende Deckenkonstruktion, deren Wölbelemente derart angeordnet sind, dass die Fugenlinien radial auf einen oder mehrere Punkte der räumlichen Zentralachse (→ Kuppel) bzw. eine oder mehrere Linien in der lotrechten Mittelebene (→ Tonnengewölbe) zulaufen. Weniger abstrakt ausgedrückt: Es handelt sich um eine vom Boden aus betrachtet konkave Decke, die sich durch Einsatz eines Schusssteins selbst trägt.

Echte Vierung: Jener quadratische Raum, der entsteht, wo das jeweils gleich hohe und breite Haupt- und Querschiff eines Kirchenbaus zusammentreffen.

Eckakroter: Ein antikes architektonisches Zierelement, das auf die Giebelecken von Tempeln und Grabbauwerken aufgesetzt wurde.

Eckergeld (historisch): Ein zu entrichtender Betrag, der dazu berechtigte, Hausschweine im Wald eines Grundherren oder in einem Gemeinschaftswald fressen zu lassen.

Eckerich (historisch): Eine zur Schweinefütterung bzw. -mast genutzte Waldweide; es handelte sich regelhaft um (gemischte) Eichen- bzw. Buchenwälder.

Eckgebäude: Ein im Winkel zwischen zwei zusammentreffenden Straßen oder Wegen gelegenes → Gebäude bzw. → Haus, an das in beiden Wegerichtungen ein weiteres oder mehrere aufeinanderfolgende Gebäude bzw. Einrichtungen (im weiteren Sinn) anschließen.

Eckhaus: Ein im Winkel zwischen zwei zusammentreffenden Wegen oder Straßen gelegenes → Haus, an das in beiden Richtungen ein weiteres Gebäude oder mehrere in Reihe stehende Gebäude bzw. Einrichtungen (im weiteren Sinn) anschließen.

Ecklisene: Eine u. a. während des → Historismus verbreitete, zumeist als Putzarbeit ausgeführte → Lisene, die senkrechte bzw. fallende Gebäudekanten zierte.

Eckpfeiler: 1. Ein die Eckposition einer Pfeilerformation einnehmender → Pfeiler. 2. Ein in eine Wandecke einbezogener → Wandpfeiler.

Eckstiel: Beim Fachwerkbau ein Eckpfosten bzw. Eckständer.

Ecktritt (Treppenbau): Eine bei → Wendeltreppen vorkommende Stufe, die auf eine Wandecke zuläuft, also um etwa 45 Grad von der geraden bzw. primären Lauflinie abgewinkelt ist.

Eckturm: Ein an einer Gebäude- bzw. Bauwerksecke oder in bzw. an einem stark ausgeprägten Mauerwinkel errichteter → Turm.

Eckzwickel: Ein Pendentif. Ein dreieckiges, gewöhnlich nur aus dem Gebäudeinneren heraus sichtbares Bauelement im Übergang zwischen dem quadratischen, bisweilen auch achteckigen Grundriss eines Baukörpers und dem kreisförmigen Grundriss einer aufsitzenden Kuppel. Der Eckzwickel wird auch als »Hängezwickel« bezeichnet.

EDA (Abbruchwesen): Steht für »European Demolition Association», den »Europäischen Abbruchverband« mit Sitz in Brüssel, Belgien.

Edelbrechsand: Ein künstlich gebrochener Mineralstoff mit einer maximalen Korngröße von 2 mm.

Edelputz: Ein Oberbegriff für farbige und weiße mineralische Werk-Trockenmörtel, die zur Herstellung von Oberputzen gemäß DIN V 18550 herangezogen werden. Edelputze beinhalten UV-beständige mineralische Pigmente.

Edelputz, dickschichtiger: Ein → Edelputz, dessen Schichtdicke die Größe des Größtkorns übertrifft. Die Schichtdicke bewegt sich regelhaft zwischen 10 mm und 15 mm.

Edelputz, dünnschichtiger: Ein strukturierter Putzmörtel, dessen Schichtdicke sich aus der Korngröße des Strukturkorns (zumeist 2 – 5 mm) ergibt.

