Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Baul – Baur

Bauland: Grundstücke bzw. Flächen, deren natürliche und rechtliche Eigenschaften eine Bebauung zulassen bzw. deren Bebauung in absehbarer Zeit wahrscheinlich ist. Dies bedeutet nicht zwingend, dass eine Bebauung zulässig sein wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Bebauung wird von Lagemerkmalen, Bevölkerungsentwicklung, Planungsabsichten usw. beeinflusst. Zulässig ist eine Bebauung, wenn jeweilige Vorhaben den Maßgaben des Bebauungsplans entsprechen, die Erschließung gesichert ist und Projekte im Sinne baugesetzlicher Bestimmungen als unbedenklich einzustufen sind.

Baulandaufschließung: Die insbesondere in Österreich verwendete Entsprechung der → »Baulanderschließung«.

Baulanderschließung: Ein Vorgang, der alle baulichen Maßnahmen und rechtlichen Vorgänge umfasst, die durchzuführen sind, um ein Grundstück oder eine Reihe von Grundstücken in einen Zustand überzuführen, der eine ordnungsgemäße Bebauung zulässt. Der Begriff bezieht sich insbesondere auf wohnungswirtschaftliche und gewerbliche Nutzung (ausgegrenzt sind land- und forstwirtschaftliche Anbauflächen usw.). Konkret steht der Begriff für die Herstellung von Anschlüssen an das Ver- und Entsorgungsnetz sowie das Straßen- und Wegenetz.

Baulast (Verkehrswesen): Die Gesamtheit aller Aufgaben, die sich mit dem Bau und der Unterhaltung von → Straßen verbinden.

Baulastträger (Verkehrswesen): Eine öffentliche Institution oder privatwirtschaftliche Firma, die Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung / Modernisierung einer öffentlichen Straße zu verantworten hat.

Bauleistung (fachliche Zuordnung): Siehe → Bauleistungen.

Bauleistungen: Eine Sammelbezeichnung für Arbeiten, die körperlich und / oder maschinell erbracht werden und unmittelbar der baulichen Herstellung, der Instandhaltung, Instandsetzung, Modernisierung, Sanierung und der Beseitigung von Gebäuden, Bauwerken und baulichen Anlagen dienen. Definitorisch entscheidend ist, dass diese Arbeiten unmittelbar substanzwirksam sind und damit (überwiegend) auf dem jeweiligen Areal stattfinden. In diesem Sinn zählt die unmittelbare Steuerung des physischen Einsatzes von Menschen und Maschinen einschließlich der vorbereitenden Organisationsplanung zu den Bauleistungen, während anderweitige Planungs- und Beratungsleistungen durch das Raster fallen.

Bauleiter: Eine für die Organisation bzw. Koordination der Bauausführung verantwortliche Fachkraft, die sicherzustellen hat, dass die bauliche Ausführung den Inhalten der Baugenehmigung sowie den Ausführungsplänen und Leistungsbeschreibungen entspricht. Weiterhin verantwortet sie die Einhaltung anerkannter Regeln der Technik sowie sonstiger einschlägiger Vorschriften.

Bauleitplan: Ein von Kommunen aufzustellender Plan, in dem die angestrebte bzw. statthafte bauliche Entwicklung niedergelegt wird. Zu unterscheiden sind zwei Arten von Bauleitplänen: 1. Der Flächennutzungsplan. Er bezieht sich auf das gesamte Gemeindegebiet, trifft jedoch keine fallbezogen verbindlichen Festsetzungen. Ihrem Charakter nach sind FLNP vorbereitende Bauleitpläne. 2. Der Bebauungsplan. Aufbauend auf dem Flächennutzungsplan entwickelter Bauleitplan, der sich Teile des Gemeindegebiets beschränkt und verbindlich regelt, wie Grundstücke bebaut werden dürfen.

Bauleitplan, verbindlicher: Ein → Bebauungsplan. Siehe auch → Bauleitplan.

Bauleitplan, vorbereitender: Ein → Flächennutzungsplan. Siehe auch → Bauleitplan.

Bauleitplanentwurf: Namensgerecht der Entwurf einer baurechtlichen Leitlinie, der inhaltlich Bestand haben kann, womöglich jedoch erheblich abzuwandeln oder zu verwerfen ist.

