Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Dre – Dy

Drechslerei (Werkstätte): Ein Raum oder Gebäude, in dem unter Einsatz einer Drehbank zumeist hölzerne Bau- und / oder Möbelteile oder auch komplette Bauteile und Möbelstücke hergestellt werden.

Drechslerwerkstatt: Siehe → Drechslerei.

Dreckfräse: Ein Düsenaufsatz für einen elektrisch betriebenen Hochdruckreiniger. Eingesetzt wird sie vor allen zur Fassadenreinigung. Die Dreckfräse erzeugt einen rotierenden bzw. oszillierenden Strahl, der einen extrem hohen Druck entwickelt.

Dreckgeld (historisch): Eine historische Entsprechung der heutigen Müllabfuhrgebühr.

Drehbegrenzer (Fenster, Tür): Eine Stoppvorrichtung, die einen maximalen Öffnungswinkel festsetzt; sie verhindert, dass sich ein Fenster oder eine Tür so weit öffnen lässt bzw. aufschwingt, dass umgebende Bauteile beschädigt werden können.

Drehbrücke: Eine → Brücke mit einem horizontal um 90 Grad drehbaren Mittelabschnitt. Dieser Brückenbereich ist fest mit einem in einem Flussbett bzw. einer Wasserstraße stehenden Pfeiler verbunden, in welchem sich die Dreheinrichtung befindet.

Drehfenster: Ein → Fenster, das nach innen oder außen beweglich ein an einem vertikalen Band bzw. Beschlag befestigt ist.

Drehkippfenster: Ein Fenster mit kombiniertem Beschlag, der es gestattet, das Fenster wahlweise zu kippen oder zu drehen. Diese Fenster lassen sich also waagrecht und senkrecht ausstellen.

Dreh-Kipp-Fenster: Siehe → Drehkippfenster.

Drehladen (Fenster): Eine im östlichen Deutschland verbreitete Bezeichnung für einen → Fensterladen.

Dreieckgaube: Siehe → Dreiecksgaube.

Dreieckgaupe: Siehe → Dreiecksgaube.

Dreiecksanger: Eine dreieckige Fläche bzw. eine entsprechend zugeschnittene ehemalige → Allmende im Mittelpunkt einer planmäßig entwickelten dörflichen Siedlung. Der Anger diente u. a. als Weidefläche.

Dreiecksangerdorf: Eine planmäßig um einen dreieckförmigen → Anger angelegte dörfliche Siedlung.

Dreiecksbahnhof: Eine Spielart des → Keilbahnhofs, dessen auseinanderstrebende Strecken durch einen Gleisstrang miteinander verbunden sind.

Dreiecksbogen: Eine Spielart des → echten Bogens, deren oberer Abschluss von zwei schräg aufeinander zulaufenden Steinen gebildet wird, die einander im Scheitelpunkt treffen. Die so entstehende Dreiecksform erinnert an einen Giebel, weshalb dieser Bogentyp auch als »Giebelbogen« bezeichnet wird.

Dreiecksgaube: Zumeist »Spitzgaube« genannt. Eine wangenlose Satteldachgaube mit dreieckiger Frontseite.

Dreiecksgaupe: Siehe → Dreiecksgaube.

Dreieckstufe: Auch als »Keilstufe« bezeichnet. Es handelt sich um eine → Stufe mit (angenähert) dreieckigem Querschnitt. Bei der Nutzung von Dreieckstufen entsteht eine schräg verlaufende, dem Steigungswinkel der → Treppe folgende Unterseite.

Dreiecksturm: Ein → Turm mit dreieckigem Grundriss.

Dreifallenschloss: Ein aus drei Einsteckschlössern bestehender Schließmechanismus. Er setzte sich aus einem mit Riegel und Falle versehenen Hauptschloss und zwei zusätzlichen, mit einer Falle ausgestatteten Einsteckschlössern zusammen, die durch eine Stange miteinander verbunden sind. Die Bedienung des Hauptschlosses löst zugleich die Fallen der Zusatzschlösser aus.

