Immobilienwirtschaftliches Glossar

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Einträge zu Abg – Abr

Abgas: Ein infolge von Verbrennungs- bzw. Umwandlungsprozessen entstandenes Gas(gemisch), das keiner (wirtschaftlichen) Nutzung bzw. Weiterverarbeitung zugeführt werden kann und regelhaft in die Umgebung abgeführt wird bzw. in diese entweicht.

Abgegangene Burg: Ein Burgstall im Sinne einer → Burg, von der kaum erkennbare Relikte übrigblieben. Der Begriff bezieht sich auf Anlagen, deren einstige Existenz sich allenfalls noch in mehr oder minder deutlich erkennbaren Hohl- oder Vollformen (Gräben, Wälle) andeutet.

Abgehängte Decke: Eine Leichtbaudecke, die in einigem Abstand unter der sie tragenden Geschoss- bzw. Rohdecke montiert ist. Der entstehende Raum wird regelhaft für die Installation technischer Einrichtungen (Lüftung, Verkabelung usw.) herangezogen.

Abgehängte Treppe: Eine → Treppe, deren Stufen an dünnen, in der Decke verankerten Stäben, Seilen oder Drähten aufgehängt sind, die aus Stabilitätsgründen zumeist bis zum Fußboden weitergeführt und dort befestigt werden. Optisch erinnert diese Halterung an eine Harfe, weshalb der Treppentyp auch als »Harfentreppe« bezeichnet wird.

Abgeld: Ein Abschlag auf den Nennwert eines Darlehens bzw. die Differenz zwischen nominalem Darlehensbetrag und tatsächlich ausgezahlter Summe. Das Abgeld wird auch »Damnum« und »Disagio« genannt.

Abgeschlepptes Dach: Ein Abschnitt von geneigten Dächern, der mit dem Hauptdach verbunden ist, jedoch über dieses hinaus ausgreift, dieses also über die → Traufe hinaus verlängert. Schleppdächer bedecken mehrheitlich nachrangig genutzte Gebäudeteile oder nachträgliche Anbauten. Das abgeschleppte Dach wird meist als »Schleppdach« bezeichnet.

Abgeschlossenheit (Wohnungseigentumsgesetz, Deutschland): Ein Zustand, bei dem eine Eigentumswohnung, ein Teileigentum oder anderweitiges Sondereigentum baulich hinreichend von anderen Einheiten abgetrennt bzw. in sich geschlossen ist.

Abgeschlossenheitsbescheinigung: In Deutschland die bauaufsichtliche Bestätigung, dass in einem Haus befindliche Wohnungen entsprechend dem Wohnungseigentumsgesetz von anderen Wohnungen abgetrennt sind bzw. einen eigenen, abschließbaren Eingang besitzen. Die AB ist eine Vorbedingung für die Aufteilung eines Gebäudes in Wohnungs- oder Teileigeneigentum und für die Anlage von Grundbuchblättern für die einzelnen Wohnungen.

Abgeschnürte Vierung: Ein Raum, der sich ergibt, wenn ein Hauptschiff und ein diesem gegenüber niedrigeres oder teils durch vorspringende Mauern abgeteiltes Querschiff aufeinandertreffen.

Abgrabungsgesetz (Deutschland): Ein in Länderverantwortung aufgestelltes gesetzliches Regelwerk in Bezug auf den oberflächennahen Abbau bzw. die im Tagebau betriebene Gewinnung von Bodenschätzen. Diese Landesgesetze betreffen Abgrabungen, die weder bundesrechtlich geregelt noch nach dem Bergrecht zu behandeln sind.

AbgrG (Recht): Das Kürzel für → »Abgrabungsgesetz«.

Abgründung (Holzbearbeitung): Gleichbedeutend mit »Abblattung«. 1. Eine aus einem Balken, einer Bohle oder einem Brett zumeist durch Hobeln herausgearbeitete Fläche, die hinter einer (stehengelassenen) Hauptkante liegt. 2. Eine auf die Nutbreite von Rahmenhölzern abgestimmte Abflachung von Füllungsplatten oder -brettern (z. B. Türfüllung).