Bauleitung: Diese Tätigkeit umfasst die Organisation der Bauausführung auf einer Baustelle bzw. innerhalb eines Baustellenabschnittes sowie die Sicherstellung, dass die bauliche Ausführung den Vorgaben der Baugenehmigung, den Ausführungsplänen und Leistungsbeschreibungen entspricht und anerkannte Regeln der Technik sowie sonstige projektrelevante Vorschriften eingehalten werden.

Baulicher Brandschutz: Ein Teilbereich des Brandschutzes, der alle baulichen Maßnahmen umfasst, die einer Entstehung und Ausbreitung von Bränden vorbeugen, eine wirksame Brandbekämpfung ermöglichen und eine erfolgreiche Rettung gewährleisten. Neben der Anlage von Brandabschnitten, dem Einbau automatischer Brandbekämpfungseinrichtungen (Sprinkler usw.) sowie der Realisierung sicherer Fluchtwege erweist sich die Verwendung feuerwiderständiger Baustoffen bzw. der Einsatz von Baustoffen mit zweckoptimalen Brandeigenschaften als entscheidend.

Baulicher Holzschutz: Zumeist als »konstruktiver Holzschutz« bezeichnet. Es handelt sich um einen Oberbegriff für bauliche und bauphysikalische Maßnahmen, die dazu dienen, eine lange, unbeeinträchtigte Funktion verwendeter Bauhölzer bzw. eingesetzter Holzwerkstoffe zu gewährleisten. Der bauliche Holzschutz beginnt im Grunde mit einer zweckbezogen optimalen Holzauswahl; er mündet in eine Verbauung eingesetzter Holzbauteile, die diese schädlichen Einflüssen weitestgehend entzieht.

Baulinie (Bauleitplanung): Ein anderes Wort für »Fluchtlinie«. Die Grenze zwischen Bebauung bzw. der Grenze einer statthaften Bebauung und Verkehrsflächen (Gehwege, Grünstreifen, Straßen). Sofern eine Baulinie festgesetzt ist, muss die Gebäudefront unmittelbar an dieser liegen. Frühere Entsprechungen der Baulinie waren »Bauflucht« und »Baukante«.

Baulos: Ein einzelner baulicher Abschnitte bzw. ein → Gewerk eines Gebäudes bzw. Bauwerkes. Baulose können sich auf räumliche Teilbereiche oder baulogische Abfolgen beziehen. Der Begriff geht auf ein früher verbreitetes Vergabeverfahren zurück, bei dem verschiedenen Anbietern einzelne Aufgaben per Losentscheid zugeteilt wurden.

Baulöwe: Ein bildhafter, auf einen großen, etwas selbstgefälligen Bauunternehmer abhebender Ausdruck.

Baulücke: Ein unbebautes, gemäß → Flächennutzungs- bzw. → Bebauungsplan grundsätzlich entwicklungsfähiges Areal, das (mindestens) zweiseitig von Gebäuden bzw. einer Bebauungen eingefasst ist. Verbreitet werden auch minderbebaute Grundstücke als Baulücken eingestuft. Beide Arealarten stellen städtische Baulandreserven dar.

Baulückenerhebung: Die systematische Erfassung bestehender → Baulücken. Die Aufnahme erfolgt zumeist im Rahmen örtlicher Begehungen und / oder anhand von Luft- bzw. Satellitenbildauswertungen.

Baulückenkataster: Ein kartographisch unterlegtes Verzeichnis, systematisch erhobener Baulücken bzw. nicht bebauter, grundsätzlich jedoch bebaubarer Flächen, die von Gebäuden bzw. einer Bebauungen eingefasst sind. Diese Areale stellen städtische Baulandreserven dar. Im Kataster werden regelhaft zugleich in → Flächennutzungs- und → Bebauungsplänen verankerte Festlegungen abgebildet. Ein entsprechendes Kataster bildet die Grundlage für gezieltes Baulückenmanagement. Ein gelungenes Beispiel bietet das »Baulückenkataster für das dichtbebaute Wiener Stadtgebiet«.

Baulückenmanagement: Der auf → Baulückenerhebungen bzw. ein → Baulückenkataster aufsetzende Umgang mit → Baulücken. Konkret geht es darum, entsprechende Areale im Zuge einer städtebaulichen Nachverdichtung nutzbar zu machen. Es handelt sich im Wesentlichen um eine kommunale bzw. kommunal initiierte und gesteuerte Aufgabe. Grundstücke können beispielsweise von der Gemeinde ge- oder verkauft werden, um eine dem Umfeld entsprechende bzw. bestehende Nutzung ergänzende Entwicklung einzuleiten. Auch kann die Gemeinde auf jeweilige Eigentümer zugehen, um eine Bebauung zu motivieren bzw. die Modalitäten einer Entwicklung abzustimmen.

