Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Bre – Bunt

Breitanger: Ein → Anger mit auffallend breiter Schmalseite. Die Abgrenzung gegenüber dem Schmalanger ist fließend; die Schwelle kann im Bereich von 40 m Breite angesiedelt werden.

Breitangerdorf: Ein planmäßig entwickeltes Dorf, dessen Gehöfte eine (früher) im Gemeindebesitz befindliche, gemessen an ihrer Länge auffallend breite Grünfläche – den Breitanger – umschließen.

Breiteisen (Steinbearbeitung): Ein regionalsprachlicher Ausdruck für ein Scharniereisen. Es handelt sich um einen zur abschließenden Oberflächenbearbeitung weicher Gesteine (Kalk-, Sandstein usw.) eingesetzten Flachmeißel.

Breitscharrierung: Eine aus einer Abfolge paralleler, vergleichsweise breiter Hohlkehlen bestehende Struktur, die mittels → Scharriereisen auf einer Steinoberfläche geschaffen wird bzw. wurde.

Brennerziegel: Eine Sammelbezeichnung für Ziegel, die vom österreichischen Architekten Anton Brenner (Junior) Anfang der 1980er Jahre entwickelt wurden. Kennzeichnend ist ein komplexes Lochbild, das den Wärmefluss innerhalb der Ziegel minimieren soll. Beispiele bieten → Thermowabenziegel, → Vogelflugziegel und der m. W. nie zur Marktreife gelangte → Spinnennetzziegel.

Brenn- und Baustoffhandel (Betrieb): Eine ältere Bezeichnung für eine → Baustoffhandlung.

Brenn- und Baustoffhandlung: Eine ältere Bezeichnung für eine → Baustoffhandlung.

Bresche: Eine von angreifenden Truppen in eine Verteidigungsmauer geschlagene oder gesprengte Öffnung.

Breschzeug (historisch): Eine Sammelbezeichnung für Geräte, die Belagerer und stürmende Truppen einsetzten, um Teile einer Verteidigungsmauer zu zerstören, also eine Bresche zu schlagen. Ein Beispiel bietet der → Widder.

Breschwerkzeug: Siehe → Breschzeug (historisch).

Bretesche (die): Ein unten offener Erker an Burgmauern und Wehrgängen, der zum Bewurf und Beschuss von Feinden diente, die in den Bereich des Mauerfußes vorgedrungen waren.

Brettschichtholz (Bauholz): Ein industriell hergestelltes, ausnehmend formbeständiges Nadelholzprodukt, das insbesondere bei der Konstruktion tragender Strukturen eingesetzt wird. Es setzt sich aus mehreren faserparallel miteinander verklebten Brettern zusammen.

Brettsperrholz: Eine Massivholztafel, die aus mehreren, über Kreuz verleimten Bretterlagen hergestellt wird. Der Werkstoff eignet sich u. a. aufgezeichnet zur Umsetzung von Wärme- und Schallschutzmaßnahmen. Brettsperrholz ist auch als »Dickholz« und »Kreuzlagenholz« bekannt.

BRG (Hotellerie): Das Kürzel für → »Best Rate Guarantee«. Deutsch: »Bestpreis-« bzw. »Bestratengarantie«. Eine bindende, häufig mit Schadenersatzzusagen verbundene Zusicherung eines Hotelbetreibers, dass ein Gast in den Genuss der zum Buchungszeitpunkt günstigsten (internen oder ortsbezogenen) Zimmerrate kommt.

BRH (Bauwesen, Absturzsicherung): Das Kürzel für → »Brüstungshöhe«.

Broch: Vermutlich ein Wohn- und Wehrturm, der ausschließlich in Schottland (vor allem im Norden und Westen), auf den Hebriden, Orkneys und Shetlands zu finden ist und seine größte Verbreitung zwischen dem zweiten Jahrhundert vor und dem zweiten Jahrhundert n. u. Z. besaß. Der Durchmesser belief sich überwiegend auf 10 – 15 m, konnte im Einzelfall jedoch auch 20 – 30 m betragen. Die Höhe wird auf 10 – 15 m geschätzt. Typisch sind doppelwandige Trockenmauern, zwischen denen eine spiralig gewundene Treppe aufwärts geführt war. Grundsätzlich bestand nur ein Zugang, der teils seitliche Zellen aufwies. Vergleichbare, vielfach T-förmig ausgebildete Zellen finden sich zumeist auch an anderen Stellen der Zugangsebene. Kragsteine lassen auf einen zumindest zweigeschossigen, aus Holz hergestellten Innenausbau schließen. Belastbare Hinweise auf die Art der Dachkonstruktion bestehen nicht. Viele Brochs verfügten über einen bauwerksinternen Brunnen.

