Potentialräume: 5 Typen

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    Immobilien sind auf lange Nutzungsdauern ausgelegte, vergleichsweise hochpreisige, standortgebundene Gebilde. Standorte wandeln sich und werden verwandelt. In Immobilien schlummernde Chancen zu bestimmen bedeutet, sich mit Lage- und Standortqualitäten zu beschäftigen. - Voran künftigen.

    Projektive Standortanalytik gestaltet sich vielschichtig. Entgegen der landläufigen Meinung spielen die meisten statistischen Daten in diesem Metier eine ungeordnete Rolle. Das Verständnis menschlicher Bewegungsmuster und sozialorganisatorischer Grundzüge bilden die Grundlage treffsicherer Projektionen. Und, "feine Antennen", Gespür, hochentwickelte Wahrnehmungsgaben. Letztgenannte Fähigkeiten sind rar gesät und immobilienwirtschaftliche Schulen vermitteln sie schwerlich. Es gibt gleichwohl Modelle, die ein Verständnis erleichtern. Eines entwickelte der Autor vorliegenden Beitrages: Das 5-PoRTy-Modell. Der Kürzel steht - die Artikelüberschrift verrät es - für "5 Potentialraumtypen". Der Verfasser skizzierte den Ansatz im 2003 in IWR erschienenen "Immobilienrating". Unterschieden wurden folgende Raumtypen: Räume passiver und aktiver Aufwertung, statisch verfasste bzw. von geringer Dynamik gekennzeichnete sowie solche aktiver und passiver Abwertung.

    Wie sich erwies, griffen verschiedene Immobilienwirtschaftler bzw. Studierende, die es werden wollen, die raumevolutionäre Klassifikation auf. Sie gilt als bestechend griffig. Verwunderlich erscheinen diesbezüglich drei Sachverhalte:

    • Kein mir bekannter Verbreiter stieß auf R. E. Preston, der in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts eine ähnliche Einordnung entwarf (siehe u. a. Transition Zone Structure: The Three Sector Hypothesis; in: Town Planning Review, Vol. 39, 1968 / 60, S. 235 - 250). Wenngleich sein Modell lediglich drei Typen unterschied und sich nur auf einen städtischen Teilraum bezog, verfolgte er einen gleichgerichteten Ansatz.

    • Zugesandte Leseproben von Diplomanden, zahlreiche Gespräche sowie Praxistests zeigen, dass kein Autor die Klassifikation treffsicher zu handhaben versteht. Spitz gesagt: Von 5 Potentialraumtypen erkennen die meisten lediglich zwei in Natura. Dass sich stille Vorboten des Wandels ihrer Wahrnehmung mehrheitlich entziehen, versteht sich vor diesem Hintergrund von selbst. Zu ihrer "Ehrenrettung" sei bemerkt, dass die Grenzen zwischen aktiver und passiver Entwicklung fallweise fließen.

    • Auffallend ist, dass im guten wie schlechten Sinne aktive Entwicklungen gegenüber passiven als wirkungsmächtiger bzw. "überlegen" erachtet werden. - Häufig trifft jedoch das Gegenteil zu: Passive Umwertungen spiegeln das "wahre Leben", Markt- und Sozialdynamiken weit tiefenschärfer.

    Dieser Artikel entstand, um Unklarheiten auszuräumen, tieferes Verständnis zu vermitteln und die Arbeit angehender Immobilienwirtschaftler bzw. Standortanalytiker zu unterstützen.
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Aktualisierung: 21.06.2010© Elmar Pfeiffer, 80335 München (Impressum)Elmar.Pfeiffer@gmx.de