Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Abs – Abt

Absatz (Treppe): Eine kleinere, in einen Treppenlauf geschaltete Plattform. Eingezogen werden Absätze, um die Begehung weniger kraftaufwendig zu gestalten, die mögliche Sturzhöhe zu begrenzen und (bei geradläufigen Treppen) Richtungswechsel zu erreichen.

Absäuern (Betonreinigung): Die Entfernung von auskristallisierten Salzen (Effloreszenzen), Kalkablagerungen oder sonstigen Verschmutzungen von Betonoberflächen mittels Einsatz verdünnter Säuren.

Absäuern (Haftgrundverbesserung): Eine Säurebehandlung von Oberflächen stark kalkhaltiger Baustoffe, die durchgeführt wird, um die Haftung von Anstrichen zu verbessern.

Absäuern (Sichtbeton): Eine Behandlung von Betonoberflächen mit Säurelösungen, um diesen eine an Sandstein erinnernde Struktur zu verleihen.

Absaufen (Bergbau): Ein ungeplant eintretender und ablaufender Vorgang, bei dem Grubenbaue mit Wasser volllaufen.

Abschirmbeton: Eine andere Bezeichnung des Strahlenschutzbetons. Der Oberbegriff steht für verschiedene Arten von → Schwerbeton, die im Strahlenschutzbereich verwendet werden. Ihre hohe Trockenrohdichte erhalten diese Betone durch Zuschläge wie Borcalit, Borcarbid oder Limonit.

Abschirmputz: Ein elektrisch leitfähiger, durch eingelegte Ableitbänder geerdeter → Putz, der regelhaft an den Innenseiten von Außenwänden aufgebracht wird. Er dient einer Abschirmung gegen elektromagnetische Felder (Elektrosmog).

Abschlag (Sprengvortrieb): Die Bezeichnung für einen in Zusammenhang mit einer Sprengung nötigen Arbeitszyklus. Dieser umfasst das Bohren (der Sprenglöcher), das Laden und Besetzen, das Sprengen, Lüften, Sichern und → Schuttern.

Abschlagszahlung (Bauvertrag): Eine Zwischenvergütung des Auftraggebers an den Auftragnehmer für erbrachte Leistungen. Der Anspruch des Auftragnehmers ist bei einem BGB-Bauvertrag gegeben, wenn eine entsprechende vertragliche Vereinbarung getroffen wurde. Gemäß Vertragsordnung für Bauleistungen bzw. auf dieser gründenden Verträgen setzen Abschlagszahlungen eine nachgewiesene vertragsgemäße, also nicht mängelbehaftete Leistung des Auftragnehmers voraus. Die Auszahlung ist vom Auftragnehmer anzufordern; sie kann sich auch auf angefertigte Bauteile und gelieferte, jedoch noch nicht verbaute → Baustoffe beziehen.

Abschlagszahlung (Immobilienerwerb, Vermietung): Ein (auch) als Entsprechung der »Ablöse« bzw. »Ablösezahlung« verwendeter Begriff. Angesprochen ist eine vom Eigentümer oder Vormieter einer Mietfläche geforderte bzw. vom neuen Nutzer zu entrichtende Einmalzahlung, die sich auf die dauerhafte Überlassung bzw. Eigentumsübertragung von Ausstattungselementen, Einrichtungsgegenständen usw. bezieht.

Abschlagszahlung (Mietnebenkosten): Eine pauschalierte, gewöhnlich regelmäßig fällige Vorauszahlung, die zur Begleichung laufender Betriebskosten dient. Guthaben werden erstattet, Unterdeckungen eingezogen, sobald tatsächlich entstandene Kosten berechnet sind.

Abschlussgebühr (Bausparvertrag, Deutschland): Eine vom Bausparer bei Vertragsunterzeichnung zu entrichtende Zahlung bzw. eine zu leistende (verzinste oder unverzinste) Einlage; der Betrag beläuft sich regelhaft auf ein Prozent der → Bausparsumme. Sobald das Darlehen abgerufen wird, verwendet der Geldgeber den Betrag, um ihm entstandene bzw. entstehende Kosten zu decken.