Broderieparterre (Gartenbaukunst): Ein prägendes Gestaltungselement im französischen Stil angelegter Barockgärten. Kennzeichnend sind geometrische bzw. symmetrische Grundmuster, die von farblich aufeinander abgestimmten Blumenbeeten, niedrigen Buchsbaumeinfassungen und zumeist kegelförmig zugeschnittenen immergrünen Bäumen beherrscht werden. Gewöhnlich durchsetzen das Broderieparterre Zierbrunnen, Wasserspiele, Figurengruppen und Statuen. Parterre bilden repräsentativ Gartenbereiche im unmittelbaren Vorfeld von Gebäudekörpern.

Bruch (Bergbau): Ein planmäßig herbeigeführtes oder unglückhaftes Einbrechen von Gestein oder Abbaustoffen, das zur teilweisen oder gänzlichen Verschüttung von Grubenbauen führt.

Brücke: Ein technisch vergleichsweise aufwendig herzustellendes Bauwerk, das natürliche (Täler, Flüsse, Meerengen) oder künstliche Hindernisse (Verkehrswege usw.) überspannt. Die Abgrenzung gegenüber einem demselben Zweck dienenden Steg ist fließend.

Brücke, bewegliche: Eine → Brücke mit einem vollständig oder in Teilen beweglichen Tragwerk. Zu diesem Kreis zählen u. a. → Falt-, → Hub-, → Zug-, → Senk- und → Schwingbrücken. Bewegliche Brücken werden vorwiegend zur Überspannung von Wasserwegen herangezogen.

Brückenabschnitt (Freskomalerei): Die deutsche Entsprechung von → »Pontata«.

Brückenbau (prozessual): Die Errichtung, die Konstruktion einer → Brücke.

Brückenbauwerk: Siehe → Brücke.

Brückenfeld (Bergbau): Auch »Abzweig« und »Streckenweiche« genannt. Ein räumlicher Bereich, an dem eine → Strecke von einer anderen abgeht bzw. zwei Strecken auseinanderlaufen.

Brückengebäude: Ein auf oder unmittelbar an einer Brücke errichtetes → Gebäude. Brücken selbst zählen zu den → Bauwerken. Brückengebäude im engeren Sinn waren vor allem im Mittelalter verbreitet; so waren manche größeren Brücken mit teils mehrstöckigen Häusern besetzt.

Brückengeld: Eine ältere Bezeichnung für → Brückenmaut; es bezeichnet einen Betrag, der bei Überquerung einer Brücke zu zahlen war bzw. ist.

Brückenkopf (Festungsbau): Ein seit der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert zumeist bastionär ausgelegtes Vorwerk an der Feindseite einer zur Festung führenden Brücke.

Brückenlager: Die Berührungspunkte bzw. Kontaktflächen von → Brückenoberbau und → Brückenunterbau.

Brückenmaut: Ein Geldbetrag, der von Nutzern einer → Brücke zu entrichten ist. Die Höhe der Zahlung richtet sich zumeist an der Fahrzeugart (Bus, Lkw, Pkw usw.) aus.

Brückenmeisterei: Eine wenig verbreitete Spielart der → Straßenmeisterei, die für einen ordnungsgemäßen Zustand und die sachgerechte betriebliche Unterhaltung von → Brücken zuständig ist.

Brückenmodell (gegenständlich): Eine realistische Wiedergabe einer → Brücke in verkleinerter bzw. miniaturisierter Form. Modelle können Nachbildungen bestehender oder geplanter Brückenbauwerke, aber auch auf Fantasieentwürfen beruhende Arbeiten darstellen.