Baulückenverzeichnis: Siehe → Baulückenkataster.

Baumarkt (Einzelhandel): Ein auf Selbstbedienung bzw. Kundenvorauswahl beruhender Einzelhandelsbetrieb, der auf überdachten Verkaufsflächen ab 1.000 qm mindestens 25 Warengruppen aus den Bereichen Holz, Baustoffe, Sanitär / Heizung, Eisenwaren / Werkzeuge, Raumausstattung, Elektro (Maschinen, Kabel, Stecker usw.) führt. Zu dieser Betriebsform zählen endverbraucherorientierte Märkte, die ein breites Sortiment ohne einseitigen Schwerpunkt anbieten. Gemäß dieser Definition ist der Baumarkt kein Fachmarkt. Seit Jahren ist die Angliederung von Gartencentern bzw. entsprechenden Abteilungen üblich.

Baumarktkette: Ein Unternehmen, das mehrere → Baumärkte in Eigenregie betreibt oder ein Verbund auf Franchise- bzw. Genossenschaftsbasis geführter Baumärkte.

Baumaschine: Ein im Bau- und Baunebengewerbe verwendetes mobiles oder stationäres Gerät, das Teile beinhaltet, die von einem Antriebssystem bewegt werden. Es dient dazu, bauliche Aufgaben zu erleichtern bzw. zu erfüllen. Beispielsweise wird es genutzt es dazu Baustoffe zu be- und verarbeiten, zu transportieren, aufzutragen oder einzubringen. Baumaschinen werden auch als »Baugeräte« bezeichnet.

Baumasse (Deutschland): Summiertes Raumvolumen aller Vollgeschosse und genehmigten Aufenthaltsräume in Dach- und Kellerbereichen eines Gebäudes oder Bauwerks. Eingeschlossen sind Decken und Wände. Der Begriff »Masse« ist in dieser Verwendung sinnwidrig, da er auf Volumina bezogen wird.

Baumassenzahl (BMZ): Kennzahl, die angibt, welches bauliche Raumvolumen in Kubikmeter je qm Grundstücksfläche vorhanden bzw. statthaft ist. Die Vorgabe einer BMZ erfolgt regelhaft nur im Bereich von Gewerbe-, Lager- und Industriegrundstücken.

Baumassenziffer (Schweiz): Eine Kennzahl, die das maximal zulässige bzw. das bestehende Verhältnis zwischen oberirdischem Gebäudevolumen und Grundstücksfläche angibt. Es handelt sich um die eidgenössische Entsprechung der deutschen → Baumassenzahl. Die Baumassenziffer wird auch »Volumenziffer« genannt.

Baumaterial: Eine laienhafte Bezeichnung für »Baustoff«. Eine natürliche oder künstliche Materie, die zu baulichen Zwecken eingesetzt wird.

Baumhaus: Ein aus Holz und / oder künstlich erzeugten Leichtbaustoffen hergestelltes → Haus, das von einem oder mehreren Bäumen getragen wird und sich in nennenswerter Höhe über dem Erdboden befindet.

Baumhotel: Ein Hotel, dessen räumliche Einheiten in das Astwerk von Bäumen gebaut sind.

Baumischverfahren: Eine Technik der Bodenverfestigung durch Einbringen von Bindemitteln in den Boden am Maschineneinsatzort. Siehe → Bodenstabilisierer.

Baumwollplantage: Eine großflächige landwirtschaftliche Nutzungseinheit, die auf einer planmäßigen Anpflanzung von Baumwollsträuchern sowie deren ertragsorientierter Pflege gründet. Kennzeichnend ist eine arbeitsaufwendige, absatzorientierte Massenerzeugung in Monokultur. Zur Plantage im weiteren Sinn zählen alle betrieblichen Anbauflächen, erschließende Wege und Straßen sowie sämtliche Betriebs- und Wohngebäude.

Baumwollputz: Ein auf den Einsatz in Innenräumen beschränkter Wand- und Deckenputz, der aus Zellulose als Bindemittel, Baumwollfasern, Füllstoffen und Effektstoffen hergestellt wird. Diese Beschichtung bleibt in aller Regel sichtbar, wird also weder tapeziert noch anderweitig überdeckt.

