Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Bo – Bog

Boardinghouse: Ein gewöhnlich zumindest stadtnah gelegener Beherbergungsbetrieb, der auf Kundengruppen abhebt, die eine längerfristige Unterkunft suchen. Das Serviceangebot reicht von minimal bis hin zu hotelmäßigen Standards. Boardinghouses werden auch unter dem Begriff »Serviced Apartments« beworben.

Bock (Windmühle): Das Stützengestell einer → Bockwindmühle.

Bock, doppelter (Balkenwerk): Ein → Hängewerk, bei dem – anders als beim → einfachen Bock – der Hängebalken an zwei, durch einen Spannriegel verbundenen Hängesäulen befestigt ist.

Bock, einfacher (Balkenwerk): Ein → Hängebock bzw. ein sogenanntes »einfaches Hängewerk«. Die Konstruktion besteht aus dem waagrechten → Hängebalken, einer senkrechten → Hängestange bzw. Hängesäule und zwei seitlichen, diagonal verlaufenden Streben. Hängebalken und seitliche Streben bilden ein nach unten aufgehendes Dreieck, das die Hängesäule mittig teilt.

Bockbrücke: Ein in Nordamerika entwickelter Brückentyp, der als »Trestlebrücke« bekannt wurde. Kennzeichnend ist ein über die volle Brückenlänge entwickelter, gerüstartiger Unterbau. Errichtet wurde die Konstruktion aus vorgefertigten Stützen und Balken aus Holz oder Stahl. Diese Brücken wurden nahezu ausschließlich im Eisenbahnbereich realisiert. Ein Vorteil ihrer Konstruktionsweise lag darin, dass sie schnell und von ungelernten Kräften errichtet werden konnten. Um die Lebensdauer war es – nicht zuletzt infolge vielfach schludriger Montage – oftmals schlecht bestellt. So stürzten in den USA während des letzten Viertels des 19. Jahrhunderts über 500 dieser Brücken ein.

Bockwindmühle: Eine auf dem Einsatz von Windkraft beruhende → Mühle, die aus einem Stützgestell (Bock), einem starken Pfahl und einem Hauskörper besteht, der die Mahleinrichtung beinhaltet. Das Mühlenhaus sitzt dabei auf dem Pfahl, der es ermöglicht, die gesamte aufsitzende Einheit in den Wind zu drehen.

Boden (Dach): Bei Häusern mit geneigtem Dach der regelhaft allenfalls notdürftig isolierte bzw. unverkleidete Raum zwischen Dachinnenseite und oberster Geschossdecke.

Boden (Fußboden): Ein flächig entwickeltes zur regelmäßigen Begehung vorgesehenes Bauteil auf einer tragenden Schicht, das aus technischen oder optischen Gründen mit einem Belag versehen sein kann.

Bodenabtrag (unerwünscht): Das deutsche Wort für »Bodenerosion», also einen durch Wind- oder Wassereinwirkungen bzw. äolische und fluviale Prozesse bedingten materiellen Bodenverlust.

Bodenart: Eine Bodeneinteilung, die auf der Korngrößenzusammensetzung bzw. Textur des Bodens beruht. Ja nach Substrat werden Grob- (Körnung > 2 mm) und Feinböden (Körnung < 2 mm) unterschieden. Das deutsche Klassifikationsschema kennt vier Hauptbodenarten, nämlich Sand, Schluff, Ton und – eigentlich keine eigenständige Art, sondern ein Gemisch – Lehm.

Bodenaushub (gegenständlich): Bei der Schaffung von Baugruben, Tagebau- und Tunnelbauprojekten, beim Bau von Teichanlagen usw. entferntes Bodenmaterial.

Bodenaushub (prozessual): Eine Entfernung von Boden, die sich die Schaffung einer Vertiefung, eines Hohlraumes übersetzt.

Bodenausgleichsmasse: Eine häufig selbstverlaufende Masse, die zur Beseitigung von Unebenheiten in rohen Bodenflächen dient.

Bodendegradation: Siehe → Bodendegradierung.

Bodendegradierung: Eine vielfach mit Abtragungsprozessen einhergehende Verarmung der Fruchtbarkeit von Böden.

Bodendevastierung: Ein anderes Wort für »Bodenzerstörung«.

Bodendichte: Im engeren Sinn das Verhältnis von Trockengewicht fester Bodenbestandteile zu deren Volumen (ohne Hohlräume).

