Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Bau – Baug

Bau (Disziplin): Kurzbezeichnung für → Bauwirtschaft oder → Baugewerbe.

Bau (Gebäude): Kurzbezeichnung für → Bauwerk oder → Gebäude.

Bau (Justizvollzug): Eine umgangssprachliche Bezeichnung für ein Gefängnis bzw. eine Justizvollzugsanstalt.

Bauabnahme (bauaufsichtlich): Gemäß deutscher Bauordnung der Übergang von der Ausführungsphase eines Gebäudes bzw. Bauwerkes in dessen Nutzungsphase. Im Rahmen der Abnahme wird bauaufsichtlich überprüft, ob die Ausführung baurechtlichen und bautechnischen Vorschriften entspricht.

Bauabnahme (privatwirtschaftlich): Die von Bauherrenseite erteilte Bestätigung, dass der Auftragnehmer eines Bauprojektes vereinbarte Leistungen ordnungsgemäß und vollständig erbracht hat. Gewöhnlich beruht diese Bestätigung auf einer sorgfältigen Prüfung der jeweiligen Immobilie. Bis zur endgültigen Abnahme liegt die Beweispflicht bei beanstandeten Mängeln bzw. bei Feststellung nicht vertragsgemäß ausgeführter Arbeiten beim Auftragnehmer. Auch nach vollzogener Abnahme können entdeckte Unzulänglichkeiten beanstandet und Nacharbeiten eingefordert werden, doch kehrt die Abnahme die Beweislast um. Sollte eine Immobilie Mängel erkennen lassen, die einen zweckentsprechenden Gebrauch dauerhaft einschränken, kann der Bauherr die Abnahme verweigern.

Bauabnahme, fiktive: Eine gleichsam automatische Form der Abnahme, die in zwei Varianten vorkommt: 1. Ein Gebäude gilt als abgenommen, wenn der Auftragnehmer schriftlich – etwa durch Zustellung einer Schlussrechnung – feststellt, dass vereinbarte Leistungen erbracht sind und der Bauherr nicht innerhalb einer Frist von zwölf Werktagen widerspricht bzw. auf nicht oder mangelhaft erbrachte Leistungen verweist. 2. Als fiktiv abgenommen kann ein Objekt auch gelten, wenn es sechs Werktage unbeanstandet bezogen ist bzw. genutzt wurde.

Bauabnahme, förmliche: Die übliche Form der Abnahme, bei der Auftragsnehmer und Bauherr die Immobilie gemeinsam begehen. In diesem Rahmen werden eventuelle Mängel, unerledigte Arbeiten etc. erfasst und protokolliert. Das Protokoll ist von beiden Parteien zu unterschreiben.

Bauabnahme, stillschweigende: Eine mittelbare Abnahme, ohne gemeinsame Objektbegehung durch Bauherrn und Auftragnehmer. Die Abnahme gilt als vollzogen, wenn der Bauherr das Gebäude stillschweigend bezieht und / oder die gestellte Abschlussrechnung begleicht.

Bauabnahmeprotokoll: Eine schriftliche Beschreibung des Verlaufs einer von Bauherrn und Auftragnehmer (Bau-, Handwerksunternehmen) vorgenommenen Objektbegehung. Das Dokument beinhaltet eine Aufstellung geprüfter Gewerke bzw. Einrichtungen und Installationen und benennt womöglich festgestellte Ausführungsmängel.

Bauabnahmeprozess: Die Organisation und Durchführung (Ortsbegehung usw.) einer → Bauabnahme einschließlich ihres formalen Abschlusses.

Bauabnahmetermin (Bauabnahme): Das Datum, an dem ein Gebäude – regelhaft im Rahmen einer Begehung – abgenommen wird bzw. jener Zeitpunkt, an dem eine → Bauabnahme abgeschlossen ist.