Brückenoberbau: Der Verbund von Hauptträgern, Querträgern und Fahrbahnplatte einer → Brücke. Diese Bauteile leiten auftretende Lasten einschließlich ihrer Eigenlast in den → Brückenunterbau ab.

Brückenrampe: Eine zur Mitte hin ansteigende Auffahrt oder ein entsprechender Fußgängerzuweg einer Brücke.

Brückenruine: Die baulichen Überreste einer Brücke bzw. eine bis zur Funktionsuntüchtigkeit verfallene → Brücke.

Brückenschanze: Siehe → Brückenkopf (Festungsbau).

Brückentorturm (historisch): Ein zwecks Brückensicherung unmittelbar an einem Brückenzugang oder auf einer Brücke errichteter, mit einem Tor versehener → Turm.

Brückenturm (historisch): Ein zur Verteidigung, oft auch der Kontrolle von Personen und Warenströmen dienender Turm, der an oder unmittelbar neben der Auffahrt einer Brücke oder auch auf der Brücke selbst errichtet sein konnte.

Brückenunterbau: Die zwischen → Brückenoberbau und Baugrund vermittelnden Pfeiler und Widerlager. Der Unterbau leitet die Lasten des Oberbaus bzw. auf diesen einwirkende Lasten in die Gründung ab.

Brückenwiderlager: Ein Endpunkt einer Brückenkonstruktion bzw. jener Bauteil, der den Übergang zwischen einem Brückenbauwerk und den an beiden Enden befindlichen Erddämmen bildet.

Brunnen (Nutzbrunnen): Eine zwecks Grundwassererschließung (oder der Anzapfung sonstiger Wasserquellen) gebohrte oder gegrabene bzw. ausgeschachtete Anlage, deren Schacht bzw. Röhre zumeist durch Ausmauerung, Auskleidung oder Verrohrung einsturzgesichert und durch Überhöhung der Schachtmauern und / oder Abdeckung vor Verunreinigungen geschützt ist.

Brunnen (Zierbrunnen, großformatig): Im Gegensatz zum → Nutzbrunnen eine regelhaft künstlich gespeiste bauliche Anlage, die Wasser vorrangig Stadtparkbrunnen in der steierischen Landeshauptstadt Graz (Österreich)zur Erzielung ästhetischer und / oder raumklimatischer Effekte einsetzt. Zu den Zierbrunnen zählen u. a. künstlerisch gestaltete Spei- und Springbrunnen.

Brunnen, artesischer: Ein zur Wassergewinnung errichtetes Bauwerk bzw. eine entsprechende Anlage, das bzw. die in einen gespannten Grundwasserleiter abgeteuft ist. Dessen Druck befördert das Wasser aufwärts, so dass keine Fördereinrichtung notwendig ist.

Brunnengalerie: Eine von mehreren Vertikalbrunnen gebildete Reihe.

Brunnengeld (historisch): Eine in Form einer Umlage erhobene Gebühr, die für den Unterhalt eines öffentlichen Trinkwasserbrunnens zu entrichten war.

Brunnenhaus: Eine dauerhafte, aus Boden, → Dach und Wänden bestehende bauliche Einfassung eines → Nutzbrunnens.

Brunnenheilige / Brunnenheiliger: Eine meist krönende Brunnenfigur bzw. -statue, die eine oder einen der zahllosen christlichen Heiligen darstellt.

Brunnenmauer: 1. Ein aus Bruch-, Werk- oder Formsteinen gefügter, einen Brunnenschacht sichernder Verband, der sich gewöhnlich oberirdisch überhöht fortsetzt. 2. Eine gemauerte oberirdische Verlängerung eines verkleideten, verrohrten oder (seltener) ungesicherten Brunnenschachts.

Brunnenreihe: Eine umgangssprachliche Bezeichnung der → Brunnengalerie.

Brunnensohle: Der Boden eines Nutzbrunnens. Vertiefend siehe → Brunnen (Nutzbrunnen).

Brunnenstube: Ein Raum oder Schacht, in dem erschlossenes, zur späteren Verteilung bestimmtes Quellwasser gesammelt wird.

Brust (Tunnelbau): Die Vortriebsseite bzw. Vortriebsfläche eines → Tunnels.