Abhängling: Ein herabhängender Schlussstein eines → Gewölbes. Abhänglinge finden sich insbesondere in spätgotischen Bauwerken.

Abkehlen: Siehe → Abkehlung.

Abkehlung: Die Herausarbeitung einer langgestreckten, gemuldeten Form an einer Bauteil- bzw. Werkstoffkante. Kurz: die Schaffung einer Hohlkehle.

Abklopfen (Bergbau): Das mechanische Prüfen von Grubenbauen, insbesondere der → Firste, in Bezug auf lockeres Gestein.

Abkreuzen: Vergleiche → Abkreuzung (Fachwerkbau, Wandkonstruktion) und → Abkreuzung (Holzbau, Balkendecke).

Abkreuzung (Fachwerkbau, Wandkonstruktion): Der Einbau einander X-förmig kreuzender Streben zwischen den Ständern bzw. Pfosten einer Fachwerkwand. Der Rückgriff auf Kreuzstreben dient der konstruktiven Aussteifung, teils auch zierenden Zwecken.

Abkreuzung (Holzbau, Balkendecke): Der Einbau aussteifender Lattenkreuze zwischen einzelnen → Balken einer Raumdecke. Dieser konstruktive Kniff kommt beim Verbau rechteckiger Balken zum Einsatz, deren Schmalseite zum Raumboden weist; er verhindert eine Lageveränderung bzw. Kippung der Kanthölzer.

Abl (Wohnsektor): Der in Immobilienanzeigen verwendete Kürzel steht für → »Ablöse», »Ablösesumme« oder »Ablösezahlung«.

Ablängen (Holzbearbeitung): Der genaue Längenzuschnitt von Brettern und Latten mittels einer Säge.

A-Blatt (Grundbuchswesen, Österreich): Eine Kurzbezeichnung für das im → Hauptbuch zu findende Gutsbestandsblatt. Das A-Blatt beinhaltet zwei Abschnitte: In der ersten Abteilung sind sämtliche → Grundstücke des → Grundbuchkörpers mit Grundstücknummer und Benützungsart verzeichnet. Die zweite Abteilung enthält mit dem Eigentum an der jeweiligen Liegenschaft verbundene Rechte, Eintragungen über Veränderungen im Gutsbestand (Ab- und Zuschreibungen etc.) sowie öffentlich-rechtliche Beschränkungen und Lasten (z. B. Beschränkungen durch Sicherheitszonen nach Luftverkehrsgesetz usw.).

Ablauf (Architektur): Eine muldenartig ausgeformte Profilierung im Übergangsbereich zwischen einem oberen und einem rückspringenden unteren Bauteil.

Ablaufstelle (Wasserbau, Abwasserwirtschaft): Eine zur Abwasserableitung in eine Entwässerungsanlage bzw. einen Kanal erstellte Auffang-, Sammel- und Einleitstelle.

Ablöse (privat, gewerblich): Eine vom Eigentümer oder Vornutzer einer Mietfläche geforderte bzw. vom neuen Mieter zu entrichtende Einmalzahlung, die sich auf die dauerhafte Überlassung bzw. Eigentumsübertragung von Ausstattungselementen, Einrichtungsgegenständen usw. bezieht.

Ablöse (Stellplatz, behördlich): Ist es einem Bauherren eines Nicht-Wohngebäudes unmöglich oder nicht zumutbar, die mit dem Bauvorhaben verbundene → Stellplatzverpflichtung zu erfüllen, kann er bei Zustimmung der Kommune von dieser Pflicht befreit werden. Gegebenenfalls ist eine Abstandszahlung – die Stellplatzablöse – zu leisten. Die vereinnahmende Kommune hat diese Mittel zwingend auf die Schaffung, Instandhaltung, Instandsetzung von Stellplätzen an geeigneten Orten oder auf verkehrsentlastende Maßnahmen bzw. die Förderung des → ÖPNV zu verwenden. Stellplatzablösen erweisen sich als ewiger Zankapfel zwischen Kommunen und Investoren; fällige Beträge können Bauvorhaben beträchtlich verteuern. Beispiel: In München reichen Ablösen (Stand 2012) bis zu 12.500 € je nicht realisiertem Stellplatz.

