Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Burg

Burg: Ein Wohnzwecken dienender, dauerhaft errichteter, strategisch positionierter Wehrbau, der auf die Kampfführung vor der (weiten) Verbreitung von Artilleriewaffen zugeschnitten ist. Die Wohnfunktion bildet eines von mehreren Abgrenzungskriterien gegenüber der neuzeitlichen, rein militärisch ausgelegten → Festung.

Burg, abgegangene: Ein Burgstall im Sinne einer → Burg, von der lediglich kaum erkennbare Relikte übrigblieben. Der Begriff bezieht sich auf Anlagen, deren einstige Existenz sich allenfalls noch in mehr oder minder deutlich erkennbaren Hohl- oder Vollformen (Gräben, Wälle) andeutet.

Burg, landesherrliche: Eine als → Burg zu klassifizierende Wohn- und Wehranlage, die im Auftrag eines weltlichen und / oder kirchlichen Landesherren – z. B. eines Herzogs – errichtet, bewirtschaftet und unterhalten wurde. Der Landesherr konnte hier seinen Sitz haben, doch unterstand die Verwaltung der meisten Landesburgen bestellten Beamten bzw. Burgmannen.

Burg, untere: Eine andere Bezeichnung der → Vorburg.

Burgbaurecht: Siehe Burgenbauregal (historisch).

Burgbauregal: Siehe → Burgenbauregal (historisch).

Bürge: Eine Person, die sich verpflichtet, für die Verbindlichkeiten eines Schuldners gegenüber dem Gläubiger einzustehen, falls der Schuldner zahlungsunfähig wird (oder sich seiner Zahlungsverpflichtung entzieht).

Burgenbaurecht: Siehe Burgenbauregal (historisch).

Burgenbauregal (historisch): Ein ursprünglich königliches Privileg zum Bau von Burgen bzw. sein Vorrecht, deren Bau zu genehmigen oder zu untersagen. Im Laufe der Zeit wurde dieses Recht an einen wachsenden Kreis höherer Adliger verliehen.

Burgenflucht (historisch): Ein bildhafter Ausdruck für die massenhafte Auflassung von → Burgen, die in vielen (deutschen) Gebieten während des 14. und 15. Jahrhunderts erfolgte. Auslösend waren mehrere Momente. Einmal rafften Hungersnöte und Pestwellen Adel und Bauernschaft dahin, zum anderen entstanden landesherrliche Verwaltungen am jeweiligen Regierungssitz, wodurch sich viele Adlige gezwungen sahen, sich dort niederzulassen. Schließlich machten aufkommende Artilleriewaffen die militärische Bedeutung herkömmlicher Burgen hinfällig.

Bürgersteig: Ein fahrbahnseitig regelhaft durch → Bordsteine begrenzter, straßenbegleitender Gehweg; der Begriff bezieht sich auf innerörtliche Gehwege.

Burgflecken: Eine gewöhnlich zwischen 1 und 3 Hektar große, ländlich geprägte Siedlung, die unter dem Schutz einer unmittelbar benachbarten Burg stand. Die Bewohner waren dem Burgherrn regelhaft dienstverpflichtet.

Burgfried (Wehrbau): Gleichbedeutend mit »Bergfried«. Ein nicht zu Wohnzwecken herangezogener, gewöhnlich eigenständig platzierter Hauptturm einer → Burg. Dieser Hauptturm diente als letzte Rückzugsinsel für die Besatzung einer vor dem Fall stehenden Burg. Entsprechend dick sind die Mauern gefügt. Burgfriede besitzen typischerweise einen Hocheingang, der nur über eine Leiter, seltener über eine Treppe oder Brücke erreichbar ist.

Burggarten: Ein funktional zu einer Burg gehörender Nutzgarten in deren unmittelbarer Nähe, in dem Gemüse und Küchenkräuter zur Versorgung des Burgherrn angebaut wurden.

Burggraben: Eine linienhafte, stark eingetiefte, durch Aushub oder Aussprengung geschaffene Hohlform vor den Mauern einer → Burg, die als Annäherungshindernis für feindliche Einheiten diente. Bei → Höhenburgen wurden regelhaft U- oder V-förmige Trockengräben angelegt, bei → Niederungsburgen oftmals Wassergräben.

Burggüter: Unmittelbar von einer → Burg aus bewirtschaftete Ländereien.

Burghof: Ein von Mauern und Gebäuden umschlossener Innenbereich einer → Burg.