Abschnittsbefestigung (Burgen- / Festungsbau): Namensgemäß ein Verteidigung- bzw. Wehrbauwerk, das einen Abschnitt einer größeren Anlage sichert.

Abschnittsburg: Eine in mehrere, jeweils eigenständig zu verteidigende Bereiche gekammerte bzw. gestaffelte Verteidigungslinien aufweisende → Burg. Vielfach besaß jeder dieser mauergeschützten Bereiche einen eigenen Hof. Diese Burgen wurden so angelegt, dass einzelne Wehrbereiche einander deckten und untere Abschnitte von höheren aus beschossen werden konnten. Bei den Wehrtürmen handelte es sich verbreitet um → Schalentürme (zum Rückraum hin offene Türme). Aufgrund erheblichen Raumbedarfs und beträchtlichen baulichen Aufwandes wurden komplexe Abschnittsburgen vergleichsweise selten errichtet.

Abschnittsgraben (Burgen- / Festungsbau): Ein Graben, der einen einzelnen Burg- oder Festungsbereich schützt und diesen von anderen Befestigungsbereichen absetzt.

Abschöpfungsmanagement (Hotellerie): Ein Oberbegriff für Ansätze und Maßnahmen, die einer systematischen Mobilisierung bzw. Abschöpfung bestehender Marktpotentiale für einen Hotelbetrieb dienen. Der Aufgabenkreis wird auch als »Ertragsmanagement« und »Preis-Mengen-Steuerung« bezeichnet. Englische Bezeichnungen sind »Revenue Management« und »Yield Management«.

Abschreibung (betrieblich): Im betrieblichen Rechnungswesen die zeitgebunden erfasste, plan- oder außerplanmäßige Wertminderung von Vermögensgegenständen. Wertminderungen treten infolge von Alterungs- und Verschleißprozessen ein, können jedoch auch besonderen Umständen wie Unfällen, Vandalismus, Diebstählen oder einem Verfall von Marktpreisen für das betroffene Gut zugeschrieben werden. Steuerrechtlich bzw. bilanziell sind Abschreibungen als Aufwand einzustufen.

Abschreibung (Grundbuchwesen, Deutschland, Österreich): Die Übertragung eines → Grundstücks in ein anderes Grundstücksblatt.

Abschreibung, degressive: Ein für Abnutzung bzw. nutzungsbedingte Wertminderung angesetzter, im Zeitverlauf fallender Prozentsatz der Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Gutes (z. B. einer Immobilie).

Abschreibung, lineare: Eine Absetzung für Abnutzung, deren Satz im Zeitverlauf konstant bleibt.

Abschreibung für Abnutzung (AfA, immobilienbezogen, Deutschland): Im Wohnsegement ein Prozentsatz der Erwerbs- oder Herstellungskosten eines nicht selbstgenutzten Gebäudes (!), den sein jeweiliger Eigentümer steuermindernd geltend machen kann. Das eingeklammerte Ausrufezeichen ist wesentlich, da Bodenkosten einschließlich aller Grunderwerbsnebenkosten in Deutschland (anders als in manchen anderen Ländern) nicht abschreibungsfähig sind. Hintergrund der AfA: Gebäude verlieren (unter Verzicht auf immer kostspieliger werdende Gegenmaßnahmen) über die Zeit hinweg real an Wert. Die Finanzbehörde erkennt dies an und unterstellt (seit 2006, Bauantragsdatum / Erwerbsdatum) eine linear verlaufende jährliche Wertminderung (was logisch anfechtbar ist). Mit 2 % jährlich ist der Abschreibungssatz für alle Wohngebäude – mit Ausnahme von solchen, die vor 1925 errichtet wurden (2,5 %) – identisch. Bei Betriebsgebäuden gewerblicher Art (Bauantrag nach dem 31.03.1985) werden 3 % pro Jahr, bei plausibler Argumentation auch höhere Abschreibungssätze zugestanden. In diesem Segment bestehen teils (noch) degressive Abschreibungsmöglichkeiten.