Edelsitz: Eine vor allem in Österreich und Süddeutschland geläufige Bezeichnung für einen Ansitz. Es handelt sich um eine allenfalls schwach befestigte Form des Adelssitzes, die im ausklingenden Mittelalter aufkam und bis ins 19. Jahrhundert Anhänger fand. Edelsitze dienten Wohn- und Repräsentationszwecken; viele Vertreter weisen ihrer ursprünglichen Funktion beraubte Gestaltungselemente alter Wehrbauten auf (Türme, Zinnen).

Edelstahl: Ein legierter oder unlegierter Stahl hohen Reinheitsgrades. Gemeinhin wird mit dem Begriff »rostfrei« bzw. »nichtrostend« assoziiert; diese Gleichsetzung ist jedoch nicht in jedem Fall zutreffend, da nicht jeder Edelstahl korrosionsbeständig ist, umgekehrt nicht jeder rostfreie Stahl als Edelstahl einzustufen ist.

Edge City: Von Joel Garreau geprägter Begriff (vgl. u. a. Edge City: Life on the New Frontier, New York, 1991). Die Siedlungsform beinhaltet schwerpunktmäßig Wohn-, Einzelhandels- und Büronutzungen. Folgende Merkmale liegen einer Einordnung im Sinne des Wortstifters zugrunde: Über 450.000 qm Bürofläche, mehr als 55.000 qm Einzelhandelsfläche, mehr Arbeitsplätze als Wohnungen und (neuerdings) Einpendlerüberschüsse. Zahlreiche Edge Cities sind privat geplante, errichtete und vermarktete Gebilde. Vielfach an Autobahnkreuzen gelegen, setzen sie sich aus mehr oder minder funktionsspezialisierten Bereichen zusammen (Wohngebieten, Einkaufszentren, Gesundheitseinrichtungen, Büroclustern einschließlich Hochhausansammlungen). Die Verwaltung obliegt privaten Gesellschaften.

EEWärmeG (Deutschland): Das Kürzel für »Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz« bzw. (amtlich) »Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien im Wärmebereich«.

Effektive Miete: Siehe → Effektivmiete.

Effektivmiete: Eine bereinigte nominale Mietrate auf Monats- oder Jahresbasis. In Abzug gebracht werden Einsparungen des Mieters, die sich aus eingeräumten mietfreien Zeiten, gewährten Mietanreizen (z. B. Ausbaukostenzuschüssen) usw. ergeben. Der Wert entsprechender Vorteile wird als Barwert ermittelt. Stichtag ist das vertragliche Laufzeitende.

Effloreszenz (Bau): Eine Ausblühung bzw. eine Auskristallisierung von Salzen auf Gebäude- bzw. Bauteiloberflächen.

EFH (Wohnsektor): Der u. a. in Immobilienanzeigen oft verwendete Kürzel steht für → »Einfamilienhaus«.

EG (Gebäude): Der gängige Kürzel für → »Erdgeschoss«.

EH (Handel): Ein gebräuchliches Kürzel für → »Einzelhandel«.

EHB (Bergbau): Steht für »Einschienenhängebahn«.

Ehrenhof (Architektur): Ein großzügig ausgelegter Platz bzw. Hof, der dreiseitig von Haupttrakt und Seitenflügeln einer Schlossanlage eingefasst ist. Die nicht von einem Gebäudeteil begrenzte Hofseite wurde regelhaft von Ziergittern bzw. einem geschmiedeten Eisenzaun oder einer mit Torfahrt versehenen Mauer abgeschlossen. Ehrenhöfe waren typische Gestaltungs- und Funktionselemente barocker Schlossanlagen; in späterer Zeit wurden sie teils auch bedeutenden öffentlichen Gebäude vorgelagert. Eindrucksvolle, die Schlossfronten wirkungsvoll betonende Ehrenhöfe besitzen z. B. Schloss Schönbrunn (Wien) und die fürstbischöfliche Residenz zu Würzburg.