Burghut: Ein vom Burgherren vergebenes Amt, dessen Inhaber mit der Verwaltung einer Burg betraut war. Ursprünglich zeitlich befristet, wandelte sich die Burghut vielfach zu einer erblichen Stellung.

Burgkapelle: Ein kleineres, eigenständiges, vergleichsweise einfach gehaltenes Gebäude innerhalb einer → Burg oder ein in einem größeren Burggebäude untergebrachter Raum, das bzw. der für persönliche Gebete und kleine Andachten, nicht zur Ausübung regelmäßiger gemeinschaftlicher Gottesdienste bestimmt war.

Burglehen (historisch): 1.Eine als Lehen verliehene → Burg. 2. Ein im Vorfeld einer Burg gelegener, von den als Lehen vergebenen Wohnbauten der Burgmannen (mit der Burghut betraute Mitglieder des Ritterstandes) eingenommenes Areal.

Burgmodell (gegenständlich): Eine realistische Wiedergabe einer → Burg in verkleinerter bzw. miniaturisierter Form. Modelle können Nachbildungen bestehender Burgen, aber auch auf Fantasieentwürfen beruhende Arbeiten darstellen.

Burgruine: Ein ursprünglich als → Burg einzustufendes Wohn- und Wehrbauwerk, das vorsätzlich oder durch ein Unglück stark zerstört wurde oder infolge mangelnder Instandhaltung dermaßen verfiel, dass keine Wohnnutzung mehr möglich ist. Kurz: Die Überreste einer → Burg.

Bürgschaft: Ein Vertrag mit einseitiger Verpflichtungswirkung, bei dem sich eine Person (der Bürge) verpflichtet, für die Verbindlichkeiten eines Schuldners gegenüber einem Gläubiger geradezustehen, falls der Schuldner zahlungsunfähig werden sollte (oder sich bestehenden Zahlungsverpflichtungen entzieht). Je nach Bonität des Bürgen verringert sich das Forderungsausfallrisiko des Gläubigers.

Burgschloss: Ein Herrensitz im Übergang vom Spätmittelalter zur Neuzeit, dessen burgentypische Merkmale stark hinter Wohn- und Repräsentationsfunktionen zurücktraten.

Burgstall (Relikt): Ein Ort, an dem sich einst eine → Burg oder Burgbaustelle befand. Der Begriff bezieht sich aus Anlagen, die kaum Relikte hinterließen bzw. soweit abgetragen wurden, dass nur mehr oder minder deutlich erkennbare Hohl- oder Vollformen (Gräben, Wälle) zurückblieben.

Burgstelle: Ein Synonym für → »Burgstall« (Relikt).

Burgtor: Ein regelhaft für Reiter und Karren passierbarer Hauptzugang zum Innern einer → Burg. Das Tor stellte einen Schwachpunkt jeder Verteidigungsanlage dar, weshalb es nicht nur aus besonders starken Balken gefertigt und häufig metallbeschlagen war, sondern gewöhnlich auch aufwendig geschützt wurde. Vielfach besaßen Tore flankierende Türme oder waren in einen starken Turm eingelassen. Zusätzlich gesichert wurden sie vielfach durch einen vorgelagerten Graben, ein Fallgatter oder eine Zugbrücke.

Burgus (Römisches Imperium): Ursprünglich ein wehrhafter Turm, ein befestigter Palast oder ein Militärlager. Ab dem zweiten Jahrhundert n. u. Z. bezog sich der Begriff auf zunehmend aus Stein errichtete Wohn- und Wehrtürme, die überwiegend eine Grundfläche von ca. 10 auf 10 Meter einnahmen und dem Schutz der Reichsgrenzen sowie der Sicherung von Handelswegen dienten.

Burgverlies: Ein zumeist in einem Keller, unterirdischen Gewölbe oder starken Turm untergebrachtes Gefängnis einer → Burg. Bei einem Verlies handelt es sich regelhaft um einen fensterlosen Raum.

Burgvogt (historisch): Ein von einem Feudalherren eingesetzter Verwalter einer → Burg.

Burgwarte: Ein regelhaft in Form eines wehrhaften → Turms ausgeführtes, Ausschau- und Beobachtungszwecken dienendes Bauwerk, das gewöhnlich mit Signaleinrichtungen ausgestattet war. Burgwarten wurden in beherrschenden Geländepositionen errichtet; sie befanden sich häufig außerhalb der Burganlage.

Burgweiler: Eine andere Bezeichnung für einen → Burgflecken.

