Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu C – Chu

Café: Der aus dem Französischen entlehnte Nachfolger des → Kaffeehauses. Es handelt sich um einen gastronomischen Betrieb, der vor allem Heißgetränke, insbesondere Kaffee und Schokolade, sowie zumeist eine Auswahl an Back- und Konditoreiwaren anbietet. Vertiefend siehe → Kaffeehaus.

Cafe Imperial (Gestein): Handelsbezeichnung für einen dunkelbraunen, mittelkörnigen Syenit, der in Brasilien abgebaut wird. Das Gestein eignet sich für Anwendungen im Innen- und Außenbereich.

Café Viereck: Eine umgangssprachliche Bezeichnung für ein Gefängnis, eine Justizvollzugsanstalt.

Calciumestrich: Ein im Wesentlichen aus Gips bzw. Anhydritbinder, Gesteinskörnung und Wasser bestehender Unterboden bzw. Untergrundaufbau. Er wird auch »Anhydritestrich« und »Calciumsulfatestrich« genannt.

Calciumoxid: Die chemische Bezeichnung von Branntkalk bzw. ungelöschtem Kalk. Es handelt sich um einen puderigen Stoff, der stark exotherm mit Wasser reagiert. Im Baubereich findet er u. a. bei der Herstellung von Kalksandstein sowie als Zugabe zu Mörteln und Putzen Verwendung.

Calciumsilikatplatte: Eine gehärtete, formstabile, zur Wärmedämmung eingesetzte Platte, deren Hauptbestandteile Calciumoxid, Siliziumdioxid, Zellulose und Wasserglas sind. Die Platte wird auch unter der Bezeichnung »Klimaplatte« gehandelt.

Calciumsilikat-Platte: Siehe → Calciumsilikatplatte.

Calciumsulfatestrich: Ein im Wesentlichen aus Gips bzw. Anhydritbinder, Gesteinskörnung und Wasser bestehender Unterboden bzw. Untergrundaufbau. Er wird auch »Anhydritestrich« genannt.

Caldarium: Ursprünglich ein Bereich antiker römischer Thermen. Es handelte sich um einen auf 40 – 50 Grad Celsius erwärmten Raum außerordentlich hoher Luftfeuchte, der mittels einer → Hypokaustenanlage (in Fußboden und Wänden) beheizt wurde.

Calefactorium: Der Wärmesaal, die Wärmestube eines christlichen Klosters.

Camera (Kloster): Ein Arbeitsraum in christlichen Klöstern.

Candela (Lichtplanung usw.): Einheit der Lichtstärke.

Cantonment (UK): Eine zumeist rasterartig angelegte, eigenständige Wohnsiedlung für militärisches Personal bzw. Soldatenfamilien. Im 18. und 19. Jahrhundert waren Cantonments als vorübergehende bzw. semi-permanente Einrichtungen gedacht, im anhebenden 20. Jahrhundert wurden sie als dauerhafte bzw. stehende Siedlungen betrachtet und entsprechend entwickelt. Cantonments bilden vor allem in indischen Städten bis heute eindeutig erfassbare räumliche Einheiten; viele einstmals britische Einrichtungen nutzt das Militär – angepasst an moderne Erfordernisse – weiterhin.

Cantonment (USA): Eine dauerhafte Wohnsiedlung für militärisches Personal und dessen Anhang, die räumlich eine Untereinheit eines großen militärischen Stützpunktes bzw. Komplexes darstellt.

Cap Clause: Eine Deckelungsklausel, die beispielsweise bei → hybriden Pachtverträgen in der Hotellerie verbreitet ist. Sie legt Verlustobergrenzen sowie eine Dauer fest, nach der dem Pächter ein außerordentliches Kündigungsrecht eingeräumt wird, sollte die Festpacht bis zum Stichtag nicht erwirtschaftet werden können.

Cap Compression: Ein in die deutsche Fachsprache eingegangener englischer Begriff, der für einen vergleichsweise starken Rückgang der → Nettoanfangsrenditen bzw. steigende → Vielfache (der Jahresnettokaltmiete) steht.

Cap-Darlehen: Ein zu einem variablen, nach oben jedoch gedeckelten Zinssatz gewährter Kredit. Die zumeist quartalsweise erfolgende Zinssatzanpassung beruht auf einem Referenzzinssatz (oft dem EURIBOR).

