Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Do – Dra

DOB-Fachgeschäft: Das Kürzel »DOB« steht im Handelsjargon für »Damenoberbekleidung«. DOB-Fachgeschäfte stellen auf kleineren bis mittelgroßen Flächen betriebene, beratungsorientierte Einzelhandelsbetriebe dar.

DOB-Fachmarkt: Ein auf Flächen mittlerer bis gehobener Größenordnung präsentierender, auf Damenoberbekleidung spezialisierter Einzelhandelsbetrieb mit breitem und / oder tiefem Sortiment. Fachmarkttypisch positionieren sich diese Betriebe gewöhnlich stark über den Preis bzw. ihre beworbene Preisgunst.

DOB-Geschäft: Siehe → DOB-Fachgeschäft.

DOB-Kaufhaus: Ein auf großer Fläche aktiver Anbieter von Damenoberbekleidung mit breit und tief gegliedertem Sortiment sowie hoher Beratungs- und Serviceintensität. Diese fast durchgängig zwei oder mehr Etagen belegenden → Kaufhäuser finden sich zumeist in → Stadt- und → Stadtteilzentren gehobener Kategorie sowie in → Einkaufszentren.

Dock (Schifffahrt): Eine Anlage, in der ein eingefahrenes Schiff trockengelegt und (nach Abschluss fälliger Arbeiten) wieder gewassert werden kann.

Dole: Im Schweizerdeutsch eine Bezeichnung für »Straßenablauf« bzw. den umgangssprachlichen »Gully«. Es handelt sich um einen von versiegelten bzw. befestigten Straßenoberflächen in den Untergrund führenden Schacht, der Oberflächenwasser aufnimmt und es Abflusseinrichtungen bzw. der → Kanalisation zuführt.

Dolerit (Gestein): Ein grobkörniges Basaltgestein, das zur Herstellung von Fassadenplatten, Bodenbelägen und Grabsteinen sowie im Straßenbau verwendet wird.

Dolle: Eine andere Bezeichnung für einen Holzdübel.

Dolmen: Ein aus mächtigen Steinblöcken errichtetes, zumeist als Grab dienendes Bauwerk der europäischen Jungsteinzeit und Bronzezeit. Dolmen bestehen mehrheitlich aus senkrecht gestellten Tragsteinen und oft gewaltigen Deckensteinen; die Struktur umschließt eine im Innern angelegte Kammer; ursprünglich waren Dolmen überwiegend mit Erde bedeckt und hügelartig ausgeformt.

Dolomit (Gestein): Siehe → Dolomitgestein.

Dolomitgestein: Ein karbonatreiches, zu mindestens 90 % aus Dolomitmineralen bestehendes Gestein, das vielfältig genutzt wird. U. a. findet es als Bodenbelag, Mauer- und Pflasterstein Verwendung.

Dolomitkalk (Gestein): Ein Kalkstein mit hohem Anteil von Magnesiumcarbonat. Das Gestein war vor allem im süddeutschen Raum ein verbreitet eingesetzter → Baustoff.

Dolomitstein: Siehe → Dolomitgestein.

Dom: Ein häufig, wenn auch fälschlich, mit → »Kathedrale« gleichgesetzter Begriff. Dome stell(t)en mehrheitlich, jedoch keineswegs durchgängig, Bischofskirchen dar. Vielfach wurden Kirchen als Dom bezeichnet, die eine in regionalem Maßstab herausragende Größe und einen ungewöhnlich großen Chor aufweisen.

Domanium (historisch): Eine um der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert aufgekommene Bezeichnung für Kameral- bzw. Kammergut. Es handelte sich um Ländereien, aus denen Landesfürsten unmittelbar, also ohne Einflussnahmemöglichkeit der Landstände Erträge ziehen konnten.

