Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Boh – Brau

Bohle: Ein breites, starkes bzw. dickes Brett bzw. ein entsprechendes Schnittholz.

Bohlenständerbau (Bauweise): Ein mittelalterliches, vorwiegend in süddeutschen und schweizerischen Gegenden bis Ende des 14. Jahrhunderts gängiges Holzbauverfahren. Kennzeichnend ist eine Kombination von aufrechten → Ständern und Wänden, die aus aufeinandergelagerten, miteinander verbundenen → Bohlen bestehen. Den oberen Abschluss bildet ein → Rähm. Die Konstruktionsweise gestattet es, mehrgeschossige Gebäude zu errichten.

Bohlenständerbau (gegenständlich): Ein Gebäude, das unter Rückgriff auf die Bohlenständerbauweise errichtet wurde.

Bohlenständerbauweise: Siehe → Bohlenständerbau (Bauweise).

Bohlenstube: Ein gewöhnlich beheizbarer Wohnraum in massiver Ständerbohlenbauweise.

Böhmische Kappe: Eine zur Überdeckung quadratischer bzw. rechteckiger Räume dienende Gewölbeform, die als Ausschnitt eines Halbkugelgewölbes bzw. als abgeflachter Ausschnitt der Schale einer Hängekuppel aufgefasst werden kann. Gemessen an der Hängekuppel weist die Böhmische Kappe eine geringere Höhe auf, wodurch die Stirnbögen nicht halbkreisförmig ausgeprägt sind, sondern Bogensegmente darstellen. Infolge der flachen Wölbung erzeugt die Böhmische Kappe Druck auf ihre begrenzenden Ränder, wodurch vergleichsweise starke Mauern erforderlich sind. Andere Bezeichnungen sind »Platzl-« bzw. »Platzelgewölbe« und »Stutzkuppel«.

Böhmisches Gewölbe: Eine weitere Bezeichnung der → Böhmischen Kappe.

Böhmisches Kappengewölbe: Siehe → Böhmische Kappe.

Bohrbild (Tunnelbau): Beim → Sprengvortrieb die Anordnung einzelner, die Ladungen aufnehmender Bohrlöcher.

Bohrbrunnen: Ein mittels Flachbohrung hergestellter → Brunnen. Zum Einsatz kommen zwei Verfahren: 1. Verrohrte Bohrungen, bei denen Stahlrohre die Lochwand sichern, 2. Unverrohrte Bohrungen, bei denen eine stützende Flüssigkeit eingesetzt wird.

Bollwerksohr (Festungsbau): Ein Festungswerk, das die Flanken einer → Bastion deckt. Andere fachsprachliche Ausdrücke sind »Bastionsschulter« und »Orillon«.

Bolzentreppe: Eine Verkürzung von »Tragbolzentreppe«. Es handelt sich um eine → Treppe, deren Trittstufen ein- oder beidseitig mittels regelhaft senkrecht stehender stählerner Bolzen montiert sind; die Trittstufen werden also gleichsam aufgeständert. Dieser konstruktive Ansatz ermöglicht es, auf → Setzstufen und → Treppenwangen zu verzichten.

Bonbonpflaster: Eine andere Bezeichnung des Katzenkopfpflasters. Angesprochen ist ein zusammengesetzter Bodenbelag, der aus Steinen gefügt ist, die im Zuge natürlicher Prozesse kantengerundet wurden und größenbezogen zwischen → Kieseln und → Findlingen angesiedelt sind.

Bongossi (Holz): Bekannter als »Azobe«. Es handelt sich um ein sehr schweres, festes, in Westafrika verbreitetes Hartholz aus der Familie der Ochnaceae. Das eine lackartig glatte Oberfläche aufweisende Holz ist ausnehmend widerständig gegen Feuer, Säureeinwirkungen und Holzschädlinge, hierbei auch gegenüber diversen im Salzwasserbereich lebenden Arten. Bongossi wird im Bau- und Ausbaubereich vielfältig eingesetzt.

Bonkole (Holz): Eine Handelsbezeichnung des → Azobe bzw. → Bongossi.

Bonnet (Festungsbau): Ein erhöht angelegter Abschnitt einer Wallkrone bzw. die überhöhte Winkeleinfassung eines → Saillants.

Bonnetbatterie: Eine kasemattierte Geschützstellung im oberen Abschlussbereich eines Walls bzw. einer vorspringenden Bastion.

Bonnetkasematte (Festungsbau): Eine zum Schutz des → Rondengangs an einer Bastionsspitze errichtete → Kasematte.

