Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Baus – Bausti

Bausatzhaus: Ein modular bzw. Form einzelner Bauelemente bzw. Bauteile (Wände usw.) auf dem Baugrund angeliefertes Haus, dessen Montage und Innenausbau vom Bauherren selbst durchgeführt werden.

Bauschaum: Ein regelhaft auf Polyurethanbasis erzeugter Montageschaum, der zur Dämmung, Isolierung bzw. Abdichtung von Gebäuden bzw. Gebäudeteilen genutzt wird. Verwendet wird er u. a. beim Einbau von Tür- und Fensterstöcken. Der biologisch nicht abbaubare Schaum ist resistent gegen Einwirkungen von Benzin, Laugen, Wasser usw., reagiert jedoch auf UV-Einstrahlung.

Bauschnittholz: Ein mindestens 6 mm starkes, dem Vollholzholz zuzählendes Bauholz, das aus Rundholz hergestellt wird, indem ein Stamm der Länge nach zersägt wird.

Bauschreiner: Eine andere Bezeichnung des Bautischlers bzw. einer Fachkraft, die hölzerne Einbauteile eines Gebäudes (Fenster, Treppen, Türen) herstellt und einbaut. Anders als der → Zimmerer arbeitet der Bauschreiner schwerpunktmäßig im Innenausbau; er veredelt gleichsam den Rohbau.

Bauschreinerei (räumlich): Die → Werkstatt samt sonstiger benötigter Arbeitsräume eines → Bauschreiners bzw. einer entsprechenden Handwerksfirma.

Bauschutt: Vergleichsweise grobe, in gegebener Form nicht oder lediglich äußerst eingeschränkt zu (anderweitigen) baulichen Zwecken nutzbare Stoffreste bzw. Abfälle, die beim Errichten, dem Umbau, der Modernisierung und Sanierung oder dem Abriss von → Bauwerken, → Gebäuden oder → baulichen Anlagen anfallen.

Bauschuttdeponie (regulär): Ein Ort, an dem → Bauschutt behördlicherseits genehmigt auf Dauer oder temporär abgelagert werden darf und kann.

Bauschuttdeponie, wilde: Ein Ort, an dem → Bauschutt ungenehmigt bzw. widerrechtlich abgelagert wurde bzw. wird.

Bauschutthalde (Deponie): Eine seltener genutzte Bezeichnung für eine → Bauschuttdeponie.

Bausparen (allgemein): Der zielgerichtete Aufbau privaten Eigenkapitals, das für die Errichtung, den Kauf, die Erhaltung, → Modernisierung oder → Sanierung selbstgenutzten Wohneigentums eingesetzt werden soll. Der Eigenkapitalaufbau kann in Form regelmäßiger Einzahlung von Ansparraten – z. B. im Rahmen von → Bausparverträgen – erfolgen oder ungebunden und abhängig von der jeweiligen Mittelverfügbarkeit.

Bausparen (gefördert): Eine zweckgebundene, langfristige Form staatlicherseits begünstigten bzw. geförderten Sparens. Der Aufbau privaten Eigenkapitals dient dazu, zur Eigennutzung bestimmte Wohnobjekte (Einfamilienhaus, Eigentumswohnung usw.) zu errichten, zu beschaffen oder zu verbessern. Das Bausparen ist eine Säule der privaten Selbstvorsorge.

Bausparer (allgemein): Eine Person, die zielgerichtet Eigenkapital aufbaut, um es auf den Bau, den Erwerb, die Erhaltung, Modernisierung oder Sanierung eines selbstgenutzten Wohnobjektes (Einfamilienhaus, Eigentumswohnung usw.) zu verwenden.

Bausparer (vertragsbasiert): Im Rahmen eines → Bausparvertrages die Eigenmittel aufbauende und (bei Erfüllung ihrer vertraglichen Pflichten) zur Inanspruchnahme eines Bauspardarlehens berechtigte Partei.

Bausparkasse: Ein Kreditinstitut, dessen operatives Geschäft sich im Wesentlichen auf die Finanzierung von Wohnobjekten (Bau, Kauf) bzw. wohnbaulichen Maßnahmen (Modernisierung, Sanierung) beschränkt. Wichtigstes Finanzierungsinstrument ist der → Bausparvertrag. In Deutschland ist die geschäftliche Tätigkeit im Bausparkassengesetz geregelt.

Bausparsumme: Jener Geldbetrag, der im Rahmen eines → Bausparvertrages anzusparen ist, um die Zuteilung eines Bauspardarlehens veranlassen zu können. Der Betrag ergibt sich aus dem vorab definierten, auf die Vertragssumme bezogenen Prozentsatz, den angesparte Eigenmittel erreichen müssen.