Bauabnahmeverweigerung: Gemäß Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) ist ein → Bauherr berechtigt, die → Abnahme eines → Gebäudes bzw. → Bauwerks zu verweigern, wenn die Ausführung wesentliche Mängel aufweist, die eine Beseitigung erfordern. Als »wesentlich« gilt ein Mangel, wenn erbrachte Leistungen kein Ergebnis zeitigen, das vertraglich zugesicherte Eigenschaften aufweist. Grundsätzlich liegt ein wesentlicher Mangel vor, wenn gegen anerkannte Regeln der Technik verstoßen wird und der Wert oder die Tauglichkeit des Gegenstandes nicht gewährleistet oder erheblich beeinträchtigt ist. Besteht eine auf Grundlage des BGB-Werksvertragsrechts geschlossene Vereinbarung, berechtigt jeder Mangel zur Abnahmeverweigerung.

Bauamt: Eine Sammelbezeichnung für Behörden bzw. öffentlich-rechtliche Körperschaften, die mit Bauangelegenheiten auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene betraut sind. Diesen Instanzen obliegt es, die Hoch- und / oder Tiefbauvorhaben der jeweiligen Körperschaft zu verantworten.

Bauantrag (Deutschland): Bei der unteren Bauaufsichtsbehörde schriftlich einzureichender Antrag, ein bauliches Vorhaben genehmigt zu bekommen. Im Allgemeinen ist ein entsprechender Antrag von einem bauvorlageberechtigten Planer zu entwerfen bzw. einzureichen. Mit dem Bauantrag sind alle beurteilungs- und bearbeitungsnotwendigen Dokumente einzureichen.

Bauaufmaß (gegenständlich): Die im Zuge einer Gebäudeerfassung erstellten Zeichnungen.

Bauaufmaß (prozessual): Die Erfassung und zeichnerische Darstellung eines Gebäudes, Bauwerks oder Gebäude- bzw. Bauwerksteils. Die Erfassung kann in unterschiedlichen Genauigkeitsgraden in Bezug auf Maßstäblichkeit, Verformungen usw. erfolgen.

Bauaufsichtsamt: Eine mit baulichen Fragen befasste Behörde, deren Zweck darin liegt, die Einhaltung öffentlich-rechtlicher Vorschriften und auf diesen beruhender Anordnungen zu gewährleisten. Im Brennpunkt steht die Gefahrenabwehr bzw. Gefahrenvermeidung in Zusammenhang mit der Errichtung oder Nutzungsänderung, dem Umbau oder Abbruch von Gebäuden, Bauwerken und baulichen Anlagen. Die Arbeit vollzieht sich im Rahmen von Baugenehmigungsverfahren und Bauordnungsverfahren. Mittel zur Gefahrenabwehr sind Bescheide und Ordnungsverfügungen, voran → Baubeseitigungsverfügungen, Baueinstellungsverfügungen und Nutzungsuntersagungen. Siehe auch → Bauordnungsrecht.

Bauaufsichtsbehörde: Siehe → Bauaufsichtsamt.

Baubehörde: Siehe → Bauamt.

Bauberufsgenossenschaft: Die offizielle Bezeichnung lautet »Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft«. Es handelt sich um die gesetzliche Unfallversicherung für Unternehmen der Bauwirtschaft sowie baunahe Dienstleister.

Bau-Berufsgenossenschaft: Siehe → Bauberufsgenossenschaft.

Baubeseitigung: Ein Abbruch, Abriss, Rückbau eines Gebäudes, Bauwerks oder einer baulichen Anlage.

Baubeseitigungsverfügung: Umgangssprachlich »Abrissverfügung« genannt. Es handelt sich um eine behördliche Anordnung, ein Gebäude oder eine bauliche Anlage vollständig oder in Teilen abzureißen und – implizit – den anfallenden Schutt zu entsorgen. Dieses Mittel zur Durchsetzung öffentlich-rechtlicher Vorschriften ist einsetzbar, wenn betroffene Objekte formell und materiell baurechtswidrig sind und kein rechtmäßiger Zustand herbeizuführen ist. Formell rechtswidrig ist eine genehmigungspflichtige bauliche Anlage u. a. dann, wenn sie ungenehmigt errichtet wurde, erheblich von den Maßgaben einer erteilten Genehmigung abweicht, die Genehmigung hinfällig wurde oder eine Bauanzeige fehlt. Materiell baurechtswidrig sind Anlagen, die gegen materielle Vorschriften des Bauplanungsrechts, des Bauordnungsrechts usw. verstoßen.

