Deutschland 2010: Trends und Perspektiven

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    4 Demographische Trends

    4.1 Bevölkerungsentwicklung

    Deutschlands Einwohnerzahl nahm zwischen 1950 und 1990 um über 16 % zu, wobei Ost und West gegenläufige Entwicklungen kennzeichneten: Während die Bevölkerungszahl des Altbundesgebietes von 50 Mio. auf rund 63,3 Mio. Einwohner stieg, fiel sie in der DDR von 18,4 Mio. auf 16,1 Mio. Menschen. Diese Generallinie verbirgt räumlich-zeitlich divergierende Entwicklungen. So verbuchte die Südtriade Baden-Württemberg, Bayern, Hessen weit überdurchschnittliche Bevölkerungsgewinne; sie wuchs selbst während der andernorts stagnativ bis rückläufig geprägten Periode 1970 / 87.

    Künftige Entwicklungen werden maßgeblich von der Tatsache gesteuert, daß Deutschland im Gegensatz zum historisch dominierenden Typus junger Gesellschaften chronische Geburtendefizite, zugleich aber steigende Lebenserwartungen aufweist. Infolge dessen entfernt sich der Bevölkerungsaufbau zunehmend von klassischen Strukturen, die sich graphisch in flache pyramidale Formen umsetzen. Die Altersschichtung übersetzt sich in eine Urnenform mit aufwärts wanderndem Schwerpunkt. Die Gesellschaft programmiert sich auf sinkende Kopfzahlen, Überalterung, Selbstaufhebung. Unter Beibehaltung des generativen Verhaltens und Ausblendung von Wanderungsbewegungen sänke Deutschlands Bevölkerung bis Ende des 21. Jahrhunderts auf rund 23 Mio. Köpfe. Daß auch auf niedriger Zuwanderung beruhende Projektionen der Bevölkerungsstände optimistisch waren, verdeutlicht folgende Übersicht. Zu beachten sind die Werte für 2000. - Mit rund 82 Mio. Einwohnern verfehlte die Republik unten ausgewiesenen Niederstwert deutlich.

    Bevölkerungsentwicklung 1992-2040

    Jahr

    Einwohner in 1.000

    Variante 1

    Variante 2

    Variante 3

    1992

    80.974,6

    80.974,6

    80.974,6

    2000

    83.347,4

    83.740,5

    84.133,4

    2010

    81.960,3

    83.433,0

    84.894,8

    2020

    78.581,0

    81.183,4

    83.748,0

    2030

    73.677,3

    77.413,5

    81.072,1

    2040

    67.580,2

    72.413,0

    77.115,4


    Je nach Projektion kulminiert das Wachstum in den Jahren 2000, 2003 oder 2010. Welche Variante näher an künftigen Realitäten gelegen haben wird, hängt von wirtschaftlichen und politischen Gestaltungskräften ab. Klar ist jedoch, daß selbst Sterbeüberschüsse kompensierende Wanderungsgewinne per se aufkeimende Probleme nicht mindern, geschweige denn lösen. Eine von qualifizierten Tätigkeiten geprägte Wirtschaft profitiert wenig von oft schwer integrierbaren, zu beachtlichen Anteilen über Jahre hin von der Wohlfahrt abhängigen Zuwanderern. Herangetragene Finanzierungsprobleme werden akzentuiert, indem sich die Leistungskraft der Bevölkerung bzw. Wirtschaft erschöpft. Umgekehrt spricht gerade die Rückführung sozialer Sicherungen und Alimentierungen gegen kompensierende Wanderungsüberschüsse.

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Aktualisierung: 07.03.2004© Elmar Pfeiffer, 80335 München (Impressum)Elmar.Pfeiffer@gmx.de