Ablösesumme (privat, gewerblich): Der Gesamtbetrag einer → Ablöse bzw. Ablösezahlung, also die addierten Beträge der für einzelne Ablösegegenstände angesetzten Preise.

Ablösezahlung: Siehe → Ablöse (privat, gewerblich).

Abluft: Ein Luftstrom, ein Luftvolumen, der / das einem Gebäude oder einem Gebäudeteilbereich entweicht oder aus diesem abgeführt wird.

Abmarken: Siehe → Abmarkung (prozessual).

Abmarkung (gegenständlich): Ein Gegenstand, der zur dauerhaften, rechtswirksamen Markierung bzw. Kennzeichnung einer Grundstücksgrenze eingesetzt wird (z. B. ein Grenzstein). Grundlage der Abmarkung ist heute eine genaue Vermessung.

Abmarkung (prozessual): Eine rechtswirksame Markierung bzw. Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen durch beständige Grenzzeichen. Die Abmarkung beruht heute auf genauen Vermessungen.

Abmaß (Bauwesen): Die Abweichung von Soll- bzw. Nennmaß eines Bauteils und dem nach Fertigstellung tatsächlich festgestellten Maß (Ist-Maß).

Abmessungen (Bauteil): Die Längenmaße (Breite, Höhe, Länge, Durchmesser) bzw. die Dimensionierung eines Bauteils.

Abnahme (bauaufsichtlich): Gemäß deutscher Bauordnung der Übergang von der Ausführungsphase eines Gebäudes bzw. Bauwerkes in dessen Nutzungsphase. Im Rahmen der Abnahme wird bauaufsichtlich überprüft, ob die Ausführung baurechtlichen und bautechnischen Vorschriften entspricht.

Abnahme (Bau, privatwirtschaftlich): Die von Bauherrenseite ausgesprochene Bestätigung, dass der Auftragnehmer eines Bauprojektes vereinbarte Leistungen ordnungsgemäß und vollständig erbracht hat. Gewöhnlich beruht diese Bestätigung auf einer eingehenden Prüfung der jeweiligen Immobilie. Bis zur endgültigen Abnahme liegt die Beweispflicht bei reklamierten Mängeln oder bei Feststellung nicht vertragsgemäß ausgeführter Arbeiten beim Auftragnehmer. Auch nach vollzogener Abnahme können entdeckte Unzulänglichkeiten beanstandet und Nacharbeiten eingefordert werden, doch kehrt die Abnahme die Beweislast um. Sollte eine Immobilie Mängel erkennen lassen, die einen zweckentsprechenden Gebrauch dauerhaft einschränken, kann der Bauherr die Abnahme verweigern.

Abnahme, fiktive: Eine gleichsam automatische Form der Abnahme, die in zwei Varianten vorkommt: 1. Ein Gebäude gilt als abgenommen, wenn der Auftragnehmer schriftlich – etwa durch Stellung einer Schlussrechnung – feststellt, dass vereinbarte Leistungen erbracht sind und der Bauherr nicht innerhalb einer Frist von zwölf Werktagen widerspricht bzw. auf nicht oder mangelhaft erbrachte Leistungen verweist. 2. Als fiktiv abgenommen kann ein Objekt auch gelten, wenn es sechs Werktage unbeanstandet bezogen ist bzw. genutzt wurde.

Abnahme, förmliche: Die Standardform der Abnahme, bei der Auftragnehmer und Bauherr die Immobilie gemeinsam begehen, Mängel, unerledigte Arbeiten etc. erfassen oder günstigenfalls die sachgerechte und vollständige Ausführung vereinbarter Leistungen feststellen. Das regelhaft erstellte Begehungsprotokoll ist von beiden Parteien zu unterschreiben.

Abnahme, stillschweigende: Eine mittelbare Abnahme, ohne gemeinsame Objektbegehung durch Bauherrn und Auftragnehmer. Die Abnahme gilt als vollzogen, wenn der Bauherr das jeweilige Gebäude stillschweigend bezieht, und / oder die gestellte Abschlussrechnung begleicht.