Ehrenmal: Ein Element der Erinnerungskultur, das – namensgemäß – zur ehrenden Erinnerung errichtet wird. Am weitesten verbreitet sind Soldaten- bzw. Kriegerdenkmale, die weit überwiegend einer Vielzahl oft namentlich aufgeführter Personen gewidmet sind. Ein Beispiel bietet das Marine-Ehrenmal in Laboe, Schleswig-Holstein.

Ehrn: Eine andere Schreibweise des »Ern«. Es handelt sich um einen im Erdgeschoss fränkischer Bauernhäuser gelegenen Flur.

Eierstab: Ein gemaltes Band oder eine plastisch ausgeformte Zierleiste, die aneinandergereihte, quer ausgerichtete Ovalformen, seltener auch stehende Halbovale oder einen Wechsel ovaler mit lanzettartigen Elementen zeigt.

Eigenbedarfskündigung: Die vom Eigentümer einer Immobilie ausgesprochene Beendigung bzw. Auflösung eines Mietverhältnisses, die mit einer notwendigen → Eigennutzung begründet wird.

Eigenheim: Ein im → Eigentum des Nutzers stehendes → Einfamilienhaus, ein entsprechendes → Reihenhaus oder eine → Doppelhaushälfte.

Eigenheimpreis (Kauf): Der Betrag, zu dem ein → Eigenheim (Einfamilienhaus, Doppelhaushälfte) ge- oder verkauft wurde bzw. wird. Der Preis kann identisch mit dem → Marktwert im Sinne des Wertermittlungsgedankens sein, aufgrund besonderer Umstände (Liebhaberei, Zwangsversteigerung usw.) jedoch auch erheblich von diesem abweichen.

Eigenheimsiedlung: Eine wahrnehmungsbezogen und / oder physisch gegenüber dem Umfeld abgesetzte räumliche Einheit, die (nahezu) durchgängig mit freistehenden Einfamilienhäusern, Doppel- und / oder Reihenhäusern bebaut ist.

Eigenheimwert (monetär): Der für ein Einfamilienhaus oder eine Doppelhaushälfte erzielbare → Marktpreis. Dieser ist identisch mit dem → Verkehrswert im Sinne der → Grundstückswertermittlung, das heißt er bezieht sich auf einen Stichtag und setzt eine Übereinkunft zwischen entscheidungsfrei und wirtschaftlich rational agierenden Parteien voraus.

Eigenjagd (Gebiet): Siehe → Eigenjagdbezirk.

Eigenjagdbesitzer: Die verbreitete, streng genommen nicht korrekte Bezeichnung für eine Person, die → Eigentümer eines → Eigenjagdbezirkes ist.

Eigenjagdbezirk: Ein land- oder forstwirtschaftlich nutzbares Landstück, dessen Fläche mindestens der jagdgesetzlich festgelegten Größe entspricht. Ist der Eigentümer selbst nicht jagdberechtigt oder nicht willens, von seinem Jagdrecht Gebrauch zu machen, erfolgt zumeist eine → Verpachtung an eine jagdberechtigte Person oder einen entsprechenden Personenkreis, teils auch eine Verschmelzung mit einem benachbarten Jagdbezirk.

Eigenjagdeigentümer: Die an sich korrekte Bezeichnung des → Eigenjagdbesitzers.

Eigenkapital (Immobilienfinanzierung): Finanzielle bzw. bepreisbare Mittel, die einem Immobilienkäufer oder einem in seine Immobilie(n) investierenden Eigentümer gehören und in eine Finanzierungsstruktur eingebracht werden (können). Zu diesen Mitteln zählen u. a. Bargeld, Bauspar- und sonstige Sparguthaben oder Aktien. Im Bereich von → Immobilienfonds werden von Anlegern bzw. Anteilszeichnern eingebrachte Finanzierungsbeträge als Eigenkapital bezeichnet.

Eigenkirche (historisch): Ein Kirchengebäude, das im Eigentum jener Person stand, auf deren Grund sie errichtet wurde. Hier wirkende Geistliche unterstanden dem jeweiligen Grundherrn sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich.