Dominanzmieter (ertragsbezogen): Ein Nutzer, der aufgrund seines Beitrages zum gesamten Mieterlös eines Gebäudes, Gebäudekomplexes, Portfolios und / oder seiner imagebezogen herausragenden Bedeutung fähig ist, den Mieterbesatz massiv zu beeinflussen. Anders ausgedrückt: Es handelt sich um einen Mieter, dessen Wünsche ein Eigentümer weitestgehend als Handlungsleitfaden zu erachten hat.

Dominanzmieter (funktional): Ein Mieter, der die Gebäudenutzung und / oder Wahrnehmung tonangebend prägt.

Dominium (historisch): 1. Ein Herrschaftsgebiet. 2. Das Landeigentum, das entsprechende Besitztum einer Herrschaft.

Dominium directum (historisch, Eigentumsrecht): Ein grundherrliches Obereigentum; diesem stand u. a. ein bäuerliches Nutzungseigentum gegenüber.

Dominium eminens (historisch): Ein landesherrlicher Anspruch auf ein Obereigentum bzw. ein Staatseigentum. Das dominium eminens entwickelte sich im 17. Jahrhundert aus der ausgeübten Landeshoheit und dem hergebrachten dominium directum, dem grundherrlichen Obereigentum.

Dominium superius (historisch): Ein an Land, an Grund und Boden bestehendes Obereigentum.

Dominium utile (historisch): Ein untergeordnetes, ein nachrangiges Nutzungseigentum bzw. Nutznießungsrecht an Grund und Boden.

Domkirche: Ein verbreitet, wenn auch fälschlich, mit → »Kathedrale« gleichgesetzter Begriff. Dome stell(t)en mehrheitlich, allerdings keineswegs durchgängig, Bischofskirchen dar. Vielfach wurden Kirchen als Dom bezeichnet, die eine in regionalem Maßstab herausragende Größe und einen ungewöhnlich großen Chor aufweisen.

Donaumast: Ein → Freileitungsmast mit zwei Traversen für zwei Drehstromkreise, bei dem auf einem oberen Träger zwei, auf einem unteren (gewöhnlich weiter ausladenden) vier Leiterseile angebracht sind. Die Bezeichnung ist in Österreich und Deutschland gebräuchlich.

Donjon: Ein Wohn- und Wehrturm, der für sich stehend oder als Hauptturm in eine Burganlage einbezogen sein konnte. Errichtet wurden Donjons vorwiegend in Frankreich und England sowie in Italien und Spanien. Gegenüber dem reinen Wehrzwecken dienenden → Bergfried sind Donjons geräumiger ausgelegt, mit größeren Grundrissen versehen; vielfach beinhalten sie repräsentativ ausgestattete Räumlichkeiten. Wie der Bergfried, besitzen viele Donjons einen Hocheingang.

Donnerbalken: Ein als Sitz dienender, über eine → Sickergrube gezogener Balken (oder ein belastbares Brett), der einen oder mehrerer Toilettengänger zugleich tragen kann. Donnerbalken bilden einen Teil von → Plumpsklos.

Döns: Eine vor allem in Schleswig-Holstein gebräuchliche Bezeichnung für einen beheizbaren Wohnraum von Bauernhäusern. Diese Stube dient(e) auch als Arbeits-, Ess- und Schafraum. Typischerweise ist sie mit → Alkoven versehen. Eine Entsprechung ist »Dörnsch«.

Doppelbelegungsfaktor (Hotellerie): Der Faktor drückt den durchschnittlichen Anteil von zwei Gästen belegter Doppelzimmer eines Hotels innerhalb einer Rechnungsperiode aus. So bedeutet ein Doppelbelegungsfaktor von 1,6, dass 60 % aller Zimmer im Mittel zwei Gäste beherbergen. Es handelt sich um eine wesentliche Ertragsgröße bei Übernachtungsbetrieben, vor allem bei solchen, die Übernachtungspreise nicht pro Zimmer, sondern pro Person ausweisen.

Doppelbergfried: Zwei durch eine Mauer verbundene → Bergfriede.

