Immobilienwirtschaftliches Glossar

1 / 9 - A - Abd - Abg - Abs - Abw - Ai - Alte - Angel - Ap - Are - Ass - Aus - Av - B - Bar - Bau - Bauh - Baul - Baus - Baustoff - Be - Ben - Betonf - Bin - Bo - Boh - Bre - Bur - C - Ci - D - Dar - Dep - Do - Dre - E - Eink - Ek - Er - F - Fam - Fer - Fi - Flachm - Fo - For - Fr - Frem - Fro - Funk - G - Gas - Gef - Geh - Geschi - Gi - Gr - Gru - Grunds - Grup - H - Hau - He - Ho - Holz - Hoteli - Hu - I - Immobilienl - In - Ins - J - K - Kap - Kat - Ke - KG - Kle - Kn - Kon - Kor - Kran - Kry - L - Lai - Lat - Lee - Li - Lo - M - Markt - Mau - Mehr - Mietf - Mis - Mol - Müh - N - Ne - Ni - No - O - Ol - P - Par - Pe - Pfer - Pl - Po - Pr - Pu - Q - R - Raum - Reet - Ren - Ri - Rok - Ru - S - SB - Sche - Schil - Schm -Schu - Se - Sel - Si - So - Sp - Spi - St - Staf - Stan - Stat - Sti - Sto - Strau - Stuhl - Sub - T - Te - Ter - Tief - Tor - Tr - Tri - Tro - Tun - Turm - U - Ug - Un - V - Verbl - Verk - Verm - Vi - Vo - W - Wasser - Wei - Wert - Wi - Wo - Wohnung - Wu - Z - Zi - Zu

Einträge zu Alte – Anf

Altengerechte Wohnung: Eine an körperliche Bedürfnisse bzw. Bewegungsabläufe alter Menschen angepasste Wohneinheit. – Stichwort: Barrierefreiheit. In Bezug auf die Ausstattung kommen Aspekte wie rutschsichere Bodenbeläge, erhöht angebrachte WCs, eingebaute Haltegriffe usw. hinzu.

Altenheim: Eine Wohn- und Betreuungseinrichtung für Senioren. Inzwischen schließt der Begriff auch → Altenpflegeheime ein. Vertiefend siehe → Altenwohnheim.

Altenlastquote: Siehe → Altenquotient (Demographie).

Altenpflegestätte: Siehe → Altenpflegeheim.

Altenpflegeheim: Betreuungs- und Pflegeeinrichtung für alte Menschen, die nicht mehr zu einer eigenständigen Haushaltsführung fähig und auf ganztägige Betreuung angewiesen sind. Verbreitet sind Ein- und Zweibettzimmer. Die Ausstattung genügt mehrheitlich einfachen bis mittleren Ansprüchen. Anders als Anlagen des → betreuten Wohnens beinhalten die Wohneinheiten keine Küchenbereiche bzw. Kochgelegenheiten; die Verpflegung erfolgt gewöhnlich über eine angegliederte Heimküche. Da Bewohner von Seniorenwohnheimen verpflichtet sind, Verpflegung und Betreuungsleistungen von bestimmten Anbietern abzurufen, greifen die Schutzvorschriften des Heimgesetzes, was bedeutet, dass festgeschriebene bauliche und personelle Mindeststandards einzuhalten sind.

Altenpflegeeinrichtung (physisch): Siehe → Altenpflegeheim.

Altenpflegestätte: Siehe → Altenpflegeheim.

Altenquotient (Demographie): Das in einer Zahl ausgedrückte, auf eine definierte Gebietseinheit und einen Stichtag bezogene Verhältnis von Menschen im Alter ab 65 Jahren zu den 20- bis 64jährigen. Entgegen einer verbreiteten Behauptung bildet der Altenquotient keineswegs das Verhältnis nicht mehr erwerbsfähiger Menschen zu jenen im erwerbsfähigen Alter ab. Vielmehr verdeutlicht er Verhältnisse, die z. B. aus früheren deutschen Rentenregelungen (für Männer) abgeleitet wurden. Wie die Erhöhung des Rentenalters zeigt, gelten Menschen jenseits der Altersschwelle von 64 Jahren durchaus als erwerbsfähig – und viele sind es.

