Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Ap – Ard

Aparthotel: Ein Hotel, dessen Unterkunftsangebot sich auf Studios und / oder Apartments beschränkt. Eine andere Bezeichnung ist »Apartmenthotel«. Dieser Hoteltyp spricht überdurchschnittlich stark längerfristig an einem Ort verweilende Kunden an.

Apartment (allgemein): Eine aus dem Englischen entlehnte Bezeichnung, die für eine kleine → Wohnung steht.

Apartment (Beherbergungsgewerbe): Eine Gästeunterkunft, die neben Wohn- und Schlafraum mit einer Kochnische oder Kleinküche ausgestattet ist.

Apodyterion (Antike): Der Umkleideraum eines öffentlichen griechischen Bades sowie der → Palästra.

Apodyterium: Die lateinische Entsprechung des → Apodyterions.

Apophyge (Architektur): Siehe → Apophysis.

Apophysis (Architektur): Eine konkav ausgeformte Profilierung, die zwischen einem oberen und einem rückspringenden unteren Bauteil vermittelt. Die deutsche Entsprechung ist »Ablauf«.

Apothesis (Architektur): Eine muldenartig ausgeformte Profilierung im Übergangsbereich zwischen einem oberen und einem rückspringenden unteren Bauteil. Die deutsche Entsprechung ist »Ablauf«.

App (Wohnsektor): Der u. a. in Immobilienanzeigen verwendete Kürzel steht für → »Appartement«.

APP-Bahn: Die Kurzbezeichnung für eine Plastomer-Schweißbahn. Es handelt sich um eine Bahn, deren Bitumenbeschichtung ataktisches Polypropylen enthält, das ihr plastische Eigenschaften verleiht.

APP-Schweißbahn: Siehe → APP-Bahn.

Apparaille (Schloss- / Palaisarchitektur): Eine zumeist repräsentativ ausgestaltete Auffahrt, die zu einem Palais, Palast oder Schloss führt. In stark hängigem Gelände wurden Apparaillen gewöhnlich gewunden ausgelegt.

Appareille (Festungsbau): Ein im Innenbereich einer Umwallung gelegener, oft zumindest stellenweise übermauerter Weg bzw. eine Auffahrt zum Wallgang. Im weiteren Sinn jede sich rampenartige Auf- und Abfahrt im Festungsbereich.

Appartement (historisch): Eine frühere Bezeichnung für die in einem Schloss befindlichen Wohn- und Repräsentationsräume eines Fürsten.

Appartement (moderner Sprachgebrauch): Ein aus dem Französischen entlehnter Begriff für → »Wohnung«. Tendenziell bezeichnet er mondäne bzw. als »chic« empfundene Wohnungen.

Appartement, altengerechtes: Eine gewöhnlich kleinere, an die körperlichen Bedürfnisse alter Menschen angepasste Wohneinheit. – Stichwort: Barrierefreiheit.

Appartement, seniorengerechtes: Siehe → Appartement, altengerechtes.

Apsis: Ursprünglich ein kleinerer, nischenartiger Altarraum mit halbkreisförmigem Grundriss, der an den Hauptraum von Kirchen oder Tempeln angebaut war. In späterer Zeit wurden Absidien zu größeren, vorwiegend halbkreisförmig oder polygonal ausgelegten Verlängerungen des Hauptschiffes von Kirchenbauwerken fortentwickelt. Typischerweise wird die bevorzugt im Osten eines Kirchenbauwerks angelegte Apsis von einer Halbkuppel überspannt.

Äquidistanz (Kartographie): Ein gleicher Höhenunterschied zwischen benachbarten → Höhenlinien (Isohypsen).

AR (Wohnen / Gewerbe): Der in Immobilienannoncen auftauchende Kürzel steht für »Abstellraum«.

Ar: Ein Flächenmaß, das 0,01 Hektar bzw. 100 qm entspricht.

ARA (Abwasserbehandlung): Ein in Österreich und der Schweiz gebräuchlicher Kürzel für »Abwasserreinigungsanlage« im Sinne einer Kläranlage.

Arbeitshaus: Eine Mitte des 16. Jahrhunderts aufgekommene, ursprünglich als soziale Einrichtung dienende Unterkunfts- und Arbeitsstätte, in der Arme Menschen, voran soziale Randgruppen, gegen regelmäßig zu erbringende Arbeitsleistungen untergebracht und verpflegt wurden; Arbeitshäuser fanden sich weit überwiegend in städtischen Gemeinwesen, hierbei insbesondere in protestantisch geprägten Gebieten.