Baubetriebshof: Ein von einem privaten Bauunternehmen unterhaltenes, üblicherweise mit Freiflächen, Hallen und anderweitigen Betriebsgebäuden ausgestattetes Areal, das als Lagerplatz für Baumaschinen, Bau- und Wartungsgeräte sowie Baustoffe genutzt wird.

Baubewilligung: Eine vor allem in Österreich gebräuchliche Bezeichnung. In Deutschland wird zumeist von »Baugenehmigung« gesprochen. Eine behördliche Erlaubnis, ein Grundstück zu bebauen, einer anderen Nutzung zuzuführen oder bestehende Gebäude und bauliche Anlagen zu verändern. Eine zu beantragende Baugenehmigung wird regelhaft erteilt, wenn das jeweilige Vorhaben maßgeblichen Vorschriften des öffentlichen Baurechts entspricht.

BauBG: Das Kürzel für → »Bauberufsgenossenschaft« (auch »Bau-Berufsgenossenschaft»). Die offizielle Bezeichnung lautet »Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft«.

Baublock: Baublock: Ein mehrere Flur- bzw. Grundstücke umfassender, von Straßen oder Schienen eingefasster und / oder von topographischen Linien definierter Gebäudekomplex.

Bauboom: Eine Periode weit überdurchschnittlich entwickelter privater und / oder kommerzieller Bautätigkeit.

Baubotanik: Ein Ansatz, der darauf abzielt, lebende bzw. wachsende Pflanzen, insbesondere Bäume, und vom Menschen erzeugte Konstruktionselemente zu einem statischen System zu verbinden.

Bauensemble: Eine Gebäudegruppe, deren eigenständig errichtete Bauten als funktionaler und / oder architektonischer Verbund wahrgenommen werden, wobei die optische Gesamtwirkung über der Ausstrahlung jeweiliger Einzelgebäude steht.

Bauernburg: Eine nicht dauerhaft bewohnte, sondern nur bei drohenden Überfällen bzw. in Kriegszeiten bezogene Verteidigungsanlage bäuerlicher Gemeinschaften. Zudem wurden Bauernburgen teils zur sicheren Einlagerung von Wintervorräten genutzt. Diese umwallten Anlagen werden zumeist als »Flucht-« bzw. »Fliehburgen« bezeichnet.

Bauernhaus, uthlandfriesisches: Siehe → Uthlandfriesisches Haus.

Bauerwartungsland: Gebiete bzw. Areale, die im Flächennutzungsplan als Bauflächen gekennzeichnet sind, oder solche, in denen eine Bebauung im Sinne geordneter städtebaulicher Entwicklung wünschenswert und wahrscheinlich ist. Der Flächennutzungsplan lässt keine abschließende Aussage zu, welche Grundstücke im einzelnen bebaut werden dürfen.

Baufach: Das Bauwesen bzw. ein Sammelbegriff für alle Fachdisziplinen, die sich mit der Errichtung von Gebäuden, Bauwerken und baulichen Anlagen befassen. Anders als das → Baugewerbe bezieht der Begriff Baubehörden, Baustoffindustrie, Bauforschungsinstitute und Bauträgerfirmen ein.

Baufacharbeiter (Deutschland): Facharbeiter ist ein Berufstitel, der nach erfolgreichem Abschluss einer üblicherweise zwei- bis dreijährigen Fachausbildung geführt werden darf. Im handwerklichen Bereich ist die Entsprechung des Facharbeiterbriefes der Gesellenbrief. Baufacharbeiter sind demnach nachweislich qualifizierte Fachkräfte, die einen beruflichen Abschluss in einem baugewerblichen Beruf besitzen.

Baufeld (Bauwesen): Ein anderes Wort für »Baufenster« und »überbaubare Grundstücksfläche», das jene Fläche bezeichnet, die gemäß Festsetzung eines → Bebauungsplans sowie unter Beachtung bauordnungsrechtlicher Maßgaben überbaut werden darf.

Baufeld (Bergbau): Eine andere Bezeichnung für ein Grubenfeld. Es bezeichnet ein von der Bergbaubehörde festgelegtes Gelände, in dessen Grenzen ein Bergwerk Abbau betreiben darf.