Altenstift: Ein von einer Stiftung getragenes bzw. finanziertes → Altenwohnheim.

Altenwohnheim: Eine auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnittene Anlage mit abgeschlossenen Wohneinheiten, die eine eigenständige Haushaltsführung zulassen. Immobilientechnisch sind Altenwohnheime und Anlagen des → betreuten Wohnens vielfach identisch. Der Unterschied ist zumeist rechtlicher Natur. Da Bewohner von Seniorenwohnheimen verpflichtet sind, Verpflegung und Betreuungsdienst von bestimmten Anbietern abzurufen, greifen die Schutzvorschriften des Heimgesetzes, was bedeutet, dass festgeschriebene bauliche und personelle Mindeststandards einzuhalten sind.

Altenwohnstift: Ein von einer Stiftung getragenes bzw. finanziertes → Altenwohnheim.

Altenwohnung: Eine oft schamhaft vermiedene Bezeichnung der Senioren- bzw. seniorengerechten Wohnung. Es handelt sich um eine an eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten alter Menschen angepasste Wohneinheit. – Stichwort: Barrierefreiheit. Daneben zählen rutschsichere Bodenbeläge, leichtgängige Türen usw. zum Standard.

Alte Österreichische Bauweise (Tunnelbau): Bei diesem Verfahren wird zunächst ein Sohl- oder Firststollen vorgetrieben. Anschließend wird ein Firstschlitz erstellt. Von dessen oberem Abschluss aus erfolgt der Vollausbruch des Tunnelquerschnitts.

Altermann: Siehe → Alter Mann (Bergbau).

Alter Mann (Bergbau): Eine Bezeichnung für erschöpfte bzw. aufgelassene, häufig verfallene, eingebrochene oder zugeschüttete → Grubenbaue.

Altersentwertung (immobilienbezogen): Eine vor allem im Schweizerdeutsch gebräuchliche Entsprechung der → Alterswertminderung. Angesprochen ist ein alterungsbedingter Wertverlust eines Gebäudes, Bauwerkes oder einer baulichen Anlage gegenüber dem Neubauzustand bzw. einem gleichartigen neuen Objekt.

Altersheim: Eine in Österreich, der Schweiz und Teilen Deutschlands (Bayern, Württemberg, Sachsen) übliche Bezeichnung des → Altenheims. Vertiefend siehe → Altenwohnheim.

Alterspyramide: Das Altersgefüge der Bevölkerung eines bestimmten Gebietes. Übertragen in eine Grafik, in der alle Jahrgänge als waagrechte Balken (Frauen zumeist rechts, Männer links, die jüngsten Jahrgänge an der Basis) abgebildet werden, ergibt sich bei »Bezugsgruppen« mit anhaltendem natürlichen Bevölkerungswachstum eine pyramidale Form. Derartige Formen sind typisch viele Schwellenländer (z. B. Indien); lange Zeit kennzeichneten sie auch europäische Staaten. Mit dem II. Weltkrieg und anschließenden demographischen Wandlungsprozessen veränderte sich die Pyramidenform. Der Begriff erzeugt somit ein vielfach nicht von der Realität gedecktes Bild. Die klassische (lineare) Pyramide ergibt sich u. a. bei anhaltenden, doch mäßigen Geburtenüberschüssen und geringer durchschnittlicher Lebenserwartung. Bei fortwährend sehr hohen Geburtenüberschüssen (oft gepaart mit niedriger Lebenserwartung) entwickelt sich eine gleichsam zerfließende Basis. Diese »Pagode« ist typisch für viele Entwicklungsländer. Weitere Grundformen sind »Bienenstock« (das Ideal), »Glocke« (Europa um 1960), »Urne« (oder »Zwiebel», z. b. heutiges Deutschland) und der »Tannenbaum« (auch »Tropfen»). Verheerende Ereignisse (Kriege usw.) spiegeln sich in »Einschnürungen«. Vor allem in kleineren räumlichen Einheiten werden natürliche Bevölkerungsgänge von Wanderungsbewegungen überlagert, die sich häufig in Formen übersetzen, die stark von jener der jeweiligen Landesebene abweichen.

Altersquotient: Siehe → Altenquotient (Demographie).

