Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Aus – Au

Ausbau (Bergbau): Kurzbezeichnung für »Grubenausbau«. Der Vorgang des Absicherns von Strecken, Stollen, Schächten und Räumen in einem Bergwerk sowie die gegenständliche Sicherung selbst.

Ausbau (fachlich, gebäudebezogen): Eine Sammelbezeichnung für alle → Gewerke, die weder dem Rohbau noch dem Bereich der → Haustechnik bzw. dem Feld der → Gebäudeversorgungstechnik zuzuordnen sind.

Ausbau (prozessual, gebäudebezogen): Die Herstellung von → Gewerken, die weder dem Rohbau zuzuordnen sind, also der Herstellung der Gebäudehülle dienen, noch in den Bereich der → Haus- bzw. → Gebäudeversorgungstechnik fallen.

Ausbaufach: Siehe → Ausbau (fachlich, gebäudebezogen).

Ausbaufacharbeiter (Deutschland): Ein anerkannter Ausbildungsberuf nach Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung. Entsprechend der Berufsbezeichnung erfüllen diese Fachkräfte vor allem Aufgaben im Innenausbau, sind jedoch auch im Gerüstbau tätig. Je nach fachlichem Schwerpunkt sind sie mit dem Einbau von Estrichen, dem Fliesenverlegen, Zimmer-, Dämm-, Isolier-, Stuckarbeiten usw. befasst.

Ausbaugewerbe: Zu dieser bauwirtschaftlichen Sparte zählen alle Handwerksfirmen, die am Ausbau von Gebäuden beteiligt sind. Stellvertretend angeführt seien Bauschlosser, Maler, Tapezierer, Klempner und Schreiner. Das Ausbaugewerbe wird auch als »Baunebengewerbe« bezeichnet.

Ausbaugrad (Baurecht, Schweiz): Das prozentuale Verhältnis zwischen bestehender und baurechtlich zulässiger Bruttogeschossfläche. Der Begriff kann sich auf einzelne Grundstücke oder die Bebauung innerhalb bestimmter Räume bzw. Gebiete beziehen.

Ausbauhaus: Ein individuell konfigurierbares → Fertighaus, dessen Innenausbau der Bauherr teils oder vollständig selbst vornimmt. Der Bauherr erbringt also eine → Muskelhypothek. Das vom → Bauunternehmen zu erbringende Leistungspaket wird gewöhnlich fallbezogen verhandelt. Regelhaft erhält der Bauherr ein mit Fenstern, Türen, Wärmedämmung und vollständiger Fassade versehenes Gebäude. Das Ausbauhaus wird auch »Mitbauhaus« genannt.

Ausbeutezeche (historisch, Bergbau): Eine → Zeche, die profitabel arbeitete, also nach Abzug entstandener Kosten und angefallener Steuern ein positives betriebliches Ergebnis vorweisen konnte. Ergänzend siehe → Verlagszeche und → Zubußzeche.

Ausbiss (Bergbau): Ein an der Erdoberfläche auslaufender Teil einer Lagerstätte.

Ausblühung (Bau): Eine Effloreszenz bzw. eine Auskristallisierung von Salzen auf Gebäude- bzw. Bauteiloberflächen.

Außenanlage: Eine außerhalb eines Gebäudes hergestellte Baulichkeit bzw. Einrichtung, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Nutzung des jeweiligen Gebäudes steht. Zum Kreis der Außenanlagen zählen u. a. Außentreppen, Brunnen, Teiche, Gärten und Zäune.

Außenanschlag (Fenster, Tür): Eine dem Außenbereich zugekehrte Aussparung im Mauerwerk bzw. in der → Laibung, in welche eine Tür oder ein Fenster eingesetzt (angeschlagen) wird. Da der Rahmen von außen angebracht wird, drücken auftretende Windlasten das Fenster gleichsam gegen diese Mauerpartie. Außenanschläge treten selten auf.