Bodenentsiegelung: Das Entfernen einer vom Menschen geschaffenen, permanenten Bodenüberdeckung, deren Beschaffenheit eine Versickerung von Niederschlagswasser unmöglich macht. Beispiele liefern die Beseitigung von Asphalt- oder Betondecken und ein vollständiger Rückbau von Gebäuden und baulichen Anlagen.

Bodenerosion: Die Abtragung von Boden durch Wind und Wasser bzw. äolische und fluviale Prozesse.

Bodenfräse: Eine im Erd- und Verkehrswegebau eingesetzte Kombination aus Fräse und Stabilisierer. Die Maschine – entweder ein Selbstfahrer oder ein Zugmaschinenanbau – fräst störende Bodenpartien ab und verfestigt bzw. stabilisiert die geschaffene Fläche durch Einbringung von Bindemitteln. Die Maschine wird auch »Bodenstabilisierer« genannt.

Bodenkontamination: Natürliche oder durch menschliche Boden- / Grundstücksnutzung hervorgerufene Bodenverunreinigung, die sich negativ auf die Bodennutzung bzw. auf Umwelt und Gesundheit auswirkt oder sich z. B. bei Erdbewegungen schädlich auswirken kann.

Bodenkreditinstitut: Eine Bank, die durch Ausgabe von Pfandbriefen beschaffte langfristige Mittel auf Grundlage hypothekarischer Sicherungen verleiht. Ursprünglich wurden Gelder vor allem für Projekte im land- und forstwirtschaftlichen Bereich bereitgestellt, heute weit überwiegend zur allgemeinen Baufinanzierung.

Bodenlüftung: Eine Form der → Verdrängungslüftung, bei der einem Raum Frischluft über dessen Fußboden zugeführt wird.

Bodenluke (Fußboden): Eine mittels einer Klappe verschließbare Bodenöffnung.

Bodenmechanik (Disziplin): Die Lehre von den physikalischen Bodeneigenschaften im bebauten und unbebauten Zustand.

Bodenmelioration: Eine unmittelbare Beeinflussung des Gefüges land- und forstwirtschaftlicher Böden mit dem Ziel, deren Ertragskraft zu steigern. Zu den ergriffenen Maßnahmen zählen mechanische Auflockerungen (z. B. Pflügen), die Einbringung organischen und anorganischen Materials (Stroh, Kalk, Dünger usw.) sowie biologischer Organismen (z. B. Regenwürmer) und die Entnahme anorganischer Bestandteile (Stein).

Bodenmeliorisation: Siehe → Bodenmelioration.

Bodennutzung: Allgemein die Nutzbarmachung der Erdoberfläche durch den Menschen. Fallbezogen ist die Art der Nutzbarmachung, also der ihr zugrundeliegende Zweck angesprochen. Beispiele bieten land- und forstwirtschaftliche, gewerbliche, verkehrliche und wohnbauliche Zwecke bzw. Aktivitäten.

Bodenplatte (Bauwesen): Eine andere Bezeichnung für das → Plattenfundament bzw. eine → Gründungsplatte.

Bodenpreis: Ein für Boden (je Flächeneinheit) geforderter, angebotener oder gezahlter Geldbetrag. Der Bodenpreis muss – anders als der Bodenwert – nicht wirtschaftlich begründet sein.

Bodenrente (Bodennutzungstheorie): Der aus einer Bodennutzung erwirtschaftete bzw. zu erwirtschaftende Reinertrag. Bei der Bestimmung der Bodenrente wird eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit des Nutzers vorausgesetzt.

Bodenrente (Zahlung): Der aus der Bewirtschaftung von Pachtgrund erzielte Ertragsanteil, den ein Pächter regelmäßig an den Eigentümer abzuführen hat. Ursprünglich bezog sich der Begriff vor allem auf land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, doch ist er auf jede Form der Bodennutzung anwendbar. Andere Bezeichnungen sind »Grundrente« und »Landrente«.

Bodenrichtwert: Ein durchschnittlicher Bodenwert bzw. Marktpreis je Flächeneinheit (qm usw.), der aus tatsächlich erzielten Kaufpreisen abgeleitet wird. Veröffentlichte Richtwerte berücksichtigen Lage und Entwicklungszustand jeweiliger Grundstücke. Sie beziehen sich auf Teilräume, die ein weitgehend einheitliches Preisniveau kennzeichnet. Grundlage sind von Gutachterausschüssen erstellte und gepflegte Kaufpreissammlungen. Ein entwickeltes Bodenrichtwertsystem besteht in wenigen Ländern, voran in Deutschland.