Bausparvertrag: Ein zwischen einem bauwilligen oder am Kauf einer Immobilie interessierten Geldanleger und einer → Bausparkasse geschlossener Vertrag. Dieser dient weit überwiegend der Finanzierung zur Eigennutzung vorgesehener Wohnobjekte. Im Rahmen dieses Vertrages spart der Anleger über längere Zeit hinweg zu einem festen Satz verzinstes Geld an, bis die vereinbarte → Bausparsumme erreicht ist. Der Betrag der Bausparsumme entspricht einem vorab festgelegten Prozentsatz der Vertragssumme. Der Differenzbetrag wird dem Bausparer bei Zuteilungsreife des Sparvertrages in Form eines Bauspardarlehens gewährt. In Deutschland genießt der Bausparer einen vererbbaren Rechtsanspruch auf Gewährung dieses Darlehens.

Baustahl: Eine Oberbegriff für Stähle, die im Baubereich eingesetzt werden. Mehrheitlich handelt es sich um Grundstähle, also vergleichsweise preiswerte Stahlarten mäßiger Qualität. U. a. im Innenausbau kommen auch Edelstähle zum Einsatz. Ein typisches Beispiel für eine bauliche Stahlverwendung bilden die Bewehrungen bzw. Bewehrungseinlagen im → Stahlbetonbau.

Baustahlmatte: Eine gitterartige Verbindung aus verschweißten Betonstahlstäben, die zur Bewehrung von Fundamenten bzw. Bodenplatten, Decken, Wänden etc. aus Beton herangezogen wird. Die Baustahlmatte wird meist als »Betonstahlmatte« bezeichnet.

Baustatik: Im Bauwesen ein Teil der Tragwerksplanung, der sich mit der Standsicherheit und Zuverlässigkeit von Tragwerken befasst. Das Feld umfasst analytische und graphische Methoden, die angewandt werden, um einzelne Kräfte, die auf ein Bauwerk einwirken bzw. in einem Bauwerk wirken sowie deren Wechselwirkung zu bestimmen. Konkret geht es darum, die Lastabtragung des Tragwerks abzubilden bzw. lastbedingte Spannungen und Verformungen zu ermitteln. Regelhaft berücksichtigt die Statik dauernde Lasten (z. B. das Eigengewicht einer Konstruktion), veränderliche Lasten (Windlasten, Schneelasten usw.) sowie außergewöhnliche Lasten (z. B. Erdbeben).

Baustelle: Ein Ort, an dem ein Gebäude bzw. Bauwerk errichtet, baulich verändert oder abgebrochen wird.

Baustellenaufzug: Eine zu den »unstetigen« Förderanlagen zählende technische Einrichtung mit Kabine oder Fahrkorb, die zeitweilig zur vertikalen oder schrägen Beförderung von Baupersonal und Baustoffen eingerichtet wird.

Baustellen-Betonmischanlage: Ein mobiler Trommelmischer, der unmittelbar auf der Baustelle eingesetzt wird. Früher Standard, wich diese Art der Betonherstellung bei größeren Projekten einer Produktion in → Transportbeton-Mischanlagen.

Baustelleneinrichtung (gegenständlich): Eine Sammelbezeichnung für Geräte, Maschinen, Transport-, Produktions-, Steuerungs- und Lagereinrichtungen sowie Unterkünfte, die erforderlich sind, um ein Gebäude bzw. Bauwerk errichten, baulich verändern oder sachgerecht abreißen zu können.

Baustelleneinrichtung (prozessual): Alle Arbeitsschritte, die nötig sind, um einen Ort zu einer funktionstüchtigen → Baustelle zu machen. Konkret: Die Bereitstellung von Geräten, Maschinen, Transport-, Produktions-, Steuerungs- und Lagereinrichtungen und Unterkünften, die benötigt werden, um ein Gebäude bzw. Bauwerk errichten, baulich verändern oder abreißen zu können.

Baustellenverkehr (engerer Sinn): Sämtliche personen- und güterbezogenen Verkehrsabläufe, die auf dem Gelände einer Baustelle stattfinden. Die Organisation des Baustellenverkehrs zielt zuvorderst darauf ab, die Personensicherheit sowie effektive Arbeitsabläufe zu gewährleisten. Verkehrsbewegungen entstehen u. a. beim Abtransport von → Aushub und / oder Abbruchmaterial, bei der Anlieferung von → Baustoffen sowie bei der Verteilung benötigter Geräte und Baustoffe auf dem Baustellengelände.