Doppelbesteuerungsabkommen: Ein zwischen unabhängigen Staaten vereinbartes Regelwerk, das Modalitäten der Besteuerung in einem Land ansässiger natürlicher und juristischer Personen regelt, die im anderen Land Einkommen erzielen. Der gebräuchliche Kürzel lautet »DBA«. Doppelbesteuerungsabkommen sind (auch) immobilienbezogen relevant; sie werden z. B. genutzt, um steuerlich optimierte Beteiligungsmodelle (→ Immobilienfonds usw.) zu gestalten.

Doppelbolzenschloss: Ein Einsteckschloss, das zwei runde, regelhaft 10 - 15 mm durchmessende Verriegelungsbolzen besitzt.

Doppelburg: Eine von zwei jeweils eigenständig zu verteidigenden Burgen gebildete Wohn- und Verteidigungsanlage.

Doppelchorkirche: Ein Kirchenbauwerk, das zwei einander gegenüberliegende Chöre besitzt.

Doppeldeckaufzug: Eine zu den »unstetigen« Förderanlagen zählende technische Einrichtung mit zwei fest miteinander verbundenen Kabinen, die der vertikalen Beförderung von Personen dienen. Konstruktionsbedingt werden damit zeitgleich zwei Etagen angefahren.

Doppeldeckeraufzug: Siehe → Doppeldeckaufzug oder → Doppelstockaufzug.

Doppeldonjon: Zwei baulich miteinander verbundene Wohntürme mit wehrhaftem Charakter.

Doppelhaus: Zwei einheitlich gestaltete, jeweils mit eigenem Eingang versehene Einfamilienhäuser, die an einem Brandabschluss aneinandergebaut sind. Gewöhnlich grenzen beide Gebäude an einer Grundstücksgrenze aneinander, können jedoch auch auf demselben Grundstück liegen. Meist sind beide Gebäude nebeneinander angeordnet. Eine spezielle, in englischen Arbeiterwohnsiedlungen des 19. Jahrhunderts aufgekommene Form des Doppelhauses ist das Back-to-Back-House, bei dem zwei Häuser an der Rückwand verbunden sind.

Doppelhaushälfte: Ein Gebäude eines → Doppelhauses.

Doppelkapelle: Ein christliches Kultgebäude, das zwei übereinander angeordnete, zumeist über eine Deckenöffnung miteinander verbundene → Kapellen aufweist. Doppelkapellen kamen in verschiedenen funktionalen Kombinationen vor. Vielfach wurde das obere Geschoss von einer gewöhnlichen Andachten und Zeremonien vorbehaltenen Kapelle eingenommen, während das Untergeschoss als Begräbniskapelle diente. Oftmals lassen sich eine öffentlich abgehaltenen Zeremonien gewidmete Unterkapelle und eine der Herrscherfamilie bzw. der höfischen Gesellschaft vorbehaltene Oberkapelle unterscheiden.

Doppelkirche: Siehe → Doppelkapelle.

Doppelläufige Repetiertreppe: Eine nach jedem eingeschalteten → Absatz in Gegenrichtung weiter auf- bzw. absteigende → Treppe, die zweiarmig ausgeführt ist. Mit anderen Worten: Sie besitzt je einen → Treppenlauf links und rechts der eingeschalteten Absätze.

Doppelmäander: Ein Ornamentband, das zwei entgegengesetzte → Mäander in sich vereint.

Doppelmotte (Burgenbau): Eine selten vorgekommene Spielart der → Motte, die zwei Turmhügel besitzt.

Doppelschalenkuppel: Ein → Gewölbe bzw. eine → Kuppel mit Innen- und Außenschale, die voneinander abgesetzt sind.

Doppelschleuse (Wasserbau): Ein Schleusenkomplex, der aus zwei miteinander verbundenen → Schleusenkammern samt zugehörigen → Schleusenhäuptern besteht.

Doppelstockaufzug: Eine zu den »unstetigen« Förderanlagen zählende technische Einrichtung mit zwei fest miteinander verbundenen Kabinen, die der vertikalen Beförderung von Personen dienen. Konstruktionsbedingt werden damit zeitgleich zwei Etagen angefahren.

