Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Dep – DK

Deponie (reguläre): Ein Ort, an dem Haus-, Landwirtschafts- und / oder Produktionsabfälle auf Grundlage einer behördlichen Genehmigung dauerhaft abgelagert werden (dürfen). Moderne Deponien weisen technische Einrichtungen und bauliche Anlagen auf, die mögliche Umweltschädigungen minimieren; vielfach findet auf Deponiegeländen auch eine Müllverbrennung bzw. -verwertung statt.

Deponie, wilde: Eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Ort, an dem größere Abfall- bzw. Müllmengen ungenehmigt bzw. illegal abgelagert werden.

Deponiegelände (regulär): Ein von einer ordnungsgemäß betriebenen → Deponie eingenommenes Areal bzw. Landstück.

Depot (Militärwesen): Eine dem Heer, der Luftwaffe oder der Kriegsmarine zugeordnete Lagereinrichtung für Ausrüstungs- und / oder Versorgungsgüter aller Art (Geräte, Maschinen, Treibstoffe, Waffen etc.).

Depot (Museum): Ein Raum oder Trakt, in dem nie oder nur phasenweise ausgestellte Gegenstände gelagert werden.

Depot (Verkehrswesen): Eine gewöhnlich von einer Halle oder mehreren Hallen beherrschte Parkeinrichtung für Triebwagen von Eisen- und Straßenbahn, aber auch für Busse. Viele Depots verfügen über mehr oder minder leistungsfähige Reparatureinrichtungen.

Depot (Warenwirtschaft): Eine Lagereinrichtung.

DepV (Entsorgungswesen): Steht für »Deponieverordnung«.

Desert Gold: Einer von zahlreichen Handelsnamen des Padang Gelb. Der mittelkörnige, gelbliche Granit, der teils ins Rosa tendiert, wird in China abgebaut. Das Gestein wird als Naturwerkstein insbesondere im Garten- und Landschaftsbau (Gehwegplatten usw.) verwendet.

Design-Hotel: Ein zumeist kleineres, luxuriös ausgestattetes Haus, das unverwechselbare, vielfach thematisierte Gestaltungsansätze kennzeichnen. Die Konzepte reichen von Retrostilen bis hin zu hypermodernen Designs. Andere Begriffe für »Design-Hotel« sind »Boutique-Hotel« und »Lifestyle-Hotel«. benachteiligte Etagen an den Kundenstrom der Hauptebene(n) anzubinden.

Desornamentado-Stil (Architektur, Spanien): Eine baulich-gestalterische Strömung der Spätrenaissance, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter Philipp II. gepflegt wurde. Kennzeichnend ist eine strenge, nüchterne Formensprache, die sich mit einer Abkehr von prunkenden Elementen verband und einen gemessen am → Plateresco gleichsam zierlosen Stil darstellt. Ein Beispiel bietet der gigantische Kloster- und Palastkomplex El Escorial. Eine andere Bezeichnung des Desornamentado ist »Herrera-Stil«.

Desurbanisierung: Siehe → Deurbanisierung.

Detachiertes Fort: Ein im Vorfeld der Hauptfestung errichtetes, selbständig zu verteidigendes → Fort bzw. Werk. Anfänglich lagen diese Forts in Waffenreichweite der Hauptbefestigungen, in späterer Zeit wurden sie zunehmend weiter nach außen verlagert, blieben jedoch Bestandteil des Verteidigungsbereiches der Hauptanlage.

Detachiertes Werk (Festungsbau): Ein → Fort, ein außerhalb der Hauptwälle gelegenes, von diesen abgesetztes, eigenständig verteidigungsfähiges Festungswerk.

Deuchel: Siehe → Deichel (Wasserversorgung, historisch).

Deurbanisierung: Auch »Desurbanisierung« oder »Entstädterung« genannt. Eine bevölkerungsbezogene Schrumpfung eines verstädterten Raumes oder einer Vielzahl von Agglomerationen, die sich mit einer Reduzierung und / oder qualitativen Verschlechterung infrastruktureller Elemente verbindet. Derartige Prozesse treten infolge einer Abwanderung (Stadtflucht) und / oder einem natürlich bedingten Bevölkerungsrückgang im jeweiligen Raum auf. Beobachtbar sind entsprechende Abläufe insbesondere in alten Industrieregionen der USA.