Baustellenverkehr (weiterer Sinn): Der Personen- und Güterverkehr auf einem Baustellengelände sowie der baustelleninduzierte Verkehr im näheren Umfeld.

Baustellenzaun: Eine zeitweilige, sichtoffene oder geschlossene Einfassung einer Baustelle. In Deutschland zählen entsprechende Baustelleneinfassungen zu den genehmigungspflichtigen → Baustelleneinrichtungen. Baustellenzäune dienen verschiedenen Zwecken, so der Baustellensicherung (vor Diebstahl) oder als Sicht- und Emissionsschutz. In wohlhabenderen Staaten werden sie vielfach aus standardisierten, betongesockelten Drahtgitterelementen errichtet.

Baustil: Eine mehr oder minder klar definierten Grundsätzen folgende bauliche Gestaltungslinie, die sich auf die grundlegende Formensprache (Gebäudegeometrie usw.), Zierwerke, Innenraumgestaltungen und Bezüge zwischen Gebäude und Umgebung (Garten, Landschaft etc.) bezieht. Baustile spiegelten ursprünglich vor allem Anpassungen an (natürliche) Umfeldbedingungen wider. Mit zunehmender Komplexität menschlicher Gesellschaften wurden sie zu Ausdrucksmitteln herrschaftlicher Ansprüche (weltlich, kirchlich), die aufstrebende Epigonen (Bürgertum) imitierten und fortentwickelten. Jüngere Baustile stellen sich vielfach als Antithese zu ihren Vorläufern dar. Kurz: Baustile sind als baulich-ästhetische bzw. bautypologische Strömungen bzw. Moden aufzufassen.

Baustil, avantgardistischer: Ein umgesetztes baulich-gestalterisches Konzept, das architektonischen Moden der jeweiligen Zeit vorgreift, diesen vorauseilt, eine vom jeweiligen Architekten empfundene und / oder ihm zugestandene Vorreiterrolle spiegelt.

Baustil, barocker: Der in Italien entstandene Baustil einer von 1570 bis 1770 währenden europäischen Kulturepoche. Der bzw. das Barock folgte auf die Renaissance und ging in den → Klassizismus über. Kennzeichnend ist die kontrapunktische Ablösung der von Strenge und Schlichtheit geprägten renaissancezeitlichen Formensprache durch schwingende, runde Formen. Das Zusammenspiel üppig verzierter Kuppeln, Giebel, Säulen und Portale verdichtet sich – in späteren Phasen verstärkt – zu einem opulenten, von Lebensfreude getragenen Gesamteindruck. Der prunkende, der lebenslustige Barock vollendete sich voran im deutschsprachigen Raum; in Frankreich, den Niederlanden und anderen Staaten herrschte eine weniger verspielte Formensprache vor. Ein herausragendes Beispiel barocker Schlossarchitektur repräsentiert die Würzburger Residenz, die laut UNESCO als Synthese des europäischen Barocks anzusehen ist.

Baustil, brutalistischer: Eine baulich-gestalterische Umsetzung, deren Name sich von »béton brut« (Sichtbeton) ableitet. Es handelt sich um einen reduktionistischen Bau- bzw. Architekturstil, der zwischen den frühen 1950er und den ausgehenden 1960er Jahren Triumphe feierte. Kennzeichnend sind auf geometrische Körper aufbauende Gestaltungsansätze sowie – namensgebend – die Sichtbarkeit des als Baumaterial eingesetzten Betons (und anderer Baustoffe). Die Oberflächen blieben gewöhnlich unbearbeitet. Die Frühphase dieses Stils kennzeichnete die Materialbetonung, die folgende Phase regierte die Offenlegung der Gebäudetechnik als bestimmendes Moment.

Baustil, eklektischer: Ein (innen)architektonischer Stil, der eher als Gestaltungsprinzip aufzufassen ist. Kennzeichnend ist, dass unterschiedliche Kulturepochen kennzeichnende Stilelemente zu einem eigenständigen Gesamtbild verschmolzen werden. Die Eklektik beruht im Allgemeinen auf individuellen Vorlieben bzw. einem willkürlich anmutenden Ansatz. Eklektizistische Ansätze spiegeln sich in den meisten architektonischen und innenarchitektonischen Strömungen seit dem Aufkommen des → Klassizismus'.

Baustil, eklektizistischer: Siehe → Baustil, eklektischer.

Baustil, funktionalistischer: Eine baustilistische Strömung, die in ihrer reinen Form eine radikale Abkehr von ästhetischen Leitbildern unterlegt. Kennzeichnend sind Ansätze, die sich rein an der Zweckbestimmung des jeweiligen Gebäudes orientieren. Ihr Slogan: »Form folgt Funktion« bzw. »form follows function«.