Cap-Hypothek: Eine zu einem variablen, nach oben jedoch gedeckelten Zinssatz aufgenommene → Hypothek. Die zumeist quartalsweise erfolgende Zinssatzanpassung beruht auf einem Referenzzinssatz (oft dem EURIBOR).

Capitalization Rate: Das englischsprachige Gegenstück zur immobilienwirtschaftlichen → »Nettoanfangsrendite«. Diese prozentuale Größe ergibt sich, wird die Jahresnettomiete (im Erwerbsjahr) durch den Kaufpreis geteilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert.

Caponnière (Festungsbau): Ein losgelöst von anderen Werken frei im Festungsgraben errichtetes, meist zweistöckiges Werk, das es gestattet, den Graben in beide Richtungen zu bestreichen. An den auf die Grabenlängsachse ausgerichteten Seiten befinden sich → Ausfallhöfe.

Cappo: In Süddeutschland und der Schweiz geläufige umgangssprachliche Bezeichnung für → Polier.

Cap Rate: Geläufiges Kürzel für → »Capitalization Rate«.

Capriccio: Ein italienisches Wort, das »(schräge) Idee« oder »Laune« bedeutet. In der Malerei – voran der → Vedutenmalerei – handelt es sich um eine Darstellung, die 1. an verschiedenen Orten errichtete Gebäude in einem gemeinsamen Umfeld abbildet oder 2. bestehende Bauten und nie verwirklichte Entwürfe zu einem Gesamtbild verschmilzt oder 3. nie über das Entwurfsstadium hinausgelange Gebäude in einer bestehenden Umgebung wiedergibt. Die Darstellung vermittelt einen illusionistischen Eindruck.

Carbonatisierung (Beton): Ein von innen nach außen ablaufender Prozess, der durch Reaktion von Kohlendioxid und Wasser bzw. Wasserdampf ausgelöst wird. Zunächst entsteht Kohlensäure. Diese verbindet sich mit Kalkhydrat zu Kalkstein bzw. Calciumcarbonat und Wasser. Im Zuge dieses Vorgangs verliert der → Beton sein alkalisches Milieu. Der Beton wird durch die Entstehung von Kalkstein zwar tendenziell gestärkt, doch kommt es bei vorhandener Stahlarmierung zu einer (beschleunigten) Korrosion, die zu einer massiven Schädigung des → Stahlbetons führen kann.

Carelian Red (Gestein): Ein Handelsname eines von Feldspateinsprengseln durchsetzten Granits. Er wird u. a. zur Herstellung von Fußböden, Fensterbänken, Grabstätten und Treppenbelägen genutzt.

Carmen Red (Gestein): Auch als »Baltik Rot« und »Carelian Red« bekannt. Ein Handelsname eines von Feldspateinsprengseln durchsetzten Granits. Er wird u. a. zur Herstellung von Fensterbänken, Fußböden, Grabmalen und Treppenbelägen verwendet.

Carport: Ein überdachter Abstellplatz für Personenkraftfahrzeuge (Autos), der zumindest eine offene Seitenfläche besitzt und somit nicht abschließbar ist.

Cashflow: Siehe → Cash Flow.

Cash Flow: Der englische Begriff für »Zahlungsstrom«; eingedeutscht auch »Cashflow«.

Cashmere White (Gestein): Handelsbezeichnung eines fein- bis mittelkörnigen, zu den Granuliten zählenden Migmatits weißlich-hellgrauer Färbung, der kleine Granate einschließt. Entgegen dem auf Nordindien verweisenden Namen wird das Gestein im südindischen Madurai (Tamil Nadu) abgebaut; es findet – gut imprägniert – im Innenausbau Verwendung.

Cash & Carry Markt: Ein Großhandelsbetrieb, der Waren in Selbstbedienung an Gewerbetreibende bzw. Wiederverkäufer verkauft. Offiziell ist kein Absatz an private Endverbraucher vorgesehen bzw. statthaft, tatsächlich stellen sich viele Kunden mit Gewerbeschein als solche dar.

Casino: Eine andere Bezeichnung der Spielbank. Es handelt sich um eine staatlich konzessionierte, öffentlich zugängliche Glücksspieleinrichtung. Eine Einstufung als Spielbank – in Abgrenzung zur → Spielhalle – setzt voraus, dass Spieltische für »echte« Glücksspiele (Baccara, Black Jack, Roulette usw.) vorhanden und prägend sind.