Außenanstrich: Ein filmartiger, regelhaft diffusionsoffener Auftrag auf eine Außenwand bzw. ein außenliegendes Bauteil, der zuvorderst als Wetterschutz dient, aber auch gestalterische Akzente setzen kann. Er wird auf Putz oder Mauerwerk aufgebracht und besteht zumeist aus mehreren Schichten, nämlich Grundierung, Zwischen- und Deckanstrich.

Außenbahnsteig: Ein → Bahnsteig mit nur einer Verkehrskante, der an einer Längsseite des Bahnhofs liegt, jedoch keinen → Hausbahnsteig darstellt. Der Bahnsteigtyp wird auch als »Seitenbahnsteig« bezeichnet.

Außenbereich (Baurecht): Grundstücke bzw. Areale, die sich außerhalb zusammenhängend bebauter Bereiche befinden und nicht im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplanes liegen.

Außenbereichssatzung: Gemäß Baugesetzbuch können Kommunen für bebaute Außenbereiche bestimmen, dass Wohnbauvorhaben nicht entgegengehalten werden kann, dass sie einer Darstellung im Flächennutzungsplan als Landwirtschafts- oder Waldgebiet widersprechen oder die Entstehung bzw. Verfestigung einer Splittersiedlung erwarten lassen. Eine entsprechende Satzung erfordert, dass der jeweilige Geltungsbereich nicht vorherrschend landwirtschaftlich geprägt ist und bereits eine nennenswerte Wohnbebauung besteht. Weiterhin muss das geplante Vorhaben mit den Zielen einer geordneten städtebaulichen Entwicklung vereinbar sein, darf keiner Umweltverträglichkeitsprüfungspflicht unterliegen und keine Beeinträchtigung schutzwürdiger Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung erwarten lassen.

Außenfensterbank: Die Verkleidung des oberen Abschlusses der außenliegenden Partie einer Fensterbrüstung.

Außenfensterbrett: Siehe → Außenfensterbank.

Außenhaupt (Wasserbau): Bei Schleusenanlagen der maritimen Schifffahrt der äußere, dem offenen Meer nähere Bereich, in dem sich das Schleusentor befindet.

Außenhaut: Die Kurzform von »Gebäudeaußenhaut«. Den Innenraum umschließende bzw. definierende und gegen den Außenraum abgrenzende Gebäudeteile. Hierzu zählen beispielsweise das Dach, die Außenwände und Fenster. Eine andere Bezeichnung für »Außenhaut« ist »Gebäudehülle«.

Außenjalousie: Ein an der Gebäudeaußenseite vor einem Fenster angebrachter Sonnen- und Sichtschutz. Er besteht aus waagrecht gereihten, schienen- oder seilgeführten Lamellen aus Aluminium oder Kunststoff. Die Lamellen sind um 180 Grad drehbar, die Jalousie lässt sich heben und senken. Hinsichtlich Wärmeschutzwirkung und Reinigungsaufwand ist die Außenjalousie im Gebäudeinneren montierten Gegenstücken unterlegen.

Außenleiter (Elektrik): Ein (bei Betrieb) unter Spannung stehender Leiter, der Strom aus dem Netz zur Steckdose bzw. zu einem Schalter führt. Außenleiter sind braun, grau oder schwarz ummantelt; ihr Kürzel ist »L«.

Außenliegendes Treppenhaus: Ein an der Außenwand eines Gebäudes oder Bauwerks, jedoch innerhalb der → Kubatur errichtetes → Treppenhaus.

Außenluft (Klimatechnik): Gebäude umhüllende Luft, die zur Einleitung in ein Gebäude oder einen Gebäudeteil genutzt werden kann.

Außenrüttler: Ein an die Betonschalung anzubringendes, Vibrationen erzeugendes Gerät, das zur Verdichtung von Frischbeton benutzt wird.

Außenschale: Die äußere, dem Freien zugekehrte Wand einer zweischaligen Wand. Sie wird auch als »Verblend-« und »Vorsatzschale« bezeichnet.