Baustil, gotischer: Eine zwischen → Romanik und Renaissance stehende architektonische Linie. Voran die sakrale, von augenfälligem Höhenstreben geprägte Architektur dieser Ära weist ein Hauptmerkmal auf: Eine auf Raumwirksamkeit und Lichtdurchflutung setzende Konstruktionsweise. Die Außenwände zeigen sich von großflächigen Fenstern durchbrochen, die Innenräume kennzeichnen hohe Strebepfeiler und Kreuzrippengewölbe. Gewölbemassen und Wandstärken sind gegenüber romanischen Vorläufern erheblich verringert. Tragende konstruktive Elemente sind weitgehend aus dem Inneren in den Außenbau verlagert; sie stellen sich vielfach als eindrucksvolle Strebewerke dar. Die Konstruktion gotischer Bauwerke wurde durch eiserne Ring- und Zuganker unterstützt, die sich im 13. Jahrhundert verbreiteten. Zwei typische architektonische Elemente sind das → Spitzbogenfenster (derart hervorstechend, dass der Stil zunächst »Spitzbogensptil« genannt wurde) und das Maßwerk, ein um das Jahr 1215 erstmals in Erscheinung tretendes Zierelement. Der Begriff »Gotik« kam im 16. Jahrhundert in Italien auf; er wurde seinerzeit abfällig verwendet.

Baustil, gründerzeitlicher: Eine andere Bezeichnung für die stilistische Richtung des Historismus. Die auf den → Klassizismus folgende baulich-gestalterische Strömung wich ab 1890 nach und nach dem → Jugendstil. Anders als der Klassizismus orientierte sie sich nicht ausschließlich an antiken Vorbildern, sondern an der jeweiligen Formensprache einer ganzen Reihe älterer Stilepochen. Sie lehnte sich vor allem an Baustile bzw. Schmuckmotive an, die repräsentative Gebäude kennzeichneten. Vielfach wurden Elemente verschiedener Vorläufer in einem Gebäude verschmolzen. Der Name dieser uneinheitlichen Stilrichtung rührt daher, dass sie während der dem deutsch-französischen Krieg von 1870 / 1871 folgenden Phase stürmischer Unternehmensgründungen im industriellen Bereich die im deutschsprachigen Raum vorherrschende Architekturströmung darstellte.

Baustil, internationaler: Eine Anfang der 1920er Jahre aufgekommene Stilrichtung der klassischen Moderne, die mit einigem Recht eher als methodische Gestaltungslinie aufgefasst werden kann. Kennzeichnend ist eine funktionalistische und minimalistische Orientierung, die in ein von regelmäßig texturierten Flächen geprägtes Erscheinungsbild übersetzt wird, das eine von Leichtigkeit getragene Anmutung besitzt. Die Arbeit mit schmückenden Elementen ist der Strömung fremd – mit einer Ausnahme: der abstrakten Wandmalerei, die als Architektur betonendes Moment verstanden wird. Entsprechend der primär funktionalen Ausrichtung herrschen vielfach asymmetrische Grundrisse und ein modularer Gebäudeaufbau vor.

Baustil, islamischer: Eine Sammelbezeichnung für eine Reihe eng miteinander verwandter Stile. Siehe → Islamische Baukunst.

Baustil, klassizistischer: Die baustilistische Linie einer ab 1770 den → Barock ablösenden Periode, die gegen 1850 auszuklingen begann. Kennzeichnend war eine formensprachliche Orientierung am antiken Tempelbau griechischer Prägung, teils auch eine Rückbesinnung auf baulich-gestalterische Leitbilder der frühen italienischen Renaissance.

Baustil, manieristischer: Eine architektonische Linie im Übergang von der Hochrenaissance zum Frühbarock. Manieristische Bauten und Anlagen kennzeichnet eine gezierte, überkandidelte, teils ins Groteske spielende Anmutung; ihre allegorischen Elemente gaben dem »gemeinen Volk« Rätsel.

Baustil, monumentaler: Streng genommen kein Stil, sondern eine Sammelbezeichnung für bauliche Ausdrucksformen, die Größe betonen bzw. auf Größe als Leitmotiv beruhen. »Stilprägend« sind Ansätze, die alltägliche Maßstäbe sprengen, ins Gigantische überhöhen, den Betrachter bzw. Besucher eines Bauwerks gleichsam verzwergen. Teils bezwecken Monumentalbauwerke, Menschen einen Eindruck individueller Bedeutungslosigkeit zu vermitteln, teils sollen sie Stolz wecken, das Bewusstsein, einer Gemeinschaft (Klasse, Volk usw.) anzugehören, die anderen technisch und / oder kulturell überlegenen ist.