Bonität: Die Kreditwürdigkeit eines (potentiellen) Schuldners bzw. ein Maß für dessen Kreditwürdigkeit.

Bootshafen: Ein aufgrund natürlicher Umstände und baulicher Maßnahmen geschützter Küsten- bzw. Uferbereich, der in Bezug auf Größe, Tiefgang und die Dimensionierung erbauter Einrichtungen als Anlauf-, Anlege- und Liegestelle für Fischerei-, Transport- oder Freizeitzwecken dienende Boote ausgelegt ist, es jedoch nicht zulässt bzw. nicht dazu vorgesehen ist, als → Hafen für größere Wasserfahrzeuge (Großyachten, Schiffe) genutzt zu werden.

Bootsschleuse: Ein gegenüber der → Schiffsschleuse kleineres Bauwerk, das es Booten bzw. kleinen Wasserfahrzeugen ermöglicht, durch menschliche Eingriffe oder natürliche Hindernisse erzeugte Höhenunterschiede in einem Gewässer oder zwischen zwei Gewässern zu überwinden. Diese Bauwerke besitzen eine → Schleusenkammer sowie → Schleusenhäupter mit eingesetzten Toren. Der Höhenversatz wird ausgeglichen, indem der Wasserstand in der Schleusenkammer durch Zu- bzw. Ablauf reguliert wird.

Bootswerft: Ein Betrieb bzw. eine Anlage, die dem Bau, regelhaft auch der Wartung, Überholung und Reparatur von Booten bzw. kleineren Wasserfahrzeugen dient.

Bordstein: Ein bauliches Element im Straßen- und Wegebau, das dazu dient, verschiedene Bereiche des Straßenraumes voneinander abzusetzen sowie Fahrbahn- und Gehsteigränder zu befestigen. Bordsteine werden regelhaft aus → Beton oder Naturstein – insbesondere widerständigem → Granit – hergestellt.

BORIS (Grundstückswertermittlung, Deutschland): Das Kürzel für »Bodenrichtwertsystem«. Angesprochen ist ein online-Angebot kommunaler → Gutachterausschüsse, das schwerpunktmäßig den Abruf von → Bodenrichtwerten gestattet.

Böschung: Ein natürlich entstandener oder künstlich geschaffener Geländeanschnitt, der zwei unterschiedlich hoch gelegene, eine geringe Neigung aufweisende Flächen miteinander verbindet. Die Böschung hebt sich von der Umgebung durch einen geknickten Fußbereich und eine größere Neigung ab.

Böschungsmauer: Eine Stützfunktionen ausübende → Futtermauer im Bereich einer Böschung.

Bosco (Gartenarchitektur): Ein vor allem während des Barock verbreiteter, als Wald ausgelegter Gartenbereich, der eine Anlage gegen das Umfeld abgrenzte. Die regelhaft durchwegten Waldbereiche wurden vielfach durch Teiche, Brunnen, Skulpturen und Grotten aufgelockert. Vor allem in südlichen Ländern dienten diese Wälder nicht nur als gestalterisches Element, sondern auch der Schaffung eines angenehmen Kleinklimas.

Böses Wetter (Bergbau): Ein untertägiges Luftgemisch mit erhöhter bzw. hoher Konzentration giftiger Gase.

Boskett: Das mehrheitlich an ein → Parterre anschließendes »Lustwäldchen« barocker Gartenanlagen. Kennzeichnend waren von hohen Hecken gesäumte Wege, eingebundene Lauben sowie für Konzertaufführungen oder Schauspiele nutzbare Bereiche.

Bosquet: Die französische, auch in der deutschen Literatur verbreitete Schreibweise von → Boskett.

Bosse: Eine bucklig und ungeglättet belassene oder entsprechend behauene Oberfläche eines Quadersteins bzw. das aus der Mauerfläche überstehende Material eines Natursteins.

Bossenquader: Ein quadratischer oder rechtwinkliger Werkstein mit ebenen Randflächen und roh belassener oder grob behauener Sicht- bzw. Stirnseite.

Bossenstein: Siehe → Bossenquader.

Bossenwerk: Ein Mauerwerk aus Quadern, deren sichtbare Oberfläche lediglich grob behauen ist. Eine andere Bezeichnung ist »Rustika«.

Bossiereisen: Ein vergleichsweise großes und starkes Spitzeisen, das im Verbund mit einem → Bossierhammer eingesetzt wird.