Arbeitslager: Ein gewöhnlich auf eine dauerhafte Nutzung ausgelegter Komplex aus Wohnstätten, Versorgungs-, Überwachungs- und Strafeinrichtungen, in den Zwangsarbeiter festgehalten werden. Bei den Insassen kann es sich um Kriminelle, aber auch marginalisierte und auf fadenscheiniger Grundlage kriminalisierte Gruppen wie interne politische Opponenten« handeln. Viele Arbeitslager dienten und dienen der gezielten wirtschaftlichen Ausbeutung ihrer Insassen.

Arboretum: Eine zu Studienzwecken angelegte, vergleichsweise großflächige Pflanzung verschiedener Baumarten bzw. Gehölze. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Arboretum zumeist als »Baugarten« bezeichnet.

Architekt: Das Wort verbindet die altgriechischen Begriffe »arché« (Anfang, Grundlage, Ursprung) und »techné« (Handwerk). »Architéktos« bedeutete »erster« bzw. »oberster Handwerker«, »Baukünstler« oder »Baumeister«. Im beruflichen Alltag widmen sich Architekten unterschiedlichen Aufgaben. Diese reichen von gestalterisch bzw. optisch orientierten Planungen über technische und funktionale bauliche Thematiken bis hin zu wirtschaftlichen Fragen rund um das Baugeschehen. Ihre Tätigkeit beschränkt sich weitgehend auf den → Hochbau.

Architektenvertrag: Eine rechtlich bindende, projektbezogene Vereinbarung zwischen einem Architekten und dem Bauherrn, die den Leistungsumfang sowie die jeweils zu zahlenden Honorare festschreibt. Inhaltlich beruhen die Vergütungsregelungen auf der Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure – HOAI).

Architektonik (Disziplin): Die Lehre von der Baukunst, dem Bauen an sich.

Architektonik (objektbezogen): Der Aufbau, die optisch wirksame Gestaltung eines Bauwerks bzw. Gebäudes.

Architektur (allgemein): Im weiteren Sinne die »Baukunst« bzw. das systematische Planen, Entwerfen und an ästhetischen Vorstellungen ausgerichtete Gestalten von Gebäuden, Bauwerken, baulichen Komplexen und Räumen.

Architektur (physisch): Eine Sammelbezeichnung für sämtliche von Baumeistern bzw. Architekten geschaffenen Werke.

Architektur (stilistisch): In übertragenem Sinn die Bezeichnung für eine baulich-ästhetische bzw. bautypologische Strömung oder Mode.

Architektur-Avantgarde: Siehe → Architekturavantgarde.

Architektur, avantgardistische (geistig): Ein baulich-gestalterisches Verständnis, das architektonischen Moden seiner Zeit vorgreift, diesen vorauseilt, eine vom jeweiligen Architekten empfundene und / oder ihm zugestandene Vorreiterrolle spiegelt.

Architektur, avantgardistische (materiell): Eine Sammelbezeichnung für Gebäude oder Bauwerke, die auf Grundlage eines ihrer Zeit vorauseilenden baulich-gestalterischen Verständnisses realisiert wurden.

Architektur, barocke: Der in Italien aufgekommene Baustil einer von ca. 1570 bis 1770 währenden europäischen Kulturepoche. Der bzw. das Barock folgte auf die Renaissance und ging in den → Klassizismus über. Kennzeichnend ist die kontrapunktische Ablösung der von Strenge und Schlichtheit getragenen renaissancezeitlichen Formensprache durch schwingend runde Formen. Das Zusammenspiel reich verzierter Kuppeln, Giebel, Säulen, Portale, Türen und Fenster verdichtet sich – vom Frühbarock zum Spätbarock zunehmend – zu einem opulenten, Lebenslust spiegelnden Eindruck. Der prunkende, der lebensfrohe Barock vollendete sich insbesondere im deutschsprachigen Raum; in Frankreich, den Niederlanden und anderen Gebieten herrschte eine weniger verspielte Formensprache vor. Ein herausragendes Beispiel barocker Schlossarchitektur bietet die Würzburger Residenz, die laut UNESCO als Synthese des europäischen Barocks aufzufassen ist.