Deutsche Bauweise (Tunnelbau): Die »Kernbauweise« stellt ein arbeitsaufwendiges und somit teures Tunnelbauverfahren dar. Zunächst werden ein First- und zwei Sohlstollen an den Ulmen (= Seiten) ausgebrochen. Diese werden entlang der geplanten Laibung miteinander verbunden. Der entstandene Hohlraum wird mit Holz gegen den verbliebenen Kern abgestützt, anschließend die Mauerung vorgenommen. Nach deren Fertigstellung wird der Kern ausgebrochen.

Deutscher Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DVA): Ein im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung angesiedelter Ausschuss. Kernaufgabe ist es, Grundsätze für die fachgerechte Vergabe und Abwicklung von öffentlichen Bauaufträgen zu entwickeln und mit der Herausgabe der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen zusammenhängende Fragen zu klären. Weiterhin ist der DVA über den → Gemeinsamen Ausschuss Elektronik im Bauwesen damit betraut, Regelwerke zur erstellen, die dazu dienen, das Bauwesen mittels elektronischer Datenverarbeitung zu rationalisieren. Im DVA sind u. a. Bundes- und Länderressorts, kommunale Spitzenverbände sowie Spitzenorganisationen der Wirtschaft vertreten.

Deutsches Band (Architektur): Ein Zierwerk an Backsteinbauwerken, das im Übergang von der → Romanik zur → Gotik verbreitet war. Die Ornamentierung setzt sich aus Backsteinen zusammen, die um 45 Grad gegeneinander gedreht sind und eine Keilform ausbilden, deren Vorderkante mit dem Mauerwerk abschließt.

Deutsche Windmühle: Eine auf dem Einsatz von Windkraft beruhende → Mühle, die aus einem Stützgestell (Bock), einem starken Pfahl und einem Hauskörper besteht, der die Mahleinrichtung beinhaltet. Das Mühlenhaus sitzt dabei auf dem Pfahl, der es ermöglicht, die gesamte aufsitzende Einheit in den Wind zu drehen.

Developer: Immobilienbezogen die Kurzform von »Real Estate Developer«. Deutsch → »Projektentwickler« bzw. »Immobilienprojektentwickler«. Unter Developer ist eine Person bzw. eine Firma zu verstehen, die sich der planmäßigen, marktgerechten Aufwertung von Grundstücken widmet. Idealtypisch wird die wirtschaftlich optimale Grundstücksnutzung bestimmt und ein entsprechendes Entwicklungskonzept umgesetzt.

Developergewinn (immobilienbezogen): Der Reingewinn (Einnahmen abzüglich aller Kosten) eines Projektentwicklers bzw. → Developers.

Development: Ein aus dem Englischen in die deutsche Fachsprache übernommener Ausdruck für »Projektentwicklung«. Immobilienbezogen handelt es sich um einen Vorgang planmäßiger, marktgerechter Aufwertung eines Grundstücks. Idealtypisch wird die wirtschaftlich optimale Nutzung bestimmt und ein entsprechendes Entwicklungskonzept umgesetzt. Gegenüber der inhaltlich weiter gefassten »Immobilienentwicklung« ist unter »Projektentwicklung« ein einmaliger Vorgang – eben ein Projekt – mit bestimmbarem Beginn und zeitlich festlegbarem Abschluss zu verstehen. Die Projektentwicklung kann somit als Ausschnitt der Immobilienentwicklung aufgefasst werden.

Developmentgewinn (immobilienbezogen): Der Reingewinn (Einnahmen abzüglich aller Kosten) aus einer Projektentwicklung bzw. einem → Development.