Brustriegel (Fachwerkbau): Ein unterhalb einer Festeröffnung verlaufender Balken.

Brüstung (allgemein): Ein als Absturzsicherung dienendes bauliches Element, das Balkone / Terrassen, Brückenwege, Emporen etc. einfasst bzw. begrenzt. Von Balustraden und Geländern unterscheidet es sich durch seine massive, nicht bzw. allenfalls andeutungsweise durchbrochene Bauweise.

Brüstung (Fenster): Der Wandteil zwischen Fußboden und Fensterunterkante. Inhaltsgleich, jedoch selten gebraucht ist die Bezeichnung »Parapet«.

Brüstung (Wehrbau): Im Burgen- und Festungsbau eine vor feindlichem Beschuss schützende bzw. ein feindliches Eindringen erschwerende Brustwehr.

Brüstungshöhe: Die Höhe einer → Brüstung über einer Verkehrsfläche bzw. einer Fußbodenoberkante. Eine als angemessen erachtete Brüstungshöhe ist (nicht nur in Deutschland) vorgeschrieben. Je nach Land und potentieller Absturzhöhe bewegt sich die vorgeschriebene Höhe zumeist zwischen 0,8 m und 1,1 m.

Brüstungslambris: Ein halbhohes, oft in Form einer Täfelung ausgeführtes → Lambris.

Brustwehr: Eine burgen- und festungsbauliche Bezeichnung für eine → Brüstung, die gegen feindlichen Beschuss deckt und ein gegnerisches Eindringen über Mauern und Wälle erschwert.

Brutalistische Architektur: Siehe → Brutalismus.

Brutalismus (Architektur): Ein Begriff, der sich von »béton brut« (Sichtbeton) ableitet. Es handelt sich um einen reduktionistischen Bau- bzw. Architekturstil, der zwischen den frühen 1950er und den ausgehenden 1960er Jahren Triumphe feierte. Kennzeichnend sind rein auf geometrische Körper setzende Gestaltungsansätze sowie - namensgebend - die Sichtbarkeit des als Baumaterial genutzten Betons (und anderer Baustoffe). Die Oberflächen wurden gewöhnlich keiner Überarbeitung unterzogen. Die Frühphase dieses Stils kennzeichnete die Materialbetonung, die folgende Phase regierte die Offenlegung der Gebäudetechnik als bestimmendes Moment.

Bruttobetriebsergebnis (Hotellerie): Siehe → Brutto-Betriebsergebnis (Hotellerie).

Brutto-Betriebsergebnis (Hotellerie): Hotelsprachlich wird das Bruttobetriebsergebnis als »Gross Operating Profit« bezeichnet und als GOP abgekürzt. Vereinfacht gesagt bildet es die Differenz aus Erträgen und Aufwand (Personalkosten, Wareneinsatz usw.) ab; Zinsen, Abschreibungen, Einkommens- und Ertragssteuern usw. bleiben unberücksichtigt. Der GOP schwankt abhängig von Standort- und Objektgüte, Betriebskonzept, Hotelkategorie, Betreiberqualität usw. Für Häuser mit Restauration beginnen »gesunde« Werte bei rund 40 %, gut gelegene und betriebene, rein logisorientierte Betriebe erzielen durchaus Werte jenseits von 55 %.

Bruttobettenauslastung (Beherbergungsgewerbe, Statistik, Schweiz): Die Anzahl registrierter Übernachtungen (in einem Betrieb oder einer größeren Grundgesamtheit) geteilt durch die → während des Erfassungszeitraumes vorhandene → Bruttobettenkapazität (ausgedrückt in Prozent).

Bruttobettenkapazität (Beherbergungsgewerbe, Statistik, Schweiz): Die Anzahl in einem Betrieb (oder einer größeren Grundgesamtheit) vorhandener Betten im Erhebungsmonat multipliziert mit der Anzahl der Monatstage.

Bruttogrundfläche: Siehe → Brutto-Grundfläche.

