3.1.5 Verkehrssysteme
Die Verkehrssysteme der Vereinigten Staaten orientieren sich vorrangig an den Ansprüchen des Autofahrers. Wie stark der Pkw das Land prägt, lässt sich an einigen Vergleichen bzw. Sachverhalten ablesen:
Kaum eine Erfahrung rückt die Autofahrerzivilisation ähnlich nachhaltig ins Bewusstsein wie ein Hubschrauberflug über Los Angeles: Dreißig zumeist zehn- bis vierzehnspurige Autobahnstränge fächern sich auf, durchschneiden das Land, den formlosen Siedlungsbrei.
Viele Großstädte besitzen keine bzw. kaum entwickelte schienengebundenen Nahverkehrssysteme. Vergleichsweise leistungsfähige ÖPNV-Netze unterhalten etwa Boston, Philadelphia, Washington und New York.
Als erste US-Stadt richtete Boston ein U-Bahnsystem ein. Und, das außerordentlich dicht und hochragend überbaute Manhattan wäre ohne leistungsfähige Schienensysteme nicht geworden, was es ist. Grand Central fungierte gleichsam als Keimzelle für Manhattans Hochhauskultur. - Ein oberirdisch sechs Blocks bedeckender Bahnhof, mit einer 140 m langen, 45 m hohen Haupthalle, der sich unterirdisch über sechzehn Blocks erstreckt. Doch nicht überall stoßen entsprechende Angebote auf Gegenliebe: Während Boston's und Philadelphia's Bahnen rege angenommen werden, bevorzugen Washingtons Bürger beharrlich ihre Karossen. - Noch.
Viele unkontrolliert gewachsene Regionen mühen sich, ÖPNV-Systeme aufzubauen. Verbreitet nahezu ohne nennenswerte Aussicht auf einen durchschlagenden Erfolg. So können im Großraum Los Angeles selbst bei massivem Ausbau des Schienennetzes günstigenfalls 10 % aller Pendler bedient werden.