Bossierhammer: Ein vergleichsweise schwerer Hammer, der genutzt wird, um größere Steinüberstände (Bossen) abzuschlagen.

Böttcherei (Werkstätte): Die mitteldeutsche Bezeichnung für einen Raum oder ein Gebäude, in dem hölzerne Gefäße bzw. Fässer aus Dauben hergestellt werden.

Böttcherwerkstatt: Siehe → Böttcherei.

Böttnerei (Werkstätte): Siehe → Böttcherei.

Böttnerwerkstatt: Siehe → Böttcherei.

Boudoir: Der französische Begriff lässt sich mit »Schmollwinkel« übersetzen“. Er bezeichnete ursprünglich ein kleineres, gewöhnlich gediegen ausgestattetes Damenzimmer. Ins Deutsche floss das Wort im 19. Jahrhundert ein; inhaltlich wandelte sich die Bedeutung zu »Ankleideraum«.

Boulingrin: Die französische Entsprechung des älteren englischen »bowling green«. Angesprochen ist eine gegenüber dem umgebenden Gartenbereich abgesenkte, einem gartenbaulichen → Parterre ähnliche Rasenfläche, die für das Boule-Spiel vorgesehen war; sie wurde optisch vielfach durch → Broderien aufgewertet.

Boutique: Ein kleinflächiges Einzelhandelsgeschäft, das trendige oder gehobene moderne Mode, Accessoires oder Schmuck vertreibt. Boutiquen zählen zu den Fachgeschäften; eindeutig abgrenzbar sind sie nicht.

Boutique-Hotel: Im angelsächsischen Raum aufgekommener Marketingbegriff, mit dem kleine, luxuriöse Häuser warben. Anders als Hotelketten, die ihre Raum- und Ausstattungskonzepte nach Kräften standardisieren, kennzeichnen die mehrheitlich inhabergeführten Boutique-Hotels individuelle, vielfach thematisierte Gestaltungsansätze, die von diversen Retrostilen bis zu hypermodernen Konzepten reichen. In großen Städten können ursprünglich durchgängig kleine Boutique-Hotels durchaus über 100 Zimmer beinhalten. Der Markterfolg dieser Hotelspielart veranlasste in jüngerer Zeit auch Hotelketten dazu, entsprechende Häuser zu eröffnen. Andere Begriffe für »Boutique-Hotel« sind »Design-Hotel« und »Lifestyle-Hotel«.

Bowling green: Die englische Entsprechung des jüngeren französischen »boulingrin«. Angesprochen ist eine gegenüber dem umgebenden Gartenbereich abgesenkte, einem gartenbaulichen → Parterre ähnliche Rasenfläche, die für das Bowls-Spiel vorgesehen war; sie wurde optisch vielfach durch → Broderien aufgewertet.

Brache: Ein → Grundstück oder ein aus mehreren Grundstücken bestehendes Areal, das keiner Nutzung unterliegt bzw. ein solches, dessen Nutzung eingestellt wurde. Der Begriff bezog sich ursprünglich vor allem auf entsprechende landwirtschaftliche Flächen, wobei in diesem Bereich auch Flächen angesprochen sind, die zeitweilig ungenutzt sind (etwa, um eine Bodenregeneration zu ermöglichen). Wird der Begriff auf Industrie- und Gewerbeflächen bezogen, liegt eine langfristige, zumeist dauerhafte Aufgabe der (früheren) Nutzung vor.

Brachland: Vergleiche → Brache.

Branchenbesatz (Einzelhandel): Die branchenbezogene Zusammensetzung der innerhalb einer räumlichen Einheit vorhandenen Einzelhandelsfläche (Stadt, Gemeinde, Lage, Einkaufszentrum).

Branchenbesatzkonzept: Eine Planung der idealen branchenbezogenen Zusammensetzung von Einzelhandelsflächen innerhalb einer räumlichen Einheit. Theoretisch lassen sich derartige Konzepte auf gesamtstädtischer Ebene wie für → Einkaufszentren erstellen; praktisch umsetzbar sind gewonnene Ergebnisse regelhaft nur bei durch und durch geplanten Handelseinrichtungen.

Branchenbesatzkonzeption: Siehe → Branchenbesatzkonzept.

Branchenbesatzplanung: Siehe → Branchenbesatzkonzept.

Branchenfächer (Einzelhandel): Die vorhandene oder geplante Palette an einem Standort, in einer Lage oder einem Gebiet vertretener Sparten bzw. Warengruppen.

