Russische Föderation: Büroklassifikation

1 Intro

Vorliegender Beitrag eröffnet eine Reihe zur Russischen Föderation. Der "Pilot" widmet sich einem Aspekt des Moskauer Immobilienmarktes: Der Klassifikation von Bürogebäuden. Das Thema interessiert aus mehreren Gründen. Einmal verbuchte Europas bei weitem größte Stadt während der letzten Jahre eine rege, an internationalen Vorbildern ausgerichtete Bürobautätigkeit. Zum anderen bedingte die anfängliche Knappheit an modernen Objekten, dass nahezu jeder Neubau Spitzenmieten erzielte. – Wenngleich sich keiner mit asiatischen, westeuropäischen oder nordamerikanischen Topimmobilien messen konnte. Schließlich bewarben zahlreiche Eigentümer und Entwickler jeweilige Gebäude als Spitzenprodukte, obwohl diese allenfalls zweitklassig waren bzw. sind. – Eine übrigens auch von US-Maklern weithin geübte Ködertaktik. Zugegeben, Grenzen fließen; Spitzen- von Durchschnittsprodukten zu scheiden, fällt bisweilen schwer.

Dass der Titel von Russischer Föderation, nicht Moskau spricht, mag verwundern. Dies geschieht gleichwohl begründet: Moskau ist politische Schaltzentrale, landesweit alles überragendes Wirtschafts- und Innovationszentrum. Hier entwickelte Maßstäbe verbreiten sich nach und nach im Land bzw. über weite Teile der Russischen Föderation (rechts die Ablichtung eines Bürohochhauses am Stadtrand von Moskau; das Objekt wird berechtigt als Class A gehandelt; der Autor wirkte federführend an der Vermarktung mit).

2 Klassifikation des MRF

2.1 Hintergrund

Im Frühjahr 2003 stellte das Moscow Research Forum, ein von vier namhaften immobilienwirtschaftlichen Beratungsunternehmen gebildeter Arbeitskreis, seinen Klassifikationsansatz für Büroflächen vor. Die Einteilung gründet auf der u. a. in den USA geläufigen Gebäudekategorisierung in Class A, B und C. Die Building Owners and Mananagers Association (BOMA) – ein in Nordamerika frühzeitig um Standards ringender Verband – definiert die drei genannten Klassen bündig:

Wie in den USA üblich, lässt das MRF sowohl Standortqualitäten als auch Managementleistungen in das Einordnungsraster einfließen.

Die Klassifikation enthält keine vertiefenden Erläuterung, sodass sie aus Sicht des MRF als selbsterklärend gelten dürfte. Tatsächlich erhielt der bei einem beteiligten Unternehmen nachhakende Autor den Bescheid, die von der Firmen-Homepage ladbare Fassung sei vollständig. Beleuchten wir diese also näher.