Abschreibungstabelle (immobilienbezogen): Zahlenblatt, das die Wertminderung einer Immobilie im Zeitverlauf abbildet. Ja nach theoretischem Ansatz bzw. je nach dem unterstellten Verlauf wertmindernder Prozesse (linear, parabolisch usw.) ergeben sich bei identischem Alter eines Objektes unterschiedliche Werte.

Abseite (Gebäude): Ein → Nebengebäude oder Seitenflügel.

Abseite (Kirchenbau): Ein → Seitenschiff.

Abseite (Zweiständerhaus): Eine andere Bezeichnung der → Kübbung.

Absetzanlage (Wasserbau): Siehe → Absetzbecken.

Absetzbecken: Ein Becken, in dem sich Schwebeteilchen in weitestgehend strömungsfreiem Umfeld durch Schwerkrafteinwirkung sedimentieren (absetzen) und sich somit von der Flüssigkeit trennen. Absetzbecken zählen zu den typischen Installationen von Kläranlagen.

Absetzen (Tagebau): Das Aufschütten von → Abraum.

Absetzteich: Ein als Erdbecken ausgeformter → Abwasserteich, dessen Böschung und / oder Sohle befestigt sein können. Namensgemäß werden Absatzteiche genutzt, um Wasser enthaltene Sinkstoffe aufzunehmen bzw. das Wasser zu klären.

Absolute Preisuntergrenze (Hotellerie): Auch als »kurzfristige Preisuntergrenze« bezeichnet. Es handelt sich um einen pro Zimmer verlangten Nettopreis (ohne MwSt.), der lediglich die variablen Stückkosten eines Hotels einspielt. Eine entsprechende Zimmerrate leistet somit kein Beitrag zur Deckung laufender Fixkosten. Diese Preisgrenze ergibt sich, werden die gesamten variablen Kosten durch die Anzahl verkaufter Zimmer dividiert. Unschwer nachvollziehbar gerät ein Hotel rasch in die roten Zahlen, wenn dieser Preis längerfristig angeboten wird.

Abspannmast: Ein → Freileitungsmast, der als Endpunkt von Leiterseilen oder als Übergang zwischen zwei Leitungsabschnitten dient. Gegebenenfalls erfolgt die Weiterführung über die abgewandte Mastseite oder über Erdkabel. Abspannmasten markieren gewöhnlich Punkte, an denen ein Richtungswechsel der Leitungstrasse notwendig ist.

Absperrfurnier: Auf Plattenkerne aufgebrachte Furniere bzw. Decklagen, die einer Veränderung der tragenden Platte entgegenwirken.

Absperrmittel: Eine Sammelbezeichnung für porenfreie Filme ausbildende Voranstriche, die aufgebracht werden, um stoffliche Einwirkungen aus dem Untergrund auf eine Beschichtung oder zwischen Systemschichten auszuschließen. Inhaltsgleiche Begriffe sind »Isoliergrund« und »Sperrgrund«.

Abstandsfläche: Im deutschen Bauordnungsrecht jener Bereich zwischen Gebäudeaußenwänden und Grundstücksgrenze, der nicht überbaut werden darf. Die Festlegung von Abstandsflächen dient vor allem einer gesicherten Belichtung und Belüftung sowie dem Brandschutz. In Österreich wird die Abstandsfläche als »Bauwich« bezeichnet.

Abstecken (Bau- / Vermessungswesen): Siehe → Absteckung.

Absteckung (Bau- / Vermessungswesen): Die markierende Übertragung planerisch festgelegter Gebäude- bzw. Bauwerksabmessungen in einen Geländerahmen bzw. die Topographie eines Areals bzw. → Grundstücks.

Absteige: Im modernen Sprachgebrauch ein abgewirtschafteter, schäbiger oder schmuddeliger → Beherbergungsbetrieb.

Absturz (Wasserbau, Kanalisation): Eine steil ausgebildete Verbindung gegeneinander deutlich höhenversetzter Abwasser- bzw. Entwässerungskanäle.

Absturzbauwerk (Wasserbau, Kanalisation): Eine bauliche Konstruktion, die auf unterschiedlicher Höhe geführte Abwasserkanäle oder -leitungen mit steiler Neigung miteinander verbindet, wodurch das Wasser gleichsam fällt bzw. abstürzt.

