Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Be – Bem

Bebauungsplan: Bauleitplan, der verbindlich regelt, wie Grundstücke bebaut werden dürfen. Anders als Flächennutzungspläne beziehen sich B-Pläne auf Ausschnitte des Gemeindegebietes. In aller Regel enthalten B-Pläne detaillierte Festsetzungen zu Art und Maß der vorgesehenen baulichen Nutzung, dem statthaften Überbauungsgrad usw. Es bestehen drei Arten von B-Plänen, nämlich qualifizierte, vorhabenbezogene und einfache Bebauungspläne. B-Pläne stellen gemeindliche Satzungen dar, sind also Rechtsnormen.

Bebauungsplan, einfacher: Eine Spielart, die weder den Standards qualifizierter noch vorhabenbezogener B-Pläne entspricht. Die fallbezogene bauplanungsrechtliche Zulässigkeit wird nicht abschließend geregelt.

Bebauungsplan, qualifizierter: Ein Bebauungsplan, der zumindest Festsetzungen bezüglich Art und Maß der baulichen Nutzung, überbaubarem Grundstücksanteil und örtlicher Verkehrsflächen beinhaltet. Im Geltungsbereich eines qualifizierten B-Plans sind Bauvorhaben zulässig, wenn sie dessen Festsetzungen entsprechen und die Erschließung gesichert ist.

Bebauungsplan, vorhabenbezogener: B-Plan, der auf Grundlage eines zwischen Projektträger und Kommune abgestimmten Vorhaben- und Erschließungsplans aufgestellt wird. Voraussetzung ist, dass der Vorhabenträger zur Durchführung des Vorhabens und der Erschließungsmaßnahmen befähigt ist und sich in einem Durchführungsvertrag zur Umsetzung verpflichtet.

Bebauungsplan, vorzeitiger (Baurecht, Deutschland): Ein → Bebauungsplan, der aufgestellt, geändert, ergänzt oder aufgehoben wird, bevor der örtliche → Flächennutzungsplan aufgestellt ist. Statthaft ist dies, wenn dringende Gründe ein entsprechendes Vorgehen erfordern und der Bebauungsplan der angestrebten städtebaulichen Entwicklung nicht widerspricht. Sofern ein Flächennutzungsplan z. B. bei Gebietsänderungen von Gemeinden fortbesteht, kann ein vorzeitiger Bebauungsplan aufgestellt werden, bevor der Flächennutzungsplan entsprechend ergänzt oder geändert ist. Vergleiche § 8 Absatz 4 Baugesetzbuch.

Bedampfte Scheibe (Fensterbau): Ein außen mit Metalloxid bedampftes bzw. beschichtetes Fensterglas. Die Bedampfung reflektiert einfallendes Licht; sie dient dem Wärme- bzw. Sonnenschutz.

Bedarfsflügel (Fensterbau): Eine andere Bezeichnung für einen → Stulpflügel.

Bedeckte Allee: Eine rechts und links von Baumreihen begleitete Straße oder Wegachse, bei der die Kronen beider Baumreihen ein geschlossenes, den Weg überspannendes Kronendach bilden.

Bedürfnisanstalt: Eine amtssprachliche, im Umgangsdeutsch aussterbende Bezeichnung für eine öffentliche Toilettenanlage.

Befensterung (gegenständlich): Alle → Fenster eines → Gebäudes bzw. → Bauwerks oder die in einem Abschnitt zu findenden Fenster.

Befensterung (prozessual): Die Schaffung von Fensteröffnungen bzw. der Einbau von → Fenstern.

Befestigter Turm: Eine andere Bezeichnung für einen Wehrturm. Dabei handelt es sich um einen mit starken Mauern versehenen → Turm, der auf Verteidigungszwecke ausgelegt ist. Wehrtürme bilden ein wesentliches Element vieler Verteidigungsanlagen (Burgen, Stadtbefestigungen usw.), können jedoch auch in Alleinlage vorkommen.

Begardenhof (historisch): Eine Wohnanlage von Begarden, d. h. männlichen Angehörigen einer christlichen Laiengemeinschaft, die sich einem Leben verschrieb, das jenem in klösterlichen Orden ähnelte.

Beginenhof (historisch): Eine Wohnanlage von Beginen, also weiblichen Angehörigen einer christlichen Laiengemeinschaft, die sich einem Leben verschrieben, das dem Leben in klösterlichen Orden ähnelte. Beginenhöfe waren insbesondere in Flandern verbreitet.

