Qualitätsmanagement in Architektur- und Ingenieurbüros

4 Der QualitätsVerbund Planer am Bau

Der QualitätsVerbund Planer am Bau ermöglicht eine anerkannte Gruppenzertifizierung der QualitätsManagement-Systeme der teilnehmenden Architektur- und Ingenieurbüros. Unter der Voraussetzung vergleichbare Prozessabläufe in allen Büros sind diese als Gruppe unter der "Mutterfirma" des QualitätsVerbundes anzusehen. Der offizielle Charakter der Zertifizierung wird nicht zuletzt durch die Listenführung des TÜV Rheinland deutlich: Unter der TUVdotCOM ID 21410 können die relevanten Daten sowie die zertifizierten Büros auch unter www.de.tuv.com abgerufen werden.

4.1 Kostengünstige Gruppenzertifizierung nach dem Losverfahren

Die teilnehmenden Büros verpflichten sich zur Umsetzung und Einhaltung sowie Weiterentwicklung eines QMS nach den Kriterien des TÜV Rheinland QualitätsStandards Planer am Bau. Damit wird eine Gruppenzertifizierung möglich, bei der jährlich jeweils nur eine Drittel-Stichprobe auditiert wird. Das heißt, dass die teilnehmenden Büros im Durchschnitt nur alle drei Jahre durch einen geprüften Auditor besucht werden. Schon dadurch wird eine erhebliche Kostenreduzierung möglich.

4.2 Selbstbewertung als Garant für Einhaltung der Qualitäts-Kriterien

In der Zwischenzeit wird durch eine von jedem Büro mindestens jährlich durchzuführende Selbstbewertung - bestehend aus einer Kriterien-Prüfliste und dem auch von der ISO geforderten Management-Review - sichergestellt, dass alle zertifizierten Planungsbüros den Standard erfüllen und halten. Diese Selbstbewertung wird durch die Gesellschaft WM-Q angefordert und bewertet. Die WM-Q ist dafür verantwortlich, diese Selbstbewertungen zu sammeln und die Bewertungsberichte dem TÜV Rheinland zur Prüfung zur Verfügung zu stellen.

4.3 Organisation, Beratung, Unterstützung

Die an dem Zertifikat interessierten Büros werden von Mitarbeitern der WM-Q, i.d.R. Dr. Weng und Dr. Marhold persönlich, begleitet und unterstützt. Die WM-Q steht dem QualitätsVerbund vor, organisiert die Auditierung, stellt einen Umsetzungsleitfaden mit Beispielen und Musterformularen sowie ein Muster-QM-Handbuch zur Verfügung, berät bzw. betreut die Büros auf dem Weg zum Zertifikat und hält den Kontakt zum externen und unabhängigen Zertifizierer, dem TÜV Rheinland. Sie stellt sicher, dass den Mitgliedern nach bestandenem TÜV-Audit bzw. nach Prüfung und Anerkennung der Selbstbewertung den Mitgliedern im Rahmen einer Gruppenzertifizierung das QualitätsZertifikat Planer am Bau erteilt wird.

4.4 Kooperation und Vermarktung

Neben den finanziellen Vorteilen, die eine Zertifizierung für kleinere Bauplanungsbüros überhaupt erst ermöglicht, kann sich aus dem Zusammenschluss auch eine weitergehende Zusammenarbeit ergeben - ein wichtiges Kriterium ist z. B. der fachübergreifende Erfahrungsaustausch in Netzwerken. Darüber hinaus sorgt die WM-Q für eine Vermarktung des QualitätsVerbundes und der Bauplanungsleistungen seiner Mitglieder. Sie macht Öffentlichkeitsarbeit für das QualitätsZertifikat, z. B. durch Internet, Anzeigen, Pressearbeit, Bauherrengespräche, Kooperationsvereinbarungen, Messebeteiligungen. Medienpartner des QualitätsVerbundes ist das Würzburger IWW-Institut, das insbesondere durch den renommierten "Wirtschaftsdienst Ingenieure & Architekten" bekannt ist.

5 Was bringt ein QM-Zertifikat Planungsbüros der Immobilienwirtschaft?

Dazu eine Antwort von Dr. Marhold in einem Interview: "Durch ein QMS lassen sich geordnete Strukturen und Abläufe realisieren. Es sieht beispielsweise eine einheitliche Datenstruktur vor. Durch die exakt gleiche Dokumentation der Projekte ist ein Auffinden von Dokumenten leicht - und zwar von jedem Mitarbeiter. Denken Sie zum Beispiel daran, wenn jemand krank ist. Die Vertretung der Mitarbeiter untereinander oder die Kommunikation mit dem Auftraggeber ist wesentlich einfacher, wenn die Kollegen auch mit den Unterlagen des anderen zurechtkommen. Und noch etwas ist wichtig: In geordneten Verhältnissen werden weniger Fehler gemacht."

Immobilien brauchen neben einer fehlerfreien Bauausführung vor allem eine optimale planerische Basis für ihre Wertbeständigkeit und nachhaltige Wirtschaftlichkeit. Architekten und (Fach-) Ingenieure, die ein QualitätsManagement-System nach dem TÜV Rheinland QualitätsStandard Planer am Bau aufgebaut und eingeführt haben, unterwerfen sich u. a. einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess zur Optimierung der strategischen Planung, zur Verbesserung der Büroorganisation sowie zur einheitlichen und rationellen Projektabwicklung. Das führt neben einer größeren Wirtschaftlichkeit im Büro und für das jeweilige Projekt auch zu einer deutlichen Fehlerreduzierung und damit zur nachhaltigen Optimierung der Immobilie.