Doppelter Giebelturm: Ein von einem Kreuzdach abgeschlossener Turm. Bedingt durch die Dachform besitzt dieser Turm vier Giebel.

Doppelter Bock (Balkenwerk): Ein → Hängewerk, bei dem ein → Hängebalken an zwei, durch einen Riegel miteinander verbundenen Hängesäulen bzw. Hängestangen befestigt ist.

Doppeltes Hängewerk: → Doppelter Bock (Tragwerk).

Doppeltoranlage (Wehrbau): Eine für → Zwinger von Stadtbefestigungen sowie → Burgen und → Festungen typische Konstellation, bei der zwei befestigte Toranlagen nacheinander geschaltet sind.

Doppelturm: Ein Paar zumeist baugleicher, miteinander verbundener Türme.

Doppelturmfassade: Eine → Fassade mit zwei seitlich platzierten, mehrheitlich symmetrischen → Türmen.

Doppelturmtor: Ein von zwei Türmen flankiertes → Tor.

Doppelwandpfeiler: Zwei paariger angeordnete → Wandpfeiler.

Doppelwellen-Chargenmischer: Ein Maschine, in deren Trog zwei waagrecht gelagerte, mit Mischwerkzeugen bestückte Wellen gegenläufig drehen. Die Wellen rotieren in zwei, ihrer Form entsprechenden Ausbuchtungen im Trogboden. Die Entleerung der hergestellten Mischung erfolgt über eine Längsöffnung in der Behälterunterseite.

Doppelwendeltreppe: Auch bekannt unter der Bezeichnung »doppelläufige Wendeltreppe«. Zwei miteinander verwobene Wendeltreppen, die gegeneinander laufen, deren An- und Austritte also um 180 Grad gegeneinander versetzt sind. Ein sehenswertes spätgotisches Beispiel befindet sich in der Grazer Burg (Österreich).

Doppelzimmer (Hotellerie): Ein mit einem Doppelbett ausgestattetes Gästezimmer. Sind zwei längs aneinander gestellte Einzelbetten vorhanden, ist streng genommen von »Zweibettzimmer« bzw. (englisch) »Twin Room« zu sprechen.

Doppelzylinder (Schließtechnik): Ein Profil- bzw. Schließzylinder, der von beiden Seiten benutzbar bzw. abschließbar ist. Erfunden wurde er von Sylvester Wöhrle.

Dorf (siedlungstypologisch): Eine (ursprünglich) land-, forst- und / oder fischereiwirtschaftlich geprägte ländliche Siedlung mit gewöhnlich geringer Bevölkerungszahl. Kennzeichnend ist eine tätigkeitsbezogen sehr homogene bzw. wenig arbeitsteilige wirtschaftliche Struktur. Typischerweise besteht eine enge räumlich Verzahnung von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Als Dörfer können auch Sonderformen wie etwa ländlich situierte Webersiedlungen eingestuft werden.

Dorf, Potemkinsches: Siehe → Dorf, Potjomkinsches.

Dorf, Potjomkinsches: Eine zum stehenden Begriff gewordene Bezeichnung, die auf eine Anschwärzung bzw. Verunglimpfung des russischen Fürsten Grigori Alexandrowitsch Potjomkin (1739 - 1791) zurückgeht. Dieser zufolge ließ der Favorit von Zarin Katharina II. kulissenhafte Attrappendörfer errichten, um der Herrscherin samt deren Gefolge wirtschaftlich blühende Landschaften vorzugaukeln, obwohl sich das neu eroberte Gebiet – die Krim – in einem elenden Zustand befand. Bis heute werden unter Potjomkinschen Dörfern einen schönen Schein vermittelnde Gebilde verstanden, die tatsächlich inhaltsleer bzw. substanzlos sind.

Dorfanger: Eine im Gemeindeeigentum stehende, den Dorfmittelpunkt bildende Grünfläche. Da derartige Flächen eine dörfliche Erscheinung darstellen, genügt es, von »Anger« zu sprechen.