Begleitplan, landschaftspflegerischer: Teil eines Fachplanes, der Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege darstellt, die zum Ausgleich eines auf Grundlage der Fachplanung erfolgten Eingriffes nötig werden.

Beherbergungsbereich (Hotelbetrieb): Räumlich betrachtet jener Hotelbereich, der zur Unterbringung wechselnder Übernachtungsgäste dient, also die Zimmer samt Fluren. Organisatorisch und buchhalterisch das reine Logissegment eines Hauses.

Beherbergungsbetrieb: Eine der → Hotellerie oder → Parahotellerie zuzählende Betriebseinheit.

Beherbergungskapazität (gebietsbezogen): Ohne nähere Erläuterung ein unscharfer Begriff. In einfachster Form steht er für die rein mengenmäßige Ausstattung eines bestimmten Gebietes mit Gästebetten, die in gewerblichen Übernachtungsbetrieben verfügbar sind. In erweiterter Form fließt die Verteilung verfügbarer Betten auf verschiedene Betriebstypen, oft auch nach Hotelkategorien ein.

Behindertengerechte Wohnung: Ein Begriff, der sich hinsichtlich der baulichen Grundkriterien mit »seniorengerechter Wohnung« deckt. Angesprochen ist eine Wohneinheit, die an eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten und eine geminderte Bewegungssicherheit angepasst ist. Das entscheidende Stichwort ist Barrierefreiheit. Hinzu kommen Aspekte wie rutschsichere Bodenbeläge, erhöht angebrachte WCs, eingebaute Haltegriffe und dergleichen mehr.

Behindertenzimmer: Speziell auf die Bewegungsbedürfnisse körperlich behinderter Menschen zugeschnittene Gästezimmer bzw. Zimmermodule, die u. a. besonders breite Türen und angepasste Sanitärbereiche aufweisen. – Stichwort: Barrierefreiheit.

Behördenschloss: Ein Einsteckschloss der DIN-Klasse 4, das als Schließmechanismus bei Türen mit ausnehmend häufiger Betätigung bei zugleich hohem Sicherheitsanspruch verwendet wird.

Beiholz (Holz-, Fachwerkbau): Ein kurzer, nachträglich in ein → Gefach eingesetzter Ständer. Der Einbau erfolgt häufig, wenn eine Lehm- durch eine Ziegelausfachung ersetzt wird. Teils dient das Beiholz als Anschlag für nachträglich eingefügte Fenster.

Beinhaus: Ein Gebäude, Raum oder Gewölbe, in dem die Gebeine Verstorbener gesammelt und aufbewahrt werden. In Europa entstanden Beinhäuser in Zusammenhang mit dem starken Bevölkerungszuwachs während des 11. und 12. Jahrhunderts, das sich in eine Verknappung landwirtschaftlicher Nutzflächen, eine Verdichtung von Siedlungseinheiten und eine Überbelegung von Friedhöfen übertrug. Eine andere Bezeichnung ist das aus dem Lateinischen stammende »Ossarium«.

Beisasse (historisch): Ein Zuzügler in eine Stadt, der keine vollumfänglichen, sondern nur mindere bürgerliche Rechte besaß. Der Status kam im Hochmittelalter auf.

Beischlag (Gebäudeteil): Ein erhöhter Vorbau vor einem Hauseingang an der Fassadenfront. Der Beischlag besteht aus einer Treppe und einer terrassenähnlichen Plattform, die sich zwischen Treppenkopf und Eingangstür befindet. Die Treppe besitzt in aller Regel ein Geländer. Beischläge kamen im 14. Jahrhundert auf; anfänglich wurden sie überwiegend aus Holz errichtet, in späterer Zeit lösten Back- und Sandstein diesen Baustoff zunehmend ab; ihr Hauptverbreitungsgebiet erstreckte sich entlang der südlichen Ostsee. Sehenswerte Beispiele finden sich u. a. in der Altstadt von Gdansk (ehemals Danzig).

Beischlag (Möbel): Eine alte Bezeichnung für eine oft in Stein ausgeführte Sitzbank neben einem Hauseingang.

Beitrittserklärung (Geschlossener Immobilienfonds): Zumeist »Zeichnungsschein« genannt. Ein vom jeweiligen → Fondsinitiator erstelltes Formular, das von einem beteiligungswilligen Anleger auszufüllen ist. Formal stellt die Beitrittserklärung ein Angebot des Anlegers an den Initiator bzw. eine Fonds- oder Treuhandgesellschaft dar. Wird dieses akzeptiert, ist der Anleger nach Verstreichen der Widerspruchsfrist zum Beitritt, also zur Zahlung der vereinbarten Zeichnungssumme (regelhaft zzgl. eines Aufschlags) verpflichtet.

