Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Abw – Acry

Abwalmen: Das Herunterführen eines Daches über die Giebelseiten eines Gebäudes.

Abwart: Schweizerische Bezeichnung für → »Hausmeister«.

Abwasseranfall: Das innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder durchschnittlich auftretende bzw. zu bewältigende Abwasservolumen.

Abwasserdruckleitung: Bezeichnungsgemäß eine Leitung, in der Abwasser unter Druck befördert wird. Diese Leitungen kommen u. a. dann zum Einsatz, wenn Abwasser aufwärts geführt werden muss.

Abwassergebühr: Eine von kommunaler Seite erhobene, mengenabhängige, regelmäßige Zahlung, die von Privathaushalten und Betrieben für die Abwasserbeseitigung zu entrichten ist. Die Gebührenberechnung berücksichtigt für den Anlagebetrieb anfallende finanzielle Aufwendungen, kalkulatorische Abschreibungen und Zinsen sowie die eigentliche Abwasserabgabe.

Abwassergebühr, gespaltene: → Abwassergebühr, gesplittete.

Abwassergebühr, gesplittete: Eine → Abwassergebühr, die auf einer getrennten Veranlagung nach Regenwasseranfall und Brauch- bzw. Schmutzwasseranfall gründet. Diese Form der Gebührenerhebung soll gerechtere Zahlungen gewährleisten, zudem Bodenversiegelungen entgegenwirken und die Vornahme von Entsiegelungsmaßnahmen unterstützen.

Abwasserkanal: Ein künstliches, zur Abführung von Schmutz-, Regen- oder Schmelzwasser geschaffenes unter- oder oberirdisches Gerinne.

Abwasserreinigungsanlage: Eine in Österreich und der Schweiz verbreitete Bezeichnung für eine Kläranlage.

Abwasserrinne (Straßenbau): Eine schmale, gemauerte oder betonierte Mulde, die heute regelhaft am Rand einer Straße geführt wird. In mittelalterlichen europäischen Städten lag die Abwasserrinne – als Gosse bezeichnet – zumeist in der Straßenmitte.

Abwasserschacht: Eine senkrecht oder leicht geneigt von der Oberfläche in den Untergrund führende oder verschiedene unterirdische Niveaus bzw. Bauwerksebenen miteinander verbindende röhrenartige Hohlform. Sie kann u. a. aus Beton- oder Kunststoffelementen gefügt, gemauert, verkleidet oder unbearbeitet sein.

Abwasserteich: Ein künstlich angelegtes, vergleichsweise flaches, belüftetes oder unbelüftetes Standgewässer, in dem Abwässer eine biologische und mechanische Reinigung durchlaufen.

Abweichstein: Ein oft in die Form eines mehr oder minder hohen Pfostens gebrachter, häufig ornamentierter Stein, der Gebäudeecken vor Beschädigungen durch Räder von Kutschen und / oder Lastgespannen schützte. Heutige Varianten bestehen häufig aus Beton.

Abweisdalbe: Ein in einen Hafengrund bzw. eine Gewässersohle gerammter → Pfahl bzw. eine Pfahlgruppe, der / die vorrangig dazu dient, Wasserfahrzeuge abzuhalten.

Abweiser: Ein oft in die Form eines mehr oder minder hohen Pfostens gebrachter, häufig verzierter Stein, der Gebäudekanten vor Beschädigungen durch Räder von Kutschen und / oder Lastgespannen schützte. Heutige Abweiser werden u. a. aus Beton hergestellt.

Abwerfen (Bergbau): Die Aufgabe eines → Grubenbaus in einem Bergwerk, das dauerhafte Einstellen hiesiger Abbauarbeiten. Das Abwerfen geht regelhaft mit einer Absperrung bzw. → Verwahrung einher.

Abwurf (Bergbau): Die vollständige Stilllegung eines einzelnen → Grubenbaus (Schacht, Stollen) in einem ansonsten weiterhin betriebenen Bergwerk.

Abwetter: Die abzuführende verbrauchte Luft bzw. abzuführende schädliche Gas im Berg- und Tunnelbau.

Abwichsgeld (Landwirtschaft): Eine alte Bezeichnung für einen Geldbetrag, der einem Anerben (dem alleinigen Erben) eines bäuerlichen Anwesens bzw. → Hofes gezahlt wurde, wenn dieser den Hof einem Dritten – zumeist dem Zahlenden – überließ.