Casinogebäude: Siehe → Casino-Gebäude.

Casino-Gebäude: Ein von einer Spielbank genutztes bzw. funktional von einem Spielbankbetrieb dominiertes → Gebäude.

Casinohotel: Siehe → Casino-Hotel.

Casino-Hotel: Ein als Hotel einzustufender Beherbergungsbetrieb, der eine Spielbankkonzession besitzt und Glücksspiele in entsprechenden Räumlichkeiten anbietet. In großen Glücksspielzentren, voran Macau (Macao) und Las Vegas, stellen Casinos die Haupteinnahmequelle der Hotellerie dar; im Grunde stellt sich die Hotelfunktion vielfach als ein den Glücksspielbetrieb unterstützendes Leistungsangebot dar. Neben klassischen Spielbank-Angeboten kennzeichnen diese Kasinos mehrheitlich oft riesige, von Spielautomaten beherrschte Bereiche, die auf Massenumsatz ausgerichtet sind.

Castell (Militärwesen): Die Verkürzung des lateinischen »Castellum«. Der Begriff bezeichnete ursprünglich Marsch- und Standlager römischer Truppen. In späterer Zeit wurde er allgemein auf militärische Befestigungsanlagen bezogen, hierbei im Besonderen auf die → Kastellburg. Vertiefend siehe → Kastell (römisches Reich).

Castelliere: Eine bronzezeitliche, in Istrien aufgekommene, steinumwallte, auf einer Erhebung gelegene Wohn- und Wehrsiedlung.

Castrum: Ein römisches Militärlager. Castra wurden einerseits in Form zeitweiliger Feldbefestigungen aus Erde und Holz errichtet, andererseits als dauerhafte Standlager römischer Garnisonen. Diese Standlager entwickelten sich vielfach zu wirtschaftlich bedeutenden Standorten, die u. a. als Handelszentren entscheidend zur Romanisierung gallischer und germanischer Gebiete beitrugen.

Cavaedium (antikes Rom): Ein zentraler, regelhaft mit Brunnen, Bassins und Statuenschmuck ausgestatteter Innenhof der Wohnhäuser wohlhabender Bürger.

C-Blatt (Grundbuchswesen, Österreich): Auch »Lastenblatt« genannt. Ein Grundbuchsblatt, das mit dem Eigentum an einer Liegenschaft verbundene Belastungen, voran Pfandrechte, benennt. Konkret eingetragen werden u. a. Hypotheken, Dienstbarkeiten in dienender Stellung und Reallasten, Beschränkungen wie Veräußerungs- und Belastungsverbote, Vor- und Wiederkaufsrechte.

CDO(s): Siehe → Collateralized Debt Obligations.

Cella (Antike): Der innere Hauptraum griechischer und römischer → Tempel.

Cella memoriae (Architektur): Ein kleines, über einer Grabstätte erbautes Gebäude, das als Gedächtnisstätte gedacht war.

Cenotaph: Eine andere Schreibweise von → »Kenotaph«.

Carceres (nur Plural): Die von Toren flankierte Startanlage für Wagen- und Pferderennen in einer römischen Arena bzw. dem Circus.

Cession: Zumeist »Zession« geschrieben. Die Abtretung einer Forderung. Konkret: Ein Gläubiger (Zedent) überträgt seine Forderung an eine andere Person (Zessionar), die dadurch zum (neuen) Gläubiger wird. Vorgenommen wird die Abtretung durch Abschluss eines Verfügungsgeschäfts. Formpflichten bestehen nicht. Weiterhin muss der Schuldner – von Ausnahmen abgesehen – nicht über die Übertragung unterrichtet werden.

Cession, offene: Anders als bei der stillen Cession bzw. Zession wird der Schuldner über die Forderungsabtretung durch den Gläubiger unterrichtet. Fortan ist er verpflichtet, den Forderungsempfänger (Zessionar) unmittelbar zu bedienen.

Cession, stille: Eine Forderungsabtretung durch den → Zedenten, bei welcher der Schuldner nicht über die erfolgte Übertragung unterrichtet wird. Da der Schuldner nichts von der Abtretung weiß, fließen seine Zahlungen weiterhin an den Zedenten. Um die Ansprüche des → Zessionars zu befriedigen, wird diesem regelhaft eine Einziehungsermächtigung erteilt.