Burgzwinger: Eine von zwei Wehrmauern gebildete Anlage. Kennzeichnend ist, dass der Haupt- bzw. Ringmauer in einigem Abstand eine zweite, vollständig umlaufende oder abschnittsweise hochgezogene Wehrmauer vorgelagert ist. Vielfach finden sich von Türmen flankierte Toranlagen, die als Zwinger ausgelegt sind. Ein sehenswertes Beispiel bietet der Scherenbergzwinger der Festung Marienberg in Würzburg.

Büro: Ein vergleichsweise junges Lehnwort aus dem Französischen (Bureau). Frühere deutschsprachige Entsprechungen sind – um nur einige zu nennen – »Schreibsaal», »Schreibstube», »Amtszimmer« oder »Kontor«. Grundsätzlich bezeichnet »Büro« einen Raum, der Verwaltungs- und / oder Planungsarbeiten gewidmet ist. Historisch betrachtet verbreiteten sich Büros Hand in Hand mit anspruchsvoller werdenden organisatorischen Erfordernissen, die sich in wachsenden Stadtstaaten bzw. in Zusammenhang mit Reichsgründungen ergaben. Büroarbeit entsprang wesentlich herrschaftlichen Lenkungsansprüchen sowie ordnungspolitischen und verwaltungstechnischen Notwendigkeiten. Büroarbeit setzt entwickelte Schreib-, Lese- und / oder Rechenfertigkeiten voraus – Fähigkeiten, die in vielen Gesellschaften keineswegs allgemein verbreitet waren (und nicht sind). Wahrnehmungsbezogen stand Büroarbeit über körperlicher Arbeit in Werkstätten oder auf bäuerlichen Höfen. Bis in das ausgehende 20. Jahrhundert hinein verbanden sich mit dem Begriff Vorstellungen an den einstmals begehrten Beamtenstatus.

Büroagglomeration: Eine vergleichsweise großflächige Ballung von Bürogebäuden bzw. ein Gebiet, das wesentlich von Büronutzungen geprägt ist.

Bürobezirk: Eine andere Bezeichnung für ein → Büroviertel.

Bürocluster: Eine kleine Ansammlung von → Bürogebäuden.

Bürodeveloper: Eine natürliche oder juristische Person, die sich der planmäßigen, marktgerechten Errichtung und Aufwertung von → Büroimmobilien widmet.

Bürodistrikt: Ein → Büroviertel.

Büroensemble: Eine Gruppe von Bürogebäuden, deren jeweilige Bauten als funktionaler und / oder architektonischer Verbund erscheinen, wobei die Gesamtwirkung über die Ausstrahlung jeweiliger Einzelgebäude dominiert.

Büro-Ensemble: Siehe → Büroensemble.

Büroentwickler: Siehe → Bürodeveloper.

Bürofonds: Eine Verkürzung von »Büroimmobilienfonds«. Angesprochen ist ein auf der Bündelung von Anlegergeldern beruhendes Investmentvehikel, dessen finanzielle Mittel in den Kauf einer oder mehrerer → Büroimmobilien fließen. Konkret: Ein Initiator bzw. eine Kapitalanlagegesellschaft wirbt Gelder ein, um diese in eine bestehende, in Bau befindliche oder geplante → Büroimmobilie bzw. ein entsprechendes → Portfolio zu investieren.

Büroform: Ein flächen- und gestaltungsbezogen bestimmtes Bürokonzept, dessen Merkmalskombination es zu einem von anderen Ansätzen unterscheidbaren Typus macht. Anders ausgedrückt: Eine Büroform ist eine Manifestation von Arbeits- und Sozialphilosophien, Produktivitätstheorien, Organisationsstrukturen und arbeitstechnischen Erfordernissen.

Bürogebäude: Eine Immobilie, die auf die Bedürfnisse von Nutzern zugeschnitten ist, die vorwiegend schrift- bzw. EDV-gebundene und kommunikationsorientierte Tätigkeiten (Planung, Steuerung, Verwaltung) ausüben. Eine büroliche Nutzung eines Gebäudes reicht nicht aus, um dieses als Bürogebäude zu qualifizieren. Entscheidend ist, dass es für diesen Zweck errichtet bzw. den Erfordernissen dieser Nutzungsart angepasst wurde.

Bürohaus: Ein Gebäude, das auf die Anforderungen von Nutzern zugeschnitten ist, die (in jeweiligen Räumlichkeiten) überwiegend verwaltende, managementorientierte und planende Tätigkeiten ausüben.