Dreifelderwirtschaft (historisch): Eine mittelalterliche Anbauform, die ein Fruchtwechsel bzw. eine Fruchtfolge mit anschließendem Brachjahr kennzeichnete. Beispielsweise wurde auf einem Landstück Dinkel oder Weizen als Winterfrucht und Hafer oder Roggen als Sommerfrucht angebaut; im Folgejahr blieb die Ackerfläche als Grün- oder Schwarzbrache ungenutzt. In späterer Zeit entfiel die Brache verbreitet zugunsten eines Anbaus von Futterpflanzen. Die Dreifelderwirtschaft betrieb zunächst jeder Hofeigentümer nach eigenem Gutdünken; im Hochmittelalter setzte sich die gleichsam genossenschaftlich organisierte, auf → Flurzwang beruhende → Dreizelgenwirtschaft durch.

Dreiflügelanlage (Schlossarchitektur): Eine vor allem für barocke Schlösser typische bauliche Anlage, die aus einem Haupttrakt und zwei symmetrisch ausgebildeten, mit dem zentralen Baukörper verbundenen Seitenflügeln besteht.

Dreigelenkbogen: Ein aus zwei, zumeist im Scheitelpunkt beweglich miteinander verbundenen Teilträgern bestehender → Bogen, dessen Teilträger wiederum beweglich in ihren Auflagern ruhen. Diese Bogenkonstruktion kommt insbesondere im Brückenbau zur Anwendung.

Dreigelenkrahmen: Eine dem → Dreigelenkbogen verwandte Konstruktion, bei der beide Bogenelemente durch gerade Träger ersetzt sind, die in der oberen Winkelspitze beweglich miteinander verbunden und beweglich gelagert sind.

Dreipass: Ein vor allem im gotischen → Maßwerk verwendetes Zierelement mit drei Symmetrieachsen. Das Ornament setzt sich aus drei ringförmig angeordneten Kreissegmenten bzw. Pässen zusammensetzt, an deren Übergangspunkten sich Nasen ausbilden. Gewöhnlich handelt es sich bei den Segmenten um Halb- oder Dreiviertelkreisbögen. Siehe auch → Dreipassbogen.

Dreipassbogen: Die auch »Kleeblattbogen« genannte Grundform des gotischen → Zackenbogens. Es handelt sich um eine Bogenform, deren → Laibung sich aus drei Kreissegmenten bzw. Pässen zusammensetzt, an deren Übergangspunkten sich Nasen ausbilden. Der mittige (bisweilen größere) Bogen ist zumeist als → Rundbogen ausgeformt, kann jedoch auch ein → Spitzbogen sein. Die beiderseits anschließenden Bögen sind bei Türen gewöhnlich als Viertelbögen ausgeführt, im Maßwerk oft auch als Halb- oder Dreiviertelbögen.

Dreiraumwohnung: Eine andere Bezeichnung der → Dreizimmerwohnung.

Dreischaliger Schornstein: Ein bei Gebäuden gebräuchlicher Typ von → Schornstein, der aus Innenrohr, Dämmung und einer Ummantelung (Mantelbeton, Mantelstein) besteht.

Dreischlitz: Siehe → Dreischlitzplatte.

Dreischlitzplatte: Eine deutsche Bezeichnung der Triglyphe. Es handelt sich um eine von zwei senkrechten Schlitzen bzw. Rillen in drei Felder gegliederte Zierplatte im Gebälk dorischer Bauwerke, die mit → Metopen abwechselt. Kennzeichnend ist, dass neben den beiden mittigen Schlitzen zwei randliche Halbschlitze bestehen.

Dreischneuß: Ein im spätgotischen → Maßwerk zu findendes Ornament, das sich aus drei, in einem einfassenden Kreis punktsymmetrisch miteinander verbundenen → Fischblasen zusammensetzt.

Dreispänner (Wohnungsbau): Eine Erschließungsform bzw. Gebäudekonfiguration mit drei → Wohneinheiten je Stockwerk.