Eigenleistung (Bau): Arbeiten, die ein Eigentümer bzw. Bauherr (einschließlich mithelfender, nicht gewerblich bezahlter Freunde und Bekannter) beim Bau, Umbau, einer Erweiterung oder dem Innenausbau einer Immobilie eigenhändig erbringt. Dieser Einsatz reduziert (sofern sachverständig ausgeführt) die Kosten eines Vorhabens und somit den aufzunehmenden Kreditbetrag oder den Eigenkapitaleinsatz. Umgangssprachlich wird diesbezüglich auch von »Muskelhypothek« gesprochen.

Eigenmietwert (Steuerrecht, Schweiz): Ein zumeist auf Grundlage einer amtlichen → Verkehrswertschätzung bestimmter fiktiver Mietertrag für Wohnobjekte, die vom Eigentümer selbst genutzt werden. Konkret handelt sich um jenen Betrag, der bei marktüblicher Vermietung (oder Verpachtung) erzielbar erscheinen würde. Der Eigenmietwert wird in Zusammenhang mit der Einkommenssteuerbemessung festgesetzt.

Eigenmittel (Immobilienfinanzierung): Siehe → Eigenkapital.

Eigennutzer: Eine natürliche oder juristische Person, die eine in ihrem → Eigentum stehende Immobilie selbst nutzt, also in ihr wohnt und / oder arbeitet.

Eigennutzung (immobilienbezogen): Eine ihrem funktionalen Zweck entsprechende Nutzung durch den Eigentümer selbst. Unter »Eigentümer« ist eine natürliche oder juristische Person zu verstehen.

Eigentum: Das im Rahmen einer Rechtsordnung umfänglichste Herrschafts- und Verfügungsrecht, das eine natürliche oder juristische Person über eine Sache ausüben kann. Eigentum zählt zu den Vermögensrechten. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Eigentum und → Besitz vielfach gleichgesetzt. Tatsächlich bezieht sich der Besitzbegriff jedoch nur auf die tatsächliche Sachherrschaft, die (Besitz infolge Diebstahls usw. ausgeblendet) regelhaft verfügungsbeschränkenden vertraglichen oder vertragsähnlichen Bedingungen unterliegt. Der Eigentumsbegriff bezeichnet auch die jeweilige Sache selbst.

Eigentümerregister (Grundbuchwesen, Schweiz): Ein obligatorischer Grundbuchsbestandteil, in dem jeweilige Grundstückseigentümer namentlich in alphabetischer Folge aufgeführt sind und ihnen gehörende → Grundstücke bezeichnet werden.

Eigentumsblatt (Grundbuchswesen, Österreich): Das auch als »B-Blatt« bezeichnete Blatt im → Hauptbuch des Grundbuchs. Es macht den oder die Eigentümer ersichtlich (bei Miteigentum werden die jeweiligen Anteile als Bruchzahlen eingetragen), zugleich die Eigentumsübertragungen und subjektive Beschränkungen, denen ein Eigentümer in seiner Vermögensverwaltung unterliegt. Weiterhin vermerkt sind Rangordnungen und – zu Orientierungszwecken – womöglich im → Lastenblatt eingetragene Veräußerungsverbote.

Eigentumswohnung: Eine abgeschlossene → Wohneinheit innerhalb eines → Mehrfamilienhauses, an der → Eigentum begründet ist. Die Wohnung ist Sondereigentum; regelhaft steht sie in Verbindung mit einem Teileigentum an gemeinschaftlich genutzten Flächen.

Eigenwohnraum: Eine nicht zur Vermietung, sondern zur Eigennutzung durch den Bauherren oder Käufer einer Bestandsimmobilie vorgesehene Wohneinheit. Es kann um ein Einfamilien- oder Doppelhaus oder eine → Wohnung handeln.

Einäscherungshalle: Gleichbedeutend mit »Krematorium«. Es handelt sich um ein Gebäude bzw. eine Anlage zur Verbrennung Verstorbener.

Einbolzentreppe: Ein → Bolzentreppe, bei der je zwei aufeinanderfolgende Trittstufen einseitig mittels eines aufrechten Stahlbolzens miteinander verbunden sind, während die Stufen auf der gegenüberliegenden Seite in der Wand verankert bzw. in diese eingelassen sind.