Beizeisen: Ein schmaler, scharf geschliffener Flachmeißel, der u. a. herangezogen wird, um erste Kanten an Steinblöcken zu schlagen bzw. Falze auszuformen, die anzeigen, welcher Teil des Steines zu entfernen ist.

Bekleidungsfachmarkt: Ein auf vergleichsweise großer Fläche geführter, regelhaft preisaggressiv auftretender Einzelhandelsbetrieb, der ein breites und / oder tiefes Bekleidungssortiment führt. Der Verkauf erfolgt über ein Selbstbedienungskonzept. Typisch sind nur ansatzweise entwickelte Beratungsleistungen. Die gängige Mindestbetriebsgröße für → Vollsortimenter (Damen-, Herren-, Kinderbekleidung) bewegt sich in Deutschland um 2.000 qm.

Bekleidungskaufhaus: Ein großflächiges, auf Bekleidung und Accessoires spezialisiertes Branchengeschäft mit breit und tief gegliedertem Sortiment sowie hoher Beratungs- und Serviceintensität. Die marktgängige Mindestbetriebsgröße bewegt sich um 1.200 qm; der Betriebstyp besitzt die Fähigkeit, obere Stockwerke zu erschließen.

Belagerung: Ein Einschließung einer befestigten Anlage durch (feindliche) Truppen. Ein primäres Ziel ist es, zwischen der Befestigung und dem Umland bestehende Beziehungen zu kappen. Belagerungen wurden und werden zumeist durchgeführt, um befestigte Orte einzunehmen; teils dienen sie dem Zweck, gegnerische Truppen am Ort zu binden.

Belagerungsburg: Ein funktional, nicht bautypologisch unterlegter Begriff, der eine von Belagerern unweit der angegriffenen Feindburg errichtete → Burg bezeichnet. Im engeren Sinn handelte es sich um Anlagen, die in Reichweite gegnerischer Fernwaffen (Katapulte usw.) erbaut wurden. Diese Anlagen können als eine Spielart der → Gegenburg aufgefasst werden.

Belagerungsgerät: Ein Hilfsmittel, eine Maschine, das bzw. die dazu diente, eine Befestigung zu erobern. Manche Belagerungsgeräte dienten dazu, einzelne Befestigungsabschnitte zu überwinden und den Ort (Burg, Stadt etc.) nahezu unversehrt einzunehmen (Sturmleitern, Belagerungstürme usw.). Andere Geräte waren darauf ausgelegt, Breschen zu schlagen, um in die jeweilige Anlage eindringen zu können. Wieder andere Geräte zielten darauf ab, hinter den Wällen gelegene Gebäude und Einrichtungen zu zerstören, um die Verteidigungsfähigkeit zu schwächen.

Belagerungsturm (historisch): Aus Holz gefertigte, auf Rollen oder Rädern bewegliche, turmartige Konstruktionen. Diese bereits in antiker Zeit eingesetzten Türme dienten dazu, Angreifern einen Kampf auf Höhe der Mauerkrone zu ermöglichen.

Belastungsgrenze (Kreditwesen, Schweiz, hier immobilienbezogen): Ein abhängig vom Liegenschaftswert bestimmter absoluter Betrag bzw. jener prozentuale Anteil des Liegenschaftswertes, der hypothekarisch beliehen werden darf.

Belege (Grundbuchwesen, Schweiz): Eine Sammelbezeichnung für die Grundbuchanmeldung und den Rechtsgrundausweis samt Kauf- und Dienstbarkeitsverträgen, Vollmachten, Zustimmungserklärungen und Bewilligungen.

Belegenheitsgrundsatz: Siehe – Belegungsprinzip (Steuerrecht).

Belegenheitsland (Steuerrecht): Ein im Rahmen von Doppelbesteuerungsabkommen wichtiger Begriff, der für das Land (in Bezug auf föderale Systeme den Gesamtstaat) steht, in dem eine Immobilie liegt. Hinter dem Begriff verbirgt sich der Grundsatz, dass Immobilien stets in jenem Land besteuert werden, auf dessen Territorium sie sich befinden.