Abwicklung (Gesellschaftsrecht): Im Rahmen der Liquidation (Auflösung) einer Gesellschaft die Befriedigung von Gläubigeransprüchen und die Aufteilung eventueller Vermögensreste unter den Gesellschaftern.

Abwurfdach (Burgenbau): Ein manchen Wehrbauten bzw. verteidigungsfähigen Gebäuden aufgesetztes → Dach, dessen Konstruktionsweise es gestattete, es ohne große Mühe abzuwerfen. Abwurfdächer minderten einerseits die Brandgefahr infolge feindlichen Beschusses, andererseits entstand im Falle eines Abwurfs eine hoch über dem Feind gelegene Verteidigungsplattform.

Abzahlungsdarlehen: Auch »Ratendarlehen« genannt. Gleichbedeutend mit »Abzahlungsdarlehen«. Ein → Darlehen, das in gleichbleibenden Raten zurückzuzahlen ist. Bei dieser Darlehensart wird der über die Laufzeit fällige Zinsbetrag zu Beginn auf die Darlehenssumme aufgeschlagen und die Rate ausgehend von dem errechneten Gesamtbetrag berechnet.

Abzugsgeld (historisch): Eine Zahlung, die Hörige oder anderweitig gebundene Untertanen ihrem Grundherren zu leisten hatten, wenn sie in den Herrschaftsbereich eines anderen Grundherrn umzogen bzw. ihnen ein Umzugsrecht gewährt wurde.

Abzweig (Bergbau): Auch »Brückenfeld« und »Streckenweiche« genannt. Ein räumlicher Bereich, an dem eine → Strecke von einer anderen abgeht bzw. zwei Strecken auseinanderlaufen.

Abzweigdose (Elektrik): Ein Element der Stromversorgung, von dem die Leitungen von Steckdosen und fest installierten elektrischen Geräten ausgehen oder – anders herum betrachtet – in dem diese zusammengeführt und verschaltet werden.

Accoudoir: Die Armlehne zwischen zwei Stallen, den einzelnen Sitzen eines → Chorgestühls.

Acetat: Ein Veresterungsprodukt aus der Reaktion von Essigsäure und Alkohol. Acetate werden u. a. als Binde- und Festigungsmittel verwendet.

Acetyliertes Holz: Ein chemisch mittels Essigsäureanhydrid modifiziertes Holz. Die Behandlung dient dazu, die Gefahr eines Pilz- und / oder Insektenbefalls zu verringern.

Achse (allgemein): Eine (gedachte) Gerade bzw. Linie, die herangezogen wird, um einen Raum (im weiteren Sinne) oder eine Fläche funktional und / oder optisch zu gliedern. Unter »Raum« können hier z. B. ganze Siedlungseinheiten, einzelne Baugebiete oder Gebäude(innenräume) verstanden werden. Zu den »Flächen« zählen z. B. Fassaden.

Achse (Architektur): Eine (gedachte) horizontale oder vertikale Gerade, die als Leitlinie für eine funktionale und / oder optische Gliederung der Grund- und Aufrisse von Gebäuden bzw. Bauwerken dient.

Achse (Städtebau): Eine zunächst gedachte Gerade, die bzw. ein diese umgebender Raumkorridor als Leitlinie der funktionalen, häufig an optischen Wirkungen orientierten Gliederung eines Siedlungskörpers oder eines seiner Teilbereiche dient.

Achse (Verkehrswegeführung): Die Leitlinie einer Straße oder Gleisanlage. Der Begriff bezieht sich – ohne weitere Definition – auf die Hauptachse. Diese liegt bei einspurigen Straßen bzw. Bahnstrecken in der Fahrbahn- bzw. Spurmitte; bei mehrspurigen Straßen und Gleissträngen verläuft sie entlang der Mitte des gesamten Querschnitts.

Achskapelle: Eine im Bereich des → Chorumganges, in der Hauptachse eines → Kirchenbauwerks platzierte → Kapelle.

Achsmaß (Architektur, Bauwesen): Der von Mittel- zu Mittelachse zweier Bauteile (Träger, Stützen, Sparren usw.) oder Wandöffnungen gemessene Abstand.

Achteräen:Der hintere, Scheune und Stall beinhaltende Trakt eines → Gulfhauses.