Alterswertminderung: Der im Laufe der Gebäudenutzung eintretende bzw. eingetretene Wertverlust gemessen am Neuwert der zu bewertenden Immobilie. Dieser Wertverzehr beruht auf Abnutzung, Verschleiß und / oder materialbezogenen Alterungsvorgängen bzw. Ermüdungserscheinungen. Die tatsächliche Alterswertminderung ist schwer bestimmbar. Praktisch wird der (angenommene) Wertverlust über Rechenmodelle angenähert, die unterschiedliche Verläufe unterstellen. Beispiele bieten lineare und parabolische Abschreibungen.

Alterungsbeständigkeit (Bauwesen): Das Maß, in dem ein Baustoff, Bauelement oder Bauteil in der Lage ist, seine ursprünglichen bzw. gewünschten physikalischen Eigenschaften über die Zeit hinweg zu erhalten.

Altlast / Altlasten: Nutzungshistorisch bedingt verunreinigte Areale bzw. entsprechende Verunreinigungen (Kontaminationen) des Erdreichs, die sich umweltschädigend oder gesundheitsschädlich auswirken bzw. auswirken können (z. B. wenn Erdbewegungen vorgenommen werden).

Altneubau (historisch): Ein drollig anmutender Begriff aus DDR-Zeiten, der (in der Retrospektive) Wohngebäude bezeichnete, die zwischen dem Ende des 2. Weltkriegs und dem Aufkommen der Plattenbauweise unter staatlicher Regie errichtet wurden. Typischerweise handelte es sich um viergeschossige Wohnblocks, die in Massivbauweise hochgezogen und mit einem steilen Sattel- bzw. einem Spitzdach versehen wurden.

Altpflaster: Ein Natursteinpflaster, das in Zusammenhang mit Rückbaumaßnahmen oder infolge auftretender Schadensereignisse (Straßenaufbrüche usw.) anfällt; für Altpflaster gibt es einen organisierten Markt, sei es, um nicht mehr gängige Pflastergrößen zu beschaffen oder besondere optische Wirkungen zu erzielen.

Altsohle (Bergbau): Ein Stockwerk einer Zeche bzw. eines Bergwerks, in dem keine Förderung mehr stattfindet.

AM (Verkehrswesen, Deutschland): Das Kürzel für → »Autobahnmeisterei«.

Amalaka: Ein statisch wirksamer, regelhaft zugleich zierender Schlussstein indischer Tempelturmspitzen. Kennzeichnend für diese scheibenförmigen Steine sind gerippte Oberflächen.

Amaltheion: Eine Kultstätte bzw. ein Heiligtum in Form eines Nymphäums oder einer Grotte, das der Nymphe Amalthea gewidmet war. Amalthea, mythische Mutter des Hirtengottes Pan, zog Zeus / Jupiter mit Ziegenmilch auf.

Amaltheum: Die lateinische Schreibung von → Amaltheion (griechisch).

Amarelo Capri (Gestein): Ein gelbstichiger brasilianischer Granit, der sich für bauliche Anwendungen im Außen- und Innenbereich von Gebäuden eignet.

Amarelo Colonial (Gestein): Ein grobkörniger, gelb und schwarz gemusterter Granit aus Brasilien, der im Außenbereich sowie im Innenausbau verwendet wird.

Amarelo Ornamental (Gestein): Ein beiger, grobkörniger brasilianischer Granit, der im Innen- und Außenbereich verbaut wird.

Amarelo Real (Gestein): Ein gelber, grobkörniger Granit aus Brasilien, der im Innenausbau wie für Außenanwendungen genutzt wird.

Amarula (Gestein): Ein gelblich-brauner Gneis aus Brasilien, der – geschliffen und resiniert – im Innenausbau eingesetzt wird.

Ambiente: »Milieu», »Umfeld», »Umwelt« im Sinne einer atmosphärischen Anmutung bzw. Ausstrahlung.

Ambulatorium (Kirchenarchitektur): Ein Chorumgang in abendländischen Kirchenbauten. Das Ambulatorium ist regelhaft eine hufeisenförmig um den → Chor bzw. Hauptaltarraum verlaufende Gehfläche, die häufig mit radial abstrahlenden Kapellen besetzt ist.