Dexel (Holzbearbeitung): Eine ältere Bezeichnung für eine(n) Dechsel. Angesprochen ist ein Querbeil bzw. ein Werkzeug mit einem quer zum Stiel ausgerichteten, sich nach vorne gewöhnlich verbreiternden Blatt (Schneide); es dient zur Oberflächenbearbeitung von Holz; es wird zum Abnehmen großer Späne wie auch zur feineren Spanabnahme (Schlichten) und zum Glätten eingesetzt.

Dezentralisation (Stadt-, Siedlungsentwicklung): Siehe → Dezentralisierung (Stadt-, Siedlungsentwicklung, unmittelbar).

Dezentralisierung (Stadt-, Siedlungsentwicklung, mittelbar): Die funktionale Schwächung gewachsener → Zentren bzw. ein relativer Bedeutungsverlust dieser Standorte, der eintritt, wenn sich in einen Raum ziehende Unternehmen bzw. Einrichtungen schwerpunktmäßig an peripheren Standorten ansiedeln. Ebenfalls dezentralisierend wirkt, wenn ansässige Unternehmen an peripheren Standorten expandieren. Der Begriff kann sich auf entsprechende Vorgänge beziehen, die das gegenseitige Verhältnis zwischen Innenstadt und übrigem Stadtgebiet wie auch auf jenes zwischen Stadt und Umland betreffen. Siehe auch → Dezentralisierung (Stadt-, Siedlungsentwicklung, unmittelbar).

Dezentralisierung (Stadt-, Siedlungsentwicklung, unmittelbar): Eine großmaßstäbige, auf individuellen bzw. privatwirtschaftlichen Entscheidungen oder obrigkeitlichen Vorgaben beruhende Verlagerung von Einrichtungen aus Stadtkernen bzw. Stadtgebieten an periphere Standorte. Der Prozess führt zunächst häufig zu einer Streuung bzw. Entballung bestehender Einrichtungen, bei günstigen Voraussetzungen am neuen Standort zu einer hier einsetzenden Verdichtung, die in der Entstehung eines neuen Zentrums gipfeln kann. Siehe auch → Dezentralisierung (Stadt-, Siedlungsentwicklung, mittelbar).

Dezipol: Ein klimatechnischer, vom Dänen Olf Fanger geprägter klimatechnischer Begriff, der sich auf geruchliche → Raumluftqualitäten bezieht. Salopp ausgedrückt stellt er eine Maßeinheit dar, die ausdrückt, welchem Prozentsatz von Menschen die jeweilige Raumluft bei Belastung mit einem Olf bei zehn Litern sekundlich zugeführter Frischluft »stinkt«.

DFK (Deutschland): Das Kürzel für »Digitale Flurkarte«. Siehe → Automatisierte Liegenschaftskarte.

DG (Wohnen / Gewerbe): Der gebräuchliche Kürzel für »Dachgeschoss«.

DGSV (Verbandswesen, Deutschland): Steht für »Deutscher Gutachter und Sachverständigen Verband e.V.»

DH (Wohnen): Der u. a. in Immobilienanzeigen genutzte Kürzel für »Doppelhaus«.

DHH (Wohnen): Ein gängiges Kürzel für »Doppelhaushälfte«.

Diabas: Ein durch Metamorphose verändertes Ergussgestein grünlicher Färbung, das u. a. als Baustoff für Denkmäler und Säulen dient.

Diagonalpflaster: Ein Verlegemuster, bei dem die Einzelsteine in einem 45-Grad-Winkel zum Straßen- oder Platzrand verlegt sind. Es kann als gleichsam gekipptes → Reihenpflaster aufgefasst werden. Als randlicher Abschluss werden drei- oder fünfeckige Steine gesetzt. Das Diagonalpflaster ist auch unter der Bezeichnung »Wiener Pflaster« bekannt.

Diagonalverband (Pflaster): Siehe → Diagonalpflaster.

Diamantenmine: Ein Bergwerk bzw. eine Grube, in dem bzw. der Diamanten abgebaut werden.

Diamantgewölbe: Eine andere Bezeichnung des Zellengewölbes. Es handelt sich um eine spätgotische, wenig verbreitete Gewölbevariante, die ein modifiziertes → Sterngewölbe darstellt. Anders als dieses besitzt das Diamantgewölbe keine einheitlich bzw. durchgehend ausgemauerten Kappen. Vielmehr werden diese von pyramidalen Hohlformen aufgelöst, die eine starke dreidimensionale Wirkung entfalten.

