Folgender Beitrag entsprang der Feder eines langjährig erfahrenen Praktikers aus dem Bereich Immobilienentwicklung bzw. Objektrevitalisierung. In seinem "kosmischen" Erstlingswerk geht er ein seit Jahren bedeutsames und an Bedeutung gewinnendes Immobilienthema - typisch für ihn - praxisorientiert an.
1 Ausgangssituation
"Einem Industriestandort droht die Schließung". Diese oder ähnliche Meldungen entnehmen wir wöchentlich der Presse. Gründe für dieses Phänomen gibt es viele:
Überall, wo eine große Konzentration von freiwerdenden Flächen stattfindet, gibt es Probleme hinsichtlich der Wiederverwertung. Ganz besonders deutlich werden diese schmerzhaften Prozesse wenn ganze Branchen aufgegeben werden. Beispielhaft erwähnt sei hier das Zechensterben im Ruhrgebiet oder die Abwanderung der Textilindustrie. Hier werden große Programme zur Restrukturierung aufgelegt, um neue Impulse zu setzen, die der jeweiligen Region wieder Chancen und Perspektiven vermitteln sollen.
Auf der anderen Seite treten immer wieder in den vielen ländlich strukturierten Gebieten Fälle auf, wo innovative Unternehmen gewachsen sind und sich große Produktionsflächen entwickelt haben. Diese Betriebe sind nicht selten mit 1.000 bis 2.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber einer ganzen Region. Geraten diese Unternehmen in eine Schieflage, aus welchen Gründen auch immer, wird zunächst alles versucht, um diesen Unternehmen zu helfen. Der Maßnahmenkatalog ist umfangreich: verlängerte Übergangszeiten für notwendige bauliche technische Anpassungen, Ausschöpfung aller planungsrechtlichen Möglichkeiten in einer meist gewachsenen Struktur (Lärm, Geruch, Staub), Bürgschaften, Stundung öffentlicher Abgaben usw.. Scheitern jedoch alle diese Versuche, bleibt dem Unternehmen meist nur die Insolvenz.
Die Aufgabe des Insolvenzverwalters ist es nicht, sich vordringlich um die Vermarktung der Immobilie zu kümmern. Hier werden spezialisierte Maklerbüros eingeschaltet, die das Objekt "wie es steht und liegt" am Markt anbieten, um dann für einen Versteigerungstermin eine ausreichende Anzahl von Käufer dafür zu interessierten. Scheitert jedoch der zweite und dritte Versteigerungstermin, werden andere Wege gesucht.
Ein Weg für die Gläubigerbank ist sicherlich die Veräußerung ihrer Forderung, um die Bilanzen zu bereinigen. Wenn diese Wegrichtung eingeschlagen wird, hat der jeweilige Standort meist eine Zeit der Orientierungslosigkeit von 3 bis 5 Jahre hinter sich. Das Ganze führt im Ergebnis zu einer Verunsicherung aller Marktteilnehmer, angefangen von den Kommunen, bis hin zu möglichen Interessenten (Mietern wie auch Käufern), da weder Zuständigkeit, noch eine operative Handlungsfähigkeit für den Standort klar definiert worden ist.