Architektur, brutalistische: Eine baulich-gestalterische Strömung, deren Namen sich von »béton brut« (Sichtbeton) ableitet. Es handelt sich um einen reduktionistischen Bau- bzw. Architekturstil, der zwischen den frühen 1950er und den ausgehenden 1960er Jahren Triumphe feierte. Kennzeichnend sind auf reine geometrische Körper setzende Gestaltungsansätze sowie – namensgebend – die Sichtbarkeit des als Baumaterial genutzten Betons (und anderer Baustoffe). Die Oberflächen wurden gewöhnlich keiner Überarbeitung unterzogen. Die Frühphase dieses Stils kennzeichnete die Materialbetonung, während der folgenden Phase regierte die Offenlegung der Gebäudetechnik als bestimmendes Moment.

Architektur, des Historismus: Eine dem → Klassizismus folgende baulich-gestalterische Strömung, die ab 1890 nach und nach dem → Jugendstil wich. Anders als der Klassizismus orientierte sie sich nicht nur an antiken Vorbildern, sondern an der jeweiligen Formensprache einer ganzen Reihe älterer Stilepochen. Sie lehnte sich vor allem an Baustile bzw. Schmuckmotive an, die für repräsentative Gebäude kennzeichnend waren. Vielfach wurden Elemente verschiedener Vorläufer in einem Gebäude verschmolzen. Da diese uneinheitliche Stilrichtung eine dem deutsch-französischen Krieg von 1870 / 1871 folgende Phase stürmischer Unternehmensgründungen im industriellen Bereich dominierte, wird sie auch »Gründerzeitstil« genannt.

Architektur, des Jugendstils: Eine Sammelbezeichnung für baulich-gestalterische Modeströmungen, die sich gegen Leitbilder des → Historismus wandten und zwischen 1890 und 1920 verbreitet waren. Gemeinsam ist ihnen die Vorliebe für geschwungene Linienführungen, großflächige florale Elemente und eine Ablehnung alles beherrschender Symmetrien. Ein Leitgedanke war es, Fassadengestaltung, Innenausbau und Innenausstattung als harmonisches Ganzes zu entwickeln und die Kunst in den Rang einer Alltagserfahrung zu erheben. Zugleich versuchte der Jugendstil, die Funktion eines Gebäudes bzw. Bauwerkes in dessen Erscheinungsbild zu spiegeln.

Architektur, des Rokoko: Eine dem → Barock folgende bzw. dessen Spätphase begleitende, höfisch inspirierte baukünstlerische Strömung, die gegen 1730 aufkam und um 1780 auslief. Sie brach mit den strengen, an Symmetrien orientierten Gestaltungsleitbildern, der Monumentalität und der für barocke Schlösser typischen Verschränkung von Wohn- und Repräsentationsfunktionen. Die bauliche Anmutung wird leichter, schwingender, zierlicher, verspielter. Dekorativen Elementen kommt im Fassadenbereich, in der Gartengestaltung, im Innenausbau und bei der Möblierung herausragende Bedeutung zu.

Architektur, eklektische: Eine uneinheitliche baulich-gestalterische Strömung bzw. ein Gestaltungsprinzip, die bzw. das unterschiedliche Kulturepochen kennzeichnende Stilelemente, aber auch Objekte und Materialien zu einem Gesamtbild verschmilzt. Die Eklektik beruht im Allgemeinen auf individuellen Vorlieben bzw. einem willkürlich anmutenden Ansatz. Eklektische Ansätze spiegeln sich in den meisten architektonischen und innenarchitektonischen Strömungen seit dem Aufkommen des → Klassizismus'.

Architektur, eklektizistische: Siehe → Architektur, eklektische.

Architektur, funktionalistische: Eine baustilistische Linie, die in ihrer Reinform eine konsequente Abkehr von ästhetischen Leitvorstellungen unterlegt. Sie verfolgt Ansätze, die sich rein an der Zweckbestimmung eines Gebäudes ausrichten. Ihr Leitmotiv: »Form folgt Funktion« bzw. »form follows function«. Das Ergebnis waren und sind vielfach Bauten, die optisch trostlos, ja armselig anmuten.