Dreiständerhaus: Eine asymmetrische Spielart des → Hallenhauses. Kennzeichnend ist, dass der → Dachfirst (beinahe) über einer Ständerreihe bzw. Deelenwand verläuft.

Drei-Sterne-Haus: Siehe → Drei-Sterne-Hotel.

Drei-Sterne-Hotel: Ein der Komfort-Kategorie gemäß deutscher → Hotelklassifikation zuzählender Beherbergungsbetrieb, der gehobenen Gästeansprüchen genügt.

Dreisternhaus: Siehe → Drei-Sterne-Hotel.

Dreisternhotel: Siehe → Drei-Sterne-Hotel.

Dreizelgenwirtschaft: Eine im hohen Mittelalter aufgekommene Anbauform, bei welcher die Ackerflächen eines Dorfes in drei Bereiche bzw. Zelgen aufgeteilt waren, die abwechseln mit einer Winterfrucht (z. B. Dinkel oder Weizen) und einer Sommerfrucht (z. B. Hafer oder Roggen) bepflanzt und anschließenden für ein Jahr brach gehalten wurden. Ursprünglich besaßen alle örtlichen Bauernhöfe annähernd gleich große Gewanne innerhalb der jeweiligen Zelge. Es bestand → Flurzwang, d. h. alle Bauern waren verpflichtet, innerhalb einer Zelge zur selben Zeit dieselbe Furcht anzubauen und zu ernten. Im Laufe der Zeit wurde die Brache vielfach von einem Anbau von Futterpflanzen usw. abgelöst.

Dreizimmerwohnung: Eine → Wohnung mit drei sinnvoll als Wohn-, Kinder-, Schlafzimmer usw. nutzbaren Räumen. Verbindliche definitorische Größenangaben bestehen nicht. Bei Bezugnahme auf deutsche Wohnstandards können Räume mit mindestens neun qm Fläche und mindestens einem → Fenster als → Zimmer eingestuft werden. Räume für Küche und Bad stellen keine Zimmer dar.

Drempel: Die traufseitig aufgemauerte Außenwand eines Gebäudes, auf welche die Dachkonstruktion aufgelegt wird. Anders als beim → Kniestock sitzt die Fußpfette direkt auf der Dachgeschossdecke auf. Je höher der Drempel, desto mehr Raum wird auf dem Dachboden geschaffen.

Drillingsfenster: Drei durch Säulen bzw. Mittelpfosten gekuppelte Fenster bzw. Fensteröffnungen.

Dritte Abteilung (Grundbuchwesen, Deutschland): Bei einem Grundbuchblatt die letzte von drei auf die → Aufschrift (Deckblatt) und das → Bestandsverzeichnis folgenden Abteilungen. In ihr werden Grundpfandrechte (gewöhnliche Hypotheken, Zwangssicherungshypotheken Grund- und Rentenschulden einschließlich darauf bezogener Vormerkungen usw.) eingetragen.

Drogerie: Ein endverbraucherorientierter Handelsbetrieb, der Körperpflegeprodukte, Kosmetika, nicht verschreibungspflichtige Heilmittel, Produkte der Haus-, Möbel- und Bekleidungspflege, teils auch kleinere Sortimente von Schreib- und Kurzwaren führt.

Drogeriefachgeschäft: Ein zumeist inhabergeführter, vergleichsweise kleinflächiger, beratungsorientierter → Einzelhandelsbetrieb, der Körperpflegeprodukte, Kosmetika, nicht verschreibungspflichtige Heilmittel, Produkte der Haus-, Möbel- und Bekleidungspflege, teils auch kleinere Sortimente von Kurz- und Schreibwaren führt. Der Drogeriewareneinzelhandel ist (nicht nur) in Deutschland und Österreich hochgradig filialisiert; expansive Kette drängten inhabergeführte Geschäfte weitgehend aus dem Markt.