Bodenrichtwertkarte: Ein Kartenwerk, das aus zeitnahen Kaufpreisen abgeleitete → Bodenrichtwerte auf Quadratmeterbasis ausweist.

Bodenrichtwertzone: Ein Gebiet (Straße, Straßenzug, Ortsteil usw.), für das auf Grundlage ausgewerteter Kaufpreissammlungen ein einheitlicher Bodenwert festgesetzt bzw. ausgewiesen ist.

Bodenspekulant: Eine natürliche oder juristische Person, die unbebaute Grundstücke zum Zweck eines baldigen Weiterverkaufs auf Grundlage einer mehr oder minder begründeten Hoffnung auf rasch erzielbare Gewinne erwirbt. Ein Auslöser ist vielfach die Erwartung, einen planungsinduzierten Mehrwert in bare Münze umsetzen zu können, ohne Erschließungs- bzw. Entwicklungsmaßnahmen durchführen zu müssen.

Bodenspekulation: Ein von mehr oder minder begründeten Hoffnungen getriebener Flächenkauf. Ein Auslöser ist vielfach die Erwartung, dass erworbene Flächen im Zuge kommunaler Planung einer höherwertigen Nutzungskategorie zugeschlagen werden.

Bodenstabilisierer: Eine im Erd- und Verkehrswegebau eingesetzte Kombination aus Fräse und Stabilisierer. Die Maschine – entweder ein Selbstfahrer oder ein Zugmaschinenanbau – fräst störende Bodenpartien ab und verfestigt bzw. stabilisiert die geschaffene Fläche durch Einbringung von Bindemitteln.

Bodenstabilisierung (Erdboden): Siehe → Bodenverfestigung (durch Bindemittelzugabe).

Bodentragfähigkeit (Bauwesen): Ein insbesondere von Bodenart, Topographie und örtlichen Grundwasserverhältnissen bestimmtes Maß, das angibt, welchen Lasten ein Boden bzw. Baugrund ausgesetzt werden kann, ohne dass (nennenswerte) Setzungen bzw. Verlagerungen oder Grundbrüche auftreten. Die Tragfähigkeit entscheidet wesentlich darüber, welche Gründungsart und Fundamentstärke zu wählen ist. Die Tragfähigkeit lässt sich z. B. durch → Lastplattendruckversuche bestimmten.

Bodenverbrauch: Im Allgemeinen steht der Begriff für die Umwandlung naturlandschaftlicher, naturnaher und / oder landwirtschaftlich genutzter Flächen in versiegelte Flächen (siehe → Bodenversiegelung) sowie für die Zerstörung gewachsenen Bodens durch technische Abbauprozesse (Tagebau usw.). Bodenverbrauchend wirken weiterhin Maßnahmen – etwa die Anlage großer Stauseen -, die Böden einer möglichen Nutzung entziehen. De facto müssen zudem Erosions- und Degradationsprozesse infolge land- und forstwirtschaftlicher Übernutzung als Bodenverbrauch eingestuft werden.

Bodenverfestigung (durch Bindemittelzugabe): Eine Methode zur Baugrundverbesserung bzw. Tragfähigkeitserhöhung des Bodens durch Einbringung bzw. Zugabe von Bindemitteln (Kalk, Zement usw.). Vertiefend siehe → Baumischverfahren und → Zentralmischverfahren.

Bodenvermörtelung: Eine überholte Bezeichnung für eine → Bodenverfestigung durch Eintrag bzw. Zugabe von Bindemitteln.

Bodenversiegelung (physisch): Gebäude bzw. Bauwerke (Häuser, Straßen usw.) einschließlich unterirdischer Anlagen (Fundamente, Kanäle etc.), die gewachsenen Boden bzw. entsprechende Bodenhorizonte gegenüber der Atmosphäre bzw. Einwirkungen atmosphärischer Prozesse abschotten.

Bodenversiegelung (Vorgang): Das dauerhafte bzw. langfristige Bedecken gewachsenen natürlichen Bodens durch menschliche Gebäude bzw. Bauwerke (Häuser, Straßen usw.) einschließlich unterirdischer Anlagen (Fundamente, Kanäle etc.). Der Begriff »Versiegelung« verdeutlicht, dass Bedeckungen angesprochen sind, die eine lokale Versickerung ausschließen. In der Summe oder bei großflächiger Ausprägung wirken diese mehr oder minder einschneidend auf die Grundwasserbildung und jeweilige Abflussregime zurück. Eine gleichbedeutende Bezeichnung ist »Flächenversiegelung«.