Architektur, gotische: Eine zwischen → Romanik und Renaissance stehende architektonische Linie. Voran die sakrale, von augenfälligem Höhenstreben geprägte Architektur dieser Ära weist ein Hauptmerkmal auf: eine auf Raumwirksamkeit und Lichtdurchflutung setzende Konstruktionsweise. Die Außenwände zeigen sich von großflächigen Fenstern durchbrochen, die Innenräume kennzeichnen hohe Strebepfeiler und Kreuzrippengewölbe. Gewölbemassen und Wandstärken sind gegenüber romanischen Vorläufern erheblich verringert. Tragende konstruktive Elemente sind weitgehend aus dem Inneren in den Außenbau verlagert; sie stellen sich vielfach als eindrucksvolle Strebewerke dar. Die Konstruktion gotischer Bauwerke wurde durch eiserne Ring- und Zuganker unterstützt, die sich im 13. Jahrhundert verbreiteten. Zwei typische architektonische Elemente sind das → Spitzbogenfenster (derart hervorstechend, dass der Stil zunächst »Spitzbogenstil« genannt wurde) und das Maßwerk, ein um das Jahr 1215 erstmals in Erscheinung tretendes Zierelement. Der Begriff »Gotik« kam im 16. Jahrhundert in Italien auf; er wurde seinerzeit abfällig verwendet.

Architektur, gründerzeitliche: Eine andere Bezeichnung für die Architektur des Historismus. Die auf den → Klassizismus folgende baulich-gestalterische Strömung wich ab 1890 nach und nach dem → Jugendstil. Anders als der Klassizismus orientierte sie sich nicht ausschließlich an antiken Vorbildern, sondern an der jeweiligen Formensprache zahlreicher früherer Stilepochen. Sie lehnte sich vor allem an Baustile bzw. Schmuckmotive an, die repräsentative Gebäude kennzeichneten. Vielfach wurden Elemente verschiedener Vorläufer in einem Gebäude verschmolzen. Der Name dieser uneinheitlichen Stilrichtung rührt daher, dass sie während der dem deutsch-französischen Krieg von 1870 / 1871 folgenden Phase stürmischer Unternehmensgründungen im industriellen Bereich die im deutschsprachigen Raum vorherrschende Architekturströmung darstellte.

Architektur, imperiale: Baukunst kaiserlicher Reiche beziehungsweise völkerübergreifender Imperien. Musterbeispiele liefern Roms antike Bauwerke, Wiens recht junge Altstadt und grandiose Bauten der indischen Mogul-Kaiser.

Architektur, islamische: Eine Sammelbezeichnung für baulich-gestalterische Ansätze, die prägend für den islamischen Kulturkreis sind bzw. Bauwerken, Gebäuden und (Alt)Städten in einzelnen Großregionen innerhalb dieses Kulturkreises ein typisches Erscheinungsbild verleihen. Angesichts der großen Erstreckung dieser Gebiete – sie reichen von Südspanien über West- und Nordafrika, den Nahen und Mittleren Osten über Indien bis nach Indonesien – wenig verwunderlich, unterscheiden sich jeweilige Regionalstile mehr oder weniger deutlich voneinander. Akzentuierend wirkte u. a., dass die Blütezeiten einzelner Reiche in verschiedene Epochen fielen. Weiterhin stehen rein islamische Gebiete neben Großregionen, in denen unterschiedliche Kulturen und Architekturstile nebeneinander existierten und einander beeinflussten (etwa auf dem indischen Subkontinent). So hebt sich die maurische Architektur von der iranischen ab, diese von der osmanischen, diese wiederum von der indo-islamischen. Gleichwohl bestehen zahlreiche Gemeinsamkeiten. Die »islamische Architektur« deckt – im Gegensatz zum Begriff der »christlichen Architektur«, der sich auf Sakralgebäude bezieht – sowohl den sakralen als auch den profanen Bereich ab.

Architektur, klassizistische: Die → Architektur einer ab 1770 den → Barock ablösenden baustilistischen Periode, die gegen 1850 auszuklingen begann. Kennzeichnend war eine formensprachliche Orientierung am antiken Tempelbau griechischer Prägung, teils auch eine Rückbesinnung auf baulich-gestalterische Leitbilder der frühen italienischen Renaissance.

Architektur, manieristische: Eine baulich-gestalterische Linie im Übergang von der Hochrenaissance zum Frühbarock. Manieristische Bauten und Anlagen kennzeichnet eine gezierte, teils ins Groteske spielende Anmutung; ihre allegorischen Elemente entzogen sich einem allgemeinen Verständnis.