Ambulatorium (Klinikbereich): Auch als »Ambulanz« bezeichnet. Ein Krankenhausbereich, der vorrangig zur Versorgung und Behandlung nicht stationär aufgenommener Patienten dient.

Ambulatorium (Praxis): Eine von mehreren spezialisierten Ärzten betriebene, einer Poliklinik ähnliche Praxisgemeinschaft. Der Begriff bezieht sich auch auf das Gebäude bzw. die Räumlichkeiten.

American Plan (Hotellerie): Bisweilen auch »Full American Plan« genannt. Ein Zimmerpreis, in dem drei Mahlzeiten (Frühstück, Mittag- und Abendessen) enthalten sind. Die deutsche Entsprechung ist »Vollpension«.

Amerikanischer Verband (Mauerwerk): Ein Verband, bei dem einer Binderschicht einige – oft vier und mehr – Läuferschichten folgen.

Amphiprostylos: Ein antiker griechischer Tempeltyp, dessen → Cella vorne und hinten eine entwickelte, zumeist von vier Säulen gebildete Front aufweist.

Amsterdamer Schule (Architektur): Eine expressionistische, der klassischen Moderne zuzuordnende, vor allem in den Niederlanden verbreitete Strömung, deren bevorzugter Baustoff Backstein war. Baulich-gestalterisch kennzeichnend waren zu vielfältigen Mustern gefügte Mauerwerke und geschwungene, oft ausladende Bauformen. Erste, dieser stilistischen Linie zuzuordnende Gebäude entstanden ab 1913; der Stil hielt sich bis zu Beginn der 1930er Jahre.

Amtlicher Lageplan: (Bauvorlagenverordnung, Deutschland): Eine kartographisch und textlich basierte Darstellung der räumlichen und eigentumsrechtlichen Situation, in der sich ein Baugrundstück befindet. Dieses Dokument bildet die erste Vorlage in Zusammenhang mit städtebaulichen Vorbescheiden, Bauanzeigeverfahren und Baugenehmigungen. Unterschieden werden einfache und qualifizierte Lagepläne. Der einfache Lageplan beinhaltet neben dem Kartenteil eine Reihe rechtssicherer Angaben (Grundstücksadresse, Grundbuchblatt, Flur, Flurstück, Eigentümer / Erbbauberechtigten, Baulasten). Der qualifizierte Lageplan besitzt einen deutlich höheren Informationsgehalt und damit eine erhöhte Rechtssicherheit. Er enthält zusätzlich (zu den Angaben des einfachen Lageplans) aus dem Liegenschaftskataster entnommene Grundstücksabmessungen, Aussagen über Grenzzuverlässigkeiten und die Erkennbarkeit von Grundstücksgrenzen im örtlichen Zusammenhang, die Namen benachbarter Grundstückseigentümer und Aussagen in Bezug auf den verzeichneten Gebäudebestand (Vollständigkeit der Darstellung).

Amtlicher Wert (immobilienbezogen, Schweiz): Der steuerliche Veranlagungswert einer Immobilie.

Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem: Siehe → Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem (Deutschland).

Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem (Deutschland): Kurz »ALKIS«. Ein (2012 noch) in der Entwicklung befindliches Instrument, in dem bislang getrennt geführte Liegenschaftsbücher und -karten in einem Informationssystem zusammengefasst werden. ALKIS ermöglicht die Führung von Qualitäts- und Metadaten, verbessert den Datenaustausch und gestattet eine präzise Historienverwaltung.

Amtsgebäude: Ein von öffentlichen Verwaltungen (Polizei, Justiz etc.) genutztes Gebäude. Früher befanden sich diese Gebäude zumeist im Eigentum der öffentlichen Hand, heute sind Mietlösungen verbreitet. Ein verwandter Begriff ist »Dienstgebäude«.

Anastilosis: Die Fachbezeichnung für einen teilweisen Wiederaufbau bzw. eine entsprechende Wiederherstellung eines zerstörten bzw. verfallenen Bauwerks, wobei weitestmöglich auf von diesem erhalten gebliebene Bauelemente und Bauteile zurückgegriffen wird.

Anastylose: → Anastilosis.