Außensims (Fenster): Die Verkleidung des oberen Abschlusses der außenliegenden Partie einer Fensterbrüstung.

Außentor (Burgen-, Festungsbau): Ein dem Vorfeld einer Burg, Festung oder Stadtumwallung zugewandtes Tor, hinter dem ein zweites liegt. Oft handelt es sich um das äußere Tor einer → Doppelturmanlage.

Außentreppe: Namensgemäß eine → Treppe, die sich im freien, also außerhalb eines Gebäudekörpers befindet. Diesen Treppen dienen einerseits dazu, über oder unter Bodenniveau liegende Etagen zugänglich zu machen, anderseits werden sie häufig als Brandschutzelement eingesetzt.

Außentreppenhaus: Ein unmittelbar an bzw. nahe der Gebäudeaußenwand errichtetes Treppenhaus.

Außentür: Eine zwischen Innenraum und Außenbereich eines Gebäudes vermittelnde → Tür.

Außenwand: Ein funktionales Bauteil, das den Innenraum gegenüber dem Außenraum abgrenzt.

Außenwange (Treppe): Die schrägen, den Außenradius definierenden, Stufen tragenden Bauteile einer gewendelten → Treppe.

Außenwerk (Wehrbau): Zwischen den Hauptmauern bzw. inneren Wällen einer Festung und dem → Glacis liegendes Verteidigungswerk.

Außenziegel: Ein → Mauerziegel bzw. → Backstein, der zur Herstellung von Außenmauern verwendet wird. Gegenüber dem Innenziegel ist er höheren statischen und witterungsbedingten Beanspruchungen ausgesetzt, sodass qualitativ höhere Ansprüche zu erfüllen sind.

Äußere Grabenwand (Burgen- / Festungsbau): Fachsprachlich als »Kontereskarpe« bzw. »Contrescarpe« bezeichnet. Eine geböschte, aus Erdreich bestehende oder durch Mauern gestützte Grabenseite, die sich auf der feldnahen Seite befindet.

Äußere Scheidewand (Kirchenbau): Bei fünfschiffigen Kirchenbauwerken eine Wand zwischen → einem inneren, an das Hauptschiff anschließenden → Schiff und einem äußeren Schiff.

Ausfachen: Die Schließung eines → Gefachs.

Ausfachung (gegenständlich): Ein durch Backstein, Lehmstein oder einen anderen Baustoff geschlossenes → Gefach, also ein gefüllter Leerraum, der vom Balkenwerk eines → Fachwerks definiert ist.

Ausfachung (Vorgang): Die Schließung eines → Gefachs.

Ausfallhof (Festungsbau): Ein gedeckter bzw. geschützter Abschnitt eines Festungsgrabens, von dem aus Gegenangriffe auf belagernde Feinde geführt werden können.

Ausfallpforte (Burgen- / Festungsbau): Ein kleines, regelhaft an einer feindseitig schwer einsehbaren Stelle einer Burg oder Festung platziertes, gewöhnlich getarntes Tor, das Belagerten einen überraschend aus den Mauern vorgetragenen Angriff (= Ausfall) ermöglichen sollte. Ausfallpforten waren vielfach auch als Flucht- und Versorgungsweg gedachte.

Ausfalltor: Siehe → Ausfallpforte (Burgen- / Festungsbau).

Ausfugen (das): Das Schließen von Mauerwerksfugen mit → Mörtel.

Ausfugung: Das Schließen bzw. der gegenständliche Verschluss von Mauerwerksfugen mit → Mörtel.

