Hilfe für Südwest Sri Lanka

Bericht über die vierte Hilfsreise vom 11.02. - 05.03.2006 (Teil 2)

Elfter Tag

Heute haben wir die sechs Familien besucht, die wir im Juni 2005 aus dem Zeltlager geholt und denen wir vorübergehende Holzhäuser in Kalutara gebaut hatten. Vier der Familien hatten entweder Steinhäuser von anderen Organisationen bekommen oder waren anderweitig besser untergekommen. Einer Familie hatten wir bereits im Oktober das Baumaterial für ein permanentes Steinhaus zur Verfügung stellt. Dieses Gebäude ist in Eigenleistung erstellt und wird bis Mitte März bezugsfertig sein. Wir haben auch der zweiten Familie, die uns versicherte, ihr Leben lang dort wohnen zu bleiben, ebenfalls das Baumaterial zur Verfügung gestellt. Auch dieses Haus wird in Eigenleistung errichtet und wird in ca. 5 Monaten fertig gestellt sein.

Zwölfter Tag

In Hettimula, nicht weit weg von unserer Steinhaussiedlung haben wir zwei Paten-schaften für bettelarme Familien vermittelt. Deren Unterkünfte waren derart erbärmlich, dass wir uns entschlossen haben, zwei stabile Holzhäuser in Auftrag zu geben. Einer Familie haben wir spontan vier Plastikstühle übergeben, da in deren Behausung keine Sitzgelegenheit vorhanden war.

Dreizehnter Tag

Bei unserem Treffen mit der Schweizerin Lotti Loosli, die in unserem Namen zwei große Brunnen für jeweils bis zu 100 Personen erstellt hat, haben wir erneut zwei Brunnen in Auftrag gegeben. Außerdem wurde sie beauftragt, Fischereizubehör zu beschaffen. Nach wie vor besteht noch weiterer Bedarf an Brunnen.

Vierzehnter Tag

Dank der großzügigen Unterstützung der Stiftung der SEB Bank konnte im Beisein eines Kuratoriumsmitgliedes das Bibliothekgebäude für die Bentota Gamini Schule eröffnet werden. Auch der Minister für Bildung und Erziehung und alle lokalen Größen waren bei dieser feierlichen Zeremonie zugegen. Begleitet von der Schulkapelle erfolgte der Einmarsch in die Schule. Dort wurden beim Singen der Nationalhymne Fahnen gehisst. Anschließend erfolgte die Enthüllung der Gedenktafeln. Zwischen den Reden der Offiziellen brachten die Schüler Musikdarbietungen. Die Stiftung plant, die Schule weiterhin zu unterstützen. Am selben Abend brachte das srilankische Fernsehen einen kurzen Bericht.

Fünfzehnter Tag

Einige Fischerfamilien in Payagala, dort wo wir 100 Holzhäuser gebaut hatten, hatten ihre vorherigen Häuser auf dem Gelände der staatlichen Bahngesellschaft ohne Erlaubnis errichtet. Da dies nicht mehr geduldet wird und diese Familien auch keine Chance auf staatliche Entschädigungen haben, haben wir beschlossen, acht kleine Grundstücke zu kaufen (a´ € 7,50 pro m

Im gesamten Bezirk Beruwela befindet sich keine Mutter-/Kindstation. Die staatliche Gesundheitsorganisation verfügt aber nicht über die dafür notwendigen Geldmittel (ca. € 15.000,-). Hebamme und Arzt arbeiten bei dem Besuch der Familien durch das große Einzugsgebiet sehr uneffektiv. Lediglich im ca. 10 km entfernten Aluthgama ist eine solche Station, die jedoch völlig überlastet ist. Wir haben uns deshalb entschlossen, eine Schwangeren-/Impfstation zu errichten. Die Eigentumsverhältnisse des besichtigten Grundstückes müssen allerdings noch geklärt werden. Einrichtung, Ausstattung und Unter-haltung des Gebäudes werden von der srilankischen Gesundheitsorganisation übernommen.

Siebzehnter Tag

Heute haben wir mit Lotti Loosli die große Fischerbucht in Balapitiya besucht. Dort durften wir feststellen, dass der Fischer-eiverbund von 60 Fischern über eine ausreichende Anzahl Fischerboote verfügt, jedoch nicht über geeignete Fangnetze. Bei den vorhandenen handelt es sich überwiegend um Kokosnetze, die nur einmal am Tag benutzt werden können, da sie anschließend lange trocknen müssen. Der größte Wunsch der Fischer waren Nylonnetze. Wir haben uns entschlossen, für diesen Fischereiverbund Netze im Gesamtwert von € 3.500,- zu bestellen. Eine Familie in Balapitiya hatte vor dem Tsunami in Strandnähe eine kleine Teeproduktion, die jedoch völlig zerstört worden war. Das Gebäude war in Eigenleistung bereits wieder errichtet. Um die Familie in die Selbstständigkeit zurück zu führen, haben wir im Gegenwert von € 500,- die technischen Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Teeproduktion geschaffen.

Achtzehnter Tag

Wir haben eine Vielzahl von Familien besucht, die nach Aussagen von Einheimischen in großer Armut leben müssen. Für die tragischsten Schicksale haben wir Patenschaften in Aussicht gestellt. Außerdem haben wir bei Familien, für die bereits Patenschaften bestehen, die Patengelder übergeben.

Neunzehnter Tag

Wie im Oktober letzten Jahres versprochen, haben wir erneut das Bezirkskrankenhaus in Bentota besucht. Für uns unfassbar: auf Grund der Trockenzeit wurden nur dreimal am Tag die staatlichen Wasserleitungen geöffnet, jedoch ohne Ankündung zu welcher Zeit dies passiert. Da das Krankenhaus etwas erhöht liegt, ist der Wasserdruck auch noch so gering, dass nicht genügend dringend benötigtes Trinkwasser für Patienten und Ärzte ankommt. Abhilfe konnte nur geschaffen werden über den Bau eines eigenen Brunnens und die Installation einer ausreichend dimensionierten Wasserpumpe. Da die Bezirksregierung kein Geld zur Verfügung stellt, haben wir die dafür benötigten finanziellen Mittel übernommen.

Zwanzigster Tag

Heute haben wir das Mädchen-Waisenhaus in Induruwa mit derzeit 42 Kindern besucht. Wir haben dort eine große Anzahl Malstifte und die uns von der Druckerei Gerber in Kirchheim bei München zur Verfügung gestellten Malhefte übergeben. Die Freude war sehr groß.

Die nächste Hilfsreise startet am 03. Juni 2006.