Baunaht: Eine andere Bezeichnung der Bauwerks- bzw. Bautrennfuge. Es handelt sich um eine spaltartige, mehr oder minder stark sichtbare Öffnung zwischen zwei Gebäuden, Gebäudeflügeln oder Bauabschnitten. Eine Baunaht tritt regelhaft auf, wenn Gebäude nacheinander errichtet werden.

Baunebengewerbe: Zu dieser bauwirtschaftlichen Sparte zählen alle Handwerksfirmen bzw. Gewerke, die sich dem Ausbau von Gebäuden widmen. Stellvertretend angeführt seien Bauschlosser, Maler, Tapezierer, Klempner und Schreiner. Das Baunebengewerbe wird auch als »Ausbaugewerbe« bezeichnet.

Baunebenkosten: Alle nicht unmittelbar auf den Bauvorgang bezogenen Kosten, die sich mit der Umsetzung eines Bauvorhabens verbinden. Die wichtigsten Positionen sind Finanzierungs-, Planungs- und Genehmigungskosten. Es handelt sich um Vorleistungen, die sich nicht materiell im Baukörper niederschlagen. Die Baunebenkosten bewegen sich im Regelfall zwischen 12 und 15 % der reinen Baukosten.

Baunutzungsuntersagung: Ein behördliches Verbot, ein Gebäude bzw. eine bauliche Anlage (weiterhin) zu nutzen. Im Fokus stehen Immobilien rechtswidrigen Charakters, baufällige Gebäude, als unzumutbar erachtete Wohnobjekte u. a. m.

Baunutzungsverordnung (BauNVO): Eine das Baugesetzbuch ergänzende bzw. präzisierende Verordnung: Sie regelt u. a. detailliert, welche Baugebiete in kommunalen Bebauungsplänen festgesetzt werden können.

BauNVO: Siehe → Baunutzungsverordnung.

BauO (Baurecht, Deutschland): Die Verkürzung von »Bauordnung«.

Bauoberleitung: Die Koordination bzw. Steuerung aller baulichen Aufgaben, die auf einer Baustelle anfallen. Weiterhin beinhaltet das Tätigkeitsfeld die Sicherstellung, dass die bauliche Umsetzung den Inhalten der Baugenehmigung, den Ausführungsplänen und Leistungsbeschreibungen entspricht und anerkannte technische Regeln und baurelevante Vorschriften eingehalten werden.

Bauordnungsamt: Siehe → Bauordnungsbehörde.

Bauordnungsbehörde: Ein mit baulichen Fragen befasstes Amt, dessen Aufgabe es ist, die Einhaltung öffentlich-rechtlicher Vorschriften und auf deren Grundlage erlassener Anordnungen zu gewährleisten. Im Brennpunkt steht die Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenvermeidung in Zusammenhang mit der Errichtung oder Nutzungsänderung, dem Umbau oder Abbruch von Gebäuden, Bauwerken und baulichen Anlagen. Die Arbeit vollzieht sich im Rahmen von Baugenehmigungsverfahren und Bauordnungsverfahren. Siehe auch → Bauordnungsrecht.

Bauordnungsrecht (Deutschland): Ein dem (besonderen) Verwaltungsrecht zugeordneter Teil des Baurechts, der Voraussetzungen für die fallbezogene Zulässigkeit baulicher Vorhaben regelt. Er gliedert sich in einen materiellen und einen formellen Bereich. Das materielle Bauordnungsrecht thematisiert Gesichtspunkte, die sich unter dem Oberbegriff »Gefahrenvermeidung« fassen lassen (Brandschutz, Abstandsflächen, Standsicherheit usw.). Der formelle Ast betrifft Zuständigkeiten und Rahmenbedingungen bauaufsichtlicher Entscheidungen, die im Zusammenhang mit Genehmigungsverfahren bedeutsam sind.

Bauordnungsverfahren: Ein Verfahren, das zur Abwehr von Gefahren durchgeführt wird, die durch Verstöße gegen geltendes Baurecht entstehen (können). Es kommt insbesondere zur Anwendung, wenn Gebäude bzw. bauliche Anlagen ungenehmigt erstellt, umgebaut oder abgebrochen werden, ungenehmigte Nutzungsänderungen vollzogen oder Abweichungen von der Baugenehmigung festgestellt werden. Mittel zur Gefahrenabwehr sind Bescheide und Ordnungsverfügungen, voran → Baubeseitigungsverfügungen, Baueinstellungsverfügungen und Nutzungsuntersagungen.