Belegenheitsprinzip (Steuerrecht): Ein in Zusammenhang mit Doppelbesteuerungsabkommen relevanter Grundsatz, wonach jenem Land ein vorrangiges Besteuerungsrecht in Bezug auf Immobilien bzw. Miet- und Pachteinnahmen zusteht, in dem sich jeweilige Immobilien befinden.

Belegenheitsstaat: Siehe → Belegenheitsland (Steuerrecht).

Belegungsdichte (Wohnungswesen, Schweiz): 1. Die Bewohneranzahl einer Wohnung. 2. Die durchschnittliche Bewohneranzahl je genutzter → Wohnung innerhalb eines bestimmten Gebietes.

Belegungsquote (Hotellerie): Eine andere Bezeichnung der »Auslastungsquote«. In dieser Größe spiegelt sich die bezogen auf die Zimmeranzahl eines Hotels erzielte Vermietungsquote. Sie drückt also aus, wie viele aller Zimmer eines Hotel innerhalb einer Rechnungsperiode – Monat oder Jahr – von Gästen belegt wurden. Die Auslastungsquote wird üblicherweise auf die Gesamtzahl vorhandener Gästezimmer, nicht auf die Anzahl verfügbarer Zimmer bezogen. Statistische Ämter erfassen vielfach nicht die zimmer-, sondern die bettenbezogene Auslastungsquote.

Belehnung: Das in Österreich und der Schweiz verwendete Wort für → »Beleihung«.

Belehnungsgrenze (Kreditwesen, Österreich, Schweiz, hier immobilienbezogen): Jener Betrag bzw. prozentuale Wertanteil einer Immobilie, den Kreditgeber (Banken usw.) als Schwelle festlegen, bis zu der eine Belastung der jeweiligen Liegenschaft erfolgen kann. Anders ausgedrückt: Jener Betrag bzw. Prozentsatz, den Kreditgeber mittels Vergabe eines Hypothekarkredites zu finanzieren bereit sind.

Belehnungsgrad brutto (Schweiz): Das Verhältnis zwischen Kreditbetrag und Wert einer Liegenschaft, ausgedrückt in Prozent.

Belehnungsgrad netto (Schweiz): Das Verhältnis zwischen Kreditbetrag abzüglich durch den Schuldner gestellter Zusatzsicherheiten und dem Wert einer Liegenschaft, ausgedrückt in Prozent.

Belehnungsobjekt (immobilienbezogen): Siehe → Beleihungsobjekt (immobilienbezogen).

Belehnungswert: Siehe → Beleihungswert.

Beleihungsauslauf (allgemein): Die Relation zwischen monetären Forderungen an einen Kreditnehmer und dem Marktwert von ihm gestellter Sicherheiten.

Beleihungsauslauf (immobilienbezogen): Das Verhältnis zwischen dem Gesamtbetrag zwecks Finanzierung einer → Immobilie bzw. eines Immobilienportfolios aufgenommener Darlehen und dem → Beleihungswert des Objekts bzw. Objektpakets.

Beleihungsgrenze (Kreditwesen, hier immobilienbezogen): Ein abhängig vom Wert einer Immobilie bestimmter Geldbetrag bzw. jener prozentuale Anteil des Liegenschaftswertes, den Kreditgeber als obere Schwelle einer Finanzierung festsetzen (müssen). Das maximale Kreditvolumen ergibt sich, indem Abschläge vom Beleihungswert vorgenommen werden, die sich u. a. aus mehr oder minder wirklichkeitsgerecht eingeschätzten Wertentwicklungs- und / oder Verwertungsrisiken ableiten.

Beleihungsobjekt (immobilienbezogen): Eine Immobilie (bebautes oder unbebautes Grundstück, Wohnung usw.), die als Sicherheit bzw. Pfand im Rahmen einer Baufinanzierung bzw. eines zwecks Kauf einer Immobilie aufgenommenen Kredits dient.

Beleihungsrelation (immobilienbezogen): Siehe → Beleihungsverhältnis (immobilienbezogen).

Beleihungssatz (Kreditwesen): Siehe → Beleihungsgrenze.

Beleihungsverhältnis (allgemein): Siehe → Beleihungsauslauf (allgemein).

Beleihungsverhältnis (immobilienbezogen): Siehe → Beleihungsauslauf (immobilienbezogen).

Beleihungswert (immobilienbezogen): Im Rahmen einer Kreditvergaben von einer Bank bzw. einem Finanzierungsinstitut für eine Immobilie angesetzter Wert, der regelmäßig deutlich unter dem Verkehrswert des jeweiligen Objektes liegt. Anders ausgedrückt: Der Beleihungswert beruht auf einem Sicherheitsabschlag; er spiegelt eine mehr oder minder begründete Vorstellung bezüglich des im Verwertungsfall erzielbaren Minimalpreises wider.