Bodenwert: Ein monetärer Betrag, der Boden bzw. einer Flächeneinheit bei einer festgelegten, nicht änderbaren Nutzung oder bei Verwirklichung einer einträglicheren bzw. der optimalen Nutzung zugebilligt werden kann. Wirtschaftliche Logik unterstellt, ist es ein Preis, der ausgehend von marktüblichen Renditevorstellungen im Rahmen einer Projekt- oder Immobilienentwicklung gezahlt werden kann. Kurz: Der Bodenwert stellt sich als Residuum dar. Bodenwerte sind keineswegs zwingend mit geforderten, angebotenen oder gezahlten Bodenpreisen gleichzusetzen.

Bodenwertermittlung: Die Bestimmung eines für ein Grundstück angemessenen bzw. marktgemäßen Bodenwertes. Die Ermittlung erfolgt – sofern machbar – über einen direkten Vergleich auf Grundlage zeitnah erfasster Verkaufspreise unbebauter Grundstücke, die weitgehend identische wertbildende Merkmale aufweisen. Ist dies nicht möglich, wird in Deutschland – sofern belastbare Werte verfügbar sind – auf den mittelbaren Vergleich über Bodenrichtwerte zurückgegriffen. Scheidet auch diese Möglichkeit aus, sind erfahrungsbasierte Schätzungen vorzunehmen. Hinzuweisen ist darauf, dass ein Bodenwert im gewerblichen Bereich grundsätzlich als Residuum aufzufassen wäre und im angelsächsischen Raum auch als solcher verstanden bzw. berechnet wird.

Bodenzahl (Landwirtschaft, Steuerwesen): Ein auf die Fruchtbarkeit bzw. Ertragskraft landwirtschaftlicher Böden bezogener, (regelhaft) zwischen 0 und 100 liegender Punktewert, der im Rahmen der Bodenschätzung ermittelt wird. Die Bodenzahl bezieht sich rein auf die Bodenqualität selbst; sie bildet eine Grundlage bei der Festlegung der praktisch bedeutsameren → Ackerzahl, die neben Bodenmerkmalen weitere ertragsbestimmende Faktoren berücksichtigt.

Bogen (Architektur): Eine gewölbte Überspannung von Öffnungen. Der echte Bogen kann als Querschnitt eines echten Gewölbes aufgefasst werden. Zu seiner Errichtung ist ein → Lehrgerüst erforderlich.

Bogen, echter (Architektur): Ein → Bogen, der keinen Zugspannungen ausgesetzt ist, sondern Lasten bzw. Druckkräfte auf seitliche Lager überträgt. Es handelt sich um einen sich selbst stabilisierenden Bogen.

Bogen, englischer (Architektur): Zumeist als »Tudor-Bogen« bezeichnet. Ein Spitzbogen mit schwach gekrümmter → Laibung, also ein flacher, gedrückt wirkender Bogen.

Bogen, falscher (Architektur): Eine andere Bezeichnung für »Kragbogen«. Es handelt sich um eine Konstruktion, bei der beiderseits der oberen Öffnungspartie Kragsteine gesetzt werden, die von unten nach oben enger zusammenrücken.

Bogen, maurischer (Architektur): Es handelt sich um eine bei islamischen Bauten weitverbreitete Bogenkonstruktion mit hufeisenförmigem Abschluss. Aufgrund dieser Form wird er auch als »Hufeisenbogen« bezeichnet.

Bogen, normannischer (Architektur): Bekannter unter dem Namen »Tudor-Bogen«. Ein Spitzbogen mit wenig gekrümmter → Laibung, also ein flacher, gedrückt wirkender Bogen, der ein typisches Element von Gebäuden der Tudor-Zeit war.

Bogen, scheitrechter (Architektur): Eine Konstruktion, die auf den ersten Blick nur für das geübte Auge als Bogen erkennbar ist, da Stahlbogenbrücke in Maribor (Slowenien)sie wie ein Sturz anmutet. Es handelt sich um einen stark abgeflachten → Segmentbogen, dessen Keilsteine derart bearbeitet sind, dass sie eine horizontale Unterkante bilden. Aufgrund dieses Merkmals wird der Bogen auch als »Horizontalbogen« bezeichnet.