Drogeriefachmarkt: Ein zumeist filialisierter, wenig personalintensiv arbeitender → Einzelhandelsbetrieb mit einer marktgängigen Mindestgeschäftsfläche ab ca. 250 qm, der Körperpflegeprodukte, Kosmetika, nicht verschreibungspflichtige Heilmittel, Produkte der Haus-, Möbel- und Bekleidungspflege, oft auch überschaubare Sortimente von Kurz- und Schreibwaren führt.

Drogeriekette: Ein Unternehmen, das mehrere bzw. zahlreiche → Drogeriewarengeschäfte und / oder → Drogeriefachmärkte in Eigenregie betreibt oder ein Verbund auf Franchise- bzw. Genossenschaftsbasis geführter Ladengeschäfte.

Drogeriemarkt: Siehe → Drogeriefachmarkt.

Drogeriemarktkette: Ein Unternehmen, das mehrere bzw. zahlreiche → Drogeriemärkte in Eigenregie betreibt oder ein Verbund auf Franchise- bzw. Genossenschaftsbasis geführter Drogeriemärkte.

Drogeriewarengeschäft: Siehe → Drogeriefachgeschäft.

Dromos: Ein zum Hauptraum eines Kammer- oder Kuppelgrabes führender Gang bzw. Korridor.

Druckdamm (Bergbau): Ein dauerhaftes, vor stark wasserführenden Strecken oder innerhalb entsprechender Abschnitte errichtetes Absperrbauwerk. Hinter dem Druckdamm gelegene Strecken(abschnitte) sind nicht weiter zu betreiben.

Drücker (Tür): Eine hebelähnliche Griffvorrichtung, die zum Öffnen und Schließen einer Tür dient; ihr Drücken entriegelt die Schließvorrichtung.

Drückernuss (Schließtechnik): Eine vierkantige Stange, die eine Türklinke mit dem im Türblatt montierten Türschloss verbindet.

Drückernussfeder: Eine Feder, die eine → Drückernuss in ihre Ausgangsposition zurückbewegt, sobald der Türgriff nicht mehr betätigt wird.

Drückerstift (Schließtechnik): Eine kurze Vierkantstange, an der ein Türdrücker, eine Klinke oder ein dreh- bzw. ziehbarer Knauf befestigt ist.

Drucklufthammer: Eine ortsungebundene Maschine, die im Wesentlichen aus Kolben bzw. Hammer, Meißel und Kompressor besteht. Der durch Druckluft angetriebene Kolben überträgt Impulse auf den Meißel. Drucklufthämmer gibt es in Form leichter, mit geringem Kraftaufwand bedienbarer Geräte, als schwerere, den Einsatz beider Hände erfordernde Varianten und als schwergewichtige Baggeranbauwerkzeuge. Umgangssprachlich wird der Drucklufthammer als »Presslufthammer« bezeichnet.

DSR (Verbandswesen, Deutschland): Steht für »Deutscher SachverständigenRat e.V.« (tatsächlich zusammengeschrieben).

DTV (Verkehrswesen): Ein Kürzel für »Durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge«.

Dublierung (Mauer): Eine nachträgliche Verstärkung einer → Mauer durch Hochziehen einer zweiten, mit dieser verbundenen Mauer. Dublierungen wurden insbesondere im Burgenbau vorgenommen; teils lassen sich Mehrfachdublierungen feststellen.

Duckdalbe (die): In den Hafengrund gerammter Pfahl bzw. eine Pfahlgruppe zum Festmachen von Schiffen.

Dückdalben (der): Siehe → Duckdalbe.

Due Diligence: Der englische Begriff bezeichnet nicht mehr und nicht weniger als eine sorgsame Prüfung. In der Immobilienwirtschaft bezieht sich diese Prüfung auf sämtliche investitionsrelevanten Aspekte, also nicht nur auf rein objektgebundene Merkmale. Anders ausgedrückt: Eine umfassende Due Diligence beruht auf einer ganzheitlichen Betrachtung und Bewertung entscheidungsrelevanter Kriterien. Die Due Diligence lässt sich in drei Großkreise gliedern: Information, Analyse / Bewertung und Haftung / Rechenschaft. Thematisch steht die Prüfung wirtschaftlicher, räumlich-funktionaler, rechtlicher, steuerlicher, technischer und bilanzieller / finanzieller Gesichtspunkte auf der Agenda (vertiefend siehe Immobilieninvestments – Due Diligence).

