Bericht über die vierte Hilfsreise vom 11.02. - 05.03.2006 (Teil 1)
Erster Tag
Dank den deutschen Mitarbeitern, Anwälten und Partnern einer internationalen Anwaltskanzlei konnten wir im Oktober 2005 für die Armenschule in Panadura den Neubau eines Schulgebäudes in Auftrag geben. Leider waren der November und Dezember sowie der halbe Januar komplett verregnet, so dass die Bauarbeiten erst Mitte Januar beginnen konnten. Immerhin war das komplette Fundament für vier Schulklassen und ein Lehrerzimmer komplett gegossen und die ersten 1 ½ Meter Mauerwerk waren fertig gestellt. Wenn nichts Unerwartetes da-zwischen kommt, soll die Fertigstellung Ende Juni 2006 erfolgen. Lehrer und Schüler waren sehr glücklich über das von uns gesponserte Lehrmaterial (Instrumente, Sportgeräte, Bücher und Schränke).
Zweiter Tag
Abnahme der 10 Steinhäuser, die Ende Oktober 2005 von den Familien bezogen worden waren. Sämtliche Häuser hatten Wasser- und Stromanschluss; der Spielplatz war fertig gestellt; die Straße hatte ihre letzte Teerdecke erhalten. Alle Familien sind äußerst dankbar und lassen ihren Dank an alle Spender in Deutschland ausrichten.
Dritter Tag
Besuch von drei Patenkindern und Übergabe des vierteljährlichen Patengeldes im Namen der Pateneltern.
Vierter Tag
Erfahrungsaustausch mit Susan, einer in Spanien lebenden Engländerin, die eine eigene Hilfsorganisation gegründet hat. Anschließend Treffen und Erfahrungsaus-tausch mit Herrn Kilgus und Delegation, (Gewerbeschule in Metzingen), der ebenfalls eine Hilfsorganisation gegründet hat.
Fünfter Tag
Übergabe des Patenschaftsgeldes an die Familie mit den zwei behinderten Kindern. Die mit diesem Geld kaufbare Medizin sorgt für Fortschritte bei dem jüngeren Sohn. Anschließend Besuch einer notleidenden Familie, deren fünfjähriger Sohn dringend eine Herzoperation benötigt. Die noch fehlenden € 1.500,- haben wir beigesteuert und eine Patenschaft in Aussicht gestellt.
Sechster Tag
Auf Bitten einer Radioreporterin vom SWR 4, die am 31.12. im Mittagsmagazin nach einem Sri Lanka Besuch über die Aktivitäten unseres Vereins sehr lobend berichtet hat, haben wir eine Familie in Mullapitiya/Beruwela aufgesucht. Der Vater ist Gelegenheitsarbeiter, die Mutter backt früh morgens für einen Straßenverkäufer kleine Küchlein. Das Einkommen reicht nicht aus, um sich und die vier Kinder zu ernähren und den Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen. Deshalb haben wir uns entschieden, dieser Familie eine Patenschaft zu vermitteln.
Siebter Tag
In Hettimula/Beruwela haben wir eine bettelarme Familie besucht. Diese Familie lebt in einem (unzumutbaren) Palmwedelhaus. Auf 9 m² leben die an Alzheimer leidende Groß-mutter, die Eltern und zwei Kinder. Der einzige Verdiener ist der Vater, der allerdings mangels Ausbildung nur als Gelegenheitsarbeiter tätig ist. Nur Dank der Großzügigkeit eines Nachbarn, darf die Familie das Grundstück kostenlos nutzen. Da die Lebensumstände erbärmlich sind, haben wir uns entschlossen, dort ein stabiles Holzhaus zu errichten.
Achter Tag
Treffen mit einem Patenkind und Übergabe des Patenschaftsgeldes. Übergabe eines gebrauchten Bootes aus einer zweckgebundenen Spende.
Neunter Tag
Heute haben wir das Behindertenheim „Sambodhi Home“ in Galle besucht. Auf unseren letzten Bericht, bezüglich der katastrophalen Zustände, haben sich zwei unserer Mitglieder beim Präsidenten des Malteser Hilfsdienstes beschwert. Diese Beschwerde hat Wunder gewirkt. Das Heim ist in einem fast einwandfreien Zustand. Sämtliche Räume sind neu gestrichen. Die Eingangsbereiche haben sehr ansprechende Wandbemalungen. Es wurden neue Toiletten gebaut. Die Küche ist vollständig erneuert; lediglich im für die Heimbewohner nicht wichtigen Außenbereich sind noch einige Aufräumarbeiten zu erledigen. Die Gespräche mit den Heiminsassen haben uns gezeigt, dass die Lebensumstände dort deutlich besser geworden sind. Insgesamt ist der Hilfsorganisation Malteser International - nach den anfänglichen "Anlaufschwierigkeiten" - ein Lob auszusprechen. Wir hatten vor unserem Besuch mit dem Interimsmanager telefoniert; er hat uns erneut um eine Lebensmittelspende gebeten, da die Zuweisung der Regierung mehr als knapp bemessen sei (die Regierung zahlt für die 62 Heiminsassen insgesamt € 120,- pro Monat). Wir haben einen ganzen LKW voll Lebensmittel geladen (Reis, Kartoffeln, Nudeln, Zucker, Gewürze, Milchpulver, Salz, Trockenfisch, Seife und verschiedenes andere im Gesamtwert von € 1.000,-). Durch die nun vorhandenen Grundnahrungsmittel ist die Heimleitung in der Lage, in den nächsten Monaten mehr frisches Gemüse, Obst und frischen Fisch einzukaufen.
Zehnter Tag
Heute haben wir zwei unserer Patenfamilien besucht und ihnen im Auftrag der deutschen Pateneltern das Patengeld übergeben. Außerdem haben wir das Fischerdorf Payagala besucht, in dem wir 100 Holzhäuser gebaut haben. Etwa die Hälfte der Holzhäuser sind inzwischen kleinen Steinhäusern gewichen, die von der Caritas und anderen Organisationen errichtet wurden. Die zweite Hälfte ist immer noch von den armen Fischern bewohnt, die ebenfalls darauf hoffen, von einer Organisation Steinhäuser zu erhalten.