Gewerbebetriebe: Standort- & Objektansprüche

1 Intro

Folgender Beitrag skizziert Standorterfordernisse und -vorlieben von Gewerbebetrieben, zudem Trends im Bereich der Gewerbeflächennachfrage. Es handelt sich um eine geraffte Darstellung, die lediglich einen kleinen Strauß von Gesichtspunkten beleuchtet, immerhin jedoch einen ersten Eindruck vermittelt.

2 Nachfragekreise und Flächenbedarf

Die Masse der Gewerbeflächennachfrage entfällt auf Betriebe mit bis zu fünfzig Beschäftigten. Interregional mobile Potentiale nehmen einen bescheidenen Umfang an; es herrschen Umsiedlungen innerhalb jeweiliger Regionen vor.

Die Verschlankung von Produktionsapparaten (Stichwort: lean production), die Auslagerung von Lagerkapazitäten auf die Straße (just-in-time-Lieferung → "rollende Lager") mindern betriebliche Flächenbedarfswerte. Abnehmer von Bestandsobjekten rekrutieren sich überwiegend aus dem lokalen, allenfalls regionalen Umfeld.

3 Standort und Umfeld

Gewerbebetriebe treten sehr häufig als Eigennutzer in Erscheinung. Das heißt sie neigen dazu, Grundstücke käuflich zu erwerben, auf Erbpachtbasis zu nutzen und benötigte Gebäude in Eigenregie zu errichten bzw. bauen zu lassen.

Aufgrund sehr ähnlicher Lageansprüche vieler Gewerbebetriebe neigen sie zur Ausbildung von Standortgemeinschaften, sei es in "klassichen" Industrie- und Gewerbegebieten oder Gewerbeparks moderner Prägung. Die Flächennachfrage richtet sich in hohem Maße auf Grundstücke mit günstiger Straßenanbindung. Für produzierende sowie lager- und logistikorientierte Betriebe ist die Nähe zu leistungsfähigen Bundesstraßen Pflicht, oft eine autobahnnahe Lage unerlässlich. Besonders stark von ausgezeichneten Verkehrsanbindungen hängen im just-in-time-System organisierte Betriebe ab.

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich mit Einzelhandels-, Großhandels-, Dienstleistungsbetrieben durchsetzte Gewerbegebiete. Dieser Typus verbreitet sich zusehends, da zahlreiche Betriebsformen des Handels ebenfalls eine hohe Affinität zu sehr guten Individualverkehrslagen erkennen lassen. Des weiteren gerät die räumlich Verquickung mit Zulieferern und Abnehmern zum erstrangigen Standortfaktor: Gesucht werden Fühlungsvorteile (= Synergien) bietende Lagen.