Bürohausensemble: Eine Gruppe von Bürogebäuden vorwiegend geringer bis mittlerer Größe, die als funktionaler und / oder architektonischer Verbund wahrgenommen wird. Entscheidend ist, dass die Gesamtwirkung über die Ausstrahlung jeweiliger Einzelgebäude dominiert.

Bürohochburg: Eine Bezeichnung für einen der im Bürosegment flächenmächtigsten und umsatzstärksten Märkte innerhalb eines definierten Großraumes (Bundesland, Staatsgebiet usw.). Regelhaft handelt es sich um wirtschaftlich führende Metropolräume.

Bürohochhaus (formal): Ein → Bürogebäude, dessen Höhe dem länderspezifisch bzw. regional und lokal festgelegten Schwellenwert für eine Hochhauseinordnung entspricht oder diesen überschreitet.

Bürohochhaus (wahrnehmungsbezogen): Ein Bürogebäude, dessen vertikale Dimension beträchtlich über die horizontale hinausgeht oder zumindest eine entsprechende Anmutung erzeugt.

Büroimmobilie: Ein Gebäude oder Gebäudekomplex, das bzw. der auf die Anforderungen von Nutzern zugeschnitten ist, die (in jeweiligen Räumlichkeiten) überwiegend verwaltende, managementorientierte und planende Tätigkeiten ausüben.

Büroimmobilienfonds: Ein Anlegergelder bündelndes Investmentvehikel, dessen finanzielle Eigenmittel (zusammen mit regelhaft beschafftem Fremdkapital) in den Erwerb einer oder mehrerer → Büroimmobilien fließen. Konkret: Ein Initiator bzw. eine Kapitalanlagegesellschaft wirbt Gelder ein, um diese in eine bestehende, in Bau befindliche oder geplante → Büroimmobilie oder ein Gebäudeportfolio zu investieren. Geht die Planrechnung auf, erhalten die Anleger entsprechende Mittelrückflüsse.

Büroimmobilienmarkt: Das transaktionsorientierte Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage (Anmietung / Vermietung, Kauf / Verkauf, Leasing) im Bereich von → Büroimmobilien.

Büroimmobilienportfolio: Ein mehrere → Büroimmobilien umfassender Bestand.

Büroinventar (Allgemeinverständnis): Die Gesamtheit aller Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände einer Büroeinheit.

Bürokonzept: Gestaltungsansatz von Büroflächen, in dem sich unterschiedliche Arbeits- und Sozialphilosophien, Produktivitätstheorien, Organisationsstrukturen und arbeitstechnische Schwerpunkte ausdrücken.

Bürolage (räumlich): Ein mehr oder minder scharf abgrenzbarer, primär von Büronutzungen geprägter Funktionsraum.

Büroobjekt: Ein Gebäude oder Gebäudekomplex, das bzw. der auf die Anforderungen von Nutzern ausgelegt ist, die (in jeweiligen Räumlichkeiten) überwiegend verwaltende, managementorientierte und planende Tätigkeiten ausüben.

Büroprojektentwickler: Eine natürliche oder juristische Person, die sich der planmäßigen, marktgerechten Errichtung und Aufwertung von → Büroimmobilien widmet.

Büroquartier: Ein räumlich klar konturiertes Gebiet, das von Bürogebäuden bzw. Büronutzungen dominiert wird.

Bürostadt: Eine gigantische, planmäßig entwickelte Massierung von Bürogebäuden innerhalb eines klar umrissenen Gebietes außerhalb des gewachsenen Siedlungszusammenhanges. Bürostädte der ersten Stunde stellten regelhaft monostrukturierte Raumeinheiten dar. Heute werden sie teils (nachträglich) durch anderweitige Nutzungen angereichert. Ein früher Vertreter derartiger Büroagglomerationen ist die Bürostadt Niederrad in Frankfurt am Main.

Bürostandort: Ein räumlicher Bereich, dessen Gebäudebestand vorwiegend bzw. in ausgeprägtem Maße Verwaltungs- und Managementaufgaben dient. Der Begriff kann sich auf die Mikroebene (Grundstück, Lage), die Mesoebene (Stadtteil) oder die Makroebene (Stadt, Metropolraum) beziehen.

Büroturm: Ein umgangssprachliche Bezeichnung für ein schlankes, außerordentlich hohes Bürohaus. Der gängige Begriff ist sinnwidrig. Vergleiche hierzu → Turm.

