Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Ai – Altb

Aigikranion (Architektur): Ein während der Antike aufgekommenes Schmuckmotiv, das – mehr oder minder stilisiert – einen Ziegen- bzw. Widderkopf darstellt.

Airline Rate (Hotellerie): Auch als »Crew Rate« bezeichnet. Mit Fluggesellschaften ausgehandelter Sondertarif für Flugzeugbesatzungen.

Aiwan (Architektur): Eine dreiseitig eingefasste bzw. geschlossene, an ihrer Front vollkommen offene Halle bzw. eine entsprechende, vergleichsweise tief ausgeformte Torpartie. Das Architekturelement kam während der Sassaniden-Herrschaft in Persien auf, verbreitete sich über weite Teile Zentralasiens und ging in die Mogularchitektur Indiens ein. Andere Bezeichnungen sind »Iwan« und »Liwan«.

Ajimez (Architektur): Ein aus zwei Öffnungen mit Bogenabschluss und einer schlanken Mittelsäule zusammengesetztes Fenster. Die Bögen können bis zu einer angenäherten Kreisform gekrümmt sein. Vielfach ist das Fenster reich ornamentiert, häufig unverglast. Es ist in der spanisch-maurischen Architektur verbreitet.

Akanthusblatt (Architektur): Ein Zierwerk, das zunächst bei → korinthischen Säulen aufkam und während vieler Stilepochen aufgegriffen wurde. Das häufig eingerollte Blatt stellt – mehr oder minder stilisiert – ein Blatt des dornigen Akanthus (eine Pflanze) dar.

Akoka (Holz): Ein Handelsname des → Azobe.

Akontozahlung (Mietnebenkosten): Eine gewöhnlich regelmäßig fällige Pauschale, die zur Begleichung laufender Betriebskosten dient. Guthaben werden erstattet, Unterdeckungen eingezogen, sobald tatsächlich entstandene Kosten berechnet sind.

Akkordeontür: Eine auch »Harmonikatür« genannte Spielart der → Falltür, deren Türblätter mittig miteinander verbunden sind. Die Flügel falten sich hälftig nach innen und außen.

Akoka (Holz): Ein Handelsname des → Azobe.

Akrolith: Eine antike griechische Statue bzw. Skulptur, bei der lediglich sichtbare bzw. nicht von Kleidung verhüllte Körperteile (Füße, Hände, Hals, Kopf) aus Stein bestanden, während die übrigen Partien aus Holz oder Bronze hergestellt wurden.

Akropole: Siehe → Akropolis.

Akropolis: Ursprünglich der auf dem höchsten Punkt einer antiken griechischen Stadt gelegene Burgbereich. In späterer Zeit diente die Akropolis auch als Kult- bzw. Tempelbereich. Der bekannteste Vertreter ist die Akropolis von Athen.

Akroter (der): Ein architektonisches Zierelement der Antike, das Giebel bzw. Giebelfirst und Giebelecken krönt.

Akroterie (die): Siehe → Akroter.

Akroterion (das): Siehe → Akroter.

Aktiver Bestandsschutz (Baurecht): Ein in Deutschland weitgehend hinfälliges Rechtsinstitut, das sich der Frage verschreibt, ob bzw. inwieweit der → Bestandsschutz greift bzw. erhalten bleibt, wenn eine → Immobilie modernisiert wird.

Akzentbeleuchtung: Eine künstliche Beleuchtung, die einzelne Objekte bzw. Raumbereiche hervorhebt. Vorbedingung ist, dass die Leuchtstärke eingesetzter Instrumente jene der allgemeinen Beleuchtung und / oder einfallenden natürlichen Lichts übertrifft.

A-Lage: Ein vergleichsweise kleinräumiger, stark profilierter Funktionsraum, der aus Nutzer- und Kundensicht eine sehr hohe Attraktivität besitzt.

Alarmglas: Ein mit eingelassenem oder aufgetragenem Netz aus elektrischen Leitern versehenes Scheibenglas. Im Falle eines Scheibenbruchs Bogeneinfassungen am Taj Mahal (Agra, Indien)werden die Leiter unterbrochen und ein Alarm ausgelöst.