Architektur, monastische: Die Klosterbaukunst bzw. eine für → Klöster verschiedener Epochen und Kulturkreise typische bauliche und gestalterische Strömung, aber auch eine Sammelbezeichnung für all diese Strömungen.

Architektur, monumentale: Ein Oberbegriff für baulich-gestalterische Ausdrucksformen, die Größe betonen bzw. deren Leitmotiv Größe ist. Bezogen auf die physische Dimension handelt es sich um → Bauwerke, die alltägliche Maßstäbe sprengen, ins Gigantische überhöhen, den Menschen gleichsam verzwergen. Derartige Bauwerke spiegeln eine Geisteshaltung wider, die Größe mit Bedeutung gleichsetzt. Teils bezwecken Monumentalbauwerke, Menschen einen Eindruck individueller Bedeutungslosigkeit zu vermitteln, teils dienen sie dazu, Stolz einzuimpfen, das Bewusstsein, einer Gemeinschaft (Klasse, Volk usw.) anzugehören, die anderen technisch und / oder kulturell überlegenen ist. Einen ins Groteske übersteigerten Hang zur Monumentalität lassen ideologisch und / oder von Personenkulten getragene Diktaturen erkennen. Beispiele: Hitlers absurde Planung von Germania (Berlin) und die gigantomanischen Projekte stalinistischer Prägung.

Architektur, monumentalistische: Siehe → Architektur, monumentale.

Architektur, neogotische: Siehe → Architektur, neugotische oder → Neugotik.

Architektur, neoromanische: Siehe → Architektur, neuromanische oder → Neuromanik.

Architektur, neugotische: Die baulich-gestalterische Ausdrucksform einer die Formensprache der → Gotik aufnehmenden Strömung, deren Blütezeit zwischen 1830 und 1900 lag. Erste neugotische Bauwerke entstanden in England bereits um 1720. Die mittelalterliche Vorbilder idealisierende und optisch häufig glättende Linie prägte insbesondere den Kirchenbau sowie den Bereich staatlicher Einrichtungen (Postämter, Rathäuser, Schulen, Universitäten usw.). Mit Blick auf bauliche Details wird fühlbar, dass neugotische Bauwerke stilistisch »reiner« als die meisten ihrer bemühten, über die Zeit hinweg überformten Vorbilder anmuten. Auch fällt auf, dass verbreitet industriell hergestellte Bauelemente eingesetzt wurden. Ein sehenswertes, ausnehmend stimmungsvolles kirchenbauliches Beispiel bietet der ab 1862 in 62jähriger Bauzeit errichtete Mariendom in Linz, Österreich.

Architektur, neuromanische: Eine baulich-gestalterische Linie, die während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkam und bis um 1925 umgesetzt wurde. Namensgemäß lehnte sich der Stil stark an romanische Vorbilder des westlichen Europa an, amalgamierte zugleich jedoch Elemente der byzantinischen Architektur. In den Kirchenbau flossen zudem gotische Konstruktionselemente (Kreuzrippengewölbe usw.) ein. Die Neuromanik verbreitete sich zunächst vor allem im kirchenbaulichen Bereich, griff später jedoch zunehmend auf Profanbauten über. Ein bekanntes Beispiel für ein neuromanisches Bauwerk (mit eklektischer Innenausstattung) ist Schloss Neuschwanstein in Hohenschwangau bei Füssen.

Architektur, platereske (Spanien): Eine im ausklingenden 15. Jahrhundert aufgekommene baukünstlerische Linie, der über rund zwei Jahrhunderte hindurch gefolgt wurde. Prägend ist eine Verbindung gotischer Raummuster mit einer eklektischen Mischung formensprachlicher Elemente, die aus dem → Mudéjarstil, dem → Flamboyant und der toskanischen Frührenaissance entlehnt wurden. Kennzeichnend sind augenfällig gegliederte, üppig verzierte Fassaden. Die Ornamentik erinnert an fein ausgearbeiteten Silberschmuck; daher rührt auch der Name (platero = Silberschmied). Ein Beispiel für ein im plateresken Stil errichtetes Bauwerk bietet der Convento de San Marcos, in der kastilischen Stadt León.