Ausführungsplanung: Ein Teil der Bauplanung, die in Deutschland der Leistungsphase 5 gemäß → HOAI entspricht. Diese Planungsstufe konkretisiert vorangegangene Entwurfs- bzw. Genehmigungsplanungen soweit, dass ein Bauvorhaben (Neubau, Umbau) in die physische Realisierung übergeführt werden kann; sie dient als Grundlage der Vergabe. Im Zuge der Arbeit werden detaillierte Werkpläne erstellt, die neben allen Maßen u. a. Angaben bezüglich der verwendeten Baustoffe und Bauteile beinhalten. Die Ausführungsplanung ist weiterhin Grundlage für die Vorfertigung benötigter Bauelemente (Fenster, Türen, Träger usw.). Typischerweise sind Architekten und / der Bauingenieure sowie Fachplaner (Heizung usw.) beteiligt.

Ausgabeaufschlag: Ein Aufgeld auf den Nennwert eines Wertpapieres bzw. Anteilscheins, also die Differenz zwischen Nominalwert und dem zu zahlenden Preis. Aufgabeaufschläge sind z. B. bei Anteilsscheinen von Immobilienfonds üblich. Andere Bezeichnungen sind »Aufgeld« und »Agio«.

Ausgabepreis (offener Immobilienfonds): Jener Geldbetrag, zu dem ein Fondsanteil im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben werden kann. Der Betrag setzt sich aus Rücknahmepreis und → Ausgabeaufschlag zusammen.

Ausgedingehaus: Ein auf dem Grund einer Hofstätte bzw. eines Bauernhofes erbautes Haus, das der Altbauer nach Übergabe des Hofes an den Erben bewohnt. Weitere Begriffe sind »Austragshaus», »Auszugshaus», »Korbhaus« und – in der Schweiz – »Stöckli«.

Ausgefachtes Feld: Eine ausgefüllte Wandpartie, die von tragenden Teilen einer Fachwerk- bzw. Skelettkonstruktion eingefasst wird.

Ausgehende (das; Bergbau): Auch »Ausbiss« und »Ausstrich« genannt. Ein an der Erdoberfläche auslaufender Teil einer Lagerstätte.

Ausgesetzte Fase: Eine Kantenabschrägung, die sich nicht über die gesamte Länge eines Bauteiles – etwa eines Holzbalkens – zieht. Eine andere Bezeichnung ist »Stechfase«.

Ausgleichsfeuchte (insbesondere Holzbau): Jener Feuchtegehalt (in Gewichtsprozent), der sich in einem Baustoff (Holz, Beton usw.) ergibt, wenn dieser längere Zeit einem Umfeld mit weitgehend gleichbleibender Feuchte und Temperatur ausgesetzt ist. Diese Feuchte wird u. a. auch als »Bilanzfeuchte« bezeichnet.

Ausgleichsmasse: Eine Mörtel- bzw. Spachtelmasse, die zur Beseitigung von Unebenheiten in Boden- oder Wandflächen dient.

Ausgleichsprofil: Ein Element, das herangezogen wird, um eine optische Verbindung zwischen konstruktiv unterschiedlichen, aneinandergrenzenden Bauteilen herzustellen. Ausgleichsprofile werden z. B. beim Einbau von Fenstern und Türen verwendet; sie werden u. a. aus Aluminium, Holz und Kunststoff gefertigt.

Ausgleichstreppe: Eine → Treppe, die gegeneinander versetzte Stockwerke miteinander verbindet.

Ausgussstein (historisch, Architektur): Eine wannen- bzw. rinnenartig ausgeformte, zumeist mit einer beckenartigen Weitung versehene Steinplatte, die in die Außenwand der Küche eingemauert war. Ausgusssteine wurden eingesetzt, als es noch keine Kanalisation gab. Gebrauchtes Wasser floss über diese Steine direkt auf die Straße bzw. in die Gosse ab.

Aushub (gegenständlich): Bei Baugrubenschaffungen, Tunnelbauprojekten, dem Bau von Teichanlagen usw. entfernter Boden oder Gesteinsausbruch.

Aushub (prozessual): Eine Entfernung von Erdreich oder Gestein, die sich die Schaffung einer Vertiefung, eines Hohlraumes übersetzt.