Brutto-Grundfläche (BGF): Die gesamte, über sämtliche Stockwerke bzw. Grundrissebenen eines Gebäudes hinweg summierte Grundfläche. Die Brutto-Grundfläche beinhaltet in voller Höhe umschlossene Flächen, überdeckte, jedoch nicht allseitig in voller Höhe umschlossene Flächen sowie nicht überdeckte Gebäudeflächen. Unberücksichtigt bleiben Außentreppen, Vor- und Rücksprünge der Außenwände, konstruktive Hohlräume, Kellerschächte, Kriechkeller und nicht nutzbare Dachflächen.

Bruttozimmerauslastung (Beherbergungsgewerbe, Statistik, Schweiz): Das Verhältnis registrierter Übernachtungen zur → Bruttozimmerkapazität während des Erhebungszeitraumes (ausgedrückt in Prozent).

BSH (Holzbau): Der gängige Kürzel für → »Brettschichtholz«.

BSH-Binder (Holzbau): Steht für »Brettschichtholzbinder«.

BS-Holz: Steht für → »Brettschichtholz«.

Buchfachgeschäft: Ein auf den Vertrieb von Büchern und ergänzenden Sortimenten aus dem Medienbereich spezialisierter Einzelhandelsbetrieb mit tiefem und / oder breitem Sortiment sowie ausgeprägtem Beratungs- und Serviceverständnis.

Buchgeschäft: Siehe → Buchfachgeschäft.

Buchhandlung: Siehe → Buchfachgeschäft.

Buchkaufhaus: Ein auf den Vertrieb von Büchern und anderen Druckerzeugnissen (Landkarten, Zeitschriften, Magazine) spezialisierter stationärer Einzelhandelsbetrieb. Ergänzend werden zunehmend Artikel aus dem Softwarebereich (elektronische Wörterbücher, Lesegeräte usw.) geführt. Die marktgängige Mindestbetriebsgröße liegt in Deutschland bei ca. 600 qm. Größen- und sortimentsbedingt kann ein Buchkaufhaus vergleichsweise gut mehr als eine Etage erschließen. Angesichts gewöhnlich zentraler Lage sind mehrgeschossige Flächen die Regel.

Buchwert (immobilienbezogen): Der in Geldeinheiten ausgedrückte Wert einer Immobilie, der sich unter Ansatz jährlicher Abschreibungssätze zu einem Stichtag ergibt. Buchwerte stellen im Grunde fiktive Werte dar; sie unterscheiden sich in aller Regel mehr oder minder deutlich vom → Verkehrswert.

Buckelquader: Mit einem Randschlag bzw. einer umlaufenden Randkante versehene → Bossen. Buckelquader waren vor allem während des Hochmittelalters im Burgenbau in Mode.

Buckelstein: Siehe → Buckelquader.

Buffet d'eau: Eine auch in der deutschen Fachsprache verwendete französische Bezeichnung für eine treppenartige bzw. aus übereinander gestaffelten Schalen gebildete, zuvorderst Zierzwecken dienende wasserbauliche Anlage. Gewöhnlich fließt das Wasser in ein zu Füßen der Anlage befindliches Becken.

Bug (Zimmermannswesen): Eine andere Bezeichnung für ein Kopfband. Angesprochen ist ein Holz, das ein waagerechtes (Balken usw.) und ein lotrechtes Holz (Stütze usw.) miteinander verbindet. Im Ergebnis entsteht eine dreieckige Form, die stark versteifend wirkt.

Bügeleisengebäude: Eine selten verwendete umgangssprachliche Bezeichnung für zumeist gewerblich genutzte Gebäude mit trapezförmigem Grundriss. Derartige Gebäude werden häufig im Zwickelbereich spitzwinklig aufeinander zulaufender Straßen errichtet.

Bügeleisenhaus: Siehe → Bügeleisengebäude.

Bügeln (Mörtelverarbeitung): Das Glätten von Mörtel in einer Mauerfuge durch Bewegungen eines → Fugeisens.

Bühne (Dach): Eie vor allem im schwäbischen Sprachraum (noch) geläufige Bezeichnung für → »Dachboden«.

Bukranion: In der Architektur ein Schmuckmotiv, das einen Rinderschädel nachbildet.

Bukranionsfries: Siehe → Bukranion.