Alaska Cedar (Holz): Einer von mehreren Handelsnamen des → Yellow Cedar.

Alaska Zeder (Holz): Eine von mehreren Handelsbezeichnungen des → Yellow Cedar.

ALB (Grundstückswesen, Deutschland): Der amtliche Kürzel für → »Automatisiertes Liegenschaftsbuch«.

Alcázar: Ein aus dem Arabischen abgeleiteter Begriff, der regelhaft wehrhafte, also befestigte Paläste bzw. Schlösser, aber auch Wohnburgen in Spanien bezeichnet.

Alenkastell (historisch, Rom): Ein zeitweiliges oder stehendes befestigtes Lager römischer Reitertruppen. Diese Lager wurden für ein bis zwei Einheiten bzw. 500 bis 1.000 Reiter angelegt. Aufgrund unterzubringender Reittiere nahmen Alenkastelle vergleichsweise große Flächen von bis zu sechs Hektar ein.

Alexandra White (Gestein): Einer von mehreren Handelsnamen des Blanco Alejandra. Der weiße, fein geänderte, fast durchscheinend anmutende guatemaltekische Marmor wird vor allem im Innenausbau verwendet.

Alfiz: Ein rechteckiger, Fenster- oder Türbögen einfassender Rahmen. Das Schmuckelement ist typisch für die islamisch geprägte Architektur. Rechts ein Bild von Bogeneinfassungen am Taj Mahal, Agra, Indien (Elmar Pfeiffer, Januar 2012).

ALK (Grundstückswesen, Deutschland): Der amtliche Kürzel für → »Automatisierte Liegenschaftskarte«.

Alcazaba (Spanien): Eine Festung, eine befestigte Stadt oder ein entsprechender Stadtteil. Beispiele bieten Almeria und Malaga.

Alkalifeldspatgranit: Auch »Alkaligranit« genannt. Diese Granitvarietät weist einen minimalen Plagioklas-Anteil (< 10% des Feldspats) auf. Das fein- bis grobkörnige, gut polierbare Gestein ist witterungsbeständig. Es wird im Fassadenbau genutzt, als Boden- und Treppenbelag verwendet und zu Küchenarbeitsplatten und Waschtischen verarbeitet.

Alkaligranit: Eine Granitvarietät mit sehr geringem Plagioklas-Anteil (< 10% des Feldspats). Es handelt sich um ein fein- bis grobkörniges, witterungsbeständiges, gut polierbares Gestein, das im Fassadenbau eingesetzt wird, als Boden- und Treppenbelag zum Einsatz kommt und zu Küchenarbeitsplatten und Waschtischen verarbeitet wird. Der Alkaligranit wird auch als »Alkalifeldspatgranit« bezeichnet.

Alkazar: Die deutsche Schreibweise von → »Alcázar«.

ALKIS (Katasterwesen, Deutschland): Das Kürzel für → »Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem«.

Alkoven: Eine kleine, fensterlose Bettnische bzw. eine (sehr) kleine Schlafkammer. Andere Begriffe sind »Wandbett« oder (bezogen auf bäuerliche Anwesen) »Schrankbett», regionalsprachlich auch »Butze«.

Allee (allgemein): Eine beiderseitig von Baumreihen begleitete bzw. eingefasste Straße oder ein entsprechender Weg.

Allee (Schlossarchitektur): Eine von Bäumen gesäumte, über einen Schlossgarten hinaus verlängerte Wegachse.

Allee, bedeckte: Eine rechts und links von Baumreihen begleitete Straße oder Wegachse, bei der sich die Kronen beider Baumreihen über den Weg bzw. die Straße hinweg zu einem geschlossenen Kronendach verbinden.

Allee, offene: Eine beiderseitig von Baumreihen begleitete Straßen- oder Wegachse mit oben offenem, also nicht von einem Kronendach überspanntem Luftraum.

Alleineigentum (immobilienbezogen): Die ausschließliche bzw. ungeteilte, im Rahmen der jeweiligen Rechtsordnung umfänglichste Verfügungsmacht einer natürlichen oder juristischen Person über ein bebautes oder unbebautes → Grundstück.