Aushubmaterial: Siehe → Aushub (gegenständlich).

Auskehlen: Siehe → Auskehlung.

Auskehlung: Die Herstellung einer langgestreckten, eingemuldeten Form an einer Bauteil- bzw. Werkstoffkante. Kurz: die Schaffung einer Hohlkehle.

Auskragen: Das Vorspringen, Überstehen, Ausgreifen eines Bauteils oder Stockwerks über eine darunter befindliche Bauwerks-, Gebäude- oder Mauerpartie.

Auskragung (Bauwesen): 1. Ein Bau- oder Gebäudeteil, das über die → Baufluchtlinie oder die Grundfläche eines Gebäudes hinausragt. Beispiele bieten Balkone, Erker, bestimmte Dachformen, Träger oder Konsolen. 2. Der Überstand bzw. das Vorspringen eines Geschosses oder Bauteils über die darunter liegende Gebäude-, Bauwerks- oder Mauerpartie.

Auslastung (Hotellerie): Siehe → Auslastungsquote.

Auslastungsquote: Eine hotelwirtschaftliche Schlüsselgröße, die bezogen auf die Zimmeranzahl eines Hotels erzielte Vermietungsquoten abbildet. Mit anderen Worten: Sie drückt aus, wie viele aller Zimmer innerhalb einer Rechnungsperiode von Gästen belegt wurden. Die Auslastungsquote bezieht sich regelhaft auf die Gesamtzahl vorhandener Gästezimmer, nicht auf die Anzahl verfügbarer Zimmer (die u. a. modernisierungsbedingt zeitweilig geringer sein kann als der Gesamtbestand). Statistische Ämter und in der Ferienhotellerie aktive Betriebe erfassen vielfach nicht die zimmer-, sondern die bettenbezogene Auslastungsquote.

Auslaufschale (Brunnenbau): Die oberste Schale eines aus mehreren Schalen aufgebauten Zierbrunnens, über die Wasserspeisung und Wasserverteilung erfolgen.

Auslegung, öffentliche (Planungswesen, Deutschland): Im Zuge von Planfeststellungsverfahren, bei der Aufstellung von kommunaler Seite zur öffentlichen Einsichtnahme ausgelegt. Diese verpflichtende Auslegung ist im Amtsblatt oder in der Presse bekannt zu machen; sie dient der Bürgerbeteiligung; Einreden und Vorschläge können Bürger schriftlich oder mündlich geltend machen. Die Dauer der Auslegung (eines ersten Planentwurfes) beträgt vier Wochen.

Auslesequalität (Holzbau, Holzwerkstoff): Eine bei Bestellung gesondert zu vereinbarende Güteklasse für Holzbauteile. Die in der Herstellung aufwendige Auslesequalität genügt besonders hohen Ansprüchen. Entsprechende Bauteile besitzen gehobelte Oberflächen und ersetzte Ausfallästeweisen; sie weisen keine Bläue oder Rotstreifigkeit auf.

Auslucht: Ein mit großen Fensterflächen versehener Fassadenvorbau, der zu ebener Erde errichtet und Teil des Innenraumes ist. Die Auslucht wird auch als »Standerker« bezeichnet.

Auslug (historisch, Burgenbau): Ein Scharwachtturm, also ein Burgmauern, Türme oder Bastionsspitzen krönendes Erkertürmchen mit eckigem oder kreisförmigem Grundriss. Es ist entweder bedacht oder wird von einer krenelierten Plattform abgeschlossen. Die Mauerpartien sind häufig mit → Schießscharten und → Maschikulis versehen. Dieses vorspringende, von einer Konsole getragene wehrbauliche Element kam im 12. Jahrhundert auf und blieb bis ins 16. Jahrhundert in seiner Funktion erhalten. Inhaltsgleiche Begriffe sind »Echaugette« und »Pfefferbüchse«.