Anathyrose: Ein schmaler, fein geglätteter Randstreifen an den Stoßflächen, teils auch den Lagerflächen von Steinblöcken, die mörtellos bzw. ohne Verwendung ausgleichenden Materials verbaut wurden. Die umlaufene Fläche wurde leicht vertieft. Die in der griechisch-römischen Antike insbesondere bei Großbauwerken verwendete Technik reduzierte den Arbeitsaufwand.

Anathyrosis: Siehe → Anathyrose.

Anbau (Gebäude, gegenständlich): Ein als Erweiterung eines Gebäudes errichteter Trakt bzw. Gebäudeteil.

Anbau (Gebäude, Prozess): Der Vorgang einer Erweiterung eines bestehenden Gebäudes bzw. Bauwerkes.

Anbaubalkon: Ein Balkon, der mittels Konsolen mit der Gebäudewand verbunden und an der dem Freien zugekehrten Seite auf Stützen gelagert ist. Die Bodenplatte des Balkons besteht aus Aluminium, Beton oder Holz. Anbaubalkone werden sowohl im Neubaubereich realisiert als auch zur einfachen und kostengünstigen Nachrüstung von Bestandsgebäuden herangezogen. Eine andere Bezeichnung ist »Vorbaubalkon«.

Anbaustreuer: Eine im → Erd- und → Verkehrswegebau eingesetzte, von einer Zugmaschine bewegte Maschine, die im Rahmen von Bodenverbesserungs- und Bodenstabilisierungsmaßnahmen vor dem Einsatz eines → Bodenstabilisierers Bindemittel (Kalk, Zement usw.) auf die zu bearbeitende Fläche aufträgt.

Anbauwerkzeug: Ein Spezialwerkzeug, das an einem Trägergerät (Bagger, Radlader usw.) anstelle der Standardschaufel bzw. des Löffels angebracht wird.

Andreaskreuz (Fachwerkbau): Zwei einander X-förmig überkreuzende Hölzer; dieses Kreuz wird zur konstruktiven Verstrebung bzw. Versteifung herangezogen, aber auch als schmückendes Element eingesetzt.

Andron: Der Männern vorbehaltene Wohnbereich antiker griechischer Häuser, der u. a. Repräsentationszwecken bzw. Gastempfängen diente.

Anerbe (Landwirtschaft): Der alleinige Erbe eines bäuerlichen Anwesens bzw. Hofes. Gewöhnlich handelte es sich (bei mehreren Geschwistern) um den ältesten Sohn.

Anerbengebiet (Landwirtschaft): Eine Region, in der bäuerliche Höfe vollständig an nur einen Erben bzw. Nachfolger übertragen wurden. In diesen Gegenden bestanden regelhaft deutlich größere Höfe als in → Realerbteilungsgebieten.

Anerbenrecht: Ein Recht, das sich auf die Erbregelung im Bereich landwirtschaftlicher Anwesen bezieht. Konkret: In Regionen mit Anerbenrecht fallen landwirtschaftliche Anwesen (Höfe) einem einzelnen Erben bzw. einem Alleinerben (zumeist dem ältesten Sohn) zu. Anders als in → Realerbteilungsgebieten kommt es zu keiner Hofzersplitterung. Das Erbe bezieht sich ausschließlich auf den Hof, nicht auf sonstige Vermögenswerte (Geld, Schmuck usw.).

Anerbengregion: Siehe → Anerbengebiet.

Anerbgeld (Landwirtschaft): Eine alte Bezeichnung für einen Geldbetrag, der einem Anerben (dem alleinigen Erben) eines bäuerlichen Anwesens bzw. → Hofes gezahlt wurde, wenn dieser den Hof einem Dritten – zumeist dem Zahlenden – überließ.

Anfallspunkt (Dachkonstruktion): Die fachliche Bezeichnung für einen Punkt, der vorliegt, wo drei oder mehr Dachflächen zusammentreffen.

Anfänger (Architektur): Der erste, auf dem → Kämpfer (Widerlager) aufsetzende Stein eines → Bogens oder → Gewölbes.

Anfängerstein: Siehe → Anfänger (Architektur).

Anfangsmiete: Die zum Beginn einer Mietvertragslaufzeit gültige, gewöhnlich monatlich zu entrichtende → Miete bzw. Mietrate.

Anfangsmietzins: Siehe → Anfangsmiete.

Anfangsstein: Siehe → Anfänger (Architektur).