Immobilienrating - vom Holzweg zur Brücke

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    4.8 Standortthema zum Zweiten

    Üblicherweise wird zwischen Makro- und Mikrostandort unterschieden. Die erste Ebene steht für eine Stadt bzw. Region, die zweite für ein Grundstück samt unmittelbarem Umfeld. - Hier fehlt ein Bindeglied: Der Mesostandort, die Ebene des Viertels. Das klang im Beispiel des von Einwohnereinbußen des Quartiers geplagten Supermarktes an.

    Die drei Ebenen folgen häufig keiner gemeinsamen Entwicklungslinie. Zwar besitzen Stadtteile und Standorte einer aufstrebenden Stadt im Mittel bessere Chancen als in einer absteigenden. Nur kann sich die Stadt gleichsam fort von einem Viertel und ein Viertel fort von einem eingebetteten Mikrostandort entwickeln.


    4.8.1 Potentialraumtypen

    Wohin welche Ebene qualitativ tendiert, muss brennend interessieren. Zudem ist zu hinterfragen, woher eine Entwicklung rührt. Zu unterscheiden sind fünf Potenzialraumtypen (siehe auch 5-PoRTy-Modell):

    • Räume passiver Aufwertung. Diese steigen auf, ohne dass spektakuläre Projekte entstehen oder gebietsweit abgestimmte Planungen zum Tragen kommen.

    • Räume aktiver Aufwertung: Ihre Entwicklung gründet meist auf verschränkten Initiativen von privater und öffentlicher Hand.

    • Statische Räume: Hier bewegt sich qualitativ wie quantitativ wenig.

    • Räume aktiver Abwertung: Der Prozess beruht auf von Eigentümerseite vorsätzlich gefördertem Substanzverfall. Typisch sind derartige Erscheinungen an (möglichen) Wachstumsfronten höherwertiger Nutzungen.

    • Räume passiver Abwertung: Hier werden Erhaltungsaufwendungen zurückgefahren. Sei es, weil die Bevölkerung abwandert, überaltert oder anderweitige soziale Umbrüche stattfinden.

    Unschwer nachvollziehbar, unterscheiden sich die Chance-Risiko-Positionen je nach Raumtyp. Und wieder stehen große, automatisierte Systeme vor einer Hürde: Wandel kündigt sich an; er läuft, bevor er sekundärstatistisch fassbar wird. Zudem trügt manche Statistik: So können Bodenpreise und Ertragswerte bei aktiver Abwertung steigen und Aufschwung verheißen, wo keiner stattfindet und nie stattfinden wird. Rein zahlenbasierte Systeme werten hiesige Objekte womöglich prompt auf. Richtigerweise für den Augenblick, nur tickt damit eine Bombe: Ein tiefer Fall kann in solchen Gebieten schlagartiger erfolgen.

    Bezogen auf Mikrostandorte dürfte die Fehlerquote höher ausfallen als im Bereich der Mesoebene. - Weil statistische Daten nur bis zu einer gewissen Gebietsgröße herab vorliegen und Mikrofaktoren eine ausschlaggebende Rolle spielen, die keine Statistik ermittelt. Erfahrungsgemäß melden die meisten Systeme verlässlich, wenn ein Objekt "brennt", nur läutet die Glocke damit zu spät. Vorwarnzeit wäre von Nöten, um gegensteuern zu können.

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Aktualisierung: 31.05.2005© Elmar Pfeiffer, 80335 München (Impressum)Elmar.Pfeiffer@gmx.de