Handelsumsätze bei Verkehrsbeeinträchtigungen

7 Abschließende Bemerkungen

Zuverlässige Prognosen über zu erwartende Umsatzminderungen als Folge städtebaulicher Planungen und der damit verbundenen Beeinträchtigungen in der verkehrlichen Erreichbarkeit sind erfahrungsgemäß mit Unsicherheiten verbunden. Das Ausmaß dieser Unsicherheit ist zum einen eine Folge von Unsicherheiten in der Einschätzung des voraussichtlichen Ablaufs der Maßnahmenplanungen hinsichtlich Dauer und Intensität der Maßnahmenwirkungen sowie vom Ausmaß der Wechselwirkungen der zu erwartenden Beeinträchtigungen, insbesondere hängt es ab von der Unsicherheit hinsichtlich des zu erwartenden Kundenverhaltens: In welchem Umfang ist bei der Kundschaft eine Bereitschaft zur Inkaufnahme von Umwegen und Belästigungen vorhanden? Wie hoch ist die Abwanderungsbereitschaft zu alternativen Anbietern oder Einzelhandelsstandorten? In der Praxis bietet es sich an, im Vorwege mit den Planungsbeteiligten und Betroffenen so weit wie nur möglich auf der Grundlage zuverlässiger Informationen über den Ablauf der Bauarbeiten eine Abstimmung über die der Untersuchung zugrunde zu legenden Eckwerte und Annahmen wie auch über die erforderlichen empirischen Daten unter gutachterlicher Moderation abzustimmen, auch wenn (und gerade weil) die Interessen der Beteiligten im Einzelfall sehr unterschiedlich sein können. Anschließend sollten die Daten in plausibler Form aufbereitet und ausgewertet werden. Vor allem dann, wenn es um Schadensersatzfragen und somit um erhebliche Interessengegensätze gehen sollte, muss alles getan werden, um mittels umsichtiger Vorgehensweise von vornherein die Akzeptanz der Ergebnisse sicher zu stellen. Häufig steht den Interessengegensätzen auch ein erheblicher Einigungsdruck gegenüber.

Auch wenn in der vorliegenden Darstellung die Erläuterung des stochastischen Untersuchungsmodells im Vordergrund stand, muss deutlich darauf hingewiesen werden, dass die Schwerpunkte der praktischen Projektbearbeitung eindeutig den Stufen 1 und 2, also dem detaillierten Untersuchungsdesign und der Beschaffung der benötigten Daten, zuzuordnen sind. Der in dieser Stufe erforderliche Arbeitsaufwand hängt, und darauf soll abschließend hier auch deutlich hingewiesen werden, in nicht unerheblichem Maße von der Qualität und Aktualität der vom jeweiligen Management im Rahmen laufender Marktbeobachtungen erhobenen bereits vorliegenden Daten zum Kundenverkehr und zum Einkaufsverhalten ab.

Der geschilderte Modellansatz kann bei sachkundiger Umsetzung mit relativ geringem Mitteleinsatz zu einer plausiblen Prognose und zu von allen Beteiligten akzeptierbaren Ergebnissen führen.