Dünnbettmörtel: Ein den Zementmörteln zuzählendes, aus Feinsand, Zement, Wasser und chemischen Zusatzstoffen bestehendes Gemisch. Dünnbettmörtel wird bei der Verwendung von exakt bearbeiteten bzw. geschliffenen Mauersteinen (→ Planziegel, → Planstein) eingesetzt.

Dünnbettverfahren (Verlegetechnik): Eine Technik zum Verlegen bzw. → Ansetzen von Fliesen oder Steinplatten auf ebenen Oberflächen. Anders als beim → Dickbettverfahren werden Fliesen bzw. Platten auf dem Untergrund verklebt. Die Schicht aus Dünnbettmörtel oder z. B. auf Epoxidharzbasis hergestellten Klebern ist nur wenige Millimeter stark. – Daher die Bezeichnung.

Dünnschichtiger Edelputz: Ein strukturierter Putzmörtel, dessen Schichtdicke der Korngröße des Strukturkorns (zumeist 2 – 5 mm) entspricht.

Dünnschichtputz: Ein ausnehmend dünn auftragbarer → Putz, dem zumeist Kunstharze zugesetzt sind, um die Austrocknung zu verzögern und die Bindekraft zu erhöhen.

Duobalken ® (Holzbau): Ein industriell vorgefertigtes Nadelholzprodukt bzw. Balkenschichtholz, das aus zwei faserparallel entlang ihrer jeweiligen Flachseite miteinander verklebten Kanthölzern bzw. Bohlen besteht.

Duplex-Wohnung: Eine über zwei Etagen entwickelte → Wohnung.

Durchbinder (Mauerwerk): Bei zweischaligen Mauerwerken ein Stein, der die gesamte Mauerstärke durchläuft und beide Schalen miteinander verbindet Durchbinder stellen im Grunde Horizontalanker dar.

Durchgangsbahnhof: Eine Bahnverkehrsanlage mit einem durchlaufenden Gleisstrang oder mehreren, gewöhnlich gleichgerichtet durchgeführten Gleissträngen.

Durchgangshaus: Ein durchwegtes → Hallenhaus, das an beiden Giebelseiten jeweils ein Durchgangs- bzw. Durchfahrtstor aufweist. Vertreter dieses Gebäudetyps finden sich vor allem in Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Durchgangsstraße: Eine durch ein bebautes Gebiet führende → Straße, über die überwiegend Verkehrsbewegungen erfolgen, deren Quell- und Zielpunkte außerhalb des (engeren) Siedlungsbereiches liegen, durch den die Straße führt.

Durchgangsverkehr: Alle Verkehrsbewegungen innerhalb eines bestimmten Raumes, deren Quell- und Zielpunkte sich außerhalb dieses Gebietes befinden.

Durchlaufträger (Brückenbau): Ein tragender Balken, der sich über mehr als zwei Auflager bzw. über die Länge von mindestens zwei Brückenfeldern erstreckt.

Durchschlag (Bergbau): Die geplant oder unplanmäßig herbeigeführte Verbindung zweier horizontaler Grubenbaue oder eines vertikalen (seigeren) und eines horizontalen Grubenbaus.

Durchschnittlicher Bettenerlös (Hotellerie): Im Branchenjargon als »Revenue per Available Bed« bzw. kurz »RevPAB« bezeichnet. Der Wert stellt das auf Betten bezogene Gegenstück zur zimmerbezogenen Kenngröße, dem »Revenue per Available Room», dar. Der Wert berechnet sich nach folgender Formel: Belegungsquote je Bett mal durchschnittlicher Preis je belegtem Bett gleich durchschnittlicher Bettenerlös.