Baufenster: Eine alternative Bezeichnung für »überbaubare Grundstücksfläche«. Es handelt sich um jene Fläche, die gemäß Festsetzung eines → Bebauungsplans sowie unter Beachtung bauordnungsrechtlicher Maßgaben überbaut werden darf. Eine andere Bezeichnung ist »Baufeld«.

Baufertigstellungsversicherung: Eine Versicherung, die gegenüber dem Voranschlag höhere Baukosten abdeckt, die sich ergeben können, wenn ein beauftragtes Bauunternehmen während eines laufenden Bauvorhabens in ein Insolvenzverfahren geht. Eine entsprechende Versicherung ist sinnlos, wenn beauftragte Bauunternehmen im Vorfeld der Baumaßnahme ausreichende usw.) stellen.

Baufläche (Planungswesen, Deutschland): Ein Areal (Grundstück, Grundstückszusammenhang), auf dem die Errichtung dauerhafter Gebäude zulässig bzw. vorgesehen ist. Bauflächen werden im → Flächennutzungsplan nach der allgemeinen Art ihrer jeweiligen baulichen Nutzung untergliedert. Siehe → Wohnbaufläche, → gemischte Baufläche, → gewerbliche Baufläche und → Sonderbaufläche.

Baufläche, gemischte (Planungswesen, Deutschland): Ein Areal (Grundstück, Grundstückszusammenhang), auf dem die Errichtung dauerhafter Gebäude, die einer Reihe unterschiedlicher Nutzungsarten dienen, zulässig bzw. vorgesehen ist. In → Flächennutzungsplänen werden derartige Flächen mit (M) gekennzeichnet. Zu den gewöhnlich statthaften Nutzungsarten zählen u. a. Wohnen, (kleinflächiger) Einzelhandel, nicht störendes Gewerbe und Büronutzungen.

Baufläche, gewerbliche (Planungswesen, Deutschland): Ein Areal (Grundstück, Grundstückszusammenhang), auf dem die Errichtung dauerhafter Gebäude, die Gewerbenutzungen dienen, zulässig bzw. vorgesehen ist. In → Flächennutzungsplänen werden derartige Flächen mit (G) gekennzeichnet.

Bauflucht (Bauleitplanung): Eine überholte Bezeichnung für »Baulinie», »Fluchtlinie« und den (ebenfalls überholten) Begriff »Baukante«. Die Grenze zwischen Bebauung bzw. der Grenze einer statthaften Bebauung und Verkehrsflächen (Gehwege, Grünstreifen, Straßen). Sofern eine Baulinie festgesetzt ist, muss die Gebäudefront unmittelbar an dieser liegen.

Baufluchtlinie: Siehe → Bauflucht.

Bauforschung: Ein wissenschaftliches Feld, das sich der Analyse bauwerksrelevanter Themenkreise widmet. Siehe → Bauforschung, allgemeine und → Bauforschung, historische.

Bauforschung, Allgemeine: Die Allgemeine Bauforschung repräsentiert den alltagsrelevanteren Zweig der wissenschaftlichen Disziplin. Er befasst sich mit funktionalen, technischen, konstruktiven, bauphysikalischen und ökonomischen Gesichtspunkten, die in Zusammenhang mit Gebäuden, Bauwerken und baulichen Anlagen stehen; sie dient u. a. einer Fortentwicklung gängiger Bautechniken und der Entwicklung neuer Verfahren. Teildisziplinen berücksichtigen u. a. die räumliche bzw. städtebauliche Dimension. Vertiefend siehe → Bauforschung, Historische.

Bauforschung, Historische: Der Bezeichnung entsprechend handelt es sich um den geschichtlich ausgerichteten Zweig der Bauforschung. Wenngleich vordergründig rückwärtsgewandt, vermag dieser Forschungsbereich der Fortentwicklung des modernen Bauwesens förderliche Erkenntnisse zu liefern. So besaßen frühere Generationen ein teils verlorenes Allgemein- und Spezialwissen in Bezug auf klimaangepasste Bauweisen usw.. Vertiefend siehe → Bauforschung, Allgemeine.