Büroviertel: Ein von Bürogebäuden bzw. Büronutzungen dominiertes Stadtviertel.

Bürozelle: Ein kleiner, abgeschlossener Büroraum, der Teil einer übergeordneten Büroeinheit ist und regelhaft über einen Flur erschlossen wird. Bürozellen können für eine Einzel- oder Mehrpersonennutzung konzipiert sein.

Busbahnsystem: Ein Teilsystem des → ÖPNV, das auf spurgeführten Bussen bzw. Oberleitungsbussen beruht. Die mechanische Fahrzeugführung erfolgt über gewöhnliche Gleise, entlang einer Mittelschiene oder mittels Seitenführungen.

Buschenschank: Eine in den österreichischen Bundesländern Burgenland, Niederösterreich, Steiermark und Wien verbreitete Wirtschaft, in der Landwirte bzw. Obst- und Weinbauern als Eigentümer oder Pächter selbst produzierte Getränke (Weine, Sturm, Schnäpse, Liköre, Obstsäfte) sowie hausgemachte Mehlspeisen und eine gesetzlich festgelegte Auswahl an kalten Gerichten anbieten. Der Betrieb ist nicht gewerbepflichtig, doch kann ein freies Gewerbe angemeldet werden, das dazu berechtigt, eine Palette zugekaufter Produkte anzubieten.

Buschenschänke: Siehe → Buschenschank.

Busdepot: Eine zumeist von einer Halle oder mehreren Hallen geprägte Parkeinrichtung für Busse. Vielfach verfügen Busdepots über Einrichtungen, die es gestatten, kleinere Reparaturen vorzunehmen.

Business Center (Hotellerie): Hotelsprachliche Bezeichnung für einen voll ausgestatteten Bürobereich, der übernachtenden Geschäftsreisenden Kommunikations-, Medien- und Büroeinrichtungen bietet.

Business-Club (Bürosektor): Ein hinsichtlich Aufbau und Gestaltung von Flughafenlounges und traditionellen britischen Clubs inspiriertes Bürokonzept, das sich vom Gedanken an persönliche Arbeitsplätze, ja vom »klassischen« Bild des Arbeitsplatzes an sich verabschiedet. Es setzt auf eine Verquickung von Wohlfühlambiente und zweckoptimierten, bedarfsabhängig genutzten Arbeitsinseln. Die tragende Philosophie erweist sich als revolutionär, insofern das Büro als produktivitätssteigernde Anlaufstelle für Mitarbeiter verstanden wird, deren vorrangiges Anliegen darin liegt, persönlich erfolgreich zu sein. Im Kern wirft das Konzept das längst als illusionär enttarnte Credo über Bord, dass sich teamorientierte Unternehmensphilosophien in produktive Vorsprünge übersetzen. Der Business Club versinnbildlicht ein radikales, bei hoher Selbstmotivation der Angestellten jedoch praktikables Konzept, das die Möglichkeiten moderner Telekommunikation mit ortsgebundenen und unternehmensbindenden Momenten verbindet. Es bietet einen Rahmen für soziale Prozesse, ohne diese vorauszusetzen. Der Business Club repräsentiert ein elitäres, auf ein entsprechendes Bewusstsein jeweiliger Mitarbeiter abhebendes Konzept.

Business Hotel: Namensgerecht verschreibt sich das »Geschäfts-« bzw. »Geschäftskundenhotel« vorrangig der Bedienung von Geschäftsreisenden; es richtet seine Marketingaktivitäten entsprechend aus. Die Raumkonzepte tragen (angestrebten) Tagungsgeschäften Rechnung, indem Besprechungsräume und Veranstaltungssäle eingebunden werden. Selbstredend nehmen derartige Hotels auch »gewöhnliche« Reisende auf.

Busparkplatz: Eine zum vorübergehenden Abstellen mehrerer Busse vorgesehene Fläche, also ein Areal, auf dem sich mehrere → Stellplätze befinden.

Busstellplatz: Eine an die Maße eines Busses angepasste Fläche, die für das zeitweilige Abstellen eines einzelnen Busses vorgesehen ist. Umfasst ein Areal eine mehrere Stellplätze, wird es als → Parkplatz bezeichnet.

Busung: Eine sphärische Wölbung bzw. Bauchung der Kappen eines → Kreuzgewölbes.

Butike: Inhaltsgleich mit »Boutique«. Ein kleinflächiges Einzelhandelsgeschäft, das trendige oder gehobene moderne Mode, Accessoires oder Schmuck vertreibt. Boutiquen zählen zu den Fachgeschäften; eindeutig abgrenzbar sind sie nicht.