Diamantgraben (Wehrbau): Ein vor den Schießscharten einer Verteidigungsmauer angelegter Graben, der dazu diente, eine feindliche Annäherung an die Scharte zu erschweren und diese von einer Versperrung durch herabfallende Mauertrümmer zu schützen.

Diamantmine: Ein Bergwerk bzw. Bergbau, in dem Diamanten gewonnen werden.

Dichtschlamm: Ein Gemisch von Wasser und festen Partikeln, das eingesetzt wird, um Gebäude- bzw. Bauwerksoberflächen (Fußböden, Wände usw.) vor einer Durchfeuchtung bzw. Durchnässung durch eindringendes Wasser zu schützen. Der Schlamm füllt bestehende Poren, glättet also die Oberfläche; er wird regelhaft in mehreren, von Trocknungsphasen unterbrochenen Arbeitsgängen aufgetragen.

Dichtungsschlamm: Siehe → Dichtschlamm.

Dickbettverfahren (Verlegetechnik): Eine Technik, bei der Fliesen oder Platten in einer starken Mörtelschicht verlegt bzw. angesetzt werden. Bei Wandanbringung bewegt sich die Mörtelstärke regelhaft zwischen 15 – 20 mm, bei Verlegung auf 20 – 30 mm. Anders als beim → Dünnbettverfahren, das auf Klebewirkung beruht, tritt bei dieser Technik eine feste Verbindung zwischen Untergrund, Mörtelschicht und Verlegematerial ein. Ein Vorteil des Dickbettverfahrens liegt darin, dass es auf unebenen Oberflächen eingesetzt werden kann; seine Anwendung erfordert allerdings ausgeprägte handwerkliche Fähigkeiten.

Dickholz: Eine Massivholztafel, die aus mehreren, über Kreuz verleimten Bretterlagen besteht. Der Werkstoff eignet sich u. a. aufgezeichnet zur Umsetzung von Wärme- und Schallschutzmaßnahmen. Eine weitere geläufige Bezeichnung ist »Brettsperrholz«.

Dickmühle: Eine andere Bezeichnung der im hohen Mittelalter aufgekommenen Walkmühle. Der Begriff bezeichnet an sich ein Gerät bzw. eine Maschine, in übertragenem Sinn zugleich ein Gebäude, in dem textile Gewebe gewalkt, also veredelt bzw. oberflächlich verfilzt wurden.

Dickschichtiger Edelputz: Ein → Edelputz, dessen Schichtdicke die Größe des Größtkorns übertrifft. Die Schichtdicke bewegt sich zumeist zwischen 10 mm und 15 mm.

Dickschichtputz: Ein → Putz bzw. Putzmörtel, dessen Schichtdicke die Größe des Größtkorns übertrifft. Die Schichtdicke bewegt sich gewöhnlich zwischen 10 mm und 15 mm. Dickschichtputz kommt als Kratzputz, Modellierputz, gefilzter Putz oder Kellenwurf vor.

Diele (Hallenhaus): Der größte Raum bzw. der Hauptwirtschaftsraum eines norddeutschen Hallenhauses.

Diele (Korridor): Ein Flur, Vorraum oder Vorzimmer.

Dielenboden (Bauart): Ein aus breiten, langen Vollholzbrettern hergestellter Fußboden; es handelt sich um die vermutlich älteste Form des Holzfußbodens. Heute verwendete Bretter sind zumeist Nut und Feder versehen, wodurch eine spaltenfreie Verlegung ermöglicht bzw. erleichtert wird. Andere Bezeichnungen sind »Riemen-« und »Schiffboden«.