Baufuge: Eine andere Bezeichnung der → Bauwerksfuge bzw. → Baunaht.

Bauführer: Eine der Bauleitung verantwortliche, für die Steuerung bzw. Überwachung eines Baustellenabschnittes zuständige Fachkraft.

Bauführung: Die Steuerung bzw. Überwachung eines Baustellenabschnittes.

BauGB (Deutschland): Der gebräuchliche Kürzel für »Baugesetzbuch«.

Baugebot (Planungswesen, Deutschland): Ein in § 176 Baugesetzbuch verankertes Instrument kommunaler Planung und Entwicklung. Es gestattet Gemeinden, Eigentümer von Grundstücken, die im Geltungsbereich eines → Bebauungsplans liegen, per Bescheid zu verpflichten, ihr Grundstück entsprechend den Festsetzungen des B-Plans zu bebauen oder ein bestehendes Gebäude bzw. eine bauliche Anlage an die Festsetzungen des Bebauungsplans anzupassen. Baugebote können auch für Grundstücke ausgesprochen werden, die sich außerhalb eines gültigen B-Plan-Gebietes, jedoch innerhalb eines Zusammenhanges bebauter Ortsteile befinden, um nicht oder nur geringfügig bebaute Grundstücke gemäß baurechtlichen Vorschriften zu nutzen oder einer baulichen Nutzung zuzuführen. Sofern ein Baugebot nur umsetzbar ist, wenn eine bauliche Anlage vorab vollständig oder in Teilen abzubrechen ist, verpflichtet das Baugebot den Eigentümer zu deren Beseitigung. In Zusammenhang mit einem Baugebot kann der Eigentümer weiterhin verpflichtet werden, innerhalb eines festzulegenden Zeitraumes den für eine bauliche Grundstücksnutzung erforderlichen Baugenehmigungsantrag zu stellen. Missachtet er diese Verpflichtung auch nach landesrechtlich basierten Vollstreckungsmaßnahmen, kann ein Enteignungsverfahren eingeleitet werden. Das Baugebot unterliegt Beschränkungen. So hat die Gemeinde von einem Baugebot abzusehen, falls dieses aus wirtschaftlichen Gründen unzumutbar ist. Gegebenenfalls ist der Eigentümer berechtigt, der Gemeinde die Übernahme des Grundstücks abzuverlangen.

Baugenehmigung: Auch »Baubewilligung« genannt. Eine behördliche Erlaubnis, ein Grundstück zu bebauen, einer anderen Nutzung zuzuführen oder bestehende Gebäude und bauliche Anlagen zu verändern. Eine zu beantragende Baugenehmigung wird regelhaft erteilt, wenn das jeweilige Vorhaben maßgeblichen Vorschriften des öffentlichen Baurechts entspricht.

Baugenehmigungsantrag: Eine andere Bezeichnung für einen → Bauantrag.

Baugenehmigungsbehörde: Siehe → Bauaufsichtsamt.

Baugenehmigungsverfahren: Sämtliche Schritte, die mit der auf Antrag anlaufenden behördlichen Prüfung der Genehmigungsfähigkeit eines Bauvorhabens bzw. der letztlichen Ablehnung oder Zustimmung verbunden sind. Im Zuge des Prozesses wird u. a. die Übereinstimmung einer baulichen Planung mit Maßgaben des → Flächennutzungs- bzw. → Bebauungsplans beurteilt.

Baugerät: Ein im Bau- und Baunebengewerbe verwendetes mobiles oder stationäres Gerät, das Teile beinhaltet, die von einem Antriebssystem bewegt werden. Es dient dazu, bauliche Aufgaben zu erleichtern bzw. zu erfüllen. Beispielsweise wird es genutzt es dazu Baustoffe zu be- und verarbeiten, zu transportieren, aufzutragen oder einzubringen. Baugeräte werden auch als »Baumaschinen« bezeichnet.