Bauplanungsrecht: Gesetze und Verordnungen, bindende Regularien und Normen, die sich auf die Nutzung bzw. Bebaubarkeit von Grundstücken beziehen.

Bauplatte (Allgemeinverständnis): Ein vergleichsweise dünnes, rechteckig oder quadratisch geformtes Flächenelement, das für bauliche Zwecke eingesetzt wird.

Bauplatte (fachsprachlich): Ein flächenhaftes Element, das mit Glasgewebe armierte Zementbeschichtungen besitzt, die eine aus extrudiertem Polystyrol hergestellte Kernschicht einfassen. Eingesetzt werden Bauplatten im → Trockenbau sowie im Bereich der Fliesenverlegung.

Baupolizei: Die Kurzbezeichnung von → »Baupolizeibehörde«.

Baupolizeibehörde: Eine andere Bezeichnung der Bauaufsichts- bzw. Bauordnungsbehörde. Ein mit baulichen Fragen befasstes Amt, dessen Aufgabe es ist, die Einhaltung öffentlich-rechtlicher Vorschriften und auf diesen beruhender Anordnungen zu gewährleisten. Im Brennpunkt steht die Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenvermeidung in Zusammenhang mit der Errichtung oder Nutzungsänderung, dem Umbau oder Abbruch von Gebäuden, Bauwerken und baulichen Anlagen. Die Arbeit vollzieht sich im Rahmen von Baugenehmigungsverfahren und Bauordnungsverfahren. Siehe auch → Bauordnungsrecht.

Baupreisindex: Eine statistische Zeitreihe, die Veränderungen der von Bauherren gezahlten bzw. von Bauunternehmen am Markt durchgesetzten Baupreise abbildet. Die Indexwerte beinhalten somit die Firmenmargen.

Bauprofil (Schweiz): Zumeist als »Baugespann« bezeichnet. Es handelt sich um ein Arrangement aus Stangen und Winkellatten bzw. von Stangen mit Winkellatten, das eingesetzt wird, um wesentliche Dimensionen (Grundriss, Höhe) eines geplanten Gebäudes ersichtlich zu machen. Ein Bauprofil ist herzustellen, bevor ein Bauantrag eingereicht wird.

Baurecht (öffentliches): Die Gesamtheit aller Rechtsnormen, die zur Regelung baulicher Aktivitäten bzw. der Bautätigkeit dienen.

Baurecht (Nutzungsrecht, Österreich): Das Gegenstück zum deutschen Erbbaurecht. Es handelt sich um ein grundstücksgebundenes, also vererbliches und veräußerbares dingliches Recht an einem fremden Grundstück. Es berechtigt den Baurechtsnehmer, ein Grundstück über eine vereinbarte Laufzeit hinweg gegen (zumeist) regelmäßige Zahlung eines Entgeltes zu nutzen und darauf zu bauen. Er ist Eigentümer der Gebäude bzw. baulichen Anlagen und zugleich Nutznießer des Bodens. Mit Ablauf der vertraglichen Bindungsfrist gehen die Gebäude gegen Zahlung einer angemessenen Summe in das Eigentum des Erbbaugebers über. Nicht zu verwechseln ist das Baurecht mit dem → Superädifikat.

Baurecht (Nutzungsrecht, Schweiz): Wie in Österreich das Recht bzw. die Befugnis, ein Gebäude, Bauwerk und / oder eine bauliche Anlage auf einem fremden, einem Dritten gehörenden → Grundstück zu errichten.

Baurechtsamt: Siehe → Bauaufsichtsamt.

Baureferat: Die federführend für das Bauwesen bzw. bauliche Belange zuständige Abteilung einer Behörde.

Baureife (Grundstück): Ein Zustand, der gegeben ist, wenn ein unbebautes Grundstück vollständig erschlossen ist, im Bebauungsplan als Bauland festgesetzt wurde und aus technischer wie rechtlicher Perspektive als sofort bebaubar eingestuft werden kann.

Bauruine: Eine geläufige Bezeichnung für ein in wesentlichen Teilen unvollendet gebliebenes → Gebäude oder → Bauwerk.

Baurundholz: Von Ästen und Rinde befreite oder rundgeschälte Stämme bzw. Stammabschnitte, die für bauliche Zwecke eingesetzt werden.