Bulgenkunst (historisch, Bergbau): Eine bereits in der Antike verwendete Konstruktion zur Grubenentwässerung. Diese bestand aus einer senkrecht aufgestellten Scheibe (die über eine Welle mit einem Laufrad verbunden war), einer Endloskette, an der lederne Gefäße angebracht waren, und einer zweiten, im Bereich des → Schachtsumpfes platzierten Steuerscheibe. Das Laufrad wurde anfangs von Menschen, später von Pferden (mittels Göpel) angetrieben.

Bulldozer: Eine Baumaschine, die zum Abtragen, Einebnen, Glätten und Verdichten von Erdreich eingesetzt wird. Kennzeichnend ist ein an vorne angebrachter stählerner Schild, mit dem sich der Oberboden bzw. Substrate abschieben lassen. Je nach Einsatzzweck werden Bulldozer mit geraden, gebogenen, S-förmig gewellten und V-förmigen Schilden oder Zusatzgeräten (Aufreißern, Pflügen, Winden usw.) bestückt. Bulldozer kommen in ketten- und radbesetzten Varianten vor.

Bullenkloster (historisch): Bergmannssprachliche Bezeichnung für ein der übergangsweisen Unterbringung unverheirateter Zechenarbeiter dienendes Wohnheim. Diese Ledigenheime dienten als Unterkunft, wenn keine betriebseigenen Wohnungen verfügbar waren oder sich jeweilige Arbeiter keine eigene Wohnung leisten konnten.

Bund (Dachdeckung): Eine Menge Schild- oder Strohhalme, die zu einem Bündel zusammengefasst sind. Bunde werden u. a. bei der → Schaubendeckung eingesetzt.

Bundbalken (Fachwerkbau): Ein zwei Außenwände verbindender → Balken.

Bündelpfeiler: Eine → Stütze, deren Kernpfeiler von »Dienste« genannten Halbrund- oder Dreiviertelsäulen umringt ist, die mit dem Kernpfeiler verschmolzen sind. Optisch wirkt es, als wäre die Stütze aus zahlreichen Rundstäben zusammengesetzt. Dienste dienen dazu, die Last von Deckengewölben abzuleiten. Der Bündelpfeiler kam während der späten Romanik auf. Während der hochgotischen Periode wurden die umgebenden Säulen bzw. Dienste dermaßen dicht gesetzt, dass sie den Kernpfeiler vollständig verdecken.

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung: Eine zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zählende Bundesoberbehörde. Kurzzeichen: BBR. Die Behörde umfasst einen Baubereich sowie das → Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Zweck des Bauressorts ist es, bauliche Aufgaben des Bundes zu betreuen. Das Bundesinstitut hingegen berät die Regierung in Fragen der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Deutschland): Eine bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts; sie zählt zum Bereich des Bundesministeriums für Finanzen; ihrer Aufsicht unterliegen u. a. → Immobilienfonds. Kurzbezeichnung: BaFin.

Bundesautobahn (Deutschland): Laut Bundesfernstraßengesetz eine für den motorisierten Schnellverkehr bestimmte und entsprechend ausgelegte Straßenform. Ein Muss sind planfreie Kreuzungen sowie mit entsprechenden Zu- und Abfahrten versehene Anschlussstellen. Jeweilige Richtungsfahrbahnen sind regelhaft voneinander durch gesicherte Mittelstreifen oder Barrieren abgesetzt.

Bundesfernstraße (Deutschland): Im Sinne des Bundesfernstraßengesetzes eine öffentliche, dem großräumigen Verkehr dienende bzw. zur Aufnahme des weiträumigen Verkehrs notwendige Straße, die Teil eines vernetzten Straßensystems ist. Zu den Fernstraßen zählen → Autobahnen und Bundesstraßen mit Ortsdurchfahrt.

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (Deutschland): Kurzzeichen: BBSR. Es handelt sich um eine zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zählende Ressortforschungseinrichtung; sie ist eine der Säulen des → Bundesamtes für Stadtentwicklung und Raumordnung. Eine Kernaufgabe liegt darin, die Bundesregierung in Fragen der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens zu beraten.