Butterfassturm (Burgen- / Festungsbau): Ein starker, in der Vertikalen zweigliedriger Turm mit gewöhnlich rundem Grundriss. Kennzeichnend ist ein höherer unterer Abschnitt, aus dem ein zweiter Teil mit geringerem Durchmesser aufragt. Durch diese Bauform entsteht ein Rücksprung, der als hoher, den Turm umlaufender Wehrgang genutzt wurde. Der Butterfassturm war zumeist zugleich der → Bergfried einer Burg.

Büttnerei (Werkstätte): Die fränkische Bezeichnung für einen Raum oder ein Gebäude, in dem hölzerne Gefäße bzw. Fässer aus Dauben hergestellt werden.

Büttnerwerkstatt: Siehe → Büttnerei.

Butze: Ein → Alkoven in bäuerlichen Anwesen.

Butzenscheibe: Es handelt sich um eine Glasscheibe, die regelhaft 6 - 15 cm durchmisst, bedingt durch die Herstellungsweise im Zentrum beidseitig kleine Erhöhungen aufweist und leicht verdickte Ränder besitzt. Ab dem 15. Jahrhundert wurden einzelne Scheiben mittels Bleifassung zu Fenstern verbunden. Die Butzenscheibe wird auch als »Batzen-« und »Nabelscheibe« bezeichnet.

Buy and Hold: Siehe → Buy-and-Hold-Strategie (immobilienbezogen).

Buy-and-Hold-Ansatz: Siehe → Buy-and-Hold-Strategie (immobilienbezogen).

Buy-and-Hold-Strategie (immobilienbezogen): Ein Marktbearbeitungsansatz, den viele Privatinvestoren, Immobilienfonds, Stiftungen, Versicherungsgesellschaften usw. verfolgen. Er beruht auf einem Verständnis, das Immobilien als »echtes« Investitionsmedium begreift. Einmal erworbene Objekte werden – die Bezeichnung drückt es aus – langfristig gehalten, ihre Ertragskraft durch fortwährende Instandhaltung, bedarfsgerechte Modernisierungen, imagewirksame Werbung, teils sogar durch eine Synergien begründende Entwicklung des unmittelbaren Umfeldes erhalten bzw. gesteigert. Ziel ist es, dauerhaft Erträge zu erwirtschaften.

Buy and Sell: Siehe → Buy-and-Sell-Strategie (immobilienbezogen).

Buy-and-Sell-Ansatz: Siehe → Buy-and-Sell-Strategie (immobilienbezogen).

Buy-and-Sell-Strategie (immobilienbezogen): Das Gegenstück zur → Buy-and-Hold-Strategie. Es handelt sich um einen umschlagorientierten Marktbearbeitungsansatz. Dieser hebt darauf ab, möglichst hohe Gewinne aus einem baldigen Abverkauf erworbener Immobilien zu ziehen. Die Bezeichnung ist ein Oberbegriff für unterschiedliche praktische Ansätze. Zu unterscheiden sind vor allem drei: 1. Maßgeblich von spekulativen Erwartungen getragene Ansätze, die sich weitgehend im blanken »Durchhandeln« einer während der Haltedauer unveränderten Immobilie erschöpfen (Motto: der Markt wird sich aufwärts entwickeln, erzielbare Preise werden steigen). 2. Antizyklisch orientierte Ansätze, die in Bezug auf den Kaufzeitpunkt Nr. 1 entsprechen, jedoch beschränkte Aufwertungsmaßnahmen durchführen. 3. Auf eine rasche, doch langfristig wirksame Aufwertung bzw. Verkehrswertsteigerung abzielende Ansätze. Diese Strategie verfolgen auf eigene Rechnung aktive bzw. als Käufer auftretende → Value-Add-Developer.

BVI (Immobilien, Verbandswesen): Das Kürzel des »BVI Bundesverband für Investment und Asset Management e.V.« mit Sitz in Frankfurt am Main.

BVFS (Verbandswesen, Deutschland): »Bundesverband Freier Sachverständiger e.V.»

BWZ (Landwirtschaft, Steuerwesen): Das Kürzel für → »Bodenwertzahl«.

Bypass (Wasserbau): Eine wasserbauliche Anlage in fließenden Gewässern, die es Fischen ermöglicht, künstliche Hindernisse wie Staustufen bzw. Wehre stromabwärts zu überwinden.