2.5 Tops und Flops
Aktive Aufwertungsversuche scheitern oft. Dies betrifft vor allem ehrgeizige Großprojekte. Die Liste lange kränkelnder, nie gesundender oder nur kurz tragfähiger Reißbrettgebilde ist lang. - Weltweit.
Zahlreiche großflächige Entwicklungen liefen u. a. infolge ihres unorganischen bzw. retortenhaften Charakters schleppend an. Andere bedingt durch ungenügende infrastrukturelle Vorleistungen. Weiterhin laufen dem Leitspruch "klotzen nicht kleckern" folgende Vorhaben - voran weitgehend auf Büronutzungen setzende - Gefahr, in ein Nachfragetief bzw. einen Mietermarkt hinein zu starten. - So geschehen im Fall der Münchener Parkstadt Schwabing.
Hier ausgewählte Tops und Flops aus dem internationalen Bereich.
Top: Das Büroquartier La Defense in Paris. Straßen- und Schienenanbindung wurden sorgsam geplant und verwirklicht, bevor die Masse an Bürogebäuden entstand. Der Standort funktionierte von Anbeginn.
Flop, zeitweilig: Londons Docklands bzw. Canary Warf. Der Markt nahm das Büroquartier erst an, als leistungsfähige ÖPNV-Verbindungen nachgerüstet wurden. - Zu immensen, verglichen mit vorab eingerichteten Systemen weit höheren Kosten.
Flop, langfristig: Berlin Adlershof. Der subventionierte Universitäts-, Forschungs- und Technologiepark leidet unter nur mäßiger ÖPNV-Andienung, uferlosen Ausdehnungsmöglichkeiten, unbefriedigender innerer Nutzungsverflechtung, einem Wohnumfeld unzureichender Dichte usf. Ein Problem teilt er mit anderen Berliner Standorten: Die unscharfe, dem Gießkannenprinzip verhaftete Förder- bzw. Entwicklungspolitik des Landes. Das Beispiel verdeutlicht, dass aktive Aufwertung "ganz großen" Stils einzig gelingen kann, werden Prioritäten gesetzt.
Flop, dauerhaft: Würzburgs Großwohnsiedlungen auf dem Heuchelhof. Einst offiziell als städtebauliche Errungenschaft angepriesen, galten sie Kritikern als Auffangbecken anderen Ortes unerwünschter Bevölkerungskreise.