Abnahmefälligkeit: Der vertraglich festgelegte Zeitpunkt, an dem der Auftrag eines Bauherren an den Auftragnehmer enden soll; spätestens dann hat die → Abnahme stattzufinden. Beim BGB-Bauvertrag ist die → Abnahme des vertragsgemäß erstellten Werks eine Pflicht des Auftraggebers. Beim VOB-Bauvertrag kann der Auftragnehmer die Abnahme nach Fertigstellung verlangen; die Abnahmefrist beträgt zwölf Werktage.

Abnahmeprotokoll: Eine schriftliche Beschreibung des Verlaufs einer von Bauherrn und Auftragnehmer (Bau-, Handwerksunternehmen) vorgenommenen Objektbegehung. Das Dokument beinhaltet eine Aufstellung geprüfter Gewerke bzw. Einrichtungen und Installationen und benennt womöglich festgestellte Ausführungsmängel.

Abnahmeprozess (Gebäude): Die Organisation und Durchführung (Ortsbegehung usw.) einer → Abnahme einschließlich ihres formalen Abschlusses.

Abnahmereife: Der Zeitpunkt, an dem eine bauliche Leistung vollständig und im wesentlichen vertragsgemäß erbracht bzw. abgeschlossen ist. Kleinere, noch durchzuführende Restarbeiten und bestehende unwesentliche Mängel setzen die Abnahmereife nicht aus. Ob die vom Auftragnehmer unterstellte Abnahmereife tatsächlich vorliegt, wird im Rahmen des Abnahmeprozesses bestimmt.

Abnahmetermin (Bauabnahme): Das Datum, an dem ein Gebäude – regelhaft im Rahmen einer Begehung – abgenommen wird bzw. jener Zeitpunkt, an dem eine → Abnahme abgeschlossen ist.

Abnahmeverweigerung: Nach der Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) kann ein → Bauherr die → Abnahme eines → Gebäudes bzw. → Bauwerks verweigern, wenn die Ausführung wesentliche Mängel aufweist, die eine Beseitigung erforderlich machen. Als »wesentlich« gilt ein Mangel, wenn erbrachte Leistungen nicht zu einem Ergebnis führen, das vertraglich zugesicherte Eigenschaften aufweist. Grundsätzlich liegt ein wesentlicher Mangel vor, wenn gegen anerkannte Regeln der Technik verstoßen wird und der Wert oder die Tauglichkeit des Produktes nicht gewährleistet oder erheblich beeinträchtigt ist. Besteht ein Vertrag nach dem BGB-Werksvertragsrecht, berechtigt jeder Mangel zur Abnahmeverweigerung.

Abort (Einrichtung): Eine sanitäre Einrichtung, die zur Aufnahme von Exkrementen dient. Kurz: Eine Toilette bzw. ein Klosett.

Abort (Raum): Ein Toilettenraum.

Aborterker: Ein geschlossener, deutlich über Bodenniveau befindlicher, als Toilette dienender Fassadenvorbau mittelalterlicher Wehranlagen und Wohngebäude. Eine andere Bezeichnung ist »Abtritterker«.

Abortturm (Burgen- / Festungsbau): Eine Toilettenanlage in Form eines räumlich von der Kernburg abgesetzten → Turms, der idealtypisch über einem fließenden Gewässer errichtet wurde. Derart aufwendige Einrichtungen entstanden lediglich bei Großburgen mit dauerhaft starker Besatzung; bekannt sind diese »Dansker« aus mächtigen Burganlagen des Deutschen Ordens.

Abplattung (Holzbearbeitung): Siehe → Abblattung (Holzbau).

Abprallschräge (Burgenbau): Ein geneigt ausgebildeter Mauerfuß, von dem herabgeworfene Steine in einem bestimmten Winkel abprallen, um angreifende Gegner zu treffen.

Abraum (Bergbau, Bergwerk): Taubes, also nicht abbauwürdiges Material, das u. a. bei der Streckenauffahrung anfällt und zu beseitigen ist.