Durchschnittlicher Zimmererlös (Beherbergungsgewerbe): Der durchschnittliche Zimmererlös wird international als »Revenue per Available Room», kurz »RevPAR», bezeichnet. Er errechnet sich nach einer einfachen Formel: → Auslastungsquote (Occupancy) mal → durchschnittlicher Zimmerpreis (Average Daily Rate) gleich durchschnittlicher Zimmererlös. Der RevPAR beinhaltet alle einem Zimmer zurechenbaren Abteilungsumsätze.

Durchschnittlicher Zimmerpreis (Beherbergungsgewerbe): Der jährlich gemittelte Zimmerpreis – Englisch »Average Daily Rate« bzw. kurz »ADR« – beruht auf einer Abfolge realisierter Tagespreise, vorab vereinbarter Firmentarife (vor allem bei geschäftskundenorientierten Hotels) und / oder ausgehandelter Kontingentpreisen (besonders bei Touristenhotels). Geläufig ist auch der Begriff »Average Room Rate« (ARR), die durch Mehrfachbelegungen erzielte Umsätze beinhaltet.

Durchschuss (Mauerwerk): Eine in ein Mauerwerk eingebrachte Einlage aus anderem Material (als das eigentliche Mauerwerk) bestehender Steine bzw. Elemente, welche die volle Mauerstärke durchdringen bzw. die Mauer durchbinden. Häufig dienten → Ziegel als Durchschuss.

Durchstecker (Einzelhandel): Ein in mehrgeschossigen → Einkaufszentren zu findender Betrieb, dessen → Verkaufsfläche sich über zwei oder mehr Etagen erstreckt und der über eine innere Vertikalerschließung verfügt (Aufzüge, Treppen, Rolltreppen). Durchstecker dienen dem Zweck, die Frequenz über mehrere Stockwerke hinweg zu glätten bzw. lauftechnisch benachteiligte Etagen an den Kundenstrom der Hauptebene(n) anzubinden.

Durchstich (Deich): Die Entfernung einer kürzeren Deichpartie bzw. die infolge dieser Maßnahme in einem Deich geschaffene Lücke. Durchstiche erfolgen u. a., um Hochwasser in die Fläche abzuleiten.

Durchstich (Fließgewässer, Wasserbau): Die Herstellung einer geradlinigen Verbindung zwischen dem Anfangs- und Auslaufpunkt einer Fluss- bzw. Stromschlinge. Der Begriff bezeichnet auch das gegenständliche Ergebnis dieses Prozesses.

Durchstich (Tunnelbau): Die Verbindung zweier von den Endpunkten eines Tunnels vorgetriebener Stollen. Der Begriff bezieht sich sowohl auf den Zeitpunkt der Verbindung als auch die Tunnelpartie, an der diese Verbindung erfolgt.

Durchzug (Lüftung): Fachsprachlich als »Querlüftung« bezeichnet. Es handelt sich um eine freie, durch Winddruck bzw. Druckdifferenzen erzeugte Lüftung, die von einer Gebäude- bzw. Raumseite zur anderen gerichtet ist. Die Außenluft tritt dabei durch Öffnungen an einer Seite ein, auf der anderen Seite aus. Die Außenluft wird nicht vorgewärmt, eine Wärmerückgewinnung unterbleibt, sodass eintretende Luft im Bedarfsfall durch Energieeinsatz zu erwärmen ist.

Dürnitz (historisch): Ein beheizbarer, gewöhnlich im Erdgeschoss gelegener Raum bzw. Saal im → Palas romanischer Burgen und Pfalzen.

DVA (Bauwesen, Deutschland): Steht für → »Deutscher Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen«.

Dynastenburg: Eine als → Burg einzustufende Wohn- und Wehranlage, die als Hauptsitz und Verwaltungszentrum eines Herrschergeschlechts diente.

DZ (Hotellerie): Das Kürzel für »Doppelzimmer«.