Dielenhaus (Stadthaus): Ein wahrscheinlich aus dem bäuerlichen → Einhaus hervorgegangener Typ des Stadthauses, der sich z. B. unter der wohlhabenden Kaufmannschaft norddeutscher Hansestädte großer Beliebtheit erfreute. Kennzeichnend (und namensgebend) ist eine großräumige, häufig über zwei Stockwerke entwickelte Diele, die als wichtigster Wohn-, Arbeits- und Repräsentationsraum diente. Dielenhäuser wurden teils als → Fachwerkhäuser, teils in massiver Bauweise errichtet. Dielenhäuser kamen während der → Gotik auf.

Dielenhaus, märkisches: Siehe → Mittelflurhaus, märkisches.

Dienst (Architektur): In der spätromanischen und gotischen Baukunst ein Halbrundstab oder Dreiviertelstab bzw. -pfeiler, der an einer Wand oder Säule angesetzt wurde, um Gewölbelasten abzuleiten.

Dienst, alter (Architektur): Ein gemessen an einem → jungen Dienst stark ausgelegter Halbrundstab oder Dreiviertelstab bzw. -pfeiler, den spätromanische und gotische Baumeister an einer Wand oder Säule ansetzten, um Gewölbelasten abzuleiten.

Dienst, junger (Architektur): Ein gemessen am → alten Dienst schlanker Halbrundstab oder Dreiviertelstab, den spätromanische und gotische Baumeister an einer Wand oder Säule ansetzten, um Gewölbelasten abzuleiten.

Dienstbarkeit (Grundbuchwesen): Eine im → Grundbuch eingetragene Belastung eines → Grundstücks zugunsten einer natürlichen oder juristischen Person (z. B. ein Wohnrecht) oder zugunsten eines anderen Grundstücks (z. B. Wege- oder Leitungsrecht).

Dienstgebäude: Ein von öffentlichen Verwaltungen (Polizei, Justiz etc.) genutztes Gebäude. Früher befanden sich diese Gebäude zumeist im Eigentum der öffentlichen Hand, heute sind Mietlösungen verbreitet. Ein verwandter Begriff ist »Amtsgebäude«.

Dienstleistungszentrum, Logistisches (LDZ): Ansammlung dienstleistungsorientierter Betriebe, die keine physischen Transport- bzw. Lageraufgaben wahrnehmen, wohl aber derartige Prozesse begleiten. Stellvertretend seien Beratungsunternehmen, Versicherer oder logistische Mittler angeführt. Es handelt sich um bürogebundene Tätigkeiten. Mit Blick auf die Hebung von Synergien finden sich viele LDZ nahe ihrer Klientel, also im Umfeld bzw. inmitten massierter Transport- und Lagerunternehmen. LDZ sind fester Bestandteil von → Güterverkehrszentren.

Differenzdruck-Messverfahren: Ein auf im Innenraum eines Gebäudes erzeugten Luftdruckdifferenzen beruhender Test, der im Grunde konstante Windlasten simuliert. Er wird eingesetzt, um luftdurchlässige Stellen bzw. Leckagen in der Gebäudehülle sowie die Luftwechselrate zu bestimmen. Die Englische, in die deutsche Fachsprache eingegangene Bezeichnung ist »Blower Door Test«.

Diffusionsoffener Baustoff: Bildhaft als »atmender Baustoff« bezeichnet. Ein luft- und dampfdurchlässiger → Baustoff, der aufgenommene Feuchte bei entsprechenden Rahmenbedingungen abgibt. Zu den diffusionsoffenen Baustoffen zählen u. a. Porenbeton und Backstein bzw. Ziegel.

Digitale Flurkarte (Bayern, Deutschland): Die Entsprechung des im übrigen Bundesgebiet als → »Automatisierte Liegenschaftskarte« bezeichneten Kartenwerkes.

Digitale Katastralmappe (Grundstückswesen, Österreich): Ein digitaler Nachfolger der in Papierform geführten Katastralmappe. Der amtliche Kürzel ist »DKM«. Es handelt sich um eine öffentlich zugängliche Datenbank, die Grundstückseigenschaften (Grundstücksgrenzen / Grenz- und Vermessungspunkte, Gebäude) über das gesamte Staatsgebiet hinweg darstellt. Sie bietet den grafischen Katasterdatenbestand im Koordinatensystem der Österreichischen Landesvermessung. Enthaltene Daten sind mit dem → Grundbuch zur → Grundstücksdatenbank zusammengeführt.