Abraum (Tagebau): Die eine Lagerstätte überdeckende(n) Bodenschicht(en) (Kies, Sand, Ton usw.). Diese Schicht(en) werden mittels Bagger entfernt und entweder zur Verfüllung bereits abgebauter Bereiche genutzt oder auf Halde gelagert.

Abraumhalde: Ein Ort, an dem → Abraum zeitweilig oder dauerhaft abgelagert wird.

Abreißfestigkeit: Eine irreführende Bezeichnung der → Haftzugfestigkeit (Betonbau).

Abrieb: Ein mehr oder minder großflächiger, oberflächlicher Substanzverlust infolge längerer und / oder wiederholter mechanischer Beanspruchung.

Abriebbeständigkeit: Die Widerständigkeit bzw. der Grad der Widerständigkeit eines Stoffes gegenüber oberflächlichen mechanischen Beanspruchungen, die auf einen Substanzverlust hinwirken. Zu diesen Beanspruchungen zählen z. B. Schleifen, Schmirgeln und Polieren.

Abriebgruppe (Fliesen): Eine anhand der oberflächlichen → Abriebbeständigkeit gebildete Verschleißgruppe. Unterschieden werden zumeist fünf Abriebgruppen. Gruppe I bilden Fliesen, die sich für eine Verlegung im Barfuß- und Hausschuhbereich in Sanitär- und Schlafräumen eignen. Gruppe II ist auf leichte Beanspruchungen in Wohnbereichen (ohne Eingangszonen, Küchen, Treppen usw.) ausgelegt. Gruppe III hält mittleren Beanspruchungen stand. Gruppe IV ist auf hohe Beanspruchungen (z. B. in Eingangsbereichen, Küchen, Büroeinheiten) ausgelegt. Gruppe V widersteht sehr hohen Nutzungsintensitäten bzw. Begehungsfrequenzen. Die Abriebbeständigkeit wird durch Schleif- und Sandstrahlprüfungen bestimmt.

Abriebklasse (Fliesen): Siehe → Abriebgruppe.

Abriebwiderständigkeit: Siehe → Abriebbeständigkeit.

Abriss (Gebäude): Die planmäßige bzw. kontrollierte Niederlegung eines Gebäudes, eines Bauwerkes oder einer baulichen Anlage. Eine andere Bezeichnung ist »Abbruch«.

Abriss, heißer: Gleichbedeutend mit »Warmsanierung« bzw. »warmer Sanierung«. Die umgangssprachliche Bezeichnung steht für einen Versicherungsbetrug, der auf gezielter Brandstiftung durch einen Gebäudeeigentümer beruht. Zumeist sind betroffene Objekte erheblich über Wert versichert. Nach der Zerstörung seiner Immobilie streicht der Täter – sofern nicht überführt – die Versicherungssumme ein. Entweder er »saniert« sich finanziell oder baut neu, wodurch die jeweilige Immobilie gewissermaßen saniert wird.

Abrissantrag (Deutschland): Eine andere Bezeichnung des Abbruchantrags. Will ein Eigentümer Gebäude bzw. Gebäudeteile mit einem Rauminhalt von mehr als 300 Kubikmeter niederlegen, bedarf es einer Abbruchgenehmigung, die an die entsprechende Bauaufsichtsbehörde zu richten ist. Einfriedungen, Mauern, Schwimmbecken, Stellplätze und ähnlich untergeordnete Anlagen können genehmigungsfrei abgerissen werden.

Abrissbirne: Ein kugel- oder birnenförmiges Abbruchwerkzeug, das vor allem zum Abriss von Mauerwerk eingesetzt wird. Die Masse reicht von einer halben Tonne bis zu 8 Tonnen. An einen Seilbagger montiert, wird das Gewicht in Schwingung versetzt und gegen das abzubrechende Bauwerksteil gelenkt; dieses wird durch einmaligen oder mehrfachen Aufprall zerstört.

Abrissfirma: Ein Unternehmen, das fachlich, personell und technisch in der Lage und ermächtigt ist, Bauwerke, Gebäude, Gebäudeteile und bauliche Anlagen sachgerecht abzureißen bzw. eine Entkernung durchzuführen. Ihm obliegt auch die Entsorgung anfallenden Schutts.