Chaitya-Halle: Eine große Gebets- und Kulthalle buddhistischer Höhlenklöster Indiens. An einem Hallenende findet sich eine Buddha versinnbildlichende Skulptur bzw. ein Symbol (Bodhibaum usw.); die zentrale Achse wird beiderseits von Reihen gewöhnlich reich verzierter Säulen flankiert.

Chalet (Hausform): Ein insbesondere in ländlich geprägten Hochgebirgsregionen der Schweiz verbreiteter Haustyp mit flachem, weit über die Außenwände hinausstehendem Satteldach. Während der Romantik griffen Adel und Bürgertum die Bauform auf und übertrugen sie auf Landsitze und stadtnahe bzw. städtische Gebiete; vor allem wurde das Chalet in fremdenverkehrlich erschlossenen Gebieten als Unterkunft derart beliebt, dass der Begriff vielfach als Entsprechung von »Ferienhaus« verwendet wird.

Chan (arabisch): Eine andere Schreibweise von »Khan«. Das Wort bezeichnet eine Karawanserei. Diese Einrichtungen stellten ursprünglich an Handelswegen bzw. Karawanenstraßen erbaute, regelhaft ummauerte Herbergen dar, die grundlegende Versorgungsmöglichkeiten für Menschen und Tiere (Nahrung, Wasser) boten. Zahlreiche Karawansereien entwickelten sich zu Marktorten.

Chandelier d'eau: Ein senkrecht aus einer Schalenstruktur ausgespiener Wasserstrahl, der in diese zurückfällt. Die deutsche Entsprechung ist »Wasserkerze«.

Char Bagh: Eine durch zwei einander kreuzende Achsen symmetrisch geviertelte Gartenanlage, die in Persien und gartenbaulich sowie architektonisch persisch beeinflussten Gebieten verbreitet war bzw. ist.

Charnockit: Ein magmatisches, dem Granit ähnliches Gestein, das u. a. im Straßenbau, bisweilen auch zur Herstellung von Sockeln bzw. Grabsteinen verwendet wird.

Château: Eine aus dem Französischen übernommene Bezeichnung für ein → Schloss (Architektur).

Chatra: Siehe → Chattra.

Chatri: Siehe → Chhatri.

Chattra: Ein → Stupas krönender Aufsatz in Schirmform.

Chattri: Siehe → Chhatri.

Chausseegeld (historisch): Eine Entsprechung der heutigen Straßenmaut. Es handelte ich um einen Geldbetrag, den Lenker von Kutschen bzw. Fuhrwerken für die Nutzung bestimmter Straßen zu entrichten hatten.

Cheminée: Eine vor allem in der Schweiz verwendete Bezeichnung für einen → Kamin im Sinne einer Feuerstätte. Vertiefend siehe → Kamin (Feuerstätte).

Cheminéeofen: Ein → Kaminofen.

Chemische Horizontalabdichtung (Verfahren): Eine zwecks Unterbindung kapillaren Bodenfeuchteaufstiegs erfolgende Einspritzung chemischer Substanzen in untere Mauerwerks- bzw. Wandpartien.

Chemische Horizontalsperre: Ein Schutz von Mauer- bzw. Wandpartien vor kapillarem Bodenfeuchteaufstieg, der mittelsChhatris auf dem Audienzgebäude der Geisterstadt Fatehpur Sikri (Uttar Pradesh, Indien) Injektion chemischer Substanzen bzw. durch Imprägnierung erzeugt wird.

Chhatri: Ein kleineres, pavillonähnliches Bauwerk. Kennzeichnend sind kleinere Kuppeln, die von vier oder mehr schlanken, oft gesockelten Säulen getragen werden. Chhatris sind u. a. ein typisches Element der indischen Mogularchitektur; hier finden sie sich häufig als Aufbauten von Grabmalen, Audienzgebäuden oder Toren. Daneben treten Chhatris als → Kenotaphe auf.

China Impala: Eine von vielen Handelsbezeichnungen des Padang Dunkel bzw. G654. Der fein- bis mittelkörnige, dunkelgraue Quarzdiorit stammt aus China. Genutzt wird das Gestein u. a. als Rohstoff zur Herstellung von Boden-, Terrassen-, Treppenbelägen und Arbeitsplatten.

Chinesische Windmühle: Ein sehr früh aufgekommener, weitgehend eingriffsfrei zu betreibender Windmühlentyp, der zum Kreis der → Horizontalwindmühlen zählt. Kennzeichnend sind eine lotrechte Drehachse sowie daran befestigte, sich selbst ausrichtende Dschunkensegel.