Ausnutzungszahl (Baurecht, Österreich): Die Summe aller auf einem → Grundstück bestehenden bzw. zulässigen Geschoßflächen (beachte Abweichung von der neuen bundesdeutschen Rechtschreibung) im Verhältnis zur Grundstücksfläche.

Ausnützungsziffer (Baurecht, Schweiz): Das Kürzel ist »AZ«. Es handelt sich um die Entsprechung der bundesdeutschen → »Geschossflächenzahl«. Die Kennzahl drückt das bestehende bzw. zulässige Verhältnis zwischen der gesamten Bruttogeschossfläche und der Grundstücksfläche aus. Beispiel: Die Ausnützungszahl ist auf 0,5 festgesetzt, das Grundstück ist 800 qm groß. Somit darf die Bruttogeschossfläche 400 qm nicht übersteigen.

Auspendlergemeinde: Eine Gemeinde, deren Arbeitsplatzangebot nicht ausreicht, um am Ort wohnende Arbeitnehmer zu beschäftigen, sodass wochentäglich deutlich mehr Beschäftigte in auswärtige Betriebe bzw. Einrichtungen fahren als auswärtige Beschäftigte in die Gemeinde kommen.

Auspendlerort: Siehe → Auspendlergemeinde.

Ausschäumen: Das Füllen von Hohlräumen mit Quellmassen (z. B. Polyurethan).

Ausschrägung: Ein anderer Begriff für → »Gewände«. Es handelt sich um eine Abschrägung der seitlichen, Fenster, Türen, Portale, aber auch → Schießscharten einfassenden Wände. Verbreitet sind diese auch als »Ausschrägung« bezeichneten Gewände bei romanischen und gotischen Bauwerken anzutreffen. Bei besonders dickem, etwa für Kirchen typischem Mauerwerk sind Gewände vielfach gestaffelt ausgeführt.

Ausschreibung: Ein im Rahmen der Auftragsvergabe von Bauleistungen verbreiteter Ansatz, der darauf abhebt, eine kostenoptimale Lösung zu finden. Konkret: Der → Bauherr bzw. sein Beauftragter holt für ein eingehend beschriebenes Projekt bzw. einzelne Leistungsmodule / Gewerke Angebote von verschiedenen, untereinander im Wettbewerb stehenden Unternehmen ein.

Aussenleiter (Elektrik): Die in der Schweiz gebräuchliche Schreibweise von »Außenleiter«. Es handelt sich um einen (bei Betrieb) unter Spannung stehenden Leiter, der Strom aus dem Netz zur Steckdose bzw. zu einem Schalter führt. Außenleiter sind braun, grau oder schwarz ummantelt; ihr Kürzel ist »L«. Im eidgenössischen Sprachgebrauch wird der Außenleiter auch als »Polleiter« bezeichnet.

Aussiedlerhof: Ein aus dem dörflichen Siedlungszusammenhang heraus verlagerter Bauernhof. Ursprünglich erfolgten Aussiedlungen an vergleichsweise weit vom Dorf entfernte Standorte vor allem dann, wenn das Bevölkerungswachstum Ernährungsprobleme aufwarf. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begründeten beengte Verhältnisse innerhalb der Dörfer, unterentwickelte Infrastrukturen sowie der Druck zur Bewirtschaftung größerer Flächen und der Haltung wachsender Viehbestände Aussiedlungen.

Aussintern: Ein in undichtem → Beton oder → Mauerwerk ablaufender Vorgang, bei dem eingedrungenes Wasser Stoffe aus dem Zement oder den Zuschlägen löst und diese an die Wandoberfläche transportiert. Sobald das Wasser verdunstet, entstehen Flecken. Betroffen sind vor allem Betone, die auf stark kalkhaltigem Zement beruhen; Trasszugaben können ihre Anfälligkeit vermindern.

Aussinterung (physisch): Eine Ausblühung bzw. eine Effloreszenz. Es handelt sich um einen Rückstand, der entsteht, wenn in eine Wand bzw. ein Bauteil eingedrungenes Wasser an die Oberfläche wandert, dort verdunstet und gelöste Stoffe zurückbleiben.