Alleingewerke (historisch, Bergwesen): Eine Person, die alle Anteilsscheine (Kuxe) an einer in Form einer bergrechtlichen Gewerkschaft geführten Grube besaß.

Alleinmakler: Ein exklusiv beauftragter Marktmittler.

Alleinmietfläche: Eine Gebäudefläche, die einem Nutzer gegen Entgelt zur ausschließlichen Nutzung überlassen wird. Vertiefend siehe → Allgemeinmietfläche.

Alleinvermittlungsauftrag (Maklerwesen): Im Immobilienbereich die exklusive, auf einen gewissen Zeitraum begrenzte Beauftragung eines → Maklers, eine Immobilie zu vermarkten. Auftraggeber sind regelhaft Verkäufer oder Vermieter. Dieser Ansatz besitzt – sofern der Makler gut vernetzt bzw. fähig ist – zwei entscheidende Vorzüge gegenüber einem »Schrotflintenansatz«: 1. Alle Vermarktungsaktivitäten werden gebündelt, sind leicht kontrollier- und nachvollziehbar. 2. Kein möglicher Kunde erhält (oft nicht übereinstimmende) Angebote verschiedener Makler, wodurch eine mindere Gefahr besteht, das Objekt zu »verbrennen«.

Allergikergerechtes Haus: Siehe → Allergikerhaus.

Allergikerhaus: Ein → Haus, dessen Errichtung und Innenausbau auf individuelle Befindlichkeiten von Allergikern abgestimmt ist. »Das« allergikergerechte Haus gibt es nicht, da zahllose mögliche Allergieauslöser bestehen. Grundsätzlich sind schadstofffreie Baustoffe zu nutzen. Pflicht ist weiterhin der Einbau eines mechanischen Lüftungssystems, das ein Eindringen von Pollen vereitelt und Schimmelbildungen vorbeugt.

Allgemeine Bauforschung: Der alltagsrelevantere Zweig der Bauforschung, der sich der wissenschaftlichen Analyse funktionaler, technischer, konstruktiver, bauphysikalischer und ökonomischer Aspekte verschreibt, die in Zusammenhang mit Gebäuden, Bauwerken und baulichen Anlagen stehen. Die allgemeine Bauforschung dient u. a. einer Verbesserung bekannter Bautechniken und der Entwicklung neuer Verfahren. Teildisziplinen berücksichtigen u. a. räumliche bzw. städtebauliche Dimensionen. Ergänzend siehe → Historische Bauforschung.

Allgemeines Wohngebiet (WA): Entsprechend der Baunutzungsverordnung ein Gebiet, in dem neben einer vorherrschenden Wohnnutzung gastronomische Einrichtungen, Einzelhandelsgeschäfte und kleinere, die Hauptnutzung nicht störende Handwerksbetriebe zulässig sind.

Allgemeinfläche (gebäudebezogen): Von allen Mietern nutzbare bzw. der Mietergemeinschaft nützliche Flächen innerhalb eines Gebäudes (Atrium, Lobby, öffentliche Toiletten, Korridore usw.).

Allgemeinflächenfaktor: Ein den Anteil vorhandener → Allgemeinflächen an der Gesamtnutzfläche einer Immobilie wiedergebender Wert, rechnerisch also die Allgemeinfläche dividiert durch die Gesamtnutzfläche.

Allgemeinmietfläche: Eine Gebäudefläche, die von mehreren bzw. allen Mietparteien genutzt wird bzw. werden darf.

Allmende (Landwirtschaft): Gemeinschaftliches Grundeigentum (z. B. Wiesen und Weiden) eines bäuerlichen Sozial- und Wirtschaftsverbandes (Dorfgemeinschaft usw.), das sich abseits der von privaten Eigentumsparzellen gebildeten Flur befindet.

Allocations (Hotellerie): Eine vereinbarte Mindestzimmeranzahl bzw. ein Zimmerkontingent, dessen tägliche Nutzungsmöglichkeit einem Vertragspartner bzw. Kunden bindend zugesichert wird.