Achtort: Eine Proportionsschablone für die Ausbildung gotischer → Maßwerke und die Grundrisse von Pfeilern und Türmen. Sie besteht aus einem Kreis mit zwei innenliegenden Quadraten, die gegeneinander um 45 Grad gedreht sind, wodurch sich ein regelmäßiges Achteck ergibt.

Acker: Ein Landstück, das dem Anbau von Feldfrüchten dient. Definitorisch entscheidend ist die regelmäßige Bearbeitung mit Pflug, Hackstock oder anderen Bodenbearbeitungsgeräten.

Ackerbürgerstadt: Eine häufig verwendete, vor dem Hintergrund des funktional und sozial definierten Stadtbegriffs jedoch unlogische Bezeichnung. Denn: Der Begriff steht für eine »Stadt», deren Wirtschaft im Wesentlichen von landwirtschaftlichen Aktivitäten getragen wird. Ein entscheidendes Definitionskriterium der Stadt ist aber gerade das Vorherrschen nicht landwirtschaftlicher Zweige (Handel, Handwerk, Gewerbe, Dienstleistungen). Damit verbindet sich ein zweites Merkmal: eine vergleichsweise vielfältige Berufs- und Sozialstruktur, also eine in Bezug auf ihre jeweilige berufliche und soziale Stellung sehr inhomogene Einwohnerschaft. Zudem heben sich städtische Bauformen (auch deshalb) deutlich von jenen agrarisch geprägter Siedlungen ab. Tatsächlich bezog in vielen Städten ein beträchtlicher Anteil aller Bürger (nicht Einwohner) Einkommen ganz oder überwiegend aus landwirtschaftlicher Arbeit. Mehrheitlich überwogen allerdings die städtischen Attribute deutlich. In diesen Fällen lässt sich von einer der »Landwirtschaft verbundenen Stadt« sprechen. Erweist sich das Ackerbürgertum hingegen als funktional wie sozial prägend, verlieren sich jene Merkmale, die eine Einstufung als Stadt rechtfertigen bzw. begründen. Folglich kann allenfalls von einer »stadtähnlichen Siedlung« gesprochen werden.

Ackerrain: Die physische Grenze eines → Ackers.

Ackerwertzahl: Eine andere Bezeichnung der → Ackerzahl.

Ackerzahl: Eine auf Böden bezogene Ertragsmesszahl, die sich zwischen 0 und 100 Punkten bewegt. Neben die Fruchtbarkeit bestimmenden Bodenmerkmalen wird die Ackerzahl unter Berücksichtigung weiterer Faktoren (Exposition, Klima, Topographie usw.) ermittelt. Die Ackerzahl basiert u. a. auf der Bodenzahl, die sich rein auf Bodenmerkmale bezieht.

Acrylat: Ein Acrylsäure-Ester. Acrylate werden als Kleber und Filmbildner bzw. Harz genutzt.

Acrylglas: Bekannt ist das Polymethylmethacrylat unter dem Markennamen »Plexiglas«. Es handelt sich um einen weder kratz- noch lösungsmittelresistenten, jedoch licht- und wetterbeständigen, thermoplastischen Kunststoff, der durchlässig für UV-Licht ist. Bauteile aus Acrylglas werden u. a. zum Bau von Wintergärten eingesetzt.

AD (Verkehrswesen): Steht für »Autobahndreieck«.

Adelsburg: Eine als → Burg einzustufende Wohn- und Wehranlage, die einem Adligen bzw. Adelsgeschlecht als Sitz diente.

Ädikula (Bauwerk): Ursprünglich ein überdachter Aufbau eines römischen Tempels, der als Standraum von Statuen diente. In späterer Zeit stand die Bezeichnung für kleine, tempelartige Gebäude mit offener Frontpartie, die mit Säulen und Giebel geschmückt war. Ädikulen dienten u. a. als öffentliche Kapellen früher Christen, im mittelalterlichen Italien sowie in südfranzösischen Gegenden als private (Grab)Kapellen. Seit der Renaissance verbreiteten sich miniaturisierte Ädikulen als Altäre und Grabmale.

Ädikula (Bauwerkselement): 1. Eine Mauernische, die in Anlehnung an die Form der als Bauwerk verbreiteten Ädikula gestaltet ist. Derartige Nischen bzw. Maueröffnungen sind von → Säulen oder → Pilastern eingefasst und werden oben von Gebälk und → Giebel abgeschlossen. 2. Ein flach ausgeführtes Fassadengliederungselement, das entsprechend zusammengesetzt ist.