Aussinterung (prozessual): Siehe → Aussintern.

Aussparung (Bauwesen): Eine bei der Herstellung eines Bauteils (Wand, Decke, Boden usw.) frei bzw. offen gelassene Partie. Der Begriff bezieht sich sowohl auf kleinere Öffnungen, die z. B. für Sanitär- und Heizungsinstallationen notwendig sind, als auch auf großflächige Öffnungen für Fenster und Türen.

Ausstiegsfenster: Ein nach außen aufklappbares Dachfenster, das eingebaut wird, um den Zugang zum Dach bzw. dortigen Installationen zu ermöglichen. Die Türfunktion ist umso ausgeprägter, je größer und leichter bedienbar ein solches Fenster ist. Ausstiegsfenster werden z. B. von Schornsteinfegern benötigt.

Ausstrich (Bergbau): Auch als »Ausbiss« bezeichnet. Ein an der Erdoberfläche auslaufender Teil einer Lagerstätte.

Austragshaus: Ein auf dem Grund einer Hofstätte bzw. eines Bauernhofes erbautes Haus, das der Altbauer nach Übergabe des Hofes an den Erben bewohnt. Weitere Begriffe sind »Ausgedingehaus», »Auszugshaus», »Korbhaus« und – in der Schweiz – »Stöckli«.

Austritt (Treppe): Die oberste, die letzte Stufe einer → Treppe.

Austrittspfosten: Der oberste, am nächsten an der letzten Treppenstufe (Austritt) befindliche Geländerpfosten.

Austrittsstufe: Siehe → Austritt.

Auswirkungen, negative (Planungswesen, Städtebau): Ein Begriff, der in Deutschland u. a. in der → Baunutzungsverordnung präzisiert ist. Er steht für unerwünschte Entwicklungen bzw. nachteilige Strukturwandlungen in Funktionskernen von Städten und Gemeinden, die in Zusammenhang mit der Ansiedlung großflächiger Einzelhandelseinrichtungen zu vermuten bzw. eingetreten sind. Im Sinne gesetzlicher bzw. planerischer Maßgaben müssen mögliche Funktionsverluste bestehender Lagen ursächlich mit entsprechenden Vorhaben zusammenhängen. Hierunter fallen gleichwohl einzig Funktionseinbußen, die als städtebaulich bedeutsam, also »nicht nur unwesentlich« einzustufen sind. Vertiefend siehe den IK-Beitrag zum Auswirkungsbegriff (BauNVO).

Auswirkungsanalyse (Planungswesen, Städtebau, Einzelhandel): Eine fundierte Untersuchung in Bezug auf mögliche städtebauliche Auswirkungen, die sich mit der Errichtung und dem Betrieb einer großflächigen Einzelhandelseinrichtung verbinden können. Zu berücksichtigen sind hierbei vor allem Fragen, die eine mögliche Gefährdung der verbrauchernahen Versorgung bzw. gewachsener Versorgungskerne infolge ausgelöster Umsatzverdrängungen bzw. umgeleiteter Kaufkraftströme betreffen. Vertiefend siehe → Auswirkungen, negative (Planungswesen, Städtebau).

Autoaufzug: Eine zu den »unstetigen« Förderanlagen zählende technische Einrichtung, die vorrangig der vertikalen oder schrägen Beförderung von Personenkraftwagen dient.

Autobahn: Eine auf hohe Fahrgeschwindigkeiten ausgelegte Fernstraße, die über Ein- und Ausfahrten ins Straßennetz eingebunden und durch höhenfreie Knotenpunkte gekennzeichnet ist. Autobahnen besitzen typischerweise zwei, durch einen Mittelstreifen getrennte Richtungsfahrbahnen mit jeweils mehreren Fahrspuren und einem zusätzlichen Seitenstreifen. Aufgrund ihrer Bedeutung sowie hoher Bau- und Unterhaltungskosten ist die Benutzung in den meisten Ländern kostenpflichtig (Maut, Vignette).