Allod (historisch, Landwirtschaft): Zu Zeiten des Lehenssystems ein Freigut bzw. ein vererbbares bäuerliches Grundeigentum.

Allodgeld (historisch, Landwirtschaft): Eine Geldzahlung, die entrichtet wurde, um einen Lehenshof bzw. ein Lehensgut oder Teile davon in einen vererbbaren Hof bzw. ein Freigut zu verwandeln.

Allodium: Siehe → Allod.

Allotment (Hotellerie): Eine Zimmeranzahl, die für eine Gruppe bzw. einen Reise-, Event- oder Tagungsveranstalter geblockt wird. Zu unterscheiden sind → Abrufkontingent und Festkontingent. Allotments lassen sich tagesbezogen, hinsichtlich der Zimmerarten sowie unter Bezug auf die Zimmeranzahl vereinbaren. Mischformen sind möglich.

All-Suite-Hotel: Eine Hotelform, die ausschließlich Suiten anbietet, also über keine Standardzimmer (Einzel-, Doppelzimmer usw.) verfügt.

Almemor: Auch »Bima« und »Tewa« genannt. Der Begriff bezeichnet ein regelhaft über eine kurze Treppe erreichbares Podium (im einfachen Fall einen Tisch) in einer Synagoge, von dem aus die Tora verlesen wird. Dieser Ort symbolisiert den Opferaltar im heiligen Tempel. Bei Synagogen der Orthodoxen befindet sich der Bereich im Mittelpunkt des Bauwerkes, bei Synagogen liberaler Gemeinschaften an der östlichen Bauwerksseite.

Almer: Vergleiche → Almerei.

Almerei (Möbel): Ein zumeist wenig tiefer Wand- bzw. Einbauschrank in den Stuben von Bürger- und Bauernhäusern, der zur Aufbewahrung besonderer Utensilien (Bücher, Medizin, Branntwein usw.) diente.

ALoS (Hotellerie): Das Kürzel steht für »Average Length of Stay», also die durchschnittliche Anzahl von Übernachtungen je Gast.

Alpgeld (historisch, Landwirtschaft): Eine Zahlung für ein eingeräumtes Nutzungsrecht an Bergwiesen und Hochgebirgsweiden, die sich in herrschaftlichem Eigentum befanden oder Gemeineigentum waren.

Altan: Eine nach oben offene, zumeist von einer Brüstung umlaufene Plattform in oberen Gebäudegeschossen, die – anders als der Balkon – auf Mauern oder Säulen ruht. Der Söller ist auch unter der Bezeichnung »Altan« bekannt. Eine andere Bezeichnung ist »Söller«.

Altane: Seltenere Form von → Altan.

Altar: Eine zumeist herausgehobene Verehrungs- und / oder Opferstätte für eine Gottheit, mehrere Götter oder einen in den Rang einer Gottheit erhobenen Menschen.

Altarhaus: Jener Kirchenbereich, in dem der Hochaltar platziert ist; heute wird zumeist – früher als unkorrekt erachtet – von → »Chor« gesprochen.

Altarretabel: Ein aufstrebender, regelhaft plastisch gestalteter Altarhintergrund, der primär als blickfangende Schauwand dient, in der bisweilen Reliquien aufbewahrt werden. Das Retabel stellt oftmals eine nach oben fortentwickelte → Dorsale des → Stipes dar, kann aber auch auf einem eigenen Sockel ruhen.

Altarschranke(n): Niedrige, aus Holz, Stein oder Metall gefertigte Absperrung des engeren Altarraumes gegenüber dem kirchlichen Hauptraum.

Altarziborium: Ein auf Säulen ruhender, baldachinartig ausgeformter Altarüberbau aus Stein und / oder Holz, der sich schon in frühen Basiliken findet.

Altburgstelle: Ein Ort, an dem sich früher eine → Burg erhob, deren einstige Existenz sich allenfalls noch in mehr oder minder deutlich erkennbaren Hohl- oder Vollformen (Gräben, Wälle) andeutet.