Zentrenplanung – Dimensionen & Prinzipien (1)

1 Intro

Der Begriff "Zentrenplanung" wird vielfach auf Einkaufszentren im Sinne des Shopping Centers (→ Kurzprofil) bezogen. Dieses verbreitete Verständnis greift erheblich zu kurz, denn: Das Shopping Center ist – wenngleich im Grunde weit älter als gemeinhin angenommen – eine vergleichsweise junge Betriebsform. Zentren hingegen sind uralt. Und, bereits frühe Exemplare waren mehrheitlich sorgsam geplant. Zentrenplanung ist also ein altes Metier. Wenn dieser Beitrag das Shopping Center in den Mittelpunkt rückt, dann aus vier Gründen:

2 Zentrum – Begriffsbestimmung

Kurz und bündig lässt sich ein Zentrum folgendermaßen definieren: Es ist

Abstrakt ausgedrückt: Es ist Kristallisationspunkt und Manifestation menschlicher Bewegung bzw. Aktivität im Raum.

3 Zentrum – "Wesensmerkmale"

Zentren beruhen auf Austausch, Wechselwirkung und – eine Implikation – Begegnung. Sie weisen hohe Funktionsdichten auf, sei es über verschiedene Funktionen hinweg oder bezogen auf einen Ausschnitt des gesamten Nutzungsfächers.

Zentren bilden Anziehungspunkte bzw. Gravitationspole. Ihre Absatzreichweiten, Einzugsgebiete bzw. Schwerefelder unterscheiden sich je nach Größe, Besatzgefüge und Wettbewerbskonstellation.

Ein wichtiger, bisweilen übersehener Wesenszug von Zentren liegt darin, dass sie Machtballungen darstellen. Ihre Entwicklung kennzeichnen Planungs- und Lenkungsmaßnahmen, ein hoher innerer Organisationsgrad sowie mehr oder minder vorsätzliche Zugangskontrollen. Zentren stellen aber auch Innovationsräume dar; ihre jeweilige (Er)Neuerungskraft hängt u. a. von ihrer jeweiligen Größe ab.