Branchenfachgeschäft: Ein auf den Vertrieb einer Warengruppe spezialisierter Einzelhandelsbetrieb, der in Form eines → Fachgeschäftes geführt wird. Mit anderen Worten: Ein beratungs- und serviceorientierter, auf kleinem bis mittleren Flächenformat geführter Handelsbetrieb.

Branchengeschäft: Ein auf den Vertrieb einer Warengruppe spezialisierter Einzelhandelsbetrieb. Beispiele: Bekleidungsgeschäft, Schuhgeschäft, Juwelier.

Branchenmix (Einzelhandel): Ein häufig gleichbedeutend mit → »Branchenbesatz« verwendeter Begriff, der für die branchenbezogene Zusammensetzung innerhalb einer räumlichen Einheit vorhandener Einzelhandelsflächen (Stadt, Gemeinde, Lage, Einkaufszentrum) steht. Tatsächlich handelt es sich nicht in jedem Zusammenhang um Synonyme, da im »Mix« eine aktive bzw. besatzsteuernde Komponente mitschwingt. Der Branchenmix ist streng genommen also ein geplantermaßen herbeigeführter Branchenbesatz.

Branchenmixkonzept: Eine Planung der idealen branchenbezogenen Zusammensetzung von Einzelhandelsflächen innerhalb einer räumlichen Einheit. Theoretisch lassen sich derartige Konzepte auf gesamtstädtischer Ebene wie für → Einkaufszentren erstellen; praktisch umsetzbar sind gewonnene Ergebnisse regelhaft nur bei durch und durch geplanten Einzelhandelseinrichtungen.

Branchenmixkonzeption: Siehe → Branchenmixkonzept.

Branchenmixplanung: Siehe → Branchenmixkonzept.

Branchenpalette (Einzelhandel): Das vorhandene oder geplante Spektrum an einem Standort, in einer Lage oder einem Gebiet vertretener Sparten bzw. Warengruppen.

Brandabschnitt: Ein gegenüber anderen Räumen innerhalb eines Gebäudes oder gegenüber der Nachbarbebauung feuerbeständig abgeschlossener Gebäudebereich. Er dient dazu, die Ausbreitung eines ausgebrochenen Brandes auf andere Bereiche zu verhindern bzw. eine Brandausbreitung aus anderen Bereichen in ihn hinein auszuschließen. Ein Brandabschnitt erstreckt sich regelhaft über sämtliche Stockwerke, das heißt er durchläuft sie gleichsam.

Brandgasmelder: Ein automatischer Brandmelder, der Alarm auslöst, sobald in der Raumluft verbrennungstypische Gase (Kohlenstoffdioxid, Kohlenstoffmonoxid usw.) in festgelegte Grenzwerte übersteigender Konzentration ermittelt werden. Eine andere Bezeichnung ist »Rauchgasmelder«.

Brandmauer: Eine → Mauer zur Abgrenzung bzw. Schaffung von Brandschutzabschnitten. Brandmauern finden sich sowohl im Inneren von Gebäuden als auch in Form von Gebäudeabschlusswänden (z. B. zwischen Doppelhaushälften).

Brandmeldeanlage: Eine automatisch arbeitende Installation, die von Brandmeldern übermittelte Vorkommnisse registriert, bewertet und programmtechnisch angemessene Maßnahmen auslöst.

Brandmelder (Installation): Zumeist automatisch arbeitende Installationen, die im Falle eines Brandausbruchs Alarm auslösen.

Brandmelder, fotoelektrischer: Siehe → Brandmelder, optischer.

Brandmelder, optischer: Ein auf dem Streulichtverfahren beruhender Brandmelder. Gelangen Rauchpartikel in die Kammer des Melders, wird der von einer integrierten Infrarotdiode ausgesandte Prüfstrahl gestreut, was wiederum ein Fotosensor registriert, wodurch ein Alarm ausgelöst wird.

Brandmelder, photoelektrischer: Siehe → Brandmelder, optischer.

Brandrodung: Die Beseitigung größerer Baum- und / oder Strauchbestände durch (mehr oder minder) kontrolliertes Abbrennen.

Brandschutz: Alle baulichen, ausstattungsbezogenen und organisatorischen Maßnahmen, die einer Brandentstehung und -ausbreitung entgegenwirken und im Brandfall eine Flucht bzw. Rettung von Lebewesen sowie eine wirkungsvolle Brandbekämpfung ermöglichen.