Absturzschacht: Ein → Absturz in Form eines Schachts.

Abteilung (Grundbuchwesen, Deutschland): Ein themenbezogener Abschnitt des → Grundbuchs bzw. ein Hauptkapitel. Das deutsche Grundbuch beinhaltet drei dieser »Abschnitte« (Abteilungen I – III); diese folgen der → Aufschrift (Deckblatt) und dem → Bestandsverzeichnis. Siehe → Abteilung I, → Abteilung II, → Abteilung III. Auch das österreichische Grundbuch ist in drei, jeweils als »Blatt« bezeichnete Abteilungen gegliedert. Siehe → Gutsbestandsblatt, → Eigentumsblatt und → Lastenblatt.

Abteilung I (Grundbuchwesen, Deutschland): Bei einem Grundbuchblatt die erste von drei auf die → Aufschrift (Deckblatt) und das → Bestandsverzeichnis folgenden Abteilungen. Hier werden grundstücksbezogene Eigentumsverhältnisse erfasst, also der Eigentümer, zudem die Grundlage der Eintragung (Auflassung, Erbübergang usw.) vermerkt.

Abteilung II (Grundbuchwesen, Deutschland): Bei einem Grundbuchblatt die zweite von drei auf die → Aufschrift (Deckblatt) und das → Bestandsverzeichnis folgenden Abteilungen. Hier werden grundstücksbezogene Lasten und Beschränkungen – ausgenommen in Abteilung III eingetragene → Grundpfandrechte – vermerkt.

Abteilung III (Grundbuchwesen, Deutschland): Bei einem Grundbuchblatt die letzte von drei auf die → Aufschrift (Deckblatt) und das → Bestandsverzeichnis folgenden Abteilungen. In ihr werden Grundpfandrechte (gewöhnliche Hypotheken, Zwangssicherungshypotheken Grund- und Rentenschulden einschließlich darauf bezogener Vormerkungen usw. eingetragen.

Abteufen (Bergbau): Die Schaffung von Hohlräumen, die (annähernd) senkrecht von oben nach unten führen. Angesprochen sind Bohrlöcher und → Schächte. Der Prozess beruht auf Bohrungen und / oder Sprengungen.

Abteufung: Siehe → Abteufen.

Abtönen: Eine Veränderung bzw. ein genaues Einstellen des Grundfarbtons von Beschichtungsstoffen. Mittel zum Zweck sind konzentrierte, lösungsmittelhaltige oder wässrige Pigmentpasten oder Volltonfarben.

Abtönpaste: Auch »Pigmentpaste« genannt. Eine konzentrierte Zubereitung farbgebender Partikel (Pigmente) bzw. eine Mischung verschiedener Pigmente, die zur farblichen Veränderung – dem Antönen – aufgebrachter Farbschichten oder Putze eingesetzt werden. Diese Zubereitungen sind gewöhnlich frei von zugegebenen Bindemitteln, enthalten hingegen besondere Zusatzstoffe (z. B. Emulgatoren), die eine rasche und gleichmäßige Verteilung gewährleisten.

Abtreiben (Bergbau, Tunnelbau): Eine Sicherungsmaßnahme im Bereich der Orts- bzw. Tunnelbrust, die darin besteht, loses bzw. gelockertes Gestein abzuschlagen, herunterzureißen, die Gesteinsflächen (ansatzweise) zu ebnen.

Abtretung (Forderung): Eine rechtsgeschäftliche Übertragung eines Anspruchs bzw. einer Forderung von einem Gläubiger auf einen Dritten, der damit zum neuen Gläubiger wird.

Abtritt: Eine alte, regional noch gebräuchliche Bezeichnung für einen Abort, eine Toilette.

Abtritterker: Eine andere Bezeichnung des Aborterkers. Es handelt sich um einen geschlossenen, deutlich über Bodenniveau befindlichen, als Toilette dienenden Fassadenvorbau mittelalterlicher Wehranlagen und Wohngebäude.