| Polen - Entwicklung multifunktionaler Zentren | |||
| 0 | Einleitung | Die Entwicklungspotenziale hängen von zwei Faktoren ab: vom Bedarf und von der Kaufkraft. Was den Bedarf angeht, so kann man nach dem Beitritt Polens getrost davon ausgehen, dass auch der ländliche Wirtschaftsraum in einem Zeitraum von 30 Jahren versuchen wird, den EU-Durchschnitt zu erreichen. Was die Kaufkraft angeht, so ist diese im Einzelnen standortbezogen durch Untersuchungen zu ermitteln. Auf drei Entwicklungen sollte hier jedoch hingewiesen werden: Zunächst ist Polen bis heute ein Land mit zwei Wirtschaftskreisläufen. Ein Erbe der Volksrepublik, gefördert auch in der jetzigen Demokratie durch die Begehrlichkeit des Fiskus: Nach offiziellen Schätzungen beträgt der Anteil der Schattenwirtschaft in Polen ca. 30 % über dem statistisch erfaßten BSP. Diese Zahlen, die in keiner auf statistisches Zahlenmaterial gestützten Kaufkraftanalyse erscheinen, sind aber dennoch kalkulatorisch zu berücksichtigen (qualifizierte Schätzung). Die zweite Entwicklung betrifft ausschließlich den ländlichen Raum und ist westlichen Analysten bisher praktisch nicht bekannt. Seit 01.12.2004 erhält jeder der 2,8 Mio. polnischen Landwirtschaftsbetriebe, der mehr als 1 ha Land bewirtschaftet, zusätzlich zu den Einzelsubventionen für sein Vieh und sein Getreide auch eine sog. Direktbeihilfen aus Brüssel. Diese Direktbeihilfe beträgt pro landwirtschaftlichem Betrieb 800 Zloty und liegt damit um 30 Zloty unter dem staatlich festgelegten Existenzminimum. Diese nicht zu versteuernde Leibrente wird die Kaufkraft im ländlichen Raum signifikant erhöhen. Der durchschnittliche Brutto-Monatsverdienst in Polen betrug im letzten Jahr ca. 2.300 Zloty. Nach Abzug der Steuern und Sozialversicherungsabgaben blieben dem durchschnittlichen Pan Kowalski auch nur ca. 1.300 Zloty zum Leben. Seit einigen Jahren ist es sogar über die polnischen Arbeitsämter institutionalisiert: der polnische Landwirt als Exportschlager. Erdbeeren pflücken in Spanien, Spargel stechen in Deutschland und Weintrauben lesen in Frankreich - alles offiziell und steuerfrei. Durch zwei Monate Arbeit in westlichen EU-Staaten bestreitet mancher polnische Kleinlandwirt seinen Lebensunterhalt für sich und die ganze Familie für das ganze Jahr. Die eigene Landwirtschaft wird als Subsistenzwirtschaft betrieben, zukünftig auch noch durch eine Leibrente subventioniert. Durch alle diese Entwicklungen fließt dem ländlichen Raum doch erheblich mehr Kaufkraft zu als statistisch meßbar. Dies begünstigt natürlich auch die Entwicklung multifunktionaler Dienstleistungszentren mit Einzelhandelsbesatz. Ein weiteres Entwicklungspotenzial liegt in der noch kaum professionell entwickelten Tourismuslandschaft. 90 % der Polen verbringen ihren Urlaub im eigenen Land. Urlaubsziele sind vorwiegend ländliche Gebiete: die polnische Ostseeküste, Masuren und die Bergregionen zwischen dem Riesengebirge im Westen und den Bieszczady im Osten. Der klassische Urlauber ist Selbstversorger, und so besteht in den Sommermonaten (poln. Ostseeküste, Masuren) oder ganzjährig (Bergregionen) ein zusätzliches Kaufkraftpotenzial. Untersuchungen in Urlaubsregionen haben ergeben, dass gerade im Urlaub nicht nur Lebensmittel, sondern vor allem Kleidung gekauft wird. Das erhöht die Absatzchancen der Textil-Retailer. | |
| 1 | Analyse Ist-Zustand | ||
| 1.1 | Hypermärkte | ||
| 1.2 | Nahversorgungszentren | ||
| 1.3 | Kleinteiliger Einzelhandel | ||
| 2 | Aktuelle Trends | ||
| 2.1 | Rezentralisierung | ||
| 2.2 | Multifunktionale Handels- und Dienstleistungszentren | ||
| 3 | Makrostandorte | ||
| 3.1 | Bedarfseinschätzung | ||
| 3.2 | Entwicklungspotentiale | ||
| 4 | Methodik | ||
| 4.1 | Systematischer Ansatz | ||
| 4.2 | Aufgabenverteilung | ||
| 4.3 | Mieterauswahl | ||
| 4.4 | Finanzierung | ||
| 4.5 | Centermanagement | ||
| 5 | Resümee | ||
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| Aktualisierung: 27.03.2010 | © Elmar Pfeiffer, 80335 München (Impressum) | Elmar.Pfeiffer@gmx.de | |