Bundesstiftung Baukultur (Deutschland): Eine zum Jahreswechsel 2006 / 2007 auf gesetzlicher Grundlage ins Leben gerufene Stiftung. Ihr Zweck wird im entsprechenden Gesetz vom 17.12.2006 in § 2 wie folgt beschrieben: Zweck der Stiftung ist es, die Qualität, Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit des Planungs- und Bauwesens in Deutschland national wie international herauszustellen und das Bewusstsein für gutes Planen, Bauen und Baukultur sowie den Wert der gebauten Umwelt bei Bauschaffenden und bei der Bevölkerung zu stärken. Dazu soll die Stiftung insbesondere als Kommunikationsplattform für die bundesweite Diskussion städtebaulicher, planerischer, bau- und wohnungswirtschaftlicher Qualitätsmaßstäbe dienen. Die Stiftung wird sich dabei auf Instrumente mit bundesweiter und internationaler Ausstrahlung konzentrieren. Maßnahmen der Länder und Gemeinden bleiben hiervon unberührt.

Bundesstraße des Fernverkehrs (Deutschland): Siehe → Bundesfernstraße (Deutschland).

Bundseite (Fachwerkbau): Jene Wandseite, auf der unterschiedlich starke Hölzer einer Konstruktionsebene eine einheitliche Flucht ausbilden. Bei Außenmauern von Fachwerkhäusern weist die Bundseite regelhaft nach außen, bei Innenwänden ist sie zumeist einem Verbindungsraum (Diele usw.) zugekehrt.

Bundwand: Eine zur Raumteilung eingesetzte, tragend oder nicht tragend ausgeführte → Wand. Der in der Gründerzeit (um 1870) aufgekommene Wandtyp findet sich insbesondere in Wohnbauten des mitteldeutschen Raumes. Konstruktiv kennzeichnend ist ein von Stielen und Rähm gebildetes Holzständerwerk, das mit Backsteinmauerwerk ausgefacht wurde.

Bundweite (Dachkonstruktion): Der Binderabstand.

Bundzapfen (Zimmermanns- / Tischlerwesen): Ein → Zapfen, der das zu verbindende Holzteil vollständig durchstößt; der Zapfenkopf schließt bündig mit der Rückseite dieses Holzes ab, ist also sichtbar.

Bung (Wohnsektor): Ein in Vermietungs- und Verkaufsanzeigen auftauchendes Kürzel für »Bungalow«.

Bunker (Bergbau): In Gruben oder auf einem Bergwerksgelände eingerichtete Räume, die zur Zwischenlagerung von Schüttgütern (Erz, Kohle usw.) genutzt werden.

Bunker (Golf): Sandgefüllte Senken, die ein Element der → Golfplatzarchitektur darstellen.

Bunker (militärisch): Ein massives Bauwerk, das gegen Explosionseinwirkungen, Artillerie- und Lenkwaffenbeschuss sowie Bombardierungen gefeit ist bzw. vor der Wirkung von Zerstörungswaffen schützen soll. Siehe → Hochbunker und → Tiefbunker.

Bunker (soldatensprachlich): Die Bezeichnung für ein Militärgefängnis.

Bunkeranlage (militärisch): Ein massiv errichtetes, auf einen längeren Aufenthalt ausgelegtes Großbauwerk oder ein System miteinander verbundener Bauwerke, das gegen Explosionseinwirkungen, Artillerie- und Lenkwaffenbeschuss sowie Bombardierungen gefeit ist bzw. vor der Wirkung von Zerstörungswaffen schützen soll. Siehe → Hochbunker und → Tiefbunker.

Bunkerhotel: In ehemaligen Luftschutz- / Atombunkern eingerichtete Hotels.

Bünt: Eine vor allem in der deutschsprachigen Schweiz und einigen süddeutschen Gebieten geläufige Bezeichnung des → Schrebergartens.

Buntsandstein: Eine teils mehrere Hundert Meter mächtige Gesteinseinheit aus der frühesten Periode des Trias. U. a. aufgrund seiner leichten Bearbeitbarkeit eignet sich Buntsandstein gut als Baustoff. Ablesbar ist das an historischen Burgen, Bürgerhäusern, Kirchen, Palais und Brücken, die mittels Verwendung von Buntsandstein errichtet wurden.