Chinoiserie: Eine aus der Begeisterung an der Exotik geborene, an chinesischen Vorbildern ausgerichtete stilistische Strömung, die vor allem während des 18. Jahrhunderts eine Rolle in der Kunst und Architektur Europas spielte. Besonders beliebt waren chinesisch inspirierte Bauten in Form von Pavillons und dergleichen in der Gartenarchitektur. Beispiele Chinesisches Haus im Schlosspark von Sanssouci, Potsdambieten der Chinesische Turm in Münchens Englischem Garten oder das Chinesische Haus bzw. Teehaus im Schlosspark von Sanssouci, Potsdam.

Chofah: Übersetzt »Himmelsbüschel«. Ein Zierelement auf den Dächern von Gebäuden buddhistischer → Wats südostasiatischer Länder (Kambodscha, Laos, Thailand usw.). Diese hakenähnlichen bzw. hornartigen Schnitzwerke streben vor allem von Dachfirsten und Giebeldreiecken auf.

Chor (Sakralarchitektur): Der Altarraum einer Kirche.

Chor, Hoher (Sakralarchitektur): Der Innen- bzw. Binnenchor mehrschiffiger Chorbauten bzw. eine Verlängerung des → Langhauses, welche den Bereich vor dem Hauptaltar eines Kirchenbauwerkes einnimmt. Ursprünglich war der gewöhnlich durch Schranken oder Stufen vom Hauptschiff abgesetzte Hochchor ausschließlich Klerikern bzw. Chorherren vorbehalten.

Chorbogen: Auch als »Triumphbogen« bezeichnet. Es handelt sich um einen zwischen → Chor und Langhaus eines Kirchenbauwerks oder zwischen → Vierung und Chor aufgehenden → Bogen.

Chorgestühl: Eine entlang des Chorraumes bzw. der baulichen Längsachse geführte Bestuhlung, die aus einer Sitzreihe oder mehreren gestaffelten Sitzreihen besteht. Chorgestühle wurden vielfach als reich mit Schnitzwerk verzierte Sitzgelegenheiten ausgeführt, die teils gekammert bzw. unterteilt wurden.

Chorhaupt: Der architektonisch betonte, zumeist von außen sichtbare halbrund oder polygonal ausgeformte Abschluss eines kirchlichen → Chors.

Chorhaus: Der den eigentlichen → Chor eines Kirchenbauwerks bildende, an das Langhaus angrenzende Raum, der zumeist von einem anschließenden Chorhaupt abgeschlossen wird.

Chörlein: Eine andere Bezeichnung für einen → Kapellenerker.

Chorquadrat: Ein → Chorhaus mit quadratischem Grundriss.

Chorschluss: Siehe → Chorhaupt.

Chorschranke: Eine aus Holz oder Stein gefertigte Absperrung des weiteren Altarbereiches gegenüber Laien gewidmeten Bereichen früher und mittelalterlicher christlicher Kirchen. Der so ausgewiesene Raum um den Altar war Chören von Geistlichen vorbehalten.

Chorturm: Ein über dem Chor, also dem Altarraum, einer Kirche hochgezogener Turm, der zumeist als Glockenturm ausgelegt ist.

Chorturmkirche: Ein zumeist kleineres Kirchbauwerk, das einen über dem Altarraum (= Chor) errichteten Turm besitzt. Der Bautyp kam während der Romanik auf.

Chorumgang: In abendländischen Kirchengebäuden regelhaft eine hufeisenförmig um den → Chor bzw. Hauptaltarraum verlaufende Gehfläche, die häufig mit radial abstrahlenden Kapellen besetzt ist.

Chubb-Schloss: Ein nach dem Engländer Jeremiah Chubb benanntes Mehrzuhaltungsschloss. Dieses Sicherheitsschloss besitzt eine Reihe flacher, lamellenartig ausgeformter Sperrzuhaltungen.

Chutze (historisch, Schweiz): Eine hoch im Gelände gelegene Signalstation mit regelhaft guter Fernsicht, von der aus Botschaften mittels Feuerzeichen weitergegeben wurden. Typischerweise bestanden diese Einrichtungen aus einer Wohn- und Wachthütte sowie einem mit einer Feuerpfanne bestückten Gerüst. Eine andere Bezeichnung ist »Hochwacht«.