Baugerüst: Eine hölzerne oder metallene, die Vertikale erschließende Konstruktion, die zeitweilig errichtet wird, um Außen- oder Innenarbeiten in anderweitig kaum erreichbaren Gebäude- bzw. Raumhöhen zu gestatten, Bauarbeiten abzusichern oder Bogenstrukturen zu errichten. Moderne Gerüste bestehen aus standardisierten Bauteilen (Rahmen, Böden, Gerüstmatten usw.). Vertiefend siehe → Fanggerüst und → Lehrgerüst.

Baugespann (Schweiz): Ein Arrangement aus Stangen und Winkellatten bzw. von Stangen mit Winkellatten, das eingesetzt wird, um wesentliche Dimensionen (Grundriss, Höhe) eines geplanten Gebäudes ersichtlich zu machen. Ein Baugespann ist herzustellen, bevor ein Bauantrag eingereicht wird.

Baugewerbe: Eine andere Bezeichnung für »Bauwirtschaft«. Der Begriff bezeichnet ein gewinnorientiertes Tätigkeitsfeld, das sich der Errichtung von Gebäuden und Bauwerken widmet. Es umfasst sämtliche planenden und ausführenden Leistungen, die sich auf diesen Zweck richten. Der Bauwirtschaft zuzurechnen sind Betriebe des → Bauhauptgewerbes (Bauunternehmen, Gerüstbauer, Zimmerer usw.), des → Baunebengewerbes (Bauschlosser, Maler, Schreiner etc.) und des → Bauhilfsgewerbes (Bautransport, Bauentsorgung usw.), nicht jedoch Baubehörden, Baustoffindustrie, Bauforschungsinstitute und Bauträgerfirmen.

Baugrenze (Bauleitplanung): Im → Bebauungsplan festgelegte Linie, die von einer Bebauung nicht überschritten werden darf. Wenn eine Baugrenze, jedoch keine → Baulinie festsetzt ist, darf ein Gebäude frei innerhalb des → Baufensters platziert werden, sofern festgelegte → Abstandsflächen eingehalten und sonstige Maßgaben berücksichtigt werden.

Baugrund (Allgemeinverständnis): Ein Stück Land, das bebaut werden darf, kann und / oder einer Bebauung zugeführt werden soll.

Baugrund (Bauwesen): Das Substrat (Erdreich, Geröll, Fels usw.) eines Areal, das bebaut werden soll bzw. für eine Bebauung in Betracht gezogen wird. Der Begriff »Grund« steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der → Gründung, also der Verankerung eines Bauwerkes in einem von Grundwasser, seismischen Besonderheiten usw. geprägten Untergrund.

Baugrundgutachten: Eine schriftliche Dokumentation durchgeführter Baugrund- bzw. Bodenanalysen. Primär untersucht werden die → Tragfähigkeit (Setzungsverhalten) des Bodens sowie örtliche Grundwasserverhältnisse bzw. deren Einfluss auf den Baugrund.

Baugrundrisiko: Die Möglichkeit bzw. Gefahr, dass sich der gewählte Baugrund bzw. Boden während des Bauprozesses oder nach Fertigstellung eines Bauwerkes oder Gebäudes unerwünschte und unvorhergesehene Art und Weise verhält.

Baugrundstück: Ein Grundstück, das bebaut ist oder bebaut werden darf. Ein unbebautes Grundstück gilt (in Deutschland) als Baugrundstück, wenn es nach den Festsetzungen eines Bebauungsplanes bebaut werden kann bzw. bebaut werden darf. Unter Bezug auf die Baunutzungsverordnung kann eine Bebauung auch ohne B-Plan statthaft sein, sofern dies der »ortsüblichen Nutzung« entspricht. Angesprochen sind innerhalb bebauter Ortsteile gelegene Grundstücke.

Baugrundtragfähigkeit: Ein vor allem von Bodenart, Topographie und örtlichen Grundwasserverhältnissen bestimmtes Maß, das angibt, welchen Lasten ein Boden bzw. Baugrund ausgesetzt werden kann, ohne dass (nennenswerte) Setzungen bzw. Verlagerungen oder Grundbrüche auftreten. Die Tragfähigkeit entscheidet wesentlich darüber, welche Gründungsart und Fundamentstärke zu wählen ist. Die Tragfähigkeit lässt sich u. a. durch → Lastplattendruckversuche bestimmten.