Baustil, monumentalistischer: Siehe → Baustil, monumentaler.

Baustil, neogotischer: Siehe → Baustil, neugotischer oder → Neugotik.

Baustil, neoromanischer: Siehe → Baustil, neuromanischer.

Baustil, neugotischer: Die baulich-gestalterische Ausdrucksform einer die gotische Formensprache aufgreifenden Strömung, deren Blütezeit zwischen 1830 und 1900 lag. Die mittelalterliche Vorbilder idealisierende und optisch häufig glättende Linie prägte vor allem den Kirchenbau sowie den Bereich staatlicher Einrichtungen (Postämter, Rathäuser, Universitäten usw.). Mit Blick auf bauliche Details wird fühlbar, dass neugotische Bauwerke stilistisch »reiner« als die meisten ihrer bemühten, über die Zeit hinweg überformten Vorbilder anmuten. Auch fällt auf, dass verbreitet industriell hergestellte Bauelemente eingesetzt wurden.

Baustil, neuromanischer: Eine baulich-gestalterische Strömung, die während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkam und bis um 1925 verbreitet war. Namensgerecht lehnte sich der Stil stark an romanische Vorbilder des westlichen Europa an, amalgamierte zugleich jedoch Elemente der byzantinischen Architektur; in den Kirchenbau flossen zudem gotische Konstruktionselemente (Kreuzrippengewölbe usw.) ein. Die Neuromanik verbreitete sich zunächst vor allem im kirchenbaulichen Bereich, griff später jedoch zunehmend auf Profanbauten über. Ein bekanntes Beispiel für ein neuromanisches Bauwerk (mit eklektischer Innenausstattung) ist Schloss Neuschwanstein in Hohenschwangau bei Füssen.

Baustil, plateresker (Spanien): Eine im ausgehenden 15. Jahrhundert aufgekommene baugestalterische Linie, die über rund zwei Jahrhunderte hindurch gepflegt wurde. Prägend ist eine Verbindung gotischer Raummuster mit einer eklektischen Mischung formensprachlicher Elemente, die aus der Mudéjar-Architektur, dem → Flamboyant und der toskanischen Frührenaissance übernommen wurden. Kennzeichnend sind augenfällig gegliederte, üppig verzierte Fassaden. Die Ornamentik erinnert an fein ausgearbeiteten Silberschmuck; daher rührt auch der Name (platero = Silberschmied). Ein Beispiel für ein im plateresken Stil errichtetes Bauwerk bietet die Universität von Salamanca.

Baustil, postmoderner: Eine uneinheitliche baulich-gestalterische Strömung, die Mitte der 1970er Jahre als Antwort auf den funktionalistisch orientierten Fortschrittsglauben der »Moderne« zu entstehen begann; sie wurde während der 1980er Jahre – gleichsam als Spiegel philosophischer und gesellschaftlicher Diskussionen – zur vorherrschenden architektonischen Modeströmung. Vertreter der Postmoderne wandten sich gegen die zunehmend als kalt, gefühlsarm, minimalistisch und maschinenhaft empfundenen Ausdrucksformen der »Modernen», voran der »Internationalisten«. Die Postmoderne brachte im Grunde keine neuen Formen hervor; vielmehr stellte sie herkömmliche Elemente in teils ironischer, teils skurril anmutender Manier zusammen oder verlieh ihnen neue Funktionen. Die Postmoderne setzte gleichsam auf die »Sprache des Gegenständlichen«; sie wies Objekten eher »kommunikative« bzw. wahrnehmungsbezogene als alltagstaugliche funktionale Rollen zu.

Baustil, romanischer: Eine europäische Architekturlinie, die vom Anfang des 11. Jahrhunderts bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts, in manchen Regionen bis um 1350, vorherrschte war. Der Begriff spielt auf eine unverkennbare Orientierung an der römischen Baukunst an. Von dieser entlehnt, jedoch zu einer eigenen Mischung fortentwickelt, wurden Gewölbeformen, Pfeiler, Säulen und – vor allem – der Rundbogen. Kennzeichnend sind starke, von vergleichsweise wenigen, häufig kleinflächigen Fenstern aufgelöste Mauern, der bereits erwähnte Rundbogen und von → Würfelkapitellen abgeschlossene Säulen. Gegenüber lichtdurchfluteten gotischen Bauwerken stellen sich die Innenräume profaner wie sakraler romanischer Bauwerke schummrig bzw. düster dar. Häufig wird der romanische Stil – wie eine Stillinie des Spätklassizismus – als »Rundbogenstil« bezeichnet.