Hilfe für Südwest Sri Lanka

Bericht über die fünfte Hilfsreise vom 03.06. - 18.06.2006 (Teil 2)

Neunter Tag

Heute besuchten wir das Bentota Hospital. Der bei der letzten Reise gesponserte Brunnen war fertig gestellt, so dass die hauseigene Wasserversorgung auf Dauer sichergestellt ist. Wir haben diverses in Deutschland gesammeltes orthopädisches Material wie Finger- und Beinschienen, Verbandsmaterial usw. übergeben. Auch das EKG-Gerät war angeschafft. Außerdem haben wir eine Familie besucht, deren sechsjährige Tochter dringend eine Herzoperation benötigt. Für die Operation, die mit 20-tägigem Krankhausaufenthalt 500.000 Rupies kostet (ca. € 4.000,-), wurden von der Regierung 140.000 Rupies zur Verfügung gestellt. Außerdem hatte die Mutter im Bekannten- und Verwandtenkreis Geld gesammelt, so dass sie weitere 50.000 Rupies zusammen bekommen hat. Den Differenzbetrag (€ 2.300,-) haben wir zur Verfügung gestellt.

Zehnter Tag

Heute haben wir gemeinsam mit Lotti Loosli 12 Familien besucht, die vom Schicksal hart getroffen wurden und für eine Patenschaft in Frage kommen. Wir sahen überwiegend unendliches Elend: Familien, die nichts zu essen hatten; Hütten ohne jegliches Mobiliar; Kinder, die mangels Schulgeld nicht zur Schule gingen; kranke Kinder und Erwachsene, die mangels Geld nicht zum Arzt konnten; Lehm- oder Holzhütten, die zusammenzubrechen drohten; katastrophale hygienische Zustände, da weder Brunnen noch Toiletten in der Nähe waren. Insbesondere bei diesen Familien konnten die zur Verfügung gestellte Kinderkleidung und Spielsachen sehr wirkungsvoll eingesetzt werden. Unser Dank gilt hier den vielen Einzelspendern und den Kindergärten in Steinhöring und Holzelfingen, die für uns gesammelt hatten. Weitere Sommer-Kinderbekleidung (auch Unterwäsche) und Plüschtiere sind willkommen. Über die Patenschaften werden wir die zukünftigen Pateneltern gesondert informieren.

Elfter Tag

Heute trafen wir uns erneut mit zwei bettelarmen Familien. Bei der ersten Familie hat der Vater kürzlich Selbstmord begangen, weil er die Familie nicht mehr ernähren konnte. Da der zwölfjährige Junge eine am Mundboden angewachsene Doppelzunge hat, ist eine Operation erforderlich, für die aber kein Geld zur Verfügung steht. Wir haben im ersten Schritt die Kosten für die ärztliche Diagnose übernommen und eine vorübergehende Lebensmittelhilfe geleistet.

Bei der zweiten Familie benötigt die elfjährige Tochter eine zweite Herzoperation. Auch hier wurden aus dem Präsidentenfonds der Regierung 140.000 Rupies zur Verfügung gestellt. Ebenfalls hatten die Eltern über einen Verkauf von Hilfstickets einiges an Geld "erbettelt". Der Restbetrag für die Operation wurde von uns zur Verfügung gestellt.

Am späten Nachmittag haben wir uns mit sechs Näherinnen getroffen, denen von World Vision kleine Läden zur Verfügung gestellt wurden, die aber weder über eine Nähmaschine noch über Stoffe, Nähmaterial usw. verfügen. Wir entschieden uns, jeweils zwei Näherinnen zusammen eine Nähmaschine zu übergeben und ein bisschen Grundkapital zum Erwerb von Stoffen. Das uns in Deutschland von einem ehemaligen Schneidermeister zur Verfügung gestellte Nähmaterial und -Zubehör haben wir an diese sechs Näherinnen und zwei weitere Näher verteilt.

Zwölfter Tag

Heute trafen wir uns erneut mit Lotti Loosli und besprachen die innerhalb der nächsten Monate erforderlichen Hilfsmaßnahmen. Die Fischer in Balapitiya waren ausgesprochen dankbar für die von uns zur Verfügung gestellten Netze. Sie baten um Regenjacken (Friesennerze) und Baseballmützen, da sie i. d. R. drei Tage auf hoher See Wind und Wetter ausgesetzt sind. Auch hier sind gebrauchte Sachen herzlich willkommen.

Dreizehnter Tag

Nach langen Bemühungen unserer Einheimischen, hat uns der buddhistische Tempel auf seinem in Beruwela, unmittelbar an der Hauptstraße gelegenen Areal, ein 500 m² großes Grundstück zur Errichtung der Mutter/Kind-Station kostenlos zur Verfügung gestellt. Nach Prüfung der Kostenkalkulation haben wir den Bau in Auftrag gegeben. Die Einweihung wird voraussichtlich im Februar 2007 sein.