Architektur, postmoderne (Strömung): Eine uneinheitliche baulich-gestalterische Linie, die Mitte der 1970er Jahre als Antwort auf den funktionalistisch orientierten Fortschrittsglauben der »Moderne« zu entstehen begann; sie wurde während der 1980er Jahre – gleichsam als Spiegel philosophischer und gesellschaftlicher Diskussionen – zur vorherrschenden architektonischen Modeströmung. Vertreter der Postmoderne wandten sich gegen die zunehmend als kalt, gefühlsarm, minimalistisch und maschinenhaft empfundenen Ausdrucksformen der »Modernen«, voran der »Internationalisten«. Die Postmoderne brachte im Grunde keine neuen Formen hervor; vielmehr stellte sie herkömmliche Elemente in teils ironischer, teils skurril anmutender Manier zusammen oder verlieh ihnen neue Funktionen. Die Postmoderne setzte gleichsam auf die »Sprache des Gegenständlichen«; sie wies Objekten eher »kommunikative« bzw. wahrnehmungsbezogene als alltagstaugliche funktionale Rollen zu.

Architektur, profane: Baustile bzw. bauliche Moden und Bauweisen, die typisch für nicht religiös genutzte Gebäude und Bauwerke sind.

Architektur, romanische: Eine europäische Architekturlinie, die vom Anfang des 11. Jahrhunderts bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts, in manchen Regionen bis um 1350, vorherrschte. Der Begriff spielt auf eine unverkennbare Orientierung an der römischen Baukunst an. Von dieser entlehnt, jedoch zu einer eigenen Mischung fortentwickelt, wurden Gewölbeformen, Pfeiler, Säulen und – vor allem – der Rundbogen. Kennzeichnend sind starke, von vergleichsweise wenigen, häufig kleinflächigen Fenstern aufgelöste Mauern, der bereits erwähnte Rundbogen und von → Würfelkapitellen abgeschlossene Säulen. Gegenüber lichtdurchfluteten gotischen Bauwerken stellen sich die Innenräume profaner wie sakraler romanischer Bauwerke schummrig bzw. düster dar. Häufig wird der romanische Stil – wie eine Stillinie des Spätklassizismus – als »Rundbogenstil« bezeichnet.

Architektur, sakrale: Baustile bzw. bauliche Moden, Formensprachen und Bauweisen, die Gebäude und Bauwerke kennzeichnen, deren Errichtung religiös motiviert ist.

Architekturästhetik (Theorie): Die Lehre von der sinnlichen Wahrnehmung baulich-gestalterischer Ansätze sowie ihrer umgesetzten Ergebnisse (Gebäude, Bauwerke usw.). Der Begriff bezeichnet – entgegen einem verbreiteten Verständnis – nicht das Ansprechende, das Schöne selbst; vielmehr bezieht er sich auf die Erfassung von Grundlagen und Gesetzmäßigkeiten, die eine im Kern emotionale Wertung von Wahrnehmungen bzw. das Schönheitsempfinden als solches bedingen.

Architekturavantgarde: Eine dehnbare Bezeichnung für Architekten und / oder Architekturtheoretiker, die sich als Vorreiter einer neuen baustilistischen Linie verstehen bzw. als solche verstanden werden.

Architekturstil, barocker: Siehe → Architektur, barocke.

Architekturstil, brutalistischer: Siehe → Architektur, brutalistische.

Architekturstil, eklektischer: Siehe → Architektur, eklektische.

Architekturstil, eklektizistischer: Siehe → Architektur, eklektische.

Architekturstil, funktionalistischer: Siehe → Architektur, eklektische.

Architekturstil, gotischer: Siehe → Architektur, gotische.

Architekturstil, gründerzeitlicher: Siehe → Architektur, gründerzeitliche.

Architekturstil, islamischer: Eine Sammelbezeichnung für eine Reihe eng miteinander verwandter Stile. Siehe → Islamische Architektur.

Architekturstil, klassizistischer: Siehe → Architektur, klassizistische.

Architekturstil, manieristischer: Siehe → Architektur, manieristische.

Architekturstil, monumentaler: An sich kein Stil im engeren Sinn, sondern eine Sammelbezeichnung für bauliche Ausdrucksformen, die Größe betonen bzw. auf Größe als Leitmotiv beruhen. »Stilprägend« sind Ansätze, die alltägliche Maßstäbe sprengen, ins Gigantische überhöhen, den Betrachter bzw. Besucher eines Bauwerks quasi verzwergen. Teils bezwecken Monumentalbauwerke, Menschen einen Eindruck individueller Bedeutungslosigkeit zu vermitteln, teils sollen sie Stolz wecken, das Bewusstsein, einer Gemeinschaft (Klasse, Volk usw.) anzugehören, die anderen technisch und / oder kulturell überlegenen ist.