Autobahndreieck: Ein dreiarmiger Schnittpunkt zweier Autobahnstränge. Die Form entsteht, wenn eine Autobahn nicht über den Berührungspunkt hinweg fortgeführt wird.

Autobahngabelung: Eine andere Bezeichnung des → Autobahndreiecks.

Autobahnkapelle: Eine Art moderner → Wegkapelle.

Autobahnknoten: Ein vor allem in Österreich üblicher Begriff für das → Autobahnkreuz.

Autobahnkreuz: Ein niveaufreier, vierarmiger Schnittpunkt zweier Autobahnstränge.

Autobahnmeisterei: Eine Spielart der → Straßenmeisterei, die rein für die Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Betriebes von → Autobahnen zuständig ist.

Autobahnnetz: Die Gesamtheit mittel- oder unmittelbar miteinander verbundener → Autobahnen innerhalb eines bestimmten Gebietes.

Autobahnparkplatz: Eine unmittelbar an oder nahe einer → Autobahn gelegene Parkplatzanlage. Vertiefend siehe → Parkplatz.

Autobahntrasse: Der Verlauf bzw. die Straßenführung einer → Autobahn.

Autobahntrassierung: Die Festlegung des Verlaufs bzw. der Führung einer → Autobahn.

Autobahnverzweigung: Die in der deutschsprachigen Schweiz übliche Bezeichnung für ein → Autobahndreieck.

Autokran: Ein mobiler Auslegerkran, der auf ein Rad- oder Kettenfahrwerk montiert ist.

Automatenhotel: Ohne örtliches Empfangs- und Servicepersonal betriebenes Hotel. Die Einbuchung erfolgt über vorab übermittelten Code, die Bezahlung per Karte. Um ein personalloses Hotel handelt es sich – entgegen vielfach zu lesender Definition – nicht, da Buchungs-, Reinigungs- und Wartungsarbeiten anfallen.

Automatisiertes Liegenschaftsbuch (Grundstückswesen, Deutschland): Das elektronisch geführte Katasterbuchwerk, also der textliche bzw. beschreibende Teil des → Liegenschaftskatasters. Er bezeichnet Flurstücke (nach → Gemarkung, Flur, Flurstücksnummer) und weist u. a. Flurstücksgrößen, Grundstücksadressen und vorliegende Nutzungsarten aus. Weiterhin sind Grundstückseigentümer (laut Grundbuch) und die Blattnummer des Grundbuchs vermerkt.

Automatisierte Liegenschaftskarte (Grundstückswesen, Deutschland): Der offizielle Kürzel lautet »ALK«. Es handelt sich um den auf digitalisierten Daten beruhenden Nachfolger der analogen Liegenschaftskarte. Die ALK stellt den vermessungstechnisch basierten Kartenteil des → Liegenschaftskatasters dar. Sie bildet u. a. Lage und Begrenzung von Flurstücken sowie (permanenten) Gebäuden ab, zudem Flurstücksnummern, Nutzungsarten, öffentlich-rechtliche Festsetzungen, topographische Elemente und – im Falle agrarischer Nutzung(smöglichkeit) – Flächen der Bodenschätzung.

Autoparkplatz: Eine zum vorübergehenden Abstellen von motorisierten Fahrzeugen vorgesehene Fläche, die eine größere Anzahl an → Stellplätzen umfasst. »Autoparkplatz« bezieht sich auf Personenkraftwagen.

Autostellplatz: Eine kleine Fläche, die für das befristete Abstellen eines einzelnen motorisierten Fahrzeuges gedacht ist bzw. genutzt wird. »Autostellplatz« bezieht sich auf Personenkraftwagen. Bietet ein Areal mehrere Stellplätze, wird es als → Parkplatz bezeichnet.