Dorfgebiet (bauplanungsrechtlich, Deutschland): Definiert in § 5 → Baunutzungsverordnung: Dorfgebiete dienen der Unterbringung der Wirtschaftsstellen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, dem Wohnen und der Unterbringung von nicht wesentlich störenden Gewerbebetrieben sowie der Versorgung der Bewohner des Gebietes dienenden Handwerksbetrieben. In diesen Gebieten zulässig sind u. a. land- und forstwirtschaftliche Betriebe einschließlich zugehöriger Wohngebäude, → Kleinsiedlungen, sonstige Wohngebäude, Einzelhandels-, Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe und auf die Be- und Verarbeitung land- und forstwirtschaftlicher Produkte spezialisierte Betriebe.

Dorfmodell (gegenständlich): Eine dreidimensionale, mehr oder weniger detailreiche physische Wiedergabe eines → Dorfes in miniaturisierter Form bzw. in verkleinertem Maßstab. Modelle können bestehende Dörfer nachbilden, aber auch Strukturen veranschaulichen, die sich im Gefolge geplanter bzw. diskutierter Entwicklungsmaßnahmen einstellen (würden). Weiterhin können fiktive Dörfer wiedergegeben sein.

Dorfwurt: Ein künstlich aufgeschütteter Hügel im Gezeitenbereich von Küsten, der eine als → Dorf einzustufende Siedlung trägt.

Dorfwüstung: Eine ver- bzw. aufgelassene land-, forst- und / oder fischereiwirtschaftlich geprägte ländliche Siedlung mit gewöhnlich geringer Bevölkerungszahl.

Dorische Ordnung: Siehe → Dorische Säulenordnung.

Dorische Säulenordnung: Es handelt sich um die früheste griechische Säulenordnung. Erkennbar ist diese Ordnung daran, dass die Säulen unmittelbar aus dem Unterbau bzw. der obersten Fundamentschicht aufragen, also keine gesondert betonte Basis besitzen. Ein weiteres Merkmal sind relativ gedrungen anmutende, kannelierte Säulen, die sich über eine stark ausgeprägte Schwellung des Schaftes (Entasis) aufwärts deutlich verschlanken. Ein drittes Charakteristikum sind die dreigliedrigen, aus einem Säulenhalsstück (Hypotrachelion), Deckplatte (Abakus) und einem wulstigen Ring (Echinus) → bestehenden Kapitelle, die am oberen Rand zumindest eine umlaufende Kerbe aufweisen.

Dormitorium: Ein klösterlicher Schlafsaal bzw. ein gemeinschaftlich genutzter Schlafraum.

Dörnsch: Eine insbesondere in in Schleswig-Holstein gebräuchliche Bezeichnung für einen beheizbaren Wohnraum bäuerlicher Häuser. Diese Stube dient(e) auch als Arbeits-, Ess- und Schafraum. Typischerweise ist sie mit → Alkoven versehen. Verbreitet ist auch die Bezeichnung »Döns«.

Dornse: Eine alte niederdeutsche Bezeichnung für eine → Stube, also einen beheizbaren Raum.

Dörntze (historisch): Eine andere Bezeichnung des Dürnitz. Es handelte sich um einen beheizbaren, gewöhnlich im Erdgeschoss gelegenen Raum bzw. Saal im → Palas romanischer Burgen und Pfalzen.

Dorsale (Altar): Die rückwärtige, der Schauseite abgewandte Verkleidung des Altarunterbaus (Stipes).

Dorsale (Chorgestühl): Eine ausnehmend hohe aufstrebende, üppig verzierte hölzerne Rückwand eines → Chorgestühls.

Dortmundbrunnen: Eine erstmals Ende des 19. Jahrhunderts in Dortmund aufgetauchte Form eines Nachklärbeckens. Es handelt sich um ein trichterförmiges Becken, durch das Abwässer aufwärts geführt werden. Die infolge der Querschnittsverbreiterung abnehmende Geschwindigkeit führt dazu, dass sich Schwebeteilchen absetzen und über die schräge Einfassung nach unten abgleiten.

