Projektentwicklung – Chancen & Risiken (1)

Folgender Artikel wird in Form eines Zweiteilers präsentiert, um die Navigationsspalte überschaubar zu halten. Zudem sind einige der ersten Kapitel eher "historisch" interessant, während sich spätere Abschnitte grundsätzlichen Bezügen widmen.

1 Intro

Seit der Berichterstattung über Dr. Schneider, Roland Ernst und Werner Langenbahn erscheint die Projektentwicklung als überdurchschnittlich riskantes Metier. Vorliegender Beitrag hinterfragt, ob dies zutrifft, ob dem Geschäft unvermeidbare Risiken innewohnen. Es gilt, die Gründe von Insolvenzen zu ermitteln oder – positiv gesehen – zu erfassen, wie das Geschäft nachhaltig betrieben werden kann (das Foto zeigt eine Baustellensituation innerhalbBüroprojekt in Moskau der "Moscow City", die als eine der gewaltigen Projektentwicklungen innerhalb der russischen Hauptstadt völlig überzogene Erwartungen auf Seiten mancher Developer weckte).

Die erste Hürde hierbei besteht im Fehlen überzeugender empirischer Studien. Eine zweite Informationslücke entspringt einer Erkenntnis des Verlegers W. R. Hearst: "The only good news is bad news". – Weil sich schlechte Nachrichten gut verkaufen, gute hingegen schwer. So berichten Medien denn auch stets über Konkursfälle, aber selten über erfolgreiche Entwickler. Teils ist der Gegensatz sachlich begründet: Zu verbreiten, warum ein namhafter Projektentwickler wogenschlagend scheitert, ist Journalistenpflicht – insbesondere dann, treten Bestechung, Betrug, Bilanzkosmetik, nachlässiger Umgang mit Anlagegeldern zutage. Bezogen auf solide Entwickler ergibt die Verbreitung, dass sie sauber und sorgsam arbeiten, hingegen wenig Sinn.

2 Grundsätzliches – wider die Illusion

Die Existenz von Risiken impliziert Fälle des Scheiterns. Letzteres bahnt sich gehäuft an, mangelt es jeweiligen Akteuren an einem entwickelten Bewusstsein, welche Risiken sie eingehen. Diese Erkenntnis birgt Ableitungen: