Immobilienwirtschaftliches Glossar

1 / 9 - A - Abd - Abg - Abs - Abw - Ai - Alte - Angel - Ap - Are - Ass - Aus - Av - B - Bar - Bau - Bauh - Baul - Baus - Baustoff - Be - Ben - Betonf - Bin - Bo - Boh - Bre - Bur - C - Ci - D - Dar - Dep - Do - Dre - E - Eink - Ek - Er - F - Fam - Fer - Fi - Flachm - Fo - For - Fr - Frem - Fro - Funk - G - Gas - Gef - Geh - Geschi - Gi - Gr - Gru - Grunds - Grup - H - Hau - He - Ho - Holz - Hoteli - Hu - I - Immobilienl - In - Ins - J - K - Kap - Kat - Ke - KG - Kle - Kn - Kon - Kor - Kran - Kry - L - Lai - Lat - Lee - Li - Lo - M - Markt - Mau - Mehr - Mietf - Mis - Mol - Müh - N - Ne - Ni - No - O - Ol - P - Par - Pe - Pfer - Pl - Po - Pr - Pu - Q - R - Raum - Reet - Ren - Ri - Rok - Ru - S - SB - Sche - Schil - Schm -Schu - Se - Sel - Si - So - Sp - Spi - St - Staf - Stan - Stat - Sti - Sto - Strau - Stuhl - Sub - T - Te - Ter - Tief - Tor - Tr - Tri - Tro - Tun - Turm - U - Ug - Un - V - Verbl - Verk - Verm - Vi - Vo - W - Wasser - Wei - Wert - Wi - Wo - Wohnung - Wu - Z - Zi - Zu

Einträge zu B – Bap

BAB (Verkehrswesen): Der amtliche Kürzel von »Bundesautobahn«.

Babyfachmarkt: Ein zumeist filialisierter, wenig personalintensiv arbeitender → Einzelhandelsbetrieb, der für Säuglinge und Kleinkinder geeignete Einrichtungsgegenstände (Bettwaren, Möbel), Transportmittel, Bekleidung usw. vertreibt. Der Begriff ist – wie so viele andere – an sich unsinnig. Korrekt wäre eine Bezeichnung wie »Babyartikelfachmarkt« oder dergleichen.

Bachhufendorf: Eine ländliche Siedlung des späten Mittelalters. Ihre einzelnen Höfe sind entlang eines Weges bzw. einer Straße angelegt, die gleichgerichtet zu einem Bach verläuft. Die Höfe werden hinten von diesem Fließgewässer, vorne von der Straße begrenzt; die Felder bzw. Hufen liegen jenseits der Straße. Der Name leitet sich vom Hagenrecht (einem Rodungsrecht) ab. Der Dorftyp wird auch »Hagenhufendorf« genannt.

Backgeld: Siehe → Backhausgeld.

Backhausgeld (historisch): Ein Betrag, der für die Nutzung eines im Eigentum dörflicher Gemeinden stehenden Backhauses zu entrichten war; den Brennstoff hatte der jeweilige Nutzer regelhaft selbst zu beschaffen.

Backstein: Eine andere Bezeichnung für »Ziegel« bzw. den umgangssprachlichen Ausdruck »Ziegelstein«. Ein aus Lehm, Ton bzw. tonhaltigem Ausgangsmaterial geformter und gebrannter, der Grobkeramik zuzuordnender Formstein.

Backsteinbau (Bauweise): Die Technik des Backsteinbaus, also eine auf dem Einsatz von Backsteinen beruhende Bauweise, deren Hauptmerkmal durch Mörtelverwendung gefugte Mauern sind.

Backsteinbau (gegenständlich): Ein Gebäude oder Bauwerk, das aus unverputztem, gefugtem Mauerwerk aus Ziegeln oder Klinkern besteht.

Backsteinbauweise: Siehe → Backsteinbau (Bauweise).

Backsteinbauwerk: Ein → Bauwerk, das im Wesentlichen aus → Back- bzw. → Ziegelsteinen besteht.

Backsteinfassade: Eine Gebäudeaußenwand bzw. Gebäudehülle, die vollständig aus → Backsteinen (unter Berücksichtigung optischer Momente) hergestellt wurde oder mit diesen verblendet ist. Vertiefend siehe → Fassade.

Backsteingebäude: Ein Gebäude, das aus gefugtem (unverputztem) Mauerwerk aus → Backsteinen bzw. → Ziegeln oder Klinkern aufgebaut ist.

Backsteingotik: Eine insbesondere in weiten Gebieten Norddeutschlands und des Ostseeraumes, fallweise auch in Bayern stadtbildprägende architektonische Spielart der → Gotik. Kennzeichnend sind gemauerte Zierelemente (statt der üblichen Bauplastik), gemessen an anderen gotischen Stilrichtungen vergleichsweise geschlossene Mauern sowie Netz- und → Sterngewölbe.

Backsteinhaus: In aller Regel ein Wohnzwecken dienendes → Backsteingebäude.

Backsteinmauer: Siehe → Backsteinmauerwerk.

Backsteinmauerwerk: Ein aus einer Vielzahl von → Backsteinen gefügter Gesamtzusammenhang, der ein begrenzendes bzw. raumaufteilendes Bauteil bildet.

Back-to-Back-House: Eine in englischen Arbeiterwohnsiedlungen des 19. Jahrhunderts aufgekommene Form des → Doppelhauses, bei dem beide Häuser bzw. Doppelhaushälften an der Rückwand verbunden sind.

Bada: Das Erdgeschoss bzw. die Sockelebene hinduistischer Tempeltürme Nordindiens.

Bäderarchitektur (Heil-, Kurwesen): Ein Oberbegriff für funktionale und gestalterische Ansätze, die in Seebädern anzutreffende, Heil- und / oder Erholungszwecken dienende Gebäude und bauliche Anlagen kennzeichnen. Der Begriff wird zumeist in Abgrenzung von der binnenländischen → »Kurarchitektur« verwendet. Grundsätzlich handelt es sich um eine rein funktionsbezogene Bezeichnung, die jedoch vorwiegend in Bezug auf architektonische Erscheinungsformen angewendet wird, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert vorherrschten.

BaFin (Deutschland): Das Kürzel für »Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht«. Es handelt sich um eine bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts; sie zählt zum Bereich des Bundesfinanzministeriums; ihrer Aufsicht unterliegen u. a. → Immobilienfonds.

Bagger: Eine als Rad- oder Kettenfahrzeug ausgelegte Baumaschine zum Lockern, Ausheben und Bewegen von Erdreich, Fels, Erz, Kohle, Schüttgut usw. Kennzeichnend sind vier Komponenten: das Fahrwerk (Unterwagen), ein zumeist drehbarer Oberwagen, ein bei den meisten Typen knickbarer, hydraulisch gesteuerter Ausleger sowie ein an diesen montiertes, ebenfalls hydraulisch steuerbares Anbaugerät bzw. eine Schaufel. Bagger dienen u. a. dem Aushub und der Verfüllung von Baugruben.

Bagh: Ein vom Nahen Osten bis nach Südostasien verbreiteter Gartentyp. Baghs stellen regelhaft umschlossene Areale dar; vielfach sind sie von künstlichen Wasserläufen bzw. Wasserflächen durchsetzt und optisch auf ein Bauwerk bzw. mehrere Gebäude abgestimmt; der Bagh verbindet eine Fülle von Baum-, Strauch- und Blumenarten zu einem Gesamtbild. »Bagh« ist das persische Wort für → »Garten«.

Bahn (Verkehrsinfrastruktur, Eisenbahn): Siehe → Bahnsystem (Verkehrsinfrastruktur, Eisenbahn).

Bahn (Verkehrsmittel, Eisenbahn): Ein schienengeführtes, mit Strom, Diesel oder Dampf angetriebenes Zugsystem, das dem regelmäßigen Personen- oder Gütertransport über größere Entfernungen dient (vergleiche hierzu → Schnellbahn und → U-Bahn). Das Verkehrsmittel selbst stellt ein technisches System dar. Der Begriff »Bahn« wird jedoch auch auf ein gesamtheitliches, alle betriebsnotwendigen Einrichtungen einschließendes Netz bzw. ein übergeordnetes, technisch-organisatorisches System bezogen, das auf den Einsatz von Eisenbahnen ausgelegt ist.

Bahndamm: Ein auf dem Untergrund aufgeschütteter und verdichteter Erd- oder Gesteinskörper, auf dem die Gleise schienengebundener Verkehrsmittel verlegt sind bzw. werden.

Bahndepot (Eisenbahn): Eine zumeist von einer Halle oder mehreren Hallen geprägte Parkeinrichtung für Eisenbahntriebwagen. Im Depot erfolgt gewöhnlich die Fahrzeug- und Personaleinsatzplanung; die meisten Bahndepots verfügen über Einrichtungen, die es erlauben, kleinere Reparaturen vorzunehmen.

Bahnhof: Eine mit mindestens einer Weiche versehene Betriebs- und Verkehrsanlage einer Bahn, an der Züge ein- bzw. ausfahren und einander ausweichen können. Umgangssprachlich wird der Begriff auch auf Busanlagen gemünzt.

Bahnhofshalle: Ein hoher, großflächiger Raum in einem → Bahnhof, der regelhaft der Organisation unmittelbar kundenbezogener betrieblicher Abläufe dient. Typischerweise sind hier Kartenverkaufsstellen, Informationselemente und Wartebereiche, in größeren Bahnhöfen auch angegliederte Schließfachzonen zu finden. Die meisten (größeren) Bahnhofshallen sind zudem mit reisenahen Einzelhandels-, Gastronomie- und / oder Dienstleistungseinrichtungen besetzt.

Bahnhofshotel: Ein vorrangig beherbergungsorientierter Gastbetrieb in fußläufiger Entfernung von einem → Bahnhof. Werbetechnisch wird die Bezeichnung verbreitet gemieden, da sich Bahnhofsumfelder als vergleichsweise problembehaftete Bereiche erwiesen.

Bahnnetz (Eisenbahn): Die Gesamtheit mittel- oder unmittelbar miteinander verbundener Eisenbahnstrecken innerhalb eines bestimmten Raumes.

Bahnsteig: Eine parallel zu einem Gleiskörper bzw. zwischen zwei Gleissträngen angelegte, befestigte Plattform, die zum Ein- und Aussteigen dient.

Bahnsystem (Verkehrsinfrastruktur, Eisenbahn): Ein alle betriebsnotwendigen Einrichtungen und technischen Mittel umfassender Gesamtzusammenhang, der auf den Einsatz von Eisenbahnen ausgelegt ist. Der hier verwendete Systembegriff schließt den Zugbestand, einzelne Gleisanlagen, Bahnhöfe, sonstige mit dem Betrieb zusammenhängende Verkehrsbauwerke, Versorgungs- und Steuerungseinrichtungen sowie das Streckennetz ein. In qualitativer Hinsicht umfasst er u. a. den Verkehrstakt.

Bahnsystem (Verkehrsmittel, Eisenbahn): Siehe → Bahn (Verkehrsmittel, Eisenbahn).

Bahntrasse: Der Verlauf bzw. die Führung eines Gleiskörpers durch bebaute Gebiete und / oder Landschaften.

Bahntrassierung: Die Festlegung des Verlaufs bzw. der Gleiskörperführung einer Bahnstrecke.

Baie: Eine alte Bezeichnung für ein Fenster bzw. eine Fensternische von Burggebäuden.

Bakoundou (Holz): Eine in Ghana gebräuchliche Bezeichnung des → Azobe.

Balau (Holz): Eine Handelsbezeichnung für das Holz der südostasiatischen Shorea laevis. Es handelt sich um ein schweres, ausnehmend hartes Tropenholz. Das in getrocknetem Zustand rötlich-braun erscheinende Baumholz ist sehr beständig gegen Witterungseinflüsse sowie Pilz- und Insektenbefall. Verwendet wird es u. a. als Brücken- und Terrassenbelag, zur Herstellung von Eisenbahnschwellen oder als Grubenholz.

Baldachin (Architektur): Ein gewöhnlich aufgeständertes Dach aus Stein oder Holz über Altären, Brunnen, Grabstätten, Portalen usw.

Balken (Bauteil): Ein tragendes konstruktives Element mit einem gemessen an seiner Länge kleinen, relativ gleichmäßigen Querschnitt. Ursprünglich aus Holz gefertigt, werden Balken heute vielfach aus Stahl oder Stahlbeton hergestellt.

Balken (Dachboden): Eine in Westfalen (noch) geläufige Bezeichnung für → »Dachboden«.

Balkenabmessungen: Die Längenmaße, also Breite, Höhe, Länge eines → Balkens bzw. dessen Dimensionierung.

Balkenhobel: Ein elektrisch angetriebener, zumeist mindestens 30 cm breiter, 10 – 20 kg schwerer Hobel. Vorteil: Flächenhaft durchgängige Bearbeitung ohne Überschneidungsspuren. Nachteil: Sperrig und kraftraubend im Einsatz.

Balkenkopf: Das Ende, der Auslaufpunkt eines → Balkens. Zu Zierzwecken sind Balkenköpfe oftmals mit Schnitzwerk versehen oder besonders ausgeformt.

Balkenlage: Die Gesamtheit aller → Balken, die in einer Konstruktionsebene liegen.

Balkenloch: Eine Aussparung oder eine geschlagene Öffnung in einer Wand, die zur Aufnahme eines Balkenendes dient.

Balkenriegel: Ein tragendes, (nahezu) waagrecht verbautes Holz im Fachwerkbau.

Balkenschichtholz: Eine Verbindung mehrerer, faserparallel an ihrer jeweiligen Flachseite miteinander verklebter Bohlen bzw. Kanthölzer.

Balkenschuh: Ein gebogener, metallener Passwinkel, mit dem ein Deckenbalken mit einem zweiten verbunden oder an einer Wand befestigt wird. Der Balkenschuh macht komplexere, aus Kamm und Zapfen hergestellte Verbindung überflüssig.

Balkenstein: Eine wenig gebräuchliche Bezeichnung für einen Krag- bzw. Konsolstein bzw. einen aus einer Mauer oder Wand hervorragenden Stein, der als Auflager für einen Balken dient.

Balkenwerk: Ein Verband mehrerer → Balken bzw. die Gesamtheit aller Balken einer Konstruktion.

Balkon: Eine nach zwei oder drei Seiten offene, über der Geländeoberkante aus einem Baukörper vorspringende Plattform, die von einem Geländer oder einer Brüstung eingefasst ist. Im Unterschied siehe → Loggia.

Balkonbrüstung: Eine geschlossene, anders als ein Geländer also nicht (nennenswert) durchbrochene Einfassung nicht von Außenwänden begrenzter Balkonpartien, die als Absturz-, Sicht- und Witterungsschutz dient.

Balkongeländer: Eine durchbrochene bzw. aufgelöste Einfassung (Gitter usw.) offener Balkonseiten, die zuvorderst als Absturzsicherung dient.

Ballei (Burgenbau): Eine mittelalterliche Bezeichnung für einen Burghof.

Ballei (historisch, Verwaltungseinheit): Eine räumliche Verwaltungseinheit – nach heutigem Sprachgebrauch ein Verwaltungsbezirk – des Johanniterordens und des Deutschen Ordens, die mehrere → Komtureien umfasste.

Ballei (Siedlungswesen): Ein alter Ausdruck für eine umpfählte Ortschaft.

Ballondarlehen: Siehe → Ballonkredit.

Ballonkredit: Ein → Darlehen, bei dem der Schuldner über die Laufzeit hinweg vergleichsweise niedrige Rückzahlungsraten leistet und am Laufzeitende einen beträchtlichen Restbetrag (teils 50 % der Kreditsumme) zu begleichen hat.

Balloon (Darlehen): Ein aus dem Englischen übernommener Begriff. Er bezeichnet den am Ende der Kreditlaufzeit in Form einer hohen Einmalzahlung fälligen Tilgungsbetrag.

Ballungsgebiet (siedlungsbezogen): Eine Ballung, Massierung, Verdichtung administrativer Siedlungseinheiten. Der Begriff steht für eine Kernstadt und ihr verstädtertes Umland (= monozentrische Agglomeration) oder auch mehrere miteinander verflochtene Kernstadt-Umland-Räume (= polyzentrische Agglomeration). Entscheidend ist, dass Kernstadt und Umlandgemeinden bzw. mehrere Stadt-Umland-Räume derart eng miteinander verflochten sind, dass keine nennenswerten physischen Grenzen mehr ersichtlich sind. Andere Begriffe für »Ballungsgebiet« sind »(Siedlungs-)Agglomeration», »Ballungsraum« und »Verdichtungsraum«.

Ballungsraum: Ein anderer Ausdruck für »(Siedlungs-)Agglomeration», → »Ballungsgebiet« und → »Verdichtungsraum«.

Balmoral (Gestein): Ein Handelsname des Rosso Balmoral. Der rötliche, mittel- bis grobkörnige Alkali- und Biotitgranit kommt in Finnland vor. Das frostwiderständige Gestein wird u. a. zur Herstellung von Fußboden-, Terrassen-, Treppenbelägen, Wandverkleidung und Küchenarbeitsplatten verwendet.

Baltik Braun (Gestein): Eine Handelsbezeichnung für einen Rapawiki bzw. einen von Feldspateinsprengseln durchsetzten Granit. Verwendet wird das Gestein u. a. zur Herstellung von Fußböden, Fensterbänken, Grabstätten, Küchenarbeitsplatten und Treppenbelägen.

Baltik Rot (Gestein): Ein Handelsname eines von Feldspateinsprengseln durchsetzten Granits. Er wird u. a. zur Herstellung von Fußböden, Fensterbänken, Grabstätten und Treppenbelägen genutzt.

Baluster: Eine kleine bzw. sehr niedrige, stark profilierte Säule.

Balustrade: Ein von Balustern geprägtes, also gleichsam durchbrochenes Geländer bzw. eine entsprechende → Brüstung.

Bananenplantage: Eine großflächige landwirtschaftliche Nutzungseinheit, die auf einer planmäßigen Anpflanzung von Bananenstauden sowie deren ertragsorientierter Pflege beruht. Kennzeichnend ist eine arbeitsintensive, absatzorientierte Massenerzeugung in Monokultur. Im weiteren Sinn bezeichnet der Begriff nicht nur die Anbaufläche, sondern schließt Verkehrswege sowie Betriebs- und Wohngebäude ein.

Band, Deutsches (Architektur): Ein Zierwerk an Backsteinbauwerken, das im Übergangszeitraum von der → Romanik zur → Gotik verbreitet war. Die Ornamentierung setzt sich aus Backsteinen zusammen, die um 45 Grad gegeneinander gedreht sind und eine Keilform ausbilden, deren Vorderkante mit dem Mauerwerk abschließt.

Bandelwerk: Eine flächenhaft ausgeprägte Ornamentierung, die durch fein geschwungene, mit Blüten, zumeist auch mit Laubwerk versehene Bänder bzw. Ranken gekennzeichnet ist. Eingesetzt wurde das während des → Régence in Frankreich aufgekommene Bandelwerk u. a. als Verzierung in Friesen oder an Kapitellen.

Bandförderer (Bauwesen, Bergbau, Industrie): Ein Stetigförderer, der überwiegend in Form einer festen bzw. stationären Einrichtung betrieben wird. Kernkomponente ist ein großes Förderband, das in seiner Neigung verstellbar sein kann. Eingesetzt wird der Bandförderer regelhaft zum Transport von Schüttgütern (Erz, Kohle, Beton usw.). Andere Bezeichnungen sind »Gurtförderer« und »Gurtbandförderer«.

Bandlwerk: Siehe → Bandelwerk.

Bandseite (Fenster, Türen): Die gegenüber der Griff- bzw. Schlossseite von Fenstern und Türen liegenden Seite, an der die haltenden Scharniere befestigt sind.

Bandstrecke (Bergbau): Eine → Abbaustrecke, welche der Abfuhr, der Förderung gewonnener Bodenschätze dient.

Bandwerk: Siehe → Bandelwerk.

Bang (Holz): Eine in Ghana geläufige Bezeichnung des → Azobe.

Bangkirai (Holz): Auch »Bankirai«. Eine Handelsbezeichnung für ein südostasiatisches, schweres, sehr hartes Tropenholz. Das in getrocknetem Zustand rötlich-braun erscheinende Baumholz ist hochgradig beständig gegen Witterungseinflüsse sowie Pilz- und Insektenbefall. Genutzt wird es u. a. als Brücken- und Terrassenbelag, zur Herstellung von Eisenbahnschwellen oder als Grubenholz.

Bank (Möbelstück): Eine zumeist aus Holz, Stein oder Metall hergestellte Sitzgelegenheit, die mehreren Personen nebeneinander Raum bietet.

Bankett (Wehrbau): Dem Einsatz von Schützen dienender Auftritt auf Festungswällen bzw. → Bastionen.

Bankettabteilung (Hotellerie): Die für die Planung, Koordination und Organisation von Kundenfeiern und Tagungen zuständige Abteilung eines Hotels.

Bankirai: Siehe → Bangkirai (Holz).

Bankrecht (Bergbau): Eine senkrechte Ausrichtung bezogen auf Hangendes oder Liegendes.

Bannmeile (historisch): Ein handelsprotektionistisch festgelegtes Umlandgebiet einer Stadt, in dem es auswärtigen Händlern untersagt war, ihre Waren anzubieten. Bei Großereignissen, voran an großen Markttagen, wurde dieser Bann in aller Regel außer Kraft gesetzt.

Bannmühle (historisch): Eine von einem Grundherrn betriebene bzw. verpachtete Mühle, in der Untertanen ihr Getreide mahlen lassen mussten. Dieser Mühlenzwang geht auf ein im Jahr 1158 von Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) erlassenes Gesetz zurück.

Bannwald (historisch, herrschaftsrechtlich): Ursprünglich ein Wald, in dem ausschließlich der Territorialherr bzw. von ihm ermächtigte Bedienstete und geladene Gäste jagen durften. Im Lauf der Zeit zogen die Adligen das gesamte Nutzungsrecht an sich.

Bannwald (Schutzfunktion): Ein Wald- oder Forstgebiet, das Nutzungsbeschränkungen unterliegt. Bannwälder dienen vor allem dem Siedlungs- und Naturschutz. Vielfach spielen sie eine bedeutende Rolle in Zusammenhang mit dem Schutz vor Überschwemmungen, Lawinen oder Murgängen. Derartige Bannwälder gab es in der Schweiz bereits im Mittelalter.

Baptisterium: Ursprünglich ein Badebecken in antiken römischen Thermen, später ein christliches Taufbecken, schließlich die Bezeichnung für eine → Taufkapelle.