Brandschutz, anlagentechnischer: Die planmäßige Auswahl, Installation, Instandhaltung, Prüfung und Modernisierung technischer Anlagen, deren Einsatz den grundlegenden Zielen des → Brandschutzes dient. Zu diesen Installationen zählen u. a. Rauchmelder, Rauchabsauganlagen, Überdrucklüftungssysteme und Fluchtwegebeleuchtungen.

Brandschutz, baulicher: Dieser Teilbereich des Brandschutzes umfasst alle baulichen Maßnahmen, die einer Entstehung und Ausbreitung von Bränden vorbeugen, eine wirksame Brandbekämpfung ermöglichen und eine erfolgreiche Rettung gewährleisten. Neben der Realisierung von Brandabschnitten, dem Einbau automatisierter Brandbekämpfungseinrichtungen (Sprinkler usw.) sowie der Anlage sicherer Fluchtwege kommt der Verwendung feuerwiderständiger Baustoffe bzw. dem Einsatz von Baustoffen mit zweckoptimalen Brandeigenschaften entscheidende Bedeutung zu.

Brandschutz, vorbeugender: Siehe → Brandschutz.

Brandschutzabschnitt: Siehe → Brandabschnitt.

Brandschutzklappe: Eine in Lüftungsleitungen installierte Komponente in Form einer automatisch auslösenden Absperrvorrichtung; diese dient dazu, eine Ausbreitung von Feuer und Rauch über Lüftungskanäle zu verhindern.

Brandschutzmauer: Siehe → Brandschutzwand.

Brandschutznachweis (Bauvorlagenverordnung): Ein detaillierter Beleg, dass ein Gebäude bzw. Bauwerk geltenden Brandschutzvorschriften genügt. In Lageplänen, Bauzeichnungen und Baubeschreibungen sind diesbezüglich u. a. verwendete Baustoffklassen und Feuerwiderstandsfähigkeiten einzelner Bauteile zu dokumentieren, die brandschutzrelevanten Bauteile und Einrichtungen (Brandwände, Decken, Installationsschächte usw.) zu benennen, Nutzungseinheiten, Brand- und Rauchabschnitte darzustellen und die Löschwasserversorgung zu beschreiben. In Bezug auf Sonderbauten sowie Mittel- und Großgaragen bestehen erweiterte Nachweispflichten.

Brandschutzwand: Eine → Wand bzw. → Mauer zur Abgrenzung bzw. Schaffung von Brandschutzabschnitten. Brandschutzwände finden sich sowohl im Inneren von Gebäuden als auch in Form von Gebäudeabschlusswänden (z. B. zwischen Doppelhaushälften).

Brandsprengung (Mauerwerk): Das bewusst herbeigeführte oder unglücksbedingte Brechen von Mauern infolge starker Hitzeentwicklung.

Brandversicherung: Eine Versicherung einer Immobilie gegen Feuerschäden. Im Regelfall handelt es sich um eine bei Baufinanzierung nachzuweisende Neuwertversicherung, das heißt die Versicherungssumme muss ausreichen, um eine Wiederherstellung des Gebäudes in neuwertigem Zustand zu gewährleisten.

Brandwache: Die in der Schweiz übliche Bezeichnung für ein Feuerwehrhaus. Es handelt sich um eine auf die Brandbekämpfung ausgerichtete bauliche Einrichtung, deren größere Vertreter mit Verwaltungsbereich, Einsatzleitstelle, Personalräumen, Fahrzeuggaragen, Treibstoffdepot, Gerätelagern und Werkstätten ausgestattet sind.

Brandwand: Siehe → Brandschutzwand.

Branntkalk: Eine andere Bezeichnung für Calciumoxid bzw. Ätzkalk. Es handelt sich um einen puderigen, stark exotherm mit Wasser reagierenden Stoff. Branntkalk wird vor allem bei der Herstellung von Kalksandstein sowie als Zugabe zu Mörteln und Putzen eingesetzt.

Brauchwasserbrunnen: Eine zwecks Erschließung nicht oder nur bedingt als Trinkwasser nutzbaren Grundwassers oder sonstiger Wasserquellen gebohrte oder gegrabene bzw. ausgeschachtete Anlage, deren Röhre bzw. Schacht zumeist durch Ausmauerung bzw. Auskleidung einsturzgesichert ist.

Braune Wanne: Eine aus Bentonit bzw. Bentonit-Geotextilien hergestellte Bauwerksabdichtung, die vor allem die Außenwände im Kellerbereich schützt.