Ädikulaaltar: Ein → Altar, dessen → Retabel von einer → Ädikula eingefasst ist.

Ädikulagrab: Ein Grabmal in Form einer → Ädikula (Bauwerk).

Adlerkapitell: Ein vor allem während der → Romanik geschaffenes → Kapitell, das zumeist vier, an den Ecken platzierte Adlerdarstellungen zieren.

Administrationsgebäude: Eine in Deutschland vergleichsweise selten verwendete, in Österreich und der Schweiz jedoch geläufige Bezeichnung für ein Verwaltungsgebäude.

Adobe: Ein luftgetrockneter, ungebrannter Lehmziegel.

Adobeziegel: Siehe → Adobe.

ADR (Hotellerie): Kürzel für »Average Daily Rate«. Die Bezeichnung steht für den durchschnittlichen, innerhalb eines Betrachtungszeitraumes erzielten Zimmerpreis. Die ADR ergibt sich aus einer Abfolge erzielter Tagespreise, vorvereinbarter Firmentarife (vor allem bei Geschäftshotels) und / oder durchgesetzter Kontingentpreise (besonders bei Touristenhotels).

AdV (Vermessungswesen, Deutschland): Das Kürzel für »Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland«.

Adyton: Ein an das eingangsferne Ende der → Cella eines frühen griechischen Tempels anschließender Raum, der ausschließlich von Priestern betreten werden durfte. Es handelte sich um das Allerheiligste. Zugänglich war das Adyton nur aus dem Bauwerksinneren heraus.

Aedes (historisch, Militärwesen): Das Fahnenheiligtum römischer Garnisonsstandorte.

Aerarium (historisch, Militärwesen): An sich die Staatskasse im antiken Rom, übertragen aber auch das Gebäude der Truppenkasse römischer Garnisonsstandorte.

AfA (Steuerrecht, immobilienbezogen, Deutschland): Das Kürzel für »Abschreibung für Abnutzung«. Im Wohnsegment handelt es sich um einen Prozentsatz der Erwerbs- oder Herstellungskosten eines nicht selbstgenutzten Gebäudes (!), den sein jeweiliger Eigentümer steuermindernd geltend machen kann. Das eingeklammerte Ausrufezeichen ist wesentlich, da Bodenkosten einschließlich aller Grunderwerbsnebenkosten in Deutschland (anders als in manchen anderen Ländern) nicht abschreibungsfähig sind. Hintergrund der AfA: Gebäude verlieren (unter Verzicht auf immer kostspieliger werdende Gegenmaßnahmen) über die Zeit hinweg real an Wert. Die Finanzbehörde erkennt dies an und unterstellt (seit 2006, Bauantragsdatum / Erwerbsdatum) eine linear verlaufende jährliche Wertminderung (was logisch anfechtbar ist). Mit 2 % jährlich ist der Abschreibungssatz für alle Wohngebäude – mit Ausnahme von solchen, die vor 1925 errichtet wurden (2,5 %) – identisch. Bei Betriebsgebäuden gewerblicher Art (Bauantrag nach dem 31.03.1985) werden 3 % pro Jahr, bei plausibler Argumentation auch höhere Abschreibungssätze zugestanden. In diesem Segment bestehen teils (noch) degressive Abschreibungsmöglichkeiten.

Afterlehen (historisch): Ein empfangenes Lehen, das ganz oder teilweise an einen Dritten, wiederum als Lehen, weitergegeben wird. Es handelt sich also um eine Art Unterlehen.

AFWoG (Recht, Wohnungswesen, Deutschland): Steht für »Gesetz über den Abbau der Fehlsubventionierung im Wohnungswesen«.

Agadir: Ein im gemeinsamen Eigentum der Mitglieder einer Stammesgruppe stehender, burgähnlich befestigter Getreide- bzw. Kornspeicher in marokkanischen Berbergebieten.

Agglomeration (nutzungsbezogen): Eine Ballung, Massierung, Verdichtung von gleichartigen oder unterschiedlichen Nutzungen. Typische Beispiele bieten Standorte, an denen sich Einzelhandelsnutzungen bündeln.