Dossier: Siehe → Dossierung (Altar).

Dossierung (Altar): Die rückwärtige, der Schauseite abgewandte Verkleidung des Altarunterbaus (Stipes).

Dossierung (Mauerbau): Bei einer Erdreich stützenden Mauer bzw. Wand die Neigung ihrer Außenseite gegenüber der Senkrechten.

Douglasie (Holz): Eine nordamerikanische, in Europa fortwirtschaftlich gepflegte Nadelbaumart, deren Holz u. a. zu Furnieren, Möbeln, Wandvertäfelungen, Tür- und Fensterrahmen verarbeitet wird. Im Baubereich wird es vor allem zur Konstruktion von Dachstühlen herangezogen.

Doxale: Eine andere Bezeichnung des Lettners. Es handelt sich um eine vorwiegend in spätromanischen und gotischen Dom-, Kloster- und Stiftskirchen anzutreffende, hölzerne oder steinerne Barriere, die Klerikern vorbehaltene Kirchenbereiche von jenen trennte, die Laien gewidmet waren.

Drahtputzdecke: Eine Rabitzdecke, ein hochgradig feuerwiderständiger oberer Raumabschluss, der aus tragendem Rundstahl-Drahtgerippe, Putzträger (zumeist Drahtgewebe) und aufgetragenem Gips- oder Zementputz besteht.

Drahtputzwand: Eine andere Bezeichnung der Rabitzwand. Es handelt sich um eine gewöhnlich zur Trennung von Innenräumen errichtete Wand, die aus einem Kern aus Rundstahl-Drahtgerippe, Putzträger (Drahtgewebe, verdrahtetes Schilfrohr usw.) und beiderseitig aufgebrachtem Gips- oder Zementputz besteht.

Drahtschotterkasten: Eine andere Bezeichnung der Gabione, eines mit Steinen beschickten Drahtkorbs. Drahtschotterkörbe werden u. a. eingesetzt, um Küsten, Ufer und Böschungen vor Erosion zu schützen; verwendet werden sie weiterhin im Lärmschutzbereich oder dem Landschaftsbau.

Drahtsteinkorb: Eine von vielen Bezeichnungen der Gabione, eines mit Steinen beschickten Drahtkorbs. Drahtsteinkörbe werden u. a. verwendet, um Küsten, Ufer und Böschungen vor Abtragung zu schützen, finden sich aber auch im lärm-, sichtschutz- und landschaftsbaulichen Bereich.

Drainage (gegenständlich): Eine Einrichtung zur teilweisen oder gänzlichen Abführung von Wasser. Ziel ist es, einer Durch- bzw. Vernässungen landwirtschaftlicher Flächen, aber auch von Bauwerken (z. B. Deiche) und Bauwerkteilen entgegenzuwirken. Typische Drainagen sind z. B. Entwässerungsgräben und Entwässerungsrohre.

Drainage (prozessual): Eine umfängliche oder teilweise Abführung von Wasser, die dazu dient, eine Vernässung von Landflächen, Bauwerken oder Bauwerksteilen zu verhindern oder umzukehren.

Drainagerohr: Ein Entwässerungsrohr.

Dränasphalt: Siehe → Drainasphalt.

Drainasphalt: Eine andere Bezeichnung für → offenporigen Asphalt. Es handelt sich um eine Asphaltmischung, die aufgrund ihrer groben Gesteinskörnung ein Netz von Hohlräumen ausbildet. Dieser Asphalt entwickelt schallmindernde Eigenschaften und lässt ein Eindringen bzw. die Abfuhr von Oberflächenwasser zu.

Dränrohr: Ein Entwässerungsrohr.

Dränung (gegenständlich): Siehe → Drainage (gegenständlich).

Dränung (prozessual): Siehe → Drainage (prozessual).