Bogenbrücke: Namensgemäß ein Brückentyp, der in seiner einfachsten Form durch einen zur Mitte hin aufstrebenden Kurvenverlauf bzw. einen bogenförmigen Brückenkörper gekennzeichnet ist. Der Bogen ruht auf zwei festen Lagern. Bogenbrücken können auch aus einer Reihe Bögen bestehen. Der Begriff »Bogenbrücke« wird vielfach mit »Gewölbebrücke« gleichgesetzt. Laut DIN verbinden sich die Bezeichnungen jedoch mit unterschiedlichen → Pfeilverhältnissen. Liegt dieses unter 1/3, handelt es sich um eine Bogenbrücke, übersteigt es diese Schwelle, liegt eine Gewölbebrücke vor. Rechts eine Aufnahme einer stählernen Bogenbrücke im slowenischen Maribor (Foto: Elmar Pfeiffer, Juni 2011).

Bogendach: Ein flach gewölbtes, häufig aus Metall gefertigtes Dach.

Bogenfenster: Ein Fenster mit bogenförmigem oberen Abschluss.

Bogenfries: An sich als »Rundbogenfries« zu bezeichnen. Ein ornamentales, eine Darstellung aneinandergereihter Rundbögen zeigendes Band, das zur Abgrenzung, Umgrenzung und Gliederung von Gebäudeteilen herangezogen wird.

Bogengang: Ein seitlich offener, in den Baukörper einbezogener Korridor, der in aller Regel zur Außenerschließung mehrerer Nutzungseinheiten dient. Kennzeichnend ist, dass die offene Längsseite von einer Arkadenreihe bzw. → Arkatur gebildet wird. Eine andere Bezeichnung lautet denn auch »Arkadengang«.

Bogengewichtsmauer: Siehe → Bogengewichtsstaumauer.

Bogengewichtsstaumauer: Ein Absperrbauwerk, das die Vorzüge von → Bogen- und → Gewichtsstaumauern in sich verbindet. Dieser Mischtyp besitzt eine geringere Masse als gleichgroße Gewichtsstaumauern und belastet den umgebenden Fels weniger stark als reine Bogenstaumauern. Eine Sonderform der Bogengewichtsstaumauer ergibt sich, wird der untere Abschnitt eines Absperrbauwerkes als Bogenstaumauer, der obere als Gewichtsstaumauer ausgelegt.

Bogenhalbmesser (Bahnwesen): Eine fachsprachliche Bezeichnung für den Radius einer gekrümmten Gleispartie.

Bogenlaibung: Die gekrümmten Innenflächen eines → Bogens (in einer Mauer oder Wand).

Bogenleibung: Die gekrümmten Innenflächen eines → Bogens (in einer Mauer oder Wand).

Bogenmonument: Ein während der römischen Kaiserzeit verbreitetes Denkmal in Form einer für sich stehenden Bogenstruktur, die zu Ehren einer politisch und / oder militärisch ausnehmend erfolgreichen Persönlichkeit errichtet wurde. Bogenmonumente waren zumeist mit Statuen, Inschriften, flächenhaften Plastiken oder Skulpturen verziert. Der »Bogenkult« gipfelte in den Triumphbögen römischer Feldherrn und Kaiser. Bekannte Beispiele sind der Trajansbogen (Benevent, Italien) und der Titusbogen (Rom, Italien). Bogenmonumente wurden in späterer Zeit neuerlich zu Propagandazwecken errichtet. Zu diesen jüngeren Vertretern zählen der Arc de Triomphe in Paris (Frankreich) und das India Gate in Delhi (Indien).

Bogenrücken (Architektur): Die Außenflächen eines → Bogens. Die Innenflächen werden als »Laibung« bzw. »Leibung« bezeichnet.

Bogenstaumauer: Ein zum Absperren vergleichsweise enger Täler bzw. in Talengen errichteter Typ von → Staumauer in Gestalt eines horizontal und vertikal gespannten Bogens, der sich der Wasserseite entgegengekrümmt. Der Wasserdruck wird seitlich in den umgebenden Fels bzw. dortige Mauerfundamente abgeleitet.

Bogenträger: Namensgemäß ein Träger bzw. Tragbalken mit gebogenem Längsprofil. Die Krümmungsradien reichen von flach bis halbkreisförmig. Hergestellt werden Bogenträger vorwiegend aus Stahl, → Stahlbeton und → Brettschichtholz.

Bogenzwickel (Architektur): Eine Fläche zwischen dem oberen Abschluss eines → Bogens (→ Rundbogen, → Spitzbogen usw.) und einer rechteckigen Einfassung bzw. Umrahmung.