Abrissgebot (Deutschland): Eine bauaufsichtlich ausgesprochene Verfügung, ein Gebäude, ein Bauwerk oder eine bauliche Anlage abzubrechen bzw. zu entfernen. Der offizielle Begriff ist → »Baubeseitigungsverfügung«.

Abrissgenehmigung (amtlich): Eine behördliche Erklärung, dass ein Bauwerk, Gebäude oder eine bauliche Anlage niedergelegt werden darf. Bis auf Fälle, die freigestellte bauliche Anlagen (im weiteren Sinne) betreffen, ist grundsätzlich eine Abrissgenehmigung erforderlich.

Abrissgesuch: Siehe → Abrissantrag.

Abrissholz: Im Rahmen von Abbruch- und Entkernungsarbeiten anfallende Holzteile, die zu entsorgen sind.

Abrisskosten: Der monetäre Gesamtaufwand, der sich mit einer planmäßigen Niederlegung eines Gebäudes, Bauwerks oder einer baulichen Anlage verbindet. Die Kosten enthalten Aufwendungen in Zusammenhang mit eventuell benötigten behördlichen Genehmigungen, die eigentlichen Abbruchkosten sowie finanzielle Belastungen, die im Zuge einer ordnungsgemäßen Entsorgung anfallenden Abrissmaterials entstehen.

Abrisskugel: Siehe → Abrissbirne.

Abrissunternehmen: Eine Firma, die fachlich, personell und technisch dazu fähig und ermächtigt ist, Bauwerke, Gebäude, Gebäudeteile und bauliche Anlagen sachgerecht abzureißen bzw. eine Entkernung durchzuführen. Ihr obliegt auch die vorgabenkonforme Entsorgung anfallenden Schutts.

Abrissuntersagung: Eine selten verwendete Entsprechung des → Abrissverbots.

Abrissverbot (behördlich): Die Untersagung, ein Gebäude, Bauwerk oder eine bauliche Anlage niederzulegen. Derartige Gebote werden u. a. in Bezug auf Gebäude ausgesprochen, die aufgrund ihrer kulturhistorischen Bedeutung als schutzwürdig zu erachten sind.

Abrissverfügung: Im amtlichen Sprachgebrauch als »Baubeseitigungsverfügung« bezeichnet. Eine behördliche Anordnung, ein Gebäude oder eine bauliche Anlage ganz oder teilweise zu entfernen. Dieses Mittel zur Erzwingung öffentlich-rechtlicher Vorschriften ist anwendbar, wenn das betroffene Objekt formell und materiell baurechtswidrig ist und sich kein rechtskonformer Zustand herbeiführen lässt. Formell rechtswidrig ist eine genehmigungspflichtige Anlage u. a. dann, wenn sie ungenehmigt errichtet wurde, erheblich von den Vorgaben einer erteilten Baugenehmigung abweicht, die Genehmigung hinfällig wurde oder keine Bauanzeige erfolgte. Materiell baurechtswidrig sind Anlagen, die gegen materielle Regularien des Bauplanungsrechts, des Bauordnungsrechts usw. verstoßen.

Abrissverpflichtung (behördlich): Eine behördlicherseits auferlegte Verpflichtung, ein Gebäude, Bauwerk oder eine bauliche Anlage abzubrechen. Begründet können derartige Verpflichtungen z. B. durch bestehende Einsturzgefahren sein.

Abrissverpflichtung (vertraglich): Eine teils u. a. in → Erbbauverträgen verankerte Verpflichtung, ein Gebäude nach Ablauf des vertraglich vereinbarten Nutzungszeitraumes niederzulegen.

Abrufkontingent (Hotellerie): Ein variables, von einem Veranstalter bestelltes Zimmerkontingent. Die Buchung einzelner Zimmer bestätigen jeweilige Veranstaltungsteilnehmer persönlich. Das Kontingent wird bis zu einem vereinbarten Zeitpunkt garantiert. Bis dahin nicht abgerufene Zimmer stehen zur freien Vermietung zur Verfügung.