Einbruchschutz: Maßnahmen und Einrichtungen, die ein unerlaubtes Eindringen von Personen in ein Gebäude oder einen Gebäudebereich verhindern (sollen).

Einfacher Bock: Vergleiche → Einfaches Hängewerk (Balkenwerk).

Einfacher Lageplan (Bauvorlagenverordnung, Deutschland): Eine Kombination von kartographischer und textlicher Darstellung der räumlichen und eigentumsrechtlichen Situation, in der sich ein Baugrundstück befindet. Erstellt werden einfache Lagepläne auf Grundlage der Flurkarte; sie enthalten rechtssichere Zusätze wie die Grundstücksbezeichnung (Adresse, Grundbuchblatt, Flur, Flurstück), Angaben zu Eigentümern und / oder Erbbauberechtigten sowie Baulasten. Diese Pläne enthalten keine Aussagen zur Grenzsicherheit und keine Einmessungen der Gebäude auf Nachbargrundstücken (die in Bezug auf die Einhaltung von Abstandsflächen bedeutsam sind.

Einfaches Hängewerk (Balkenwerk): Eine andere Bezeichnung für den Hängebock. Es handelt sich um eine Konstruktion, bei der eine vertikal ausgerichtete → Hängestange bzw. Hängesäule und zwei seitliche, diagonal verlaufende Streben einen aufgehängten Balken tragen. Der Hängebalken und die seitlichen Streben bilden ein nach unten aufgehendes Dreieck, das von der Hängesäule mittig geteilt wird.

Einfachfenster: Eine Konstruktion aus einteiligen Flügelrahmenprofilen, die mit Einscheiben- oder Mehrscheibenisoliergläsern versehen sein können. Dieser Fenstertyp ist durch einen Rahmen fest mit dem Mauerwerk verbunden. Die mit Beschlägen versehenen Fensterflügel sind in den Rahmen eingebunden. Das Fenster besitzt einen Blend- und einen Flügelrahmen. Bei Wohneinheiten werden zumeist Rahmen aus Holz, Kunststoff oder Aluminium verbaut, bei Gewerbe- und Wirtschaftsgebäuden kommen häufig Stahlprofile zum Einsatz.

Einfachverglasung (Fenster): Eine Fensterfüllung, die lediglich aus einer Flachglasscheibe besteht. Entsprechende Fenster sind kostengünstig herstellbar, besitzen allerdings ungünstige Dämmeigenschaften. In Deutschland ist der Einbau derartiger Fenster bei Neubauten sowie im Rahmen von (Altbau)Sanierungen nicht mehr statthaft.

Einfädelungsspur: Siehe → Einfädelungsstreifen.

Einfädelungsstreifen: Ein zusätzlicher Fahrstreifen, der zur erleichterten Einfahrt in eine Fahrbahn oder Verbindungsrampe dient.

Einfamilienhaus: Ein Wohnzwecken dienendes, ein- oder mehrgeschossiges Gebäude, das den üblichen Flächenansprüchen einer vierköpfigen Familie entspricht. Einfamilienhäuser beinhalten typischerweise lediglich eine Wohneinheit, können jedoch eine zusätzliche → Einliegerwohnung aufweisen.

Einfamilienwohnhaus: Siehe → Einfamilienhaus.

Einfelderwirtschaft: Ein Anbausystem, bei dem auf einem Stück Ackerland ständig und ohne Einschaltung von Brachjahren ein und dieselbe Frucht angebaut wird. Von Ausnahmen abgesehen führt diese Art der Bewirtschaftung zu abnehmender Bodenfruchtbarkeit.

Eingriff (Naturschutzrecht, Deutschland): Definiert in § 14 Absatz 1 Bundesnaturschutzgesetz: Eingriffe in Natur und Landschaft im Sinne dieses Gesetzes sind Veränderungen der Gestalt oder Nutzung von Grundflächen oder Veränderungen des mit der belebten Bodenschicht in Verbindung stehenden Grundwasserspiegels, die die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen können. Eine Präzisierung enthält Absatz 2: Die land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Bodennutzung ist nicht als Eingriff anzusehen, soweit dabei die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege berücksichtigt werden (...).