Digitales Geländemodell: Eine elektronisch erzeugte, mehr oder minder detailgenaue dreidimensionale Abbildung der (Boden)Oberfläche eines Gebietes. Ein Beispiel bietet das von der Wiener Stadtverwaltung erstellte Modell. Derartige Modelle stellen wichtige Planungsgrundlagen dar.

Diglyphe: Eine von zwei senkrechten Schlitzen bzw. Rillen in drei Felder gegliederte Zierplatte im Gebälk dorischer Bauwerke, die mit → Metopen abwechselt. Anders als bei der → Triglyphe fehlen die rechts und links gemeißelten Halbrillen.

Dilatationsfuge: Zumeist als »Bewegungs-« oder »Dehnfuge« bezeichnet. Es handelt sich um einen vorsätzlich belassenen Spalt zwischen verschiedenen Bauteilen oder einzelnen Elementen (z. B. Fliesen), der Rissbildungen entgegenwirkt. Dilatationsfugen sind bei Bauteilen nötig, die unterschiedliche Materialeigenschaften in Bezug auf Feuchteaufnahme und -abgabe, Wärmeausdehnung usw. aufweisen. Weiterhin wird beim Einsatz »arbeitender« Baustoffe auf Dilatationsfugen zurückgegriffen.

Dimensionsstabilität (Holz): Eine bei verschiedenen Holzarten bzw. aus diesen hergestellten Objekten ausgeprägte Eigenschaft, ihr Volumen und ihre Form bei wechselnder Luftfeuchte und Umgebungstemperatur (weitestgehend) beizubehalten. Ein gleichbedeutender Begriff ist »Stehvermögen«.

Dingliche Sicherheit (Immobilienfinanzierung): Siehe → Grundschuld.

Diokletianisches Fenster: Gewöhnlich »Thermenfenster« genannt. Es handelt sich um ein halbkreisförmiges Fenster mit unten verlaufender Horizontaler; zwei lotrechte Pfosten unterteilen es in drei Bereiche. Der Fenstertyp geht auf die römische Antike zurück; er diente vor allem zur natürlichen Belichtung von Thermen-Innenbereichen. Neuerlich in Mode kam das Thermenfenster in der Renaissance, im Historismus und während der Jugendstilzeit.

Diorit: Ein Plutonit (Tiefengestein) mit zumeist dunklem bis beinahe schwarzem, teil mittel- bis hellgrauem Farbton. Diorit ist vergleichsweise schwer zu bearbeiten, sodass er vergleichsweise selten als Baustoff eingesetzt wird. Vorrangig findet er sich als Baustoff für Säulen, Grabmale und Brunnen bzw. Wasserbecken.

Direktauswaschung (Beton): Ein Verfahren zur Herstellung von → Waschbeton, das nahezu ausnahmslos bei feinkörnigen Platten eingesetzt wird. Dabei werden feine Zementbestandteile direkt nach dem Pressen der Betonplatten mittels eines Hochdruck-Wasserstrahls ausgewaschen.

Direkte Verbindungsrampe (Autobahn): Eine → Verbindungsrampe, die weder über eine andere Fahrbahn führt noch unter einer anderen hindurchführt.

Dirnitz: Eine alternative Schreibweise von → Dürnitz.

Disagio: Ein Abschlag auf den Nennwert eines Darlehens bzw. die Differenz zwischen nominalem Darlehensbetrag und tatsächlich ausgezahlter Summe. Das Disagio wird auch »Abgeld« und »Damnum« genannt.

Disco: Die gebräuchliche Abkürzung von → »Diskothek«.

Discounted Cash Flow: Ein abgezinster Zahlungsstrom.

Discounted Cash Flow-Methode (Immobilienwertermittlung): Siehe → Discounted Cash Flow-Verfahren (Immobilienwertermittlung).