Beletage: Ein Lehnwort aus dem Französischen, das »schönes Stockwerk« bedeutet. Der Begriff bezog sich auf das am besten ausgestattete Geschoss von Adels- oder Großbürgerhäusern bzw. die am gediegensten ausgestattete Wohnung eines entsprechenden Hauses.

Beleihungswertermittlungsverordnung: Eine Vorschrift der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die Bestimmungen bezüglich der Bewertung bebauter und unbebauter Grundstücke enthält, die in Zusammenhang mit einer Immobilien-Kreditvergabe durch Banken durchzuführen ist.

Beleuchtung: Eine Erhellung eines Raumes oder Gegenstandes mittels künstlicher Lichtquellen oder mithilfe technischer, das Sonnenlicht lenkende Einrichtungen. Dem gegenüber wird eine Erhellung durch natürliches Licht als »Belichtung« bezeichnet.

Beleuchtungskonzept: Eine (realisierte) Planung des ästhetisch und / oder rein funktional orientierten Einsatzes von Leuchtkörpern bzw. lichttechnischen Mitteln (Lampen, Strahler usw.). Werden zudem natürliche Lichtquellen berücksichtigt, ist von »Lichtkonzept« zu sprechen.

Beleuchtungsplaner: Eine Person die → Beleuchtungsplanung auf professionellem Niveau betreibt.

Beleuchtungsplanung (Disziplin): Ein architektonisch bzw. innenarchitektonisch bedeutsames Feld, das sich mit der Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten befasst, die einen ästhetisch und / oder rein funktional orientierten Einsatz von Leuchtkörpern bzw. lichttechnischen Mitteln (Lampen, Strahler usw.) betreffen. Bezieht sich die Planung natürliche Lichtquellen ein, ist von »Lichtplanung« zu sprechen.

Beleuchtungsplanung (fallbezogen): Siehe → Beleuchtungskonzept.

Belgische Bauweise (Tunnelbau): Bei diesem Verfahren wird zunächst ein Firststollen vorgetrieben, der als Leitlinie für den Ausbruch der Kalotte dient. Nachdem diese abgestützt bzw. ausgemauert ist, werden die Widerlager ausgehend von einem Richtstollen durch seitliches Einschlitzen erzeugt. Der Tunnel entsteht gleichsam von oben nach unten.

Belichtung (Architektur, Kunst): Die Erhellung eines Raumes oder Gegenstandes durch natürliches Licht.

Belvedere (allgemein): Eine auf das Italienische zurückgehende Bezeichnung für ein speziell mit Blick auf die Aussichtsqualität errichtetes, Wohn- und / oder Repräsentationszwecken dienendes Bauwerk, Gebäude oder einen entsprechenden Gebäudeteil. Kennzeichnend ist eine Orientierung an der Blickweite und (zumeist) landschaftlichen Schönheiten. Beispiele bieten Dachterrassen von Schlössern, Villen und Palästen.

Belvedere (Gartenarchitektur): Ein als Aussichtspunkt gestalteter Pavillon, der vor allem bei Gartenschlössern und in Schlossparks der Renaissance und des Barock zu finden ist.

Belvedere (Name): Ein vor allem reizvoll gelegenen Garten- und Lustschlössern der Renaissance und des Barock angehefteter Name.

Belvederetürmchen: Eine kleine, (zumindest ursprünglich) schöne Aussichten erschließende Turmkonstruktion von Villen.

BelWertV: Das Kürzel für → »Beleihungswertermittlungsverordnung«.

Bema (Antike, Christentum): Ein erhöhter Altarbereich bzw. Altarraum früher → Basiliken.

Bema (antikes Griechenland): Eine dauerhafte, regelhaft aus Stein hergestellte Rednertribüne auf dem Hauptplatz (Agora) griechischer Städte.

Bema (Mittelalter): Ein unmittelbar an der → Chorschranke platziertes Pult, das für Lesungen bzw. Predigten diente. Im Laufe der Zeit wurde dieses Pult zur Kirchenkanzel fortentwickelt.

Bema (orthodoxes Christentum): Der Altarraum einer Kirche, der sich hinter einer dreitürigen, mit Ikonen geschmückten Wand (Ikonostase) befindet, die ihn vom Kirchenschiff abtrennt.