Agglomeration (siedlungsbezogen): Eine Ballung, Massierung, Verdichtung administrativer Siedlungseinheiten. Der Begriff steht für eine Kernstadt und ihr verstädtertes Umland (= monozentrische Agglomeration) oder auch mehrere miteinander verflochtene Kernstadt-Umland-Räume (= polyzentrische Agglomeration). Entscheidend ist, dass Kernstadt und Umlandgemeinden bzw. mehrere Stadt-Umland-Räume räumlich und funktional derart eng miteinander verflochten sind, dass keine nennenswerten physischen Grenzen mehr ersichtlich sind. Andere Begriffe für »Agglomeration« sind »Ballungsgebiet», »Ballungsraum« und »Verdichtungsraum«.

Agglomeration, monozentrische (Siedlungswesen): Der Begriff steht für eine Kernstadt und ihr verstädtertes Umland.

Agglomeration, polyzentrische (Siedlungswesen): Ein flächenhaft verstädtertes Gebiet, das sich aus mehreren Kernstädten mit jeweils verflochtenen Umlandzonen zusammensetzt. Mit anderen Worten: ein von mehreren Kernstadt-Umland-Räumen gebildetes Mosaik.

Agglomerationseffekt: Eine für einzelne Betriebe oder Kunden und Konsumenten vorteilhafte oder nachteilige Wirkung, die eine örtliche Massierung gleichartiger, miteinander verwandter oder unterschiedlicher Nutzungen nach sich zieht.

Agglomerationsgrad: Das Maß der Nutzungsverdichtung.

Agglomerationsnachteile: Wirtschaftlich und / oder sozial negative Einflüsse, die sich aus einer übermäßigen räumlichen Verdichtung von Nutzungen bzw. Siedlungsgebieten ergeben.

Agglomerationsvorteile: Wirtschaftliche und / oder soziale Vorteile, die sich aus einer räumlichen Verdichtung von Nutzungen bzw. Siedlungsbereichen ergeben.

Agglomerationswirkung: Eine für einzelne Betriebe oder Kunden und Konsumenten vorteilhafte oder nachteilige Wirkung, die eine örtliche Massierung gleichartiger, miteinander verwandter oder unterschiedlicher Nutzungen nach sich zieht.

Agio: Ein Aufgeld auf den Nennwert eines Wertpapiers bzw. Anteilscheins, also die Differenz zwischen Nominalwert und dem zu zahlenden Preis. Aufgabeaufschläge sind z. B. bei Anteilsscheinen von Immobilienfonds üblich. Andere Bezeichnungen sind »Aufgeld« und »Ausgabeaufschlag«.

Agora: Der Markt- und Versammlungsplatz griechischer Gemeinwesen.

Agraffe (Architektur): Ein besonders gestalteter, gewöhnlich überdurchschnittlich großer Schlussstein im Scheitelpunkt eines Rundbogens.

Ägyptischer Ziegel: Ein umgangssprachlicher Name für den Adobe, einen luftgetrockneten, ungebrannten Lehmziegel.

Aha (Landschafts- / Gartenarchitektur): Eine andere Bezeichnung für den Ha-Ha. Es handelt sich um einen gewöhnlich stark eingetieften, steil abgeböschten oder einseitig von einer Mauer begrenzten Trockengraben, der vor allem in englischen Landschaftsgärten zu finden ist. Der zumeist von der Hausfront aus unsichtbare Graben erfüllt die begrenzende Funktion einer Mauer oder eines Zauns, ohne diese Begrenzung optisch wirksam werden zu lassen. Mit anderen Worten: Wahrnehmungsbezogen verlängert er das jeweilige Areal bzw. Anwesen gleichsam in die vorgelagerte Landschaft hinein.

Ah Ah: Siehe → Aha (Landschafts- / Gartenarchitektur).

Ährenförmiger Verband (Mauerwerk): Ein bereits während der römischen Antike auftauchender, vor allem im Mittelalter verbreiteter → Mauerwerksverband. Kennzeichnend ist eine gegenläufige Schrägschichtung aufeinanderfolgender Bruchsteinlagen, die von dicken Mörtelfugen durchlaufen sind. Im Ergebnis entsteht ein an eine Ähre erinnerndes Muster bzw. ein Fischgrätmuster. Die lateinische Bezeichnung ist »Opus Spicatum«.

Ährenmauerwerk: Siehe → Ährenförmiger Verband (Mauerwerk).

Ährenwerk: Siehe → Ährenförmiger Verband (Mauerwerk).