Architekturstil, monumentalistischer: Siehe → Architekturstil, monumentaler.

Architekturstil, neogotischer: Siehe → Architektur, neugotische oder → Neugotik.

Architekturstil, neoromanischer: Siehe → Architektur, neuromanische oder → Neuromanik.

Architekturstil, neugotischer: Siehe → Architektur, neugotische oder → Neugotik.

Architekturstil, neuromanischer: Siehe → Architektur, neuromanische oder → Neuromanik.

Architekturstil, plateresker (Spanien): Eine im ausgehenden 15. Jahrhundert aufgekommene baugestalterische Linie, die über rund zwei Jahrhunderte hindurch gepflegt wurde. Prägend ist eine Verbindung gotischer Raummuster mit einer eklektischen Mischung formensprachlicher Elemente, die aus der Mudéjar-Architektur, dem → Flamboyant und der toskanischen Frührenaissance übernommen wurden. Kennzeichnend sind augenfällig gegliederte, üppig verzierte Fassaden. Die Ornamentik erinnert an fein ausgearbeiteten Silberschmuck; daher rührt auch der Name (platero = Silberschmied). Ein Beispiel für ein im plateresken Stil errichtetes Bauwerk bietet die Universität von Salamanca.

Architekturstil, postmoderner: Siehe → Architektur, postmoderne oder → Postmoderne (Architektur).

Architekturstil, romanischer: Siehe → Architektur, romanische.

Architekturstil: Eine mehr oder minder klar definierten Grundsätzen folgende bauliche Gestaltungslinie, die sich auf die grundlegende Formensprache (Gebäudegeometrie usw.), Zierwerke, Innenraumgestaltungen und Bezüge zwischen Gebäude und Umgebung (Garten, Landschaft etc.) bezieht. Baustile spiegelten ursprünglich vor allem Anpassungen an (natürliche) Umfeldbedingungen wider. Mit zunehmender Komplexität menschlicher Gesellschaften wurden sie zu Ausdrucksmitteln herrschaftlicher Ansprüche (weltlich, kirchlich), die aufstrebende Epigonen (Bürgertum) imitierten und fortentwickelten. Jüngere Baustile stellen sich vielfach als Antithese zu ihren Vorläufern dar. Kurz: Baustile sind als baulich-ästhetische bzw. bautypologische Strömungen bzw. Moden aufzufassen.

Architekturtheoretiker: Eine Person, die sich fachlich fundiert mit Fragen zur Funktion, (historischen) Entwicklung, Herstellung und Wahrnehmung von → Gebäuden, Gebäudeverbünden (Städte usw.) → Bauwerken und Landschaftsgestaltungen beschäftigt.

Architekturtheorie: Die fachlich fundierte gedankliche Beschäftigung mit Fragen zur Funktion, (historischen) Entwicklung, Herstellung und Wahrnehmung von → Gebäuden, Gebäudeverbünden (Städte usw.) → Bauwerken und Landschaftsgestaltungen.

Architrav: Ein horizontaler, auf einer Säulen- bzw. Stützenreihe ruhender Balken bzw. ein aus einzelnen Blöcken gebildetes Band.

Archiv (Raum): Eine räumliche Einheit (Gebäude, Saal, Zimmer), in der Dokumente aufbewahrt werden, deren Verfügbarkeit zur Bewältigung alltäglicher bzw. laufender Arbeiten nicht erforderlich ist.

Archivgebäude: Ein → Gebäude, in dem Dokumente aufbewahrt werden, deren Verfügbarkeit zur Bewältigung alltäglicher bzw. laufender Arbeiten nicht erforderlich ist.

Archivraum: Siehe → Archiv.

Arcosolium: Ein oftmals mit einer Bodenmulde zur Aufnahme des Verstorbenen versehenes Nischengrab, das sich zumeist in Felsen gemeißelt und / oder in Katakomben findet.

Ardha Mandapa: Eine kleinere Eingangshalle hinduistischer → Tempel im zentralen und südlichen Indien. Eine inhaltsgleiche Bezeichnung ist »Arthamandapa«.

aRdT (Bauwesen): Der Kürzel für »anerkannte Regeln der Technik«.