Eingriffs-Ausgleichs-Regelung: Siehe → Eingriffsregelung (Naturschutzrecht, Deutschland).

Eingriffsregelung (Naturschutzrecht, Deutschland): Ein rechtliches Instrument, das dazu dient, Beeinträchtigungen der Funktion und Leistungsfähigkeit von Natur und Landschaft, die im Gefolge von Baumaßnahmen im weiteren Sinn (einschließlich Bergbau usw.) auftreten, zu minimieren bzw. auszugleichen. Sich aus dem jeweiligen Eingriff ergebende negative Folgen sind funktional oder durch gleichwertige Aufwertungen auszugleichen. »Funktional« bedeutet, dass genau der betroffene Faktor auszugleichen ist (z. B. die Versickerungsmenge). Die Kompensation hat gewöhnlich im unmittelbaren Nahbereich des von einem → Eingriff betroffenen Standortes zu erfolgen. Nur dann, wenn besondere Erschwernisse vorliegen, können ersatzweise ortsferne Maßnahmen ergriffen werden.

Einhalsung: Eine Holzverbindung, bei der die Breite eines Deckenbalkens oder Unterzugs ein Stück vor seinen Enden beiderseits auf rund ein Drittel verringert und in einen entsprechend geschlitzten Ständer eingelegt wird.

Einhälsung: Siehe → Einhalsung.

Einhäuptige Schalung (Betonbau): Eine Schalung, die sich lediglich auf einer Seite eines zu gießenden Betonbauteils entlangzieht. Sie wird u. a. bei der Herstellung großflächig entwickelter Bauteile eingesetzt. Da keine durch das Bauteil führende Verspannung möglich ist, wird der vom Baustoff erzeugte Druck über einen verankerten Abstützblock abgeleitet.

Einhaus (Landwirtschaft): Ein bäuerlicher Haustyp mit durchgehendem First, der Wohn- und Wirtschaftsbereiche (Stall, Saatgut- und Erntelager) unter einem Dach zusammenzieht.

Einheitswert (grundsteuerbezogen, Deutschland): Eine Basisgröße der Grundsteuerfestsetzung. Der Einheitswert wird von der Finanzbehörde ermittelt. Grundlage sind per Fragebogen erhobene Kenndaten des zu taxierenden Objektes. Anhand dieser Informationen führt die Finanzbehörde eine → Ertrags- oder → Sachwertermittlung durch. Bis hierher erscheint das Prozedere nachvollziehbar. Im Rahmen der Wertermittlung geschieht nun jedoch etwas Kurioses: Als Bezugsjahr wird 1964 herangezogen. Für dieses Jahr besitzt die Behörde umfängliche Datensammlungen; hierin finden sich historisch interessante Schätze wie Aufstellungen üblicher Mieten, der Kosten von Normbauteilen oder der mit Standardbauweisen verbundenen Kosten. – Für 1964, wie gesagt. Daraus ist ableitbar, dass berechnete Einheitswerte in den meisten Regionen weit unter aktuellen Verkehrswerten liegen. In Bezug auf manches Objekt in einem verödenden Landstrich wird sich das – sofern nicht bereits geschehen – rasch ändern. Nur: Der Ansatz mutet nicht nur wirklichkeitsfern an, er ist es. Viele jüngere Gebäude lassen sich auf dieser Grundlage nicht bewerten. Zudem stellte die Finanzverwaltung die Ausbildung von Sachverständigen vor rund zwei Jahrzehnten (weitestgehend) ein.

Einheitswertbescheid (grundsteuerbezogen, Deutschland): Ein von der Finanzverwaltung an einen Immobilieneigentümer adressiertes Schreiben, das den für seine Immobilie festgesetzten → Einheitswert ausweist, zudem übliche amtliche Belehrungen über Einspruchsmöglichkeiten usw. enthält.

Einholmtreppe: Eine andere Bezeichnung der Mittelholmtreppe. Bei dieser → Treppe ruhen die → Trittstufen auf einem mittig verlaufenden Tragbalken (Holm).

Einhüftige Schalung: Siehe → Einhäuptige Schalung.