Discounted Cash Flow-Verfahren (Immobilienwertermittlung): Die Verkürzung von »Discounted Cash Flow-Verfahren«. Es handelt sich um ein international gebräuchliches Wertmittlungsverfahren, das im angelsächsischen Raum – wenn auch in unterschiedlichen Spielarten – die Wertermittlungsmethode schlechthin darstellt. Namensgemäß beruht das Verfahren auf projizierten (prognostizierten) Zahlungsströmen, die sich mit dem Erwerb, Verkauf und Betrieb einer Immobilie verbinden. Dies betriff u. a. Kapitalverzinsung, Inflationsraten, Mietpreisentwicklung und Wertentwicklung der jeweiligen Immobilie(n). Anders als das im deutschsprachigen Raum übliche → Ertragswertverfahren beruht das DCF-Verfahren nicht auf einer direkten, sondern auf einer indirekten Kapitalisierung. Es kapitalisiert also über die Haltedauer erzielte Erträge und den (potentiellen) Veräußerungspreis am Ende der (unterstellten) Haltedauer getrennt. Der im Ertragswertverfahren betonte Bodenwert wird als integraler Bestandteil der Immobilie begriffen. Das DCF-Verfahren unterlegt ein Verständnis, das Immobilien als eines unter vielen »klassischen« Investitionsmedien begreift.

Diskothek: Ein zur → Gastronomie zählender Betrieb, in dem zu abgespielten Tonträgern (bisweilen zu Livemusik) getanzt wird. Die regelhaft von optischen Effekten (Lichtorgeln usw.) begleitete Beschallung erfolgt üblicherweise in gehörbeeinträchtigender bzw. (längerfristig) gehörschädigender Lautstärke.

Di sotto in su: Italienisch »von unten nach oben«. Die Wendung bezeichnet eine malerische Darstellung von Gegenständen bzw. Körpern aus einem steilen, aufwärtsgerichteten Blickwinkel. Maltechnisch stellen sich damit verbundene perspektivische Verkürzungen als höchst anspruchsvoll dar. Di sotto in su war vor allem in der barocken Deckenmalerei verbreitet. Ein eindrucksvolles Anschauungsbeispiel bietet das mit rund 670 qm weltweit größte zusammenhängende Deckenfresko in der Würzburger Residenz; gemalt wurde es 1752 / 1753 von Giovanni Battista Tiepolo.

Displuvium (antikes Rom): Ein → Atrium römischer Häuser bzw. Villen, dessen Dachfläche nach außen geneigt war, wodurch auf das Dach treffendes Regenwasser nicht in den Innenbereich, sondern nach außen abfloss.

Dissimilaritätsindex: Ein Kennwert, der die Wohnortverteilung von zwei ausgewählten Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Untersuchungsraumes bzw. dessen Untereinheiten abbildet.

Distributionslager: Verteilende Lagereinrichtungen bzw. Logistikelemente, die Scharnierstellen zwischen Produktion und Absatzmarkt bilden.

Distributionszentrum: Eine größere logistische Einrichtung mit stark ausgeprägter Schnittstellenfunktion, in der Material- bzw. Güterflüsse zwischen Produzenten und Kunden organisiert und abgewickelt werden. Typische Funktionsbereiche sind Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Warenausgang.

Divisorium (Wasserbau): Das Verteilungsbecken bzw. die Verteilungskammer eines römischen → Aquädukts.

Diwan (Möbelstück): Ein niedriges, lehnenloses Liegesofa.

Diwan-i-Am: Die öffentliche, häufig dreiseitig offene und von Säulen getragene Audienzhalle muslimischer bzw. mogulischer Herrscher. Eindrucksvolle Beispiele finden sich in den Palastfestungen von Agra, Delhi (Indien) und Lahore (Pakistan).

Diwan-i-Khas: Eine private, häufig dreiseitig offene und von Säulen getragene Audienzhalle muslimischer bzw. mogulischer Herrscher. Eindrucksvolle Beispiele finden sich in den kaiserlichen Palastfestungen von Agra, Delhi (Indien) und Lahore (Pakistan).

DKM (Grundstückswesen, Österreich): Das Kürzel für »Digitale Katastralmappe«.